Durch die Zeit

Kategorie: Vergangenes

FINIS – Peter Weiss: Ästhetik des Widerstands

2018-10-16 20.35.10
Beginn Lektüre für Lesekreis: April 2017
Anzahl gelesene Seiten: 1.199
Dauer Lektüre geschätzt: 60 Stunden
Anzahl Treffen Literaturkreis: 23
Anzahl Stunden Gespräch über Lektüre im Literaturkreis geschätzt: 85
Anzahl Seiten Notizen: 17
Länge Unterstreichungen geschätzt: größer 100 Meter
Derweil getrunkenen Flaschen Weißwein (alle) geschätzt: 25
Derweil getrunkenen Flaschen Bier (alle) geschätzt: 52
Derweil getrunkenes Wasser (alle) geschätzt: mehr als 100
Derweil verspeiste Pistazien (alle) geschätzt: 5,75 Kilogramm
Derweil verspeistes Studentenfutter (alle) geschätzt: 7,8 Kilogramm
Derweil verspeiste Tomaten (alle): 4
Anzahl der von Teilnehmenden gemachten Kopien für die andren geschätzt: 670
Anzahl der gelesenen Kopien von den Teilnehmendne geschätzt: 35
Höhe des Erkenntnisgewinns: nicht darstellbar

 

Der Zahn ist raus

  • Noch ne gute Stunde auf Watte beißen
  • Zwei Tage keine Milchprodukte (OK, das lässt sich bewerkstelligen)
  • Zwei Tage nicht kräftig schneuzen (OK, ich geb‘ mir Mühe)
  • Zwei Tage nicht schwer heben (hatte ich nicht vor)
  • Eine Woche keinen Sport (hatte ich vor, also ein bisschen, aber etwas spazierengehen ist drin).
  • In den nächsten drei Wochen keine Flugreise (stand auch nicht an)
  • Und wenn die Betäubung nachher weg ist, alles essen, wozu ich Lust habe wenn auch ohne Milchprodukte (Nudelsuppe gehört definitiv nicht dazu!)

Kopfschmerzen stellen sich jetzt langsam ein, die Wirkung von Tavor bekomme ich mal wieder nicht so richtig mit, aber die Tatsache, dass ich fröhlich blogge, dürfte eine sein.

Ging schneller als bei den anderen Weisheitszähnen, ich glaube, die Aufklärung über die Risiken hat echt länger gedauert. Netter Arzt, der für meine Schisserei Verständnis hatte. Überall lief so esoterische Mandala-Musik. Hab‘ mich gefragt, ob es als Angstellter da ne Schmerzulage gibt.

Da ich an der Arbeit nach wie vor nix zu tun habe, nahm ich das Angebot einer Krankschreibung für heute und (!) morgen gerne an.

Mir kam dann Herrndorf wieder in den Sinn, der an diesem unheilbarem Gehrintumor litt und in seinem Blog damals seine letzte Zeit dokumentierte. (Das Blog ist in der Zwischenzeit auch als Buch herausgekommen, aber das Original ist dann doch ’näher‘. Ich kann’s echt nur empfehlen.)

27.1. 2012 14:14
Nacheinander drei Teile vom Backenzahn ausgespuckt. Ja, mach dich vom Acker, Körper, hau ab, nimm mit, was du tragen kannst.

(Wolfgang Herrndorf: Arbeit und Struktur. Quelle zu dem eindrucksvollem Blog HIER)

Man/n dankt!

Risotto a porcini.

Ferientag 1

Schon Anfang der Woche war klar, dass ich heute mit meinem Mann in die Sauna zu gehen zu habe. Worüber man nichts entscheiden kann, darüber muss man sich ergeben – Wittgenstein oder so.

Also Jugendlicher / junger Mann bin ich richtig gerne und richtg oft in die Sauna gegangen. Irgendwie war das auch immer ein ästhetisches Erlebnis, um nicht zu sagen, ein durchaus erotisch reizvolles, gab es doch immer Männer mit schönen Schwänzen und umgekehrt. Da war oft die Lust zum Zugreifen und die Anstregung der Vermeidung der eigenen (sichtbaren) Erektion. Aber scheinbar hat absolut keine Männergeneration nach meinem Geburtsjahrgang jemals mehr etwas von einer Sauna gehört, denn in den letzten Jahren vermute ich mich im Kreise (Arno Schmidt hätte, um auf das kommende vorzubreiten entweder K/Greise geschrieben, wobei das K und das G übereinander gestanden hätten) / Greise einer gerontopsychiatrischen Station. Altern ist jedenfalls in vieler (möglicherweise sogar in aller) Hinsicht defintiv nichts Schönes.

Gut gepeelt hat es sich am Nachmittag dann wunderbar geschlafen. Nehme es schon mal als Entschädigung für die kommende Nacht.

Dresden

Vor fast genau 30 Jahren das erste Mal dort gewesen. Damals gab es noch die DDR. Unterwegs war ich mit einer Großgroßgroßcousine, die sich der Republikflucht schuldig gemacht hatte oder dann kurze Zeit später machte – das weiß ich nicht mehr so genau. Sie hat mir jedenfalls einen Tag lang Dresden gezeigt. Nun lief ich also wieder durch die Stadt und es gab gerade nur eine einzige Stelle, an die ich mich erinnern konnte. Das spricht einerseits nicht für mein Gedächtnis, andererseits dafür aber auch, dass da in den letzten 30 Jahren gewaltiges getan wurde. Die gesamte Innenstadt ist quasi Fake, denn so gut wie alles, was historisch aussieht, ist nachgebaut. Für mich ein kleiner Schock in der Frauenkirche – 2003 oder so fertig geworden – denn das Nachbauen geht soweit, dass man selbst so tut, als sei der barocke Altar barock. Ich bin jedenfalls nach drei Minuten wieder raus.

Mein Ding ist es jedenfalls nicht so zu tun, als wäre etwas, was es aber gar nicht ist. Mutiger und ehrlicher wäre es gewesen, die nahezu totale Zerstörung als solche auch sichtbar zu machen, anstatt heile Welt vorzugauklen. Aber das ist nicht nur in Dresden Thema. Da kann ich quasi ‚froh‘ sein, dass ich in einer Stadt zu leben gekommen bin, in der die zerstörte Innenstadt nicht wieder rekonstruiert wurde. Gut, das Ergebnis ist jetzt auch nicht so richtig pralle – aber jedenfalls ehrlich.

28

Die Patentochter wird heute 28. Sie schmeisst eine Grillparty. Ihre Mutter und ich gehen daher zum Griechen. Dort rechne ich eher mühsam aus, dass ich sie nun länger als die Hälfte meines Lebens kenne. Das erst Mal hatte ich sie morgen vor 28 Jahren in den Armen.

Und dann werde ich sogar noch eingeladen.

Macht der möglichen Liebe

Dann schläft man eben halt wieder auf dem Sofa. Achtet darauf das man ausreichend was an hat. Einfach mal alles auf Null. So, als hätte es nie was gegeben, weder Verlangen, weder Lust, weder Geilheit. Ein anderer toppt gerade alles, auch wenn er  noch nicht einmal den ersten Kuss gewagt hat.

Apulien ist …

  • … sehr heiß! (Morgens um 9 meist schon 30 Grad, nachts ‚kühlt‘ es auf 25 Grad herunter, so dass man nackt ohne Decke schlafen kann.)
  • … in weiten Teilen unterbewertet. Landschaftlich ist das dort hochreizvoll, kulturhistorisch ein einziger Hammer.
  • … total nervig, was den Straßenverkehr angeht. Die fahren dort wirklich nur wie gesengte Säue, keine Regel gilt – und das bei z.T. katastrophalen Straßenzuständen.
  • … (noch) das Sehnsuchtsitalien aus den 50ern. Kleine Städtchen, verwinkelt und pitoresk, mit ‚dem italienischen Leben‘, wie man es sich immer so schön vorstellt. Das heißt aber auch: Apulien ist bitter arm.
  • … mit sehr gutem Wein gesegnet.
  • … irgendwie mit komischen Campingplätzen ‚gesegnet‘. Die meisten, auf denen wir waren, waren voll von Dauercampern, die sich teilweise trutzburgartig eingebunkert hatten. Aber immerhin auf dem letzten gab es abends dann mein geliebtes Bambinisingen.
  • … dann doch arg weit weg, dass sich Fliegen lohnt. Denn mit dem Zug braucht man doch 22 Stunden (was ab bzw. bis zur deutschen Grenze gut funktionierte – innerhalb Deutschland jedoch nicht).
  • … zwar italienisch, was die da sprechen erinnert aber nur an das, was man mal in der Volkshochschule gelernt haben. Aber die Verständigung klappt, auch wenn selbst junge Menschen so gut wie kein Englisch können.
  • … kulinarisch sehr reizvoll – haben wir jedenfalls mehrfach gelesen. Mitbekommen haben wir es leider nicht, denn Campingplätze liegen überlicherweise nicht neben den Restaurants, die man besuchen sollte – und ganz ehrlich,  uns war ein Abendessen um 21 Uhr einfach irgendwie zu spät.
  • … ist deswegen schon eine Reise wert, weil die Mozarella haben, wie ich es in Deutschland nicht einmal ansatzweise genossen habe.

Wenn einer eine Reise tut

So richtig planen wir unsere Urlaube ja eigentlich nicht. OK, wie und wann wir wo hin- und zurückkommen, das klar. Und meist gibt es auch ein grobes Programm für die Wochen. Wenn mit dem Rad und dem Zelt unterwegs waren, dann haben wir auch schon mal nach Campingplätzen geschaut, um nicht irgendwo in der Pampa zu landen. Üblicherweise sind diese Planungen aber nach zwei, drei Tagen obsolet und wir arbeiten uns von Tag zu Tag weiter.

Das wird wohl auch dieses Jahr so sein – aber ich bin bedeutend besser vorbereitet. Ich bin gerade nochmals „Das Sandkorn“ von Christoph Poschenrieder durch, habe mir alle genannten Orte rausgeschrieben, auf der Karte gesucht, Ausrufezeichen ins Buch gemalt, im Reiseführer verglichen … und ich merke, wie ich mich freue!

Als ich das Buch vor vier Jahren las, war mir klar: Da muss ich hin. Hat jetzt zwar etwas gedauert, aber was lange währt … Wir werden zwar nicht die Strecke der beiden Protagonisten genau abfahren (dazu ist die auch etwas zu chaotisch), aber mein Plan ist, die entsprechenden Seiten an all den Orten zu lesen, die wir schaffen. Gerade mir noch einen Ausstellungskatalog gekauft, der die Bilder von jenen Forschungsreisen 1914 / 1915 zeigt, die die realen Vorbilder der Romanjungs damals gemacht haben. Wenn Zeit und Gelegenheit ist, dann versuche ich das ein oder andere nachzuknipsen.

Tja, jetzt fehlen eigentlich nur noch die Fahrkarten … (*grins* – sorry, das musste jetzt sein.)

Bloomsday

Aus gegebenen Anlass mal ein paar Zeilen. Und ich werde nicht müde aufzurufen: LEST den ULYSSES! Wer es in diesem Jahr schafft, der / die darf sich auf eine Essenseinladung freuen!

Also wer ist denn bloß dieser lange Lulatsch in dem Macintosh da drüben? Ich gäb was drum, wenn ich nur wüßt. Das heißt, es schert mich imgrunde ja einen Dreck. Immer taucht doch plötzlich jemand auf, an den man nicht im Traum gedacht hätte. Eigentlich könnte man ohne weiteres auch sein ganzes Leben alleine leben. Jawohl, könnte man durchaus. Müßte dann bloß jemand auftreiben, der einen unter den Rasen bringt, wenn man gestorben ist, obwohl man sich natürlich auch vorher ein eigenes Grab buddeln könnte. Tun wir sowieso alle. Bloß der Mensch begräbt. Nee, Ameisen ebenfalls. Das erste, was jedem einfällt. Die Toten begraben. Robinson Crusoe etwa, gilt doch als lebensechte Figur. Tja, und dann hat ihn ja auch Freitag begraben. Jeder Freitag begräbt einen Donnerstag, wenn mans recht überlegt.

Ach du armer Robinson Crusoe,
Wie kamst du da bloß zu so?

Armer Dignam! Sein letztes Lager auf Erden in einer Kiste. Wenn man denkt, daß das allen so geht, kommts einem doch glatt wie Holzverschwendung vor. Wird ja alles zernagt. Könnten stattdessen ne hübsche Bahre mit gleitendem Boden erfinden, eine Art Falltür mit Rutschbahn, und auf die Art dann einfach durch und runter damit. Jaja, aber dann würde gleich wieder jeder seine eigene Rutsche haben wollen. Da sind sie nun mal pingelig. Laßt mich in Heimaterde ruhn. Ein Kleckschen Lehm aus dem Heiligen Land. Nur Mutter und totgeborenesKind werden zusammen in einem Sarg beerdigt. Seh den Sinn schon ein. Ganz klar. Schutz für den Kleinen so lange wie möglich, selbst in der Erde noch. Des Irländers Haus ist sein Sarg. Einbalsamieren in Katakomben, Mumien, derselbe Gedanke. Mr. Bloom stand weit hinten, den Hut in der Hand, und zählte die baren Häupter. Zwölf. Ich bin die dreizehn. Nein. Der Kerl da im Macintosh ists. Todeszahl. Wo zum Teufel ist der plötzlich hergekommen? In der Kapelle war er noch nicht, das kann ich beschwören. Blödsinniger Aberglaube, das mit der dreizehn.

James Joyce: Ulysses

Musil lesen

"Der Mann ohne Eigenschaften" in weniger als 123 Wochen

Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

KenterKönig

und anderes aus der weiten Welt

Die Welt des DrSchwein

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