Durch die Zeit

Kategorie: Vergangenes

60ster …

von K.

Beim 50. von F., seinem Mann, mich ganz bald in die Küche geflüchtet, weil ich mit den Gästen – alles Lehrer – so gar nicht konnte. Wochen später übergab mir mein Buchhändlerin einen Buchgutschein in echt enormer Höhe und es hat Wochen gedauert, bis es klar war, dass das der Dank von F. war, weil ich ihm die Küche gerockt habe.

Corona-bedingt nur insgesamt zehn Leute heute, auch kleines Programm und im Gegensatz zu F. Gäste, die auch mal ein Geschirrtuch in die Hand nehmen können.

Aber ich fremdel wie verrückt.

Kulturschwuchteln

Mein Mann und ich schauen „Duplicity“. Da gibt es eine Szene in Rom. Sofort erkennen wir, dass das vor dem Pantheon ist. Von dort ist es nicht weit, zu einem unserer Lieblingscafes – Untertreibung! Jahrelang haben wir von dort unsere Kaffeebohnen bezogen, d.h, immer wenn jemand, den wir kannten, in Rom war, baten wir, uns ein, zwei Kilo mitzubringen – und als dass dann noch gezeigt wurde: Kreisch!

Kryptisch

Mittags dann entschlossen auf den Stammtisch zu gehen. Der entpuppte sich am Anfang als Griff ins Klo, dann war’s aber genau das, was ich mir gewünschht habe. Nach Hause in lockerer Stimmung. Mein Mann will ne Doku sehen, ich bin mutig und gucke auch – renne nach sieben Minuten in mein Zimmer und kämpfe mit den Tränen. Lese nach, was ich im September / Oktober letzten Jahres hier geschrieben habe und finde nur lasche Andeutungen der Katastrophe, die da über mich hereingebrochen ist. Suche nach einem Text von Kirchhoff und schreibe den für mich um, finde aber heute (noch) nicht den Mut den rauszuhauen. Vorgenommen habe ich es mir aber für diesen Monat.

Von vor zwei Jahren

Gerade DAS HIER gelesen. Stimmt nach wie vor.

Eigentlich …

… ist das das verlängerte Wochenende, an dem ich ‚üblicherweise‘ einen viertägigen Ego-Trip gemacht habe. ‚Üblicherweise‘, weil es in den letzen Jahren nur drei mal geklappt hat.

Aber Lust, mal drei, vier Tage am Stück wandern zu gehen, ist schon da. 1. Septemberwoche mal Rhein entlang?

Schritt für Schritt

Zuerst war die Therapie
Dann war „Das Thema“.
Dann war „Die Krise“.
Dann war „Jetzt ist echt alles zuviel“.
Dann war die Idee „Reha“.
Dann war Orga für Reha-Antrag und Arzttermin und so.
Dann war aller Papierkram fertig.

Und heute habe ich es in Umschläge gesteckt, jetzt fehlen nur noch die Briefmarken.

Was mal Jahresziel war, hat Corona kaputt gemacht. Auch wenn es nach wie vor Überwindung kostet, will ich mich dem Thema in der Reha stellen, aber ich habe keine Lust darauf in einer Reha zu sein, in der 60 Prozent des Angebotes wegen Corona nicht stattfindet.

Familienbindung

Zum Abendessen war J. mit ihrer Tochter S. da.

Derweil rief meine Mutter an.

Es steht gerade 120 zu 5 Minuten. Aber auch nur deswegen, weil ich die Zeit von J. und S. nur berechene, solange sie hier waren.

Ich dachte, …

… nach ca. 30 Jahren darf es mal ein neuer Schreibtisch sein. Nicht nur in der Therapie bin ich gerade am Aufräumen.

Vorher
Nachher

Erster Satz

Nochmals schnell „Die Pest“ von Camus gelesen – nach 33 Jahren wieder um nun zum dritten Mal. Damals eine erschreckende Dystopie, heute dagegen … Alltag. Immerhin, die derzeitige Gesellschaft scheint dann doch ‚vernünftiger‘ zu sein, als Camus es gesehen hat.

Und ja – da war sie ja, diese tolle Figur, Grand, mit dem Kampf um den ersten Satz: „An einem schönen Maimorgen durchritt eine schlanke Amazone auf einer prächtigen Fuchsstute inmitten der Blumen die Alleen des Bois“. Man kann sagen was man will – das ist für mich einer der gelungeren ersten Sätze, richtig gute gibt es ja nur eine handvoll.

 

Inflationär

Über ein paar Umwege wurde mir heute mitgeteilt, dass ich mich, im Namen unseres Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier, „Held“ nennen dürfe, weil ich, wie die gut 7.000 anderen meiner ehrenamtlichen KollegInnen „zum Erhalt der Solidarität in der Gesellschaft einen wichtigen Beitrag leisten“ würde.

Ich nannte das früher (!) „christliche Nächstenliebe“, vielen nennen es „soziales Engagement“, manche nutzen noch den Begriff „Ehrenamt“.

Heute gestehe ich mir zu, dass mich Neugierde treibt, dass es mich interessiert, was tief in anderen Seelen vorgeht und dass ich die Erfahrung gemacht habe, das zuhören hilft.

Helden sind andere!

 

Ja! Ich werde Dich vermissen – oh Du meine »Lindenstraße«!

Der Plan für heute war gewesen, so um die 60 oder 80 Spiegeleier zu machen, literweise Wölkchenbowle anzusetzen und den Gewinner des Quiz zu küren. Aber die lang geplante LINDENSTRASSENABSCHIEDSPARTY muss, wie so vieles andere auch, ausfallen.

Die ganzen knapp 35 Jahre hab‘ ich nicht gekuckt, aber die letzten 25 dann schon (so gut wie immer). So richtig habe ich mir nie überlegt, warum. Ich fands einfach unterhaltsam zu schauen, wie es den Nachbarn so ergeht, während man selber mit einem Bier in der Hand und den Füßen auf dem Tisch es sich hat gut gehen lassen. Eine vorgespie(ge)lte Realität, die immer dann an ihre Grenzen stieß, wenn ein Schauspieler einfach mal so ausgewechselt wurde oder das ein oder andere Kind von der einen zur nächsten Sendungen ein paar Jahre älter war. Schöne Erschütterungen einer schönen (un)heilen Welt.

Einen Ersatz dafür wird es nicht geben und ab nächster Woche stehe ich vor dem großen Problem: Was tun mit diesen 28 Minuten?

Aber jetzt mache ich erstmal den Sekt auf und süffel mich so durch den Abschiedsabend.

Nicht auch das noch!

Ich weiß, wir haben gerade echt andere Probleme. Aber muss dieser sauidiotische und total unnütze Wechsel zur Sommerzeit noch dazukommen? Ich hab‘ da immer gleich zwei, drei Wochen was von – zum kotzen, aber so was von!

OK, dieses Jahr versuche ich mich mal selber komplett aus den Takt zu bringen und mache Montag gleich mal ’nen Nachtdienst, vielleicht rüttelt das dann alles andere etwas schneller zu recht.

Spagat

Ich kann nicht so tun, als wäre nix.

Ich kann aber auch nicht mich nur mit dem Virus beschäftigen.

Und es wird mir mal wieder klar, welche Spagate man so ’normalerweise‘ locker lebt.

‚Meinem‘ Hölderl zum 250.

Wie ich mit Friedrich Hölderlin in Kontakt gekommen bin? Keine Ahnung. Jedenfalls schon früh, denn schon als 19-jähriger stand ich mit Blumen vor seinem Grab in Tübingen und hatte andächtig im Turmzimmer meine / seine Kreise gezogen. Erst (erst!) mit 21 habe ich dann seinen „Hyperion“ gelesen, den ich auch später im Studium studierte und der sich mir immer noch nicht wirklich erschließt.

Und dennoch: Hölderlin ist ein Schatz! Und das für mich aus zwei Gründen:

  • Er fordert zum Denken heraus. Alleine seine wunderbaren Satzkonstruktionen sind oft eine echte Herausforderung. Das kann wirklich Spaß machen, wie sich Wiederholung für Wiederholung der Satzsinn sich einem ent- / erschließt, wie man kapiert, was auf was Bezug nimmt und letztendlich wie raffiniert kombiniert die einzelnen Teile sind. Nichts für Leute, die schnell mal sich was reinziehen wollen, Hölderlin braucht Zeit! Inhaltlich gehört er eh zu den reichsten Lyrikern, die die Welt je hatte, und wer will kann mit ihm philosophieren, politisieren, sozialisieren, …
  • Er fordert zum Fühlen heraus. Ich bin ja wirklich (leider) nicht so der Gefühlige. Nicht, dass mir bei Hölderl die Tränen kämen oder so, beileibe nicht, aber lese ich eins seiner Gedichte, verändert sich meine Stimmung schlagartig und mein Gefühl folgt dem des Textes.

Aber muss man Höldelin denn erklären? Ich weiß nicht. Man sollte ihn einfach lesen! Im Netz gibt es genügend von ihm, einfach mal was ausprobieren und sich Zeit lassen.

Wohl geh‘ ich täglich andere Pfade, bald
Ins grüne Laub im Walde, zur Quelle bald,
Zum Felsen, wo die Rosen blühen,
Blicke vom Hügel ins Land, doch nirgend,

Du Holde, nirgend find ich im Lichte dich
Und in die Lüfte schwinden die Worte mir,
Die frommen, die bei dir ich ehmals

Ja, ferne bist du, seliges Angesicht!
Und deines Lebens Wohllaut verhallt, von mir
Nicht mehr belauscht, und ach! wo seid ihr
Zaubergesänge, die einst das Herz mir

Besänftiget mit Ruhe der Himmlischen?
Wie lang ists! o wie lange! der Jüngling ist
Gealtert, selbst die Erde, die mir
Damals gelächelt, ist anders worden.

Leb immer wohl! es scheidet und kehrt zu dir
Die Seele jeden Tag, und es weint um dich
Das Auge, daß es helle wieder
Dort wo du säumest, hinüberblicke.

Jung(s) halt

Als P. und ich gestern vom Italiener zurück sind, war noch Zeit und Lust auf einen kleinen und kurzen Absacker. Also zum kleinen Schränckchen im Flur, der die Alkoholika beinhaltet.

Vier Stunden später saßen wir immer noch auf dem Boden im Flur vor dem Schränckchen. Wie in alten Zeiten, kein Ende finden können, Fragen stellen, antworten, den anderen mit Worten erkunden, abgleichen und jetzt, wo wir die falsche Scham auch abgelegt haben, auch über das zu reden, was gemeinhin als ‚intim‘ gilt.

Basta

Ich nehm mir jetzt eine Woche korrekturfrei. In den letzten Tagen 18 Meisterprüfungen Teil IV und ne komplette HP mit gut 80 Artikeln korrigiert. Das rechte Auge dankt es mir gerade mit ne leichten Sehstörung.

Sturm

  • Wegen „Sabine“ schon ein paar Stunden füher mit dem Zug zurück von Besuch bei Muttern (und Schwester, Bruder ließ sich, wie meist, nicht blicken.)
  • Wegen mir, hätte „Sabine“ auch schön früher kommen können. Es ist nach wie vor schwer, jetzt mit den neuen Erkenntnissen noch schwerer (daher bin ich ja Weihnachten nicht hin), aber ich habe es überraschend gut gemeistert.
  • Aber statt einer Stunde Mittagsschlaf wurden es fast drei dann, als wir zurück waren, dabei war ich die letzten Tage eher früh im Bett mit ausreichendem Schlaf.

Die CDU zeigt in Thürigen ihr wahres Gesicht.

Wenn nicht innerhalb einer Woche die Bundes-CDU deutliche Konsequenzen aus der Wahl der Thürigen-CDU zieht, dann hat sie den Beweis geliefert, wessen Geistes Kind sie sind.

Happy Birthday, Janis!

1. Schritt

Termin mit einer Ärztin ausgemacht, die mir empfohlen worden ist. Sie guckt auch auf die Psyche – war mir schon immer wichtig. Wenn die Chemie einigermaßen stimmt, dann werde ich sie bitten, den Reha-Antrag zu schreiben. Denn wenn ich dieses Jahr ein Ziel habe, dann für min. vier Wochen in eine psychosomatische Klinik zu kommen, um aus dem Ganzen der letzten Monat ein Paket zu machen.

Schwarzes Schaf

Der Bruder meiner Mutter, also mein Onkel, ist vor ein paar Tagen gestorben. Er wurde 93. Ich hab‘ ihn eigentlich gemocht, auch wenn ich ihn vielleicht nur zehn oder zwölf mal in meinem Leben gesehen habe. Er war so ein bisschen das schwarze Schaf in der Familie, weil er sich hat scheiden lassen. Und seine Kinder aus dieser ersten Ehe waren daher auch etwas schwarz, wobei ich den einen, also meinen Cousin B., wirklich sehr gerne mochte und der mal sehr wichtig war, bis meine Mutter meinte da reingrätschen zu müssen …

Seite Jahren (wenn nicht Jahrzehnten) lese ich die SZ. Da nicht in München anässig, bekomme ich die Deutschlandausgabe, die von Todesanzeigen weitgehenst befreit ist. Heute aber in der E-Paper-Ausgabe was gesucht und zufällig auf eine Todesanzeige für den Onkel gestoßen. Dass er beruflich ein hohes Tier war, wußte ich, aber gleich Regierungsdirektor und zudem Bundesverdienstkreuzträger am Bande?

Das ganze noch ein weiteres Steinchen zum Mosaik, dass ich aus einer echt bescheuerten Familie dann doch stamme.

Jahresrückblick / Literatur / TOP 5

In meinem vorigen Blog habe ich am Ende des Jahres einen statistischen Rückblick gegeben: soundsoviele Bücher gelesen, soundsooft geheult, soundsooft Sex gehabt, soundsovielmal schwimmen gewesen … Natürlich waren so gut wie alle Zahlen hingefühlt … aber warum erzähle ich das?

Egal: Kurzer Rückblick auf das Lesejahr 2020

27.299 Seiten in 62 Büchern gelesen. [Und das sind nicht hingefühlte, sondern fein säuberlich dokumentierte Daten.] Zahlenmäßig ein sehr gutes Jahr – aber an wirklich guten Büchern hat es ganz schön gemangelt, in der Hinsicht war 2019 äußerst schwach, selbst die preisgekrönten hatten vor mir wenig Bestand. So führen die TOP 5 drei definitiv ältere Bücher an, auf Platz 4 dann das einzige Buch aus deutscher Feder von diesem Jahr. Aber guckt selbst:

  1. Lukrez: De rerum naturaBisschen über 2.000 Jahre alt, erst vor 600 Jahren zufällig wieder entdeckt, eine Art erste Atomtheorie mit Erläuterungen, wie man ein gutes Leben führen sollte. Einiges nun wahrlich veraltet – aber alles andere: Bedenkenswert.
  2. Victor Klemperer: Tagebücher 1933-19451.400 Seiten für keine 20 Euro. Wenn das kein Schnäppchen ist. Aber das ist auch das schwächste Argument, was man hierfür benutzten sollte. Die Tagebücher sind ein wirklich ergreifendes Zeitdokument. Und wenn mir heute einer kommt, man hätte das nicht nicht wissen können oder das war doch alles nicht so schlimm, dem schlage ich mit den beiden Bänden auf den Kopf, falls er sie nicht freiwillig liest. Es ist viel Stoff – aber er lohnt. Auszüge gibt es auch als Hörbuch, wirklich, das lohnt!
  3. T.C. Boyle: WassermusikSchon fast ein alter Schinken. Aber wer die perfekte Sommerlektüre braucht, hier ist sie. Unterhaltsam, lustig, komisch, erotisch (na ja), historisch, frisch, dramatisch, sozialkritisch, sprachmächtig, …
  4. Lucy Fricke: TöchterMich wundert es selber, dass es bei mir soweit oben gelandet ist, aber … Eigentlich ein Roman, der auf den ersten Blick ganz locker daher kommt, dann aber mit Tiefe überrascht. Auch wenn es sich jetzt ’schwer‘ anhört – passt auch gut in den Urlaub.
  5. Roberto Saviano: Die LebenshungrigenMan sollte davor „Clan der Kinder“ gelesen haben, sonst wird es a) nicht ganz verständlich und b) nimmt man sich auch eine Menge. Eine herausragende Studie über prekäre Jugendliche in Neapel und zugleich eine Einführung in die Funktionsweise von Mafiastrukturen – dabei auf hohem literarischen Niveau. Nicht zuletzt für mich der Auslöser, im März nach Neapel zu fahren.

Gute alte Zeit

Die Bankangestellte war schon leicht genervt. Die Kunden vor mir waren aber auch wirklich nicht einfach gewesen. Und dann nun ich mit dem Wunsch, ein Sparbuch zu eröffnen. Gott sei Dank wußte sie nicht, dass ich alle Sparbücher vor drei Monaten gekündigt hatte. „Warum das denn?“ war ihre leicht entgeisterte Reaktion. Ich war dann so nett und habe ihr erklärt, dass, wenn man Kleingeld (mehr als 50 Münzen) bei ihrer und meiner Bank einzahlen will, seit neustem eine Gebühr von 5 Euro (!) fällig wird. Wenn man dagegen ein Sparbuch hat … und da man gerolltes Geld nicht mehr bringen darf, angeblich eine EU-Verordnung …

Dass ich seit ich 13 oder 14 bin mein Kleingeld in einer Büchse sammle, und mit dem Geld, wenn die Büchse dann mal voll ist, mir irgendetwas leiste, habe ihr nicht erzählt. Aber den Brauch möchte ich einfach nicht aufgeben, daher haben mich die 25 Minuten Wartezeit auch nicht übermäßig gestört.

Donnerstag bringe ich also dann 3,356 Kilogramm Münzgeld in die Bank, warte ein paar Tage, bis es dem Sparbuch gut geschrieben wird, gehe auf die Bank, hebe es ab, stecke es in meinen blauen Buchkauf-Umschlag oder zahle es am Automaten auf mein Girokonto ein falls ich was bestellen will …

Akt – 1 Grad

Sowas geht einfach nur mit E.

Für mein Neujahrsphoto war heuer die Vorgaben: Kein Gesicht – (etwas) nacktes Fleisch. Mir war einfach danach. Dann kam die Idee verhüllter Körper vor Landschaft … aber E. war ja da und da er ja schon mal behilfich war … und fotografieren kann … und ich weiß, dass ich ihm notfalls meinen nackten Körper zumuten kann … und er kreativ ist … und wir uns da gut absprechen können … und er meine Spleens akzeptiert (und ich seine) …

Also sind wir auf dem Dorf los mit ner groben Idee – davor hab‘ ich mir ein Herz genommen und ihn in das eingeweiht, was mich seit Herbst so umtreibt und mir alles Herzklopfen mal wieder genommen hat, die man sich vorher nicht vorstellen kann – und da kam uns die Waldbühne gerdade recht …

Ich find’s einfach klasse wie selbstverständlich dann Nackheit werden kann … obwohl er schon was prüdes an sich haben kann … wie er Sorge trägt, dass mir nicht zu kalt wird bei 1 Grad Außentemperatur … wie er andererseits hinschaut, dass das Foto trotz altem Körper einigermaßen wird … magisch schöne Momente …

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Das hier nur „Bonus-Material“ und wohl eins der letzen Akte, die ich gemacht haben werde.

E., Liebster, danke!

Hirnwäsche

Weihnachten steht vor der Tür. Alle Fernsehsender bringen quais in Dauerschleife einen weichgespülten, glücklichen Film nach dem anderen. Und fast egal in welcher Variante: Am Ende gibt es eine glückliche Familie.

Weihnachten ist wohl emotional noch ein größerer Stress als organisatorisch bzw. finanziell.

Noch ein Funken Mut – und ich steige dieses Jahr komplett aus diesem Theater aus.

Kumm loss mer fiere

Der Mann hat heute Geburtstag. Muss aber noch bis zum frühen Abend arbeiten, danach kommt eine handvoll Gäste auf Quiche und Käse. Ich werd da gleich alles hinrichten (und schon mal probieren, ob der Wein überhaupt schmeckt). Statt eines größeren Geschenks gab es vier kleinere darunter einen total verschimmelten Ziegenkäse, was eine Delikatesse sein soll – ich kann’s kaum glauben, aber die Verkäuferin versicherte mir, da sei wirlich etwas exquisite. Nun ja.

 

Mit mir nicht mehr

Die, die mich etwas besser kennen (soviele sind das hier dann doch nicht, was aber auch gut ist) werden in etwa abschätzen können, was mich wohl geritten haben muss, heute aus der Kirche auszutreten.

Aber im Rahmen der Therapie ist mir erstmals so richtig klar geworden, wie sehr ich unter diesem System gelitten habe und mit den Spätfolgen gerade kämpfe. Ich kann und will so eine Instituion nicht mehr unterstützen, die einfach keine Knall wahrnimmt und meint weiter wursteln zu können, die so tut, als würde es bestimmte Skandale nicht geben und … und … und … Ich bin jedenfalls draußen.

Damit dürfte ich der erste aus der Familie sein, der diesen Schritt gemacht hat. Mein agnostischer Bruder kann ja nicht, denn der arbeitet ja beim Bischof und da muss man …

Problematisch ist es ja auch nicht, das Geld, dass ich jetzt ’spare‘, denen Institutionen zur Verfügung zu stellen, die was in meinem Sinne mache.

Dieses Jahr halt mal nicht

In den letzten Jahren habe ich immer einen Blog-Adventskalender für an die 30 Leute gemacht. Also jeden Tag einen schon vorbereiteten Blogbeitrag in einem privaten Blog mit Bildern, Texten, Rätseln etc. Da saß ich dann immer an die zwei, drei Tage dran, bis alles gefüllt war, einigermaßen ausah und auch einen gewissen Spannungsbogen hatte.

Ich hab‘ dieses Jahr einfach nicht den Drive, das wieder zu machen, dafür hänge ich einfach nach wie vor zu sehr in den Seilen und auch die Schlafstörungen wirken sich jetzt langsam kritisch aus.

Ich denke, man wird es verschmerzen können – hatte sich ja auch etwas tot gelaufen.

Gipfelwende?

Heute war so ein Tag, an dem ich mal gemerkt habe, wie anstrengend gerade diese Therapie ist und was mich das an Kraft kostet.

Gestern das letzte Mal als stellvertretender Meisterprüfungsvorsitzender aktiv gewesen – ich habe einfach die Konsequenz daraus gezogen, dass es mir a) kaum Spaß macht b) mehr Zeit kostet als Geld bringt und c) der derzeitige Vorsitzende eh niemanden neben sich haben kann – egal, wie oft er es auch beteuern mag. Wichtig hierbei für mich: Bis vor einem halben Jahr hätte ich trotzdem weiter gemacht, denn ich hatte ja zugesagt.

Danach noch bei P. zum Geburtstag und dort mir auch das Wort genommen, was a) niemand störte b) mir gut tat. Auch etwas, was ich gerade lerne.

Heute dann bis um kurz vor 9 geschlafen, fast gut sogar, und dann am Nachmittag nochmals zwei Stunden kommatös. Danach einen Anflug von Entspannung gehabt.

Ich hab‘ noch etwas Resturlaub …

Laberrunde – uff

Wir sind zu siebt. Das hat es lange nicht mehr gegeben. Die Supervisorin macht mal einen ganz anderen Einstieg und gibt das Thema „Veränderung“ vor. Als hätte ich da gerade nicht genug davon in und wegen und mit der Therapie. Ich halte es jedenfalls kurz, worauf sie aber meint, man sähe es mir an, dass ich gerade viel arbeiten würde.

Dann bringt A. einen Fall ein – selten genug in letzter Zeit, dass wir Fallarbeit machen, was aber ja Sinn und Zweck der Veranstaltung für uns ist. Mit jedem Satz, den sie länger ihren Fall beschreibt, sinke ich in meinem Stuhl innerlich zusammen. Denn das, was sie da schildert, ist genau das, was mich seit vier, fünf Wochen so heftig umtreibt.

Ich nehme irgendwann dann auch – vorsichtig – dazu Stellung und bemerke aber, wie die Supervisorin mich aufmerksam beobachtet, als es um die Fragen nach Umgang und Handlungsempfehlung geht.

Heftig war’s dann, als die Gruppe den Fall ‚bewerteten‘ … der Zufall wollte es, dass ich dann gehen musste (was ich auch vorher angekündigt hatte).

Hätte ich nicht gebraucht heute – aber es ist ja noch etwas Therapiewein da.

Kaleidoskop eines Alltags

Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.

Anton Weyrother

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