Proust (302)

von Bert

Marcel belauscht die jungen Soldaten, aus deren Gespräche er aber nicht schlau wird. Spontan nimmt er sich ein Zimmer, steigt dann aber eine Etage höher. Dort hört er Schläge und Schreie und durch ein Fenster kann er dann erspähen, wie sich niemand anderes als der Baron de Charlus von einem jungen Mann mit einer Klopfpeitsche züchtigen lässt. Kurz, Marcel ist in ein Männerbordell (mit realem Vorbild) gelandet, das von niemand anderen als Jupien, dem Westenmacher geleitet wird. Über die Typen von Männern, auf die der Baron steht. Der Autor selbst vergisst nicht, mehrfach auf einen »jungen Mann von zweiundzwanzig Jahren« (7.180) zu verweisen

Da bemerkte ich, daß es ein kleines Rundfenster auf den Flur gab, an dem aus Versehen der Vorhang nicht zugezogen war; leise im Dunkeln vorwärtsschleichend, rückte ich bis zu diesem Fensterchen vor, und da sah ich, an sein Lager gefesselt wie Prometheus an seinen Felsen, im Begriff, die Schläge einer tatsächlich mit spitzen Nägeln versehenen Klopfpeitsche entgegenzunehmen, die Maurice auf ihn niederfallen ließ, da sah ich, bereits in seinem Blut schwimmend und mit Striemen bedeckt, die bewiesen, daß diese Züchtigung nicht zum erstenmal erfolgte, da sah ich vor mir Monsieur de Charlus. (7.182)