Proust (309)

von Bert

Weiteres zu Erinnerung. Marcel geht es um die »Essenz der Dinge« (7.272). Ganz nach Kant, dass »hinter diesen Zeichen vielleicht etwas ganz anderes [sich] verbarg (7.276). Wie kann er »das innere Buch der unbekannten Zeichen« (7.277) öffnen und lesen, sprich: schreiben? These, dass er / wir dem »Kunstwerk gegenüber keineswegs frei sind, … daß es vielmehr schon vor uns existiert hat, notwendig aber verborgen und wir es deshalb … entdecken müssen« (7.279)

Das Buch mit den in uns eingegrabenen, nicht von uns selbst eingezeichneten, symbolhaften Schriftzeichen ist unser einziges Buch. Nicht daß Ideen, die wir selbst gestalten, nicht logisch richtig sein können, aber ob sie wahr sind, wissen wir gleichwohl nicht. Wie armselig auch das ihn auslösende Objekt, wie ungreifbar auch seine Spur sein mag, allein der Gefühlseindruck ist ein Kriterium von Wahrheit und verdient deshalb allein, vom Geist festgehalten zu werden, denn er allein vermag, wenn der Geist diese Wahrheit aus ihm herauszulesen weiß, diesen zu größerer Vollendung zu führen und ihm wahrhaft reine Freude zu schenken. (7.278)