Durch die Zeit

Kategorie: 5. d.M.

WMDEDGT 2/20

Der tiefere Sinn des Eingrags ist HIERnachzulesen.

Ich meine, dass der Wecker mich um 5:55 weckt, aber als ich aus dem Bad komme ist es 6:10, also so spät, als wäre ich um 6:00 aufgestanden. Was stimmt also nicht? 6:22 auf der Bahn, die E ist auch schön leer. 6:37 kann ich mich ‚einstechen‘, dann Tee, dann Mails, dann Zeitung dann Eier schaukeln dann in die Luft gucken. Irgehdwie bringe ich die Zeit bis 9:30 irgendwie um die Ecke, dann Personalversammlung. Keine weiteren Erkenntnisse. Aber die Stimmun bei uns oben ist grauenhaft, da M. seine berechtigt schlechte Laune allen äußerst deutlich spüren lässt. 11:50 renne ich schnell in die Praxis meines ehemaligen Hausarztes, damit er meine Patienunterlagen an die neue schickt. Weil ich gerade wenig Lust auf die Abteilung habe, verdrücke ich einen Hamburger und kaufe noch teuerstes Leinsamenbrot. 12:18 dann doch wieder in der Abteilung, ein paar kleine Aufgaben haben sich gefunden, die ich in Ruhe bis 15:15 arbarbeite. Zu Fuß zum Psychodoc, pünktlich um 16:00 dann Gruppentherapie, aber, wie schon die letzten Male, zieht es weitgehend an mir vorbei. 17:45 stehe ichim Blumenladen, 18:00 im Supermarkt, 18:10 im Luftballonladen (um ein Paket auszulösen) und um 18:15 dann endlich zu Hause. Bißchen Glotze, die beiden Lilien derweil in Vasen verstauen, Toast mit Käse und Salami und punkt 19:00 ruft P. an. Derweil bekomme ich einen Anfall wegen der Scheiß-CDU-FDP-AfD in Thüringen und kann nur noch „Die haben doch den Arsch aber sowas von offen“ brüllen und denken. Ein politischer Supergau und damit sind wir Italien und Polen und Ungarn einen wahnsinnig großen Schritt näher gekommen, will heißen, dass der Willkür heute Tür und Tor ein erhebliches Stück aufgemacht worden ist. Und wer jetzt nicht irgendwie ein schlechtes Gefühl hat, der sollte mal überlegen.

WMDEDGT 1/20

Wie an jedem 5ten. Alles weitere hier.

5:45 werde ich nach dem xten Alptraum wach und hab‘ auch gar nix dagegen, dass ich nicht mehr einschlafen kann. Analysiere die Mail von M. die mich gestern gekränkt hat und weiß aber noch immer nicht warum. Leiste mir den Luxus und gehe 6:35 pissen, damit ich noch bis 7:00 in aller Ruhe im Bett liegen kann. Dann mach ich mir einen Tee ohne Tee der dann doch nach Tee schmeckt, weil die Restbestände der Kanne den Weg ins Wasser gefunden haben, ziehe mich dann auch mal an, obwohl bis dahin Gäste mich hätten nackt in der Küche ‚entdecken‘ können (wenn sie denn aufgestanden wären) und bin pünktlich um 7:45 auf der Straßenbahn. 8:10 bin ich soweit eingerichtet und beginne den Dienst, der überraschenderweise mit einer Geschwindigkeit verfliegt, so dass ich noch hätte weiter machen können, als H. mich um 11:50 ablöst. Es kommt zu einem überraschend offenem, vertrauten Gespräch und wir geben uns gegenseitig ein wenig Halt. Duch den Niesel knapp 30 Minuten zu Fuß zurück. In der Zwischenzeit bin ich mir klar geworden, was mich an der Mail so gekränkt hat und formuliere Antworten. Merke bei der Analyse aber auch, dass ich die Möglichkeit habe, es mir schwer(er) zu machen oder leicht(er) – was eine positive Folge der Therapie ist – und beschließe dennoch M. erstmal noch ein bisschen unter moralischen Druck zu setzen. Die Alpträume habe ich auch durch die Analyse gemangelt und bin wenig überrascht über das Ergebnis – aber dass das alles soweit reicht … 12:50 stehe schon am Herd und brate schnell ein paar Semmelknödel von gestern ab und mache Pilze dazu. Kurzes Essen mit dem Mann, dann liege ich 13:15 schon wieder im Bett. Statt zu wichsen schlafe ich lieber und brauche eine Stunde später echt meine Zeit, um aus dem kommatösen Schlafen hervorzukommen. 14:30 am Rechner, M. bekommt ihre Mail und ich checke auf verschiedenen Portalen Bücher mit dem Ergebnis: Zwei brauche ich schon mal nicht zu kaufen und die anderen beiden dürfte das Darknet vorhalten. Der Mann taucht auch aus seinem Mittagsschlaf auf und so gibt es um 15:10 Tee und Duplo. Der Mann muss noch arbeiten, so dass ich ab 16:05 mich uneingeschränkt der Lektüre von „Middelmarch“ widmen kann. 18:00 brennen die Augen – schon wieder zu wenig getropft – und ich verlinke schnell den Artikel hier. Dann vor den Fernseher, aber das Programm scheint durcheinander gekommen zu sein. 19:00 kochen breite Nudeln auf dem Herd, das Gulasch von gestern simmert auch so vor sich hin und als ich esse zu zappe kommt doch noch die Lindenstraße, eine kombinierte Weihnachts- und Sylvesterausgabe zum 5. Januar. Deutliche Zeichen, dass die Serie untergeht. 20:00 traditionell die Nachrichten und  mir fällt nichts mehr zu diesem Kriegstreiber Trump ein. Er ist die derzeit größte politische Pest. 20:15 natürlich Tatort, auch wenn mit „Tschiller“ – aber der lässt sich interessanterweise irgendwie ganz amüsant an.

WMDEDGT 12/19 – # 508-512

Wie an jedem 5ten. Alles weitere hier.

Um 4:01 bin ich das xte Mal schon wach und schau das erste Mal auf die Uhr. Eine Stunde später ist es aber trotzdem erst 4:15. Und so quäle ich mich bis 5:29, dann penne ich für 28 Minuten weg, denn um 5:58 geht der Wecker los. Küche – Bad – Küche – Zimmer – Küche – Bad – Küche – Straße, trotz genauer Planung verpasse ich um 6:27 den Bus und nehme dann halt 6:30 die Straßenbahn. Komischerweise kann ich mich dennoch schon um 6:45 einstechen. Schleppe die fünf Bilderrahmen für mein Büro in den dritten Stock, Koche Tee, mache den Rechner an, lese erstmal Zeitung, bis ich unsere Adressdatenbank etwas aufräume. Immerhin stehen jetzt Nachnamen unter Nachnamen. Ein Anfang ist gemacht. Der Hausmeister bring überraschend schnell Hammer und Nägel vorbei und ich haue nach dem Prinzip „Pi mal Daumen“ Nägel in die Wand. Keine zehn Minuten hängen die fünf Fotos aus Kario (siehe unten). 10:45 die erste Mail, dass die ersten Würste fertig werden, doch bin halte noch tapfer bis 11:50 durch. Runter in den Hof, der Personalrat hat zum Grillen eingeladen. Arschkalt, aber ne schöne halbe Stunde. Bisschen noch durchs Haus, bisschen noch Pseudoarbeiten, dann verlasse ich die Wirkungsstätte um 15:40, erwirsche gleich eine passende Straßenbahn und lasse mich zehn Minuten später auf das Abtenteuer ein, ob ich bis zur nächsten Straßenbahn alles auf den 100 Metern besorgen kann, was ich will: 6 Flaschen Wein, 1 Flasche Grappa (mit Beratung) (Laden 1), Brot (Laden 2), total verschimmelter Ziegenkäse und für mich weglaufender Camembert (mit Beratung) (Laden 3). Um 16:02 an der Haltestelle muss ich drei Minuten auf die nächste Bahn warten. 16:15 dann mal zu Hause und als erstes alles ausziehen und die Wohlfühlklamotten. Alles im Rahmen der Selbstfürsorge. Rest der Tageslektüre (Hegel-Biographie von Vieweg, hatte mir echt mehr versprochen) und Kleinigkeiten am Computer. 17:30 kommt der Mann überraschend früh nach Hause, stellt sich gleich in die Küche und brät Frühlingsrollen, die es dann um 18:10 gibt, er muss noch in Sport, ich haue mich dagegen mit den ersten Seiten Thukydides in die Badewanne. 20:36, das große Zappen beginnt, bis der Mann wieder da ist, dann herrscht strenges Fernsehregiment. 21:10, der Mann ist zurück und schaltet um, ich sitze aber derweil hinterm Rechner, ganz vergessen, dass ich ja noch für Verein 1 … dann zurück zu Mann und Glotze, 21:15 machen wir mal den Grappa auf, den ich heute mitgebracht habe und verkosten ihn mit einem anderen der nur 1/3 gekostet hat. Den billigeren beschreiben wir nach mehrfachen riechen und probieren als leinölig-nussig, der teure kommt dann auf erdbeer-vanille – wenn ich das so lese, würde ich beide nicht trinken wollen, aber der teure ist deutlich besser, runder und harmonischer, ohne dass er Schärfe vermissen lässt.

Wird fortgesetzt.

 

WMDEDGT 11/19

Wie an jedem 5ten. Alles weitere hier.

Um 3:58 bin ich das erste Mal wach und quäle mich bis 6:00 im Bett rum. 6:27 bin ich auf dem Bus, der nicht kommt, also Straßenbahn. 6:45 im Job und dann nach mehreren Versuchen kapiert, dass ich die neue Uhr zwar am Computer laden kann, aber schon den richtigen Stecker nehmen sollte. Ab 8:15, bis dahin Zeitung und so, Verschiedenes. Nichts dringliches, aber irgendwann sollte es gemacht sein. Entschluss eine dicke Broschüre komplett nachzubauen. 11:20 die allzweijährliche Augenuntersuchung mit dem Ergebnis, dass meine Augen schlechter geworden sind – als hätte ich das nicht schon längst selbst gemerkt. So schleppt sich das unspektakulär bis 15:35, sprinte ich zur Straßenbahn. 16:00 zu Hause, kurzer Plausch mit der Schwester, die zu Besuch ist, dann notwendiger Mittagsschlaf. 17:00 netflix mit „Haus des Geldes“ als Unterhaltungsprogramm. 17:21 S. ruft an, er hat mir bei einem bekannten Optiker für morgen einen Termin gemacht, obwohl man da keine Termine macht. Pünktlich 18:00, da mein Magen in den Knien hängt, Abendessen: Kohlrouladen. 18:50 los zur Leserunde, die mit Verspätung um 19:20 Uhr beginnt. Aber der neue Delius („Wenn die Chinesen Rügen kaufen“) ist zwar ne nette Erinnerung, aber hat literarisch kaum was auf die Brust. Dennoch, lebhafte Diskussion. H. kommt dann auch noch mit ihren paarundsiebzig. 22:00 ist dann endlich Schluss mit dem Gerede. Zuhause noch ein bisschen Anstalt, dann aber um 23:05 endlich ins Bett.

(Wird fortgesetzt.)

WMDEDGT 10/19

Wie an jedem 5ten. Alles weitere hier.

Wie in letzter Zeit, so gegen 4:00 bin ich das erste Mal wach und ein Gedanke rumort, bis ich freiwillig – es ist Samstag wohlgemerkt! – kurz nach 7:00 aufstehe. Katzenwäsche reicht, ich bin alleine zu Hause, Gäste sind auch nicht zu erwarten. Kurz einen Tee und mit der Straßenbahn zu dem, was man hier ‚Markt‘ nennt. Kalbsschnitzel für morgen gekauft, etwas Aufschnitt, etwas Gemüse (auch für morgen) … und, weil ich ja so früh schon unterwegs war, als Belohnung einen Kaffee und ein Gehacktes-Brötchen. Zurück geht es über Supermarkt 1 zur Bank zur Apotheke zu Supermarkt 2. Der Versuch, spontan einen Friseurtermin zu bekommen, scheitert zweimal kläglich. Und als dann das Geschirr abgewaschen ist, ist es 11:30. Raus aus den Klamotten und rein in den Lapperlook. Computer rumgemache und über eine Suchanfrage lande ich dauernd bei irgendwelchen Pornos – nun gut, man ist ja nicht prüde. 12:15 Scheiben von meinem Lieblingsbrot mit Fleischsalat, dann einen komatösen Mittagsschlaf bis genau 13:58. Das Hörspiel ab 14:00 höre ich dann doch noch etwas rein, während ich ganz spontan ein paar klasse Bilder von 2013 bearbeite – die ich aber wohl nie zeigen werden dürfen, denn die Dame möchte mit ihrem und meinen nackten erregten Körper nicht gezeigt werden wollen. 15:00 nach zwei Tage Pause mal wieder Tageslektüre, jetzt nur noch 350 Seiten, dann bin ich mit der 2.000-seitigen NS-Geschichte durch. Langsam sollte ich mir Überlegungen machen, was danach kommt – Thukydides (allein schon deswegen, weil ich den Namen auswendig kann?)? Kurz vor 16:00 noch einen Tee und dann bastel ich mir eine Bolo ganz nach meinem Geschmack zusammen. 17:30 versuche ich J. zu erreichen, der ich was aus der Apotheke habe was mitbringen soll, sie meldet sich dann aber erst kurz vor 18:00. Kurz rübergelaufen, kurz gesnackt, dann aber wieder zu mir, falsch in den Schrank gegriffen und Linguine gekocht, statt Spaghetti – ging aber auch. Dazu Prosecco. Seit dem süffelnd auf dem Sofa, die Fernbedienung glüht, denn ich bin alleine zu Hause und kann all das anschauen, was sonst nicht oder nur unter lautestem Protest möglich ist.

WMDEDGT 9/19

Jeden Monat fragt Fr. Brüllen, was man denn so heute gemacht hat. Na dann:

6:00 – Der Wecker und so … ist alles aus den letzten Beiträgen bekannt, da ändert sich gerade nicht viel.
6:25 – schon auf dem Rad
6:38 – macht es Pling an der Stechuhr
6:44 – Büro aufschließen, Tee kochen, Rechner hoch fahren, es genießen, dass ich ein eigenes Zimmer habe, Mails checken (es gibt sogar welche), dann den einen Flyer fertigmachen (nur noch eine Kleinigkeit) und ausdrucken (das  dauert!). Und so geht es den ganzen Vormittag. Mal das, mal jenes – alles irgendwie neu und ich frage B. Löcher in den Bauch.
12:10 – Ich muss mich richtig für  eine Mittagspause unterbrechen und ziehe mir ein paar Tramezzinis rein, die ich eigentlich zusammen mit Rolli-A. essen wollte. Aber da ihre Assistenz krank geworden ist, kann sie nicht zur Arbeit kommen und musste sich selber ‚krank‘ melden.
12:25 – Das eine Excel-Problem lässt mich nicht los, also wird weiter gemacht. Zufällig lösche ich dann noch eine Datei, darf sie komplett neu machen und lösche darauf hin eine zweite. So kann man sich auch Arbeit machen. Nur noch Kleinigkeiten, also nehme ich mir mals das Indesign-Handbuch vor, denn ich bin zwar firm aber noch lange nicht fitt.
16:14 – Echt? Schon? Zeit vergessen. Mal nach Hause.
16:35 – Lokalzeitung lesen. Freunde von uns sind im Urlaub und haben sie umgeleitet. Sie ist das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt wird … aber was war ich als Student stolz, dass ich dafür Kulturkritiken schreiben durfte und mir damit z.T. meinen Lebensunterhalt bestritt.
16:55 – Tageslektüre (immer noch 3. Reich, jetzt aber 3. Band). Mir fallen aber nach ein paar Seiten die Augen zu  also …
17:14 – Kurznickerchen mit Marcel Proust auf den Ohren
17:31 – Bisschen Computer, aber lustlos. Hab‘ da gerade keinen richtigen Zug dahin.
18:04 – Mal ganz langsam Richtung Küche. Feierabendbier (alkfrei), Fleischbrühe (echte, wenn auch aus der Tiefkühle), Suppennudeln – was braucht man für ein Festessen mehr?
18:33 – Festmahl mit Fernsehen. Da der Mann nicht zu Hause ist, darf’s für Minuten auch dann mal die Privaten sein.
19:45 – Das Vorabendprogramm ödet mal wieder ohne Ende, aber so richtig viel Power habe ich nicht mehr, dennoch:
19:50 – Glas Wein und weiter in der „Adlon-Verschwörung“ von Kerr.
21:10 – Der Mann kommt auch mal nach Hause und bringt die neue Schreibtischlampe mit. Wir schwätzen, schauen mit einem Auge noch einen Krimi, planen mit einem anderen Auge eine Wellness-Wochenende (oder was es dann auch immer werden wird).
22:00 – Mir quillt die Müdigkeit aus den Augen. Ich bin es halt nicht mehr gewohnt, acht Stunden zu arbeiten und acht Stunden auch etwas zu tun zu haben. Das wird nicht mehr lange dauern, dass ich mit ein paar Seiten Kerr im Bett liege und darüber einpenne.

WMDEDGT 8/19

Jeden Monat fragt Fr. Brüllen, was man denn so heute gemacht hat. Na dann:

6:00 – Wecker und die morgendliche Routine sehr müde aber ohne Stress.
6:25 – Aufs nasse Fahrrad durch morgendliche Kühle mit Wind.
6:44 – Heute ist Job Nr. 2 dran und es gibt den Alltagskram lustlos zu bewältigen, alles weder besonders interessant noch besonders langweilig, kurz: Nix  bleibt als Erlebtes hängen.
15:34 – Aufs trockene Fahrrad durch die Sonne zurück.
16:00 – Nach einer Tasse Tee ein Nachmittagsschlafversuch von 25 Minunten – aber der Kopf will keine Ruhe geben und plant ein wichtiges Gespräch nächste Woche voraus.
16:30 – Am Rechner. Blog, flickr, instagram, eine neue Photoseite bis mir einfällt, ich sollte ja noch etwas für Verein 1 tun. Also tue ichs.
17:20 – Entdecke eine Mail von einer der beiden Personen, die ich am Samstag vor der Kamera hatte. So wie er sich in seinen zwei Blogs darstellt, scheinen Zwanghaftigkeit und eine leichte Verschrobenheit ihm eigen zu sein. Aber er will gerne wieder vor die Kamera.
17:55 – Die Küche ruft: Salate und ein paar Streifen Putenbrust soll es heute sein.
18:15 – Abendessen mit Quiz
19:00 – Am Computer ohne Ziel und mit ohne Verstand, die Zeit verfliegt und nichts ist getan.
20.45 – Geselle mich zu meinem Mann ins Wohnzimmer, schauen irgendwas im TV und ich halte mich tapfer an meinem Glas alkoholfreiem Bier fest.
22:15 – Mache mir noch Bergtee und gehe ins Bett, auch wenn ich weiß: Das mit dem Schlafen wird heut nix.

WMDEDGT 7/19

Jeden Monat fragt Fr. Brüllen, was man denn so heute gemacht hat. Na dann.

6:55 – Der Wecker klingelt 55 Minuten später als sonst, aber das Aufstehen macht es dennoch nicht angenehmer.
6:59 – Die Kollegin meldet sich krank, ob ich nicht schnell noch ihre beiden Termine mitübernehmen könnte – nein, kann ich nicht, bin ja am Vormittag nicht im Büro.
7:07 – Nach Bad in der Küche, vom Restbrot eine Stulle schmieren, Tee trinken, Zeitung lesen.
7:25 – Anziehen muss halt sein.
7:30 – Ich mache mich mal los. Es sind zwar nur 70 Kilometer, aber die über Landstraße.
8:15 – Ich habe gut daran getan, die Strecke ist zwar wunderschön, aber egal welchen LKW ich überhole, 500 Meter weiter fährt der nächste.
8:55 – Pünktlich beim Kunden.
9:40 – Und wieder zurück. (Zwischendrin halte ich – unerlaubterweise – bei einem Metzger und hole mir zwei Stracke für den Urlaub.)
11:15 – Im Büro. Mit ist richtig schwindlig von dieser absolut öden und nervtötenden Autofahrerei.
11:35 – Die große Langeweile beginnt. Es gibt nix zu tun und neue Termine zu vereinbaren ist gerade hirnlos, da ich nur noch Montag da bin und da keine Termine frei sind. Und für nach dem 1. August ist es gerade auch etwas hirnlos. Also etwas russische Geschichte.
15:00 – Taktisch wechsel ich den Job, um im anderen noch etwas zu arbeiten.
15:55 – Es reicht für heute.
16:10 – OK, mit dem Auto bin ich wirklich etwas schneller zu Hause – aber dafür muss ich Parkplatz suchen, nicht meine Stärke.
16:20 – So rumchillen.
16:40 – So rumnachmittagsschlafen
17:30 – Tageslektüre auf dem Balkon
18:15 – Ein einfaches Abendessen vor dem Fernseher. Merke, dass ich einfach im Kopf arg müde bin …  und bleibe vor dem Fernseher einfach hängen. Versuche noch ein Nickerchen hinzubekommen in Hinsicht auf später, aber das will sich dann leider doch nicht einstellen.
22:15 – langsam mal die Sachen für die Nacht packen, um 22:30 muss ich (in aller Ruhe) los und dann beginnt um 23 Uhr der zweite ‚Arbeitstag‘ heute.

WMDEDGT 6/19 (Kurzversion)

7:30 – aufgestanden, bad, tee, mal was angezogen
8:05 – aufs Rad
8:20 – plötzliches ende des radwegs, eine brücke ist abgerissen worden, ich muss umwege fahren
8:40 – wenigstens noch 20 minuten für kaffee und brötchen
9:00 – beginn der prüferschulung
14:00 – ende der prüferschulung, dazwischen die nachricht, dass mein computer beim computerfritzen durch meinen mann eingeliefert worden ist
14:30 – schweißnass beim computerfritzen, es wird jetzt nur die festplatte mal ausgetauscht
14:50 – kurz nach hause, raus aus dem klamotten, brot schmieren, balkon sitzen, tee trinken, duschen
16:00 – therapie
17:45 – mit dem rad auf die straßenbahn
18:00 – vorstandsitzung verein 1
20:30 – endlich zu hause, raus aus den klamotten, wein, schnitzel, brot, senf, internet, blog schreiben, protokoll vorstandsitzung schreiben
22:20 – noch ein glas wein und bald mal ins bett, morgen und übermorgen prüfungen abnehmen und arbeiten und sommerfest verein 1 …

WMDEDGT 5/19

Jeden Monat fragt Fr. Brüllen, was man denn so heute gemacht hat. Na dann.

1:40 – Dann gehe ich doch auch mal ins Bett.
9:45 – Was? Jetzt schon aufstehen?
10:00 – Leicht verkatert und halbnackt stehe ich in der Küche und bin überrascht, dass mein Mann und E. schon munter am schwätzen sind. Kommt für mich nicht in Frage.
10:22 – Ich bin aber in der Lage Toast zu machen und Eier zu kochen.
10:55 – Der Abwasch steht an, siehe hier. Ich frage mich kurz, ob mein nackter Arsch eigentlich eine Zumutung für E. darstellt. Entschließe mich dann aber dagegen, denn a) kennt er ihn schon seit Jahre und b) ist er nach wie vor Manns genug, was zu sagen, sollte es ihn stören.
12:05 – E. und ich haben spontan entschieden, einen größeren Spaziergang zu machen und fahren dafür mit seinem Auto 8,9 Kilometer zum Ausgangspunkt.
12:25 – Ich laufe die Strecke nun zum 3. Mal, finde sie aber nach wie vor arg reizvoll. Wundere mich, dass sie mir das letzte mal so schwer gefallen ist, aber am Ende merke ich doch die Kilometer in den Beinen. Aber war einfach ein schöner Weg zusammen mit E.
16:30 – Wir schlagen in einem Schnellrestaurant auf, der Hunger ist zu groß nach 15, 16 oder 17 Kilometern. Das Handy hat schlapp gemacht, daher keine genauen Kilometerangaben.
16:35 – Wir wundern uns über den neumodischen Bestellvorgang – Rationalisierung ist scheinbar alles. Kapitalismus pur in bunte Farben – und alle machen mit.
17:00 – Zu Hause steht ein Sofa. Gut ist das.
17:45 – E. macht sich wieder ab.
17:47 – So ein Sofa ist einfach schön und gut. Ich gucke, wie jeden Sonntag, das volle Programm im ersten ab „Bericht aus Berlin“.
19:15 – Mein Mann hat heldenhaft alleine gekocht: Paniertes Schnitzel, Spargel, Kartoffeln und die weltbeste Sauce Hollondaise.
19:45 – Der wöchentliche Mutternanruf.
20:15 – Tatort.
20:22 – Irgendwie interessiert mich nicht der Tatort. Also blogge ich und suche im Netz nach allen Dingen, die ich eh nicht brauche. Zuvor aber doch wieder die Hosen aus, ist mir jetzt dann doch warum genung (und da flimmert der Tatortkommisar über die Scheibe – nackt am heimischen Schreibtisch).
21:12 – Aber über ZVAB bestelle ich zwei Bücher zu Hermann Broch, den wir ja als nächstes (um genau zu sein: „Tod des Vergils“) im Lesekreis lesen. Gesamtkostenpunkt nebst Porto: 9,80 Euro. Seinen Briefwechsel mit seinem väterlichen Freund über seine vielfachen Liebesbeziehungen (der Titel des Bandes lautet „Frauengeschichten“) lege ich mal auf meine Wunschliste.
21:45 – Ich grabe meine Magisterarbeit aus. Die ist jetzt 25 Jahre alt und beschäftigt sich mit dem Symbolbegriff bei Hermann Broch. Ich lese in das zweite, sehr theoretische Kapitel rein – und verstehe eher wenig. Aber im Hinterkopf dämmert was. Ich muss zugeben, die Schreibe ist echt nicht schlecht.
22:02 – Und wenn ich schon am Geld ausgeben bin, ersetze ich mein über viele Jahre geliebte Satin-Boxershorts, die jetzt nur noch aus Fetzen besteht, durch eine neue und haue nochmals 3,99 Euro raus. Jetzt aber Schluss!
22:12 – Ich rechne nach, wann ich theoretisch zur Arbeit muss und bin erstaunt, dass ich eigentlich erst um 13 Uhr da aufschlagen müsste, weil es morgen länger geht, da ich um 18 Uhr 120 km entfernt eine Präsentation (von 20 Minuten) halten darf / muss / soll / kann.
22:14 – Also noch ein Glas Wein auf S., die heute Geburtstag hat, denn ich werde morgen statt um 6 eineinhalb Stunden später aufstehen.

Anton Weyrother

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