Durch die Zeit

Kategorie: Seelenheil

Für A.

nacht | Kurz vor vier ist für mich die Nacht endgültig rum. Bis sechs verbringe ich sie im Bett mit einer Philippika nach der anderen gegen den Vorstandsvorsitzenden von Verein 1. Um sechs beschließe ich liegen zu bleiben und mich krank zu melden.

vormittag | Das Protokoll von gestern hat dann doch die Länge von sechs Zeilen und einen kleinen Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen. Mir egal, ob das dann rausfällt oder nicht. Telefoniere mit A. die ins Krankenhaus musste. Sie ist dennoch guter Dinge, kommt morgen wieder raus und will mich lieber dann sehen. Ansonsten Lektüre und Schubert.

nachmittag | Wärmflasche, Lektüren, Schubert.

abend | Lektüren, Badewanne, kein Schubert sondern irgendwas im Fernsehen.

heute

vormittags | Ich nehme mir ein Herz und wälze Fachliteratur, surfe im Internet, versuche zu kapieren, probiere aus, lese Hilfsseiten … jetzt sind alle aktuellen Durckprofile geladen und ich hab verstanden, um was es geht.

mittags | Teambildungsmaßnahme der Abteilung. D.h. für jede/n 2 x Glühwein und 1 x Apfelstrudel-Vanille-Likör (oder so) auf dem nahen Weihnachtsmarkt.

nachmittags | Wie sitze ich am besten hinter dem Schreibtisch, dass es so aussieht, als würde ich etwas tun, aber ich in Wahrheit schlafe?

früher abend | Vorstandssitzung Verein 1. Sollen wir umziehen oder doch nicht? Nach knapp eineinhalb Stunden platzt mir aber sowas der Kragen – OK, ich gebe zu, ich bin da gerade arg sensibilisert – und bezichtige den Vorsitzenden als „Zeitvernichter“ . Andere Argumente nicht wirklich gelten lassen und seine eigenen immer und immer wieder zu wiederholen halte ich nämlich definitv nicht für zielführend. Dann beschwere ich mich noch auf das heftigste, dass ich es fast schon als persönliche Beleidigung ansehe, dass mir als Schatzmeister für die Vorstellung des Haushaltes notmäßig dann noch gerade fünf Minuten eingeräumt werden. Es sind dann doch immerhin sieben Minuten die ich für knapp 250.000 Euro bekome, die ich darauf verwende um a) klar zu machen, dass der Vorstand für den Haushalt mit dem eigenen Privatvermögen haftet und b) drei Posten – aus Zeitgründen versteht sich – nicht erläutere und so der Geschäftsführung und mir finanziellen Spielraum ermögliche.

abend | Die Stimmung beim sich anschließenden Weihnachtsessen (gleiches Restaurant wie gestern, gleicher Tisch) ist dementsprechend – lockert sich aber nach den ersten Gläsern Wein etwas. Meine Hauptfrage: Macht mir Beisitzer D., der immer nur zum Weihnachtsessen kommt, nun schöne Augen oder bilde ich mir das nur ein?

Wie weit geht Toleranz?

Heute Abend immer mal wieder überlegt, was ich denn heute bloggen könnte. Einfach ein normaler Tag, nix wirklich Tolles, nix wirklich Schlechtes? Alles so in der Mitte. Aber trotzdem ok, einfach mal eben ruhig und quasi fast schon ausgeglichen.

Bis gerade eben.

Da rief H. an. Verein 1. Sie hat gerade Dienst. Aber der Computer, die Vorgängerin hätte sich nicht abgemeldet und jetzt wisse sie nicht, wie sie sich abmelden könne. OK, noch eine einfach Übung ihr zu erkären, abmelden ist abmelden, egal unter welchen Namen. Aber, so sie, das ginge nicht, weil die Fläche weg wäre, also der Button. OK, der fand sich dann doch wieder oben rechts, war also nicht gewandert. Aber vom System schien sie un/freiwillig abgemeldet worden sein – das passiert. Bloß wie minimiert man nen Task? Wo findet man links – das andere rechtes – oben ein Icon – „Ich sehe da nur bunte Dinger“ – und wie klickt man mit der Maus?

OK, H. ist 70+ und sicher in diesen Dingen nicht ’native‘ – aber rechts, oben, unten und links? Und blau auf weiß?

Ich geb’s zu. Wenn diese Basics fehlen, dann hört meine Toleranz echt schnell auf. Da bin ich vielleicht echt ungerecht und es tut mir auch etwas leid, dass ich H. dann – siehe gestern – etwas despotisch auf „ja“ und „nein“ reduzierte, aber was interessiert mich in der Situation, dass der weiße Pfeil auf blauem Grund, ne, blauer Pfeil auf weißem Grund nach rechts zeigt, nein, nach links, nein, irgendwie in beide Richtungen, was sie daran erinnert, dass beide Richtungen nicht gut sind im Wanderurlau, aber das Tirol im Gegensatz zum Bayern fiel schöner sein, vorallem, wenn man dieses eine Hotel …

Rekord

Der Vorstizende von Verein 1 hat es heute geschafft, dass die Vorstandssitzung nur 110 Minuten dauerte. (Gewöhnlicherweise knacken wir die 120-Marke locker und liegen meist bei 150 und mehr. Ach so, die offizielle Dauer liegt bei 90 Minuten.)

Wie kam dieser Rekord zustande, obwohl die Tagesordnung echt nicht schmal war?

  • Alle Vorstandsmitglieder beschränkten sich bei ihren Redebeiträgen auf das Notwendigste.
  • Die Geschäftsführerin erstattet einen so knappen Bericht, dass er den Begriff ‚Bericht‘ eigentlich gar nicht mehr verdiente.
  • K. ist dem Vorsitzenden sofort ins Wort gefallen, wenn er mal wieder von Dingen erzählte, die jetzt so gar keinen Bezug zum Thema hat.
  • Ich stellte daraufhin flux jeweils einen Antrag zur Abstimmung, der die Sachlage zusammenfasste und auf den Punkt brachte.
  • Alle Vereinsmitglieder hatten – ohne das der Vorsitzende Zeit hatte, den Antrag umzuformulieren – die Hände oben.
  • Bei den Terminfindungen für nächstes Jahr (immerhin 14 Termine) hab‘ ich mal den Despoten gegeben und bin strukturiert durch den Kalender und habe nur noch ‚Ja‘ und ‚Nein‘ als Redebeitrag zugelassen.
  • Und schließlich wohl der Hauptgrund: Der Vorsitzende war durch eine Erkältung leicht angeschlagen und wohl ganz froh, dass andere ein bisschen das Heft in die Hand genommen haben.

Laberrunde – uff

Wir sind zu siebt. Das hat es lange nicht mehr gegeben. Die Supervisorin macht mal einen ganz anderen Einstieg und gibt das Thema „Veränderung“ vor. Als hätte ich da gerade nicht genug davon in und wegen und mit der Therapie. Ich halte es jedenfalls kurz, worauf sie aber meint, man sähe es mir an, dass ich gerade viel arbeiten würde.

Dann bringt A. einen Fall ein – selten genug in letzter Zeit, dass wir Fallarbeit machen, was aber ja Sinn und Zweck der Veranstaltung für uns ist. Mit jedem Satz, den sie länger ihren Fall beschreibt, sinke ich in meinem Stuhl innerlich zusammen. Denn das, was sie da schildert, ist genau das, was mich seit vier, fünf Wochen so heftig umtreibt.

Ich nehme irgendwann dann auch – vorsichtig – dazu Stellung und bemerke aber, wie die Supervisorin mich aufmerksam beobachtet, als es um die Fragen nach Umgang und Handlungsempfehlung geht.

Heftig war’s dann, als die Gruppe den Fall ‚bewerteten‘ … der Zufall wollte es, dass ich dann gehen musste (was ich auch vorher angekündigt hatte).

Hätte ich nicht gebraucht heute – aber es ist ja noch etwas Therapiewein da.

Laberrunde

Mal wieder wenig inspirierend. Es fehlen auch dauernd welche. Irgendwie sind wir nach 1,5 Jahren keine Gruppe geworden. Aber irgendwie nicht mein Problem.

Dann doch immerhin eine schöne Metapher für Beratungen: Entweder mitlaufen oder gegenhalten. Beides geht nicht gleichzeitig.

Zu heute (2)

Vortrag im Verein 1. Ich habe 16 Folien vorbereitet und bin mir echt unsicher, ob ich die 45 Minuten überhaupt vollbekomme. Denn alles Wesentliche steht ja auf den Folien.

Ist natürlich dann ganz anders und ich muss Dinge einfach weglassen oder abkürzen oder nur anspielen.

Das war mal wieder so eine Moment, in dem ich selber von mir überrascht bin, was ich eigentlich alles weiß und in Beziehung setzen kann.

Ich überziehe nur zehn Minuten, dann sind die ZuhörerInnen regelrecht erschlagen (war aber auch ein schwieriges Thema), die anschließende Diskussion ist zwar schleppend, aber überraschend kontrovers.

Selber dran schuld

Fast den ganzen Tag am Schreibtisch. Ich war so naiv und habe Verein 1 angeboten, nächsten Dienstag zum ‚Weltsuizidpräventionstag‘ das Buch von Thomas Macho „Das Leben nehmen – Suizid in der Moderen“ in einer dreiviertel Stunde vorzustellen. Aber wie fasst man über 400 Seiten angemessen zusammen? Ich sollte in Zukunft etwas vorsichtiger sein mit solchen Angeboten.

MV – oder wie bekomme ich, also man(n), also frau multiple Orgasmen

Mitgliederversammlung Verein 1. (Das mit der 1 kann ich ja eigentlich lassen, denn es gibt ja nur noch den einen.) Neben die Vorstellung des Haushaltsabschlusses 2018 und der Planung 2019 – quasi der „geheime Höhepunkt“ (Vorsicht: Ironie!), denn steckt immer eine Menge Arbeit von mir drin, schließlich bin ich Schatzmeister – gab es noch als ein formal wichtiges Thema Satzungsänderungen. Die waren in toto vom Finanzamt vorgegeben. Aber da gab es doch drei WichserInnen (zwei weiblich, einer männlich), die wohl multiple Orgasmen erlebten, als sie jede, aber auch wirklich jede Änderung „kritisch“ hinterfragen mussten, um beständig die Anwort zu bekommen: „Wenn wir das nicht so beschließen, verlierern wir unserere Gemeinnützigkeit“. Da wurde um juristische Formulierungen diskutiert, ob man nicht hier vielleicht …

Wenn es wenigstens um etwas inhaltliches gegangen wäre, OK, dann klar, dass da einige / viele so ihre Show brauchen, sollen sie auch haben. Aber bei Formalien? Ich komme einfach nicht unverletzt durch die Tür, wenn ich sie vorher nicht aufmache. Aber muss ich mir sie danach noch mehrfach auf den Schädel schlagen?

Das  sind für mich Lebenszeitvernichter.

Was ich mich frage: Den anderen ging das genauso auf den Nerv – aber so wie ich sagt niemand was. Falsche Rücksicht?

Hose runter

Sommerfest Verein 1. Ich hab’s ganz gerne. Man sieht mal wieder den ein oder die andere, kann sich auf den neusten Stand bringen, lernt die Neuen ggf. etwas kennen – kurz, eine gewisse Art von Kontaktbörse.

B. war auch wieder da. Ich kann es nicht erklären, warum ich sie mag – obwohl unserer Kommunikation schlichweg bemüht ist. Man kann es auch als „schleppend“ bezeichnen.

Ich kenne ihren Mann, der mir bei zwei Glas Wein die Tragik seines Lebens vor die Füße gekotzt hat. Ich mag ihn auch. Zudem hat er Kompetenzen, die für Verein 1 echt von Wert sind.

Ich suche also heute wieder die Nähe zu B. nehme mir aber vor, ihren Mann (C.) nicht zu thematisieren. Wie immer: Das Gespräch schleppt sich so hin.

Einige Zeit später – mir sind die die Themen endgültig ausgegangen – kommt von ihr die Aussage, dass sie nicht so gerne bei uns zum Essen wäre, weil sie dann ja wieder gehen müsste. (Und hier gibt es irgendwo einen Eintrag von einem Abendssen mit B. und C., das einfach nicht enden wollte – finde ihn aber gerade nicht.)

Das haut mich dann doch von den Socken.

Klar wird mir, dass da viel mehr Körperliches im Spiel ist, als ich mir gedacht habe. Sie zieht ein Kleid an, weil ich wohl irgendwann mal gesagt haben soll, dass rot ihr steht. (Kann ich mich nicht erinnern.) Ich finde ihr Kleid, ob rot oder nicht (ich hab‘ ne rot-gürn-Schwäche) einfach nur … perfekt. Und ja … ich finde sie attraktiv, sehr sogar.

Mal wieder was gespürt – es aber nicht in den vergangenen vier Jahren nicht interpretieren können. Ärgert mich etwas.

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