Durch die Zeit

Kategorie: Aus dem Regal

13 x 9 / 2

Oh Wunder! Seit schon fünf Jahren lese ich mit C. einmal im Jahr einen ‚großen‘ Autor. Dieses Jahr eben Robert Musil. Wie immer mit verteilten Rollen, wie immer teilen wir uns nicht nur Abschnitte, sondern auch einzelne Sätze. Und auch wenn heute nur dreizehn ZuhörerInnen da waren – es macht einfach Spaß. Und Spaß macht auch die Vorbereitung, das Lesen in der Küche, das Chaos, wenn man sich die Sätze falsch notiert hat und beide anfangen zu lesen oder eben keiner. Und gut tut es eben, wenn als Rückmeldung kommt, dass man es genießen konnte, dass man die Angst vor dem „Mann ohne Eigenschaften“ etwas verloren hat, dass man Lust auf die Lektüre bekommen hat, dass … .

Was mich besonders freut ist, dass meine Auswahl funktioniert hat.

Und in der Hutkasse lag dann übrigens genauso viel wie letztes Jahr, als gut 30 Leute da waren. (Und wir waren letztes Jahr definitiv nicht schlechter, aber H., der Organisator, hat dieses Jahr den Spendendruck etwas erhöht – und somit habe ich zwei Bücher wieder finanziert.)

300 in 10

Vor Wochen mal um die 300 Bücher ‚ausgemistet‘, die dann lange auf dem Fußboden lagen, weil ich nicht wußte wohin. Seit letztem Sonntag konsequent immer ein paar in einer Schachtel entweder in den Hausflur bzw. auf die Straße gestellt. Nachher stelle ich die letzte raus.

Abgang

Nun endlich begonnen, Bücher vor die Tür zu stellen. Verkaufen lohnt sich ja echt nicht. Wer will schon was für ein ‚gebrauchtes‘, d.h. ein einmal gelesens Buch geben? Kaum etwas ist wohl einem höheren Wertverfall anheim gegeben als das ‚Kulturgut Buch‘ – jede Porno-DVD hat es da besser.  Ich hatte ein paar (Buch- nicht Porno-!)Portale im Internet ausprobiert, aber die Preise, die man bekommt, sind einfach lächerlich, dafür lohnt sich nicht der Aufwand. Immerhin, ein paar sind schon weg – und was dann auf der Straße nicht weg geht, kommt halt ins Altpapier. Die deutschen Antiquariate werden mir es danken.

Günter Kunert: Frist

Und Sonne war und fiel heiß auf sie nieder
Und fiel auf mich der ich doch bei ihr war.
Die Wellen gingen fort und kamen wieder
Zurück voll Neugier zu dem nackten Paar.

Ein wenig Fleisch auf soviel Sandgehäufe
Ein wenig Frist in ziemlich viel Unendlichkeit
Ein wenig Leben und zwei Lebensläufe
Darüber Sonne und darunter Dunkelheit.

 

Lfm., oder: Fluch der Literatur

Mein Mann würde lieber gestern schon umgezogen sein als heute. Er plant stündlich die neue Wohnung komplett um, das Internet läuft heiß, weil sämtliche Möbelhäuser mit Anfragen bombadiert werden.

In diesem Zuge dann wenigstens mal errechnet, was ich denn so an Regalmeter im neuen Zimmer brauchen werde, um meine bisherigen Bücher, die seit Studentenzeiten in Weinkisten lagern, unter zu bringen: 41,5 Meter. Und dann brauche ich ja noch Zusatzmeter für den Zuwachse (den groß weiter kann ich mich kaum noch trennen). Und es scheint sich eine Möglichkeit für ca. 18 Meter noch aufzutun – das wird dann gerade so für die nächsten Jahre reichen, denn der Inhalt der beiden schwarzen Regale möchten ja auch noch untergebracht sein.

Reingefallen!

Als Schüler habe ich, ich würde nach wie vor schwören, dass es bei Satre war, den Satz gefunden: Nulla dies sine linea. Und als einer der letzten Menschen, die noch das große (!!!) Latinum haben – wer mich fragt, mit welcher Note, bekommt mit Sicherheit keine Antwort, zu peinich das – habe ich das natürlich formvollendet übersetzt mit: Keinen Tag ohne Zeile. Und mit Zeile war die Buchzeile gemeint. Worüber ich schon etwas unklar war, ob jetzt damit gemeint war, die Zeile zu schreiben oder zu lesen. Ich entschloss, dass ‚lesen‘ eine gerechtfertigte Interpretation ist (Satre hat wohl ’schreiben‘ gelesen) und macht das Motto zu einem meiner Lebensmotti.

Gestern finde ich hier das:

Der Satz „Nulla dies sine linea“, den angeblich Plinius dem berühmten griechischen Maler Apelles in den Mund gelegt hat, der aber in Wirklichkeit so formuliert erst aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt, gehört zusammen mit der „Line of beauty“ von William Hogarth (1753) zu den immer wieder beschworenen Charakteristika der Zeichenkunst.

Hä? Zeichen-Kunst?

Tageslektüre

Letztes Jahr habe ich – aus reinem Interesse und nicht aus irgendwelchen religiösen Anwandlungen – die Bibel gelesen. (Einen Blog dazu gibt es auch – verwaist, den Text würde ich auch als pdf zur Verfügung stellen, falls es interessieren würde.) Von Freunden bekam ich die „Jahresbibel“ geschenkt, die die gesamte Bibel über 365 Tage in Häppchen aufteilt. Das war der Garant, dass ich da auch durchgekommen bin.

Ganz bald nach Ende der Bibellektüre ist mir aufgefallen, dass mir das tägliche, feste Lesen fehlt. Also hab‘ ich, auch etwas durch Zufall bedingt, begonnen die Briefe von Proust zu lesen und zugleich auch eine Biograhie zu Luther.

Jetzt ist es so, dass ich in einem Fachbuch pro Tag zehn Seiten und in einem philosophischen oder lyrischem Werk drei Seiten lese. Und zu meiner Überraschung – es funktioniert richtig gut. Wenn ich dann zudem noch auf die Liste schaue, was man dan so weg liest … Respekt.

Es gibt dann immer Tage, an denen ich mir Sorgen mache, was ich denn danach lesen soll, kann, will, … . Und hin und wieder werde ich richtig nervös. Aber das brauche ich echt nicht, denn es ergibt sich. Bis heute las ich eine neue Papstgeschichte, vor zehn Tage stieß ich auf Biogrpahie zu Karl Marx, mit der ich dann morgen beginne. Noch lese ich eine Lyriksammlung, danach kommt Nietzsche und dann, wie mir vor einer Stunde im Internet so vor die Füße fiel, die Sonette von Shakespeare.

Krude Mischung – aber das machts aus.

Rückblende

Der Beitrag HIER von mir aus dem September vergangenen Jahres gefällt mir einfach nach wie vor in seiner Schlichtheit gut.

Und wenn ich das HIER, ebenfalls von vor einem Jahr lese, dann gut zu wissen, dass ich Buch Nr. 1 & Nr. 3 in der Zwischenzeit gelesen habe, Nr. 4 mich nicht mehr richtig interessiert und Nr. 2 ich wohl mir morgen besorgen werde (nachdem ich ja letztens einen Gutschein geschenkt bekommen habe).

Danke!

Vor, während und nach der Sitzung von Verein 1 reicht beschenkt worden.

  • Büchergutschein für den Einsatz des Vereinsgeburtstages letztes Wochenende
  • Restaurantgutschein aus Anlass unserer Verpartnerung
  • Zwei Kilo Kartoffeln für … keine Ahnung

Schade eigentlich

Ich hatte es schon einmal hier, dass der Lesekreis mit der „Ästhetik des Widerstandes“ von Peter Weiss schwächelt. Die verschobenen Termine ziehen sich weiter durch die Monate (wenn wir so weiter machen, werden wir gut drei Jahre (!) brauchen, da durch zu kommen – das ist mir definitv zu lang) und so richtig anmachen tut der Text uns auch nicht. Mir ist vieles zu veraltet, vieles zu dokumentarisch, vieles zu pseudoautobiographisch – oder vereinfacht ausgedrückt: Das erzählt sich einfach nicht.

Schon schade – aber das wird sich nicht ändern, ich bin da eindeutig in der Minderheit.

Erotischer Adventskalender - der Test

Du wolltest schon immer wissen, was die teuren erotischen Adventskalender taugen? Ich habe den Test für dich gemacht ...

Rummelschubsers Blog

Ein Rummelschubser im Kampf vs Glioblastom

Tanne's lyrische Lichtungen

Einsame Insel. Tosende See. Peitschender Wind. Finsterer Nadelwald. Lichtungen. Ewige Stunde null? Willkommen.

Geschichten aus der Großstadt

aus dem Leben eines Singles.

Confidentcontradiction

aus dem Leben eines Twentysomething-Mädchens

Depressiver Optimist

Textrovertierter Vorstadt-P(r)o(l)et.

stefan mesch

Literature. TV. Journalism.

MARKUS JÄGER #DasguteBuch

Bücher und Begeisterung

Der Feind in mir.

Ein Protokoll.

HALLO WELT!

Mein Auslandsblog für alle in der Heimat

... ach, nichts.

Fachmagazin für depressive Landschaftsfotografie und allgemeinen Kulturpessimismus