Durch die Zeit

Kategorie: Zukünftiges

Kuh vom Eis

Morgen beginnt mein Mann einen neuen Job (im alten Haus). Damit dürfte eine über einjährige Krise eine Ende finden, die nicht nur ihn sondern auch mich gebeutelt hat. Schließlich ist er der ‚Verdiener‘ von uns. Damit ist auch ein Umzug von Tisch oder eine Wochenendbeziehung. Zwar hat er jetzt geteilte Dienste und einen richtigen Rhythmus wird es wenig geben, aber das ist allemal besser, als wenn mir durch diesen ‚Chef‘ kaputt geht. Die Personalchefin, mein Nachname macht mir in diesem Fall alle Ehre, hat sich für extrem kompetent und geschickt erwiesen – zwar ist das jetzt für ihn eine komplett andere Tätigkeit, aber der Verdienst ist vergleichbar.

Hab‘ echt die Hoffnung, dass die Stimmung sich jetzt insgesamt etwas aufhellt – ist schon schon schwierig, wenn zwei in einer Partnerschaft mit Zweifeln kämpfen und eigentlich eher ne starke Schulter bräuchten als diese zu sein.

Jubilieren will ich noch nicht – aber so etwas Erleichterung macht sich doch breit.

Scheint mein Lebensthema zu sein

Abteilungssitzung. Alle (!) sind pünktlich (!!!) – also bis auf den Chef. Nach ein paar Minuten beschließt das ‚Team‘, schon mal mit dem ein oder anderem Punkt anzufangen. Die Redebeiträge dauern genauso lang wie mit Moderation des Abteilungsleiters.

Der kommt sich entschuldigend etliche Minuten später und lässt sich kurz auf den Stand der Dinge bringen, will also wissen, was schon abgearbeitet ist. Zu Punkt X sagt er dann – und ich zitiere hier nun wirklich wörtlich: „Zu dem Thema möchte ich nur kurz etwas hinzufügen (sic!), nämlich dass … “ und was folgt ist inhaltsidentisch mit dem, was der Kollege 15 Minuten vorher ausführlichst vorgestellt hat.

Den Rest der Sitzung habe ich mir die Frage gestellt, warum es mich so irrsinnig nervt, wenn man mir Zeit stiehlt. Bei den Kopfschmerzen, die ich seit drei Tagen nahezu beständig habe, könnte ich ja auch einen tödlichen Hirntumor haben – dann würde ich mir sowas nicht mehr antun. Aber warum tut man sich das ohne Hirntumor dauernd und scheinbar freiwillig an? Hat man denn wirklich soviel Zeit für soviel Schrott, für soviel Redundanz? Ob mit oder ohne Tumor – die Lebenszeit ist definitv begrenzt und baucht’s da wirklich diese Zeitvernichter, die einem nicht einmal unterhalten, schöne Gefühle machen oder sonst wie positiv besetzt sind?

Angefixt

So ein kleinwenig versuche ich ja ‚mit der Zeit‘ zu gehen. Will heißen, ich möchte schon gern soweit im Bilde sein, was in der Welt grob passiert und was grob angesagt ist. OK, da gibt es Ausnahmen. Mode und und Jugendmusik geht mir am Arsch vorbei und bei Computerspielen bin ich (leider) auch schon seit Jahren komplett abgehängt. Aber wie geschrieben: Ich ‚versuche‘. Es gelingt von Jahr zu Jahr weniger.

In letzter Zeit begann es mich zu nerven, dass ich immer mehr über Serien las, die eben nicht bei ARD, ZDF oder ARTE laufen – sondern irgendwo im Netz. Andererseits, wenn ich dann genauer hinschaute, schwirrte mir der Kopf von den verschiedenen Serien – und mir war klar, alleine werde ich mich nie da zurecht finden.

Letzte Woche mal C. gefragt, ob er mir – rein theoretisch (!) – eine Serie empfehlen könne, also eine für mich altersgerechte ohne Horror und Fantasy. Wie aus der Pistole geschossen kam von ihm: „Orange is the new Black“  – eine Frauenknastserie?!?!

Gestern am späten Nachmittag, bei dem miesen Wetter, dann mal den Probemonat einesr wohl maktführenden Streamingdienstes begonnen.

Die ersten fünf Folgen habe ich hinter mir, die sechste kommt heute noch mit Sicherheit.

Wie macht ihr das?

Heute hat es mich etwas überkommen und ich habe – auch in Hinsicht auf den bestehenden Umzug – mal fast drei Regalmeter Papiere (Unimitschriften, Zeitungsausschnitte, irgendwelche Magazine, …) dem Altpapiercontainer übergeben. Logischerweise bin ich auf ein paar Aktenordner und ein paar Kartons (persönlicher) Briefe aus den ersten 30 Jahren meines Lebens gestoßen.

Wie macht ihr das mit persönlichen Briefen? Schleifchen drum und ab in die Kiste auf den Dachboden für die Enkel zum Entdecken – oder nach einer Anstandsfrist in den Papierkorb?

Lfm., oder: Fluch der Literatur

Mein Mann würde lieber gestern schon umgezogen sein als heute. Er plant stündlich die neue Wohnung komplett um, das Internet läuft heiß, weil sämtliche Möbelhäuser mit Anfragen bombadiert werden.

In diesem Zuge dann wenigstens mal errechnet, was ich denn so an Regalmeter im neuen Zimmer brauchen werde, um meine bisherigen Bücher, die seit Studentenzeiten in Weinkisten lagern, unter zu bringen: 41,5 Meter. Und dann brauche ich ja noch Zusatzmeter für den Zuwachse (den groß weiter kann ich mich kaum noch trennen). Und es scheint sich eine Möglichkeit für ca. 18 Meter noch aufzutun – das wird dann gerade so für die nächsten Jahre reichen, denn der Inhalt der beiden schwarzen Regale möchten ja auch noch untergebracht sein.

Genossen!

Heute Vorstellungsgespräch bei der Wohnbaugenossenschaft. Der ehrenamtliche Vorstand wird seiner Aufgabe gerecht und fühlt den potentiellen neuen Mietern und daher auch Genossen mal kräftig auf den Zahn. Der Vorsitzende macht eins auf joval und locker, der zweite ist für das Praktisches zuständig und der dritte ist da, weil ein Zweier-Vorstand bei zwei Bewerbern blöd aussieht. Die eine von zwei Fragen, auf die wir uns vorbereitet haben kommt gleich zu Beginn: Woher kennen wir denn diese wirklich kleine Wohnbaugenossenschaft? Ich erzähle von der Ex-Kollegin B., die damals … und von Freunden, die letzte Monat … . Das von beiden Seiten bemühte aber überaus freundliche Gespräch dauert eine viertel Stunde, wir dürfen schon mal die Farbe des Bodenbelags aussuchen und kund tun, dass der Durchbruch zu gemacht werden soll und wir auf eine zusätzliche Tür für das gefangene Zimmer verzichten können – dann bittet man uns, im Nebenraum zu warten. Wenigen Minuten später: Wir bekommen die Wohnung und zwar zu unserem Wunschtermin 1.1. (weil wir sonst zwei Doppelmieten hätten zahlen müssen).

Auf dem Weg zurück kaufen wir noch im Supermarkt Bier (alkoholfrei – man kann auch ohne Alkohol feiern! (wenn man genug Wein zu Hause hat)) und treffen, klar, die B. (von oben), die wir seit gut sieben Monaten nicht mehr gesehen haben.

Punkt 2

Als Punkt 2 auf unserer Jahresliste steht: Neue Wohnung. Haken dran!

Gut gefragt

Solch ein Gott kann es nicht geben. Auf der einen Seite erschafft er die Welt so, wie sie ist, was ja im Glaubensbekenntnis betont wird. Gleichzeitig hat er solch einen Pfusch geschaffen, dass er seinen eigenen Sohn in einem etwas komplizierten Manöver mit Hilfe einer Jungfrau auf die Welt gebracht hat, der dann in solidarischem Auftreten und Handeln sich an die Seite der leidenden Menschen gestellt und alle Mühen und Leiden durchlitten hat, die andere auch erleiden, und dadurch die Welt erlöst hat. Was soll das für ein allmächtiger Gott sein, der erst eine Welt schafft, die dann aber so schlecht ist, dass sie vom eigenen Sohn wieder erlöst werden muss?

Heiner Geißler (1930-2017) in seinem letzten Interview.
Süddeutsche Zeitung, 13. September 2017, Seite 11

 

Affentheater

Schon übel, wenn dann die Nase nicht mehr passt. Vor Jahren ist es mir passiert, dass der Chefin meine Nase nicht mehr passte und die ganze Scheiße dann darin mündete, dass ich entlassen worden bin. Jetzt trifft es meinen Mann. Drei Wochen nach der Kur ist die Kacke wieder so am dampfen, als sei nicht auch nur ein einziges Gespräch dazwischen gewesen. Immerhin ist sein Chef jetzt so ‚ehrlich‘ und lässt wohl hinter vorgehaltener Hand verlauten, dass er ihn los haben will.

Ich kann meinen Mann echt nur darin bestärken, es nicht als Problem zu nehmen, sondern das Problem der anderen zu sein.

# 441 – Schönste Braut von Welt

Was lange währt …

Also hier ist sie, die schönste Braut von Welt. Auch wenn ich jetzt vielen anderen deswegen auf die Füße trete – aber „das muss man doch mal sagen dürfen“ und „was wahr ist ist wahr“!

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Wir kennen uns jetzt auch schon ein paar Jährchen und ich genieße – neben ihrer Schönheit – noch eine Menge mehr an ihr. Aber da ich versprochen habe, es hier so zu gestalten, dass so gut wie keine Rückschlüsse möglich sind …

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