Durch die Zeit

Kategorie: GT

GT (56)

Nach drei oder vier Wochen Pause geht es weiter – mit einem kleinen Paukenschlag. C1 hat – für alle überraschend – beschlossen die Therapie zu beenden. Dann sind wir nur noch sechs. S. bekommt keine Verlängerung mehr und wird auch bald gehen – da waren es nur noch fünf. Das wird viel mit der Gruppe machen.

Bei mir kommt es gerade so an, als seien das die ersten Boten einer Auflösungserscheinung … kein Wunder, im März ist eh Schluss … aber so richtig will ich da wohl noch nicht dran. Geplant war, ja jetzt die Reha zu machen und dann noch etwas ‚Nachsorge‘ mit der gewohnten Gruppe zu haben …

Wie war das? Pläne sind dafür da, damit man sie ändert?

GT (55)

Im Grund eine gute und arbeitsintensive Runde. Ich habe überwiegend zugehört und bin aber nicht groß eingestiegen. Viel zu sehr bei mir, weil mit dem Aufstehen so ne doof Traurigkeit plötzlich über mich gekommen ist. Echt, die Psyche ist manchmal einfach ein Arschloch.

ET (3) & GT (54)

Vor der Gruppe noch eine Einzelsitzung. So richtig der Knaller ist das nicht – auch wenn arg anstrengend und er mich richtig arbeiten lässt. Aber andererseits zeigt es mir, dass ich selber schon richtig gut gearbeitet habe. Das mit den Gefühlen ist halt noch so ein Ding – aber wenn ich mir das heute so anschaue, auch da auf gutem Weg. (Ach so: Um Verlängerung gebeten, ich würde gerne in der Gruppe bis zum Ende an Ostern nächsten Jarh bleiben, da sie mir gerade wirklich gut tut.)

GT selber interessanterweise extrem langweilig. Keine/r ht irgendwas auf der Pfanne, nirgends brennt es, keine/r kommt aus der Deckung. Und so kommt es zu einem Gruppenschweigen – und alle finden es gut und erholsam. Das erste Mal, dass die Gruppe eine Leichtigkeit hat – das ist gut zu spüren.

GT (53)

Man gewöhnt sich schnell an den kleinen Kreis, ich jedenfalls. Macht alles wirklich intensiver. Diesmal alle eher verkopft, was mir aber gut tut, so was wie letzte Woche wäre etwas zu viel. Kommen auch insgesamt wieder in einen guten Kontakt.

Spannend ist wirklich, dass jede/r von uns ja mit einem eigenen Thema da in der Runde sitzt, aber wenn es dann in die Tiefe geht, sich doch immer wieder kleine Paralleln auftun.

Der Psychdoc sagt gerne: „Gruppentherapie ist unmöglich“ … aber dennoch funktioniert sie.

GT (52)

Gegen Ende der Sitzung sitze ich auf meinem Stuhl und sehe mich mit der Frage des Psychodocs konfrontiert, ob ich meinen Körper noch spüren würden. Meine Anwort: Nein, definitiv nicht.

Ein Gruppentherapiesitzung dauert gewöhnlicherweise 100 Minuten. Üblicherweise kommt jede/r in der Eingangsrunde zeitmäßig gleichwertig zu Wort (Ausnahmen bestätigen die Regel). Aber das drei aus der Gruppe gut 80 Minuten benötigen, dass den andern vier heute nur noch knapp 20 Minuten übrig bleiben, das hat es noch nie gegeben.

Aber zwei von den dreien machen mich – wie auch immer – komplett fertig. Da passiert was mit mir und ich weiß nicht was, Weinen kann ich dann erst am Abend, aber immer noch nicht wissend warum.

OK, dann halt die dritte Nacht mit so gut wie keinem Schlaf. Morgen habe ich ‚frei‘, das heißt Prüfungen und am Nachmittag Aktion von Verein 1, aber das nehme ich ggf. als Vorübung, um am Freitag dann krank zu sein.

So heftig das heute war und auch seine Auswirkungen haben wird – es ist ok, dass es passierte.

GT (51)

Wir sind wieder zu sechst und es plätschert so hin. Ich gehe schon mal davon aus, dass ich mal nichts mitnehme aus der Runde – dann ist C. dran. Und wie es so ist, haut sie im Grunde in die Kerbe von gestern, wenn auch mit Variation. Aber irgendwie ist es OK. Mal sehn, was der Kopf die Tage daraus macht.

GT (50)

Nach dem Gesetzt der Reihe war’s das im Prinzip mit der Therapie. Normalerweise waren wir ja neun. Das letzte Mal dann sechs und heute – Trommelwirbel – drei. Aber da die Fehlenden das nächste mal dann doch noch kommen werden …

Dass das harte 100 Minuten werden würden war mit Blick auf die wenigen Stühle sofort klar – zum Verstecken keine Chance. Ich war heute nicht so gut drauf, um wirklich an mir zu arbeiten … musste ich dann auch nicht, das hat dann J. für mich so erledigt, dass ich am Schluss am heulen war und nicht er. Er ist da von sich noch etwas weiter weg und konnte „das“ lockerere ausdrücken und benennen, was dann eben volle Kanne …

Und weil wir seit Monaten zum ersten Mal wieder in der eigentlichen Praxis sind und nicht mehr mit Ausweichsquatier gab’s dann nicht nur Therapieblumen sondern auch noch gleich Therapiewein … ich meine, ich hab‘ mir das heute auch ‚verdient‘.

GT (49)

Da waren’s nur noch sechs!

Kleine Paukenschläge zu Beginn, A. ist nach H. umgezogen, D. wird wohl berufsbedingt länger Zeit nicht kommen, L. ist für mehrere Wochen in der Klinik.

Immerhin ist J. wieder aus der Klinik zurück.

Wir brauchen wieder die ganze Zeit für die Einstiegsgrunde und nach den fünf Wochen Pause agieren wir miteinander eher zögerlich – aber niemand gibt auch wirklich ‚Angriffsfläche‘. Meine Konzentration schaltet sich je nach Thema an und ab, wie ich es in der Schärfe noch nie erlebt habe – der Psychdoc findet das gut, beginne ich langsam mir nicht einfach alles und jedes reinzuziehen.

Irgendwie roch es bei vielen nach dem Thema Sexualität – aber dazu sind wir leider nicht gekommen, ich hätte ja schon gern gewußt, ob J. in der Zwischenzeit vielleicht doch ein Licht aufgegangen ist.

GT (47)

Je weniger wir sind, desto weniger reicht die Zeit. Wie haben wir zu neunt noch eine halbe Stunde für eine Aufstellung übrige gehabt, wenn wir zu sechst gerade so noch die Einführungsrunde schaffen?

Dass diese Gruppe ein definitives Ende hat, tut ihr gut. Ich hab ja schon sehr, sehr früh die Hosen runtergelassen (Ende letzten Jahres), jetzt beginnt wenigsten S. dem gleich zu tun und auch L. packt mal etwas aus. C I schimmt noch gut mit, während C II und A. wohl langsam merken, dass Verstecken nicht mehr so der Bringer ist.

Es tut gut, dass der Psychdoc auch etwas aus seiner Deckung rausgeht, weil auch er weiß, dass er nicht mehr auf sehr viel Zeit spielen kann.

Ich finde es gerade echt schade, dass wir in eine fünfwöchige Sommerpause gehen.

Und ich freue mich gerade viereckig, dass L. (!!!) mich heute das erste Mal sogar mit einer Bitte direkt angesprochen hat. Und ja, ich werde liefern, ich werde ihr ein paar Proust-Zitate mitbringen.

GT (46)

Komische Stimmung heute. Keine/r will anfangen – das Kampfschweigen dauert lange, bis ich es nur noch doof finde. So zieht sich das durch die 100 Minuten, keine/r will wirklich arbeiten, da kann der Psychdoc sich noch so sehr bemühen, richtig landen tut er nur selten. Ich bin die ganze Zeit – obwohl ich zuhör – weit weg und weitgehend uninteressiert, was gerade abgeht. Aber da nicht viel …

GT (46)

Wir sind nur zu sechst! Und der Psychodoc scheint seine letzten Kräfte zu mobilisieren, da er ja im März aufhören wird. Er ist jedenfalls hochpräsent und messerscharf.

Und da die Einzelnen in dieser kleinen Beseztung mehr Zeit haben, ergibt sich ein extrem spannendes Konglomerat aus den Beiträgen von S., C. II und mir. Und da sich all drei nicht hinter Floskeln verstecken, ist das ein recht harter, aber intensiver Austausch.

S. und mir ist sozusagen das gleich passiert, C. II hat da wohl auch Erfahrungen sammeln müssen. Auch wenn wir da komplett anders damit umgehen, hat sich heute eine Struktur bei uns gezeigt, die sich ähnelt und wo zumindest ich jetzt etwas einfacher von ihnen lernen / abschauen kann.

GT (45)

Fast vollständig – das hat es schon lange nicht mehr gegeben.

Der PsychDoc überrascht mit der Nachricht, dass er nächstes Jahr Ostern aufhören wird. So alt sieht der gar nicht aus. Heißt aber auch: Für mich ist damit das späteste Ende der Therapie terminiert.

Dann wieder ein bunter Strauß an Themen, teils sehr emotional wenn auch manchmal für mich nicht mehr nachvollziehbar. Ich gehöre mit meinem Thema echt zu den ‚leichteren Fällen‘, auch wenn mir dieser Tage eine weitere Auswirkung klar geworden ist.

Kurz vor Ende kann ich aus dem Gesagten dann wenigstens noch etwas für die Woche mitnehmen. So ein Art Tabu-Thema, denn man wünschst ja niemanden den Tod. Aber er kann manchmal für die ‚Hinterbliebenen‘ eine Befreiung sein.

GT (44)

Wir sind nur zu sechst, also kleiner Kreis. Ermöglicht für jeden etwas mehr Zeit. Wir sind alle recht lebendig unterwegs und schenken uns heute nichts. Interessanterweise bringt heute auch fast jede/r ein echtes Thema ein und hüpft nicht nur auf den eigenen Empfindlichkeiten rum. L. geht es so richtig mies, viele Tränen, viel Verzweiflung

GT (43)

Nichts wirklich Neues unterm dem gruppentherapeutischen Himmel – ausgenommen danach.

Derweil kauen wir an unseren Themen rum und kommen in lebhaften Austausch. Der Psychdoc heute auch sehr gesprächig und erklärend. Er bringt eine Zeichnung von F.K. Wächter mit. Darauf zu sehen ein fliegender, übermäßig dürrer Hahn, auf dem eine Fette Henne sitzt, und sich fliegen lässt. Text dazu: „Denk daran, dass ich Dich unter Schmerzen geboren habe.“ Kommt (noch) nicht bei allen an.

Kurz unterhalte ich mich noch mit S. auf der Straße, da kommt C. auf mich zu, sie wolle mir noch etwas sagen und – ja, wir wagen es! obwohl aus therapeutischen Gründen nicht gewollt, nahezu verboten: Wir gehen ein Stück des Heimweges gemeinsam. Premiere, die gut tut.

GT (42)

Man tagt ohne Mund-Nasen-Schutz, also bin ich wieder dabei.

Die Einstiegsrunde ist eher dröge. Ich weiß zu berichten, dass ich die letzten beiden Wochen wirklich viel an meinem Thema gearbeitet habe (auch dank E.), aber das ich aufpassen muss, mich nicht zu übernehmen. Positves gibt es dann auch noch von mir – die Stunde könnte also gleich enden.

Tut sie aber nicht.

J. wird Thema, der in zwei Wochen in die Akutklinik kann – »akut« heißt in dem Fall, er hat nur, dank Virus, fünf Wochen warten müssen. Der Therapeut fordert mich auf, zu einem bestimmten Komplex etwas zu sagen. Nach den ersten zwei Sätzen merke ich, mit welcher Intensität ich da spreche, welche gar nicht mal so schlechte Metaphern mir einfallen, wie eindrücklich ich schildern kann … und als ich fertig bin, will ich nur noch weinen und weiß gar nicht einmal warum.

Meine Wochenaufgabe.

GT (41)

Nach sieben Wochen Corona-Pause treffen wir uns wieder in einem anderen, größerem Raum. Mit Mundschutz. Total surreal, befremdlich und für mich stark beängstigend.

Ein Update wird ausgerufen und jede/r erzählt kurz, wie er / sie die letzten sieben Wochen überstanden hat – was lauter Überraschungen birgt. Kurz zusammengefasst. Einem Teil geht es durch die Lockdown wesentlich besser, geradezu gut, einem andern Teil, einem kleinerem, wesentlich schlechter, so dass jetzt bspw. bei J. Klinik ansteht und einem dritten geht es „gleich“, wozu ich mich zählen würde.

Im Nachhinein sind die Entwicklungen ‚konsequent‘, wenn auch nicht immer gut, denn so hat sich C. (gut) erst recht ins Schneckenhaus zurückziehen können, derweil A. (schlecht) mal was anderes tun musste, als mikroskopische Nabelschau zu betreiben.

Sehr interessant zu beobachten. Vor der Sitzung treffen wir uns alle – ohne Mundschutz – auf der Straße und führen lebhafte Gespräche; anch der Sitzung treffen wir uns alle – ohne Mundschutz – auf der Straße und führen lebhafte Gespräche. Das hat es noch nie gegeben.

Ob ich unter diesen Umständen weiter mache, weiß ich noch nicht, denn diese diffuse Angst derweil lässt mich unkonzentriert sein. Ich kann kaum richtig zuhören, schaue über 90 Minuten kaum jemanden an, erzähle selber nur Trallalla, entwickle Kopfschmerzen und fühle ich mich ausgesprochen unwohl.

 

GT (40)

Zweimal ist keinmal. Aber Zweimal gibt dennoch Hoffnung, dass es dreimal wird. Die zweite Stunde, in der der und die andere endlich mal die Hosen ein Stück tiefer hat fallen lassen. Kerne werden sichtbar. Es geht weniger um Empfindlichkeiten oder Auswirkungen, sondern mehr um das woher-kommt-das.

Zwei der anderen drei, die mit meinem Thema auch unterwegs sind, haben es heute zwar nicht angesprochen, waren aber weit über die Andeutung hinaus. Und in mir sehen sie gerade den Experten. Ich sage ‚gerne‘ was dazu, aber mir kommen derweil die Tränen. Realisiere ich langsam das Leid?

Heute ist was passiert. Ich glaube nicht mehr daran, dass ich gesunden werde, sondern dass ich ’nur‘ lernen kann, damit umzugehen. Der? / Ein? Schleier ist weg?

Es wird immer wichtiger, dass ich mit Menschen in Kontakt kommen, die es auch erlebt haben.

Seit Wochen habe ich auf den Schreibtisch eine Telefonnummer liegen für eine Selbsthilfegruppe.

GT (39)

So richtig viel kann ich mal wieder nicht mitnehmen, aber dafür war die Stunde herrlich dynamisch mit leicht chaotischen Zügen. Diesmal nicht nur dauernd Dialoge zwischen Psychodoc und einem Gruppenmitglied gefolgt von der schüchternen Frage eines anderesn aus der Gruppe, ob er oder sie auch noch was fragen dürfte – nein, heute ging es in die Vollen. Der Psychdoc ließ laufen und hat dann immer noch einen draufgesetzt – das kann er mit vollendeter Grazie und Zielsicherheit.

GT (38)

So gar keine Lust heute. Das Einzel für morgen musste ich auch noch absagen. Dafür nächste Woche frei. Und ich wußte, warum ich keine Lust hatte, denn als H. mit seinem Thema anfängt ist mir schon echt alles zu viel, zu schwer, zu mächtig. J. setzt dann noch eins drauf – ich hatte größte Lust, einfach zu gehen.

Blöderweise bin ich dann gleich dran. Ich hab‘ mir ja vorgenommen, nicht mehr so sehr über meine Empfindlichkeiten zu berichten sondern über die Dinge, an denen ich arbeite oder die mir im Zusammenhang mit dem Thema aufgefallen sind. Und so erzähle ich u.a. von der Szene gestern, als ich in einer Runde fast mit meinem Thema einfach so herausgekommen wäre, weil es da einen einfachen Anknüpfungspunkt gegeben hätte. Ich Nachhinein hatte ich mich dann auch etwas geärgert, es nicht getan zu haben. Der Psychdoc sieht es, wie ich, als positiv, ein weiterer Schritt zur Entabuisierung.

Auffallend, dass ich die Runde zum Lachen bringe. Scheinbar habe ich da eine kleine Gabe dafür, die mir erst in letzter Zeit bewußt wird. Zurück zum Klassen-Clown?

Wie geht es Euch damit? Wo eine Frage aufhört, fängt da auch immer gleich die nächste an?

GT (37)

So spannend das alles der anderen auch ist – immerhin darf man in ihre Abgründe schauen – ich kann gerade so überhaupt nicht an deren Themen andocken. Das hat alles nichts / nicht mehr mit mir zu tun, mein Thema ist ein anderes. Dafür brauche ich gerade noch etwas Input, dafür brauche ich Raum – und das bekomme ich gerade in der Gruppentherapie nicht. Und das sag‘ ich auch heute so.

Der Psychodoc klatscht sozusagen in die Hände, dass ich endlich mal wieder möppere und porovoziert auf seine elegante Art und Weise.

Also jetzt etwas Input – und ich werde dieser Tage dann wissen, ob es weiterführend war.

GT (36)

Beobachten bzw. etwas zu registrieren und daraus Rückschlüsse zu ziehen, ist ja eher die Stärke der Frauen. Ich versuche seit Jahren das zu üben – immerhin in der Therapiegruppe gelingt es mir zu registrieren, aber eben noch nicht immer, Schlüsse zu ziehen.

Heute saß L. mal wieder im Sessel und nicht wie in den letzten Wochen, wie wir alle, auf dem Stuhl. Also interpretierte ich, dass sie sich mal wieder in sich zurückgezogen hat und von ihr, wie dann immer wenn sie den Sessel wählt, nichts zu erwarten ist.

Doch dann hat sie eine Stunde lang die Runde gerockt und soviel geredet wie die ganze Zeit, seit ich dabei bin nicht – und alle fanden es gut, dass sie endlich mal aus sich herausgekommen ist. Auch der Psychodoc war überrascht und wollte dann von ihr wissen, warum sie den Sessel gewählt hätte. Der, so sie, hätte ihr Sicherheit gegeben und die hohe Rücklehne hätte ihr bei Gegenwind, den sie erwartet hat, den Rücken gestärkt. Gegenwind gab’s keinen.

Mir kamen die 90 Minuten irgendwie doppelt so lang vor. Musste mich auch anstrengen, zuzuhören. Mich interessiert es gerade nicht wirklich. Überhaupt interessieren mich die anderen gerade wenig. Ich glaub, ich muss erst mit meinem Thema durch sein, dass ich wieder auf machen kann.

GT (35)

Nach der Winterpause fremdeln wir überraschend wenig. Das war nach der Sommerpause noch deutlich anders. Ein Neuer ist da, er weckt Erinnerungen, leider nicht so richtig gute, schau ich mal. Sind sogar etwas ins arbeiten gekommen – aber wie immer viel zu wenig.

Satz des Tages vom Psychodoc: Der Schiffbrüchige bricht erst am Strand zusammen. Das hat J. wirklich gut getan und ich werde mir den Satz auch sicher merken.

GT (35)

Wie zu erwarten bei der letzten Gruppentherapiesitzung im Jahr: Rückschau. Aber das – natürlich – positiv. Wir sollen die „Ernte einfahren“, wie der Psychdoc das formulierte, aufzeigen, welche Entwicklung ein jeder genommen hat und – damit es gut hält – gleich noch von den anderen ein postives Feedback bekommen.

Mir fällt es sichtlich schwer, in der in den letzten Wochen hochgekommenen Scheiße irgendeine positive Entwicklung zu sehen. Als „Ernte“ kann ich immerhin 60 Seiten Therapietagebuch vorweisen und als Entwicklung presse ich mir dann ein „in Bewegung gekommen sein“ heraus. Damit darf ich es dann aber auch belassen lassen. Mit so positiven Feedbacks tue ich mir ja an sich schwer und so richtig kommt bei mir nix an.

Jetzt mal Pause – find ich nicht schlecht.

 

GT (34)

A. ist am Limit.
L. ist bald am Limit.
C1. gehts im Grunde richtig ordentlich.
B. ist am Limit.
J. ist am Limit.
S. ist über’m Limit.
C2. ist etwas irritiert.

GT (32)

Die erste Hälfte verbringen wir – mal wieder – mit der Frage, wie wir mehr Wumms reinbekommen. Die verabredete Änderung ist marginal.

Die zweite Hälfte entfaltet mal wieder diese irre Überaschungen, die eine Gruppentherapie, wenn alle arbeiten, bietet. Diesmal ist es C., die die Stunde rockt und sich ganz neu zeigt, während J. sehenden Auges einer Katastrophe zusteuert.

Mir scheint, das heute jeder nicht wenig mitgenommen hat.

GT (30)

(Therapeutische) Prozesse sind echt spannend – wenn man eine Ahnung hat, warum oder weswegen oder wofür sie stattfinden.

Am Ende der Einstiegsrunde (das der Beginn der Schlussrunde war) erzählte C II von sich – was mit mir und meinen Themen so gar nix zu tun hat. Meine Reaktion: Ich wurde einfach nur tief traurig und hätte heulen können.

Meine Aufgabe also rauszubekommen, was der Tricker war. Zeit habe ich ja – hab‘ mich für ne Woche krank schreiben lassen, um a) dann schlafen zu können, wenn ich schlafen kann und b) einfach mal alles aufzuschreiben, was seit Wochen im Kopf tobt.

Echte Krise gerade. Aber wenn man den Ursprung des Wortes kennt, dann heißt es ja „Krisis“ – und das beschreibt den „Wendepunkt“ bei einem Verlauf der Krankheit. Daher: Ich nehme mir gerade notwendige Zeit.

GT (29)

Wir haben anscheinend so eine ausgeglichene Zeit. Jeder hat so sein / ihr Thema – aber nix, was brennt. Bei mir ‚brennt‘ auch nur die permanente Denküberlastung, so dass der Doc die Idee gar nicht schlecht findet, einfach mal zwei, drei Tage krank ‚zu machen‘ um dann mal zu schlafen, wenn es geht und vielleicht doch alles mal aufzuschreiben, um Struktur in den Gedankenwust zu bekommen.

Es gibt für mich dann noch einen sehr, sehr spannenden ‚Beifang‘ zum Thema Aggression – noch ein Denkthema mehr.

GT (28)

Die Krankenkasse zahlt jetzt doch weiter – alles andere wäre im jetzigen Moment echt fatal gewesen.

Die Neue ist da. Sie könnte die Zwillingsschwester ihrer Namensvetterin sein, nicht nur vom Aussehen – also arg ruhig und so gut wie hermetisch verschlossen.

Die kurze Pause von drei Wochen hat mir gut getan, neuer Input wäre einfach zu viel gewesen.

Merke, dass ich immer noch ganz schön mit mir beschäftigt bin, den anderen zwar aufmerksam zuhöre, aber irgendwie doch nicht dabei bin.

GT (28)

Anders heftig als letzte Woche. Aber dennoch: wieder richtig arg heftig.

Ich bin mit meinem Thema nicht alleine (was in einer Therapiegruppe dann auch nicht wirklich verwundert, sonst wären wir ja nicht da), aber deswegen ist es nicht kleiner, allgemeiner, alltäglicher oder gar einfacher.

Immer, wenn ich etwas sage, kämpfe ich mit den Tränen. Kenne ich von mir so absolut nicht. Der Psychodoc kommt mir entgegen und bietet eine verstandesmäßige Erklärung an. Hilft mir mich zu verstehen.

Gegen Ende ein paar Minuten, während der wir alle einfach schweigen – und es alle danach einfach geil fanden, das wir ohne Stress / Druck schweigen konnten. Für jede/n von uns hat das echt Kraft gegeben.

GT (27)

Zu intensiv, zu heftig, zu traurig heute, als dass ich jetzt hier irgendwie darüber schreiben könnte.

Aber es ist gut, dass ich diesen ersten Schritt gemacht habe, auch wenn es damit nicht getan sein wird.

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