Durch die Zeit

Kategorie: GT

GT (38)

So gar keine Lust heute. Das Einzel für morgen musste ich auch noch absagen. Dafür nächste Woche frei. Und ich wußte, warum ich keine Lust hatte, denn als H. mit seinem Thema anfängt ist mir schon echt alles zu viel, zu schwer, zu mächtig. J. setzt dann noch eins drauf – ich hatte größte Lust, einfach zu gehen.

Blöderweise bin ich dann gleich dran. Ich hab‘ mir ja vorgenommen, nicht mehr so sehr über meine Empfindlichkeiten zu berichten sondern über die Dinge, an denen ich arbeite oder die mir im Zusammenhang mit dem Thema aufgefallen sind. Und so erzähle ich u.a. von der Szene gestern, als ich in einer Runde fast mit meinem Thema einfach so herausgekommen wäre, weil es da einen einfachen Anknüpfungspunkt gegeben hätte. Ich Nachhinein hatte ich mich dann auch etwas geärgert, es nicht getan zu haben. Der Psychdoc sieht es, wie ich, als positiv, ein weiterer Schritt zur Entabuisierung.

Auffallend, dass ich die Runde zum Lachen bringe. Scheinbar habe ich da eine kleine Gabe dafür, die mir erst in letzter Zeit bewußt wird. Zurück zum Klassen-Clown?

Wie geht es Euch damit? Wo eine Frage aufhört, fängt da auch immer gleich die nächste an?

GT (37)

So spannend das alles der anderen auch ist – immerhin darf man in ihre Abgründe schauen – ich kann gerade so überhaupt nicht an deren Themen andocken. Das hat alles nichts / nicht mehr mit mir zu tun, mein Thema ist ein anderes. Dafür brauche ich gerade noch etwas Input, dafür brauche ich Raum – und das bekomme ich gerade in der Gruppentherapie nicht. Und das sag‘ ich auch heute so.

Der Psychodoc klatscht sozusagen in die Hände, dass ich endlich mal wieder möppere und porovoziert auf seine elegante Art und Weise.

Also jetzt etwas Input – und ich werde dieser Tage dann wissen, ob es weiterführend war.

GT (36)

Beobachten bzw. etwas zu registrieren und daraus Rückschlüsse zu ziehen, ist ja eher die Stärke der Frauen. Ich versuche seit Jahren das zu üben – immerhin in der Therapiegruppe gelingt es mir zu registrieren, aber eben noch nicht immer, Schlüsse zu ziehen.

Heute saß L. mal wieder im Sessel und nicht wie in den letzten Wochen, wie wir alle, auf dem Stuhl. Also interpretierte ich, dass sie sich mal wieder in sich zurückgezogen hat und von ihr, wie dann immer wenn sie den Sessel wählt, nichts zu erwarten ist.

Doch dann hat sie eine Stunde lang die Runde gerockt und soviel geredet wie die ganze Zeit, seit ich dabei bin nicht – und alle fanden es gut, dass sie endlich mal aus sich herausgekommen ist. Auch der Psychodoc war überrascht und wollte dann von ihr wissen, warum sie den Sessel gewählt hätte. Der, so sie, hätte ihr Sicherheit gegeben und die hohe Rücklehne hätte ihr bei Gegenwind, den sie erwartet hat, den Rücken gestärkt. Gegenwind gab’s keinen.

Mir kamen die 90 Minuten irgendwie doppelt so lang vor. Musste mich auch anstrengen, zuzuhören. Mich interessiert es gerade nicht wirklich. Überhaupt interessieren mich die anderen gerade wenig. Ich glaub, ich muss erst mit meinem Thema durch sein, dass ich wieder auf machen kann.

GT (35)

Nach der Winterpause fremdeln wir überraschend wenig. Das war nach der Sommerpause noch deutlich anders. Ein Neuer ist da, er weckt Erinnerungen, leider nicht so richtig gute, schau ich mal. Sind sogar etwas ins arbeiten gekommen – aber wie immer viel zu wenig.

Satz des Tages vom Psychodoc: Der Schiffbrüchige bricht erst am Strand zusammen. Das hat J. wirklich gut getan und ich werde mir den Satz auch sicher merken.

GT (35)

Wie zu erwarten bei der letzten Gruppentherapiesitzung im Jahr: Rückschau. Aber das – natürlich – positiv. Wir sollen die „Ernte einfahren“, wie der Psychdoc das formulierte, aufzeigen, welche Entwicklung ein jeder genommen hat und – damit es gut hält – gleich noch von den anderen ein postives Feedback bekommen.

Mir fällt es sichtlich schwer, in der in den letzten Wochen hochgekommenen Scheiße irgendeine positive Entwicklung zu sehen. Als „Ernte“ kann ich immerhin 60 Seiten Therapietagebuch vorweisen und als Entwicklung presse ich mir dann ein „in Bewegung gekommen sein“ heraus. Damit darf ich es dann aber auch belassen lassen. Mit so positiven Feedbacks tue ich mir ja an sich schwer und so richtig kommt bei mir nix an.

Jetzt mal Pause – find ich nicht schlecht.

 

GT (34)

A. ist am Limit.
L. ist bald am Limit.
C1. gehts im Grunde richtig ordentlich.
B. ist am Limit.
J. ist am Limit.
S. ist über’m Limit.
C2. ist etwas irritiert.

GT (32)

Die erste Hälfte verbringen wir – mal wieder – mit der Frage, wie wir mehr Wumms reinbekommen. Die verabredete Änderung ist marginal.

Die zweite Hälfte entfaltet mal wieder diese irre Überaschungen, die eine Gruppentherapie, wenn alle arbeiten, bietet. Diesmal ist es C., die die Stunde rockt und sich ganz neu zeigt, während J. sehenden Auges einer Katastrophe zusteuert.

Mir scheint, das heute jeder nicht wenig mitgenommen hat.

GT (30)

(Therapeutische) Prozesse sind echt spannend – wenn man eine Ahnung hat, warum oder weswegen oder wofür sie stattfinden.

Am Ende der Einstiegsrunde (das der Beginn der Schlussrunde war) erzählte C II von sich – was mit mir und meinen Themen so gar nix zu tun hat. Meine Reaktion: Ich wurde einfach nur tief traurig und hätte heulen können.

Meine Aufgabe also rauszubekommen, was der Tricker war. Zeit habe ich ja – hab‘ mich für ne Woche krank schreiben lassen, um a) dann schlafen zu können, wenn ich schlafen kann und b) einfach mal alles aufzuschreiben, was seit Wochen im Kopf tobt.

Echte Krise gerade. Aber wenn man den Ursprung des Wortes kennt, dann heißt es ja „Krisis“ – und das beschreibt den „Wendepunkt“ bei einem Verlauf der Krankheit. Daher: Ich nehme mir gerade notwendige Zeit.

GT (29)

Wir haben anscheinend so eine ausgeglichene Zeit. Jeder hat so sein / ihr Thema – aber nix, was brennt. Bei mir ‚brennt‘ auch nur die permanente Denküberlastung, so dass der Doc die Idee gar nicht schlecht findet, einfach mal zwei, drei Tage krank ‚zu machen‘ um dann mal zu schlafen, wenn es geht und vielleicht doch alles mal aufzuschreiben, um Struktur in den Gedankenwust zu bekommen.

Es gibt für mich dann noch einen sehr, sehr spannenden ‚Beifang‘ zum Thema Aggression – noch ein Denkthema mehr.

GT (28)

Die Krankenkasse zahlt jetzt doch weiter – alles andere wäre im jetzigen Moment echt fatal gewesen.

Die Neue ist da. Sie könnte die Zwillingsschwester ihrer Namensvetterin sein, nicht nur vom Aussehen – also arg ruhig und so gut wie hermetisch verschlossen.

Die kurze Pause von drei Wochen hat mir gut getan, neuer Input wäre einfach zu viel gewesen.

Merke, dass ich immer noch ganz schön mit mir beschäftigt bin, den anderen zwar aufmerksam zuhöre, aber irgendwie doch nicht dabei bin.

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