Durch die Zeit

44 – Fortgang und Schluß der großen Sitzung – Ulrich findet an Rachel Wohlgefallen – Rachel an Soliman – Die Parallelaktion erhält eine feste Organisation (177-182)

Rachel gefällt Ulrich – die Sitzung geht weiter – Diotima weiter auf der Suche nach der allumfassenden, großen Idee – wäre „Friedenskaiser“ was? – Ulrich leicht gereizt – Arnheim mag er jedenfalls nicht so – Diotima hätte gerne etwas erlösendes aus der Gesamtheit –  Sie plädiert für verschiedene Ausschüsse, die nach der Idee suchen sollen – der General plädiert für was Militärisches – „besser als Preußen“ – Rachelle lauscht am Schlüsselloch – bei ihr sitzt „der kleine Mohr“ Soliman – der ist 16 – die Sitzung endet mit einem Beschluss

Denn ob man bei einer Rauferei mit dem Messer den Schlußpunkt setzt oder am Ende eines Musikstücks alle zehn Finger ein paarmal gleichzeitig in die Tasten schlägt, oder ob der Tänzer sich vor seiner Dame verbeugt, oder ob man eine Resolution beschließt: es wäre eine unheimliche Welt, wenn die Geschehnisse sich einfach davonschlichen und nicht am Ende noch einmal gehörig versichern würden, daß sie geschehen seien; und darum tut man es. (182)

Wenn keiner weiter weiß, dann bildet man einen Arbeitskreis. Hier also gleich sehr viele verschiedene, mit Unter- und Neben- und Hauptausschüssen. Damit dürfte der Ausgang der Parallelaktion entschieden sein.

Die Fortbildung …

… war überflüssig. Aber so was von!

43 – Erste Begegnung Ulrichs mit dem großen Mann – In der Weltgeschichte geschieht nichts Unvernünftiges, aber Diotima stellt die Behauptung auf, das wahre Österreich sei die ganze Welt (173-177)

Ulrich und Arnheim kommen ins Gespräch – Arnheim glaubt an die Sache, Ulrich zweifelt – Arnheim ist überzeugt: „in der Weltgeschichte geschieht nichts Unvernünftige“ – Leinsdorf und Diotima über Arnheim – sie lobt ihn über den Klee – steigert sich in die Behauptung, das wahre Österreich sei die ganze Welt und daher Arnheim am richtigen Platz – Leinsdorf bewundert ihren Idealismus – Ulrich schweift mit den Gedanken ab, hin zu den Pferden, die ihn und Leinsdorf hergebracht haben – Leinsdorf sprach in der Kutsche Ulrich auf Moosbrugger an – Leinsdorf, Arnheim und Diotima derweil in lebendigem Gespräch – Ulrich beobachtet aus Langeweile Rachel

Es gibt mehrere tausend Berufe, in denen die Menschen aufgehen; dort steckt ihre Klugheit. Wenn man aber das allgemein Menschliche und allen Gemeinsame von ihnen verlangt, so kann eigentlich nur dreierlei übrig bleiben: die Dummheit, das Geld oder höchstens ein wenig religiöse Erinnerung. (175)

Annäherungen, Beschnupperungen, erste Kontaktaufnahme. Alle sind gleichermaßen unsicher, niemand weiß, wie das Konstrukt, die Struktur ist. Man spricht halt in der Hoffnung, dass die Zeit es schon bringen wird. Was auch immer.

’s einfach so!

Mag jede/r denken was mag, aber für mich ist es einfach so: Hey Kölle, do bes e Jeföhl!

Und mir geht gerade echt das Herz auf!

Es war einmal

Sitze im Zug nach K. am Rhein. Die Strecke kenne ich, von einem früheren Job her, im Schlaf. Es stellt sich Unwille ein, denn irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr heute da und morgen dort zu sein, so spannend und ‚weltmännisch‘ das zu Beginn auch war.

Andererseits freue ich morgen auf K. Immerhin vier Jahre dort gelebt und nie gedacht, dass ich mich in dieser Millionenstadt so wohl fühlen könnte. Wenn mein Mann nicht gewesen wäre, wäre ich sicher noch dort, aber so was von!

Egal. Morgen Rhein gucken, Schiffe zählen. Und bevor es mit dem Zug zurück geht ein Kölsch. Und in der Mittagspause schnell zumindest nach St. Kunibert rüber, vielleicht reicht es auch für St. Ursula. Was ich in keiner Stadt, in der ich lebte, bisher konnte, ist mir in K. komplett leicht gefallen: Nach einem Jahr habe ich Freunde, die mich besuchen kam, stundenlang durch die Stadt geführt und erklärt was wie warum weswegen und wie zu sehen wäre. Es war (und ist) für mich ein Faszinosum wie etwas 2000 Jahre Geschichte an einem Ort sichtbar werden können.

GT (5)

Nur sieben. Was aber nicht heißt, dass die Einstiegsrunde nicht genauso lange dauert. Danach die ‚Neuerung‘, es gibt keinen eindeutigen Entscheid, welches Thema wir bearbeiten wollen. Die Lösung des Problems kostet fast eine Viertelstunde Zeit, weil von uns keiner auf die Idee kommt, die beiden zu fragen, ob sie sich nicht untereinander einigen können.

Wieder Aufstellung, ich darf wieder einen Elternteil geben, diesmal die Mutter – aber gerne doch. J., der aufstellt, wird im Verlauf ganz schön von mir / der Mutter tracktiert und in die Enge getrieben, aber der Psychdoc zeigt ihm Wege auf, wie er ggf. aus der Ohnmacht bzw. der Übermacht herauskommt. Das probiert er aus. Man sieht ihm an, was das für Überwindung und Kraft kostet. Ich bin gespannt, was er nächste Woche erzählt.

WMDEDGT 2/19

Jeden Monat fragt Fr. Brüllen, was man denn so heute gemacht hat.

4:25 – Ich werde von mir selbst unsanft geweckt. Auch erotische Träume können ganz schöner Horror sein. Den Rest der Nacht verbringe ich quasi turnend.
6:00 – Neue Weckzeit, heißt aber nicht, dass ich wacher aufwache und aufstehe. Gleich ins Bad, und wiegen (400 gr mehr als gestern. Hat die Waage noch alle?)
6:14 – Küche. Tee. Brote schmieren. Zeitung laden. Tee trinken. Zeitung lesen. Happy-Pille schlucken.
6:37 – Aufbruch.
6:47 – Die Straßenbahn fährt schon wieder nicht. Ich kapier es einfach nicht. Überall steht 6:47 – aber sie fährt entweder vier Minuten früher oder später oder gar nicht. Also den Bus (aber der ist auch ganz schön, wenn auch nicht so schön, wie der um 6:28).
7:00 – Heute Job 1, also: Bloß keine Hektik. Aber immerhin 2,5 Vorgänge – für theoretisch acht Stunden!
8:00 – Da ich heute aber bei einem Ausschuß noch Protokoll führen soll, schaue ich mir mal ein altes an und drucke ein paar Unterlagen aus. Danach, ach, ich guck mal so rum …
10:00 – Mal runter zu Job 2, dort ist ja die neue Kollegin, mit der ich die Stelle teile. Kennen tun wir uns nicht, nach 3 Minuten sind wir aber auch beim Du.
10:45 – Wieder oben. Zeit tot schlagen. Es ist schon leicht grausam.
13:00 – Vor der Ausschusssitzung gibt es Mittagessen in Form von den flachsten und trockensten Schnitzel die ich je gesehen und gegessen habe zusammen mit etwas aus Kartoffeln, was ein Gratin sein soll aber nicht ist. Den Nachtisch streife ich nur mit einem Blick, keine Lust auf gummiartiges Plastik.
13:15 – Die Sitzung beginnt 15 Minuten früher, es wollte wohl keiner eine zweite Portion – sehr nachvollziehbar. Der erste Vortrag über Vorsorgevollmacht ist richtig aufschlussreich, der zweite über die Bilanzen und Prognosen ebenfalls. Die Diskussion, bzw. was die Teilnehmenden so als Diskussion bezeichen, dagegen komplett überflüssig und redundant bis …
15:15 – Meine große Stunde. Ich darf einen Pipifaxfurz vorstellen. Die sieben Minuten gestalten sich aber sehr schwierig, weil mein Chef in der Ankündigung meines Beitrages schon alle wichtigen Inhalte dreimal aufgezählt und erläutert hat.
15:55 – Auch dieses Grauen – also diese Sitzung – hat ein Ende.
16:30 – Auf der Straßenbahn zurück. M. gesellt sich für ein paar Stationen zu mir und wir sprechen über die Statistiken, die er gerade gezeigt hat. Zum Abschied schlägt er mir freundschaftlich aufs Knie – so viel Nähe hätte ich ihm nie zugetraut.
16:45 – Einkaufen. Es gibt heute abend mal wieder unsere Variante des Nizza-Salats.
17:15 – Mein großer Computer hat ne Macke. Er verbindet sich immer nur für 30 Sekunden mit dem Internet, dann hat er keine Lust mehr – für 30 Sekunden. *nerv*
17:25 – Der große Computer hat die Lust verloren am Spielen und ist nun mit dem Internet verbunden. Mails, Flickr.
17:45 – Tageslektüre.
18:15 – Küche. Salat richten, s.o.
18:45 – Aperitif auf dem Sofa mit Fernsehn. Ich kann Proll.
19:15 – Der Mann erreicht den heimatlichen (kalten) Herd, macht sich sein Salatdressing und wir essen zusammen.
20:00 – Etwas Nachrichten
20:17 – Ich komme auf die, wie ich finde, gute Idee Sex Education zu schauen.
22:21 – Da morgen ein echt langer Tag, richte ich meine Sachen für die Schulung in K. übermorgen. Denn nach dem Job morgen gehts gleich zum Psychodoc, von dort aus gleich zum Bahnhof und von da aus dann zum Rhein.


o.T.

Es gab schon aufregendere Tage. Aber ich genieße gerade die neue ‚Normalität‘.

42 – Die große Sitzung (167-173)

Da sind u.a.; Graf Leinsdorf, Ulrich, Prälat Niedomansky, General Stumm von Bordwehr, Paul Arnheim, Frau Fabrikant Webhuber – die Gäste kommen – Rachel spiekt durchs Schlüsselloch – Diotima konzentriert sich auf Leinsdorf und Arnheim – Letzterer wird als ihr Ratgeber bezeichnet, da ja ein Deutscher – Leinsdorf goutiert das nicht wirklich – sie ist in Arnheim verliebt, weiß es aber nicht so richtig – Leinsdorf übernimmt den Vorsitz und hält eine Ansprache – über das österreichisch-ungarische Staatsgefühl – das Grundproblem des Zwei-Völker-Staates – die Kraft muss aus der Mitte des Volkes kommen – alles was Leinsdorf sagt ist schon bekannt – Diotima ergreift nun das Wort – die Aktion müsse ein Ziel finden, das aus der Mitte … – Diskussion eröffnet – alles schweigt – der erste Redner ist ein Professor – redet viel, sagt nix – „geistliche Laienleistung“ – peinliche Pause – dann der „Vertreter der kaiserlichen Zivilkanzlei“ – gibt Überblick über die Stiftungen und Widmungen, die der Kaiser dann tätigen würde – jeder bekommt was ab – List ist altbekannt – Frau Fabrikant Webhuber die für eine „Groß-Österreichische-Franz-Josef-Suppenanstalt“ plädiert – wieder peinliches Schweigen – Diotima läutet eine taktische Pause ein

Sie [Diotima, Arnheim] besprachen miteinander, was eine Seele bewegt, die zwischen Fußsohle  und Haarwurzel das Fleisch adelt und die wirren Eindrücke der Zivilisation in harmonische Geistesschwingungen verwandelt. (168)

Man kennt es: Alle wollen dabei sein, niemand hat Ahnung von der Sache und keiner weiß etwas zu sagen. So auch hier. Die Idee ist nach wie vor nicht zu greifen, was soll man in einem Kreis, der wohl nichts bestimmen kann, schon machen. Also greift man auf das zurück, worin man sich sicher ist und erzählt halt etwas, was niemand in der Runde interessiert. Ich kenne das noch gut aus der Hochschule. Ein launiges Kapitel.

Man kann es nicht genug bestaunen

Ich lese u.a. gerade den Briefwechsel zwischen Marcel Proust und Reynaldo Hahn. Im Brief vom 3. (oder 4.) September 1896 schreibt er u.a. etwas über ein Bild von Quentin Massys und einen Autoren namens Georges Ohnet. Beide nie gehört.

Drei Minuten später:

Ich höre Musik von Reynaldo Hahn (Spotify).

Ich lese ein paar Zeilen in einen Roman von Ohnet (Darknet).

Ich gucke mir das Bild von Massys an (Google).

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