Durch die Zeit

outdoor

Nicht, dass mir gerade einer abgeht oder ich nicht weiß, wohin mit meinem Ständer – nein, so ist das nicht, aber irgendwie ist es dann doch ein Lustgefühl, die Wäsche draußen auf der Wiese aufzuhängen.

Das muss irgendwie total tief in meiner Kindheit versteckt sein, denn seit ich sieben bin, gab es immer einen Trockraum, in meinen eigenen Wohnungen, trocknete die Wäsche eben im Zimmer oder im Flur. Seit wir hier eingezogen sind, freu‘ ich mich wie ein Schneekönig, die große Wiese nutzen zu können.

Es ist jetzt nicht auch so, dass ich heute beim ersten Mal gleich meine ganze Reizwäsche rausgehängt habe, insbesondere diesen hübschen goldenen String mit dem Elefantenrüssel vorne dran … wer jetzt glaubt, das ich sowas habe (also String mir Rüssel, alles andere ist, glaub ich, vorhanden) der / die ist selber dran schuld! … nein, es waren nur ein paar Handtücher – aber jetzt renne ich alle sechs Minuten zum Fenster, um zu schauen, wie hübsch die Wäsche im Winde weht.

Und es macht definitiv richtig Spaß!

Zwecklos

Immerhin habe ich das Passwort fürs Internet geknackt, so dass ich jetzt während der Schulung in Ruhe surfen kann, denn hier werden gerade die einfachsten Grundkenntnisse von Excel vermittelt – in Zelle A3 soll die Summe aus Zelle A1 und A2 ausgegeben werden. Und der Seminarleiter hat (noch!) die Hoffnung, die Truppe mit Wenn-Dann-Funktionen so anfreunden zu können, dass sie es nächste Woche auch noch können. Zwecklos, aber so was von!

Und sie gibt es immer

Schulungsteilnehmer sind in erster Linie Gutachter für nen speziellen Bereich, der technische Kenntnisse nötig macht. Also handeln die Gespräche in der Pause meist um Autos, Maschinen aller Art, Brandschutzvorrichtungen, Spezialwerkzeuge und sonstigem Kram, mit dem der normale Laie im Detail wenig anzufangen weiss.

Geht es aber darum, auf dem Rechner eine Datei zu finden oder die gar in ein anderes Verzeichnis zu kopieren, ist bei einem Drittel das Scheitern sicher.

Mich ärgert das ganz schön, ist das doch Ausdruck einer Verweigerungshaltung. In der Zwischenzeit gehören solche Basics einfach dazu, wenn man täglich vor dem Rechner sitzt.

Dementsprechend geht es ewig langsam vorwärts, ich such derweil halt, weil ich so nett bin, Bugs in der neuen Version.

Schulung halt

Mal wieder männerdominiert.

Mal wieder die üblichen Typen (Schwätzer, Kritiker, Begeisterter, Dummschwätzer, …)

Das Hotelzimmer kleiner als eine Gefängniszelle (aber dafür zum öffnen).

Obligatorisches Abendprogramm.

Nur zu Teilen interessant und brauchbar.

Aber die Anreise mit dem Zug durch Sonnenaufgang mit Frühnebel – geil!

6:23

6:23 Uhr finde ich ganz schön früh. Vor allem, wenn das die Abfahrtszeit des Zuges ist, den ich bekommen sollte.

Dann vier Tage Schulung, auf dass der Bürokratie Gerechtigkeit wiederfährt.

Luft

Kaum scheint die Sonne und ich reiße in der Bude alle Fenster auf: Brauche einfach frische Luft.

WSMDEGT 04/18

Wie letzten Monat, mache ich wieder mit bei der Frage: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

6:30 – Der Wecker.
6:38 – Schon wieder der Wecker. Der darf das aber. Ich aber auch, denn ich bin erst um halb zwei ins Bett gekommen und hab‘ einfach nur schrecklich mies geschlafen.
6:40 – Im Bad ist es kalt, also geht alles recht schnell.
6:48 – In der Küche ist es auch nicht warm, dennnoch halbnackt die Brote geschmiert, Tee, gemacht, Zeitung geladen, Zeitung gelesen.
7:10 – Mal anziehen. Die Zeiten des ÖPNV haben sich hier geändert, so richtig blicke ich nicht durch und will es mal mit einem Bus von einer anderen Haltestelle versuchen.
7:18 – Der Bus ist pünktlich – und leer (aber es sind ja noch Schulferien).
7:25 – Viel später also nicht im Job. Noch nen Bus später nehmen?
8:35 – Es wird ein langweiliger Arbeitstag. Der einzige Termin des Monats wurde abgesagt. So langweile ich mich durch den Vormittag, lese viel.
11:41 – Die Straßenbahn fährt nicht (obwohl die Internetauskunft es behauptet hat), dafür bekomme ich den 100er Bus (Doppelstock!)
12:05 – Den Rest Nudelsuppe von gestern.
13:00 – Das Nachmittagsnickerchen entwickelt sich zu einem fast zweistündigen pornographischen Alptraum aus lauter Schäwänzen, Brüsten und Mösen die sich mir in allen Varianten permanent aufdrängen.
15:00 – Komplett erschlagen trinke ich eine Tasse Tee, würge mir eine Banane rein.
15:41 – Der nächste Bus.
16:00 – Besprechung in Verein 1. Niemand ist vorbereitet, was zu besprechen haben wir im Grunde auch nicht, abers schön, dass wir darüber gesprochen haben.
16:40 – Noch’n Tee in Verein 1 und Lektüre bis zur Laberrunde.
17:30 – Laberrunde. Am Ende zeigt die Supervisiorin mal wieder, welche Klasse sie hat (ne ganz, ganz hohe!).
18:40 – Brot mit Käse und Bier ohne Umdrehungen.
19:10 – Bisschen Fernsehen, bisschen Mail, bisschen Tablet, bisschen nix, bisschen …
21:10 – Mal Fahrkarte für morgen kaufen, auch wenn ich leicht beunruhigt bin, dass ich vielleicht vergesse, morgen dann auch zu fahren …
22:50 – Schon im Bett. Noch’n bisschen lesen und ausnahmsweise noch zwei Schluck Rotwein auf die Nacht, vielleicht penne ich dann (ein bisschen) besser.

G.W.F.H.: PdG

Als ‚Tageslektüre‘ schlage ich mich gerade mit einer Einführung in die „Phänomenologie des Geistes“ von Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) rum. Er ist für seine ‚Schreibe‘ ja bekannt (will heißen: berüchtigt):

Die lebendige Substanz ist ferner das Sein, welches die Wahrheit Subjekt oder, was dasselbe heißt, welches in Wahrheit wirklich ist, nur insofern sie die Bewegung des Sichselbstsetzens oder die Vermittlung des Sichanderswerdens mit sich selbst ist.

Und wenn ich konzentriert in dem schmalen Bändchen lese, dann meine ich zu kapieren, was Hegel will – aber schaue ich von dem Buch auf und versuche den Gedanken in eigene Worte zu fassen, fällt einfach alles auseinander. Und wenn ich mir dann D. anschaue, der über Hegel habilitiert hat … ich glaube, Menschen können unterschiedlich gut bzw. komplex ‚denken‘. Ich bin da irgendwie interessiertes Mittelmaß.

Für heute ist’s genug

Heute vor einer Woche brauchte ich für die 21,5 Kilometer 3:48 Stunden und überwand 4.509 Höhenmeter.

Heute brauchte ich für die 20,6 Kilometer 4:14 Stunden und überwand 2.831 Höhenmeter.

wDörnberg P 3

Wenn ich die beiden Wanderungen vergleiche, so waren die Anstiege bei der Wanderung vor einer Woche nicht so heftig wie heute, dafür aber eben gut 1.600 Höhenmeter mehr. Unterm Strich quasi gleichwertig. Auch was die Rahmenumstände betrifft, am Vortag etwas gebechert, nur zwei Äpfel dabei, …

Nur: Heute bin ich total fertig, aber so was von! Letzte Woche spürte ich die Kilometer auch in den Beinen – aber nicht so wie jetzt. Und der einzige Unterschied, den ich zu letzter Woche finden kann ist, dass ich heute vor der Wanderung weniger getrunken habe. Aber kann das die Ursache sein?

Ich gestehe

Ich gestehe, dass ich es nie zum Gutmensch schaffen werde. Ich bin einfach nicht gut genug dazu. Ein letzter Beweis fand ich heute. Denn wenn ich rumvögel, dann nehme ich ein Kondome. Leider die falschen. Die absolut falschen! Ich nehme nämlich irgendwie ganz normale Kondome (ohne Geschmack, ohne Noppen, ohne … ja, ja … laaangweilig) und keine – und das muss man als Gutmensch – die vegan sind! Gutmenschen – und die, die es noch werden wollen – können sich HIER erkundigen.

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