Durch die Zeit

Kategorie: Vergangenes

So oder so

Seit Woche lebe ich ohne Handy. Und ich muss sagen, es ist nicht nur möglich, sondern auch lebenswert. Der einzige Nachteil ist, dass etws an Komfort fehlt. Schließlich kann man nicht mehr zehn Minuten vor einem Treffen mitteilen, dass man 15 Minuten später kommt. Plötzlich muss man sich auch auf andere verlassen (können).

Wegen mir hätte das eigentlich so weiter gehen können, aber mein Mann machte am Wochenende doch einen gewissen Druck – und so habe ich mir das Billigste vom Billigsten jetzt mal bestellt.

Heute hätte es kommen sollen. Natürlich war der Bote zu einer Uhrzeit da, an der ich nicht zu Hause war (wie immer).

Und plötzlich fehlt es mir etwas und ich hoffe, dass es morgen dann da ist bzw. ich, wenn der Bote …

# 530

Wenn mir nix einfällt, dann halt mal wieder ein Foto.

Den Fotografen findet man HIER.

Noch ne gescheiterte Annäherung

„Heimat“-„Urlaub“. Also ein Wochenede in meiner Geburtsstadt. „Heimat“ ist das schon lange nicht mehr, aber eine andere hat es danach auch nie gegeben . (Köln hätte es werden können, wenn wir da nicht nach vier Jahren wieder weggezogen wären.) Muttern „feierte“ Geburtstag, d.h. die Restfamilie war heute essen. Aber zu sagen, zu erzählen hatte man sich so gut wie nichts. Ein paar Belanglosigkeiten eben, mehr nicht, nichts darüberhinaus. Ich find’s echt irgendwie traurig.

Wenn ich mir dann die Familie von E. bzw. T. anschaue, klar, da ist auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, echt nicht, aber dennoch, die interagieren, reden, sind sich irgendwie auch nah bzw. nehmen sich wahr … . Ich weiß in der Zwischenzeit auch nicht mehr, ob ich wirklich dahinter kommen will, warum das so ist, so geworden ist. Schräg ist das allemal und hat, vereinfacht gesprochen, einfach damit zu tun, dass es eine Menge von Tabus gibt.

Egal für heute, ich komm‘ eh nicht so richtig ran.

Es war halt einfach nur anstrengend und wenn man wo ankommt und gleich wieder weg will, dann ist es kein gutes Zeichen.

Nicht meins

Im Kondelenzbriefschreiben war ich echt noch nie gut. Und irgendwie lege ich es auch nicht darauf an, es zu werden.

Krudes & Vergangenes

Gestern beim Psychodoc. Im Rahmen der Anamnese wühlt er etwas im Thema Sexualität rum. Ich lege nahezu ungeschminkt die Tatschen auf den Tisch. Er ist jetzt nicht gerade verwirrt, aber braucht ein paar Fragen, bis er alles auf dem Schirm hat. Als ich auf dem Weg zurück mir mal meine Geschichte in dieser Hinsicht anschaue, als wäre ich jemand anders, komme ich nicht umhin zu denken, dass das ja wohl ohne nen Knacks ja wohl schlecht abgegangen sein kann.

Und wir zur Bestätigung war das, was andere Leute nachts ‚Schlaf‘ nennen heute für mich ein leider unbewußtes Ab- und Drucharbeiten. Gemerkt habe ich es nicht nur, dass ich x-mal wach wurde und dann immer mit Traumfetzen zu tun hatte, sondern vor allem daran, dass ich gegen morgen von M. träumte. M., das war der Mensch, der mir mein Coming-out ermöglichte, mit dem ich eine Zeitlang auch was am Laufen hatte und der heute so ein Sehnsuchtsmensch für mich geworden ist. Leider waren wir immer in unterschiedlichen Prozesse unterwegs. Als ich mich noch wehrte schwul zu sein, hatte er sein Coming-out. Als ich es hatte und nur noch an Sex dachte, war er etwas weiter und suchte eine Beziehung, die ich zu dem Zeitpunkt partout nicht wollte und als ich dann, da hatte er schon längst eine beendet und …

Es hat mich dann heute morgen etwas traurig wie glücklich gestimmt, als ich beim Aufwachen noch seine Stimme im Ohr hatte. Hatte das gar nicht mehr so auf dem Schirm, wie angenehm sie doch war, mit welcher Modulation er arbeitet.

Echt froh gewesen, heute schon wieder einen freien Tag gehabt zu haben.

Alle Jahre

Alle Jahre schreibe ich hier, dass ich seit wohl schon fast 30 Jahren auf P.’s Geburtstag gehe. Der einzig wirklich feste Termin im Jahr. Bis auf dieses Jahr. Da hat sie die Feier verlegt, von Di auf So. Früher waren es immer so um die 30 Leute, es gab Gemüsesticks mit Dips, Zerschossenes Huhn und anderes. Man kam gegen 19 Uhr, man ging gegen 2 Uhr oder auch gerne mal etwas später. Manchmal wurde getanzt, oft genknuscht, immer viel diskutiert.

Altersentsprechend haben sich die Zeiten geändert, die Anzahl der Gäste ist über die Jahre auch immer wieder gesunken. Heute waren wir gerade noch zu viert (inkl. Gastgeberin nebst Mann), was ich etwas traurig fand, der letzte Mohikanner, die Gulaschsuppe war grandios (da komme ich mit meiner nicht einmal in die Nähe), und nach der üblichen Fremdelphase wurde es, dank Sekt, Wein, Grappa, Wodka, auch etwas lockerer (aber nicht so locker, wie ihr es mal vorschwebte, da wollte sie mit mir einen Porno drehen).

Das Event ist in die Jahre gekommen. Die Gemüsesticks mit Dips sind geblieben.

Lasst uns beten!

Lasst uns beten! Zu allen Göttern und Göttinen! Zu allen Gött*Innen und Go(e)t_Innen! Zu allen Heiligen und Möchte-gern-Heiligen! Lasst uns beten zu allen, auf dass es heute die L E T Z T E Zeitumgstellung gewesen ist. Auf dass alle Menschen im Erdkreis in ihrer Chronobiologie nicht mehr gestört werden, das alle Menschen nah und fern, mit welcher Hautfarbe auch immer, ungestört und in Ruhe in dem Rhtythmus leben können, der seit Anbeginn der Menschheit gilt. Lasst uns also alle betend zuversichtlich sein, dass diese jährliche zweimalige Folter der Zeitumstellung einem vergangenen barbarischen Zeitalter zugehörig ist, aber nicht dem Zeitlalter der Glückseeligkeit, die in dem Moment anbrechen wird, in dem es nur noch E I N E Zeit geben wird. Lasst uns also beten, dass diese Glückseeligkeit nun begintt!

Daher:

B E T E T !

FINIS – Peter Weiss: Ästhetik des Widerstands

2018-10-16 20.35.10
Beginn Lektüre für Lesekreis: April 2017
Anzahl gelesene Seiten: 1.199
Dauer Lektüre geschätzt: 60 Stunden
Anzahl Treffen Literaturkreis: 23
Anzahl Stunden Gespräch über Lektüre im Literaturkreis geschätzt: 85
Anzahl Seiten Notizen: 17
Länge Unterstreichungen geschätzt: größer 100 Meter
Derweil getrunkenen Flaschen Weißwein (alle) geschätzt: 25
Derweil getrunkenen Flaschen Bier (alle) geschätzt: 52
Derweil getrunkenes Wasser (alle) geschätzt: mehr als 100 Liter
Derweil verspeiste Pistazien (alle) geschätzt: 5,75 Kilogramm
Derweil verspeistes Studentenfutter (alle) geschätzt: 7,8 Kilogramm
Derweil verspeiste Tomaten (alle): 4
Anzahl der von Teilnehmenden gemachten Kopien für die andren geschätzt: 670
Anzahl der gelesenen Kopien von den Teilnehmendne geschätzt: 35
Höhe des Erkenntnisgewinns: nicht darstellbar.

Der Zahn ist raus

  • Noch ne gute Stunde auf Watte beißen
  • Zwei Tage keine Milchprodukte (OK, das lässt sich bewerkstelligen)
  • Zwei Tage nicht kräftig schneuzen (OK, ich geb‘ mir Mühe)
  • Zwei Tage nicht schwer heben (hatte ich nicht vor)
  • Eine Woche keinen Sport (hatte ich vor, also ein bisschen, aber etwas spazierengehen ist drin).
  • In den nächsten drei Wochen keine Flugreise (stand auch nicht an)
  • Und wenn die Betäubung nachher weg ist, alles essen, wozu ich Lust habe wenn auch ohne Milchprodukte (Nudelsuppe gehört definitiv nicht dazu!)

Kopfschmerzen stellen sich jetzt langsam ein, die Wirkung von Tavor bekomme ich mal wieder nicht so richtig mit, aber die Tatsache, dass ich fröhlich blogge, dürfte eine sein.

Ging schneller als bei den anderen Weisheitszähnen, ich glaube, die Aufklärung über die Risiken hat echt länger gedauert. Netter Arzt, der für meine Schisserei Verständnis hatte. Überall lief so esoterische Mandala-Musik. Hab‘ mich gefragt, ob es als Angstellter da ne Schmerzulage gibt.

Da ich an der Arbeit nach wie vor nix zu tun habe, nahm ich das Angebot einer Krankschreibung für heute und (!) morgen gerne an.

Mir kam dann Herrndorf wieder in den Sinn, der an diesem unheilbarem Gehrintumor litt und in seinem Blog damals seine letzte Zeit dokumentierte. (Das Blog ist in der Zwischenzeit auch als Buch herausgekommen, aber das Original ist dann doch ’näher‘. Ich kann’s echt nur empfehlen.)

27.1. 2012 14:14
Nacheinander drei Teile vom Backenzahn ausgespuckt. Ja, mach dich vom Acker, Körper, hau ab, nimm mit, was du tragen kannst.

(Wolfgang Herrndorf: Arbeit und Struktur. Quelle zu dem eindrucksvollem Blog HIER)

Man/n dankt!

Risotto a porcini.

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Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

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