Durch die Zeit

Kategorie: Aus dem Regal

G.W.F.H.: PdG

Als ‚Tageslektüre‘ schlage ich mich gerade mit einer Einführung in die „Phänomenologie des Geistes“ von Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) rum. Er ist für seine ‚Schreibe‘ ja bekannt (will heißen: berüchtigt):

Die lebendige Substanz ist ferner das Sein, welches die Wahrheit Subjekt oder, was dasselbe heißt, welches in Wahrheit wirklich ist, nur insofern sie die Bewegung des Sichselbstsetzens oder die Vermittlung des Sichanderswerdens mit sich selbst ist.

Und wenn ich konzentriert in dem schmalen Bändchen lese, dann meine ich zu kapieren, was Hegel will – aber schaue ich von dem Buch auf und versuche den Gedanken in eigene Worte zu fassen, fällt einfach alles auseinander. Und wenn ich mir dann D. anschaue, der über Hegel habilitiert hat … ich glaube, Menschen können unterschiedlich gut bzw. komplex ‚denken‘. Ich bin da irgendwie interessiertes Mittelmaß.

Lesen!

Eins der besten Bücher seit langem!

Klaus Modick: Keyserlings Geheimnis

Ich meine, Eduard von Keyserling an sich ist ja nach wie vor (leider) noch ein Geheimtipp. Unbedingt von ihm „Wellen“.

Was Modick jetzt geschrieben hat, ist ein feiner, kleiner Roman, der einerseits so ein bisschen vom Leben des überaus hässlich aussehenden Keyserling erzählt, etwas von München und Wien um die Jahrhundertwende, ein bisschen von der Dekadenz, ein bisschen von Liebe, …

Nein, das ist nicht die Neuerfindung des Romans – aber es ist einfach ein tolle, angenehme, warme, weiche Lektüre, die einen entschweben lässt (so wie Keyserling einen entschweben lässt – und das muss man erstmal können).

Wer es selber nicht lesen will (selber schuld!), der/die kann’s dafür verschenken!

Bei aller Liebe

Aber wenn der Inhalt eines Buches schon so zusammengefasst wird, dann weiß ich, dass ich es nie anfassen werde:

Der Sozialwissenschaftler Heinz Jürgen Aubeck stellt die kontrovers diskutierten biologischen und sozialpsychologischen Theorien zur Ergründung homosexueller Orientierung vor und plädiert in diesem Kontext für die Fortführung der poststrukturalistischen Diskursanalyse im Feld der Sexualität, welche das auf repressiven, hierarchischen gesellschaftlichen Machtstrukturen basierende System der Geschlechterdualität, das mit einer kohärenten, immanent kausalen Konzeption von naturalisierter Geschlechtsidentität, komplementärem Geschlechterrollendiktat und zwangsheterosexueller Orientierungsnorm verbunden ist, entgegen den konservativen essentialistischen Ideologien als soziokulturelles Produkt charakterisiert und speziell die geschlechtliche Identität als performativ konstruierten Effekt und mythologische Fiktion in emanzipatorischer Intention enthüllt und kritisiert.

(Quelle)

1g 1 *

gegessen

Eine Portion Muscheln mit Weißbrot. Eigentlich nicht so mein Ding, aber wenn dann die Gelegenheit da ist und der Mann glänzende Augen bekommt, dann will man ihm den Spaß nicht verderben. Danach ein Risotto mit Schrimps, Mangold und Cocktailtomaten – dalmatische Küche eben. Etwas weniger Mangold und es wäre perfekt gewesen.

(Äh, ausnahmsweise alles nicht selbst gemacht. Wir waren bei dem neuem Laden da oben, einfach so.)


* Die kryptische Überschrift bezieht sich auf ein vor ein paar Tagen neu entdecktes Blog, dass durch seine – nun ja, wie soll ich es nennen –  ‚opulente Schlichtheit‘ besticht.

Aus Studientage

V. und W. heute zu Gast. Nähere Beschreibungen verbieten sich hier, da sie nicht wissen, dass ich sie hier nenne.

Viele interessante Momente aber heute.

Und ein loses Ende ist keins mehr. Als ich Lit.wiss. studierte, erschien eine Studie, die mich maßgeblich beeinflusste und vor der ich echt viel gelernt habe. Den Autor habe ich sogar einmal gesehen und mit ihm drei Sätze wechseln können. Für mich nach wie vor ein ‚Gott‘. Und immerhin – die Frau eines ehemaligen Arbeitskollengen war für eine Zeit seine Kollegin.

Nun, eine/r der Gäste war mit genau diesem gut zehn Jahre zusammen und berichtete, was für eine schwere Geburt das damals war und welchen Einfluss sie / er hatte auf  jene Studie, die mich so sehr beeindruckte und beeinflusste.

Das ist gerade für mich irgendetwas zwischen Lit. wiss. und Klatscht – und ich genieße es, mich gerade da nicht entscheiden zu müssen.

Kette, gedankliche

Mein Mann und ich schauen einen französischen Film – In einer Szene diskutiert eine Schulklasse über ein Gedicht von Rimbaud – Ich erzähle, dass ich von Rimbaud eigentlich nur „Eine Zeit in der Hölle“ kenne – Mein Mann will wissen, wie es im Original heißt – Ich muss dann doch nachsehen: Une saison en Enfer – Da fällt mir ein, dass ich es mal in F. im Theater gesehen habe – Da fällt mir ein, dass mich danach ein Typ angesprochen hat und wir noch zu ihm sind – Und ich erinnere mich, dass er mir einen runtergeholt hat, während er davon schwärmte, eine Frau sein zu können – Und ich staune mal wieder über meine Verdrängungsleistungen – Denn da war ich wohl erst 17 und weit entfernt das Wort ’schwul‘ überhaupt buchstabieren zu können.

Schlag nach bei Nietzsche

Aha, jetzt weiß ich, warum ich so schlecht schlafe!

Keine geringe Kunst ist zu schlafen: es tut schon not, den ganzen Tag darfhin zu wachen.

Zehn Warheiten mußt du des Tages finden; sonst suchst du noch des Nachts nach Wahrheit, und deine Seele bliebt hungrig.
Zehnmal mußt du lachen am Tage und heiter sein: sonst stört dich der Magen in der Nacht, dieser Vater der Trübsal.
Wenige wissen das: aber man muß alle Tugenden haben, um gut zu schlafen. Werde ich falsch Zeugnis reden? Werde ich ehebrechen?
Werde ich mich gelüsten lassen meines Nächsten Magd?
Das alles vertrüge sich schlecht mit gutem Schlaf.

Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra, Frankfurt (Insel) 12.1990. S. 31f

Denkste!

Manchmal (?) habe ich echt eine lange Leitung. Zwei Büchergutscheine geschenkt bekommen von zwei verschiedenen Buchhandlungen. Nach dem Umzug ist ja klar – alles was irgendwie geht digital. So Terrabitefestplatten sind einfach leichter zu transportieren. Und wirklich, ich Idiot hab‘ im ersten Moment so ein blödes Gefühl, mit den Gutscheinen nichts anfangen zu können. Dabei fehlen mir ja noch die Bände sechs bis zwölf von Powells „Ein Tanz zur Musik der Zeit“ und die Bände vier bis sieben von Voskuils „Das Büro„.

Anders gesagt: Es fehlen noch neun Gutscheine!

48 + 14 + 3,3 = viel zu wenig?

In Mathe war ich noch nie gut. Trotzdem liebe ich Excel. Im Durchschnitt ergibt das die Unfähigkeit genau zu berechnen, wieviel Regalmeter ich brauche. Die 48 Meter für die Primärliteratur war knapp. Die 14 Meter für die Sekundärliteratur (Plus 3,3 Meter ‚Reserve‘) ein einziger Witz!

Also heute heldenhaft unter Aufbietung der letzten Kräfte 15 Meter Bücher in den Keller geschleppt.

Nur wenige Stunde später – also jetzt – wundert es mich schon etwas, dass ich ganze Fachabteilungen dorthin ‚verbannen‘ konnte. Aber ich werde halt kein Musiktheoretiker mehr (wobei die Literatur zu Janis Joplin natürlich im Regal ihren Platz bekommen hat). Auch mit der ganzen KZ-Literatur habe ich eine Ende gefunden – ich bin da satt und habe ausreichend Erfahrung in meiner Jungend mit überlebenden KZ-Häftlingen gesammelt, was sich ja nur kaum in Büchern wiederspiegelt. Auch ein großer Teil der schwulen Sekundärliteratur hat den Weg nach unten gefunden. Liegt wohl daran, dass der Prozess der Suche nach der / einer schwulen Identität wohl dann doch fast ein Ende gefunden hat.

Was ich nicht nach unten geben konnte war die komplette Literaturwissenschaft und Philosophie. ‚Überlebt‘ hat es auch ein gehöriger Teil der erotischen Literatur (homo wie hetero) und zu meiner Überraschung die Reiseführer.

Ich hatte auch eine lange Diskussion mit mir, was ich mit den Briefen mache, die ich aufgehoben habe (mehrere Aktenordner voll von Briefen an mich wie den Durchschlägen derer, die ich geschrieben habe). Diese Diskussion hat heute dann ein überraschendes Ende gefunden – sie werden ungesehen vernichtet werden.

Überhaupt: Was steht in den Regalen, weil es meinem Bildungsideal entspricht, mit dem kaum jemand was anfangen kann? Wer weiß es schon zu schätzen, dass Kant, Hegel, Schelling, Marx, Horkheimer, Adorno, Platon, Augustinus und noch ein paar wenige mehr gelesen im Regal stehen? Ist das nicht auch eine Art von Prozerei? Vorallem eine, die kaum einer mehr versteht?

Es endet derzeit in zwei Fragen:

  • Was brauche ich?
  • Was brauche ich für Schön?

Sie stehen! – #469

Dank U. steht nun die Literatur!

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Fachkräfte werden bei einer Flasche Sekt nochmals prüfen, ob das Alphabet auch eingehalten wurde. Sie werden Fehler finden. Denn nach drei Stunden einräumen ist man nicht mehr in der Lage zu entscheiden, ob „g“ vor „f“ kommt oder doch nicht – vorallem dann nicht, wenn die ersten beiden Buchtaben „d“ und „a“ waren.

Heute hat es dann nochmals geruckt. Der große Computer steht auf dem leeren Schreibtisch (die Schreibtischlampe ist leider nicht aufzufinden), das Bett ist frisch bezogen, zwei weitere Kisten sind im Keller u.v.a.m. – und ich beginne mich damit anzufreunden, dieses Zimmer abbekommen haben.

T. wird deswegen der erste ‚Leidtragende‘ sein, denn statt dass ich im Wohnzimmer penne wenn er ab Dienstag bis Freitag hier sein wird, wird er es tun müssen. Aber zwei Gründe sprechen für mich: Er ist 17 ich seit gestern 3,1 mal so alt wie er – und im Wohnzimmer steht der Fernseher. (Ja, ich weiß, dass man mit Internet und so … dennoch …!)

 

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