Durch die Zeit

Kategorie: GT

GT (19)

(Die Zählung stimmt nicht  mehr. Zweimal vergessen oder so. Aber ist ja auch nicht wichtig.)

Wieder ’nur‘ Einstiegsrunde. Wieder mal eher Dialog als Gruppe. Aber ich habe eh wenig Lust und bin nur mit einem Ohr und halbem Hirn dabei. Dann komme ich dran. Schon mal erwähnt, dass ich den Psychdoc echt gut finde? Wie mir scheinen will, hat er jetzt ne Art gefunden, wie er schnell und treffsicher nen Zugang zu mir bekommt. Heute hat er mich von der Kurzstrecke auf die Langstrecke gelockt / geschickt und das echt gut mit der aktuellen Bewerbung verknüpft. Das schönste Bild heute war aber mein „innerer Thomas Bernhard“. Da hab‘ ich ausreichend Stoff für die Sommerpause jetzt.

GT (18)

Insgesamt etwas lebhafter, aber erst als A. an die Reihe kam. T. wurde richtiggehend aggressiv und auch ein paar andere, darunter ich, setzten ihm wohl etwas zu. Der Psychdoc macht das natürlich dann immer ganz geschickt und leitet die Emotionalität wieder zurück auf den, der sie geäußert hat. Im Gegensatz zu letzten Stunde nehme ich mindesten zwei neue Überlegungen mit.

Während der Stunde ist mir dann überhaupt erst eingefallen, was ich in der Einstiegsrunde hätte sagen können als nur so Allgemeinzeugs. Zeigt, dass ich es mit den Terminen gerade echt übertreibe und viel zu wenig ‚Ich-Zeit‘ habe. Von der hole ich mir dann etwas, wenn ich eigentlich schon längst ins Bett gehöre.

Wenn ich wetten müsste, dann würde ich 7,55 Euro darauf setzen, dass der Neue das nächste Mal nicht mehr kommt.

GT (17)

Ich bin gestern einfach nicht mehr dazu gekommen (wie zu sovielem nicht in den letzten Tagen), also kurzer Nachtrag.

Einen Neuen gibt es in der Runde. Burn out und sonstwas. Hat einen sehr interessanten Job und ich hoffe, er wird noch mehr aus dem Nähkästchen plaudern (was ich dann leider hier nicht werde schreiben können – schade das). Die Einstiegsrunde gestaltet sich irgendwie sehr kurz und wenig intensiv. Ich vermute, das liegt an dem Neuen, den wir alle geben so eine Grobübersicht, Feinheiten bleiben aus. J. ‚gewinnt‘, nach einigem hin und her, am Schluss die Wahl und stellt auf. An mir rauscht das Meiste vorbei, ich bin einfach selber noch so aufgewühlt von der verkackten Jobsituation, die am Vormittag schon wieder um eine neue Komplikation erweitert wurde. Also drücke ich, da wo es mir möglich ist, aufs Gaspedal. Nach wie vor schön anzusehen (in doppelter Hinsicht) ist T., der gerade sowas von verliebt ist und daher nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Richtg verliebte Jungs sind einfach nur süß und wecken in mir sofort den Schützerinstinkt.

GT (16)

Um mir die / meine Zeit zu sichern, beginne ich die Einstiegsrunde. Mir geht das Thema echt nach und beherrscht den Kopf. Für die Gruppe muss ich ein paar Außenumstände (= Familie) erläutern und registriere mit, ja mit was? … mit Entsetzen, mit dem Gefühl der Bestätigung, mit (etwas) Verwunderung, sicher mit etwas Traurigkeit … dass die meisten aus der Gruppe mich anschauen, als sei ich ein lila Elefant. Es kommt zu ein paar sehr erstaunten, fast ungläubigen Nachfragen. T. hat dann zwar nicht den erlösenden Gedanken, aber sein Einwurf ist passend, ist ein Hinweis, in welche Richtung ich weiterdenken kann.

Der Rest der Stunde verläuft wieder einmal lebhaft. Es ist wirklich die Gruppe, die ‚arbeitet‘ und eben nicht nur Psychdoc mit einem von uns. Was er aber halt richtig gut kann, ist auf die großen Bögen zwischen uns aufmerksam zu machen. A. und ich beispielsweise haben dann doch auch ein gemeinsames Thema, was zumindest ich heute das erste Mal in Ansätzen sehe.

Ich gehe noch voller, als ich gekommen bin – und da ich nicht vor 23 Uhr zu Hause sein und erst dann ‚Feierabend‘ haben werde, ist jetzt schon klar, dass ich mich morgen mal krank melde, um irgendwie zum Durchatmen zu kommen.

GT (15)

Deutlich lebendiger als letzte Woche. T. holt gleich mal ne große Frage aus dem Koffer, während alle anderen mit dem Alltag kämpfen. Über die Einstiegsrunde kommen wir gar nicht hinüber, mir bleiben die letzten drei Minuten. Passt, denke ich mir diesmal, hab‘ aber die Rechnung ohne den Psychodoc gemacht, der mich gleich mal an’s / auf’s Thema nagelt. Aber da spült er nix Neues hervor. Dennoch gute Stunde mit viel Beifang.

GT (14)

Nach drei (oder vier?) Wochen Pause heute wieder Gruppe. Zur Enttäuschung der Meisten: Kein Neuer wie angekündigt. C. freut sich über sich, dass sie sich im Vorfeld icht aufgeregt hat, wäre ja umsonst gewesen.

Die Einstiegsrunde gewohnt lang, aber etwas langweilig. Zwar hat sich bei allen etwas bewegt, aber das ist in der Zusammenfassung dann weniger aufregend / spannend / dynamisch als die ‚prozesshaften Kleinigkeiten‘ innerhalb einer Woche. Daher wird auch dann nicht gewählt, sondern der PsychDoc schlägt eine Erfahrungsrunde zum Thema „Was an Lebenserfahrung hat bisher geholfen“ vor. Auch das gestaltet sich etwas uninspiriert. Aber der PsychoDoc kitzelt dann drei dann doch ganz gehörig und bittet sie, nächste Stunde darauf einzugehen. Fall die sich nicht erinnern, wird er sich aber auch nicht erinnern.

Schlußrunde: Ich bin mal wieder komplett müde und stelle in den Raum, ob das an der Anstrengung, der miesen Luft oder einer möglichen Entspannung liegen könnte. Einwurf des PsychoDocs: „Oder vielleicht von allen drei etwas?“ Und das sind dann so Kleinigkeiten, die aufmachen. Klar weiß ich auch, dass nicht alles und jedes monokausal zu erklären ist, aber in gewissen Bereichen mache ich es mir einfach bzw. kompliziert. Der eingeworfene Satz gibt zu denken.

GT (13)

Wir sind nur zu sechst. Aber die Einstiegsrunde dauert dennoch eine Stunde. Aber irgendein Thema will sich nicht ergeben. Der Psychdoc stellt in den Raum, die nächsten vier Wochen in den Blick zu nehmen, in denen wir uns nicht sehen werden (da Osterpause ist). Mir fällt ein, dass ich mal so eine ‚virtuelle‘ Wunschrunde mitgemacht habe und sage das. Der Psychodoc nimmt das auf und schlägt vor, dass wir uns gegenseitig das sagen, was der / die andere in den nächsten vier Wochen schaffen wird. (OK, eine Empathie-Übung, nicht gerade die Herausforderung für mich). Also bekommen von mir Befähigungen:

  • T., dass er eine geile Gliederung für seine Bachelor-Arbeit erarbeitet, an der er sich ann stressfrei abarbeiten kann
  • J., dass er mal wieder Sport macht und sich auspowert, so dass er mal wieder sich uns einen Körper spürt
  • C. I, dass sie einen Smalltalk so gestaltet, dass beide am Ende sich überlegen, ob man sich nicht mal auf einen Kaffee treffen könnte
  • C. II, dass sie einfach mal sich vollkommen grundlos was Gutes tut.

Das mag jetzt banal oder nach „Na ja“ klingen. Aber schaue ich mir das an, was die anderen mir zugesprochen haben, dann haben alle ihre Finger mehr oder weniger heftiger auf offene Wunden oder Punkte gelegt. Gerade C. II, die jetzt doch anscheinend etwas Vertrauen zu mir findet, bringts elegant auf den Punkt.

Das ‚Besondere‘ an dieser Art ist, dass ‚Schwächen‘ als Möglichkeiten / Optionen ‚umgedeutet‘ werden und man selber das zu einem Gesagte plötzlich nicht so als Hürde sieht.

Bin echt gespannt, was wir in vier Wochen berichten werden.

GT (12)

Nicht ganz so bewegt wie letzte Stunde, aber zumindest in der zweiten Hälfte waren wir recht weit weg von den Dialogen sondern eher im Gruppengespräch. Immerhin wird nun auch gelacht, das finde ich ein gutes Zeichen für die Gruppe. J. hat ein echtes Päckchen bei der Herkunftsfamilie, während A. sich durch Weigerung die meisten Probleme selbst macht. Aber ich sollte vielleicht nicht mit Steinen schmeißen.

GT (12)

Mit meiner Beschwerde letzte Woche scheine ich etwas angestoßen zu  haben.

Ich nehme mir jedenfalls heute das erste Wort und nehme mir auch die Zeit zu erläutern, was da in mir abgegangen ist, was danach noch abging.

Der Psychodoc nimmt das zum Anlass zu thematisieren, wie wir uns als Gruppe denn so organisieren wollen. Einerseits halten wir die alte Struktur bei (d.h. jede/r spricht in der Eingangsrunde, über die wir heute auch nicht hinauskommen, was ihn / ihr gerarde so angeht), andererseits mischen sich alle viel mehr ein, stellen Fragen, geben ungefragt Rückmeldungen. Meiner Überzeugung nach steuert der Psychdoc dennoch ganz geheuer, verwirrt C II auf ‚hinterhältige‘ Art, provoziert aus dem Nichts C I, die dann aus sich rausgeht und von den spontanen Rückmeldungen positiv erschlagen wird …

Bisher war das eigentlich eher so, dass eine/r was erzählte, der Psychodoc Fragen stellte bzw. ins Gespräch ging und der Rest zuhörte, wenn nicht ausdrücklich Rückmeldungen eingefordert wurden. Heute saßen da sieben Leute die etwas vorsichtig und verhalten, aber dennoch deutlich als Gruppe agierte. Es war ein buntes Miteinander – zwar immer mit einem gewissen Schielen auf den Doc – aber freier als sonst. C II beschwerte sich über A., A. (Mann) ‚gestand‘, dass er mit S. (Frau) nach der letzten Sitzung noch viel miteinander gesprochen hätten (was quasi untersagt ist) und sie über das Thema Erziehung so gar nicht übereinkämen, worauf T. (Mann) die These in den Raum stellte, dass A. wohl von S. mehr wollte als nur das Gespräch in der Gruppe.

Kurz: Da ist was in Bewegung gekommen und ich kann L., die jetzt für fünf Wochen in Rhea geht, gut verstehen, dass sie arg, arg unsicher ist, ob sie die Gruppe, wie sie sie kennt, dann wieder vorfinden wird. Sie gibt uns allen als Wunsch auf den Weg, zumindest in fünf Wochen noch dazu sein. Irgendwie rührend. (Und ich habe darauf den Mut, bei der Verabschiedung sie kurz an der Schulter zu berühren als ich ihr eine gute Zeit in der Rhea wünsche.)

GT (10)

Die Sitzung dauert üblicherweise 90 Minuten (plus minus 5 oder so, wie das halt so ist).

Die Einstiegsrunde (!) dauerte heute 100 Minuten – bis ich dann als Letzter überhaupt mal zu Wort gekommen bin.

Und da hab‘ ich dann einfach nicht mehr gewollt.

Klar musste das der Psychodoc gleich thematisieren. Klar, dass ich die ‚Schuld‘ nicht nur auf ihn und die anderen schieben kann. Klar, dass er das gut ‚herausgearbeitet‘ hat. Aber auch klar, dass ich da bewußt in die Situation rein bin mit allem dem Frust und den damit offenen Flanken.

Ganz schön viel Kopf jetzt.

Ich werde ab nun alle Termine nach der GT auf „möglicherweise“ setzen, aber nix mehr fest zusagen. Den Abend hätte ich für mich gebrauchen können … na ja, es gibt ja noch die Vollmondnacht.

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