Proust (223)

von Bert

Telefonat mit Andrée, die es nicht so toll findet, dass Marcel plötzlich auf die Idee kommt, morgen mit zu den Verdurins kommen zu wollen. Albertine rückt daher von ihrem Vorhaben ab, als er ihr seinen Plan eröffnet – sie will stattdessen einkaufen gehen. Über Familienähnlichkeiten und wie Marcel in Art und Weise sowohl etwas von der mütterlichen wie väterlichen Linie geerbt hat. Er sieht nun »neben dem sensiblen Kind, das ich einst gewesen war, ein(en) ganz gegenteilige(n) Mann voll gesunder Vernunft und Strenge« (5.148f). Denkt – wiederholt – über eine Trennung von Albertine nach.

Diese Worte hatte ich – da ein großer Teil von dem, was wir sagen, nur Wiederholung eines bereits vorhandenen Textes ist – sehr oft von meiner Mutter gehört, die einmal (sie erklärte mir nämlich gern, man dürfe die wahre Empfindsamkeit, das nämlich, was, wie sie sagte, die Deutschen, deren Sprache sie trotz des Abscheus meines Vaters gegenüber dieser Nation bewunderte, Empfindung nannten, nicht mit Gefühlsduselei, der Empfindelei, verwechseln), als ich weinte, sich bis zu der Äußerung verstiegen hatte, Nero sei vielleicht auch nervös, dadurch aber kein besserer Mensch gewesen. (5.148)