Durch die Zeit

Kategorie: Vergangenes

Nachtrag zu gestern

Über den Ex ablästern ist ja irgendwie einfach.

Gestern überlegt, was er wohl in seinen Blog geschrieben hätte (der er sicher nicht hat, denn als Lehrer könnten ja die SchülerInnen …). Vermute mal, dass er angemerkt hätte, dass ich ganz schön alt geworden bin und auch danach aussehe. Vermute, dass er angemerkt hätte, ich wäre dick geworden. Dass ich immer noch so enge Hosen anziehe, die er schon damals nicht gut gefunden hat (und mir ob des Alters noch weniger stehen würde). Vermutlich auch, dass ich immer noch Flausen im Kopf habe (das ist nicht positiv gemeint).

Kurz: Auch er wird froh gewesen sein, einen anderen zu haben.

Ex

Auf dem Heimweg. In der Straßenbahn. Ich habe es mir gerade gemütlich gemacht. Da läuft ein Pulk Menschen an mir vorbei, darunter auch mein Ex-Freund. Ich, nett, wie ich manchmal sein kann, sage: „Hallo“. Er stutzt, bis er mich erkennt – und setzt sich zu mir. Gehörte doch nicht zum Pulk. Mist.

Er hat sich jetzt einen halben Bart stehen lassen und sieht aus wie mein Englischlehrer. Dass ich nur schlecht Englisch kann, liegt zum einen sicherlich daran, dass ich nicht wirklich sprachenbegabt bin, zum anderen, richtig, an meinem verhassten Englischlehrer. Er ist / war das Trauma meiner Schullaufbahn.

Mich wundert es nicht, dass das Gespräch eher schleppend und uninteressiert verläuft.

Scheint mein Lebensthema zu sein

Abteilungssitzung. Alle (!) sind pünktlich (!!!) – also bis auf den Chef. Nach ein paar Minuten beschließt das ‚Team‘, schon mal mit dem ein oder anderem Punkt anzufangen. Die Redebeiträge dauern genauso lang wie mit Moderation des Abteilungsleiters.

Der kommt sich entschuldigend etliche Minuten später und lässt sich kurz auf den Stand der Dinge bringen, will also wissen, was schon abgearbeitet ist. Zu Punkt X sagt er dann – und ich zitiere hier nun wirklich wörtlich: „Zu dem Thema möchte ich nur kurz etwas hinzufügen (sic!), nämlich dass … “ und was folgt ist inhaltsidentisch mit dem, was der Kollege 15 Minuten vorher ausführlichst vorgestellt hat.

Den Rest der Sitzung habe ich mir die Frage gestellt, warum es mich so irrsinnig nervt, wenn man mir Zeit stiehlt. Bei den Kopfschmerzen, die ich seit drei Tagen nahezu beständig habe, könnte ich ja auch einen tödlichen Hirntumor haben – dann würde ich mir sowas nicht mehr antun. Aber warum tut man sich das ohne Hirntumor dauernd und scheinbar freiwillig an? Hat man denn wirklich soviel Zeit für soviel Schrott, für soviel Redundanz? Ob mit oder ohne Tumor – die Lebenszeit ist definitv begrenzt und baucht’s da wirklich diese Zeitvernichter, die einem nicht einmal unterhalten, schöne Gefühle machen oder sonst wie positiv besetzt sind?

Vor vor 20 Jahren

23.11.1997

Ein Wochenende mit F. Er kam Freitag am späten Nachmittag, ist bis vor einer Stunde geblieben. Freitag uns lange unterhalten, gegen Mitternacht zusammen in die Badewanne, zuvor das ein und das andere rasiert, dann ins Bett, aber heftig. Samstag eher spät auf, gefrühstückt. Er fuhr nach Hause, holte seine Nähmaschine, ich setzte mich hinter den Schreibtisch. Abends dann Unterhosenproduktion. Er machte eine, ich machte – unter seiner Anleitung – eine. Gegen Mitternacht noch ins C., dann nächtliche Fotosession … und anschließend heftige Liebe. Bis heute um vier uns noch unterhalten. Gegen zwölf auf, im Grunde den Tag nur gefrühstückt. Gegen fünf wollte er dann gehen – wurden wieder triebhaft.

Von vor 10 Jahren

montag am meer

Kategorie: diverso

11/19/2007 08:42:00 PM

die zugfahrt war lang, das wetter verbesserungsdürftig, die verköstigung bescheiden – aber egal: das war einfach nur gut, so einen tag am meer!

hätte zwar fast verschlafen, aber schaffte es dann doch noch pünktlich auf den zug (selten so knapp gekommen!). nicht eine minute, wie sonst, geschlafen. hatte drei bücher mit, nicht in eins hineingeschaut, sondern beständig aus dem fenster, derweil den ipod auf den ohren, mit musik, die hier nur wenigen gefallen dürften: händel-opern, etwas monteverdi, dazwischen orgel von bach. in hamburg-harburg das erstemal ausgestiegen, sonst immer nur durchgefahren, dort in den zug nach cuxhaven. alleine im waggon, ruhe, musik, vorbeiziehende landschaft.

in cuxhaven relativ schnell das ‚meer‘ gefunden: a) ist cuxhaven doch größer, als es der stadtplan glauben machen wollte und b) war gerade ebbe, d.h., ich ahnte nur das meer, hörte keine wellen – aber das reichte.

knapp drei stunden einfach nur am strand entlang, wieder mit händel (der pefekt passte) und monteverdi. einfach so gegangen, hin und wieder ein paar >bilder<. alleine mit mir, mit dem wind. und irgendwie war es so, wie ich es mir erhoffte, der wind pustete mich durch, in ein paar dingen (die hier nie zur sprache kommen werden) bin ich mir klarer geworden.

eine stadtbesichtigung hab ich mir geschenkt – keine lust auf irgendwelchen rummel. wieder zug, wieder ohne viel menschen, dann im ice im speisewagen locker mal gutscheine im wert von 25 euro verballert.

war ne gute idee von mir (*lob-mich-selbst*).

Vor vor 30 Jahren

9. November 1987

E. am Abend bei mir in der Küche. Hatten nicht soviel zu erzählen, war unklar, was wir machen wollen. Dann wollte er Bilder sehen. Zeigte ihm zwei, drei, die total unverfänglich sind. Er wollte mehr und mehr, ich aber nicht. Lies mich dann „erweichen“. Ist komisch. Einerseits würde ich gerne die Bilder zeigen, andererseits ist es mir total peinlich – egal wem gegenüber. Also zeigte ich ihm ein Badewannen-Bild. Er wollte wissen, wer“s gemacht hat. Ich erklärte, alle Stativ und Selbstauslöser und ohne Blitze und die ganzen Schwierigkeiten, die sich da ergeben. Er kam darauf kurz und bündig mit dem Angebot, von mir Badewannen-Bilder zu machen. Da hätte er keine Schwierigkeit. Ich innerlich: Oh Ja! – und dann sofort auch: Mein Gott, ist das peinlich!

Werd“ mir jetzt wohl „n Aspirin reinwerfen, etwas die Badewanne bevölkern – ohne Foto und ohne E. – mich dann an den Artikel setzen.

Von vor 10 Jahren

happy birthday b.!

Kategorie: diverso

11/07/2007 08:50:00 AM

heute hat b. geburtstag, der einzige mensch, den ich persönlich kenne, der auch meinen vornamen trägt. ich bezeichne ihn immer als einen großcousin von mir (was es aber wohl gar nicht gibt). jedenfalls ist er der sohn eine cousine meiner mutter (oder so).

bisher haben wir uns nur dreimal gesehen, einmal als wir noch kinder waren und dann in den letzten jahren einmal bei ihm in s. und dann bei mir in k.

als er kurz nach dem tod meines vaters telefonisch kontakt mit mir aufnahm, war das extrem komisch. ich hatte irgendwie nicht mehr mit seinem anruf gerechnet.

ich meldete mich mit „b.“ und er ebenfalls mit „b.“. worauf ich hin „ja“ sagte und er nochmals „b.“ da fühlte ich mich dann doch schon leicht verarscht und meinte: „ja, so heiße ich“. darauf lachte er und meinte: „ich ja auch“.

lag dann auf dem bett und telefonierten ewig. er und christian brückner sind die menschen, dir mir auch eine telefonbuch vorlesen können und ich wäre sowas von gespannt und aufmerksam.

herzlichen glückwunsch b., und komm endlich mal wieder rüber!

Von vor 30 Jahren

30.10.1987

Im Philosophie-Seminar freudiges Erschrecken. Erschrecken, weil da dreißig Leute rumsaßen, Freude, da mein blondes Jüngelchen sich wieder gezeigt hat. Fragte ihn nach der Stunde, warum er im letzten Semester dann nicht mehr gekommen ist (war krank). Machte ihm schöne Worte. Was das Spiel soll, weiß ich nun auch nicht, aber es tut bisher niemand weh.

Wie macht ihr das?

Heute hat es mich etwas überkommen und ich habe – auch in Hinsicht auf den bestehenden Umzug – mal fast drei Regalmeter Papiere (Unimitschriften, Zeitungsausschnitte, irgendwelche Magazine, …) dem Altpapiercontainer übergeben. Logischerweise bin ich auf ein paar Aktenordner und ein paar Kartons (persönlicher) Briefe aus den ersten 30 Jahren meines Lebens gestoßen.

Wie macht ihr das mit persönlichen Briefen? Schleifchen drum und ab in die Kiste auf den Dachboden für die Enkel zum Entdecken – oder nach einer Anstandsfrist in den Papierkorb?

Dereinst – # 450

Dienstag will I. kommen. Mehlbilder machen. Jetzt gerade auf der Suche gewesen nach denen, die ich schon gemacht habe bzw. die man von mir gemacht hat, bezüglich kreativer Inspiration.

bIMG_3281

So richtig vielfältig ist es ja nicht gerade – aber da wir ja noch etwas Farbe haben …

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