Proust (240)

von Bert

Reflexionen über »Und ich konnte nicht umhin, mich zum Vergleich daran zu erinnern, daß ich mir die anderen Welten, die Vinteuils möglicherweise erschaffen hat, in gleicher Weise als geschlossene Universen vorstellte, wie jedes einzelne meiner Liebeserlebnisse es jeweils gewesen war« (5. 358). Über die Wirkung von Musik. Über das Künstlertums Vinteuils. Über die Gemeinsamkeiten von Musik und Malerei. Über ignorante Zuhörende. Über Musik, die »die Verständigung der Seelen hätte sein können« (5.367). Über die Tochter des Komponisten und ihre Freundin. Wie nannte das Keller gestern: »Höhepunkt von Prousts Schaffen« (5.648).

Die Freude, die ihm [dem Komponisten Vinteuil] solche Klangfolgen bereitet hatten, die Kräfte, die ihm immer weiter zugewachsen waren, damit er andere, neue finden konnte, führten auch jetzt noch den Zuhörer von einer Entdeckung zur nächsten, oder vielmehr war es der Komponist selbst, der ihn führte, indem er aus den Farben, die er gefunden hatte, eine überströmende Freude schöpfte, die ihm die Macht verlieh, andere, die sie herbeizurufen schienen, zu entdecken und leidenschaftlich aufzugreifen, hingerissen und selig durchbebt, wie vom göttlichen Funken getroffen, wenn das Erhabene von selbst entstand aus dem Zusammenklang der Blasinstrumente, keuchend, berauscht, vom Wahn, von Schwindel erfaßt, während er sein großes musikalisches Fresko schuf, gleich einem Michelangelo, der, an seine Leiter gefesselt, mit dem Kopf nach unten, einander überstürzende Pinselstriche an der Decke der Sixtina führt. (5.361f)