Durch die Zeit

Kategorie: Zukünftiges

Nun doch

Die  letzen 48 Stunden brauche ich definitiv kein zweites Mal! Ich werd‘ mich hier auch nicht darüber auslassen, aber ne … echt nicht wieder.

Seit 15:05 ist es nun offiziell: Ich hab‘ (nun doch) die Stelle!

Dank an alle für’s Daumen-drücken – auch wenn ich mir vorgenommen habe, auch dem Aberglauben abzuschwören.

Damit geht eine siebenjährige Hängzeite vorbei, ab 1. September nun wieder eine volle Stelle die ganz OK bezahlt wird, die ein paar Aufgaben enthält, die mir näher liegen als das, was ich gerade mache. Zudem ein eigenes Büro. Nun direkt dem höchsten Chef unterstellt (da „Stabsstelle“).

Fassen / Realisieren kann ich das gerade nicht wirklich, dazu waren die letzten 48 Stunden … aber das wird sicherlich noch kommen. Im Moment ist mir gerade kotzübel, was aber ja auch eine Reaktion darstellt.

Wer morgen Zeit hat, …

… mal einfach mir die Daumen drücken!

Immerhin

Die Chefin von Job 2 hat mir heute morgen mitgeteilt, dass die Finanzierung der Stelle jetzt doch nicht zum 31.8. ausläuft, sondern bis zum 31.12. gewährleistet ist.

Leseempfehlung

Die Überschrift über diesen Post hätte „Ist das so schwer zu kapieren?“ lauten sollen. Und gäbe es hier Untertitel, dann hätte es noch vielleicht gehießen: „Frage an die AfD und sonstige Rechten“.

Als Text wäre dann dieses Zitat von Heinrich Detering gestanden, was ich heute in seiner kleinen Schrift „Was heißt hier ‚wir‘? Zur Rhetorik der parlamentarischen Rechten“ (Reclam, Stuttgart, 2019) gefunden habe:

Deutschland ist so heidnisch wie die Merseburger Zaubersprüche, so evangelisch wie Luther, so katholisch wie Ratzinger und so antichristlich wie Nietzsche, so jüdisch wie Martin Buber und so muslimisch wie Navid Kermani; Deutschland ist so mystisch wie Hildegard von Bingen und so aufklärerisch wie Immanuel Kant; so romantisch wie Eichendorff und Bettine von Arnim und so antiromantisch wie Marx und Engels; so männerliebend wie August von Platen und so straight wie Heinrich Heine – die Reihe wäre wahrhaft unendlich fortzusetzen, und es ist beinahe peinlich, daran überhaupt erinnern zu müssen. (S. 34f)

Aber die Frage ist wohl einfach falsch. Denn die Rechten wollen das gar nicht kapieren. Sie wollen vielmehr sich aus Versatzstücken ein ‚Deutschland‘ zusammenbauen, dass frei von jeglichem Welt- und Realitätsbezug ist. Wenn die Rechten etwas wollen, dann ist es die abgespeckte, vereinfachte und verkitschte Hollywood-Variante der Märchen der Brüder Grimm.

Dieser kurze und wirklich lesenswerte Text von Detering – der dann doch erstaunliche sechs Euro kostet für die 41 Reclamseiten des eigentlichen Textes – hat mir jedenfalls die Augen geöffnet, wie rechts die AfD schon ist. Ich lese ja zur Zeit eine dicke Geschichte des Nationalsozialismus – und mit ein bisschen zeitlichen Aufwand wäre es einfach, Zitate von Hitler, Gauland, Höcke und Konsorten zu finden bei denen, ständen die Namen nicht darunter, nur schwer zu erkennen wäre, von wem sie stammten.

Mir hat Detering jedenfalls einen guten Tritt in den Arsch gegeben, wieder genauer hinzuhören und Wörter und Begriffe, Satzkonstruktionen und Analogien kritischer zu hinterfragen. Denn hinter dem wortreichen Getöse verbrigt sich echt eine heftige Fratze.

Nachtrag zu gestern

Gestern war, wie mein Mann und ich heute dann doch immerhin noch feststellten, unser zweiter Hochzeitstag.

Arno, du

40. Todestag von Arno Schmidt. Ein der größten und bedeutestenden Schrifstellter dieser Nation und Sprache – kennt kaum ein Schwein und gelesen haben ihn noch weniger. Er sei schwer, schwierig, unverständlich. „Nur die Phantasielosn flüchtn in die Realität“ was vielleicht erklären mag, dass man ihn wie ein ungeliebtes Stiefkind behandelt. Dabei öffnet er Welten. Man muss ja nun wirklich nicht mit „Zettels Traum“ anfangen – macht ja eh keiner, denn wer kauft sich schon ein Buch mal so nebenbei, was schlappe 350 Euro kostet.

Aber da er ja genügend anderes geschrieben hat … ist ein Anfang leicht gemacht. Wie der hier:

„Auf Kankerstelzen aus Licht der kleingeschnürte Sonnenleib über der Landschaft. Spätnachmittag im Auto : nochmal nachfühlen – ? – Ja : Notizblock, Fernrohr, Grüne Brille; Ausweise vor allem. / Und die Straße rappelte : Sonne & Kakteen gemischt. Faul lag mein Fingerzeugs vor mir. Daneben rauchte der Captain (und sang; immer auf „uun“ : moon und noon und June und racoon – gibt es etwa schon Menschengruppen, die nur einen auf bestimmte Vokale hin gefärbten Wortschatz erlernen?).“

Das ist aus der „Gelehrtenrepublik“ (1957)

Ich empfehle aber in erster Linie für den Anfäger / die Anfängerin „Das steinerne Herz“ von 1954 – von dem es den Anfang im Internet nicht gibt und ich an mein Exemplar nicht rankomme, weil ich gar nichtzu Hause bin.

Egal.

L E S T  A R N O  S C H M I D T

Die große Stille

Wir haben uns halt einfach nichts zu erzählen. Das ist bitter, aber es ist so. Und ich weiß nicht, ob ich überhaupt dahinter steigen will, warum das so ist. In unserer Familie redet man halt nicht, teilt sich nicht mit. Und so richtig interessiert man sich auch nicht für den / die andere. In den beiden großen Familienkrisen, die wir zu überwinden hatten, funktionierten wir reibungslos und haben das (fast!) gut gemeistert. Aber auch darüber wird und kann (?) und / oder will (?) nicht geredet werden.

Aber jetzt bin ich ja wieder zurück. Und das schweigende Wochenende passt thematisch ganz gut zur letzten Therapiestunde.

(Der Titel ist eine Anspielung auf einen Film, von vor ein paar Jahren, der über gut zwei Stunden – ohne das auch nur ein Wort gesprochen wrid – zeigt, wie die Mönche eines Trapisten-Klosters in Frankreich leben. Trapisten ist ein Männerorden mit „strenger Observanz“, das heißt neben den drei Gelübden des Gehorsams, der Armut und der Enthaltsamkeit kommt noch ein viertes dazu: des des Schweigens.)

?

Wundert’s, dass ich für ein bedingungsloses Grundeinkommen bin?

In memoriam

Heute, genau genommen gestern, wenn ich die Uhrzeit mir anschaue, ist der Todestag meines ältesten Bruders. Der 34. Also schon alles ne Ecke her. Aber der Tag ist immer irgendwie komisch. Und nach wie vor macht es irre Knoten im Hirn, dass ich nun viel, viel älter als mein ältester Bruder geworden bin.

Es gäbe darüber echt eine Unmenge zu schreiben, gerade was den bei uns mißratenen Trauerprozess betrifft. In der Zwischenzeit bin ich der Überzeugung, dass ein katholisch geprägtes Trauern im ‚Normalfall‘ vielleicht funktionieren mag – nicht aber wenn ein Sohn / Bruder im Jugendalter stirbt.

Es gäbe eine Unmenge darüber zu schreiben, mit welchen nahezu grandiosen Vermeidungsstrategien ich der Trauer ‚ausgewichen‘ bin oder vielmehr sie mir verboten habe bzw. mußte (?). Erst als ich gut 20 Jahren später in eine analoge Unfallsituation gekommen bin (in meinem Fall komplett ungefährlich, nicht einmal die Hose hatte was abbekommen) konnte ich das erste Mal weinen.

Es mag paradox klingen, aber über die Sprachlosigkeit, über das Schweigen könnte ich ebenfalls eine Unmenge schreiben.

Als ich dann die Neffen von E. kennenlernte, von denen der jüngste ja den Namen meins Bruders trägt, war das eine Wahnsinnsherausforderung, T. mit seinen Namen anzusprechen. Irgendwie war es wie ein ‚Sieg‘, als mir das mit der Zeit dann doch gelungen ist.

Irgendwie hat dieser Tod und die sich daraus ergebenden Folgen – und die Folgen habe ich echt arg, arg unterschätzt – ganz schön das Leben beeinflusst und mein jetziges Angstgedöhns hat sicher damit auch etwas zu tun, denn damals ist mir so eine ’naive‘ Sicherheit, es wird schon alles gut gehen, flöten gegangen.

Wenn ich mir das heute so anschaue, dann kann ich wenigstens konstatieren, dass ich mit dem Thema nach wie vor nicht hausieren gehe, aber damit einen einigermaßen guten Umgang gefunden habe und, wenn das es aufkommt (was aber eher selten ist, ist ja auch kein ’schönes‘ Thema) auch darüber differenziert reden kann. Hilft mir jedenfalls jetzt sehr im Umgang mit Menschen, die gerade trauern.

Es wird ein komischer Tag bleiben: Aber das darf es – jetzt endlich – auch.

 

Entfernung

Es war dieses Jahrs schon spannend zu beobachten, wie weit ich mich in der Zwischenzeit dann doch von der katholischen Kirche entfernt habe. Und das war ein echt weiter weg, bin ich doch so richtig streng katholisch erzogen worden.

Aufgefallen ist mir das an Karfreitag (Fast- und Abstinenztag), als ich mir Wurstsalat zum Abendessen gemacht habe. Wüßte das meine Mutter bzw. meine Schwester … . Und als dann am Sonntag Berichte über Messen und Feierlichkeiten (auch in Jerusalem) gezeigt wurden, waren mir das religiöse Bräuche, mit denen ich genauso viel zu tun habe, wie mit denen aus dem Hinduismus, Buddhismus oder einer sonstigen Religion.

Das soll in keinster Weise abfällig klingen. Mögen anderen das glauben, was sie meinen glauben zu müssen oder zu wollen (solange sie damit keinen Krieg begründen) – aber ich bin aus dem Spiel dann doch draußen.

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