Proust (219)

von Bert

Viel passiert gerade nicht, denn Marcel / der Autor sinniert – mal wieder – über das Wesen der Eifersucht: »Sobald die Eifersucht erkannt ist, wird sie von der, auf die sie sich bezieht, als Mißtrauen ausgelegt, das zur Täuschung berechtigt« (5.82f). Gedanken zu der schnellen Veränderlichkeit junger Mädchen. Die Nichte Jupiens erkennt die negativen Charakteranteile bei Morel und dem Baron. Über die schlafende Albertine.

Ich sage nicht, daß nicht ein Tag kommen mag, an dem wir sogar diesen strahlenden jungen Mädchen ganz deutlich abgegrenzte Charaktere zuerkennen werden, aber das bedeutet dann, daß sie aufgehört haben werden, uns zu interessieren, daß ihr Auftreten für unser Herz nicht mehr jenes plötzliche Erscheinen sein wird, das wir jedesmal anders erwartet haben und das uns jedesmal in Entzücken über derart neue Inkarnationen versetzt. (5.89)