Durch die Zeit

Kategorie: Hörbares

Hörtag

Während ich neun teilweise richtig ‚dicke‘ Hörbücher auf den Rechner überspiele, höre ich Hörspiele. Darunter auch eins, das nur aus Verkehrsmeldungen besteht. Irgendwie cool. Verkehrsmeldungen gehen mir am Arsch vorbei, da ich ja so gut wie nie Auto fahre. Aber die beim DLF fand ich immer aus der Hinsicht gut, weil ich dann immer überlegt hat, wo das in Deutschland eigentlich ist. Dieser Nachhilfe unterricht fällt nun aus.

Beethoven: Sonata No. 23 in F minor, Op. 57, „Appassionata“: II. Andante con moto

Begeistert mich gerade total!

Happy Birthday, Janis!

Kumm loss mer fiere

Der Mann hat heute Geburtstag. Muss aber noch bis zum frühen Abend arbeiten, danach kommt eine handvoll Gäste auf Quiche und Käse. Ich werd da gleich alles hinrichten (und schon mal probieren, ob der Wein überhaupt schmeckt). Statt eines größeren Geschenks gab es vier kleinere darunter einen total verschimmelten Ziegenkäse, was eine Delikatesse sein soll – ich kann’s kaum glauben, aber die Verkäuferin versicherte mir, da sei wirlich etwas exquisite. Nun ja.

 

Ausflug in ein anderes Fach

Gestern musste der Beitrag einfach ausfallen, weil ich nicht mehr dazu gekommen bin. Als ich von der Arbeit kam, ist mir nichts eingefallen und abends war ich – seit gefühlten Ewigkeit – mal wieder im Konzert. Ein Counter, auf den ich mich wirklich gefreut hatte aber schon im Vorfeld mit dem Programm etwas haderte. Aber da ich recht selten Gelegenheit habe gute Counter live zu hören …

Und so war es auch: Die Stimme, wenn auch in der zweiten Hälfte deutlich angeschlagen, ist echt ein Hit, vorallem, weil sie richtig weit tragen kann und dennoch nichts an Fülle verliert. Programm selber kippte dann in der zweiten Hälfte so richtig in den Kitsch ab, was aber der Begeisterung der anderen keinen Abbruch tat.

Spät nach Hause, noch später ins Bett gekommen – aber erbarmungslos um 6 wieder auf den Beinen.

Hoiho! Hoiho!

Also, ich geh jetzt öfters nach Wagner – denn wann bekomme ich schon so viele Kommentare in so kurzer Zeit? (Danke!)

Apropo Zeit. Mir hat es schon etwas gegraust, fünfeinhalb Stunden. Und als das Programmheft noch zwei Pausen mit insgesamt 80 Minuten ankündigte, hatte ich schon große Sorgen, wann ich denn den Weg ins Bett finden würde. Aber alles halb so schlimm: die 80 Minuten muss man nämlich von den fünfeinhalb Stunde abziehen. Hauptsache anscheinend, man hat etwas getönt.

Apropo „Getön“ (blasen, musizieren). Sprachlich ist das an manchen Stellen nun wirklich schwer auszuhalten. Das „zullende Kind“ (saugende Kind) mag ich mir ja lautmalerisch gerade noch gefallen lassen, würde Wagner es nicht penetrant wiederholen. Aber wenn Siegfried dann ein Schwert „zerschwingt“ (zerschmettert) oder ein „neidliches“ (grimmiges) Schwert schmiedet, nachdem er das alte mit einer Feile „zerspänt“ hat und es nun „zersponnt“ (in Weißglut hämmern) da würde ich Wanger dann doch gern‘ mal „entfragen“ (befragen) was er da so genommen hat beim Schreiben, dass er auf so ein „Gestimm“ (Zusammenklang) kam.

Apropo „ertosendes Gestimm“. Ich hab‘ für mich nun eine Erklärung für die Wagnerbegeisterung gefunden, ich nenne es mal in Ermangelung eines besseren Begriffs, die ‚Wagnerische Linearität‘. Die funktioniert meiner Meinung nach so: Ist gerade bei den Herren (Damen kommen bei „Siegfried“ nur wenige zu Wort) Überlegen angesagt, wird die Musik ruhig und eher leise. Bewegen sich zwei Menschen auf sich zu, ist die Musik schon etwas bewegter und irgendwo auch ein f (forte) versteckt. Singt ein Vögelein im Walde, ja genau, lieblich und ruhig ist die Musik (auch wenn das Vögelein dann durch ein Horn (!) markiert wird). Geht die Luzie ab, dann gibt es auch gene mal fff und alles Blech, was in den Orchestergraben passte, darf „getönen“, was die Backen hergeben. Ohne jede Frage, da gibt es wirklich schöne und dichte Momente, das will ich gar nicht in Abrede stellen – aber eine Erarbeitung des Musikalischen wird den Zuhörenden erspart. Das ist geschrammelte Barockmusik echt anspruchsvoller.

Nein, kein „apropo“ mehr. Die Stimmführung – und das hat mich am meisten gewundert, weil es ja, wie gesagt, mein erster Wagner war – ist vorhersehbar. Im dritten Aufzug habe ich mir den Spaß erlaubt, schon mal ein paar Zeilen ‚vorzusingen‘ um zu schauen, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege. Ich lag überraschend oft und recht genau richtig. Enweder bin ich musikalisch ein zweiter Wagner (was jetzt nicht so wirklich zu vermuten ist) oder Wagner, was ich auch als Leistung anerkenne, hat den Dreh raus, wie er (geschwollene) Sprache in Ton setzte, so dass sie modern aber zugleich eingängig erscheint. Das ist für Orchester und Solisten sicher nicht einfach zu spielen / zu singen – aber dennoch für die Zuhörenden eingängig, viel Mitarbeit brauchts da nicht, weil selbst die verschiedenen Motive so klar gesetzt sind, dass man nach ihnen erst gar nicht suchen muss.

Inhaltlich erspar‘ ich mir einen Kommentar, das ist halt kraus zusammengewürfeltes Sagengedöhns mit ordentlich viel großer Gefühle (inklusive Mord, wäre ja sonst langweilig) … sag ich mal so, das ist eine Art vorweggenommener „Krieg der Sterne“ (die haben es halt nur bunter hinbekommen und mit mehr Personal).

Fazit: Ich tu‘ mir in zwei Jahren den gesamten Ring mit weniger Herzklopfen an, denn kurzweilig war das trozt der Länge schon, die Bühnentechnik hat mal zeigen dürfen, was sie alles kann (und ich vermute, dass es in ganz Deutschland keine Nebelpartonen mehr gibt, denn pro Aufführung hier brauchen die hunderte, um über Stunden das gesamte große Haus einzunebeln) und sängerisch wie musikalisch war das definitv keine Provinz.

Wagenerianer werde ich deswegen nicht mehr, aber meine Abneigung hat sich in ein neutrales Dann-lass-sie-halt-doch-spielen gewandelt.

In diesem Sinne:

HOJOTOHO!

Ja, ICH tu es! – JETZT!

Bin in der Oper.

„Siegfried“ von Richard Wagner.

Schlappe fünf Stunden.

(Muss ich jetzt noch irgendwie anfügen, dass ich Wagner eigentlich so gar nicht mag? Weil viel zu bombastisch? Viel zu schwülstig? Weil viel zu heroisch-dramatisch-selbstbezogen? – Aber es ist ein Geburtstagsgeschenk für S.)

(Außerdem ist es eine Vorübung für DAS.)

 

Wer zu spät kommt …

Heute Nachmittag war ich doch tatsächlich so naiv nachzuschauen, ob ich in der Münchner Staatsoper noch Karten für eine Oper Ende Juli mit Iestyn Davies bekommen könnte.

Neuer Gott

Gerade über Niels Kaiser auf Iestyn Davies gestoßen. Und – das habe ich echt Jahre nicht mehr gemacht – gleich zwei CDs (legal) runtergeladen. So wie es scheint, wird das mein Gott für diesen Frühling. Wer drei Minuten reinhören mag, hier was zum wegschmelzen:

Auch Robert Schuhmann machte Yoga

Der Erfinder / Die Erfinder von Yoga wird gerne in den Zoo gegangen sein. Anders erklärt sich mit nicht die vielen Tiernamen. Heute einen weiteren ‚Hüftöffner‘ namens „Die Taube“. Schon bei den anderen beiden hat die Lehrerin darauf hingewiesen, dass so was einen emotional angehen könnte. War aber nicht. Aber heute. Und wie. Am liebsten hätte ich losgeflennt. Und jetzt hänge ich wie ein Schluck Wasser in der Ecke.

Aber Schuhmann ist mir den ganzen Abend nicht aus dem Kopf gegangen. OK, „Rose“ haben wir noch nicht gemacht, aber war da nicht das letzte Mal ne „Lilie“ dabei (oder doch „Libelle“?) Egal, für mich ist das Lied Beweis gengu, dass auch Robert Schuhmann sich quälte.

Giovanni Paisiello

Den entdeck‘ ich gerade. Zeitgenosse von Mozart und in Italien zu seiner Zeit so ein Superstar, dass er es bis zur Zarin nach Russland schaffte. Mal locker 100 Opern geschrieben. Aber echt noch nie was von ihm gehört, ich meine, nicht einmal seinen Namen. Ist auf eine besondere Art leicht aber zugleich auch komplex. Egal – einfach mal anhören, wenn auf die Ohren kommt.

’s einfach so!

Mag jede/r denken was mag, aber für mich ist es einfach so: Hey Kölle, do bes e Jeföhl!

Und mir geht gerade echt das Herz auf!

Man kann es nicht genug bestaunen

Ich lese u.a. gerade den Briefwechsel zwischen Marcel Proust und Reynaldo Hahn. Im Brief vom 3. (oder 4.) September 1896 schreibt er u.a. etwas über ein Bild von Quentin Massys und einen Autoren namens Georges Ohnet. Beide nie gehört.

Drei Minuten später:

Ich höre Musik von Reynaldo Hahn (Spotify).

Ich lese ein paar Zeilen in einen Roman von Ohnet (Darknet).

Ich gucke mir das Bild von Massys an (Google).

Neue Schritte

Ich bin ja so ein IPOD-Fan. Jahrelang habe ich 160 GB Musik und Hörbücher mit mir ‚rumgeschleppt‘, um in jeder Siutation die richtige Musik und das richtige Hörbuch zu haben. Jetzt ist er vor drei Wochen kaputt gegangen – ihn gibt es nun nur noch gebraucht zu teils echt horrenden Kosten, die meinen Geldbeutel sprenge. Also habe ich den von meinem Mann mitnutzen können, aber das ist ja irgendwie nicht das selbe.

Immerhin hat mein neues Handy so um die 40 GB frei, die ich nun teils schon jetzt mit Notmusik und schmalen zwei Hörbüchern belegt habe. Platz gibt es noch, aber der will gut genutzt werden. Ich probier das jetzt einfach mal und rein theoretisch könnte da ja auch noch eine Speicherkarte Platz haben (bloß wo? Aber das wird spätestens A. wissen).

Wie lange der Akku von dem Ding durchhält, werde ich auch noch erst testen müssen, würde mich aber arg, arg wundern, wenn der das Durchhaltevermögen vom IPOD hätte.

Früher war echt nicht alles besser – aber der IPOD war schon ein geniales Gerät.

Leseprojekt MoE?

Nicht zuletzt durch Xenina, die gerade Proust liest (nämlich H I E R), bin ich seit Wochen schon am überlegen, nicht mal wieder mit einem ähnlichen Leseprojekt zu starten. Die „Jahrestage“ von Johnson und die „Bibel“ habe ich ja schon hinter mich gebracht*. Proust stand ganz oben auf der Liste … aber da fände ich jetzt irgendwie doof und außerdem macht es Spaß, Xenina da zu begleiten.

Jetzt ist mir „Der Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil in den Sinn gekommen (Teil 1). Auch so ein dickes Ding und recht bald auch gar nicht so einfach. Meine Idee jetzt: Jede Woche ein Kapitel (und manchmal auch mal zwei, vielleicht gar drei?) und das mit drei Rubriken:

  1. Inhalt in Stichworten, aber wirklich fortlaufend, so dass am Ende die tausend Seiten auf 200 (?) geschrumpft sind.
  2. Meine Impressionen dazu. Hier gibt es keine Regeln.
  3. Das Zitat. Da bin ich noch am überlegen, ob es wirklich ‚Pflicht‘ werden soll, denn das könnte wirklich in Arbeit ausarten, immer etwas zu finden und dann auch abzutippen, vor allem, wenn es länger wird.

Als Grundlage steht der Roman natürlich schon gelesen schon lange im Regal, neu wäre für mich die Lesung, die auf meinem Rechner schlummert. Ich würde es mir also einerseits vorlesen lassen, derweil selber lesen und dann … dann würde es, falls es bei einem Beitrag pro Woche bleibt, 123 Wochen dauern! Das heißt, würde ich im Oktober anfangen, bräuchte ich bis Februar 2021 – irgendwie ein bisschen lang, oder?

Gerade finde ich eine Hammerseite dazu im Netz, so dass jede/r ohne Kosten mitlesen könnte, nämlich HIER.


*Links werden nachgereicht, wenn’s interessiert.

Ja! Ich tu’s!

Ich könnte auch schreiben: „Ich tu’s mir an!“ oder: „Ich hab einen Knall!“ Denn heute habe ich mir Karten reservieren lassen. Für Wagner! Den Ring! Kompletter Zykulus in fünf aufeinanderfolgenden Tagen! Und: Ich hasse Wagner! Ich finde seine Musik einfach nur unerträglich schwülstig.

Aber ich dachte mir, einmal im Leben …

Zudem habe ich noch etwas Zeit, mich innerlich darauf vorzubereiten. Aufführungstermine sind im Herbst 2020!

 

Über die Wupper

Gerade etwas faul, ansonsten hätte ich mit Fotos dokumentiert, was alles in den letzten 36 Stunden über die Wupper gegangen ist. Finde es gerade als einen besonderen Moment, mich von meiner Vergangenheit zu verabschieden. Ohne Wehmut schmeiße ich Dinge in den Müll, von denen ich weiß, dass ich vor ca. 35 Jahren mir Mühe gemacht habe, sie zu bekommen (sprich: Starschnitt von Janis Joplin).

Es ist in gewisserweise ein Paradigmenwechsel, der aber auch der Zeitgeschichte geschuldet ist. Früher, also vor 25-30 Jahren, war es eben nicht selbstverständlich, dass man ein gewisses Buch entweder im Netz gefunden hat, oder über das Internet aus einer entfernten Bib. bestellen konnte. Die Verfügbarkeit war eine ganz andere, eine, die mit Mühen verbunden war. Luxus also, wer es zuhause hatte. Heute ist es eher Luxus eine so geil-schnelle Verbindung zu haben, dass man das Buch eben nicht in 4 Sekunden sondern nur in 1,3 Sekunden sich runterladen zu können.

Die Erkenntnis des Tages ist gerade: Es tut auch gut, sagen zu können: „Das hatte ich mal.“

Nachtrag zum Wandern

zu Fazit II:
Hördauer Hörbuch: 17:15 Stunden
Gesamtdauer Hörbuch: 23:32 Stunden
Anzahl Toter (bisher): mehrere Hundert
Persönliche Anmerkung: Don Winslow ist echt mehr als ein Thriller-Autor, auch wenn er das Genre beherrscht. Aber das eine muss ja das andere nicht ausschließen.

Gehört – die neue Liebe?

Gestern (spät) abends über ein paar Choräle von César Franck gestolpert. Sie mir nach gefühlter Ewigkeit mal wieder angehört – und quasi in dieser Tonmasse aufgegangen. Mir schien jede Phrase so vertraut zu sein, als hätte ich sie erst gestern das letzte mal selber gespielt (und dabei käme ich über die ersten vier Töne (!) wohl nicht hinaus).

Ein Beispiel hier (die ersten Sekunden überspringen, dauert, bis er anfängt, aber dann …):

Ich muss einfach (wieder) mehr ‚meine‘ Musik hören, auch wenn das nur alleine möglich ist, weil „mein“ Mann da nicht mitgehen will, weil es es scheußlich findet. Aber mir tut diese Art von Musik einfach nur gut.

Hier in der Stadt hat die zentrale Kirche vor einem Monat eine neue Orgel bekommen. Heute morgen bin ich dann endlich zu einer freien Improvisation hier. OK, das ist etwas gewöhnungsbedürftig, wenn der Organist erst einen Stein, von denen ca. 30 vor dem Alter liegen, holt, zur Orgel läuft, den Stein auf Tasten lagert, Register zieht, losläuft, aufschreibt, was man hört, den nächsten Stein holt, hochläuft, den auch platziert, losläuft …

2017-07-01 10.38.25

Und natürlich schaffen es die wenigen Zuhörer mal wieder nicht die Klappe zu halten. Wenn was nix kostet, dann darf anscheinend geschwätzt werden wie doof auch immer, aber einfach mal den Mund halten, zuhören — das ist den wenigsten Menschen gegeben.

Irgendwo werde ich das Geld schon noch auftreiben, dann gehe ich zumindest in das nächste Konzert des Eröffnungsmonates, und vielleicht reicht es auch für die zwei weiteren, denn das wenige, was ich heute von dieser Orgel mitbekommen habe ist schon klasse. Allein vier Schwellwerke und ein paar wirklich schöne Register. Das könnte eine neue Liebe werden.

 

 

 

Für jetzt und später

Das Schöne am Kurzzeitstrohwitwertum ist: Ich kann mal so richtig laut Musik hören. Also: Lautsprecher aufdrehen, Ohren (konzentriert auf), Augen zu (gibt eh‘ nix zu sehen).

RIP – Leonard Cohen

Der war mir schon immer wichtiger als der jetzige ‚Literatur’nobelpreisträger.

On a hot summer …

Der Impuls kam von Sahne zum Leben:

Solange eben

Seit wenigen Tagen nutze ich auch spotify. Wollte mal wissen, ob die überhaupt was an Klassik im Angebot haben. Haben sie. Mehr als ich brauche – auch wenn ich schon erste Lücken habe auftun können.

Kann es gerade genießen, wie wild mir Dinge anzuhören, zu denen ich schlichweg kein Geld habe oder von denen ich mir nicht sicher bin, ob ich sie mir überhaupt kaufen sollte. Plötlich ist so gut wie alles, was mein musikalisches Herz begehrt, verfügbar. Und die Werbung kann ich – noch – ab.

Immer öfters überlege ich mir, ob ich mir da nicht ein Abo besorge. 10 Euro sind nicht die Welt im Monat (die ersten drei Monate derzeit sogar nur 99 Cent) und ich würde ohne Probleme meinen 160-GB-Ipod nun vollständig vollbekommen. Quasi unbeschränkt Musik – solange ich zahle.

Und damit komme ich nicht zurecht. Was ist, wenn ich mir das mal nicht leisten kann? Oder die die Benutzungsbedingungen stark ändern? Wenn die die Klassik, weil sich’s eh nicht lohnt, rausschmeißen? Wenn die immer mehr Daten wollen? Wenn … was auch immer? Dann hätte ich Geld investiert und hätte außer dem aktuellen Genuss danach nichts mehr. OK, ich gehe auch ins Theater, ins Kino oder gehe Essen – da bleibt dann genauso ’nur‘ die Erinnerung.

Scheinbar bin ich da zu sehr noch Jäger und Sammler. Immerhin brauche ich nicht mehr alles physisch, auch ein e-book hat seine Existenberechtigung (wenn es eine dreifach-Sicherung gibt). Aber auf der Festplatte sollte es schon pysisch sein – und nicht nur für den bezahlten Zeitraum.

WE-Ausbeute

Es wird zwar ein eher kurzes Wochenende, weil ich morgen den halben Tag schlafen werde, aber dafür eins, dass ich zuhause werde verbringen können (wenn auch nicht bei dem Wetter, wie gewünscht). Dann beginnen fünf Wochenendfahrten am Stück, was ich einfach überhaupt nicht mag.

Keine Ahnung woran es liegt, aber ich brauch einfach Zeit für mich. Und ‚Zeit für mich‘ heißt, dass ich ungestört sein kann. Meist sitze ich dann hinter dem Rechner und gucke ein bißchen, immer mehr höre ich aber einfach nur Musik und lese.

Gemeinsam vor dem Fernseher sitzen und den 89.378sten Krimi anzuschauen ist damit jedenfalls nicht gemeint.

Vielleicht gelingt es mir, dass ein oder andere WE noch etwas zu verkürzen …

Auch Counter können laut

Das schöne am eintägigen Strohwitwertum ist, dass man einfach mal die Musik auf laut drehen kann ohne dass man ob seines Musikgeschmackes schief angeschaut wird. So schallt gerade Flavio Ferri-Benedetti – nicht jedermanns/-fraus Geschmack – durch die Räume.

Wie man sich in Tönen verlieren kann

Ich weiß: Nicht schön anzuschauen und auch nicht gerade ganz kurz mit 21 Minuten und daher hier wohl keine Chance, aber … wau:

Ich hoffe, Apple liest hier nicht mit.

Heute meinen iTunes-Gutschein endlich mal eingelöst, nach dem ich mich mit mir darauf einigen konnte, was es denn davon geben sollte: Lieder mit Thomas Quasthoff und noch französiche Lieder mit Philippe Jaroussky. Aber letztere CD wurde und wurde einfach nicht berechnet – also reichte es noch für eine Oper von Stefani. Ich sag da mal: Danke!

Die anderen halt mal wieder

Komme gerade von einem türkischen – genauer: alevitischen – Tanz- und Musikabend. Nicht ganz so mein Ding, aber ich bin halt, um meinem Mann einen Gefallen zu tun, mitgegangen, der davon irgendwie nie genug bekommen kann. (Er guckt sich jetzt die zweite Hälfte noch an – ich habe mich mit (echten!) Magenproblemen mal schon verabschiedet.)

Für eine gewisse Zeit finde ich das schon hören- und sehenswert – aber ich erkenne halt so gut wie keine Unterschiede, und wenn da einem nicht wirklich was erklärt wird, dann wird es ein Einerlei mit Unterschieden.

Derweil aber darüber nachgedacht, was eine gleichgroße Menge Deutscher im östlichsten Anatolien auf die Bühne bringen würde, wenn sie auch einen „Deutschen Tanz- und Musikabend“ veranstalten würde.

Meine Generation könnte wohl gerade noch ein paar Lieder der neuen deutschen Welle anstimmen, Lieder von Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer wären wohl auch dabei – ich würde sogar Stefan Sulke (!) anstimmen können -, und ganz Mutige dann noch BAP. Aber über die ersten zwei Zeilen würden wohl nur die wenigsten hinauskommen. Sehr wahrscheinlich käme es dann zum Absingen von Werbesongs – Vorsicht Ohrwurm: „Mars macht mobil, …“ –  Und Tanz, also ‚deutscher Tanz‘ … Fehlanzeige.

Meine Elterngeneration würden sicher noch ein paar Volkslieder mit allen Strophen hinbekommen und – jedenfalls die aus meinem Kreise – ausreichend Kirchenlieder mit allen Strophen bis der Arzt kommt. Aber – mal abgesehen vom biblischen Alter dieser Generation jetzt – wäre es mit dem Tanz auch nicht weit her.

Klar gibt es auf Dörfern immer noch besondere Tänze und Lieder, die aber nie eine regionale Verbreitung gefunden haben. Die aus dem Nachbardorf standen wohl schon längst in Konkurrenz. (Ich vermute, die Bayern muss ich mal ausnehmen, die bekommen außer Bier trinken dann doch noch paar Tänze und Lieder hin – aber gehört Bayern wirklich zu Deutschland?) Und wenn es dann noch Lieder und Tänze gibt, aus welchem Jahrhundert stammen die? Die sind gegen die Tänze und Lieder, die ich heute gehört habe, ja noch nicht einmal in der Pubertät.

Und selbst wenn ich in die E-Musik gehe, gibt es kein kollektives Wissen oder Erinnern an Musik. Test gefällig? Die „Kleine Nachtmusik“ von Mozart kennt so gut wie jede/r: daa dada dadadada daa daa daa da da da da da daa …und wie geht es weiter?

Klar, es gibt Erklärungsmodelle, warum sich eine Tanz- und Liedtradition in Deutschland nie über Jahrhunderte flächendeckend entwickeln konnte – aber das ändert jetzt gerade nicht den neidischen Blick.

 

P.S. Es war meine erste Veranstaltung in einem Theater, dass mit einer Personenkontrolle am Eingang aufwartete. In welchem Land, in welcher Zeit leben wir denn?

 

Der andere hat’s

Mal wieder bei R. Alle zwei, drei Monate bittet er auf Wein und Käse, gepflegtes Gespräch, klassische Musik im Hintergrund. R. ist Mitte 70, einer der frühen schwulen Pioniere, Vater von drei Kinder, mehrfacher Großvater, hat verantwortliche Posten im sozialen Bereich gehabt, ist aufgeschlossen kritisch und lebt derzeit in zwei verschiedenen Städten, weil sein Mann eben nicht hier wohnt.

R. hat die größte CD-Sammlung die ich je in einem Privat-Haushalt gesehen habe. Ich schätze im Wohnzimmer sind es so gut 10.000. Ich weiß, dass es in den anderen Räumen auch noch welche gibt, aber da war ich noch nie.

Seit mehreren Monaten streamt er jetzt seine Musik – und will die CD-Sammlung abgeben.Bloß an welche Institution? (Selbstlos wie ich sein kann, bringe ich mal die Stadtbibliothek ins Spiel, dann hätte ich auch was davon, aber die werden ablehnen müssen, sie müssten einen Raum anbauen.)

Meine Idee alles auf ne Megafestplatte zu überspielen scheitert nicht nur an der Megafestplatte, sondern auch an dem, der’s macht.

Kann ich jetzt aber fragen, ob er mir, bis er weiß, wohin er sie abgibt, Dutzende wenn nicht hunderte CD irgendwie leiht, dass ich mir sie auf ne Festplatte übertragen kann? Und darf ich auch fragen, ob ich was von seinen gekrackten E-Books abbekomme, von denen er irgendwie mehrere hunderte hat? Oder gebietet es der Anstand zu warten, bis er selber fragt?

Gehört gehört

Im Radio lief, während ich in der Badewanne dümpelte und mich wieder leichter machte, indem ich mich an unwesentlichen Stellen mir die Haare rasierte, eine Sendung mit Liedern / Songs von mehr oder weniger talentierten Filmstars. Und leider kam aber nicht der Song, der, meiner Meinung nach, als Höhepunkt hätte kommen müssen:

Ich halte „What ever happen to Baby Jane“ (den ich nur auf deutsch kenne) irgendwie für einen der besten Filmen aller Zeiten. Ich kann mich noch gut erinneren, dass ich mit zwei Leuten im Kino war, ich saß in der Mitte – am Ende hatte ich auf beiden Oberarmen richtig blaue Flecken, weil die beiden sich dauernd in mich verkrallten.

Wer den Film gesehen hat, weiß, dass damit eigentlich alles anfängt:

 

Und die, die sich einfach nochmals an diese Gruselgrausamkeit erinneren wollen – geht nur, wenn man den Film kennt, ansonsten bitte lassen, man vergibt sich sonst zuviel – hier eine kleine Erinnerung:

 

Was für zwei großartige Schauspielerinnen, die damals leider am Ende ihrer Karriere standen.

Kaleidoskop eines Alltags

Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.

Anton Weyrother

weyrother.net

Mijonis chaotische Welt

Leben, Lieben, Queerbeet, Gedanken, Alles in einem

AISTHESIS

Texte zur Ästhetik, Philosophie und Kunstkritik sowie vermischte Bemerkungen

Kritzelkomplex

Just another WordPress.com site

heat'n'eat

The way I cook/Wie ich koche

wirbelwind68

ich lebe intensiv und reflektiert

Musil lesen

"Der Mann ohne Eigenschaften" in weniger als 123 Wochen

Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

KenterKönig

und anderes aus der weiten Welt

herschelmann fotoblog, bestpixel-photowerkstatt-hamburg.de

einige mehr oder weniger tolle Ideen um die Fotografie und die Bildbearbeitung

Rummelschubser

Ein Rummelschubser vs. Glioblastom et alia