Durch die Zeit

Kategorie: Hörbares

Kumm loss mer fiere

Der Mann hat heute Geburtstag. Muss aber noch bis zum frühen Abend arbeiten, danach kommt eine handvoll Gäste auf Quiche und Käse. Ich werd da gleich alles hinrichten (und schon mal probieren, ob der Wein überhaupt schmeckt). Statt eines größeren Geschenks gab es vier kleinere darunter einen total verschimmelten Ziegenkäse, was eine Delikatesse sein soll – ich kann’s kaum glauben, aber die Verkäuferin versicherte mir, da sei wirlich etwas exquisite. Nun ja.

 

Ausflug in ein anderes Fach

Gestern musste der Beitrag einfach ausfallen, weil ich nicht mehr dazu gekommen bin. Als ich von der Arbeit kam, ist mir nichts eingefallen und abends war ich – seit gefühlten Ewigkeit – mal wieder im Konzert. Ein Counter, auf den ich mich wirklich gefreut hatte aber schon im Vorfeld mit dem Programm etwas haderte. Aber da ich recht selten Gelegenheit habe gute Counter live zu hören …

Und so war es auch: Die Stimme, wenn auch in der zweiten Hälfte deutlich angeschlagen, ist echt ein Hit, vorallem, weil sie richtig weit tragen kann und dennoch nichts an Fülle verliert. Programm selber kippte dann in der zweiten Hälfte so richtig in den Kitsch ab, was aber der Begeisterung der anderen keinen Abbruch tat.

Spät nach Hause, noch später ins Bett gekommen – aber erbarmungslos um 6 wieder auf den Beinen.

Hoiho! Hoiho!

Also, ich geh jetzt öfters nach Wagner – denn wann bekomme ich schon so viele Kommentare in so kurzer Zeit? (Danke!)

Apropo Zeit. Mir hat es schon etwas gegraust, fünfeinhalb Stunden. Und als das Programmheft noch zwei Pausen mit insgesamt 80 Minuten ankündigte, hatte ich schon große Sorgen, wann ich denn den Weg ins Bett finden würde. Aber alles halb so schlimm: die 80 Minuten muss man nämlich von den fünfeinhalb Stunde abziehen. Hauptsache anscheinend, man hat etwas getönt.

Apropo „Getön“ (blasen, musizieren). Sprachlich ist das an manchen Stellen nun wirklich schwer auszuhalten. Das „zullende Kind“ (saugende Kind) mag ich mir ja lautmalerisch gerade noch gefallen lassen, würde Wagner es nicht penetrant wiederholen. Aber wenn Siegfried dann ein Schwert „zerschwingt“ (zerschmettert) oder ein „neidliches“ (grimmiges) Schwert schmiedet, nachdem er das alte mit einer Feile „zerspänt“ hat und es nun „zersponnt“ (in Weißglut hämmern) da würde ich Wanger dann doch gern‘ mal „entfragen“ (befragen) was er da so genommen hat beim Schreiben, dass er auf so ein „Gestimm“ (Zusammenklang) kam.

Apropo „ertosendes Gestimm“. Ich hab‘ für mich nun eine Erklärung für die Wagnerbegeisterung gefunden, ich nenne es mal in Ermangelung eines besseren Begriffs, die ‚Wagnerische Linearität‘. Die funktioniert meiner Meinung nach so: Ist gerade bei den Herren (Damen kommen bei „Siegfried“ nur wenige zu Wort) Überlegen angesagt, wird die Musik ruhig und eher leise. Bewegen sich zwei Menschen auf sich zu, ist die Musik schon etwas bewegter und irgendwo auch ein f (forte) versteckt. Singt ein Vögelein im Walde, ja genau, lieblich und ruhig ist die Musik (auch wenn das Vögelein dann durch ein Horn (!) markiert wird). Geht die Luzie ab, dann gibt es auch gene mal fff und alles Blech, was in den Orchestergraben passte, darf „getönen“, was die Backen hergeben. Ohne jede Frage, da gibt es wirklich schöne und dichte Momente, das will ich gar nicht in Abrede stellen – aber eine Erarbeitung des Musikalischen wird den Zuhörenden erspart. Das ist geschrammelte Barockmusik echt anspruchsvoller.

Nein, kein „apropo“ mehr. Die Stimmführung – und das hat mich am meisten gewundert, weil es ja, wie gesagt, mein erster Wagner war – ist vorhersehbar. Im dritten Aufzug habe ich mir den Spaß erlaubt, schon mal ein paar Zeilen ‚vorzusingen‘ um zu schauen, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege. Ich lag überraschend oft und recht genau richtig. Enweder bin ich musikalisch ein zweiter Wagner (was jetzt nicht so wirklich zu vermuten ist) oder Wagner, was ich auch als Leistung anerkenne, hat den Dreh raus, wie er (geschwollene) Sprache in Ton setzte, so dass sie modern aber zugleich eingängig erscheint. Das ist für Orchester und Solisten sicher nicht einfach zu spielen / zu singen – aber dennoch für die Zuhörenden eingängig, viel Mitarbeit brauchts da nicht, weil selbst die verschiedenen Motive so klar gesetzt sind, dass man nach ihnen erst gar nicht suchen muss.

Inhaltlich erspar‘ ich mir einen Kommentar, das ist halt kraus zusammengewürfeltes Sagengedöhns mit ordentlich viel großer Gefühle (inklusive Mord, wäre ja sonst langweilig) … sag ich mal so, das ist eine Art vorweggenommener „Krieg der Sterne“ (die haben es halt nur bunter hinbekommen und mit mehr Personal).

Fazit: Ich tu‘ mir in zwei Jahren den gesamten Ring mit weniger Herzklopfen an, denn kurzweilig war das trozt der Länge schon, die Bühnentechnik hat mal zeigen dürfen, was sie alles kann (und ich vermute, dass es in ganz Deutschland keine Nebelpartonen mehr gibt, denn pro Aufführung hier brauchen die hunderte, um über Stunden das gesamte große Haus einzunebeln) und sängerisch wie musikalisch war das definitv keine Provinz.

Wagenerianer werde ich deswegen nicht mehr, aber meine Abneigung hat sich in ein neutrales Dann-lass-sie-halt-doch-spielen gewandelt.

In diesem Sinne:

HOJOTOHO!

Ja, ICH tu es! – JETZT!

Bin in der Oper.

„Siegfried“ von Richard Wagner.

Schlappe fünf Stunden.

(Muss ich jetzt noch irgendwie anfügen, dass ich Wagner eigentlich so gar nicht mag? Weil viel zu bombastisch? Viel zu schwülstig? Weil viel zu heroisch-dramatisch-selbstbezogen? – Aber es ist ein Geburtstagsgeschenk für S.)

(Außerdem ist es eine Vorübung für DAS.)

 

Wer zu spät kommt …

Heute Nachmittag war ich doch tatsächlich so naiv nachzuschauen, ob ich in der Münchner Staatsoper noch Karten für eine Oper Ende Juli mit Iestyn Davies bekommen könnte.

Neuer Gott

Gerade über Niels Kaiser auf Iestyn Davies gestoßen. Und – das habe ich echt Jahre nicht mehr gemacht – gleich zwei CDs (legal) runtergeladen. So wie es scheint, wird das mein Gott für diesen Frühling. Wer drei Minuten reinhören mag, hier was zum wegschmelzen:

Auch Robert Schuhmann machte Yoga

Der Erfinder / Die Erfinder von Yoga wird gerne in den Zoo gegangen sein. Anders erklärt sich mit nicht die vielen Tiernamen. Heute einen weiteren ‚Hüftöffner‘ namens „Die Taube“. Schon bei den anderen beiden hat die Lehrerin darauf hingewiesen, dass so was einen emotional angehen könnte. War aber nicht. Aber heute. Und wie. Am liebsten hätte ich losgeflennt. Und jetzt hänge ich wie ein Schluck Wasser in der Ecke.

Aber Schuhmann ist mir den ganzen Abend nicht aus dem Kopf gegangen. OK, „Rose“ haben wir noch nicht gemacht, aber war da nicht das letzte Mal ne „Lilie“ dabei (oder doch „Libelle“?) Egal, für mich ist das Lied Beweis gengu, dass auch Robert Schuhmann sich quälte.

Giovanni Paisiello

Den entdeck‘ ich gerade. Zeitgenosse von Mozart und in Italien zu seiner Zeit so ein Superstar, dass er es bis zur Zarin nach Russland schaffte. Mal locker 100 Opern geschrieben. Aber echt noch nie was von ihm gehört, ich meine, nicht einmal seinen Namen. Ist auf eine besondere Art leicht aber zugleich auch komplex. Egal – einfach mal anhören, wenn auf die Ohren kommt.

’s einfach so!

Mag jede/r denken was mag, aber für mich ist es einfach so: Hey Kölle, do bes e Jeföhl!

Und mir geht gerade echt das Herz auf!

Man kann es nicht genug bestaunen

Ich lese u.a. gerade den Briefwechsel zwischen Marcel Proust und Reynaldo Hahn. Im Brief vom 3. (oder 4.) September 1896 schreibt er u.a. etwas über ein Bild von Quentin Massys und einen Autoren namens Georges Ohnet. Beide nie gehört.

Drei Minuten später:

Ich höre Musik von Reynaldo Hahn (Spotify).

Ich lese ein paar Zeilen in einen Roman von Ohnet (Darknet).

Ich gucke mir das Bild von Massys an (Google).

Irgendwas ist ja immer....

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Anne berichtet über Ihre Erfahrungen in den Büros der Schweizerischen Finanzdienstleister. Ebenso lässt sie euch an ihrem bunten Leben teilnehmen.

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