Durch die Zeit

Kategorie: Allgemein

Statt schwimmen …

… zur Zahnärztin. Ich vergesse immer, dass die superfreundlich und nett ist, was mir eine Winzigkeit der Anspannung nimmt. Bohren tut sie auch diesmal nicht, sondern versiegelt Zahnhälse in der Hoffnung, dass das Aua abnimmt, denn Schmerzen sind es nicht, dennoch unangenehm. So richtig besser ist es immer noch nicht, aber immerhin ich weiss, was es ist.

Raus gehe ich aber mit einer Überweisung zum Kieferchirurgen, weil der letzte Weisheitszahn jetzt auch noch raus muss (und ich dachte, die wären es schon). Je nach Termin nochmals zusätzlich zum Hausarzt, um mir ne Tavor geben zu lassen, denn den Stress packe ich gerade nicht.

Verbessert die Grundstimmung der Zeit nicht, zum Ausgleich habe ich mir ein paar Frikadellen gemacht.

Wandertag 3

Schon beim Aufwachen war klar, dass die Beine nicht mehr soo schmerzen. Beim Aufstehen war aber auch klar: Ein junger Gott kommt anders aus den Federn.

Dennoch wieder los, wenn auch nur auf den Hausberg. Immerhin mit der festen Absicht, wenn es heute Geld kostet, dann soll es auch sinnvoll sein. Aber die Hütte, bei der ich nen Kaffee trinken wollte, hatte noch zu, bin einfach viel zu früh unterwegs gewesen. Aber dafür einen recht ansprechenden und durchaus auch anspruchsvollen Rundweg von – nun ja, – 15 km?, 16 km? gefunden, der sich für wandernde Gäste wirklich gut eignet.

Immerhin eine Erkenntnis. Mir geht es anscheinend um die Bewegung beim Wandern, nicht so sehr um das Naturerlebns (was ich gerne mitnehme) was auch erklärt, warum ich irgendwie nie Pausen mache und wenn, dann solche, die andere als ‚kurz-Stehenbleiben‘ definieren würden.

 

Wandertag 1

In der Hoffnung, dass das Wetter hält, habe ich von meinem ach so überaus anstrengenden Job eine Woche Urlaub gegönnt, bzw. feiere (ohne Scheiß!) Überstunden ab, von denen ich weiß Gott genug habe.

Es hätten 19 Kilometer werden sollen, aber da meine digitale Wanderkarte streikte und die Beschilderung mal wieder mies war, wurden es wohl nur 16, auch wenn der Schrittzähler 22 anzeigte – kann aber bei 3:40 nur schwerlich sein, vorallem, weil es die erste Stunde nicht übel hinaufging. Die Aussicht oben hat sich echt gelohnt – die Strecke an sich weniger, was auch daran lag, dass überall massive Holzarbeiten vorgenommen wurden und es streckenweise wie über Baustellen ging. Aber mit „Krieg und Frieden“ auf dem Ohr übersteht man auch das ganz gut.

Ärgerlich, dass die Anfahrt so teuer war, das hatte ich irgendwie nicht auf dem Schirm.

Morgen sind dann mal ein paar Kilometer mehr geplant, aber da ich nicht weiß, wie ich morgen fit bin, weil ich gleich auch noch Altherrensport habe, könnte ich sie ggf. auch abkürzen. Aber ich versuch‘ mal nicht auf Weichei zu machen.

Schiller + Lührs + Familie

Ich hole mal aus! Als junger Mann, also alles zwischen 16 und 29, war ich ein begeisteter Theatergänger. Es muss 1986 gewesen sein, als ich als ZDL in Mannheim die Gelegenheit hatte ein Gastspiel der Münchner Kammerspiele bei den Schillertagen zu sehen. Es war der „Don Carlos“ mit dem grossartigen Peter Lühr als Grossinquisitor. Ungestrichen dauert der so ca. fünf Stunden. Die Inszenierung von Dieter Dorn kam mit weniger als drei Stunden aus, weil nicht der Text gestrichen sondern die Sprechgeschwindigkeit  enorm erhöht wurde. In den ersten Minuten dachte man, man wird nix verstehen, doch nach wenigen Minuten … .

Grandios, als kurz vor Ende der Grossinquisitor auftritt. Lühr war da schon um die 80, kam gestützt auf die Bühne. Und im Gegensatz zum bisherigen Sprechtempo sagte er seinen ersten Satz quasi in Zeitlupe: „Steh‘ ich vor dem König?“ Und als dieser das bejahte, sprach Lühr in unnachahmlicher Diktion die fälligen Respekt, Ironie und Überlegenheit gleichermassen ausdrückte: „Ich war’s mir nicht mehr vermutend.“

Und so ging es mir heute, als ich meine alte Mutter in der Reha besuchte und am Abend nicht nur meine Schwester sondern sogar mein Bruder Zeit hatten und wir zusammen zu Abend gegessen haben.

Angemacht! Mich!

Zweite Führung des Tages in Dresden. Diesmal in der Gemäldegalerie Alte Meister. Von 20 TeilnehmerInnen sind wir auf genau fünf geschrumpft. Ich habe kurz Panik, ob die Führung dann überhaupt stattfindet, aber dann ist klar, bezahlt ist bezahlt … und je kleiner die Gruppe …

Unser Guide ist ein schmaler, kleiner Mann so um die 30, der für die Kunst brennt. Er führt uns zu Bild zu Bild und macht quasi die perfekte Führung, da er bei der Bildbetrachtung echt alles unterbringt: Was ist zu sehen – Wie ist es gemalt – Was gibt es an Vorbildern – Was ist die versteckete Bedeutung – Wer ist der Maler – Warum hat er das gemalt – Wie ist es in die Epoche einzuordnen – Was macht der Restaurierungszustand – Welche Bezüge gibt es zur Jetztzeit – Was … kurz, das war die reicheste Fürhung ever. (Ich hab‘ die Kontaktdaten, wer als demnächst nach Dresden zu den Alten Meistern …)

Ich hänge dem Typen also an den Lippen und bin einfach begeistertfroh, mal wieder mehr zu sehen als ich sehe, da bekomme ich dann doch mit, dass er mich etwas mehr und öfters und fröhlicher und intensiver anschaut als die anderen. Und ich bekomme auch mit, dass er mit seinen Erklärungen / Erzählungen / Erläuterungen auch immer gern einen Schritt auf mich zugeht.

Bei Rembrandts „Ganymed in den Fängen des Adlers“ von 1635 hat er mich dann. Denn an meiner halben Brust und der einen Schulter muss er dann doch am lebenden Objekt demonstrieren, wie der Adler Ganymed nun genau (an)greift. Dass die Quaste und die Kirschen auf Sexuelles hinweist erfolgt, als er mich noch im Griff hat – und dass es hier um mögliche Homosexualtitä geht …

Ach, wir Schwestern, wenn wir wollen, dann bekommen wir es immer irgendwie hin, auch wenn alle zuschauen und es nicht kapieren.

Und ich war echt arg irtitiert, dass so was Junges mir Avancen macht – das hatte ich jetzt echt lange nicht mehr, also solche Avancen an sich. Es dauerte zwar, aber dann habe ich es sogar genieße können.

Dresden

Vor fast genau 30 Jahren das erste Mal dort gewesen. Damals gab es noch die DDR. Unterwegs war ich mit einer Großgroßgroßcousine, die sich der Republikflucht schuldig gemacht hatte oder dann kurze Zeit später machte – das weiß ich nicht mehr so genau. Sie hat mir jedenfalls einen Tag lang Dresden gezeigt. Nun lief ich also wieder durch die Stadt und es gab gerade nur eine einzige Stelle, an die ich mich erinnern konnte. Das spricht einerseits nicht für mein Gedächtnis, andererseits dafür aber auch, dass da in den letzten 30 Jahren gewaltiges getan wurde. Die gesamte Innenstadt ist quasi Fake, denn so gut wie alles, was historisch aussieht, ist nachgebaut. Für mich ein kleiner Schock in der Frauenkirche – 2003 oder so fertig geworden – denn das Nachbauen geht soweit, dass man selbst so tut, als sei der barocke Altar barock. Ich bin jedenfalls nach drei Minuten wieder raus.

Mein Ding ist es jedenfalls nicht so zu tun, als wäre etwas, was es aber gar nicht ist. Mutiger und ehrlicher wäre es gewesen, die nahezu totale Zerstörung als solche auch sichtbar zu machen, anstatt heile Welt vorzugauklen. Aber das ist nicht nur in Dresden Thema. Da kann ich quasi ‚froh‘ sein, dass ich in einer Stadt zu leben gekommen bin, in der die zerstörte Innenstadt nicht wieder rekonstruiert wurde. Gut, das Ergebnis ist jetzt auch nicht so richtig pralle – aber jedenfalls ehrlich.

10.000 zu 500

Das ist das heutige Verhältnis Fahrrad zu Schwimmen in Metern. Wenn es nach mir geht, dann wird das die mittwöchliche (bzw. donnerstägliche) Sporteinheit, wobei aus den 500 mit der Zeit dann schon wieder die 2.500 werden sollen. Fragt sich, was der innere Schweinehund dazu meint.

# 519

2018-08-28 13.15.24

Die Wanderung vom Samstag nachgeholt. Das einzig Schöne: Ein See in einem ehemaligen Basaltsteinbruch. Während ich mir noch überlege, ob ich vielleicht doch so verrückt bin, und ins Wasser gehe, lässt sich jemand anderes 20 Meter weiter reinplumpsen. Also bin ich nicht so verrückt, denn ich hätte quälende Minuten gebraucht, das hätte sicher zu Häme und Spott geführt – und dieser große Fisch, der da rumschwamm, könnte ja vielleicht auch ein Mini-Hai sein.

Die elektronische Karte zeigt am Schluss Wege, wo keine sind, so dass ich ein gehöriges Stück noch querfeldein durch einen unwegsamen Wald muss. Nicht die Art von wandern, wie ich es mir vorstelle.

Aber auf die Straßenbahn brauche ich dann nur sieben Minuten zu warten.

Respekt

Ich hab‘ ja nen echt toleranten Mann. Muss ich schon sagen. Ist mir so heute durch den Kopf gegangen. Seit Wochen renne ich in der Wohnung maximal mit nem T-Shirt rum. Sicher bin ich mir echt nicht, dass ich das ohne jeden Kommentar hätte über  mich ergehen lassen, wenn die Rollen getauscht wären. Er hat das an, was die meisten Männer im Hochsommer zu Hause eben so an haben, kurze Hose, T-Shirt.

Im Schmerz geboren

Ich schaue seit gut 20 Jahren nahezu regelmäßig Tatort. Das ist das Erbe meines Ex. Über die Jahre entwickelt man ja ein Gespür ob er gut, mittelmäßig oder einfach nur Schrott ist. Zudem: So richtig bleibt ja kaum einer in Erinnerung, es ist Durchgangsware.

Es gibt einen aus München, eine Art Kammerspiel, an den ich mich erinnern kann und nun der! Das war echt großes Theater. Ich weiss echt nicht, wann ich das letzte Mal so fasziniert einen Film gesehen habe. Dazu die Musik, die Shakespeare-Anspielungen und der großartige Ulrich Matthes.

Ein versöhnliches Ende eines schwierigen Wochenendes.

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