Durch die Zeit

Kategorie: Jobmäßiges

Der 1. Koller

Heute hätte ich Home Office. D.h.: Zu Hause sein, hin und wieder mal auf die Dienst-Mails schauen und all das tun, wenn man halt einen Tag zu Hause ist.

Irgendetwas trieb mich aber, mir heute einen Tag Urlaub zu nehmen, damit ich nach dem Nachtdienst guten Gewissens ausschlafen konnte.

Gut gemacht!

In der Abteilung brennt die Hütte – ein erster Lagerkoller sozusagen. Die Geschäftsleitung findet unserere Performance nicht gut (was ich sofort unterschreibe, weil das zum Teil an uns liegt, zum Teil an komplett unklaren Zuständigkeiten im Haus) und zusätzlich teilt der Kollege kräftig aus, der eigentlich morgen die Abteilung wechseln sollte, jetzt aber doch noch bleibt.

Krisengespräch morgen um 8:30. Gute das ich Urlaub habe und das heute mal gelassen aus der Ferne mir anschauen konnte.

Hälfte Hälfte

Die Geschäftsführung hat heute mitgeteilt, dass meine Abteilung die letzte sein wird, die das Haus verlassen wird, wenn es hart auf hart kommt. Aber um unsere „Schlagkraft“ (*) so lange wie möglich zu erhalten, müssen / dürfen wir jetzt gruppenweise nur noch jeden zweiten Tag zur Arbeit, am anderen ist Home Office verordnet. Finde ich ’ne vernünftige Lösung.

Interessanterweise ist aufeinmal der Zugriff auf die Dientsmails von Zuhause eine Sache von Sekunden.

______

(*) Scheint auch nötig zu sein, denn was sich die Organisation letzte Woche geleistet hat ist schon mehr als arg unsensibel gewesen. Der Shitstorm heute ist völlig berechtigt.

Vom Tellerwäscher …

Offiziell ist das nicht! Aber intern in der Abteilung haben wir geklärt, dass ich ab jetzt im Urlaubs- und Krankheitsfall die Pressesprecherin vollumfänglich vertrete. Unterschriftenberechtigung habe ich auch ab jetzt für ein paar Haushaltstitel. Jetzt muss ich mich nur noch an vertrauter Stelle erkundigen, wie viele Sprünge das in der Eingruppierung macht um so gewappnet das Gespräch mit dem Hauptgeschäftsführer zu suchen.

Kreis und Torte

Für einen Großteil der Menschheit dürft es wohl vollkommen egal sein, ob man eine Grafik als Torten- oder Kreis-Diagramm gestaltet. Leider sieht unser CI ein Kreisdiagramm vor – und meine Wenigkeit stand heute vor dem Problem, für eine hochoffizielle Broschüre eine solche zu gestalten. Zum ersten Mal. Meine Vorgängerin nicht erreichbar und der Rest der Kollegenschaft mit soviel Ahnung wie ich: keiner.

Nach zwei Stunden des Probierens, Fluchens, Suchens, Verzweifelns, … dann die Lösung. Einfach in Illustrator nen Tortendiagramm machen (musste ich aber auch erst lernen), dann nach Indesign rüberkopieren, dort die Farben für die Tortenteile vergeben und … TATAAAAAAA … einfach einen zweiten, kleineren, aber weißen Kreis in die Mitte des Tortendiagramms platzieren – fertig ist das Kreisdiagramm.

Und wenn jetzt jemand kommt, der meint, das geht einfacher … der kann mir das in einem Monat schreiben. Jetzt bin ich erstmal stolz auf die selbstgefundene Lösung.

Zehn Minuten und Thomas Bernhard

  • So, jetzt ist es raus. M. verlässt die Abteilung (bzw. wird verlassen – so genau klar ist das nicht). Die Art und Weise, wie die oberste Führung mit ihm umgegangen ist, war definitiv nicht in Ordnung. Aber das er jetzt uns tritt, ist auch nicht gerade so ganz OK.
  • Ich liebe Thomas Bernhard (falls das jemand noch nicht wissen sollte): „Wir haben das Alter erreicht, in welchem wir selbst der Beweis sind für alles, was uns zu  unseren Lebzeiten zugestoßen ist.“ (Der Keller)
  • Ich bin gerade etwas froh, dass ich einigermaßen in Balance bin.
  • Jetzt stehe ich schon zehn Minuten früher als sonst auf, verpasse aber dennoch immer die eine Straßenbahn, die ich haben will. Wo, bitte schön, verschwinden diese zehn Minuten?

*rumpel*

Da ist man mal eine kleine Woche nicht auf Arbeit …

Die dritte Mail war vom Hauptgeschäftsführer (HGF). Info-Termin. Heute. Gleich um 9. Mit der Kollegin zusammen. Unter sechs Augen also.

„War was?“ frage ich die Kollegin in der Kaffeeküche. Die dreht sich zu mir um, verliert ihr Gesicht und legt los.

Man schneidet ein paar Abteilungen neu zu, daher werden ein paar Abteilungen auch  umgesetzt. Wir auch. Ein Kollege von mir wird in eine neue Rolle geschubst, die er sicher so nicht haben will. Muss dann auch sein (sehr große) Büro verlassen und das neue (noch größere) Büro mit zwei anderen (netten) Kollegen teilen. Hat dann zudem einen Abteilungsleiter über sich, den er, obwohl er es nicht war, in meiner Abteilung bisher indirekt gab.

Beim HGF hört sich das natürlich alles viel freundlicher und dynamischer an. Aber auch so, dass es da nichts zu rütteln gibt, obwohl alles noch nicht so ganz in trockenen Tüchern sei, so der HGF.

Mittwoch gibt es eine außerplanmäßige Personalversammlung.

Soll’s geben

Den ganzen Tag was am Job zu arbeiten gehabt. Viel Kleinzeugs, nix von Wichtigkeit, aber immerhin. Und noch Gespräch mit dem Oberchef. Wenn er, als mein dirketer Vorgesetzter sich schon nicht erkundig, wie es mir nach einem halben Jahr im neuen Job geht, dann tu‘ ich’s eben – und lasse fallen, dass ich Kapazitäten frei habe. Das war rein taktischer Natur, denn die Chefsekretärin machte eindeutige Andeutungen und hat mir den Termin mit dem Oberchef gemacht. Mal schauen, welcher Hase jetzt aus welcher Ecke springt.

Probleme gibt’s!

Heute auf der – noch stilleren – Arbeit festgstellt, dass ich bis zum 31. März noch neun Tage Urlaub nehmen muss. Und das unabhängig von den vier Tagen Urlaub und fünf Tagen Bildungsurlaub, die schon genehmigt sind.

Führende Null

nacht | Alle Versuche, den Dauertraum in eine postive Richtung zu lenken, misslingen.

vormittag & nachmittag | Da es nix zu tun gibt, erarbeite ich eine idiotensichere Excelmaske für Auszahlungsanweisungen – was gar nicht so einfach ist und richtig Spaß macht. Wusstet ihr schon, dass es keine Funktion gibt, die eine Ziffernfolge in einer Zelle auf verschiedene Zellen aufteilen kann, wenn die Ziffernfolge mit 0 beginnt?

abend | Kochen erstmal, also das, was noch getan werden muss, der Mann war über Tag schon fleißig: Lachstatar – Tafelspitz – Panna Cotta. Dann P. & S. zum Abendessen.

Wenn man’s nicht weiß?

Ich bin ja u.a. für die Homepage meines Arbeitgebers zuständig. Da sich meine Arbeitsbelastung ja in Grenzen hält, strukturiere ich gerade das Backend neu was u.a. zur Folge hat, dass ich alle Downloads und Bilder anfassen muss. Im Zuge dessen bin ich heute auf vier komplette Unterseiten gestoßen, die aber nicht im Frontend angezeigt werden. Warum? Keine Ahnung, also mich in der entsprechenden Abteilung erkundigt. Frau L. kam dann mit fragenden Blick, ließ sich die Seiten zeigen.

Fazit: Die kleinste Seite haben wir mal schnell auf die aktive integriert, zwei Seiten einfach gelöscht und die letzte – über die sich Frau L. tierisch gefreut hat – bleibt als ‚Geheimseite‘ bestehen.

Anton Weyrother

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