Durch die Zeit

Kategorie: Seelenheil

Vorgeschlafen

Die Sonne schien zwar – aber das machte die Stimmung im Zimmer nur schöner, meine Müdigkeit dagegen nicht weniger. Ausgedehnter Mittagsschlaf. Lange nicht mehr so wohlig geschlafen, auch wenn der Traum etwas doof war (aber wann sind sie das denn nicht?). Jetzt versuche ich diese Stimmung in den Abend und über die lange Nacht zu retten und freu mich, wenn ich dann morgen mich wieder hineinkuscheln kann in mein Bett.

Dreierlei

Die Chefin von Verein 1 sprach mit heute an.

  1. Ob ich doch den Dienst am Montag übernehmen könne, auch wenn sie herausgehört hätte, dass es soo recht mir nicht wäre. Gut, dann mach‘ ich den halt aber gebe dafür den Dienst am darauffolgenden Montag ab – Sport muss ja auch sein.
  2. Die Diensstelle in H. hätte angefragt, ob sie einen Tagesseminar zu einem bestimmten Thema machen würde. Da sie aber am Wochenende nicht mehr in den Einsatz will, wäre ihr eingefallen, dass sie mich ja vorschlagen könnte, schließlich hätte ich Erfahrung. Da sag ich natürlich nicht nein, weil ich sowas wirklich sehr gerne mache und da ich ihre Unterlagen benutzen kann und das Seminar nicht von Grund aus neu konzipieren muss. Geld gäbe es auch aber – wie das immer so ist – es ist erstmal nur eine Anfrage.
  3. Und ich müsste für das Streichen vom großen Gruppenraum eine Rechnung stellen. Das möchte sie nicht als freiwillige Leistung anerkennen und ob 20 Euro die Stunde OK sind. Der Schatzmeister in mir sagte zwar 15 – aber auch ich kann mich ja auch mal überhören, oder?

Laberrunde

Die monatliche Laberrunde. In der Zwischenzeit mag ich sie ja sehr, denn die Supervisorin ist einfach richtig gut.

Heute haben wir sogar drei Themen geschafft, weil wir überraschend schnell immer an die jeweiligen Kerne gekommen sind.

Nummer drei war übrigens mein Thema. Ich knapse nach wie vor an diesem Gespräch und jetzt an den Rückmeldungen. Ich bin ja echt so eher ein rationaler Typ und gehöre zu denen, die gerne Struktur (mit definierten Ausnahmen (notfalls auch undefinierten)) haben. Struktur heißt für mich, dass man wenn man über Sex reden will, nicht übers Kochen redet und sich im Austausch von Kochrezepten ergeht.

Aber da gab es eben dieses Gespräch, bei dem ich rational und bewußt spontan mich entschied, eben nicht überlegt-rational zu sein, sondern aus dem Bauch heraus zu antworten.

Und als ich von den knapp fünf Minuten erzählte – denn länger war das Gespräch wirklich nicht – hatte ich wieder Herzklopfen wie während dem Gespräch.

Ich bin jetzt nicht wirklich viel schlauer, aber a) ich kapiere, dass ich noch ein Stück mehr meinem Bauch vertrauen (!) kann (und sollte) und b) es gibt eben wohl ‚magische‘ Momente, bei denen zwei Menschen zufällig aufeinandertreffen und für diesen einen einzigen Moment ganz genau das sind, was gerade nötig / notwendig ist.

Und dank der Supervisorin beginne ich zu kapieren, was er Unterschied zwischen Therapie und Seelsorge ist.

Da gibt es noch einen Weg, den ich gerne in Angriff nehme, auch wenn es teilweise steil werden wird.

Eine Mail – fünf Köpfe

Fünf Leute über eine Mail gebeugt. Überlegen, wie man darauf am Besten antworten könnte. Wägen ab. Argumentieren. Geben zu Bedenken. Nach einer Stunde wird das Ergebnis betrachtet und für gut befunden.

Offen bleibt, ob die Antwortmail je gelesen wird. Offen bleibt, ob es überhaupt eine Antwort geben wird.

Aber wir machen das, denn genauso gut könnte sie gelesen werden, könnte es zu einer Antwort kommen, könnte es zu einem hilfreichen Kontakt kommen.

Heute war es das erste Mal, dass ich auf uns irgendwie ein bisschen stolz war.

Für mich für Sommer

Heute Nr. 3 neben mir gehabt, die zuhörte, um von mir zu lernen. Und da ich selber vor sieben Jahren diese Phase im Grunde die allerwichtigste fand (und denen, denen ich zuhören durfte, immer noch dankbar bin), habe ich für die ZuhörerInnen ein kleines ‚Konzept‘ entwickelt. Will heißen, ich habe mir ein paar (geschickte?) Fragen überlegt, zu denen sie Stellung nehmen sollen, um in der Praxis die in der Theorie exerzierten wichtigen Momente zu üben. Die erste Frage, total simpel, ist beispielsweise: „Was hast Du gehört an harten Fakten?“. Die zweite: „Was hast Du an Themen (heraus)gehört?“. Ich finde, diese Fragen sind klar und deutlich. Spätere Fragen wie „Was sagte der Bauch“ sind schwer zu beantworten, weil der Bauch manchmal ja auch schweigt.

Interessanterweise haben Nr. 2 und Nr. 3 auf die ersten drei Fragen das geantwortet, was auf die nicht gestellte Frage „Was habe ich gut gemacht?“ Antwort gewesen wäre. Und als es darum ging, die gehörten Themen zu reflektierten, waren beide äußerst schnell dabei in ihrer eigenen Geschichte einen Fall zu suchen, der so „ähnlich“ war, um dann davon zu sprechen.

Nr. 1 dagegen unterwarf sich meinem ‚Konzept‘ und überraschte mich echt, da er wirklich zuhören kann.

Ähnlich spannend, wenn ich dann das Gespräch aus meiner Erfahrung kommentierte. Nr. 2 und Nr. 3 waren da schon längst bei ihren eigenen Geschichten angekommen, während Nr. 1 ggf. nachfragte und auch eigene Geschichte verknüpfte, aber immer eingeleitet mit der Frage: „Meinst Du, das ist so ähnlich wie …?“

Nr. 1 ist männlich, Nr. 2 und Nr. 3 weiblich. Und da sage man jetzt bitte nicht, dass Männer nicht zuhören können.

Jährliche Einmaligkeit

Seit nunmehr sieben Jahren das Jahrestreffen der Ausbildungsgruppe von Verein 1. M. stellt Wohnung und Getränke, Essen und Input bringen dann alle andere mit. Die Eingangsrunde dauert halt ihre zwei Stunden und ist pure Hochspannung. Dann Essen des Mitgebrachten – und lange hat es bisher noch nie gedauert, dass alle (!) gemeinsam diskutieren.

Zu schön, um zu hoffen, dass es zwei Mal im Jahr funktionieren würde.

Mehr als genug

Einfach zu müde, um über die drei Sitzungen heute abzulästern. Aber ich stellte mal wieder fest: Es gibt einfach zu viel Worte in der Welt.

Ex-Lehrer halt

Sonntag. Kurz nach 8 Uhr (!). Das Telefon (!) klingelt. Es ist W. von Verein 1. Er will nur schnell ausrichten, dass er S. vom Problem unterrichtet hat und ich daher nicht gebraucht werde.

Ins Unreine

Ich glaub‘, ich bin halt einfach komisch. Ich will das eine, das andere sicher nicht. Und wenn ich das andere nicht bekomme, weil ich es ja nicht will, bin ich trotzdem dann doch (irgendwie) enttäuscht. (Ich bleib jetzt einfach mal so theoretisch – nach dem Tag einfach keine Lust mehr, das an dem Beispiel zu erläutern, weil zu aufwändig und letztendlich dann doch wieder zu missverständlich.)

Ich vermute zudem immer stärker, dass meine ‚Befindlichkeiten‘ in dieser Hinsicht auch viel komplexer sind, da ich keinen echten Ort habe, an dem ich mich wirklich zeigen / beweisen kann. Es gibt zwar immer mal Gelegenheiten – aber auf die muss ich warten / hoffen und diese habe auch keine ‚Beständigkeit‘. Deswegen oft das Gefühl, dass ich mich vordränge, mich in den Vordergrund spiele, ‚das Wort führe‘, mich dann aber bewusst wieder zurücknehme (was manchmal echt schwer fällt und manchmal auch leider nicht klappt) …

Von heute, nach all den Vorbereitungen, die neben viel Zeit auch einigen Hirnschmalz und Überzeugungsarbeit gekostet haben, bleibt ein schaler, unzufriedener Geschmack.

Ich weiß, das ist jetzt alles irgendwie kryptisch, unklar, vielleicht auch widersprüchlich … aber das wird das Blog und die Leser*innen schon aushalten. Irgendjemand aus meinem Kreis sagte früher auch immer gerne: „Das ist jetzt mal ins Unreine gesprochen“.

 

 

Tag Nacht Tag Nacht Tag …

Mal wieder mir dir Nacht um die Ohren geschlagen. Eigentlich für nix. Nach diesmal neun Stunden frage ich mich ernsthaft, was das eigentlich soll.

Dafür um 7 schon ins Bett für drei Stunden, statt erst am Nachmittag. Zwar nicht gut geschlafen, das war eher so ein dämmern, aber meinen Traumfreund mal wieder getroffen. Mit dem bin ich zwar nicht zusammen, aber wir freuen uns immer sehr, wenn wir uns sehen und ich glaube, da passiert noch was mit uns, so nahe wir uns heute aneinandergekuschelt haben.

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