Proust (267)

von Bert

Ausschweifende Gedanken Marcels zu Tod und Liebe. Ihn beschäftigt schwerpunktmäßig die Zufälligkeit der Liebe. Denn wenn Swann nicht gewesen wäre, wäre er dann sonst nach Balbec und hätte dort …? Und warum ist es gerade Albertine geworden, denn hätte Madame de Stermaria (vgl. Nr. 138, 141 – 143) damals nicht …? Zudem die Erkenntnis, dass die Zugehörigkeit zu einer höheren Gesellschaftsschicht nicht vor den Qualen der Liebe schützt. Vergleiche zwischen Albertine und Gilberte. Feststellung: »Damit wir nämlich entdecken, daß wir verliebt sind, vielleicht sogar, damit wir es überhaupt werden, muß oft genug erst der Tag der Trennung kommen« (6.136)

Ein einfaches Frühstückshörnchen, das wir selbst essen, bereitet uns mehr Vergnügen als alle Schnepfen, Junghasen und Steinhühner, die Ludwig XV. vorgesetzt bekam, und das Grashälmchen, das ein paar Zentimeter vor unseren Augen im Wind flattert, wenn wir uns auf einem Berg gelagert haben, kann uns den schwindelnden Grat eines Gipfels verdecken, der sich in einer Entfernung von ein paar Meilen erhebt. (6.122f)