Durch die Zeit

Kategorie: Zukünftiges

Happy Birthday, Janis!

1. Schritt

Termin mit einer Ärztin ausgemacht, die mir empfohlen worden ist. Sie guckt auch auf die Psyche – war mir schon immer wichtig. Wenn die Chemie einigermaßen stimmt, dann werde ich sie bitten, den Reha-Antrag zu schreiben. Denn wenn ich dieses Jahr ein Ziel habe, dann für min. vier Wochen in eine psychosomatische Klinik zu kommen, um aus dem Ganzen der letzten Monat ein Paket zu machen.

CBD

Jemand hier mit Erfahrung mit CBD? Gestern war das in der Gruppentherapie kurz Thema, eine macht damit gerade erste Erfahrungen. Ich würde es nur zum schlafen nehmen wollen, denn eine Nacht, ohne auf die ein oder andere Art zu Tode zu kommen, fände ich nach Wochen auch mal wieder ganz schön.

8.004

Um mein ‚Lebensziel‘ zu erreichen – 3.000 gelesene Bücher – fehlen jetzt nur noch 8.004 Stunden Lesezeit. Das ist die gute Info, die ich heute aus dem neu aufgesetztem Excel-Sheet gezogen habe.

Die nicht so gute Info: Bei meiner jetzigen Lesegeschwindigkeit von 46 Seiten pro Tag im Durchschnitt, brauche ich dafür noch 16,9 Jahre.

Ich sollte vielleicht doch mal meinen Bücherschrank durchgehen und schauen, welches Buch ich in der Liste vergessen habe.

Gute alte Zeit

Die Bankangestellte war schon leicht genervt. Die Kunden vor mir waren aber auch wirklich nicht einfach gewesen. Und dann nun ich mit dem Wunsch, ein Sparbuch zu eröffnen. Gott sei Dank wußte sie nicht, dass ich alle Sparbücher vor drei Monaten gekündigt hatte. „Warum das denn?“ war ihre leicht entgeisterte Reaktion. Ich war dann so nett und habe ihr erklärt, dass, wenn man Kleingeld (mehr als 50 Münzen) bei ihrer und meiner Bank einzahlen will, seit neustem eine Gebühr von 5 Euro (!) fällig wird. Wenn man dagegen ein Sparbuch hat … und da man gerolltes Geld nicht mehr bringen darf, angeblich eine EU-Verordnung …

Dass ich seit ich 13 oder 14 bin mein Kleingeld in einer Büchse sammle, und mit dem Geld, wenn die Büchse dann mal voll ist, mir irgendetwas leiste, habe ihr nicht erzählt. Aber den Brauch möchte ich einfach nicht aufgeben, daher haben mich die 25 Minuten Wartezeit auch nicht übermäßig gestört.

Donnerstag bringe ich also dann 3,356 Kilogramm Münzgeld in die Bank, warte ein paar Tage, bis es dem Sparbuch gut geschrieben wird, gehe auf die Bank, hebe es ab, stecke es in meinen blauen Buchkauf-Umschlag oder zahle es am Automaten auf mein Girokonto ein falls ich was bestellen will …

Akt – 1 Grad

Sowas geht einfach nur mit E.

Für mein Neujahrsphoto war heuer die Vorgaben: Kein Gesicht – (etwas) nacktes Fleisch. Mir war einfach danach. Dann kam die Idee verhüllter Körper vor Landschaft … aber E. war ja da und da er ja schon mal behilfich war … und fotografieren kann … und ich weiß, dass ich ihm notfalls meinen nackten Körper zumuten kann … und er kreativ ist … und wir uns da gut absprechen können … und er meine Spleens akzeptiert (und ich seine) …

Also sind wir auf dem Dorf los mit ner groben Idee – davor hab‘ ich mir ein Herz genommen und ihn in das eingeweiht, was mich seit Herbst so umtreibt und mir alles Herzklopfen mal wieder genommen hat, die man sich vorher nicht vorstellen kann – und da kam uns die Waldbühne gerdade recht …

Ich find’s einfach klasse wie selbstverständlich dann Nackheit werden kann … obwohl er schon was prüdes an sich haben kann … wie er Sorge trägt, dass mir nicht zu kalt wird bei 1 Grad Außentemperatur … wie er andererseits hinschaut, dass das Foto trotz altem Körper einigermaßen wird … magisch schöne Momente …

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Das hier nur „Bonus-Material“ und wohl eins der letzen Akte, die ich gemacht haben werde.

E., Liebster, danke!

Hirnwäsche

Weihnachten steht vor der Tür. Alle Fernsehsender bringen quais in Dauerschleife einen weichgespülten, glücklichen Film nach dem anderen. Und fast egal in welcher Variante: Am Ende gibt es eine glückliche Familie.

Weihnachten ist wohl emotional noch ein größerer Stress als organisatorisch bzw. finanziell.

Noch ein Funken Mut – und ich steige dieses Jahr komplett aus diesem Theater aus.

Kumm loss mer fiere

Der Mann hat heute Geburtstag. Muss aber noch bis zum frühen Abend arbeiten, danach kommt eine handvoll Gäste auf Quiche und Käse. Ich werd da gleich alles hinrichten (und schon mal probieren, ob der Wein überhaupt schmeckt). Statt eines größeren Geschenks gab es vier kleinere darunter einen total verschimmelten Ziegenkäse, was eine Delikatesse sein soll – ich kann’s kaum glauben, aber die Verkäuferin versicherte mir, da sei wirlich etwas exquisite. Nun ja.

 

Mit mir nicht mehr

Die, die mich etwas besser kennen (soviele sind das hier dann doch nicht, was aber auch gut ist) werden in etwa abschätzen können, was mich wohl geritten haben muss, heute aus der Kirche auszutreten.

Aber im Rahmen der Therapie ist mir erstmals so richtig klar geworden, wie sehr ich unter diesem System gelitten habe und mit den Spätfolgen gerade kämpfe. Ich kann und will so eine Instituion nicht mehr unterstützen, die einfach keine Knall wahrnimmt und meint weiter wursteln zu können, die so tut, als würde es bestimmte Skandale nicht geben und … und … und … Ich bin jedenfalls draußen.

Damit dürfte ich der erste aus der Familie sein, der diesen Schritt gemacht hat. Mein agnostischer Bruder kann ja nicht, denn der arbeitet ja beim Bischof und da muss man …

Problematisch ist es ja auch nicht, das Geld, dass ich jetzt ’spare‘, denen Institutionen zur Verfügung zu stellen, die was in meinem Sinne mache.

Tagesschnipsel

  • Mein alter Job ist nun offiziel besetzt. Ich kann nicht verstehen, dass die Kollegin, die schon länger als ich im Haus bin und die weiß, was es da (nicht) zu tun gibt, ihn übernommen hat. Einzige Vermutung: Sie ist in meinen Ex-Zimmer-Kollegen so verliebt, wie er in sie.
  • Vormittags mal etwas zu tun gehabt, nachmittags dann wieder Beschäftigungstherapie.
  • Komplett überraschend: Ich habe einen Adventskalender! T. hat sich vorgenommen, mir jeden Tag was per Mail / WU oder sonstwie zu schicken. Heute gleich mal mich um eine Reise beworben, wenn ich gewinne, muss sie mit.
  • Haushaltsverhandlunge in Verein 1. Ich muss morgen da nochmals konzentriert rüber, aber wir werden die Viertelmillionen wohl reißen. Angefangen habe ich vor Jahren bei 100.000.
  • Lesekreis. Erneute Diskussion, was wir nach dem Delius (der neue ist echt nicht gut) lesen. Doch nicht Bernhard, vielleicht Seebald oder gar Seume (nein, bei Reiseliteratur steige ich sofort aus), aber dann doch eher Goethe, wenn nicht vielleicht erstmal nen kurzen Bernhard … Ich habe dafür definitiv keine Nerven und lasse sie alleine diskutieren.
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