Durch die Zeit

Kategorie: Vergangenes

Arno, du

40. Todestag von Arno Schmidt. Ein der größten und bedeutestenden Schrifstellter dieser Nation und Sprache – kennt kaum ein Schwein und gelesen haben ihn noch weniger. Er sei schwer, schwierig, unverständlich. „Nur die Phantasielosn flüchtn in die Realität“ was vielleicht erklären mag, dass man ihn wie ein ungeliebtes Stiefkind behandelt. Dabei öffnet er Welten. Man muss ja nun wirklich nicht mit „Zettels Traum“ anfangen – macht ja eh keiner, denn wer kauft sich schon ein Buch mal so nebenbei, was schlappe 350 Euro kostet.

Aber da er ja genügend anderes geschrieben hat … ist ein Anfang leicht gemacht. Wie der hier:

„Auf Kankerstelzen aus Licht der kleingeschnürte Sonnenleib über der Landschaft. Spätnachmittag im Auto : nochmal nachfühlen – ? – Ja : Notizblock, Fernrohr, Grüne Brille; Ausweise vor allem. / Und die Straße rappelte : Sonne & Kakteen gemischt. Faul lag mein Fingerzeugs vor mir. Daneben rauchte der Captain (und sang; immer auf „uun“ : moon und noon und June und racoon – gibt es etwa schon Menschengruppen, die nur einen auf bestimmte Vokale hin gefärbten Wortschatz erlernen?).“

Das ist aus der „Gelehrtenrepublik“ (1957)

Ich empfehle aber in erster Linie für den Anfäger / die Anfängerin „Das steinerne Herz“ von 1954 – von dem es den Anfang im Internet nicht gibt und ich an mein Exemplar nicht rankomme, weil ich gar nichtzu Hause bin.

Egal.

L E S T  A R N O  S C H M I D T

Ich hätte da mal so eine Frage

Letztens mit T. einfach guten Sex gehabt. Unkompliziert. Lustvoll. Anhaltend. War schon eine besondere Erfahrung in dieser Art und Intensität. Die blauen Flecken am Körper am nächsten Tag sind aber dann doch jetzt mal der Hinweis an mich, zum Arzt zu gehen und mal zu fragen, was es damit auf sich hat. Denn so wild bzw. brutal war der Sex nun auch wieder nicht.

Hat mir gerade WordPress geschrieben

Glückwunsch zum Jahrestag mit WordPress.com!
Du hast dich vor 9 Jahren auf WordPress.com registriert.
Danke für dein Vertrauen. Weiter viel Erfolg beim Bloggen!

Hä, neun Jahre? Da werde ich mal versuchsweise angemeldet haben. Oder hatte ich hier mal diesen erotischen Blog, den ich nicht mehr finde?

Ich bedauere jetzt schon die späteren Biographen (nicht von mir), die bei berühmten Menschen dann rausbekommen müssen, welcher Blog unter welchem Pseudonym dem oder der wie zuzuschreiben wäre oder ist oder sollte.

Die große Stille

Wir haben uns halt einfach nichts zu erzählen. Das ist bitter, aber es ist so. Und ich weiß nicht, ob ich überhaupt dahinter steigen will, warum das so ist. In unserer Familie redet man halt nicht, teilt sich nicht mit. Und so richtig interessiert man sich auch nicht für den / die andere. In den beiden großen Familienkrisen, die wir zu überwinden hatten, funktionierten wir reibungslos und haben das (fast!) gut gemeistert. Aber auch darüber wird und kann (?) und / oder will (?) nicht geredet werden.

Aber jetzt bin ich ja wieder zurück. Und das schweigende Wochenende passt thematisch ganz gut zur letzten Therapiestunde.

(Der Titel ist eine Anspielung auf einen Film, von vor ein paar Jahren, der über gut zwei Stunden – ohne das auch nur ein Wort gesprochen wrid – zeigt, wie die Mönche eines Trapisten-Klosters in Frankreich leben. Trapisten ist ein Männerorden mit „strenger Observanz“, das heißt neben den drei Gelübden des Gehorsams, der Armut und der Enthaltsamkeit kommt noch ein viertes dazu: des des Schweigens.)

In memoriam

Heute, genau genommen gestern, wenn ich die Uhrzeit mir anschaue, ist der Todestag meines ältesten Bruders. Der 34. Also schon alles ne Ecke her. Aber der Tag ist immer irgendwie komisch. Und nach wie vor macht es irre Knoten im Hirn, dass ich nun viel, viel älter als mein ältester Bruder geworden bin.

Es gäbe darüber echt eine Unmenge zu schreiben, gerade was den bei uns mißratenen Trauerprozess betrifft. In der Zwischenzeit bin ich der Überzeugung, dass ein katholisch geprägtes Trauern im ‚Normalfall‘ vielleicht funktionieren mag – nicht aber wenn ein Sohn / Bruder im Jugendalter stirbt.

Es gäbe eine Unmenge darüber zu schreiben, mit welchen nahezu grandiosen Vermeidungsstrategien ich der Trauer ‚ausgewichen‘ bin oder vielmehr sie mir verboten habe bzw. mußte (?). Erst als ich gut 20 Jahren später in eine analoge Unfallsituation gekommen bin (in meinem Fall komplett ungefährlich, nicht einmal die Hose hatte was abbekommen) konnte ich das erste Mal weinen.

Es mag paradox klingen, aber über die Sprachlosigkeit, über das Schweigen könnte ich ebenfalls eine Unmenge schreiben.

Als ich dann die Neffen von E. kennenlernte, von denen der jüngste ja den Namen meins Bruders trägt, war das eine Wahnsinnsherausforderung, T. mit seinen Namen anzusprechen. Irgendwie war es wie ein ‚Sieg‘, als mir das mit der Zeit dann doch gelungen ist.

Irgendwie hat dieser Tod und die sich daraus ergebenden Folgen – und die Folgen habe ich echt arg, arg unterschätzt – ganz schön das Leben beeinflusst und mein jetziges Angstgedöhns hat sicher damit auch etwas zu tun, denn damals ist mir so eine ’naive‘ Sicherheit, es wird schon alles gut gehen, flöten gegangen.

Wenn ich mir das heute so anschaue, dann kann ich wenigstens konstatieren, dass ich mit dem Thema nach wie vor nicht hausieren gehe, aber damit einen einigermaßen guten Umgang gefunden habe und, wenn das es aufkommt (was aber eher selten ist, ist ja auch kein ’schönes‘ Thema) auch darüber differenziert reden kann. Hilft mir jedenfalls jetzt sehr im Umgang mit Menschen, die gerade trauern.

Es wird ein komischer Tag bleiben: Aber das darf es – jetzt endlich – auch.

 

Entfernung

Es war dieses Jahrs schon spannend zu beobachten, wie weit ich mich in der Zwischenzeit dann doch von der katholischen Kirche entfernt habe. Und das war ein echt weiter weg, bin ich doch so richtig streng katholisch erzogen worden.

Aufgefallen ist mir das an Karfreitag (Fast- und Abstinenztag), als ich mir Wurstsalat zum Abendessen gemacht habe. Wüßte das meine Mutter bzw. meine Schwester … . Und als dann am Sonntag Berichte über Messen und Feierlichkeiten (auch in Jerusalem) gezeigt wurden, waren mir das religiöse Bräuche, mit denen ich genauso viel zu tun habe, wie mit denen aus dem Hinduismus, Buddhismus oder einer sonstigen Religion.

Das soll in keinster Weise abfällig klingen. Mögen anderen das glauben, was sie meinen glauben zu müssen oder zu wollen (solange sie damit keinen Krieg begründen) – aber ich bin aus dem Spiel dann doch draußen.

Stimme im Kopf

Lese gerade den neuen Winslow. September 17 habe ich mir den Vorgängerroman, Das Kartell, angehört. Und wenn ich jetzt lese, dann höre ich in mir Dietmar Wunder mit seinen Betonungen. Mag’s!

Alles für die Kunst!

So, jetzt gehen wir mal gucken, wie wir nackt im Theater so wirken.

’s einfach so!

Mag jede/r denken was mag, aber für mich ist es einfach so: Hey Kölle, do bes e Jeföhl!

Und mir geht gerade echt das Herz auf!

Es war einmal

Sitze im Zug nach K. am Rhein. Die Strecke kenne ich, von einem früheren Job her, im Schlaf. Es stellt sich Unwille ein, denn irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr heute da und morgen dort zu sein, so spannend und ‚weltmännisch‘ das zu Beginn auch war.

Andererseits freue ich morgen auf K. Immerhin vier Jahre dort gelebt und nie gedacht, dass ich mich in dieser Millionenstadt so wohl fühlen könnte. Wenn mein Mann nicht gewesen wäre, wäre ich sicher noch dort, aber so was von!

Egal. Morgen Rhein gucken, Schiffe zählen. Und bevor es mit dem Zug zurück geht ein Kölsch. Und in der Mittagspause schnell zumindest nach St. Kunibert rüber, vielleicht reicht es auch für St. Ursula. Was ich in keiner Stadt, in der ich lebte, bisher konnte, ist mir in K. komplett leicht gefallen: Nach einem Jahr habe ich Freunde, die mich besuchen kam, stundenlang durch die Stadt geführt und erklärt was wie warum weswegen und wie zu sehen wäre. Es war (und ist) für mich ein Faszinosum wie etwas 2000 Jahre Geschichte an einem Ort sichtbar werden können.

The little unsaid....

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m1ndfuckblog

Dies ist (m)ein Ort für Kopfkino. Erotische Gedanken und Reflektionen.

SY-Carioca

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... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

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