Durch die Zeit

Kategorie: Zukünftiges

G.W.F.H.: PdG

Als ‚Tageslektüre‘ schlage ich mich gerade mit einer Einführung in die „Phänomenologie des Geistes“ von Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) rum. Er ist für seine ‚Schreibe‘ ja bekannt (will heißen: berüchtigt):

Die lebendige Substanz ist ferner das Sein, welches die Wahrheit Subjekt oder, was dasselbe heißt, welches in Wahrheit wirklich ist, nur insofern sie die Bewegung des Sichselbstsetzens oder die Vermittlung des Sichanderswerdens mit sich selbst ist.

Und wenn ich konzentriert in dem schmalen Bändchen lese, dann meine ich zu kapieren, was Hegel will – aber schaue ich von dem Buch auf und versuche den Gedanken in eigene Worte zu fassen, fällt einfach alles auseinander. Und wenn ich mir dann D. anschaue, der über Hegel habilitiert hat … ich glaube, Menschen können unterschiedlich gut bzw. komplex ‚denken‘. Ich bin da irgendwie interessiertes Mittelmaß.

Abschaffen, konsequent

Gestern ein hoher Feiertag. Der Nachbar rechts macht Großputz, Nachbarin aus dem Gegenhaus hängt die Wäsche auf der Wiese auf. Sämtliche Freunde fragen, wie wir Ostern verbringen, niemand, absolut niemand lässt durchblicken, dass sie / er ggf. möglicherweise vielleicht in die Kirche geht. Unter meinen Blog-Leuten hier weiß ich nur von einem einzigen, bei dem Kirche auf dem Programm steht.

Nichts gegen freie Tage – aber sollte man die trotzdem nicht einfach mal alle abschaffen? Denn vom ‚christlichen Abendland‘ ist ja kaum noch etwas übrig geblieben – und die Angehörigen anderer Religionen bekommen bei ihren religiösen Festtagen ja auch nicht frei.

Wäre jedenfalls a) ehrlicher und b) gerechter.

Ich hät’s vergessen

Brief von der Stadtverwaltung. Freundlich und höflich formuliert. Was mir besonders auffällt: Man hat sich mal richtig Mühe mit dem Satz gemacht.

Man informiert mich, dass ich vor Jahren mal als Schöffe vorgeschlagen worden sei (nun gut, ich habe mich damals selber auf die Liste setzen lassen, nach dem ich von der Stadt die Auskunft bekommen habe, dass es vollkommen egal ist, ob man nun wirklich vorgeschlagen wird oder nicht) und dass nun wieder neue Wahlen anstünden, ob ich nicht vielleicht …

Ja klar, würd‘ mich als Feierabendjurist (ich glaube, ich bin der einzige, der mit StgB, PO, und ggf. BGB vor dem „Tatort“ sitzt) schon mal interessieren. Meine Eltern, die das Jahre gemacht haben, fanden es jedenfalls spannend und meine sehr katholische und sehr anständige Mutter freute sich jedenfalls wie ein Kind zu wissen, wie man bestimmte Automarken knackt.

Aber ich vermute, die Chancen stehen nicht hoch, denn es werden doppelt soviele Bewerber aufgenommen, als dann gebraucht werden. Aber da man das ja bis 75 machen darf, hab‘ ich noch ein paar Wahlperioden vor mir, bei denen ich es versuchen kann.

Dreierlei

Die Chefin von Verein 1 sprach mit heute an.

  1. Ob ich doch den Dienst am Montag übernehmen könne, auch wenn sie herausgehört hätte, dass es soo recht mir nicht wäre. Gut, dann mach‘ ich den halt aber gebe dafür den Dienst am darauffolgenden Montag ab – Sport muss ja auch sein.
  2. Die Diensstelle in H. hätte angefragt, ob sie einen Tagesseminar zu einem bestimmten Thema machen würde. Da sie aber am Wochenende nicht mehr in den Einsatz will, wäre ihr eingefallen, dass sie mich ja vorschlagen könnte, schließlich hätte ich Erfahrung. Da sag ich natürlich nicht nein, weil ich sowas wirklich sehr gerne mache und da ich ihre Unterlagen benutzen kann und das Seminar nicht von Grund aus neu konzipieren muss. Geld gäbe es auch aber – wie das immer so ist – es ist erstmal nur eine Anfrage.
  3. Und ich müsste für das Streichen vom großen Gruppenraum eine Rechnung stellen. Das möchte sie nicht als freiwillige Leistung anerkennen und ob 20 Euro die Stunde OK sind. Der Schatzmeister in mir sagte zwar 15 – aber auch ich kann mich ja auch mal überhören, oder?

Kuh vom Eis

Morgen beginnt mein Mann einen neuen Job (im alten Haus). Damit dürfte eine über einjährige Krise eine Ende finden, die nicht nur ihn sondern auch mich gebeutelt hat. Schließlich ist er der ‚Verdiener‘ von uns. Damit ist auch ein Umzug von Tisch oder eine Wochenendbeziehung. Zwar hat er jetzt geteilte Dienste und einen richtigen Rhythmus wird es wenig geben, aber das ist allemal besser, als wenn mir durch diesen ‚Chef‘ kaputt geht. Die Personalchefin, mein Nachname macht mir in diesem Fall alle Ehre, hat sich für extrem kompetent und geschickt erwiesen – zwar ist das jetzt für ihn eine komplett andere Tätigkeit, aber der Verdienst ist vergleichbar.

Hab‘ echt die Hoffnung, dass die Stimmung sich jetzt insgesamt etwas aufhellt – ist schon schon schwierig, wenn zwei in einer Partnerschaft mit Zweifeln kämpfen und eigentlich eher ne starke Schulter bräuchten als diese zu sein.

Jubilieren will ich noch nicht – aber so etwas Erleichterung macht sich doch breit.

Scheint mein Lebensthema zu sein

Abteilungssitzung. Alle (!) sind pünktlich (!!!) – also bis auf den Chef. Nach ein paar Minuten beschließt das ‚Team‘, schon mal mit dem ein oder anderem Punkt anzufangen. Die Redebeiträge dauern genauso lang wie mit Moderation des Abteilungsleiters.

Der kommt sich entschuldigend etliche Minuten später und lässt sich kurz auf den Stand der Dinge bringen, will also wissen, was schon abgearbeitet ist. Zu Punkt X sagt er dann – und ich zitiere hier nun wirklich wörtlich: „Zu dem Thema möchte ich nur kurz etwas hinzufügen (sic!), nämlich dass … “ und was folgt ist inhaltsidentisch mit dem, was der Kollege 15 Minuten vorher ausführlichst vorgestellt hat.

Den Rest der Sitzung habe ich mir die Frage gestellt, warum es mich so irrsinnig nervt, wenn man mir Zeit stiehlt. Bei den Kopfschmerzen, die ich seit drei Tagen nahezu beständig habe, könnte ich ja auch einen tödlichen Hirntumor haben – dann würde ich mir sowas nicht mehr antun. Aber warum tut man sich das ohne Hirntumor dauernd und scheinbar freiwillig an? Hat man denn wirklich soviel Zeit für soviel Schrott, für soviel Redundanz? Ob mit oder ohne Tumor – die Lebenszeit ist definitv begrenzt und baucht’s da wirklich diese Zeitvernichter, die einem nicht einmal unterhalten, schöne Gefühle machen oder sonst wie positiv besetzt sind?

Angefixt

So ein kleinwenig versuche ich ja ‚mit der Zeit‘ zu gehen. Will heißen, ich möchte schon gern soweit im Bilde sein, was in der Welt grob passiert und was grob angesagt ist. OK, da gibt es Ausnahmen. Mode und und Jugendmusik geht mir am Arsch vorbei und bei Computerspielen bin ich (leider) auch schon seit Jahren komplett abgehängt. Aber wie geschrieben: Ich ‚versuche‘. Es gelingt von Jahr zu Jahr weniger.

In letzter Zeit begann es mich zu nerven, dass ich immer mehr über Serien las, die eben nicht bei ARD, ZDF oder ARTE laufen – sondern irgendwo im Netz. Andererseits, wenn ich dann genauer hinschaute, schwirrte mir der Kopf von den verschiedenen Serien – und mir war klar, alleine werde ich mich nie da zurecht finden.

Letzte Woche mal C. gefragt, ob er mir – rein theoretisch (!) – eine Serie empfehlen könne, also eine für mich altersgerechte ohne Horror und Fantasy. Wie aus der Pistole geschossen kam von ihm: „Orange is the new Black“  – eine Frauenknastserie?!?!

Gestern am späten Nachmittag, bei dem miesen Wetter, dann mal den Probemonat einesr wohl maktführenden Streamingdienstes begonnen.

Die ersten fünf Folgen habe ich hinter mir, die sechste kommt heute noch mit Sicherheit.

Wie macht ihr das?

Heute hat es mich etwas überkommen und ich habe – auch in Hinsicht auf den bestehenden Umzug – mal fast drei Regalmeter Papiere (Unimitschriften, Zeitungsausschnitte, irgendwelche Magazine, …) dem Altpapiercontainer übergeben. Logischerweise bin ich auf ein paar Aktenordner und ein paar Kartons (persönlicher) Briefe aus den ersten 30 Jahren meines Lebens gestoßen.

Wie macht ihr das mit persönlichen Briefen? Schleifchen drum und ab in die Kiste auf den Dachboden für die Enkel zum Entdecken – oder nach einer Anstandsfrist in den Papierkorb?

Lfm., oder: Fluch der Literatur

Mein Mann würde lieber gestern schon umgezogen sein als heute. Er plant stündlich die neue Wohnung komplett um, das Internet läuft heiß, weil sämtliche Möbelhäuser mit Anfragen bombadiert werden.

In diesem Zuge dann wenigstens mal errechnet, was ich denn so an Regalmeter im neuen Zimmer brauchen werde, um meine bisherigen Bücher, die seit Studentenzeiten in Weinkisten lagern, unter zu bringen: 41,5 Meter. Und dann brauche ich ja noch Zusatzmeter für den Zuwachse (den groß weiter kann ich mich kaum noch trennen). Und es scheint sich eine Möglichkeit für ca. 18 Meter noch aufzutun – das wird dann gerade so für die nächsten Jahre reichen, denn der Inhalt der beiden schwarzen Regale möchten ja auch noch untergebracht sein.

Genossen!

Heute Vorstellungsgespräch bei der Wohnbaugenossenschaft. Der ehrenamtliche Vorstand wird seiner Aufgabe gerecht und fühlt den potentiellen neuen Mietern und daher auch Genossen mal kräftig auf den Zahn. Der Vorsitzende macht eins auf joval und locker, der zweite ist für das Praktisches zuständig und der dritte ist da, weil ein Zweier-Vorstand bei zwei Bewerbern blöd aussieht. Die eine von zwei Fragen, auf die wir uns vorbereitet haben kommt gleich zu Beginn: Woher kennen wir denn diese wirklich kleine Wohnbaugenossenschaft? Ich erzähle von der Ex-Kollegin B., die damals … und von Freunden, die letzte Monat … . Das von beiden Seiten bemühte aber überaus freundliche Gespräch dauert eine viertel Stunde, wir dürfen schon mal die Farbe des Bodenbelags aussuchen und kund tun, dass der Durchbruch zu gemacht werden soll und wir auf eine zusätzliche Tür für das gefangene Zimmer verzichten können – dann bittet man uns, im Nebenraum zu warten. Wenigen Minuten später: Wir bekommen die Wohnung und zwar zu unserem Wunschtermin 1.1. (weil wir sonst zwei Doppelmieten hätten zahlen müssen).

Auf dem Weg zurück kaufen wir noch im Supermarkt Bier (alkoholfrei – man kann auch ohne Alkohol feiern! (wenn man genug Wein zu Hause hat)) und treffen, klar, die B. (von oben), die wir seit gut sieben Monaten nicht mehr gesehen haben.

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