Durch die Zeit

Statt Mittagspause im Bett

Meine Schwägerin kam heute spontan vorbei. Auf einen Kaffee. Ihr Bruder / Mein Mann auf Arbeit.

Nach zwei Stunden war ich mir nicht mehr so sicher, inwieweit das ’spontan‘ oder nicht gar ‚erhofft‘ war. Denn sie hielt sich mir irgendwelchem Vorgeplänkel gar nicht auf, wollte auch gar nicht die Wohnung sehen sondern begann gleich mit einem Thema, wenige Minuten später weinte sie dann auch das erste Mal.

Zwei Stunden später hatte sie sich jedenfalls gründlich ausgekotzt und ausgeweint, dass sie einen kurzen Rundgang durch die Wohnung machen konnte.

Jetzt weiß ich Dinge, die selbst ihr Bruder bzw. ihr Mann nix weiß.

Ich mag das eigentlich nicht mehr so.

Schlag nach bei Nietzsche

Aha, jetzt weiß ich, warum ich so schlecht schlafe!

Keine geringe Kunst ist zu schlafen: es tut schon not, den ganzen Tag darfhin zu wachen.

Zehn Warheiten mußt du des Tages finden; sonst suchst du noch des Nachts nach Wahrheit, und deine Seele bliebt hungrig.
Zehnmal mußt du lachen am Tage und heiter sein: sonst stört dich der Magen in der Nacht, dieser Vater der Trübsal.
Wenige wissen das: aber man muß alle Tugenden haben, um gut zu schlafen. Werde ich falsch Zeugnis reden? Werde ich ehebrechen?
Werde ich mich gelüsten lassen meines Nächsten Magd?
Das alles vertrüge sich schlecht mit gutem Schlaf.

Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra, Frankfurt (Insel) 12.1990. S. 31f

#480

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Ände/rung einer Ära

Es waren wohl an die 15 Jahre, dass ich morgens runter zum Briefkasten bin, um meine geliebte SZ zu holen. Denn was ist ein morgen ohne Zeitung? Früher gehörten dazu noch ne Tasse Kaffee und zwei Zigaretten – aber Zeiten ändern sich, jetzt wird die Lektüre von einem Becher Tee begleitet. Nun aber, wenn es die Temperaturen zu lassen, komplikationslos ohne Hosen, denn seit zwei Tagen lese ich sie digital.

In der alten Wohnung habe ich mich zuletzt öfters mal ärgern müssen, dass sie einfach zu spät kam. Und als B. mir zeigte, wie einfach das auf so einem Tablet dann sein kann … und ich jetzt ja auch eins habe … und etwas sparen muss, da ich ja auch noch Netflix habe … und Rohstoffe ja wichtig sind … und ich immer fauler werde, Altpapier wegzubringen …

Und wie mir scheinen will, verändert sich das Leseverhalten etwas und – da ich sie ja jetzt überall dabei habe – lese auf alle Fälle mehr, interessanterweise viel aus dem Wirtschaftsteil, der sonst nicht gerade so im Zentrum stand.

Schaden tut das alles nicht.

Mir ist ‚rückertsch‘

Keine Ahnung warum, aber seit spätestens gestern beginne ich mich – mal wieder – zurückzuziehen. Keine Lust auf irgendwelche Kontakte. Mir ist lieber wenn keine Mail kommt, denn dann muss ich nicht antworten. Das Telefonklingeln ist verhasst.

Würde man mir das erzählen, wäre meine erste Frage: Ist denn was vorgefallen.

Nein, es ist nichts vorgefallen, jedenfalls nichts, was ich damit in Verbindung bringen könnten.

Dann ist es halt so.

Wird auch wieder vergehen.

WSMDEGT 02/18

Wie letzten Monat, mache ich wieder mit bei der Frage: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

00:00 – Ich sitze tatsächlich vor dem Fernseher und schaue Super-Bowl
01:00 – Wären die Unterbrechungen und vor allem diese den Verstand beleidigende Werbung nicht, würde ich ja weiterschauen. So trolle ich mich ins Bett.
06:30 – Wie zu erwarten, der Wecker.
06:35 – Vor der Badroutine Teewasser aufsetzen und Zeitung ‚laden‘.
06:45 – Brot schmieren, Tee trinken, Zeitung lesen
07:05 – Mal die restlichen Klamotten anziehen
07:10 – Auf die Straßenbahn
07:31 – ‚Steche‘ mich bei der Arbeit ein.
07:40 – Es wird langweilig werden – kein Vorgang, auch keiner zu erwarten, daher Zeit totschlagen, viel lesen, etwas Pseudoarbeit machen, ein wenig im Internet surfen.
11:35 – Ich beschließe, den ‚anstregenden‘ Arbeitstag hinter mir zu lassen.
11:45 – In der Buchhandlung hole ich mir den 8. Band von Powells „Ein Tanz zur Musik der Zeit ab“. Der Inhaber erkennt mich, wir plauschen kurz und ich frage mich, woher er weiß, wo ich arbeiten. Dass er mich mal anstellen wollte, weiß er auch noch und berichtet, dass er nur noch gelernte … geschenkt.
11:50 – Entscheide mich, durch die weiße Kälte nach Hause zu laufen.
12:30 – Spiegelei mit ner Scheibe Brot.
13:00 – Internet gucken und mich aufregen, dass der Rechner die Verbindung zeitweise nicht halten will. Ein System ist aber nicht zu entdecken.
13:30 – Engagierter Mittagsschlaf
14:00 – Tageslektüren: „Deutsche Gedichte“ und von Gerd Koenen: Die Farbe Rot – Ursprünge und Geschichte des Kommunismus. Dazwischen immer mal wieder Internet.
15:30 – Einkaufen. Vor dem Altglas fängt mich U. ab, aber ich bin soweit von der Welt weg, dass ich gar kein Gespräch gerade will.
16:15 – Seelenmails.
16:45 – Noch etwas Lektüre, bis mir einfällt, dass ich ja schon seit drei Tagen nicht mehr „House of Cards“ gesehen habe – also dann aber jetzt.
18:00 – Der Schornsteinfegerkreismeister gibt sich die Ehre. Danach stehe ich in der Küche und brate Würstchen, wärme das Sauerkraut auf und bastel aus Kartoffelbrei irgendwelche panierten ‚Taler‘.
19:00 – So wie es sich für einen gut bürgerlichen Haushalt gehört: Der Mann kommt heim – das Essen steht auf dem Tisch. Danach gemeinsames abchillen auf dem Sofa.
20:15 – Der wöchentliche Chat mit U.
21:30 – Fernsehen, ein Glas Wein, Terminabsprachen, Mails, …

Schneespaziergang – #471-479

minus vier

Gestern spontan, aber deswegen nicht weniger heldenhaft, weitere vier Kisten ausgeräumt. Das ermöglichte das Einräumen eines kleinen Billy-Regals, was wiederum ermöglichte aus dem großen Regal ein paar Dinge herausnehmen zu können.

Ich vermute mal, wenn ich alles zwölf mal in der Hand gehabt haben werde – dann ist der Umzug fertig.

Bioland

Nach dem Job zurückgelaufen und einen Abstecher zum Markt gemacht. Weiße Eier wollte ich ihm noch entreißen. Er war nach wie vor in vollem Gange. Nachdem ‚mein‘ Bauer es vorgezogen hat, nach Polen auszuwandern, probierte ich heute mal den Bioland-Stand. Netter Kerl, der verkaufte, Produkte soweit OK, Preise teilweise saftig (Kilo Tomaten 6,95 Euro – sollten aber gaaanz tolle sein). Ich kaufte zwei Taschen voll ein und soll 19,03 Euro zahlen. Oh – auf die zwei Zehner-Scheine bekomme ich einen ganzen Euro zurück und darf zudem zwischen einem Apfel, einer Zitrone und einer Chili wählen, die man als Großeinkäufer – „Wissen Sie, wer bei uns viel einkauft, also bei dem die Rechnung mehr als 15 Euro macht, …“ – dann geschenkt bekommt. Ich nehme eine feuerrote Chili.

Laberrunde

Die monatliche Laberrunde. In der Zwischenzeit mag ich sie ja sehr, denn die Supervisorin ist einfach richtig gut.

Heute haben wir sogar drei Themen geschafft, weil wir überraschend schnell immer an die jeweiligen Kerne gekommen sind.

Nummer drei war übrigens mein Thema. Ich knapse nach wie vor an diesem Gespräch und jetzt an den Rückmeldungen. Ich bin ja echt so eher ein rationaler Typ und gehöre zu denen, die gerne Struktur (mit definierten Ausnahmen (notfalls auch undefinierten)) haben. Struktur heißt für mich, dass man wenn man über Sex reden will, nicht übers Kochen redet und sich im Austausch von Kochrezepten ergeht.

Aber da gab es eben dieses Gespräch, bei dem ich rational und bewußt spontan mich entschied, eben nicht überlegt-rational zu sein, sondern aus dem Bauch heraus zu antworten.

Und als ich von den knapp fünf Minuten erzählte – denn länger war das Gespräch wirklich nicht – hatte ich wieder Herzklopfen wie während dem Gespräch.

Ich bin jetzt nicht wirklich viel schlauer, aber a) ich kapiere, dass ich noch ein Stück mehr meinem Bauch vertrauen (!) kann (und sollte) und b) es gibt eben wohl ‚magische‘ Momente, bei denen zwei Menschen zufällig aufeinandertreffen und für diesen einen einzigen Moment ganz genau das sind, was gerade nötig / notwendig ist.

Und dank der Supervisorin beginne ich zu kapieren, was er Unterschied zwischen Therapie und Seelsorge ist.

Da gibt es noch einen Weg, den ich gerne in Angriff nehme, auch wenn es teilweise steil werden wird.

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