Durch die Zeit

‚Meinem‘ Hölderl zum 250.

Wie ich mit Friedrich Hölderlin in Kontakt gekommen bin? Keine Ahnung. Jedenfalls schon früh, denn schon als 19-jähriger stand ich mit Blumen vor seinem Grab in Tübingen und hatte andächtig im Turmzimmer meine / seine Kreise gezogen. Erst (erst!) mit 21 habe ich dann seinen „Hyperion“ gelesen, den ich auch später im Studium studierte und der sich mir immer noch nicht wirklich erschließt.

Und dennoch: Hölderlin ist ein Schatz! Und das für mich aus zwei Gründen:

  • Er fordert zum Denken heraus. Alleine seine wunderbaren Satzkonstruktionen sind oft eine echte Herausforderung. Das kann wirklich Spaß machen, wie sich Wiederholung für Wiederholung der Satzsinn sich einem ent- / erschließt, wie man kapiert, was auf was Bezug nimmt und letztendlich wie raffiniert kombiniert die einzelnen Teile sind. Nichts für Leute, die schnell mal sich was reinziehen wollen, Hölderlin braucht Zeit! Inhaltlich gehört er eh zu den reichsten Lyrikern, die die Welt je hatte, und wer will kann mit ihm philosophieren, politisieren, sozialisieren, …
  • Er fordert zum Fühlen heraus. Ich bin ja wirklich (leider) nicht so der Gefühlige. Nicht, dass mir bei Hölderl die Tränen kämen oder so, beileibe nicht, aber lese ich eins seiner Gedichte, verändert sich meine Stimmung schlagartig und mein Gefühl folgt dem des Textes.

Aber muss man Höldelin denn erklären? Ich weiß nicht. Man sollte ihn einfach lesen! Im Netz gibt es genügend von ihm, einfach mal was ausprobieren und sich Zeit lassen.

Wohl geh‘ ich täglich andere Pfade, bald
Ins grüne Laub im Walde, zur Quelle bald,
Zum Felsen, wo die Rosen blühen,
Blicke vom Hügel ins Land, doch nirgend,

Du Holde, nirgend find ich im Lichte dich
Und in die Lüfte schwinden die Worte mir,
Die frommen, die bei dir ich ehmals

Ja, ferne bist du, seliges Angesicht!
Und deines Lebens Wohllaut verhallt, von mir
Nicht mehr belauscht, und ach! wo seid ihr
Zaubergesänge, die einst das Herz mir

Besänftiget mit Ruhe der Himmlischen?
Wie lang ists! o wie lange! der Jüngling ist
Gealtert, selbst die Erde, die mir
Damals gelächelt, ist anders worden.

Leb immer wohl! es scheidet und kehrt zu dir
Die Seele jeden Tag, und es weint um dich
Das Auge, daß es helle wieder
Dort wo du säumest, hinüberblicke.

Auf dem Markt

Enorm lange Schlangen auf dem Wochenmarkt vor den einzelnen Ständen. Aber nur, weil alle den Sicherheitsabstand von zwei Metern mit einem Sicherheitsabstand von einem Meter einhalten. Von oben dürfte das ein leicht bizarres Bild geben, wie sich die Schlangen schlängeln und kreuzen.  Viele Stände haben ihre Mitarbeiter aufgestockt, weil man die Ware (bei Gemüse etc.) nicht mehr selber anfassen darf. Selten so wenig warten müssen, scheinbar sind doch ein paar weniger unterwegs. Ich ertappe mich dabei, von allem ein bisschen mehr als sonst einzukaufen. Dennoch, die Stimmung ist auf dem Markt gelöst nur eine Frau hat Angst, dass man ob der Lücke vor ihr sich reindrängen könnte. Aber bei dem Gekeife von ihr, weiß das bald der ganze Markt.

Der Buchhändler hat offiziell geschlossen, aber man kann klingeln, dann reicht er die gewünschten Bücher raus. Muss ich Montag unbedingt einer Kollegin erzählen, ihr Buchladen hat vollkommen dicht gemacht.

Virus-Motto

Kam mir heute in den Sinn, bei all dieser notwendigen sozialen Distanz:

Ich kehre in mich selbst zurück, und finde eine Welt.

Rätsel draus machen? Oder gleich sagen, dass es der olle Goethe ist? Aber woraus?

Bridge

Ich muss zugeben, die Situation kommt mir echt schwer an. Da macht sich die latente (?) Angsterkrankung echt gerade mit mir nen „Spaß“ und jagt mir ein Horroszenarium nach dem anderen durch den Kopf. Das ist auf die Dauer richtig anstrengend.

Hab‘ jetzt beschlossen nur noch zwei Mal am Tag mich über den aktuellen Stand zu informieren und ansonsten zu schauen, dass ich nicht übermäßig ins Grübeln komme.

Und weil ich ja nicht nur lesen kann, habe ich mir eine Einführung in Bridge bestellt und werde mich wohl verstärkt mal wieder meinen Fotos widmen – da liegen noch genug in der Cloud rum, die bearbeitet werden können.

# 505 – o.T.

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Ratzfatz

Alle Termine für mich diese Woche wurden gecancelt. Nur noch der Job hält an meiner Anwesenheit fest – aber wenn ich die Zeichen richtig deute, auch nicht mehr lange.

Tantra

Ich hab’s ja nicht so mit der Esoterik und irgendwelchen Systemen, die quasi-religiös sind. Vernunft ist das, was bei mir Wert hat und wenn ich dann höre, wie siebenmal geschüttelte Globolis helfen sollen, dann kann ich auch nur schütteln, den Kopf und meist mich gleich mit.

Aber als I. erzählte, dass er Tantra-Massagen anbietet, war mein Interesse schnell geweckt, ist mir gerade doch aus unterschiedlichen Gründen wichtig und spannend, mich selbst zu spüren / spüren zu lernen.

Den Termin haben wir jetzt schon drei mal verschieben müssen – heute dann zum vierten Mal auf unbestimmte Zeit. Irgendwie auf beiden Seiten kein gutes Gefühl, da eineinhalb Stunden in großer körperliche Nähe zu agieren.

Schade das, ich hätte schon gern mal seine Hände gespürt, vorallem, weil ich mir bei ihm sehr gut vorstellen kann, dass er es mit viel Verstand, Sinn und Sinnlichkeit macht. Und da er schon nackt und erregt bei mir vor der Kamera stand, wäre es quasi ausgleichende ‚Gerechtigkeit‘ gewesen, hätte er mal meine Erregung gesehen – wobei er ohne jede Diskussion der Schönere von uns beiden ist.

Beängstigend

Schon doof, wenn ich daran denke, dass das jetzt die letzte Fahrt für ein paar Wochen war. OK, ich hab‘ nix geplant, aber immer dann, wenn man etwas nicht darf und soll … . Ich finde die Situation wirklich beängstigend und überlege mir schon erste Strategien, wenn mich eine Quarantäne erwischen sollte. Eine Kollegin hat sich Freitag mal testen lassen …

Und das Wetter  tut so unschuldig und an der Mosel war’s so schön …

So, …

… bin dann mal kurz Mosel gucken.

„so gut auch wie“

Nach dem wir u.a. den „gesondert Verfolgten“ ausführlich befragt, die „molekularserologischgenetischen“ Ergebnisse zur Kenntnis genommen und den KHK um seine „lebensnahe Sachverhaltsinterpretation“ gebeten hatten, hat die Kammer den Angeklagten nach § 249 StGB, § 250, Absatz 1, Satz b zu drei Jahren und sechs Monaten Haft unter Berücksichtigung der Untersuchungshaft und der „Wertersatzeinziehung“ von 1.200 Euro verurteilt.

Dafür saß ich aber heute auch 9,5 Stunden (!) auf Gericht. Das wir uns keine Mühe gegeben hätten, kann man uns echt nicht vorwerfen!

Anton Weyrother

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