Durch die Zeit

Kategorie: Vergangenes

Denkste

Die beiden SD-Karten, die ich über Jahre wie ein Augapfel gehütet habe, weil man so was ja immer mal brauchen kann – so wie ich heute für meinen neuen Negativ-Scanner – entpuppten sich als funktionslose Plastikteile. Immerhin habe ja die Drogerien offen und so kann ich – wenn ich denn die Zeit finde – mich mal mit meinen Negativen beschäftigen.

Negativ/e

Aus Gründen, die hier zu weit führen würden, in meinen Negativen, die ich zu einem Teil gescannt habe, rumgestöbert. Irgendwie muss ich dass so regeln, dass die mit / nach meinem Tod sofort vernichtet werden oder ich muss da ne dicke, lange Erklärung dazu schreiben. Ist schon spannend und zugleich verstörend zu sehen, wem ich mich gegenüber alles nackt ‚präsentiert‘ habe und wie oft ich meinen Schwanz in die Kamera gehalten habe. Das hatte teilweise schon was von Prostitution an sich – aber es erklärt sich mir mit der Folie des Missbrauchs durchaus.

Oh mein Michael

Um die 30 Jahre ist dieses Foto schon alt. Und – so genau kann ich das gerade nicht rekonstruieren – seit ca. 25 Jahren habe ich ihn nicht mehr gesehen oder gesprochen. Er, der mir schon immer voraus war, hat einen neuen Weg eingeschlagen, auf den er mich nicht mitnehmen konnte oder wollte. Er, der mir beibrachte, dass ich nicht nur schwul bin sondern es auch sein darf, wollte dann doch lieber heterosexuell werden. Ob ihm das gelungen ist?

Um die zehn Jahre hatten wir Kontakt. Und diese Woche im Schwarzwald war einer von einigen Höhepunkte, was wohl daran lag, dass ich mich da frei fühlen konnte – und wir deshalb auch unverklemmt Sex hatten, gefühlt mindestens dreimal am Tag. (Ist es OK, wenn ihr mir meine verklärten Erinnerungen daran einfach lasst?)

Und wenn ich die Erinnerung an ihn mit dem Proust-Zitat von heute zusammenbringe – nö, da war kein Moment verloren.

Muss das?

Heute habe ich es dann doch weggeräumt, als N. kam und wir an unserer Homepage bastelten. Als Mutter von drei Jungs dürfte sie aber wohl Kenntnisse haben. Was verbiege ich mich, weil ich mir den Kopf für andere zerbreche?

Happy Birthday, my great, great love!

Bullets

  • Mit etwas Verspätung, aber heute der traditionelle Neujahrsbadewannenabend mit Sekt (nun ja, Prosecco).
  • Nach einer langen Flaute endlich mal zwei Bücher, die vielversprechend sind: „Mit wehenden Fahnen“ von Evelyn Waugh (schon etwas älter) und das brandaktuelle von Julian Barnes: „Der Mann im roten Rock“.
  • Jetzt noch geschickt meinen Mann davon überzeugen, dass ich morgen doch lieber Schinkenpastete oder Linsen-Maultaschen ausprobieren will und eben nicht die Wirsing-Gemüse-Quiche mit Ziegenkäse.
  • Ach ja. Und wer wissen will, wie ich mit Anfang 20 ausgesehen habe, der gucke sich Merlin Rose in „Als wir träumten“ an. (Und lesen! Eins der besten Bücher bisher dieses Jahrtausend! Clemens Meyer heißt der Autor.)

Ernte

Nach ein paar Jahren Pause sind wir wieder in die Sprossenproduktion eingestiegen. Morgen gibt es also Radieschensprossen (scharf) zum Auftakt, vier Tage später dann Senfsprossen. Und wenn das neue Gestell kommt, dann können wir drei Sorten parallel machen.

Ob ich mir so einen Aufsitzmäher anschaffen sollte?

»Sprachloses Kind mit Schwanz«

Der wichtigste Texte für dieses Jahr stammt von Bodo Kirchhoff. Als ich ihn das erste mal las, hab ich nicht nur geflennt, sondern ich hatte zum ersten Mal erste Worte für das, was mir da geschehen ist – und dafür bin ich ihm echt dankbar. OK, bei war es kein Heimleiter sondern jemand aus der Familie, und auch das Zitat ist nicht gefallen – seis’s drum, der zweite Absatz hätte von mir stammen können! Er beschreibt dieses unermesslich nicht Fassbare, was da einem passiert. Und auch wenn der Missbrauch jetzt auch schon gut 40 Jahre her ist … so ein Dreck hat Auswirkungen bis heute und es war echt ein weiter, anstrengender Weg, diese Sprachlosigkeit zu überwinden.

Ich bin missbraucht worden – ein Wort, das nicht viel taugt, das nicht weiterhilft, das nur die ganze Misere der Sprachlosigkeit zeigt. Was ist geschehen? Ich war zwölf, ein hübsches Internatskind, und der Heimleiter und Schulkantor, ein Mann wie Winnetou (der meiner Phantasie, bevor es die Filme gab), Anfang dreißig, langes Haar (1960!), Roth-Händle-Raucher, Cabrio-Fahrer, führte mich, weil ich über Kopfweh geklagt hatte, am späten Abend auf sein Zimmer. (…) Dann streichelte er mein kindliches Ding, es wurde groß und hart, glühend gegen meinen Willen, also schämte ich mich auch glühend, und Winnetou flüsterte mir in den Mund „Dem Schwein ist alles Schwein, dem Reinen ist alles rein.“ Das waren seine einzigen Worte in dieser ersten Nacht von vielen.

Aber mit Streicheln war es nicht getan, er wollte mehr, ich sollte das Stigma der Lust tragen, von ihm empfangen. Er küsste das Harte, er streichelte es, er machte immer weiter, gnadenlos zärtlich, und ich hatte den ersten Orgasmus – von diesem Wort noch viele Jahre entfernt. Ich wusste nicht, was da unten los war, es war der Wahnsinn, wie man heute sagt, damals ein loderndes Rätsel zwischen den Beinen. Aus dem kindlichen Ding war innerhalb einer Nacht ein Schwanz geworden – ich war ein sprachloses Kind mit Schwanz.

Quelle bzw. der ganze Text (der nicht sehr lang ist).

The best of 2020 – Eurer Meinung nach

Und hier nun meine drei erfolgreichsten Einträge aus diesem Jahr. So sagt’s die Statistik:

Platz 1: Lumumpe
OK, erklärt sich mir jetzt nicht so wirklich, ich vermute, der Begriff war irgendwie interessant oder weckte Erinnerungen.

Platz 2: Was ich habe, will ich nicht verlieren
Das hat mich komplett überrascht. Denn Lyrik geht normalerweise so gar nicht. Und der Titel ist ja jetzt auch nicht gerade so superspannend und besonders. Das Gedicht dagegen nach wie vor eins der besten, die zumindest ich kenne.

Platz 3: Vergessen
Immerhin mal ein originärer Beitrag von mir und nix ‚Geklautes‘. Zugegeben, beim Wiederlesen fand ich den kleinen Text auch nicht schlecht und zeugte von einer besonderen Gelassenheit (die mir echt nicht jeden Tag gegeben ist).

Zufrieden mit Eurer Auswahl? Und was waren Eure drei Hits?

Gesundheitsmaßnahme

Um in dieser dunklen Jahreszeit fitt zu bleiben, haben mein Mann und ich wieder eine alte Tradition aufleben lassen. Abends führen wir uns nun eine extra Portion Vitamine zu, bestehend aus dem Saft von Apfelsinen, Limetten, Zitronenen ggf. Graipfruit und so weiter. Aber da wir nicht päpstlicher als der Papst sein wollen, halten wir uns dann nicht so ganz genau an das Rezept von Planters Punch – aber weißer und brauner Rum ist immer drin.

Nur eins – und das schon zum zweiten Mal!

In diesem Monat werde ich wohl nur ein Buch zu Ende gelesen haben (den Proust). Nur ein einziges Buch! Was anderes wird nicht dazu kommen. Im September war das auch schon so. Auch schon! Nur ein (!) Buch! Ich baue ab! Ich werde alt! Ich werde langsam! Werde ich gar teilnahmslos? Habe ich mit allem schon abgeschlossen? Ist das Ende, also mein Ende nahe?

Was mich etwas beruhigt ist die Tatsache, ich habe in einem Jahr nur ein einziges Mal mehr gelesen als in diesem. Und die Aufzeichnung reicht bist in das Jahr 1983 zurück.

„Der Herr Doktor“

A. verliert mit dem heutigen Tag seinen jetztigen Spitznamen und fimiert nun als „der Herr Doktor“. Das ist er nämlich mit heute, denn da flatterte die Aprobation in seinen Briefkasten. OK, das mit dem „Dr.“ braucht jetzt noch ein paar Wochen oder so, aber das kommt auch noch. In meiner Ursprungsfamilie hieß jeder Arzt, mit oder ohne Promotion, „der Herr Doktor“ – Respektsperson sondersgleichen.

Irgendwie muss deswegen noch eine rauschende Party her! Aber so eine, nach der man nicht mehr so richtig weiß, wie sie geendet hat, aber alle ganz viele Geschichten erzählen können.

Mit dem ‚Stolz‘ hab‘ ich ja so meine Probleme und weiß auch nicht, ob ich auf A. stolz sein kann, dass er es geschafft hat, ist ja definitiv seine Leistung. Aber es fühlt sich halt wie Stolz an, denn von der ersten Idee bis jetzt zur Aprobation hab‘ ich / haben wir ihn begleitet. Das hätte auch schief gehen können und vielleicht hätte ich mir dann Vorwürfe gemacht, denn so ganz unschuldig bin ich beim Initial nicht gewesen.

Und der Weg, den A. nehmen musste, war echt weit, weil er erst noch das Abitur nachholen musste, nebenberuflich in der Abendschule, was an sich schon eine Leistung ist – und dann noch mit einem Streber-Abschlus von eins komma sonstwas. Dann aus Gründen, die ich gerade nicht mehr auf der Pfann habe, erst ein anderes Studium, was nicht passte, zudem eine familiäre Tragödie, noch ein Umzug und neue Uni …

Er kann stolz auf sich sein – und ich auf uns, dass wir uns kennen.

Reaktion(en)

Einzelgespräch beim Therapeuten. Auf seinen Wunsch hin, gilt es doch die Schlussphase der Therapie zu gestalten. Der Mann (= Psychodoc) – ich kann es nur wiederholen – ist richtig gut und fasst in wenigen Sätzen das zusammen, was ich erreicht habe. Mit was ich durch den Missbrauch noch zu kämpfen habe, wie sich das konkret heute auswirkt, wie ich dagegensteuere und was noch offen ist. Wenn ich mir das so anschaue, dann ist das eine richtig gute Bilanz, auch wenn mir klar ist, dass da noch Arbeit ansteht.

Kurz vor Ende des Gesprächs kommen wir auf die Reha zu sprechen, meine Unlust derzeit darauf, der wichtige Termin in der Mediations-Ausbildung, der mit einer möglichen Reha über Weihnachten wohl kollidieren würde … kurz: Nach wenigen Minuten habe ich die Freiheit im Kopf zu sagen: Jetzt gerade ist eine Reha nicht gut bzw. angesagt, ich möchte sie frühestens nach der Medations-Ausbildungs-Blockwoche Anfang Februar angehen.

Ich fahre nach dem Termin wieder zurück in den Job und kämpfe seither mit brüllenden Kopfschmerzen dass ich zeitweise kotzen könnte, gähne, als wäre ich 52 Stunden wach gewesen, friere und zittere wie ein Schneider (bei hochgefahrenen Heizungen) und bin innerlich fast schon überpräsent, dass ich noch mit meinem Mann seine Lehrvideos schneide, ohne auch nur einmal (!!!) genervt zu sein.

Brief an die Klinik sogar mit meinem Mann besprochen, ausgedruckt, adressiert und frankiert. Briefkasten findet sich mehrfach morgen auf dem Weg zum Job.

So langsam beginne ich dem Missbrauch den Stinkefinger zu zeigen!

Ein halbes …

… Glas Wein gönne ich mir nachher. Irgendwie muss man es ja feiern, dass ich seit vier Wochen keinen Tropfen Alk getrunken habe.

Erinnerung

Als Zivildienstleistender habe ich in einem Krankenhaus (Krebsstation) gearbeitet, später dann noch in Altersheimen. Da gab es Sonntagsvormittags meist so eine unendlich friedliche Stimmung, wenn man mit den Betten durch war, die Morgensuppe ausgeteilt war und jetzt im Dienstzimmer saß und wartete ob jemand läutet bzw. bis das Mittagessen verteilt werden muss und man danach gehen darf. Als wäre da immer die Uhr stehen geblieben. Die Sonne schien, alles war still, friedlich und das Leben in dem Moment schlichtweg schön.

Ging mir heute im Job für einen kurzen Moment so nach langer Zeit mal wieder. Der Flur still, weil die Hälfte in Quaranäne hockt und der Rest im Urlaub oder sonstwo ist, die Kollegin mal nicht am telefonieren oder schnuddeln, ich hatte gerade mein Tagwerk beendet und draußen scheinte die Sonne, die Mandarine schmeckte und ja, ein selten friedlicher, freier Moment machte sich breit, Corona, Wien und die USA Galaxien entfernt.

Hat gut getan.

Dem ist nichts hinzuzufügen

Gestern noch richtig bös abgestürzt mit S. Ich hab‘ dann wieder mal bitterlich weinen müssen und erschreckte mich dann fast selber, wie tief und nahezu unerbittlich dieser Schmerz sitzt. Aber wie sagte der Arzt vorgestern: »Sexueller Missbrauch ist halt echt Scheiße.«

60ster …

von K.

Beim 50. von F., seinem Mann, mich ganz bald in die Küche geflüchtet, weil ich mit den Gästen – alles Lehrer – so gar nicht konnte. Wochen später übergab mir mein Buchhändlerin einen Buchgutschein in echt enormer Höhe und es hat Wochen gedauert, bis es klar war, dass das der Dank von F. war, weil ich ihm die Küche gerockt habe.

Corona-bedingt nur insgesamt zehn Leute heute, auch kleines Programm und im Gegensatz zu F. Gäste, die auch mal ein Geschirrtuch in die Hand nehmen können.

Aber ich fremdel wie verrückt.

Kulturschwuchteln

Mein Mann und ich schauen „Duplicity“. Da gibt es eine Szene in Rom. Sofort erkennen wir, dass das vor dem Pantheon ist. Von dort ist es nicht weit, zu einem unserer Lieblingscafes – Untertreibung! Jahrelang haben wir von dort unsere Kaffeebohnen bezogen, d.h, immer wenn jemand, den wir kannten, in Rom war, baten wir, uns ein, zwei Kilo mitzubringen – und als dass dann noch gezeigt wurde: Kreisch!

Kryptisch

Mittags dann entschlossen auf den Stammtisch zu gehen. Der entpuppte sich am Anfang als Griff ins Klo, dann war’s aber genau das, was ich mir gewünschht habe. Nach Hause in lockerer Stimmung. Mein Mann will ne Doku sehen, ich bin mutig und gucke auch – renne nach sieben Minuten in mein Zimmer und kämpfe mit den Tränen. Lese nach, was ich im September / Oktober letzten Jahres hier geschrieben habe und finde nur lasche Andeutungen der Katastrophe, die da über mich hereingebrochen ist. Suche nach einem Text von Kirchhoff und schreibe den für mich um, finde aber heute (noch) nicht den Mut den rauszuhauen. Vorgenommen habe ich es mir aber für diesen Monat.

Von vor zwei Jahren

Gerade DAS HIER gelesen. Stimmt nach wie vor.

Eigentlich …

… ist das das verlängerte Wochenende, an dem ich ‚üblicherweise‘ einen viertägigen Ego-Trip gemacht habe. ‚Üblicherweise‘, weil es in den letzen Jahren nur drei mal geklappt hat.

Aber Lust, mal drei, vier Tage am Stück wandern zu gehen, ist schon da. 1. Septemberwoche mal Rhein entlang?

Schritt für Schritt

Zuerst war die Therapie
Dann war „Das Thema“.
Dann war „Die Krise“.
Dann war „Jetzt ist echt alles zuviel“.
Dann war die Idee „Reha“.
Dann war Orga für Reha-Antrag und Arzttermin und so.
Dann war aller Papierkram fertig.

Und heute habe ich es in Umschläge gesteckt, jetzt fehlen nur noch die Briefmarken.

Was mal Jahresziel war, hat Corona kaputt gemacht. Auch wenn es nach wie vor Überwindung kostet, will ich mich dem Thema in der Reha stellen, aber ich habe keine Lust darauf in einer Reha zu sein, in der 60 Prozent des Angebotes wegen Corona nicht stattfindet.

Familienbindung

Zum Abendessen war J. mit ihrer Tochter S. da.

Derweil rief meine Mutter an.

Es steht gerade 120 zu 5 Minuten. Aber auch nur deswegen, weil ich die Zeit von J. und S. nur berechene, solange sie hier waren.

Ich dachte, …

… nach ca. 30 Jahren darf es mal ein neuer Schreibtisch sein. Nicht nur in der Therapie bin ich gerade am Aufräumen.

Vorher
Nachher

Erster Satz

Nochmals schnell „Die Pest“ von Camus gelesen – nach 33 Jahren wieder um nun zum dritten Mal. Damals eine erschreckende Dystopie, heute dagegen … Alltag. Immerhin, die derzeitige Gesellschaft scheint dann doch ‚vernünftiger‘ zu sein, als Camus es gesehen hat.

Und ja – da war sie ja, diese tolle Figur, Grand, mit dem Kampf um den ersten Satz: „An einem schönen Maimorgen durchritt eine schlanke Amazone auf einer prächtigen Fuchsstute inmitten der Blumen die Alleen des Bois“. Man kann sagen was man will – das ist für mich einer der gelungeren ersten Sätze, richtig gute gibt es ja nur eine handvoll.

 

Inflationär

Über ein paar Umwege wurde mir heute mitgeteilt, dass ich mich, im Namen unseres Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier, „Held“ nennen dürfe, weil ich, wie die gut 7.000 anderen meiner ehrenamtlichen KollegInnen „zum Erhalt der Solidarität in der Gesellschaft einen wichtigen Beitrag leisten“ würde.

Ich nannte das früher (!) „christliche Nächstenliebe“, vielen nennen es „soziales Engagement“, manche nutzen noch den Begriff „Ehrenamt“.

Heute gestehe ich mir zu, dass mich Neugierde treibt, dass es mich interessiert, was tief in anderen Seelen vorgeht und dass ich die Erfahrung gemacht habe, das zuhören hilft.

Helden sind andere!

 

Ja! Ich werde Dich vermissen – oh Du meine »Lindenstraße«!

Der Plan für heute war gewesen, so um die 60 oder 80 Spiegeleier zu machen, literweise Wölkchenbowle anzusetzen und den Gewinner des Quiz zu küren. Aber die lang geplante LINDENSTRASSENABSCHIEDSPARTY muss, wie so vieles andere auch, ausfallen.

Die ganzen knapp 35 Jahre hab‘ ich nicht gekuckt, aber die letzten 25 dann schon (so gut wie immer). So richtig habe ich mir nie überlegt, warum. Ich fands einfach unterhaltsam zu schauen, wie es den Nachbarn so ergeht, während man selber mit einem Bier in der Hand und den Füßen auf dem Tisch es sich hat gut gehen lassen. Eine vorgespie(ge)lte Realität, die immer dann an ihre Grenzen stieß, wenn ein Schauspieler einfach mal so ausgewechselt wurde oder das ein oder andere Kind von der einen zur nächsten Sendungen ein paar Jahre älter war. Schöne Erschütterungen einer schönen (un)heilen Welt.

Einen Ersatz dafür wird es nicht geben und ab nächster Woche stehe ich vor dem großen Problem: Was tun mit diesen 28 Minuten?

Aber jetzt mache ich erstmal den Sekt auf und süffel mich so durch den Abschiedsabend.

Nicht auch das noch!

Ich weiß, wir haben gerade echt andere Probleme. Aber muss dieser sauidiotische und total unnütze Wechsel zur Sommerzeit noch dazukommen? Ich hab‘ da immer gleich zwei, drei Wochen was von – zum kotzen, aber so was von!

OK, dieses Jahr versuche ich mich mal selber komplett aus den Takt zu bringen und mache Montag gleich mal ’nen Nachtdienst, vielleicht rüttelt das dann alles andere etwas schneller zu recht.

Spagat

Ich kann nicht so tun, als wäre nix.

Ich kann aber auch nicht mich nur mit dem Virus beschäftigen.

Und es wird mir mal wieder klar, welche Spagate man so ’normalerweise‘ locker lebt.

‚Meinem‘ Hölderl zum 250.

Wie ich mit Friedrich Hölderlin in Kontakt gekommen bin? Keine Ahnung. Jedenfalls schon früh, denn schon als 19-jähriger stand ich mit Blumen vor seinem Grab in Tübingen und hatte andächtig im Turmzimmer meine / seine Kreise gezogen. Erst (erst!) mit 21 habe ich dann seinen „Hyperion“ gelesen, den ich auch später im Studium studierte und der sich mir immer noch nicht wirklich erschließt.

Und dennoch: Hölderlin ist ein Schatz! Und das für mich aus zwei Gründen:

  • Er fordert zum Denken heraus. Alleine seine wunderbaren Satzkonstruktionen sind oft eine echte Herausforderung. Das kann wirklich Spaß machen, wie sich Wiederholung für Wiederholung der Satzsinn sich einem ent- / erschließt, wie man kapiert, was auf was Bezug nimmt und letztendlich wie raffiniert kombiniert die einzelnen Teile sind. Nichts für Leute, die schnell mal sich was reinziehen wollen, Hölderlin braucht Zeit! Inhaltlich gehört er eh zu den reichsten Lyrikern, die die Welt je hatte, und wer will kann mit ihm philosophieren, politisieren, sozialisieren, …
  • Er fordert zum Fühlen heraus. Ich bin ja wirklich (leider) nicht so der Gefühlige. Nicht, dass mir bei Hölderl die Tränen kämen oder so, beileibe nicht, aber lese ich eins seiner Gedichte, verändert sich meine Stimmung schlagartig und mein Gefühl folgt dem des Textes.

Aber muss man Höldelin denn erklären? Ich weiß nicht. Man sollte ihn einfach lesen! Im Netz gibt es genügend von ihm, einfach mal was ausprobieren und sich Zeit lassen.

Wohl geh‘ ich täglich andere Pfade, bald
Ins grüne Laub im Walde, zur Quelle bald,
Zum Felsen, wo die Rosen blühen,
Blicke vom Hügel ins Land, doch nirgend,

Du Holde, nirgend find ich im Lichte dich
Und in die Lüfte schwinden die Worte mir,
Die frommen, die bei dir ich ehmals

Ja, ferne bist du, seliges Angesicht!
Und deines Lebens Wohllaut verhallt, von mir
Nicht mehr belauscht, und ach! wo seid ihr
Zaubergesänge, die einst das Herz mir

Besänftiget mit Ruhe der Himmlischen?
Wie lang ists! o wie lange! der Jüngling ist
Gealtert, selbst die Erde, die mir
Damals gelächelt, ist anders worden.

Leb immer wohl! es scheidet und kehrt zu dir
Die Seele jeden Tag, und es weint um dich
Das Auge, daß es helle wieder
Dort wo du säumest, hinüberblicke.

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