Durch die Zeit

Kategorie: GT

GT (68)

Einmalige Abschiede sind schwer zu gestalten. PsychoDoc hatte so Ideen, gingen aber – leider, leider – nicht so richtig auf. Eine eher schleppende letzte Stunde.

Was es mir einfach machte: Ich habe die Mail-Adressen von C.II und J.

Zum Abschluss gab es nicht nur vier (!!!!) Flaschen Therapiewein sondern auch noch einen Strauß Therapieblumen für meinen Mann, der wohl ganz froh ist, dass die Mittwochabende nun vielleicht etwas freier, mit weniger Tränen, mit weniger Ausbrüchen, mit weniger Rückzügen, mit weniger Schmerzen ablaufen werden.

Fazit nach 27 Monaten Gruppentherapie: Scheiß-geile-anstrengende-blöde-tränenreiche-schmerzhafte-öffnende-befreiende-wehtuende-befreiende-rücksichtlose-bereicherende-ängstigende-panische-lustige-skurrile-normale-menschliche-peinliche-stimulierende-….Zeit.

Ich kann es noch nicht genau benennen – aber in einer Woche habe ich ja Wochen Gelegenheit genau das zu präzisieren – aber ich bin kein »kein sprachloses Kind mit Schwanz« mehr!!! Ich bin ’nur‘ mehr noch ein sexuell missbrauchter Mensch, der sich stellt!

Applaus für die, die mich begleitet haben, Applaus für die, die still mitgelesen haben – und Applaus für mich, der das durchgestanden hat und die die Karte „Feigheit“ nicht gezogen hat.

GT (67)

Ich werde etwas nachlässig mit meiner Berichtserstattung in dieser Reihe. Also reiße ich mich am Riemen, ist es ja das vorletzte Mal.

Es ist wohl die heiterste Therapiesitzung. Man muss es aber auch dem Psychodoc lassen, dass er geschickt die Erfolge, die wir zweifellos in der Therapie gemacht haben, hervorstreicht und sicher.

J. bringt ihn dann auf eine Idee, weil er einen Stein, der der Psychodoc ihm geliehen hat, noch nicht zurückgeben will. So bekommen wir – etwas verfrüht, wie ich finde – alle einen Stein und ich konme sogar in den Genuß, dass er einen für mich auswählt. Auf dem steht – sinnigerweiße – „Freiheit“. So ktischig das auch anmutet, ich bin mir sicher, dass er mir wirklich unterstützen wird.

Zum ersten Mal will sich die Runde danach auch nicht so richtig auflösen. C. freut sich sichtlich, als ihr sage, dass ich so froh bin, ihre Mailadresse zu haben, weil ich unbedingt mit ihr in Kontakt bleiben will. Leider wird J. dann wegziehen, wenn ich in der Reha bin, also muss ich schauen, dass ich ihn davor noch irgendwie mal treffen kann, ein paar Dinge möchte ich ihm unbedingt noch sagen, mich vor allem bedanken.

Wie wir die letzte Sitzung gestalten können wir auch noch klären, ich glaube, das könnte echt gut für alle werden.

Gescheitert

Gescheitert ist, die Resttruppe aus der Therapie zu einer gemeinsamen Webkonferenz zusammen zu trommeln, um mal zu überlegen, was wir dem Psychodoc zum Abschied schenken könnten.

  • L. möchte nur per Ton teilnehmen (immerhin)
  • C. II kann nur zwei Stunden später
  • H. hat weder Cam noch Mikro
  • J. meldet sich nicht

Ein Versuch war’s wert. Nach der nächsten Sitzung habe ich keine Zeit, weil ich gleich zu Verein 1 weiter muss. Und dann sind es nur noch zwei Wochen.

Muss ich mir jetzt deswegen Stress machen und weiter die ‚Verantwortung‘ übernehmen? Ich hab‘ ja schließlich schon was für den Psychodoc zum Abschied.

GT (65)

Der Psychodoc schwenkt auf massive Weise auf „Abschied“ ein. J. gelingt es, dieses Thema geschickt zu ‚unterlaufen‘ und haut nochmal was raus, dass uns allen die Luft wegbleibt. Nach wie vor ist es ein fast schon phantastisches Erlebnis, wie dieser Kerl mich triggert – als seien wir Zwillingsbrüder, dabei trennt uns ein halbes Leben und noch eine Menge mehr. Wenn er von Situationen (egal ob Liebesglück oder »Familienleid« – Thomas Bernhard spräche jetzt wohl von »Kindheitszerstörung«) erzählt, bin ich emotional sofort dabei und tief drinnen und wenn ihm dann die Worte / Begriffe fehlen und er nach Unterstüzung bittet, liefere ich ihm die quasi auf dem Silbertablett. Es ist wirklich schade, dass ich seine Entwicklun nicht mehr werde weiterverfolgen können, wenige Wochen nach der Therapie wird er wegziehen.

Auf der Straße vor der Therapie schlage ich den anderen vor, ob wir den Psychodoc nicht bitten / vorschlagen sollen, dass er ab jetzt an der Abschlussrunde auch teilnimmt und von sich erzählt, wie es ihm denn mit der Situation geht, denn es ist ja nicht, wie bei uns, nur der Abschied von einer Gruppe, sondern von seinem Berufsleben. Die anderen finde es eine gute Idee – der Psychodoc ist offen überrascht von unserem Vorschlag, kann dem aber zustimmen – und ist aber fast schon sichtlich froh, dass er es arg kurz halten kann, weil C.II superpünktlich weg muss.

Ebenfalls auf der Straße brechen wir eine eiserne Regel – und tauschen unsere Mail-Adressen aus. Vorerst wollen wir sie aber nur nutzen, um ums außerhalb der Therapie kurz zu schließen, was wir dem Psychodoc zum Abschied schenken könnten. (Das zwei Adressen mir wichtig sind, um in Kontakt zu bleiben, ist ein willkommener Nebeneffekt.)

GT (64)

Jetzt ist es amtlich. Nr. 69 wird die letzte Sitzung sein. Also nutze ich kurzentschlossen die Chance, und bringe ein für die Gruppe neues / für mich etwas älteres Thema ein. Kein Lust, jetzt fünf Wochen lang eins auf Abschied zu machen. Der Psychdoc greift es auf und – er hat ja nur noch fünf Wochen – lässt ein paar Kurven weg und steuert schon mal auf den Kern zu, den ich – noch nicht – sehen kann. Dazu reicht ihm eine (!) Frage! Wie passend, dass ich gerade von Dostojewskij „Schuld und Sühne“ höre.

GT (63)

OK, zu fünft nun halt nur noch. Brötchen werden wir da nicht mehr backen – auch keine Kekse. Zwar liegen noch genug Themen auf den Seelen und Gemütern, aber aufmachen tut da niemand mehr was. Alle gucken, dass sie den Sack irgendwie gut zu bekommen. Ich muss für mich noch klären, ob Reha oder doch nicht.

Antrag beim »Fonds Sexueller Missbrauch« werde ich sicher noch stellen, um dann – das wird wohl an die zwei Jahre dauern, bis die entscheiden – mir noch ein ›Nachschlag‹ zu holen, denn es ist doch mehr kaputt, als ich bisher dachte.

GT (62)

Abschiedssitzung für S. Sie wird – mir – fehlen. Zu Beginn, wie sie heute sagte, fand sich mich aggressiv abweisend. Abweisend war ich sicher, aber aggressiv? Ich war sicher sehr angestrengt abweisend.

Dennoch zu Beginn eine gute halbe Stund gemeinsam gearbeitet, zwei Erkenntnisse für mich – will über die Ausbeute nicht meckern.

Ob ich nächste Woche hingehe, weiß ich noch nicht. Einerseits, will ich soviel wie möglich mitnehmen, andererseits habe ich Ausbildung, einerseits reicht es auch, andereseits habe ich J. lange nicht gesehen.

So eine Therapie hilft klarer zu werde – aber entscheidungsfreudiger?

GT (61)

Die schönste Info noch vor der Therapiesitzung: C.2 hat ihre Prüfung bestanden. Mich freut das deswegen enorm, weil jetzt für sie endlich ein Weg frei wird!

So richtig will nichts aufkommen. Das ist einerseits der Pause geschuldet, andererseits wohl aber auch der Tatsache, dass wir alle wissen, dass es auf das Ende zugeht. Und wenn ich das richtig beobachte, dann sind zumindest mit mir noch zwei weitere (also die Hälfte derer, die noch übrig geblieben sind) auf neuen Wegen.

Nicht, dass die Themen bei uns drei weg wären und alles Friede-Freude-Eierkuchen … aber wir gehen mit diesen Dämonen anders um, bieten sogar manchmal etwas Paroli und behaupten uns mehr als davor.

Überraschend deutlich wird das dann bei J. und mir, als wir beide von zwei ähnlichen Begleiterscheinungen berichten. Eigentlich geht es uns gerade echt gut, aber dann doch u.a. brutalste Alpträume aus der unteresten Schublade, Rückfälle in Zustände, als hätten wir nie Therapie gemacht. Aber es wird im Gepsräch dann deutlich, dass wir mit den Dämonen wohl lebenslang zu tun haben werden, aber deren Macht geringer wird, falls wir nicht nach lassen.

GT (61)

Schlaffe Jahresendrunde. Der Drops scheint bei den meisten gelutscht zu sein für dieses Jahr. Ein richtiges Thema hat nur C., die vor einer großen Prüfung steht. Erfeulicherweise ist L. lebendig wie selten und sorgt für Erheiterungen. Gegen Ende franst es etwas aus und der Psychdoc improvisiert ein Jahresende – hätten wohl alle darauf verzichten können.

GT (59)

Hätte J. nicht etwas mehr erzählt, wäre es ein sehr schlappe Runde geworden. Er hat echt eine komplett verkackte Scheißkindheit und -jugend hinter sich, da bin ich ein Waisenknabe dagegen. Dennoch überraschend viele Parallelen.

Maximal noch 15 Sitzungen – dann ist das Ende erreicht. Geb‘ ich Dir mir noch, steige ich früher aus? Morgen ein Einzel, könnte ja dann Thema sein.

GT (58)

Echt keine gute Stunde für mich.
Viele Anzeichen sprechen dafür, dass es eine gute Stunde für die anderen war.
Sicher ein sehr gute Stunde für C.I, denn es war ihre letzte.

GT (57)

L. ist seit Wochen mal wieder da. Wie immer will sie nicht reden, ist aber bereit auf Fragen zu antworten. Wir nutzen das weidlich. C. II eröffnete die Runde und wirft ein Thema in die Mitte, was so gut wie alle aufgreifen, wenn auch aus unterschiedlichen Winkeln. Allein das ist schon richtig bereichernd, wird dann zudem bei einzelnen noch vertieft. Macht’s dann schwer – und die denkfreien Tage sind wohl jetzt vorbei.

GT (56)

Nach drei oder vier Wochen Pause geht es weiter – mit einem kleinen Paukenschlag. C1 hat – für alle überraschend – beschlossen die Therapie zu beenden. Dann sind wir nur noch sechs. S. bekommt keine Verlängerung mehr und wird auch bald gehen – da waren es nur noch fünf. Das wird viel mit der Gruppe machen.

Bei mir kommt es gerade so an, als seien das die ersten Boten einer Auflösungserscheinung … kein Wunder, im März ist eh Schluss … aber so richtig will ich da wohl noch nicht dran. Geplant war, ja jetzt die Reha zu machen und dann noch etwas ‚Nachsorge‘ mit der gewohnten Gruppe zu haben …

Wie war das? Pläne sind dafür da, damit man sie ändert?

GT (55)

Im Grund eine gute und arbeitsintensive Runde. Ich habe überwiegend zugehört und bin aber nicht groß eingestiegen. Viel zu sehr bei mir, weil mit dem Aufstehen so ne doof Traurigkeit plötzlich über mich gekommen ist. Echt, die Psyche ist manchmal einfach ein Arschloch.

ET (3) & GT (54)

Vor der Gruppe noch eine Einzelsitzung. So richtig der Knaller ist das nicht – auch wenn arg anstrengend und er mich richtig arbeiten lässt. Aber andererseits zeigt es mir, dass ich selber schon richtig gut gearbeitet habe. Das mit den Gefühlen ist halt noch so ein Ding – aber wenn ich mir das heute so anschaue, auch da auf gutem Weg. (Ach so: Um Verlängerung gebeten, ich würde gerne in der Gruppe bis zum Ende an Ostern nächsten Jarh bleiben, da sie mir gerade wirklich gut tut.)

GT selber interessanterweise extrem langweilig. Keine/r ht irgendwas auf der Pfanne, nirgends brennt es, keine/r kommt aus der Deckung. Und so kommt es zu einem Gruppenschweigen – und alle finden es gut und erholsam. Das erste Mal, dass die Gruppe eine Leichtigkeit hat – das ist gut zu spüren.

GT (53)

Man gewöhnt sich schnell an den kleinen Kreis, ich jedenfalls. Macht alles wirklich intensiver. Diesmal alle eher verkopft, was mir aber gut tut, so was wie letzte Woche wäre etwas zu viel. Kommen auch insgesamt wieder in einen guten Kontakt.

Spannend ist wirklich, dass jede/r von uns ja mit einem eigenen Thema da in der Runde sitzt, aber wenn es dann in die Tiefe geht, sich doch immer wieder kleine Paralleln auftun.

Der Psychdoc sagt gerne: „Gruppentherapie ist unmöglich“ … aber dennoch funktioniert sie.

GT (52)

Gegen Ende der Sitzung sitze ich auf meinem Stuhl und sehe mich mit der Frage des Psychodocs konfrontiert, ob ich meinen Körper noch spüren würden. Meine Anwort: Nein, definitiv nicht.

Ein Gruppentherapiesitzung dauert gewöhnlicherweise 100 Minuten. Üblicherweise kommt jede/r in der Eingangsrunde zeitmäßig gleichwertig zu Wort (Ausnahmen bestätigen die Regel). Aber das drei aus der Gruppe gut 80 Minuten benötigen, dass den andern vier heute nur noch knapp 20 Minuten übrig bleiben, das hat es noch nie gegeben.

Aber zwei von den dreien machen mich – wie auch immer – komplett fertig. Da passiert was mit mir und ich weiß nicht was, Weinen kann ich dann erst am Abend, aber immer noch nicht wissend warum.

OK, dann halt die dritte Nacht mit so gut wie keinem Schlaf. Morgen habe ich ‚frei‘, das heißt Prüfungen und am Nachmittag Aktion von Verein 1, aber das nehme ich ggf. als Vorübung, um am Freitag dann krank zu sein.

So heftig das heute war und auch seine Auswirkungen haben wird – es ist ok, dass es passierte.

GT (51)

Wir sind wieder zu sechst und es plätschert so hin. Ich gehe schon mal davon aus, dass ich mal nichts mitnehme aus der Runde – dann ist C. dran. Und wie es so ist, haut sie im Grunde in die Kerbe von gestern, wenn auch mit Variation. Aber irgendwie ist es OK. Mal sehn, was der Kopf die Tage daraus macht.

GT (50)

Nach dem Gesetzt der Reihe war’s das im Prinzip mit der Therapie. Normalerweise waren wir ja neun. Das letzte Mal dann sechs und heute – Trommelwirbel – drei. Aber da die Fehlenden das nächste mal dann doch noch kommen werden …

Dass das harte 100 Minuten werden würden war mit Blick auf die wenigen Stühle sofort klar – zum Verstecken keine Chance. Ich war heute nicht so gut drauf, um wirklich an mir zu arbeiten … musste ich dann auch nicht, das hat dann J. für mich so erledigt, dass ich am Schluss am heulen war und nicht er. Er ist da von sich noch etwas weiter weg und konnte „das“ lockerere ausdrücken und benennen, was dann eben volle Kanne …

Und weil wir seit Monaten zum ersten Mal wieder in der eigentlichen Praxis sind und nicht mehr mit Ausweichsquatier gab’s dann nicht nur Therapieblumen sondern auch noch gleich Therapiewein … ich meine, ich hab‘ mir das heute auch ‚verdient‘.

GT (49)

Da waren’s nur noch sechs!

Kleine Paukenschläge zu Beginn, A. ist nach H. umgezogen, D. wird wohl berufsbedingt länger Zeit nicht kommen, L. ist für mehrere Wochen in der Klinik.

Immerhin ist J. wieder aus der Klinik zurück.

Wir brauchen wieder die ganze Zeit für die Einstiegsgrunde und nach den fünf Wochen Pause agieren wir miteinander eher zögerlich – aber niemand gibt auch wirklich ‚Angriffsfläche‘. Meine Konzentration schaltet sich je nach Thema an und ab, wie ich es in der Schärfe noch nie erlebt habe – der Psychdoc findet das gut, beginne ich langsam mir nicht einfach alles und jedes reinzuziehen.

Irgendwie roch es bei vielen nach dem Thema Sexualität – aber dazu sind wir leider nicht gekommen, ich hätte ja schon gern gewußt, ob J. in der Zwischenzeit vielleicht doch ein Licht aufgegangen ist.

GT (47)

Je weniger wir sind, desto weniger reicht die Zeit. Wie haben wir zu neunt noch eine halbe Stunde für eine Aufstellung übrige gehabt, wenn wir zu sechst gerade so noch die Einführungsrunde schaffen?

Dass diese Gruppe ein definitives Ende hat, tut ihr gut. Ich hab ja schon sehr, sehr früh die Hosen runtergelassen (Ende letzten Jahres), jetzt beginnt wenigsten S. dem gleich zu tun und auch L. packt mal etwas aus. C I schimmt noch gut mit, während C II und A. wohl langsam merken, dass Verstecken nicht mehr so der Bringer ist.

Es tut gut, dass der Psychdoc auch etwas aus seiner Deckung rausgeht, weil auch er weiß, dass er nicht mehr auf sehr viel Zeit spielen kann.

Ich finde es gerade echt schade, dass wir in eine fünfwöchige Sommerpause gehen.

Und ich freue mich gerade viereckig, dass L. (!!!) mich heute das erste Mal sogar mit einer Bitte direkt angesprochen hat. Und ja, ich werde liefern, ich werde ihr ein paar Proust-Zitate mitbringen.

GT (46)

Komische Stimmung heute. Keine/r will anfangen – das Kampfschweigen dauert lange, bis ich es nur noch doof finde. So zieht sich das durch die 100 Minuten, keine/r will wirklich arbeiten, da kann der Psychdoc sich noch so sehr bemühen, richtig landen tut er nur selten. Ich bin die ganze Zeit – obwohl ich zuhör – weit weg und weitgehend uninteressiert, was gerade abgeht. Aber da nicht viel …

GT (46)

Wir sind nur zu sechst! Und der Psychodoc scheint seine letzten Kräfte zu mobilisieren, da er ja im März aufhören wird. Er ist jedenfalls hochpräsent und messerscharf.

Und da die Einzelnen in dieser kleinen Beseztung mehr Zeit haben, ergibt sich ein extrem spannendes Konglomerat aus den Beiträgen von S., C. II und mir. Und da sich all drei nicht hinter Floskeln verstecken, ist das ein recht harter, aber intensiver Austausch.

S. und mir ist sozusagen das gleich passiert, C. II hat da wohl auch Erfahrungen sammeln müssen. Auch wenn wir da komplett anders damit umgehen, hat sich heute eine Struktur bei uns gezeigt, die sich ähnelt und wo zumindest ich jetzt etwas einfacher von ihnen lernen / abschauen kann.

GT (45)

Fast vollständig – das hat es schon lange nicht mehr gegeben.

Der PsychDoc überrascht mit der Nachricht, dass er nächstes Jahr Ostern aufhören wird. So alt sieht der gar nicht aus. Heißt aber auch: Für mich ist damit das späteste Ende der Therapie terminiert.

Dann wieder ein bunter Strauß an Themen, teils sehr emotional wenn auch manchmal für mich nicht mehr nachvollziehbar. Ich gehöre mit meinem Thema echt zu den ‚leichteren Fällen‘, auch wenn mir dieser Tage eine weitere Auswirkung klar geworden ist.

Kurz vor Ende kann ich aus dem Gesagten dann wenigstens noch etwas für die Woche mitnehmen. So ein Art Tabu-Thema, denn man wünschst ja niemanden den Tod. Aber er kann manchmal für die ‚Hinterbliebenen‘ eine Befreiung sein.

GT (44)

Wir sind nur zu sechst, also kleiner Kreis. Ermöglicht für jeden etwas mehr Zeit. Wir sind alle recht lebendig unterwegs und schenken uns heute nichts. Interessanterweise bringt heute auch fast jede/r ein echtes Thema ein und hüpft nicht nur auf den eigenen Empfindlichkeiten rum. L. geht es so richtig mies, viele Tränen, viel Verzweiflung

GT (43)

Nichts wirklich Neues unterm dem gruppentherapeutischen Himmel – ausgenommen danach.

Derweil kauen wir an unseren Themen rum und kommen in lebhaften Austausch. Der Psychdoc heute auch sehr gesprächig und erklärend. Er bringt eine Zeichnung von F.K. Wächter mit. Darauf zu sehen ein fliegender, übermäßig dürrer Hahn, auf dem eine Fette Henne sitzt, und sich fliegen lässt. Text dazu: „Denk daran, dass ich Dich unter Schmerzen geboren habe.“ Kommt (noch) nicht bei allen an.

Kurz unterhalte ich mich noch mit S. auf der Straße, da kommt C. auf mich zu, sie wolle mir noch etwas sagen und – ja, wir wagen es! obwohl aus therapeutischen Gründen nicht gewollt, nahezu verboten: Wir gehen ein Stück des Heimweges gemeinsam. Premiere, die gut tut.

GT (42)

Man tagt ohne Mund-Nasen-Schutz, also bin ich wieder dabei.

Die Einstiegsrunde ist eher dröge. Ich weiß zu berichten, dass ich die letzten beiden Wochen wirklich viel an meinem Thema gearbeitet habe (auch dank E.), aber das ich aufpassen muss, mich nicht zu übernehmen. Positves gibt es dann auch noch von mir – die Stunde könnte also gleich enden.

Tut sie aber nicht.

J. wird Thema, der in zwei Wochen in die Akutklinik kann – »akut« heißt in dem Fall, er hat nur, dank Virus, fünf Wochen warten müssen. Der Therapeut fordert mich auf, zu einem bestimmten Komplex etwas zu sagen. Nach den ersten zwei Sätzen merke ich, mit welcher Intensität ich da spreche, welche gar nicht mal so schlechte Metaphern mir einfallen, wie eindrücklich ich schildern kann … und als ich fertig bin, will ich nur noch weinen und weiß gar nicht einmal warum.

Meine Wochenaufgabe.

GT (41)

Nach sieben Wochen Corona-Pause treffen wir uns wieder in einem anderen, größerem Raum. Mit Mundschutz. Total surreal, befremdlich und für mich stark beängstigend.

Ein Update wird ausgerufen und jede/r erzählt kurz, wie er / sie die letzten sieben Wochen überstanden hat – was lauter Überraschungen birgt. Kurz zusammengefasst. Einem Teil geht es durch die Lockdown wesentlich besser, geradezu gut, einem andern Teil, einem kleinerem, wesentlich schlechter, so dass jetzt bspw. bei J. Klinik ansteht und einem dritten geht es „gleich“, wozu ich mich zählen würde.

Im Nachhinein sind die Entwicklungen ‚konsequent‘, wenn auch nicht immer gut, denn so hat sich C. (gut) erst recht ins Schneckenhaus zurückziehen können, derweil A. (schlecht) mal was anderes tun musste, als mikroskopische Nabelschau zu betreiben.

Sehr interessant zu beobachten. Vor der Sitzung treffen wir uns alle – ohne Mundschutz – auf der Straße und führen lebhafte Gespräche; anch der Sitzung treffen wir uns alle – ohne Mundschutz – auf der Straße und führen lebhafte Gespräche. Das hat es noch nie gegeben.

Ob ich unter diesen Umständen weiter mache, weiß ich noch nicht, denn diese diffuse Angst derweil lässt mich unkonzentriert sein. Ich kann kaum richtig zuhören, schaue über 90 Minuten kaum jemanden an, erzähle selber nur Trallalla, entwickle Kopfschmerzen und fühle ich mich ausgesprochen unwohl.

 

GT (40)

Zweimal ist keinmal. Aber Zweimal gibt dennoch Hoffnung, dass es dreimal wird. Die zweite Stunde, in der der und die andere endlich mal die Hosen ein Stück tiefer hat fallen lassen. Kerne werden sichtbar. Es geht weniger um Empfindlichkeiten oder Auswirkungen, sondern mehr um das woher-kommt-das.

Zwei der anderen drei, die mit meinem Thema auch unterwegs sind, haben es heute zwar nicht angesprochen, waren aber weit über die Andeutung hinaus. Und in mir sehen sie gerade den Experten. Ich sage ‚gerne‘ was dazu, aber mir kommen derweil die Tränen. Realisiere ich langsam das Leid?

Heute ist was passiert. Ich glaube nicht mehr daran, dass ich gesunden werde, sondern dass ich ’nur‘ lernen kann, damit umzugehen. Der? / Ein? Schleier ist weg?

Es wird immer wichtiger, dass ich mit Menschen in Kontakt kommen, die es auch erlebt haben.

Seit Wochen habe ich auf den Schreibtisch eine Telefonnummer liegen für eine Selbsthilfegruppe.

GT (39)

So richtig viel kann ich mal wieder nicht mitnehmen, aber dafür war die Stunde herrlich dynamisch mit leicht chaotischen Zügen. Diesmal nicht nur dauernd Dialoge zwischen Psychodoc und einem Gruppenmitglied gefolgt von der schüchternen Frage eines anderesn aus der Gruppe, ob er oder sie auch noch was fragen dürfte – nein, heute ging es in die Vollen. Der Psychdoc ließ laufen und hat dann immer noch einen draufgesetzt – das kann er mit vollendeter Grazie und Zielsicherheit.

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