Durch die Zeit

Kategorie: Vergangenes

Happy Birthday, Janis!

1. Schritt

Termin mit einer Ärztin ausgemacht, die mir empfohlen worden ist. Sie guckt auch auf die Psyche – war mir schon immer wichtig. Wenn die Chemie einigermaßen stimmt, dann werde ich sie bitten, den Reha-Antrag zu schreiben. Denn wenn ich dieses Jahr ein Ziel habe, dann für min. vier Wochen in eine psychosomatische Klinik zu kommen, um aus dem Ganzen der letzten Monat ein Paket zu machen.

Schwarzes Schaf

Der Bruder meiner Mutter, also mein Onkel, ist vor ein paar Tagen gestorben. Er wurde 93. Ich hab‘ ihn eigentlich gemocht, auch wenn ich ihn vielleicht nur zehn oder zwölf mal in meinem Leben gesehen habe. Er war so ein bisschen das schwarze Schaf in der Familie, weil er sich hat scheiden lassen. Und seine Kinder aus dieser ersten Ehe waren daher auch etwas schwarz, wobei ich den einen, also meinen Cousin B., wirklich sehr gerne mochte und der mal sehr wichtig war, bis meine Mutter meinte da reingrätschen zu müssen …

Seite Jahren (wenn nicht Jahrzehnten) lese ich die SZ. Da nicht in München anässig, bekomme ich die Deutschlandausgabe, die von Todesanzeigen weitgehenst befreit ist. Heute aber in der E-Paper-Ausgabe was gesucht und zufällig auf eine Todesanzeige für den Onkel gestoßen. Dass er beruflich ein hohes Tier war, wußte ich, aber gleich Regierungsdirektor und zudem Bundesverdienstkreuzträger am Bande?

Das ganze noch ein weiteres Steinchen zum Mosaik, dass ich aus einer echt bescheuerten Familie dann doch stamme.

Jahresrückblick / Literatur / TOP 5

In meinem vorigen Blog habe ich am Ende des Jahres einen statistischen Rückblick gegeben: soundsoviele Bücher gelesen, soundsooft geheult, soundsooft Sex gehabt, soundsovielmal schwimmen gewesen … Natürlich waren so gut wie alle Zahlen hingefühlt … aber warum erzähle ich das?

Egal: Kurzer Rückblick auf das Lesejahr 2020

27.299 Seiten in 62 Büchern gelesen. [Und das sind nicht hingefühlte, sondern fein säuberlich dokumentierte Daten.] Zahlenmäßig ein sehr gutes Jahr – aber an wirklich guten Büchern hat es ganz schön gemangelt, in der Hinsicht war 2019 äußerst schwach, selbst die preisgekrönten hatten vor mir wenig Bestand. So führen die TOP 5 drei definitiv ältere Bücher an, auf Platz 4 dann das einzige Buch aus deutscher Feder von diesem Jahr. Aber guckt selbst:

  1. Lukrez: De rerum naturaBisschen über 2.000 Jahre alt, erst vor 600 Jahren zufällig wieder entdeckt, eine Art erste Atomtheorie mit Erläuterungen, wie man ein gutes Leben führen sollte. Einiges nun wahrlich veraltet – aber alles andere: Bedenkenswert.
  2. Victor Klemperer: Tagebücher 1933-19451.400 Seiten für keine 20 Euro. Wenn das kein Schnäppchen ist. Aber das ist auch das schwächste Argument, was man hierfür benutzten sollte. Die Tagebücher sind ein wirklich ergreifendes Zeitdokument. Und wenn mir heute einer kommt, man hätte das nicht nicht wissen können oder das war doch alles nicht so schlimm, dem schlage ich mit den beiden Bänden auf den Kopf, falls er sie nicht freiwillig liest. Es ist viel Stoff – aber er lohnt. Auszüge gibt es auch als Hörbuch, wirklich, das lohnt!
  3. T.C. Boyle: WassermusikSchon fast ein alter Schinken. Aber wer die perfekte Sommerlektüre braucht, hier ist sie. Unterhaltsam, lustig, komisch, erotisch (na ja), historisch, frisch, dramatisch, sozialkritisch, sprachmächtig, …
  4. Lucy Fricke: TöchterMich wundert es selber, dass es bei mir soweit oben gelandet ist, aber … Eigentlich ein Roman, der auf den ersten Blick ganz locker daher kommt, dann aber mit Tiefe überrascht. Auch wenn es sich jetzt ’schwer‘ anhört – passt auch gut in den Urlaub.
  5. Roberto Saviano: Die LebenshungrigenMan sollte davor „Clan der Kinder“ gelesen haben, sonst wird es a) nicht ganz verständlich und b) nimmt man sich auch eine Menge. Eine herausragende Studie über prekäre Jugendliche in Neapel und zugleich eine Einführung in die Funktionsweise von Mafiastrukturen – dabei auf hohem literarischen Niveau. Nicht zuletzt für mich der Auslöser, im März nach Neapel zu fahren.

Gute alte Zeit

Die Bankangestellte war schon leicht genervt. Die Kunden vor mir waren aber auch wirklich nicht einfach gewesen. Und dann nun ich mit dem Wunsch, ein Sparbuch zu eröffnen. Gott sei Dank wußte sie nicht, dass ich alle Sparbücher vor drei Monaten gekündigt hatte. „Warum das denn?“ war ihre leicht entgeisterte Reaktion. Ich war dann so nett und habe ihr erklärt, dass, wenn man Kleingeld (mehr als 50 Münzen) bei ihrer und meiner Bank einzahlen will, seit neustem eine Gebühr von 5 Euro (!) fällig wird. Wenn man dagegen ein Sparbuch hat … und da man gerolltes Geld nicht mehr bringen darf, angeblich eine EU-Verordnung …

Dass ich seit ich 13 oder 14 bin mein Kleingeld in einer Büchse sammle, und mit dem Geld, wenn die Büchse dann mal voll ist, mir irgendetwas leiste, habe ihr nicht erzählt. Aber den Brauch möchte ich einfach nicht aufgeben, daher haben mich die 25 Minuten Wartezeit auch nicht übermäßig gestört.

Donnerstag bringe ich also dann 3,356 Kilogramm Münzgeld in die Bank, warte ein paar Tage, bis es dem Sparbuch gut geschrieben wird, gehe auf die Bank, hebe es ab, stecke es in meinen blauen Buchkauf-Umschlag oder zahle es am Automaten auf mein Girokonto ein falls ich was bestellen will …

Akt – 1 Grad

Sowas geht einfach nur mit E.

Für mein Neujahrsphoto war heuer die Vorgaben: Kein Gesicht – (etwas) nacktes Fleisch. Mir war einfach danach. Dann kam die Idee verhüllter Körper vor Landschaft … aber E. war ja da und da er ja schon mal behilfich war … und fotografieren kann … und ich weiß, dass ich ihm notfalls meinen nackten Körper zumuten kann … und er kreativ ist … und wir uns da gut absprechen können … und er meine Spleens akzeptiert (und ich seine) …

Also sind wir auf dem Dorf los mit ner groben Idee – davor hab‘ ich mir ein Herz genommen und ihn in das eingeweiht, was mich seit Herbst so umtreibt und mir alles Herzklopfen mal wieder genommen hat, die man sich vorher nicht vorstellen kann – und da kam uns die Waldbühne gerdade recht …

Ich find’s einfach klasse wie selbstverständlich dann Nackheit werden kann … obwohl er schon was prüdes an sich haben kann … wie er Sorge trägt, dass mir nicht zu kalt wird bei 1 Grad Außentemperatur … wie er andererseits hinschaut, dass das Foto trotz altem Körper einigermaßen wird … magisch schöne Momente …

b191227_083

Das hier nur „Bonus-Material“ und wohl eins der letzen Akte, die ich gemacht haben werde.

E., Liebster, danke!

Hirnwäsche

Weihnachten steht vor der Tür. Alle Fernsehsender bringen quais in Dauerschleife einen weichgespülten, glücklichen Film nach dem anderen. Und fast egal in welcher Variante: Am Ende gibt es eine glückliche Familie.

Weihnachten ist wohl emotional noch ein größerer Stress als organisatorisch bzw. finanziell.

Noch ein Funken Mut – und ich steige dieses Jahr komplett aus diesem Theater aus.

Kumm loss mer fiere

Der Mann hat heute Geburtstag. Muss aber noch bis zum frühen Abend arbeiten, danach kommt eine handvoll Gäste auf Quiche und Käse. Ich werd da gleich alles hinrichten (und schon mal probieren, ob der Wein überhaupt schmeckt). Statt eines größeren Geschenks gab es vier kleinere darunter einen total verschimmelten Ziegenkäse, was eine Delikatesse sein soll – ich kann’s kaum glauben, aber die Verkäuferin versicherte mir, da sei wirlich etwas exquisite. Nun ja.

 

Mit mir nicht mehr

Die, die mich etwas besser kennen (soviele sind das hier dann doch nicht, was aber auch gut ist) werden in etwa abschätzen können, was mich wohl geritten haben muss, heute aus der Kirche auszutreten.

Aber im Rahmen der Therapie ist mir erstmals so richtig klar geworden, wie sehr ich unter diesem System gelitten habe und mit den Spätfolgen gerade kämpfe. Ich kann und will so eine Instituion nicht mehr unterstützen, die einfach keine Knall wahrnimmt und meint weiter wursteln zu können, die so tut, als würde es bestimmte Skandale nicht geben und … und … und … Ich bin jedenfalls draußen.

Damit dürfte ich der erste aus der Familie sein, der diesen Schritt gemacht hat. Mein agnostischer Bruder kann ja nicht, denn der arbeitet ja beim Bischof und da muss man …

Problematisch ist es ja auch nicht, das Geld, dass ich jetzt ’spare‘, denen Institutionen zur Verfügung zu stellen, die was in meinem Sinne mache.

Dieses Jahr halt mal nicht

In den letzten Jahren habe ich immer einen Blog-Adventskalender für an die 30 Leute gemacht. Also jeden Tag einen schon vorbereiteten Blogbeitrag in einem privaten Blog mit Bildern, Texten, Rätseln etc. Da saß ich dann immer an die zwei, drei Tage dran, bis alles gefüllt war, einigermaßen ausah und auch einen gewissen Spannungsbogen hatte.

Ich hab‘ dieses Jahr einfach nicht den Drive, das wieder zu machen, dafür hänge ich einfach nach wie vor zu sehr in den Seilen und auch die Schlafstörungen wirken sich jetzt langsam kritisch aus.

Ich denke, man wird es verschmerzen können – hatte sich ja auch etwas tot gelaufen.

SeeRhein Blog

timeless images

heat'n'eat

The way I cook/Wie ich koche

MARCEL STUDIES ABROAD

Mein Semester in Korea

Meine geliebte Narzisstin

Eine wahre Geschichte

wirbelwind68

ich lebe intensiv und reflektiert

The little unsaid....

Ein Blog, der niemals einer sein wollte...

Das Scharlachrote K

... und der Zirkus drum herum

no_more_money_4_shit

Zwei Frauen ein Projekt

Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt

Musil lesen

"Der Mann ohne Eigenschaften" in weniger als 123 Wochen

Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

KenterKönig

und anderes aus der weiten Welt