Proust (233)

von Bert

Albertine lässt Marcel ahnungslos zuhause und macht sich auf den Weg zu den Verdurins. Auf der Straße begegnet er Morel, der heulend am Straßenrand sitzt – vollkommen davon überfordert, ob er jetzt seine Braut und damit auch die Zuwendungen durch Baron Charlus, verlassen soll (daher die Streiterei in Nr. 229) oder doch nicht oder welche andere Lösung es vielleicht gäbe. Auf dem weiteren Weg trifft er auf den an den Augen leidenden Brichot. Mitteilung an den Leser, dass Swann verstorben ist und Auszüge eines Nekrologs auf ihn.

Da sein Augenleiden [Brichots] sich seit einiger Zeit verschlimmert hatte, war er – in opulenter Weise wie ein Laboratorium – mit neuen Gläsern ausgestattet worden: von machtvoller Stärke und kompliziert wie astronomische Instrumente, schienen sie auf seine Augen aufgeschraubt zu sein; er stellte ihr unerhört starkes Feuer auf mich ein und erkannte mich. Die Instrumente waren in ganz wundervoller Verfassung. Hinter ihnen aber bemerkte ich, winzigklein, blaß, zuckend, erlöschend, einen fernen Blick, der unter diesem machtvollen Apparat lag, wie in Laboratorien, die im Verhältnis zu den Aufgaben, denen sie dienen, überreich subventioniert werden, ein unbedeutendes Tierchen im Todeskampf unter Instrumenten von unerhörter Vollkommenheit. (5.278f)