Durch die Zeit

Kategorie: Seelenheil

Wiedergewählt

Bin mir gerade nicht so sicher, ob das eine gute Entscheidung war, nochmals für drei Jahre zu kandidieren, denn der Vorsitzende fand mal wieder kein Ende.

Immerhin ist G. jetzt mit dabei, der eher vernunftgesteuert ist. Dafür aber auch M., eher emotional-kompliziert.

Doch diesmal gibt es einen Rettungsanker: Im Fall der Fälle stehen sogar zwei Nachrücker bereit.

Angekommen

Am Ende des Gesprächs meinte die Anrufende: „Sie machen das echt gut, was Sie da machen.“

Ich hab‘ mich gefreut und schlicht „Danke!“ gesagt.

Auch so ein Therapieerfolg wie ich finde, früher hätte ich nämlich irgendwie abgewiegelt, relativiert.

Doch noch mal

Nach für mich sechs Monaten Pause mal wieder Vorstand von Verein 1 (zweimal war ich, glaub ich, krank, der Rest ist Corona geschuldet). Die Eskalation im Dezember hat Wirkung gezeigt. Der Vorsitzende ist, was das Dauerrederecht betrifft, entmachtet und – man staune – hält sich auch weitgehend daran. Zudem versuchen auch alle andere sich zu den Sachthemen zu äußern und nicht ins Schwafeln zu kommen. (OK, U. kann das von Natur aus wohl nicht, egal … .)

Nach reiflicher Überlegung und positiven / bittenden Rückmeldungen der Geschäftsleitung sowie des Vorsitzenden (!) (aber schon vor Wochen!) fällt es mir leicht unter diesen Umständen auch für die nächste Amtszeit zu kandidieren.

Bei der Rückschau auf die letzten drei Jahren bin ich dann der einzige der klar ausspricht, dass es zu Teilen mehr als nervig war und es zu Frustration und Enttäuschungen geführt hat. Einig sind wir uns alle darin: Egal was war, in der Sacharbeit waren wir stets konstruktiv und lösungsorientiert.

Streicheleinheiten

Der Vorsitzende vom Verein fragt mich heute, ob ich wieder kandidieren werde. Ich schwurbel etwas rum, weil ich wegen ihm eigentlich nicht mehr mitmachen will. Andererseits macht es ja auch Spaß. Ich lasse die Antwort also definitiv offen.

Was folgt ist von ihm und zwei weiteren Mitgliedern des Vorstandes eine Lobhudelei, so dass ich den Eindruck gewinnen könnte, wenn ich mich nicht wieder wählen lasse, dann ist der Verein definitv einen Tag später am Ende.

Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass das nicht auch irgendwie gut getan hat.

Inflationär

Über ein paar Umwege wurde mir heute mitgeteilt, dass ich mich, im Namen unseres Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier, „Held“ nennen dürfe, weil ich, wie die gut 7.000 anderen meiner ehrenamtlichen KollegInnen „zum Erhalt der Solidarität in der Gesellschaft einen wichtigen Beitrag leisten“ würde.

Ich nannte das früher (!) „christliche Nächstenliebe“, vielen nennen es „soziales Engagement“, manche nutzen noch den Begriff „Ehrenamt“.

Heute gestehe ich mir zu, dass mich Neugierde treibt, dass es mich interessiert, was tief in anderen Seelen vorgeht und dass ich die Erfahrung gemacht habe, das zuhören hilft.

Helden sind andere!

 

Nicht auch das noch!

Ich weiß, wir haben gerade echt andere Probleme. Aber muss dieser sauidiotische und total unnütze Wechsel zur Sommerzeit noch dazukommen? Ich hab‘ da immer gleich zwei, drei Wochen was von – zum kotzen, aber so was von!

OK, dieses Jahr versuche ich mich mal selber komplett aus den Takt zu bringen und mache Montag gleich mal ’nen Nachtdienst, vielleicht rüttelt das dann alles andere etwas schneller zu recht.

Abspannung

Morgens Prüfungen. Ich geb hier einfach mal zu, dass es schon mal ganz schön war, in der Mitte der beiden Prüferkollegen zu sitzen und quasi den Vorsitz zu haben. Hab‘ heute auch ein ganz neues Prüfungsfragenset ausprobiert, was sich für mich dadurch auszeichnet, dass ich eine Frage nach der anderen aus den Antworten des Prüflings ableiten kann (auch wenn die Anwort falsch ist) und ich eine Mischung aus harten , langweiligen Fakten habe wie auch ‚weiche‘ Fragen, bei denen der Prüfling zeigen muss, ob er kapiert hat, warum er was wie macht.

Am späten Nachmittag noch Dienst. Überraschend vier recht anstrengende und herausfordernde Gespräch. Beim letzten sind mir dann danach die Tränen gekommen, war etwas arg nah an meinem Thema. Aber dennoch alles gut.

Ende Gelände jetzt – waren irgendwie sechs anstrengede Wochen bisher und es ist einfach gut, dass ich nächste Woche Urlaub habe (um einen Teil des Resturlaubs zu verballern) und mit mir in einen Leseurlaub fahre (wo ich dann auch nackt in der Sauna sitzen kann).

Laberrunde

Warum hören sich (manche / einige / viele) Menschen so gerne reden?

Warum bekommen Menschen nicht mit, dass sie die gleiche Geschichte nun zum xten Mal erzählen?

Warum müssen Menschen, die etwas erzählt haben, das auch immer gleich noch mindestens einmal wiederholen?

Und warum erzählen Menschen auf das gerade Gehörte mit Geschichten, die gar nicht zu dem gerade Gehörten passen?

Ich bin wohl einfach zu pragmatisch.

Für A.

nacht | Kurz vor vier ist für mich die Nacht endgültig rum. Bis sechs verbringe ich sie im Bett mit einer Philippika nach der anderen gegen den Vorstandsvorsitzenden von Verein 1. Um sechs beschließe ich liegen zu bleiben und mich krank zu melden.

vormittag | Das Protokoll von gestern hat dann doch die Länge von sechs Zeilen und einen kleinen Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen. Mir egal, ob das dann rausfällt oder nicht. Telefoniere mit A. die ins Krankenhaus musste. Sie ist dennoch guter Dinge, kommt morgen wieder raus und will mich lieber dann sehen. Ansonsten Lektüre und Schubert.

nachmittag | Wärmflasche, Lektüren, Schubert.

abend | Lektüren, Badewanne, kein Schubert sondern irgendwas im Fernsehen.

heute

vormittags | Ich nehme mir ein Herz und wälze Fachliteratur, surfe im Internet, versuche zu kapieren, probiere aus, lese Hilfsseiten … jetzt sind alle aktuellen Durckprofile geladen und ich hab verstanden, um was es geht.

mittags | Teambildungsmaßnahme der Abteilung. D.h. für jede/n 2 x Glühwein und 1 x Apfelstrudel-Vanille-Likör (oder so) auf dem nahen Weihnachtsmarkt.

nachmittags | Wie sitze ich am besten hinter dem Schreibtisch, dass es so aussieht, als würde ich etwas tun, aber ich in Wahrheit schlafe?

früher abend | Vorstandssitzung Verein 1. Sollen wir umziehen oder doch nicht? Nach knapp eineinhalb Stunden platzt mir aber sowas der Kragen – OK, ich gebe zu, ich bin da gerade arg sensibilisert – und bezichtige den Vorsitzenden als „Zeitvernichter“ . Andere Argumente nicht wirklich gelten lassen und seine eigenen immer und immer wieder zu wiederholen halte ich nämlich definitv nicht für zielführend. Dann beschwere ich mich noch auf das heftigste, dass ich es fast schon als persönliche Beleidigung ansehe, dass mir als Schatzmeister für die Vorstellung des Haushaltes notmäßig dann noch gerade fünf Minuten eingeräumt werden. Es sind dann doch immerhin sieben Minuten die ich für knapp 250.000 Euro bekome, die ich darauf verwende um a) klar zu machen, dass der Vorstand für den Haushalt mit dem eigenen Privatvermögen haftet und b) drei Posten – aus Zeitgründen versteht sich – nicht erläutere und so der Geschäftsführung und mir finanziellen Spielraum ermögliche.

abend | Die Stimmung beim sich anschließenden Weihnachtsessen (gleiches Restaurant wie gestern, gleicher Tisch) ist dementsprechend – lockert sich aber nach den ersten Gläsern Wein etwas. Meine Hauptfrage: Macht mir Beisitzer D., der immer nur zum Weihnachtsessen kommt, nun schöne Augen oder bilde ich mir das nur ein?

Wie weit geht Toleranz?

Heute Abend immer mal wieder überlegt, was ich denn heute bloggen könnte. Einfach ein normaler Tag, nix wirklich Tolles, nix wirklich Schlechtes? Alles so in der Mitte. Aber trotzdem ok, einfach mal eben ruhig und quasi fast schon ausgeglichen.

Bis gerade eben.

Da rief H. an. Verein 1. Sie hat gerade Dienst. Aber der Computer, die Vorgängerin hätte sich nicht abgemeldet und jetzt wisse sie nicht, wie sie sich abmelden könne. OK, noch eine einfach Übung ihr zu erkären, abmelden ist abmelden, egal unter welchen Namen. Aber, so sie, das ginge nicht, weil die Fläche weg wäre, also der Button. OK, der fand sich dann doch wieder oben rechts, war also nicht gewandert. Aber vom System schien sie un/freiwillig abgemeldet worden sein – das passiert. Bloß wie minimiert man nen Task? Wo findet man links – das andere rechtes – oben ein Icon – „Ich sehe da nur bunte Dinger“ – und wie klickt man mit der Maus?

OK, H. ist 70+ und sicher in diesen Dingen nicht ’native‘ – aber rechts, oben, unten und links? Und blau auf weiß?

Ich geb’s zu. Wenn diese Basics fehlen, dann hört meine Toleranz echt schnell auf. Da bin ich vielleicht echt ungerecht und es tut mir auch etwas leid, dass ich H. dann – siehe gestern – etwas despotisch auf „ja“ und „nein“ reduzierte, aber was interessiert mich in der Situation, dass der weiße Pfeil auf blauem Grund, ne, blauer Pfeil auf weißem Grund nach rechts zeigt, nein, nach links, nein, irgendwie in beide Richtungen, was sie daran erinnert, dass beide Richtungen nicht gut sind im Wanderurlau, aber das Tirol im Gegensatz zum Bayern fiel schöner sein, vorallem, wenn man dieses eine Hotel …

Rekord

Der Vorstizende von Verein 1 hat es heute geschafft, dass die Vorstandssitzung nur 110 Minuten dauerte. (Gewöhnlicherweise knacken wir die 120-Marke locker und liegen meist bei 150 und mehr. Ach so, die offizielle Dauer liegt bei 90 Minuten.)

Wie kam dieser Rekord zustande, obwohl die Tagesordnung echt nicht schmal war?

  • Alle Vorstandsmitglieder beschränkten sich bei ihren Redebeiträgen auf das Notwendigste.
  • Die Geschäftsführerin erstattet einen so knappen Bericht, dass er den Begriff ‚Bericht‘ eigentlich gar nicht mehr verdiente.
  • K. ist dem Vorsitzenden sofort ins Wort gefallen, wenn er mal wieder von Dingen erzählte, die jetzt so gar keinen Bezug zum Thema hat.
  • Ich stellte daraufhin flux jeweils einen Antrag zur Abstimmung, der die Sachlage zusammenfasste und auf den Punkt brachte.
  • Alle Vereinsmitglieder hatten – ohne das der Vorsitzende Zeit hatte, den Antrag umzuformulieren – die Hände oben.
  • Bei den Terminfindungen für nächstes Jahr (immerhin 14 Termine) hab‘ ich mal den Despoten gegeben und bin strukturiert durch den Kalender und habe nur noch ‚Ja‘ und ‚Nein‘ als Redebeitrag zugelassen.
  • Und schließlich wohl der Hauptgrund: Der Vorsitzende war durch eine Erkältung leicht angeschlagen und wohl ganz froh, dass andere ein bisschen das Heft in die Hand genommen haben.

Laberrunde – uff

Wir sind zu siebt. Das hat es lange nicht mehr gegeben. Die Supervisorin macht mal einen ganz anderen Einstieg und gibt das Thema „Veränderung“ vor. Als hätte ich da gerade nicht genug davon in und wegen und mit der Therapie. Ich halte es jedenfalls kurz, worauf sie aber meint, man sähe es mir an, dass ich gerade viel arbeiten würde.

Dann bringt A. einen Fall ein – selten genug in letzter Zeit, dass wir Fallarbeit machen, was aber ja Sinn und Zweck der Veranstaltung für uns ist. Mit jedem Satz, den sie länger ihren Fall beschreibt, sinke ich in meinem Stuhl innerlich zusammen. Denn das, was sie da schildert, ist genau das, was mich seit vier, fünf Wochen so heftig umtreibt.

Ich nehme irgendwann dann auch – vorsichtig – dazu Stellung und bemerke aber, wie die Supervisorin mich aufmerksam beobachtet, als es um die Fragen nach Umgang und Handlungsempfehlung geht.

Heftig war’s dann, als die Gruppe den Fall ‚bewerteten‘ … der Zufall wollte es, dass ich dann gehen musste (was ich auch vorher angekündigt hatte).

Hätte ich nicht gebraucht heute – aber es ist ja noch etwas Therapiewein da.

Laberrunde

Mal wieder wenig inspirierend. Es fehlen auch dauernd welche. Irgendwie sind wir nach 1,5 Jahren keine Gruppe geworden. Aber irgendwie nicht mein Problem.

Dann doch immerhin eine schöne Metapher für Beratungen: Entweder mitlaufen oder gegenhalten. Beides geht nicht gleichzeitig.

Zu heute (2)

Vortrag im Verein 1. Ich habe 16 Folien vorbereitet und bin mir echt unsicher, ob ich die 45 Minuten überhaupt vollbekomme. Denn alles Wesentliche steht ja auf den Folien.

Ist natürlich dann ganz anders und ich muss Dinge einfach weglassen oder abkürzen oder nur anspielen.

Das war mal wieder so eine Moment, in dem ich selber von mir überrascht bin, was ich eigentlich alles weiß und in Beziehung setzen kann.

Ich überziehe nur zehn Minuten, dann sind die ZuhörerInnen regelrecht erschlagen (war aber auch ein schwieriges Thema), die anschließende Diskussion ist zwar schleppend, aber überraschend kontrovers.

Selber dran schuld

Fast den ganzen Tag am Schreibtisch. Ich war so naiv und habe Verein 1 angeboten, nächsten Dienstag zum ‚Weltsuizidpräventionstag‘ das Buch von Thomas Macho „Das Leben nehmen – Suizid in der Moderen“ in einer dreiviertel Stunde vorzustellen. Aber wie fasst man über 400 Seiten angemessen zusammen? Ich sollte in Zukunft etwas vorsichtiger sein mit solchen Angeboten.

MV – oder wie bekomme ich, also man(n), also frau multiple Orgasmen

Mitgliederversammlung Verein 1. (Das mit der 1 kann ich ja eigentlich lassen, denn es gibt ja nur noch den einen.) Neben die Vorstellung des Haushaltsabschlusses 2018 und der Planung 2019 – quasi der „geheime Höhepunkt“ (Vorsicht: Ironie!), denn steckt immer eine Menge Arbeit von mir drin, schließlich bin ich Schatzmeister – gab es noch als ein formal wichtiges Thema Satzungsänderungen. Die waren in toto vom Finanzamt vorgegeben. Aber da gab es doch drei WichserInnen (zwei weiblich, einer männlich), die wohl multiple Orgasmen erlebten, als sie jede, aber auch wirklich jede Änderung „kritisch“ hinterfragen mussten, um beständig die Anwort zu bekommen: „Wenn wir das nicht so beschließen, verlierern wir unserere Gemeinnützigkeit“. Da wurde um juristische Formulierungen diskutiert, ob man nicht hier vielleicht …

Wenn es wenigstens um etwas inhaltliches gegangen wäre, OK, dann klar, dass da einige / viele so ihre Show brauchen, sollen sie auch haben. Aber bei Formalien? Ich komme einfach nicht unverletzt durch die Tür, wenn ich sie vorher nicht aufmache. Aber muss ich mir sie danach noch mehrfach auf den Schädel schlagen?

Das  sind für mich Lebenszeitvernichter.

Was ich mich frage: Den anderen ging das genauso auf den Nerv – aber so wie ich sagt niemand was. Falsche Rücksicht?

Hose runter

Sommerfest Verein 1. Ich hab’s ganz gerne. Man sieht mal wieder den ein oder die andere, kann sich auf den neusten Stand bringen, lernt die Neuen ggf. etwas kennen – kurz, eine gewisse Art von Kontaktbörse.

B. war auch wieder da. Ich kann es nicht erklären, warum ich sie mag – obwohl unserer Kommunikation schlichweg bemüht ist. Man kann es auch als „schleppend“ bezeichnen.

Ich kenne ihren Mann, der mir bei zwei Glas Wein die Tragik seines Lebens vor die Füße gekotzt hat. Ich mag ihn auch. Zudem hat er Kompetenzen, die für Verein 1 echt von Wert sind.

Ich suche also heute wieder die Nähe zu B. nehme mir aber vor, ihren Mann (C.) nicht zu thematisieren. Wie immer: Das Gespräch schleppt sich so hin.

Einige Zeit später – mir sind die die Themen endgültig ausgegangen – kommt von ihr die Aussage, dass sie nicht so gerne bei uns zum Essen wäre, weil sie dann ja wieder gehen müsste. (Und hier gibt es irgendwo einen Eintrag von einem Abendssen mit B. und C., das einfach nicht enden wollte – finde ihn aber gerade nicht.)

Das haut mich dann doch von den Socken.

Klar wird mir, dass da viel mehr Körperliches im Spiel ist, als ich mir gedacht habe. Sie zieht ein Kleid an, weil ich wohl irgendwann mal gesagt haben soll, dass rot ihr steht. (Kann ich mich nicht erinnern.) Ich finde ihr Kleid, ob rot oder nicht (ich hab‘ ne rot-gürn-Schwäche) einfach nur … perfekt. Und ja … ich finde sie attraktiv, sehr sogar.

Mal wieder was gespürt – es aber nicht in den vergangenen vier Jahren nicht interpretieren können. Ärgert mich etwas.

nachGemacht

Da mir gerade nix so richtig für hier einfallen will, kopiere ich (ohne gefragt zu haben) die idee von der lesenswerten nocheinglaswein:

gegessen
Nr. 132

getrunken
Tee, Kaffee, Tee, Weißwein, Rum, Weißwein

gelesen
Klemperer: Tagebücher
Houellebecq: Serotonin

gesehen
Verräter (netflix)

gehört
Menschliche Abgründe at his / her best

Schwarmintelligenz

Die monatliche Laberrunde von Verein 1. Niemand hat ein Thema – nur ich habe gleich zwei. Und da wir vereinbart haben, dass die vereinsspezifischen Themen vor den persönlichen kommen …

Die Gruppe kommt zwar nur schleppend ins Arbeiten, aber dann sind alle auf Betriebstemperatur und es kommen richtig gute Ergebnisse zusammen. Selbst die Supervisorin überrascht mit hintergründigen Nachfragen.

Aber dann reicht es mir auch mit dem Denken für heute.

Nu

Nur kurz zu Hause. Gleich geht es zum Yoga – mal sehen, wie das sich bei Sonne anfühlt. Dann auf dem direkten Wege in den Dienst. Hab‘ eine etwas komplizierte Hospitantin, nehme deswegen zwei Weine mit (also so kleine Flaschen, nicht die großen), dann wird’s schon mit Hilfe der Yoga-Entspannung gehen.

21:16 / 23:40 / doch ganz anders

Nach meiner Computeruhr ist es jetzt 21:16. Nach meiner inneren bzw. meiner inneren gefühlten Uhr ist es mindestens 23:40 oder kurz nach 1, wenn nicht sogar etwas später.

Der Arbeitstag war – vollkommene Ausnahme – nicht nur etwas anspruchsvoll sondern sogar anstrengend. Dann die GT, die auch nicht schlecht Energie saugt, anschließend noch Stammtisch von Verein 1. Dort komme ich zum wiederholten Mal genau neben dem Menschen zu sitzen, den ich von den 70-80 MitgliederInnen des Vereins so überhaupt nicht ab kann (er mich aber auch nicht, wie ich das an seinen Beleidigungen mir gegenüber fest machen kann). Daneben die zwei, die auf dem vorletzten und vorvorletzten Platz stehen.

G. bringt mich dankenswerterweise mit dem Auto nach Hause und nach zwei Broten ist der Akku alle – obgleich ich heue noch Bücher schauen und runterladen / kaufen wollte, da ich ja nächste Woche eine Woche an der See sein werde und ausreichend zum lesen brauche. Morgen werde ich keine Zeit dazu haben, aber dann ist ja noch das WE.

Wie auch immer: Dass es jetzt 21:28 Uhr – also gefühlt 2:33 – ist … dafür bin ich echt noch gut dabei.

Es wird auch mal wieder kürzer – nur heute nicht

Irgendwie komme ich so richtig gar nicht nach. Vor drei Monaten hätte ich aus den Erfahrungen der letzten 48 Stunden gut und locker für hier zehn Einträge verfasst. Jetzt reicht es gerade für ne kleine Liste, weil mir die Müdigkeit aus den Augen quillt, ich morgen um 7 raus muss, weil ich für Verein 1 um 8 in Aktion sein „will“ …

  • Yoga: Ich möchte mich definitiv nicht dabei sehen müssen und bemitleide die österreichische Lehrerin für den Anblick. Aber es tut einfach nur gut! Mit nur Yoga-Hose und nur leichtem T-Shirt und sonst nichts, ist es echt noch ne Ecke intensiver.
  • Bibliothek: Begegnung der 3. Art. Das Müffelmonster hinter dem Tresen für Rückgabe überschlägt sich vor Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Ich brauche unbedingt eine neue Version des Ausweises. O-Ton: „Da wir uns so gut kennen, machen wir das einfach mal auf dem kleinen Dienstweg – Sie bekommen in den nächsten zwei, drei Wochen ne Mail!“ Die Mail kam heute.
  • Warum hat „n1gw“ ihren Blog so plötzlich auf privat gesetzt?
  • Job 2: Die fachlich fundierte Kollegin muss sich Kinder-krank melden. Drei Kurzberatungen bleiben an mir hängen. Ich schwimme bei allen drei. Ich frage bei ihr nach – alles richtig gemacht.
  • Job 1: Der AL schmeißt mich mit Geheimaufgaben zu. D.h.: Er hat die Nase von Kollegin M.B. voll (ich eh) und M.B. wird mich kreuzigen und auf Ewigkeiten verfluchen, wenn sie mitbekommt, was ich da mache. Zugegeben, ich komme in einen leichten Loyalitäts-Konflikt – aber bei der Abteilung, ist ja eh nix zu holen. Dennoch, hab‘ das WE zum Denken.
  • Ist es verwerflich, dass ich einem Kandidaten, dessen schriftliche Arbeit ich heute dann doch schon korrigiert habe, einen halben Punkt zuschusterte, damit er nicht die Prüfung wiederholen muss?
  • Erotik wandert durchs Gemüt.
  • Letztes Jahr las ich mal irgendwo den Satz: „Nie erledigt man so viel, wie am Tag vor der Fahrt in den Sommerurlaub“. Mir scheint gerade, dass ich seit zwei Monaten jeweils am nächsten Tag für sechs Wochen in den Urlaub fahre.
  • E. würde jetzt vielleicht sagen: „B. hat Oberwasser.“ Es fühlt sich gerade so an, aber es ist ’nur‘, dass man mir Aufgaben zutraut. Die hätte ich auch alle in den letzten vier Jahren schon machen können. Arbeitslosigkeit ist in diesem Land selbstverschuldetes Elend – in vielen anderen Ländern ein gesellschaftlicher Missstand.

Alle Jahre wieder …

… überschütten mich die Neuen mit Lob, wenn sie das erste Mal dabei sind. Ein bisschen übertrieben finde ich es ja schon – sie haben normalerweise gar keine Vergleichsmöglichkeiten – aber ein gerüttel Maß nehme ich dann doch gerne an, schließlich habe ich einige Zeit investiert, um Erfahrungen zu sammeln.

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Eine kleine Tradtion beim Neujahrsfest von Verein 1. Ich präsentiere in knapp zehn Minuten ein paar statistischen Fakten aus dem vergangenen Jahr. Es ist eine Art Leistungsschau, was wir alles da gleistet haben. Jetzt hat es sich zum ersten Mal seit 60 Jahren ergeben, dass eine statistisch fundierte 5-Jahres-Schau möglich ist. Die habe ich heute gemacht. Das hat richtig Hirnschmalz gekostet, weil ich da gerne scheinbare Trends als eben scheinbare entlarve (sehr einfach meist in der Gegenüberstellung von absoluten und Verhältniszahlen) und aus der Masse der Zahlen gerne Kleinigkeiten heraussuche, die das Herz erwärmen.

Echt schade, dass mir das Ausgangsmaterial (gut 300 Seiten) nur als pdf zur Verfügung stand und ich jede einzelne Zahl abtippen musste – ansonsten hätte ich da echt noch ein paar mehr Auswertungen gefahren, aber dafür reicht jetzt leider die Zeit nicht mehr.

Fazit 1: Mit Excel komme ich weit aus besser zurecht als mit dem doofen PowerPoint.

Fazit 2: 7,5 Stunden für 20 Folien und die Gesamtsumme alle Zahlen, die ich dafür gebraucht habe … siehe oben.

Und noch ne Runde

Ich werd‘ immer missantrophischer – glaub ich. Dem Vorsitenden von Verein 1 heute am Ende der Sitzung quasi die ‚Führung‘ geklaut, weil ich wenigsten die Hälfte der Punkte auf der Tagesordnung durch haben wollte. Er schwätz ja alles erst zu Tode, bis es weiter geht. Liegt aber vielleichta auch nur daran, dass ich jetzt drei Tage auf „Erfahrungsaustausch“ war, dessen spezifische Regeln besagte, dass, wenn nicht alle den gleichen Inhalt einmal von sich gegeben hat, es nicht in die Pause geht. Also wurde alles zweimal von jedem von sich gegeben, dass es noch schneller in die Pause ging. Der Erkenntnisgewinn war dann doch eher gering. Anderersetis erwische ich mich auch dabei, dass, wenn ich mal ins Reden gekommen bin, dann auch kaum zu stoppen bin. Aber das hat Seltenheitswert. Hört man sich so gerne reden. Ist das Ausdruck, dass die meisten nicht zur Geltung kommen können? Ich werde es wohl nie kapieren.

Heuchelnde Hysterikerin (2)

Kurz vor der Veranstaltug spricht sie mich in der Teeküche an. Sie hätte mit dem Chef reden müssen (! – lässt durchblicken, dass er sie zum Gespräch gebeten hätte, nicht sie ihn um ein Gespräch ersucht hat) und gibt mir gegenüber an, dass sie nicht wirklich kapiert hätte, was er denn von ihr wolle. Ob ich es ihr erklären könne. Doof wie ich bin, frage ich noch höflich nach, was sie denn nicht verstanden hätte – und sie kommt wieder mit dem Dauerthema.

Vorstellungsrunde bei der Veranstaltung mit ca. gut 40 Leuten. Sie spricht von sich und ihrem Kollegen. Nach drei Sätzen unterbricht sie sich und sagt mit einem Fingerweis auf mich: „Und der soll vielleicht auch noch mitmachen dürfen“. Damit ‚wissen‘ alle, dass ich wohl das Arsch hoch zwei bin, denn sie ist in diesem Kreis hochangesagt, hat zwar wenig Ahnung von der Materie, aber ist eben seit Jahren hellikoptermäßig unterwegs – viel Staub aufwirbelnd.

In der Laberrunde weiß ich auf die Frage, wie ich denn heute da bin, keine Antwort, weil ich echt nicht weiß, ob ich mich noch aufregen oder in Gelassenheit das Thema begraben soll.

Momentan: Viele Chancen habe ich da nicht mehr auf einen grünen Zweig zu kommen.

Titellos

Verein 1 schmeißt ne Runde Fortbildung für einen Nebenbereich, in dem ich auch aktiv bin. Referentin ist eine Fachfrau, die ich seit vier Jahren schon über einen bestimmten Mail-Kontakt kenne. Einerseits macht mich das neugierig, andererseits habe ich auch das Gefühl, es könnte mich ggf. bremsen, wenn sie dann merkt, dass ich vielleicht doch nicht so gut bin, wie der Eindruck … . Aber dann wird’s egal.

Sie ist gut, echt gut – das macht 20 Jahre Erfahrung gegen meine vier. Also saugen wir. Doch es wird mit der Zeit auch anstrengend, weil sie nach einer allgemein-theoretischen einführenden Wiederholung zuerst an die Texte geht und dann an die, die diese Texte geschrieben haben – nämlich wir. Zufällig zieht sie bei einer Übung noch gerade mein Hauptthema aus dem Ärmel, was dann mir richtig Kraft kostet, im Setting zu bleiben. Und auch wenn sie nicht das Rad neu erfindet, einiges von aus dem Bereich schon oft Gehörte begreife / sehe ich in anderen Zusammenhängen, erschließen sich mir mit zumindest neuen Aspekten.

U. macht in den Pausen mir gegenüber äußerst kryptische Andeutungen, dass sie am Abend „Grenzen überschreiten“ wird, doch auf Nachfragen heute Abend, kommt nur Kryptisches zurück. Bin so klug wie zuvor, aber auch irgendwie froh, jetzt mir nicht noch was anderes ans Bein gebunden zu haben (auch wenn ich signalisiert habe, dass ich auch morgen noch Mails lese …).

Bei meiner schon seit ein paar Wochen immer bewußter werdenden Selbstbeoachtung komme ich langsam nicht mehr umhin zu konstatieren, dass gegebenenfalls unter Umständen möglicherweise vielleicht sich eine klitzekleine Änderung anbahnen könnte.

Abends die Schwester am Telefon, der die nicht einfache, sie schon seit Wochen überfordernde familäre Lage, langsam bewußt wird. Zu meinem großem eigenen Erstaunen lässt sie sich auf einen kritischen Dialog ein und ich lasse meine Erfahrung spielen und merke, wie ich neue Akzente setzen kann. (Weiß aber auch, dass die Halbwertzeit dieser bei ihr ca. 12 bis 18 Stunden betragen.)

z.K.

Große Unzufriedenheit mit zwei Gesprächen. Aber je länger ich nachdenke, desto klarer wird mir, dass ich da einfach in einem Dilemma bin. Egal was ich mache, es ist nicht gut. Gebe ich den beiden Raum, dann lade ich sie ein, sich in ihrer Welt weiter zurückzuziehen, sich weiter in ihrem Leiden zu bestätigen. Den Raum den ich ihnen gebe nutzen sie, um ihren eigenen Raum weiter mit noch höheren Mauern zu umgeben, die das Überwinden noch schwieriger zu machen. Je mehr Raum, desto mehr Isolation. Und das danken sie mir.

Gebe ich ihnen aber nicht dem Raum bzw. halte dagegen und versuche in ihren lückenhaften Argumentationen die Lücken zu vergrößern, dann arbeite ich gegen sie. Dann versuche ich, ihr Mauern wieder brüchiger zu machen, damit die Hürde, notwendige professionelle Hilfe zu suchen bzw. sie zuzulassen geringer wird.  Aber wenn ich das tue, dann tue ich ihnen weh weil ich gegen sie bin, sie konfrontiere, nicht bestätige sondern verunsichere und sie nicht entlaste, obwohl sie das mit dem Gespräch gesucht haben.

Ich hab heute bei beiden dagegen gehalten, massiv, auch wenn es ihnen hörbar weh tat. Das kostet Kraft, dass ist auch nicht gerade unagressiv, das sind Kämpfe um Hoheiten. Auch wenn ich mich nicht wirklich dabei wohl fühlte, aber ich möchte einfach die klitzekleine Chance nicht verpassen, dass das Gespräch ein Sandkorn zu einer anderen Entscheidung sein könnte, nämlich zur Entscheidung, professionelle Unterstützung zuzulassen.

Ich habe auch dagegen gehalten, weil ich es bei den beiden einfach nicht mehr ertrage, wie sie sich in ihrem Selbstmitleid suhlen und immer tiefer in ihrer eigenen abgekoppelten Welt einrichten. Sollte ich es ihnen aber nicht gönnen, weil sie ja nichts anderes haben, derezeit aufgrund ihrer persönlichen Lage und psychischer Verfassung nichts anderes können? Wo braucht es die ‚harte Hand‘, wo das Mit-leiden und das einfach-begleiten?

Es wird immer Menschen geben, bei denen das nicht wirklich zu entscheiden sein wird. Daher wird es diese Ungewissheit immer wieder geben. Doch es gibt Tage, wie heute, wo das nicht so einfach auszuhalten ist.

Laberrunde, neu

Erstes Treffen der neuen Supervisionsgruppe 1. Vier Männer darunter, das gab’s noch nie. Mir sind so gut wie alle bekannt, wenn auch nicht unbedingt sympathisch. Doch von den echt Nervigen ist niemand dabei – zum Glück. Die Supervisorin ist nur mässig vorbereitet und obwohl alte Hasin super nervös. Weil wir auch alles alte Hasen sind? Immerhin gibt sie nicht, wie ein Kollege, mit seiner – und das hat er ernst gemeint!!! – „messianischen Menschlichkeit“ an. Es wird viel gelacht – ein gutes Zeichen.

Kaleidoskop eines Alltags

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