Proust (221)

von Bert

Wie ein Wetterwechsel verhindert, dass Marcel (mal was) arbeitet, also schreibt. Erinnerungen an den letzten Aufenthalt in Balbec, was er dort über Albertine erfahren hat. Machte der Oberkellner Aimé nicht gewisse Andeutungen? Weitere Ausführungen zur Eifersucht. Kurzfassung: »Wie viele Personen, Städte, Wege sind wir aus Eifersucht begierig kennzulernen!« (5.117) gilt auch für die »Eifersucht a posteriori« (5.117f). Albertine erwähnt am Rande, dass sie am nächsten Abend Madame Verdurin einen Besuch machen will – Grund genug für Marcel sofort eifersüchtig zu werden: »Die Eifersucht ist oft nur ein ruheloses Bedürfnis nach Tyrannei im Bereich von Liebesdingen« (5.124).

Manchmal war die Schrift, aus der ich die Lügen Albertines entzifferte, keine Bilderschrift, sondern man mußte sie einfach rückwärts lesen; so hatte sie mir an diesem Abend mit gleichgültiger Miene die Mitteilung gemacht, die eigentlich ganz unbemerkt passieren sollte: »Es wäre möglich, daß ich morgen zu den Verdurins fahre, ich weiß allerdings noch nicht, ob ich es tue, große Lust habe ich eigentlich nicht.« Das war ein kindisches Anagramm für das folgende Geständnis: Morgen gehe ich zu den Verdurins, es steht unabdingbar fest, denn ich lege den größten Wert darauf. (5.124)