Durch die Zeit

Kategorie: Seelenheil

Doch noch mal

Nach für mich sechs Monaten Pause mal wieder Vorstand von Verein 1 (zweimal war ich, glaub ich, krank, der Rest ist Corona geschuldet). Die Eskalation im Dezember hat Wirkung gezeigt. Der Vorsitzende ist, was das Dauerrederecht betrifft, entmachtet und – man staune – hält sich auch weitgehend daran. Zudem versuchen auch alle andere sich zu den Sachthemen zu äußern und nicht ins Schwafeln zu kommen. (OK, U. kann das von Natur aus wohl nicht, egal … .)

Nach reiflicher Überlegung und positiven / bittenden Rückmeldungen der Geschäftsleitung sowie des Vorsitzenden (!) (aber schon vor Wochen!) fällt es mir leicht unter diesen Umständen auch für die nächste Amtszeit zu kandidieren.

Bei der Rückschau auf die letzten drei Jahren bin ich dann der einzige der klar ausspricht, dass es zu Teilen mehr als nervig war und es zu Frustration und Enttäuschungen geführt hat. Einig sind wir uns alle darin: Egal was war, in der Sacharbeit waren wir stets konstruktiv und lösungsorientiert.

Streicheleinheiten

Der Vorsitzende vom Verein fragt mich heute, ob ich wieder kandidieren werde. Ich schwurbel etwas rum, weil ich wegen ihm eigentlich nicht mehr mitmachen will. Andererseits macht es ja auch Spaß. Ich lasse die Antwort also definitiv offen.

Was folgt ist von ihm und zwei weiteren Mitgliedern des Vorstandes eine Lobhudelei, so dass ich den Eindruck gewinnen könnte, wenn ich mich nicht wieder wählen lasse, dann ist der Verein definitv einen Tag später am Ende.

Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass das nicht auch irgendwie gut getan hat.

Inflationär

Über ein paar Umwege wurde mir heute mitgeteilt, dass ich mich, im Namen unseres Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier, „Held“ nennen dürfe, weil ich, wie die gut 7.000 anderen meiner ehrenamtlichen KollegInnen „zum Erhalt der Solidarität in der Gesellschaft einen wichtigen Beitrag leisten“ würde.

Ich nannte das früher (!) „christliche Nächstenliebe“, vielen nennen es „soziales Engagement“, manche nutzen noch den Begriff „Ehrenamt“.

Heute gestehe ich mir zu, dass mich Neugierde treibt, dass es mich interessiert, was tief in anderen Seelen vorgeht und dass ich die Erfahrung gemacht habe, das zuhören hilft.

Helden sind andere!

 

Nicht auch das noch!

Ich weiß, wir haben gerade echt andere Probleme. Aber muss dieser sauidiotische und total unnütze Wechsel zur Sommerzeit noch dazukommen? Ich hab‘ da immer gleich zwei, drei Wochen was von – zum kotzen, aber so was von!

OK, dieses Jahr versuche ich mich mal selber komplett aus den Takt zu bringen und mache Montag gleich mal ’nen Nachtdienst, vielleicht rüttelt das dann alles andere etwas schneller zu recht.

Abspannung

Morgens Prüfungen. Ich geb hier einfach mal zu, dass es schon mal ganz schön war, in der Mitte der beiden Prüferkollegen zu sitzen und quasi den Vorsitz zu haben. Hab‘ heute auch ein ganz neues Prüfungsfragenset ausprobiert, was sich für mich dadurch auszeichnet, dass ich eine Frage nach der anderen aus den Antworten des Prüflings ableiten kann (auch wenn die Anwort falsch ist) und ich eine Mischung aus harten , langweiligen Fakten habe wie auch ‚weiche‘ Fragen, bei denen der Prüfling zeigen muss, ob er kapiert hat, warum er was wie macht.

Am späten Nachmittag noch Dienst. Überraschend vier recht anstrengende und herausfordernde Gespräch. Beim letzten sind mir dann danach die Tränen gekommen, war etwas arg nah an meinem Thema. Aber dennoch alles gut.

Ende Gelände jetzt – waren irgendwie sechs anstrengede Wochen bisher und es ist einfach gut, dass ich nächste Woche Urlaub habe (um einen Teil des Resturlaubs zu verballern) und mit mir in einen Leseurlaub fahre (wo ich dann auch nackt in der Sauna sitzen kann).

Laberrunde

Warum hören sich (manche / einige / viele) Menschen so gerne reden?

Warum bekommen Menschen nicht mit, dass sie die gleiche Geschichte nun zum xten Mal erzählen?

Warum müssen Menschen, die etwas erzählt haben, das auch immer gleich noch mindestens einmal wiederholen?

Und warum erzählen Menschen auf das gerade Gehörte mit Geschichten, die gar nicht zu dem gerade Gehörten passen?

Ich bin wohl einfach zu pragmatisch.

Für A.

nacht | Kurz vor vier ist für mich die Nacht endgültig rum. Bis sechs verbringe ich sie im Bett mit einer Philippika nach der anderen gegen den Vorstandsvorsitzenden von Verein 1. Um sechs beschließe ich liegen zu bleiben und mich krank zu melden.

vormittag | Das Protokoll von gestern hat dann doch die Länge von sechs Zeilen und einen kleinen Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen. Mir egal, ob das dann rausfällt oder nicht. Telefoniere mit A. die ins Krankenhaus musste. Sie ist dennoch guter Dinge, kommt morgen wieder raus und will mich lieber dann sehen. Ansonsten Lektüre und Schubert.

nachmittag | Wärmflasche, Lektüren, Schubert.

abend | Lektüren, Badewanne, kein Schubert sondern irgendwas im Fernsehen.

heute

vormittags | Ich nehme mir ein Herz und wälze Fachliteratur, surfe im Internet, versuche zu kapieren, probiere aus, lese Hilfsseiten … jetzt sind alle aktuellen Durckprofile geladen und ich hab verstanden, um was es geht.

mittags | Teambildungsmaßnahme der Abteilung. D.h. für jede/n 2 x Glühwein und 1 x Apfelstrudel-Vanille-Likör (oder so) auf dem nahen Weihnachtsmarkt.

nachmittags | Wie sitze ich am besten hinter dem Schreibtisch, dass es so aussieht, als würde ich etwas tun, aber ich in Wahrheit schlafe?

früher abend | Vorstandssitzung Verein 1. Sollen wir umziehen oder doch nicht? Nach knapp eineinhalb Stunden platzt mir aber sowas der Kragen – OK, ich gebe zu, ich bin da gerade arg sensibilisert – und bezichtige den Vorsitzenden als „Zeitvernichter“ . Andere Argumente nicht wirklich gelten lassen und seine eigenen immer und immer wieder zu wiederholen halte ich nämlich definitv nicht für zielführend. Dann beschwere ich mich noch auf das heftigste, dass ich es fast schon als persönliche Beleidigung ansehe, dass mir als Schatzmeister für die Vorstellung des Haushaltes notmäßig dann noch gerade fünf Minuten eingeräumt werden. Es sind dann doch immerhin sieben Minuten die ich für knapp 250.000 Euro bekome, die ich darauf verwende um a) klar zu machen, dass der Vorstand für den Haushalt mit dem eigenen Privatvermögen haftet und b) drei Posten – aus Zeitgründen versteht sich – nicht erläutere und so der Geschäftsführung und mir finanziellen Spielraum ermögliche.

abend | Die Stimmung beim sich anschließenden Weihnachtsessen (gleiches Restaurant wie gestern, gleicher Tisch) ist dementsprechend – lockert sich aber nach den ersten Gläsern Wein etwas. Meine Hauptfrage: Macht mir Beisitzer D., der immer nur zum Weihnachtsessen kommt, nun schöne Augen oder bilde ich mir das nur ein?

Wie weit geht Toleranz?

Heute Abend immer mal wieder überlegt, was ich denn heute bloggen könnte. Einfach ein normaler Tag, nix wirklich Tolles, nix wirklich Schlechtes? Alles so in der Mitte. Aber trotzdem ok, einfach mal eben ruhig und quasi fast schon ausgeglichen.

Bis gerade eben.

Da rief H. an. Verein 1. Sie hat gerade Dienst. Aber der Computer, die Vorgängerin hätte sich nicht abgemeldet und jetzt wisse sie nicht, wie sie sich abmelden könne. OK, noch eine einfach Übung ihr zu erkären, abmelden ist abmelden, egal unter welchen Namen. Aber, so sie, das ginge nicht, weil die Fläche weg wäre, also der Button. OK, der fand sich dann doch wieder oben rechts, war also nicht gewandert. Aber vom System schien sie un/freiwillig abgemeldet worden sein – das passiert. Bloß wie minimiert man nen Task? Wo findet man links – das andere rechtes – oben ein Icon – „Ich sehe da nur bunte Dinger“ – und wie klickt man mit der Maus?

OK, H. ist 70+ und sicher in diesen Dingen nicht ’native‘ – aber rechts, oben, unten und links? Und blau auf weiß?

Ich geb’s zu. Wenn diese Basics fehlen, dann hört meine Toleranz echt schnell auf. Da bin ich vielleicht echt ungerecht und es tut mir auch etwas leid, dass ich H. dann – siehe gestern – etwas despotisch auf „ja“ und „nein“ reduzierte, aber was interessiert mich in der Situation, dass der weiße Pfeil auf blauem Grund, ne, blauer Pfeil auf weißem Grund nach rechts zeigt, nein, nach links, nein, irgendwie in beide Richtungen, was sie daran erinnert, dass beide Richtungen nicht gut sind im Wanderurlau, aber das Tirol im Gegensatz zum Bayern fiel schöner sein, vorallem, wenn man dieses eine Hotel …

Rekord

Der Vorstizende von Verein 1 hat es heute geschafft, dass die Vorstandssitzung nur 110 Minuten dauerte. (Gewöhnlicherweise knacken wir die 120-Marke locker und liegen meist bei 150 und mehr. Ach so, die offizielle Dauer liegt bei 90 Minuten.)

Wie kam dieser Rekord zustande, obwohl die Tagesordnung echt nicht schmal war?

  • Alle Vorstandsmitglieder beschränkten sich bei ihren Redebeiträgen auf das Notwendigste.
  • Die Geschäftsführerin erstattet einen so knappen Bericht, dass er den Begriff ‚Bericht‘ eigentlich gar nicht mehr verdiente.
  • K. ist dem Vorsitzenden sofort ins Wort gefallen, wenn er mal wieder von Dingen erzählte, die jetzt so gar keinen Bezug zum Thema hat.
  • Ich stellte daraufhin flux jeweils einen Antrag zur Abstimmung, der die Sachlage zusammenfasste und auf den Punkt brachte.
  • Alle Vereinsmitglieder hatten – ohne das der Vorsitzende Zeit hatte, den Antrag umzuformulieren – die Hände oben.
  • Bei den Terminfindungen für nächstes Jahr (immerhin 14 Termine) hab‘ ich mal den Despoten gegeben und bin strukturiert durch den Kalender und habe nur noch ‚Ja‘ und ‚Nein‘ als Redebeitrag zugelassen.
  • Und schließlich wohl der Hauptgrund: Der Vorsitzende war durch eine Erkältung leicht angeschlagen und wohl ganz froh, dass andere ein bisschen das Heft in die Hand genommen haben.
Anton Weyrother

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