Proust (268)

von Bert

Erkenntnis, dass die Lieber der Realität unterliegt und nicht ausschließlich der eigenen Einbildung bzw. Wunschdenken. Marcel ist bemüht, die Tatsachen zu sehen und ›Milde‹ walten zu lassen: »Warum hatte sie mir nicht gesagt: Ich habe diese Neigung? Ich hätte nachgegeben, ich hätte ihr erlaubt, sie zu befriedigen« (6.140), doch er muss sich eingestehen: »Meine eifersüchtige Neugier auf das, was Albertine getan haben mochte, war unbegrenzt« (6.142) Vielleicht doch eine Unsterblichkeit der Seele? Gedanken dazu, dass Marcel nur an den Verfehlungen von Albertine Interesse hat, als er sie schon kannte.Ein Brief von Aimé, der ja als ›Detektiv‹ in Balbec unterwegs ist, trifft ein.

Jedenfalls war das Leben mit Albertine, wenn es auch an sich nicht notwendig war, mir doch unverzichtbar geworden. (6.136)