Proust (257)

von Bert

Albertine versucht in einem Café, derweil Marcel neben ihr sitzt und beobachtet, eine Konditorsfrau ›anzumachen‹, aber diese »unerreichbare Gottheit« (5.583) reagiert nicht auf die »mehrfache(n) flehende(n) Aufblicke« (ebd.). Noch ein ›Verhör‹. Hymne auf Benzingeruch. Der Frühling hält Einzug. Entschluss Marcles – alleine! – nach Venedig zu reisen. Er klingelt des morgens nach François, damit sie ihm einen Reiseführer und ein Kursbuch kauft. Die kommt auf sein Schellen hin in sein Zimmer und:

»Ich war sehr besorgt, daß Monsieur heute so spät erst geschellt hat. Ich wußte gar nicht, was ich machen soll. Früh um acht Uhr hat Mademoiselle Albertine von mir ihre Koffer verlangt; ich habe mich nicht getraut, sie nicht herauszugeben, hatte aber Angst, Monsieur würde schelten, wenn ich Monsieur schon weckte. Ich habe noch und noch auf sie eingeredet und ihr gesagt, sie soll doch eine Stunde warten, weil ich immer dachte, Monsieur schellt vielleicht doch gerade noch. Sie hat es aber nicht gewollt, sie hat mir diesen Brief für Monsieur gegeben, und um neun Uhr ist sie fort.« (5.593f)

[Ende Band 5]