Durch die Zeit

Kategorie: Aus dem Regal

Thomas Bernhard zum 90.

„Ich wußte, warum ich die Beamtin im Arbeitsamt Dutzende von Karteikarten aus dem Karteikasten herausnehmen hatte lassen, ich wollte in die entgegengesetzte Richtung, diesen Begriff in die entgegengesetzte Richtung hatte ich mir auf dem Weg in das Arbeitsamt immer wieder vorgesagt, immer wieder in die entgegengesetzte Richtung, die Beamtin verstand nicht, wenn ich sagte, in die entgegengesetzte Richtung, denn ich hatte ihr einmal gesagt, ich will in die entgegengesetzte Richtung, sie betrachtete mich wahrscheinlich als verrückt, denn ich hatte tatsächlich mehrere Male zu ihr in die entgegengesetzte Richtung gesagt, wie, dachte ich, kann sie mich auch verstehen, wo sie doch überhaupt nichts und nicht das geringste von mir weiß. Sie hatte mir, schon ganz verzweifelt über mich und über ihren Karteikasten, eine Reihe von Lehrstellen angeboten, aber diese Lehrstellen waren alle nicht in der entgegengesetzten Richtung gewesen, und ich mußte ihre Lehrstellenangebote ablehnen, ich wollte nicht nur in eine andere Richtung, ich wollte in die entgegengesetzte Richtung, ein Kompromiß war unmöglich geworden, so hatte die Beamtin immer wieder eine Karteikarte aus dem Karteikasten herauszuziehen gehabt, und ich hatte diese Karteikartenadresse abzulehnen gehabt, weil ich kompromißlos in die entgegengesetzte Richtung wollte, nicht nur in eine andere Richtung, nur in die entgegengesetzte. Die Beamtin hatte es so gut wie ihr möglich mit mir gemeint, und wahrscheinlich war sie von den ihr besten Adressen ausgegangen, sie betrachtete zum Beispiel eine Lehrstellenadresse in der Stadtmitte, also die Adresse eines der größten angesehensten Kleidergeschäfte mitten in der Stadt, als die allerbeste, und sie verstand ganz einfach nicht, daß mich nicht die allerbeste Adresse interessierte, sondern nur die entgegengesetzte, sie, die Beamtin, hatte mich ganz einfach gut unterbringen wollen, aber ich wollte ja gar nicht gut untergebracht sein, im Gegenteil, ich wollte in die entgegengesetzte Richtung, immer wieder hatte ich vorgebracht, in die entgegengesetzte Richtung, aber sie ließ sich dadurch nicht beirren, mir ihrerseits immer wieder eine sogenannte gute Adresse aus dem Karteikasten herauszuziehen, heute höre ich noch ihre Stimme Adressen sagen, die jeder in der Stadt kennt, die stadtbekanntesten und stadtberühmtesten Adressen, aber diese Adressen interessierten mich nicht, daß es sich um ein Geschäft handeln müsse, in das Menschen eintreten, sehr viele Menschen, hatte ich ihr sofort nach meinem Eintreten gesagt gehabt, aber ihr doch nicht erklären können, was ich meinte, wenn ich sagte, in die entgegengesetzte Richtung, ich hatte ihr erklärt, daß ich so viele Jahre durch die Reichenhaller Straße in die Stadt in das Gymnasium gegangen sei, jetzt wollte ich in die entgegengesetzte Richtung, gutmütig, wie sie gewesen war, entschlossen, wie ich, hatten wir über eine halbe Stunde das Karteikartenspiel gespielt, indem sie eine Karteikarte aus dem Karteikasten herauszog und eine Adresse nannte und ich die Adresse ablehnte; ich lehnte jede Adresse ab, weil keine dieser von ihr aus dem Karteikasten herausgezogenen Adressen jene gewesen war, die ich suchte, alle diese von mir abgelehnten Adressen, und damals hatte es, zum Unterschied von heute, Hunderte von offenen Handelslehrstellen in Salzburg gegeben, waren keine Adressen in der entgegengesetzten Richtung gewesen, die ich wünschte, die besten Adressen, die sich denken lassen, aber keine in der entgegengesetzten Richtung, bis die Adresse des Karl Podlaha in der Scherzhauserfeldsiedlung an der Reihe gewesen war.“

Der Keller: Ein Entziehung

Für mich gehört er zu den allerwichtigsten deutschsprachigen Autoren des 20. und 21. Jahrhunderts. Einer, der nicht nur die Literatur, sonden auch das Denken (zumindest bei mir) geprägt hat. Ein mehrfach traumatisierter Mensch, der seine Dämonen nie besiegen konnte (wie denn auch?), aber der deswegen nicht verstummte.

# 571

Winterspaziergang bei minus 5 Grad. Statt dem „Schneekapitel“ aus Thomas Manns „Zauberberg“ habe ich „Schuld und Sühne“ von Dostojewskij auf den Ohren – passt auch.

Mann muss sich das mal vorstellen

Seine [Graf Montesquiou] erste amouröse Begegnung hatte er mit einer Bauchrednerin, die, während sich Montesquiou auf dem langen Weg zum Glück mühte, plötzlich ihre Stimme so verstellte, dass es sich anhörte, als sei gerade ein betrunkener Zuhälter hereingekommen und bedrohe ihren aristokratischen Kunden.

Julian Barnes: Der Mann im Roten Rock. Köln 2021

Bullets

  • Mit etwas Verspätung, aber heute der traditionelle Neujahrsbadewannenabend mit Sekt (nun ja, Prosecco).
  • Nach einer langen Flaute endlich mal zwei Bücher, die vielversprechend sind: „Mit wehenden Fahnen“ von Evelyn Waugh (schon etwas älter) und das brandaktuelle von Julian Barnes: „Der Mann im roten Rock“.
  • Jetzt noch geschickt meinen Mann davon überzeugen, dass ich morgen doch lieber Schinkenpastete oder Linsen-Maultaschen ausprobieren will und eben nicht die Wirsing-Gemüse-Quiche mit Ziegenkäse.
  • Ach ja. Und wer wissen will, wie ich mit Anfang 20 ausgesehen habe, der gucke sich Merlin Rose in „Als wir träumten“ an. (Und lesen! Eins der besten Bücher bisher dieses Jahrtausend! Clemens Meyer heißt der Autor.)

Weiteres Lieblingswort

Mein Liebliengswort der deutschen Sprache ist ja „nichtsdestotrotz“.

Gestern habe ich dann noch ein zweites für mich entdeckt: „Pumpernickel“.

Erholungstag auf See

Seit ich von Matthias Polityckie „In 180 Tagen um die Welt“ (vor Jahren) gelesen habe steht fest: Wenn Kreuzfahrt, dann nur mit der MS Europa. Und dann besonders die „Erholungstage auf See“ genießen.

Dazu folgendes:

  • Ich habe mir heute einen Erholungstag gegönnt und einfach frei genommen, gestern war stressig und aufregend und sonstiges genug.
  • Ich werde verdammt viele Big Deals machen müssen, um mir das leisten zu können.
  • Und wenn die Seetage dann so erholsam sind, wie der Urlaubstag heute, dann fahre ich vielleicht doch nicht mit!

OK, ich habe heute echt länger geschlafen (und mir vor Anspannung einen Muskelkater im Bauch zugezogen – aber darüber schweig ich jetzt lieber), aber seit dem bin ich echt nur am arbeiten und organisieren, als würde ich selbstständiger Mediator, Lebensberater und Internetberater sein, der an seiner ersten (virtuellen) Millionen arbeitet.

Soviel angestoßen und bewegt wie heute … das hab‘ ich Ewigkeiten nicht mehr.

Nur eins – und das schon zum zweiten Mal!

In diesem Monat werde ich wohl nur ein Buch zu Ende gelesen haben (den Proust). Nur ein einziges Buch! Was anderes wird nicht dazu kommen. Im September war das auch schon so. Auch schon! Nur ein (!) Buch! Ich baue ab! Ich werde alt! Ich werde langsam! Werde ich gar teilnahmslos? Habe ich mit allem schon abgeschlossen? Ist das Ende, also mein Ende nahe?

Was mich etwas beruhigt ist die Tatsache, ich habe in einem Jahr nur ein einziges Mal mehr gelesen als in diesem. Und die Aufzeichnung reicht bist in das Jahr 1983 zurück.

An manchen Tagen

An manchen Tagen hat man sogar was zu erzählen:

  • Mein Mann ist Zeuge! Ich habe mich wirklich bemüht, das Gespräch mit meiner Mutter zu ihrem Geburstag lang und ausführlich zu gestalten. Es wurden 1:37 – also: eine Minute, siebenundreißig Sekunden.
  • Heute D. – einer Freundin meines besten Freundes, die ich auch etwas kenne – geschrieben, weil ich eine Empfehlung für ein juristisches Fachbuch brauche. Im Nachgang festgestellt, dass sie der erste Mensch ist den ich kenne, der einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat. Aber sie ist ja in der Zwischenzeit „wer“ (= politisches Amt, schätzungsweise min. 9.000 Euro brutto).
  • Eine Kollegin von „über’m Flur“ bringt von ihrem Mann – seines Zeichens Konditormeister – übergroße Dominosteine mit. Nach der ersten Probe habe ich zwei weiter gleich gebunkert und wenn morgen um 6:40 Uhr noch was davon in der Küche liegt, dann sind die A L L E mir!
  • Jobmäßig stand das Telefon heute für meine Verhältnisse nicht still. Schon ein komisches Gefühl ‚gebraucht‘ zu werden.

5

  • 6:30 schon auf gewesen. Aber entweder hat man was von Tag oder schläft aus.
  • Dank des Tatorts von heute weiß ich, dass ich an verschiedenen Parasomnien ‚leide‘.
  • Wer eine absolut grandios gemachte Graphic Novell lesen / gucken will, dem sei aber sowas ans Herz gelegt: Martin Panchaud: Die Farbe der Dinge! Die Personen sind auf Kreise reduziert, alles aus Vogelperspektive aber so geschickt in Szene gesetzt. Leider etwas teuer – aber echt, echt gut!
  • Vom gleichen Zeichner – kostenlos – seine Adaption von StarWars. Es gibt Leute, die können es echt!
  • Morgen eine Stunde länger schlafen oder so, denn ich hab‘ HomeOffice und kann vom Bett ungewaschen gleich an den Rechner fallen.

Halbzeit

Jedenfalls bei Proust. Wenn ich so weiterlese, dann bin ich um den 21. April damit durch. Irgendwie fühlt sich das nach „schon“ an. Aber ich kanns ja in zehn Jahren oder so nochmals wiederholen. Ich gehe da wirklich drin auf und es macht einfach Spaß. Aber der Mann kann auch schreiben wie echt wenige. Wo andere 20, 30 Seiten brauchen schafft er es auf fünf. Andererseits ist das Werk mit „beschränktem Umfang“, wie er selber behauptet, über 5.000 Seiten dick. Schön, das bei anderen auch nicht alles stimmt.

o.T.

Genug gelesen für heute. So langsam muss mal wieder ein Ausgleich her. Corona macht das irgendwie aber auch nicht einfacher.

So nen kleinen …

… Sprung in der Schüssel habe ich irgendwie schon. Arbeite gerade eine Einführung in die Rechtswissenschaft durch und war heute fast schon richtig stolz, als ich dann – wenn auch mit einiger Mühe – den Unterschied zwischen Verpflichtungs- und Verfügungsgeschäft verstanden habe.

Ruhe vor

Ein ruhiger Tag. Obwohl, im Job heute mein Lesepensum nicht geschafft, weil eine Kollegin krank war und ich ein bisschen was von ihr übernehmen konnte. Aber die Ruhe ist ganz gut, denn morgen wird es dann ein 13-Stunden-Tag, weil wieder ein weiteres Ausbildungswochenende beginnt.

Und wenn ich früh ins Bett gehe nur deswegen, um weiter im neuen Raven lesen zu können.

Der Untergang des Abendlandes naht!*

Letzten Monat nur 432 Seiten gelesen. Der langjährige Septemberdurchschnitt beträgt 1.367 Seiten.

Diesen Monat bisher nur 976 Seiten gelesen. Der langjährige Oktoberdurchschnitt beträgt 1.267 Seiten.

Das drückt* den langjährigen Monatsdurschnitt von 1.437 Seiten nahezu* beträchtlich*.

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* Bitte nicht so ernst nehmen

Lesekreis

Nach Monaten mal wieder vollständig. D.h.:

H., die älteste in der Runde und seit Monaten mal wieder dabei, hat immerhin das richtige Buch dabei, aber arbeitet sich noch an den ersten 50 Seiten ab, während wir schon 100 weiter sind.

K. hat sich in den Kommentarband verliebt, liest oft daraus vor und kommentiert es jeweils mit: „Das ist doch interessant, oder?“ (Meistens: Nein.)

E. ist in seinem Element und haut all seine ägyptologischen Kenntnisse (umfangreich) raus, ob es nun so genau passt oder nicht.

I. betreibt, wie immer, assoziative Textinterpretation ohne Rücksicht auf den Ursprungstext.

Und ich werde für die anderen wohl auch nur Dinge von mir geben, die die Sache nicht wirklich trifft.

Die Gesamtschau ergibt: Ein äußerst ergiebiger Abend!

Lesetag

So könnte mindestens ein Tag pro Woche sein! Nur gelesen, dazwischen Nahrungsaufnahme, etwas Schlaf – ab 17:30 dann Kontrastprogramm mit kochen und Gästen.

  • Thomas Mann: Joseph und seine Brüder: 1. Buch die „Höllenfahrt“ und die ersten 40 Seiten. Mir ist da Mann etwas zu hoch in seinem Tone, andererseits macht die kommentierte Ausgabe klar, wie durchdacht und recherchiert das Ganze ist. Zudem sehe ich viele Motive aus seinen andern Texten. Ich will nicht unken, aber es könnte ein gute Wahl für den Lesekreis gewesen sein – vorallem, da ich die Bibel ja auch schon durch habe.
  • Proust (14 Seiten)
  • James Ellroy: Jener Sturm (ca. 100 Seiten – nur, aber der Mann hat echt Zeit gekostet).

J.E.

Per Zufall darüber gestolpert, dass gerade ein neuer Ellroy rausgekommen ist. Interessanterweise kaum was darüber zu finden. Aber ich habe keine Minute gezögert, um es zu bestellen. Morgen kann ich es holen und dann komme ich der Welt mal für 900 Seiten abhanden. So kompliziert sein Bücher auch immer sind – sie sind grandios.

Pech

Irgendwie habe ich gerde echt Pech mit meinen Büchern. Jetzt sind es schon vier Stück, die ich gekauft habe und nicht zu Ende lesen werde, weil sie einfach irgendwie zu doof sind. Als da wären:

  • Iris Hanika: Echos Kammer: Das ist einfach selbstgefälligs Geschwätz und die Autorin ergeht sich in ach so kreative Wort und Sprachstile. Höhepunkt ist eine ‚eigene‘ Sprache – Kinderkram.
  • Ben Lerner: Die Topeka Schule: Typisch amerikanisch – aber eben das von der schlechten Sorte. Auch sehr selbstfällig und und daher schwätzend. Nach einem Drittel aufgegeben, denn a) wird klar wie es weiter geht und b) keine Besserung in Sicht.
  • Kerstin Hensel: Regeneins Farben: Das hätte was werden können, aber dann macht die Autorin einfach zuviele Kapriolen und Loopings, kommt so nicht von der Stelle.
  • Hanns Zischler: Der zerissene Brief: Das ist so überklug. Auch in meinen Augen schlechte Idee, dass eine junge Frau und eine alte Frau in deren Vergangenheit kramen und immer genau das Papier oder die Erinnerung aus dem Stapel ziehen, die die Autorin gerde braucht. Höchst unglaubwürdig.
  • Kamel Daoud: Meine Nacht im Picasso-Musem: Kapier ich nicht. Steig ich einfach nicht dahinter. Bin wohl zu wenig ne Kulturschwuchtel.

Jetzt geh‘ ich auf Nummer sicher und lese von Hubertus Wolf: Der Unfehlbare – Pius IX und die Erfindung des Katholizismus im 19. Jahrhundert. Da der ja für meine Katastrophe mitverantwortlich ist, schau ich mir das Elend mal näher an.

Sommerlekütre – Rückschau

  • Connelly, Michael: Late Show – Ein actionreicher Krimithriller, aber nach klassischem Rezept ohne Eigenheiten. Muss man nicht lesen.
  • Cunningham, Michael: Ein Zuhause am Ende der Welt – Nicht fertig gelesen. Typisch amerikanischer Hinfühl-Literatur, nicht mehr auf der Höhe der Zeit.
  • Goldschmidt, Georges-Arthur: Vom Nackexil – Wer ihn nicht kennt, unbedingt „Die Absonderung“ lesen. Das hier eine Ergänzung, dazu. Er hat halt nur das eine Thema, aber das in einer Feinheit, die manchmal an Proust erinnern lässt.
  • Henschel, Gerhard: SoKo Heidefieber – Auf Henschel ist Verlass! Wunderbare Krimisatire, die sich Drehung für Drehung hochwindet. Das ist Sommerurlaubslektüre at the best.
  • Hensel, Kerstin: Regenbeins Farben – Tja, wenn konzentriert, hätte das eine klasse Novelle werden können – so aber einfach zu langamtig.
  • Höhtker, Christoph: Schlachthof und Ordnung – Ich hätte es mir denken können, dass es nichts für mich ist. Aber ein Versuch war es wert, wenn man denkt, es könnte Parallelen zur Cornoa-Impfstofffindung haben. Aber dann war es dann doch nur eine Art Doku-Thriller aus verschiedenen Perspektiven – einfach nur ermüdend.
  • Karples, Eric: Marcel Proust und die Gemälde aus der Verlorenen Zeit – Ich bin Karples echt dankbar, dass er die Bilder zusammengetragen hat und ich sie nicht mühseelig im Internet recherchieren muss. Ein beonderes Plus bei der Proust-Lektüre.
  • Leroy, Jerome: Der Schutzengel – Ein eher formstrenger Politthriller, der etwas an Logik zu wünschen übrig lässt. Woher kommt die Manie des Protagonisgten für die Frau? Für eine Verfilmung geeignet und dann sicher spannend.
  • Pleschinski, Hans: Wiesenstein – Eine Biographie über Gerhart Hauptmann in Romanform, an manchen Stellen arg bemüht, um die Infos an den Leser zu bekommen. Daher stellenweise arg bemüht, stellenweise aber auch schön erzählend.
  • Proust, Marcel: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Teil 2: Im Schatten junger Mädchenblüten – Meine dritte Lekütre – und ich muss mich täglich bremsen, maximal 15 Seiten zu lesen.
  • Pynchon, Thomas: Die Enden der Parabel – Auch da hätte ich mir denken können, dass es nichts für mich ist. Einfach zu unlogisch für mich. Aber: Es gibt – auf den ersten 300 Seiten – schon grandiose Stellen. Höhtker hätte da mal schauen können, wie man es gut macht. Ich warte jetzt darauf, dass ich mir die Hörspielfassung leisten kann und ziehe es mir dann rein.
  • Ruschel, Rudolf: Ruhet in Friedberg – Skuriller ‚Krimi‘. Wer das nicht verfilmt, ist selber daran schuld. Aber noch ein Buch in diesem Stil: definitv Nein.
  • Shakespeare, William: Sämtliche Werke – Die Tage waren zu kurz, also doch nicht täglich ein Drama gelesen.

Darüberhinaus diverse Krimis, aber keiner, der erwähnenswert wäre.

Nachtrag

  • Connelly, Michael: Late Show
  • Cunningham, Michael: Ein Zuhause am Ende der Welt
  • Goldschmidt, Georges-Arthur: Vom Nackexil
  • Henschel, Gerhard: SoKo Heidefieber
  • Hensel, Kerstin: Regenbeins Farben
  • Höhtker; Christoph: Schlachthof und Ordnung
  • Karples, Eric: Marcel Proust und die Gemälde aus der Verlorenen Zeit
  • Leroy, Jerome: Der Schutzengel
  • Pleschinski, Hans: Wiesenstein
  • Proust, Marcel: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Teil 2: Im Schatten junger Mädchenblüten
  • Pynchon, Thomas: Die Enden der Parabel
  • Ruschel, Rudolf: Ruhet in Friedberg
  • Shakespeare, William: Sämtliche Werke

5 B’s

  • Wenn ich den Traum von heute Nacht meinem Therapeuten erzähle, dann schickt der mich sicher zum Psychoanalytiker. Ist schon gut, wenn man schweigen kann.
  • Ich freu‘ mich quasi mit jeder Minute mehr auf den Urlaub. Das hat es schon seit Jahren nicht mehr gegeben.
  • Wenigsten virtuell mit Rolli-A. mal getroffen. Dabei ist mir dann siedendheiß eingefallen: Die liest ja hier mit! Bekommt sie jetzt ein Schaden, wenn sie sich mir nackt vorstellt? Immerhin weiß sie ja, wie ich so aussehe.
  • Lese gerade einen älteren schwulen Krimi (gar nicht mal so schlecht bisher) (und für nureinglaswein: Felix Haß: Angst ist stärker als der Tod) der mich überraschend daran erinnerte, in welchen dunklen Ecken ich mich mal ne zeitlang rumgetrieben habe. Gut zu wissen, dass ich nicht immer brav war.
  • Mein Mann war so nett, meinen Gewinn abzuholen. 20 Euro die wir auf dem Markt demnächst mal einfach so ausgeben können. Die Tendenz geht gerade in Richtung Wachtel.

Proust – exklusiv für die, die hier lesen.

45 Tage für den ersten Band Proust. Wenn ich weiter in dieser Geschwindigkeit lese, bin ich schon im April 21 fertig. Also werden es jetzt weniger Seiten, um es einfach länger genießen zu können (bis auf die ein Stelle in Band 5 oder 6, egal, da wird der Turbo eingeschaltet).

In meinen Zusammenfassungen kann ich ja nur einen Abklatsch eines Abklatsches fromulieren, aber ich schwelge jetzt täglich fast ca. eine Stunde (lesen, Kommentar lesen, Bilder gucken, überlegen, schreiben, ….) in dem Proust-Projekt und bewundere zu tiefst, wie jemand menschliche Regungen in dieser Differenziertheit aufs Papier hat bringen können – und das zeitlos.

Wichtiger Schritt in Richtung Urlaub

Heute in zwei Wochen sitze ich, so ist es geplant, nackt vor unserer Hütte, trinke Wein und erfreue mich des Urlaublebens. Aber das geht nur dann, wenn ich weiß, dass ich genügend zum Lesen dabei habe.

Pro Woche muss ich da mit 1.000 Seiten planen, denn nicht jedes Buch, was ich mitnehme gefällt mir ja dann auch. Und auch wenn ich weiß, dass wir dort Internet haben, alles Equip dabei ist, um Bücher online zu kaufen und zu laden (und es übrigens auch ausreichend Zeit geben wird zu suchen, was man denn lesen könnte) … ich bin gerade erleichtert das auf meiner Liste – die noch genauer zu überprüfen ist, sieben Romane und vier Krimis stehen. Dazu kommen noch die 1.200 Seiten Pynchon, die Werke von Shakespeare und natürlich Proust. Im Hintergrund lauern dann noch zahlreiche Werke von Grisham und Kupfer.

Selbst wenn ich 24 Stunden am Tag lesen werde, werde ich durch den Berg nicht durchkommen – aber auch das ist für mich Urlaub, einfach in einem Berg von Büchern schwelgen zu können – sonst bin ich ja streng mit mir und kauf ja nix auf Vorrat.

Fast vergessen, …

… heute ist ja Bloomsday! Wenn ich nachher, als kurz nach 23 Uhr, nach Hause komme, dann heb‘ ich noch ein Glas irischen Whiskey – d.h. jeweils eins! – auf den guten alten Leopold und seinen Schöpfer James. Verdient hätten sie ja ne ganze Flasche, jeder eine – aber die schaffe ich heute defintiv nicht mehr. Gorgonzola müsste noch da sein …

Da diese wunderbare und vor mir heiß und innig geliebte Onanie-Szene einfach zu lang ist, um sie hier abzutippen – daher auch auf die unvergessliche Cissy Caffrey und die wunderbare Gerty MacDowll ein Glas, jeweils, bekanntermaßen – hier was Stilleres von ihm auf den Abend:

Alone
The moon’s greygolden meshes make
All night a veil,
The shorelamps in the sleeping lake
Laburnum tendrils trail.

The sly reeds whisper to the night
A name– her name-
And all my soul is a delight,
A swoon of shame.

Wiederaufnahme

Nach knapp drei Monaten mal wieder Lesekreis. Etwas mühseeliger Start, da nur die Hälfte das Buch gelesen hatten. (Ich gehörte zu der Hälfte, die es nicht (nocht einmal) gelesen hat.) Dennoch lebhafte Gespräche, wenn auch etwas weniger über Literatur, aber von ihr inspiriert.

Proust (13)

Ein Sonntag. Tante Leonie, hypochondrisch*, tratscht mit Françoise während sie auf Eulalie wartet – die mit dem Pfarrer im Schlepptau kommt, der sich sehr gerne reden hört. Er ergeht sich lobend über die Kirche und verschiedene Namens-Etymologien. Françoise beäugt, ohne neidisch zu sein, argwöhnisch, dass Eulalie etwas Geld für die Besuche bekommt: »damit Sie mich nicht in Ihren Gebeten vergessen». (1.157) Über den Alltagstrott mit Ausnahmen an Samstagen, da gibt es das Mittagessen eine Stunde früher.

* »Und während sie sich eilig auf ein in violetten Samt gebundenes, goldbeschlagenes Meßbuch stürzte, aus dem sie in ihrer Hast die mit Spitzenrand versehenen Bilder aus vergilbtem Papier herausflattern ließ, die die Festtage markierten, begann meine Tante, während sie ihre Tropfen zu sich nahm, so schnell sie konnte, die heiligen Worte zu lesen, deren Sinn ihr durch die Ungewißheit darüber, ob das so lange nach dem Vichywasser eingenommene Pepsin dieses noch erreichen und weiterbefördern werde, leicht verdunkelt wurde.« (1.151)

Proust, Marcel: Recherche

Ab heute zehn Seiten täglich. So das Vorhaben. Heißt, ich bin im August Oktober 2021 damit durch – denke aber, ich schaff es etwas schneller.

1984 / 1985 das erste Mal gelesen. Mit absoluter Begeisterung nach dem ersten Satz, der – »Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen« – jetzt nicht gerade so der Burner ist. Aber dann beschreibt Proust ja auf den ersten Seiten ausführlich, wie es ist, wenn man einschläft oder meint noch wach zu sein, während man schon eingeschlafen ist … das ist einfach nur großartig und was er dann auf den nächsten (je nach Augabe 3.000 bis 5.172) Seiten macht, ist ganz einfach Weltliteratur.

Ende des letzten Jahrtausend dann auch immer mal wieder bei einer Lesung in Köln dabei gewesen und mir über die Jahre die 135 (!) CDs zusammenschenken lassen und x-mal gehört.

Aber nun Lust auf die eigene Lektüre der kommentierten Ausgabe mit der dazughörigen Enzyklopädie und einem Bildband.

Ein richtiges Leseprojekt mache ich nicht draus, aber der Plan ist – im Moment zumindest – wenn ich blogge, dann auch immer ein, zwei Sätze zu Proust zu schreiben.

Porno

Zwischen all den Büchern in meinem Buchregal steht ein Foto, welches mich zeigt. OK, eher meine nackte Mitte und die dann noch im Zustand höchster Erregung. Aus verschiedenen Gründen gefällt mir die Aufnahme wirklich gut und das Foto landete beim Einzug eher zufällig im Regal – und ist dann halt da stehen geblieben.

Immer dann, wie jetzt am Wochenende, wenn jemand mein Zimmer sehen will, vergesse ich, dass da (wohl für viele) Pornographie zu sehen ist und frage mich dann später immer, was die wohl sich gedacht haben / von mir denken.

Direkt angesprochen hat mich noch nie jemand drauf

WMDEDGT 5/20

Der Wecker klingelt um 7:25 was mich aber nicht davon abhält, bis 8:20 im Bett zu liegen. – Um 8:35 schaffe ich es sogar schon meine Dienstmails zu lesen, aber da nur eine zu Aktion aufruft … – Den Vormittag verbringe ich lesend, u.a. mit dem „Decameron“ von Boccacio (nicht so  meins) und den letzten Seiten von Lutz Seiler „Stern 111“ (ebefnalls nicht so meins). Dazwischen immer mal ein Blick auf die Mails und eine erste Waschmaschine, soo untätigt dann doch nicht. – 12:05 gibt’s zwei Spiegeleier und um 12:25 den nach so einem anstregenden Home-Office-Tag notwendigen Mittagsschlaf. – Den habe ich auf 30 Minuten begrenzt, was mich aber nicht daran hindert, um 13:45 aufzustehen. Etwas Recherche und das Holen von Maultaschen aus der Tiefkühle im Keller und dann mache ich mich um 15:00 auf zum Buchladen. – Hole mir „Der Hund“ von Akiz, besorge mir auf dem Rückweg noch zwei Brötchen – und das alles ohne Mundschutz, den ich zu Hause vergessen habe, niemanden scheint es zu stören. – 15:30 weitere Recherchen zur Literatur und ich beginn mit der Lektüre eines schwulen Krimis aus vergangen Tagen: „Tödliches Tarot“ von Carlo de Lux. Nichts für die Ewigkeit, aber schön entspannend. – 16:15 noch schnell einen weiteren Becher Tee und ein Stück „Luffen“. – 17:00 kommt der Mann nach Hause und ist sofort wieder in seinem Nähzimmer verschwunden. Kann ich also Geburtstagsgrüße schreiben. – 18:00 Zubereitung der Maultaschen, aber erstmal gibt es nur Salat, denn gegen 18:30 hat der Mann seine erste Videokonferenz ever. – 19:00 endlich Maultaschen und entblöde mich mal nicht und schaue „Perfektes Dinner“. Die Schwuchtel scheint echt keine Ahnung zu haben, morgen muss er an die Töpfe. – Dann dies und das vor dem Fernseher, keine Ahnung, aber ich bin müde und froh, keinen Ansprüchen mehr genügen zu müssen.

[Wird fortgesetzt]

499.436 in 1.572

Diesen Beitrag widme ich nocheinglaswein – denn ohne sie hätte ich einfach in einem Buch weitergelesen.

Und es begab sich vor mehrern Tagen, dass ich auf dem Blog von besagter nocheinglaswein auf einen Beitrag stieß, in dem sie kurz schrieb, dass sie gerade ihre Bücher, korrekter deren ISBN-Nummern, scannen würde. Das hat mich elektrisiert und einen Nachrichtenaustausch später, hatte ich die App auf meinem neuen Tablet.

Zugegeben, es macht Spaß die Kamera auf den Barcode zu halten und – schwupps – hat man Titel, Autor, Verlag, Seitenzahl, Erscheinungsjahr, Cover und manchmal noch mehr auf dem Display. Gut, manchmal funktioniert es nicht sauber, da muss man die ISBN selber eintippen. Gut, manchmal hilft das auch nicht so richtig weiter und man mus alle Angabe selber eintippen. Und wenn man nicht aufpasst, fehlt irgendeine Angabe oder den russischen Autorennamen hat man in mehreren Schreibweisen, oder die Titel sind falsch, oder …

Es ist eine Sauarbeit (vorallem, weil gefühlt 80% meiner Bücher keinen Barcode besizten)!  Dutzenden von heftigsten Niesanfällen später weiß ich also: Ich besitze mindestens 1.572 Bücher (ein paar sind noch bei E.) die es auf insgesamt 499.436 Seiten bringen. Davon habe ich 65,3% der Bücher und 58,8% der Seiten gelesen. Stimmt natürlich alles nicht. Zum einen verstecken sich hinter mancher ISBN-Nummer mehrbändige Werke und nicht alle Bücher weisen Seitenzahlen auf.  Kann man ein Lexikon, welches man seit 30 Jahren nutzt nun als ‚gelesen‘ kennzeichnen oder nicht und wie verfährt man bei Bildbänden, Reiseführern, Sammelbänden, …

Aber ich weiß jetzt wenigstens, welche Bücher mir über die Jahre verloren gegangen sind (u.a. „Der Untertan“ von Heinrich Mann – Pflicht in jedem deutschen Haushalt) und was für Schätze lagern (u.a. ein Erstdruck von Frans Masereel).

Am interessantesten ist aber die Aufzählung der TOP-14-Autoren. Handke und Kafka sind meiner frühen Jugend geschuldet. Warum Frisch sich nicht da vorne findet wundert mich, da ich so gut wie alles von ihm gelesen habe, da scheint doch einiges verloren gegangen zu sein:

  1. Marcel Proust
  2. Thomas Bernhard
  3. William Shakespeare
  4. James Joyce
  5. Bertolt Brecht
  6. Philip Roth
  7. Arno Schmidt
  8. Fjodor M. Dosotjewskij
  9. Ralf Rothmann
  10. Hermann Broch
  11. Peter Handke
  12. Hermann Hesse
  13. Franz Kafka
  14. Wolfgang Koeppen
Tale Lady's Kitchen

und Ibrahim wusste auch nicht was Mangold ist

KuBra Consult

Acta, non verba

Randen und Marillen

Glücksgefühle am Küchentisch

FEL!X KITCHEN

Asiatische Zutaten und europäische Kochtechnik? Nicht ausschliesslich! Westliche Klassiker neu definiert? Aber klar doch! Kurz: was ich hier in Thailand so für mich und für Gäste koche. Und dazu noch eine ganze Menge Hintergrundinformation.

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