Durch die Zeit

Kategorie: Aus der Küche

Lesen – # 487

Nach notwendigem Mittagsschlaf mit dem 3. Band einer Geschichte zum 3. Reich auf dem Balkon. Komplett übermüdet, wie ich trotz Mittagsschlaf war, und daher auch fröstelnd, ergab ich mich dann doch klamottemmäßig der Sonne. Dann kam mein Mann mit einem großen Tüte Ebereschenbeeren (=Vogelbeeren) zurück.  Daraufhin verbracht ich die nächsten drei Stunden vollkommen selbstvergssen mit dem Lesen dieser roten Dinger, während ich der ersten drei Folgen von CaimanClub hörte (was sehr empfehlenswert ist).

EWd-EUlA

Hat mir heute mein Mann gekocht

  • Tatar vom Lachs und Gurke
  • Warmer Mozarella mit Streifen von Gurke
  • Perlhuhn, Rollgerstenrisotto und gegrillte Zucchini
  • Tarte au Framboise

Auf Nummer sicher

Mit der Lektüre für den Urlaub bin ich vollumfänglich auf der sicheren Seite. (2.300 + 3.000 + 1.500 Seiten.)

Mit den Hörbüchern für den Urlaub bin ich vollumfänglich auf der sicheren Seite. (45 + 120 Stunden.)

Wir wir gerade festgestellt haben, werden wir nicht nur einen Kühlschrank in der Nudistenhütte haben, sondern auch einen Fernseher. Das verspricht sicher gekühlten Weißwein mit einem sicher durchschnittilchem Programm, aber da wir im Urlaub generell Fernsehabstinent sind … .

20 Kilometer entfernt ist ein Sternerestaurant und mein Mann will sich bemühen, da noch einen Tisch wegen gestern zu bekommen, was sicher nicht einfach werden wird, aber es soll dort auf dem Marktplatz einen netten Weinstand geben, der, so wurde mir versichert, angenehme Weine kredenzt.

Und wenn wir unsere ganzen Ladekabel nicht vergessen (samt den Geräten, die damit geladen werden) … dann wird das sicher einfach ein guter Urlaub.

Heißes Öl ist heiß

Samstag ja über offenem Feuer als Event auf einer Geburtstagsfeier Langosch gemacht. Da es echt heißt war – und das nicht nur wegen des offenen Feuers – nur Sandalen angehabt (und Klamotten natürlich). Mit der Schaumkelle, ich gebe es zu, nicht immer sehr sorgfältig umgegangen, so dass der ein oder andere Tropfen (um genau zu sein: sieben) nicht nur die Sandalen traf, sondern auch die Haut des rechten Fußes. Ich hab‘ das nicht so ernst genommen und mich auch nicht drum gekümmert. Hätte ich vielleicht tun sollen, denn die eine Brandblase entwickelte sich nicht wie die anderen, nässt jetzt und die Umgebung ist feuerrot. Heute mal Salbe drauf geschmiert.

Geiz ist nicht geil

Irgendwie bin ich schon eigenartig. Oder einfach nur geizig? Ich verdiene zwar nicht wirklich viel, aber es ist irgendwie OK, den viel brauche ich echt nicht. Zwar gäbe es so noch ein paar Wünsche, aber die gehen dann gleich in die Tausende – eine Region, in die ich eh nicht mehr kommen werde.

Urlaub steht an, meine Panik, nicht genug zum Lesen dabei zu haben wächst immer mehr, auch wenn wir ja in Deutschland bleiben, es dort auch Internet gibt … aber da steckt noch der Urmensch in mir drinnen, ohne Internet.

Die Bücherwunschliste ist voll, die Kosten lägen bei 130 Euro oder so und dennoch zögere ich, schaue, was ich mir noch vielleicht irgendwie runterladen könnte.

Heute gab es überraschend Geld für eine Kochaktion von vor ein paar Wochen: 350 Euro. Aber anstatt jetzt „Juhu“ zu schreien und die Bücher zu bestellen, bleibe ich skeptisch.

Liegt es daran, dass ich einem E-Book keinen Wert zu spreche, obwohl es ja der gleiche Inhalt ist? Papierbücher will ich mir wegen Platz nur dann noch kaufen, wenn sie mir wirlich wichtig sind und ich vorhabe, in sie auch zu schreiben, Notizen zu machen etc.  Oder liegt es daran, dass ich jetzt ein paar Jahre auch ganz gut damit ausgekommen bin, keine Bücher zu kaufen?

Andererseits, was habe ich davon, wenn ich die 350 aufs Sparbuch lege und „fürs Alter“ neheme, wo ich ja eh nicht weiß, ob ich es erreiche bzw. ob ich da dann nicht dement bin?

Ich lasse es erstmal sacken – und richte mich für’s nächste Kochevent: Langosch über offenem Feuer für 50 Personen.

Gastgeberqualitäten

Für die sieben Gäste, von denen drei als durchaus trinkfreudig bekannt sind, gab es genau zwei Flaschen Weißwein.

Think big

Hackbällchen von drei Kilogramm Fleisch, Hefeteig von min. 1,5 kg. Hefeteig, zwei Kilo Zwiebeln, acht Salate … Ich denke, ich stell mich in die Küche der Freunde und fang mal an, damit heute Abend, wenn die Gäste kommen, alles fertig ist.

WMDEDGT 5/19

Jeden Monat fragt Fr. Brüllen, was man denn so heute gemacht hat. Na dann.

1:40 – Dann gehe ich doch auch mal ins Bett.
9:45 – Was? Jetzt schon aufstehen?
10:00 – Leicht verkatert und halbnackt stehe ich in der Küche und bin überrascht, dass mein Mann und E. schon munter am schwätzen sind. Kommt für mich nicht in Frage.
10:22 – Ich bin aber in der Lage Toast zu machen und Eier zu kochen.
10:55 – Der Abwasch steht an, siehe hier. Ich frage mich kurz, ob mein nackter Arsch eigentlich eine Zumutung für E. darstellt. Entschließe mich dann aber dagegen, denn a) kennt er ihn schon seit Jahre und b) ist er nach wie vor Manns genug, was zu sagen, sollte es ihn stören.
12:05 – E. und ich haben spontan entschieden, einen größeren Spaziergang zu machen und fahren dafür mit seinem Auto 8,9 Kilometer zum Ausgangspunkt.
12:25 – Ich laufe die Strecke nun zum 3. Mal, finde sie aber nach wie vor arg reizvoll. Wundere mich, dass sie mir das letzte mal so schwer gefallen ist, aber am Ende merke ich doch die Kilometer in den Beinen. Aber war einfach ein schöner Weg zusammen mit E.
16:30 – Wir schlagen in einem Schnellrestaurant auf, der Hunger ist zu groß nach 15, 16 oder 17 Kilometern. Das Handy hat schlapp gemacht, daher keine genauen Kilometerangaben.
16:35 – Wir wundern uns über den neumodischen Bestellvorgang – Rationalisierung ist scheinbar alles. Kapitalismus pur in bunte Farben – und alle machen mit.
17:00 – Zu Hause steht ein Sofa. Gut ist das.
17:45 – E. macht sich wieder ab.
17:47 – So ein Sofa ist einfach schön und gut. Ich gucke, wie jeden Sonntag, das volle Programm im ersten ab „Bericht aus Berlin“.
19:15 – Mein Mann hat heldenhaft alleine gekocht: Paniertes Schnitzel, Spargel, Kartoffeln und die weltbeste Sauce Hollondaise.
19:45 – Der wöchentliche Mutternanruf.
20:15 – Tatort.
20:22 – Irgendwie interessiert mich nicht der Tatort. Also blogge ich und suche im Netz nach allen Dingen, die ich eh nicht brauche. Zuvor aber doch wieder die Hosen aus, ist mir jetzt dann doch warum genung (und da flimmert der Tatortkommisar über die Scheibe – nackt am heimischen Schreibtisch).
21:12 – Aber über ZVAB bestelle ich zwei Bücher zu Hermann Broch, den wir ja als nächstes (um genau zu sein: „Tod des Vergils“) im Lesekreis lesen. Gesamtkostenpunkt nebst Porto: 9,80 Euro. Seinen Briefwechsel mit seinem väterlichen Freund über seine vielfachen Liebesbeziehungen (der Titel des Bandes lautet „Frauengeschichten“) lege ich mal auf meine Wunschliste.
21:45 – Ich grabe meine Magisterarbeit aus. Die ist jetzt 25 Jahre alt und beschäftigt sich mit dem Symbolbegriff bei Hermann Broch. Ich lese in das zweite, sehr theoretische Kapitel rein – und verstehe eher wenig. Aber im Hinterkopf dämmert was. Ich muss zugeben, die Schreibe ist echt nicht schlecht.
22:02 – Und wenn ich schon am Geld ausgeben bin, ersetze ich mein über viele Jahre geliebte Satin-Boxershorts, die jetzt nur noch aus Fetzen besteht, durch eine neue und haue nochmals 3,99 Euro raus. Jetzt aber Schluss!
22:12 – Ich rechne nach, wann ich theoretisch zur Arbeit muss und bin erstaunt, dass ich eigentlich erst um 13 Uhr da aufschlagen müsste, weil es morgen länger geht, da ich um 18 Uhr 120 km entfernt eine Präsentation (von 20 Minuten) halten darf / muss / soll / kann.
22:14 – Also noch ein Glas Wein auf S., die heute Geburtstag hat, denn ich werde morgen statt um 6 eineinhalb Stunden später aufstehen.

Ruf

Morgen kommt quasi die einzige Kollegin, die ich bei meinen derzeitigen Arbeitgeber kennen und mögen gelernt habe, mit ihren Typen zum Abendessen. Das heißt: Am Montag steht der ein und die andere bei ihr auf der Matte, um zu hören, ob ich / wir denn wirklich so gut kochen, wie es die Runde gemacht hat. Also kredenzen wir nach kurzer interner Absprache:

Amuse Gueule: Bandnudel, Schrimps, Knoblauch, Bärlauch
Antipasti: Crostini, Radiccio, Gorogonzola
Primo: Ravioli mit Ricotta, gemahlenen Steinpilzen, ggf. Pinienkernen, Petersilie und Petersilienbutter
Secundo: Petto di Polo, gebackenes Gemüse, Sugo aus Tomaten, Oliven, Pepperoni
Dolce: Panna Cotta mit Frucht

Ist jetzt nicht gerade etwas, was uns Höchstleistung abverlangen würde, aber für sie und ihn – nach dem, was ich bei ihnen gegessen habe – schon ein paar Klassen besser. Und es soll Luft  nach oben geben.

Ich merke, da geht es auch darum, etwas zu beweisen, nicht den beiden gegenüber, sondern den „KollegInnen“, die am Montag bei ihr auf der Matte stehen werden und wissen wollen, ob wir denn wirklich so gut kochen, wie man „halt so hört“ – und die ich nie einladen werde.

Wie Kafka

Heute mein erstes „Licht-Luft-Bad“ in diesem Jahr genossen. Dazu der neue Winslow, Tasse Tee. Jetzt gibt es dann Wurstsalat bevor ich noch zum Dienst in Verein 1 muss. Ich glaube, das wird heute ein dunkelgrüner Tag.

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