Durch die Zeit

Tag: A.

4 B’s

  • Das Finanzamt überweist mir 163 Euro – und ich habe nicht die geringste Ahnung warum bzw. wofür. Ich lasse das mal so stehen und warte ab, ob das nicht einfach eine Fehlbuchung ist.
  • S. schreibe ich noch nachträglich eine Geburtstagsmail, T. hat gestern immerhin ne WhatsUp bekommen, so dass ihr Freund fast schon eifersüchtig geworden ist, alle anderen von gestern und heute bleiben ungratuliert, darunter auch mein Bruder, dem es auch nicht auffallen wird, dass ich nicht pflichtmäßig Falschheiten abgesabbert habe.
  • Im Job stelle ich fest, dass QR-Codes sich eigenartig verhalten – auch die IT-Abteilung hat keinen blassen Schimmer warum das so ist / sein könnte.
  • Theoretisch wäre ein Canon EOS R5 drin – aber wirklich nur rein theoretisch!

Acht Bullets

  • Wochenende in Bochum. Kann man da eigentlich wandern gehen?
  • Ich wehre mich mir zuzugestehen, dass ein Gasgrill gegebenenfalls unter Umständen vielleicht doch Vorteile haben könnte.
  • Nach wie vor bekomme ich kein entspannte Verhältnis zum Mund-Nasen-Schutz – erst recht nicht beim Bahnfahren (auch wenn ich die Notwendigkeit einsehe).
  • Zwei Schwule – ein Gedanke: Der Pool der Notfallliteratur für den Urlaub ist auf 61 Bücher gestiegen. Ich fühle mich aber sowas auf der sicheren Seite!
  • Warum kann der Urlaub nicht gleich morgen beginnen oder jetzt gleich nach diesem Post?
  • Dass wir einen Tisch am Mittwoch in zwei Wochen in einem 2-Sterne-Schuppen habe, habe ich ja wohl schon oft genug hier ausposaunt.
  • Soll ich das große Menü nehmen (7 Gänge) oder das kleine (5 Gänge)? Und wenn ja, das mit Fisch oder mit Fleisch? Und wenn ja, dann doch wohl mit Weinbegleitung, oder?
  • Manche Urlaubsvorbereitungen sind echt, echt schwierig: Denn man könnte ja auch noch – als Premiere – mal drei Austern vorweg nehmen.

Schon wieder gesündigt

Nachdem ich vor gut zehn Tagen A. zum Abschied umarmt habe, habe ich heute E. zur Begrüßung und zum Abschied umarmt!

Porno

Zwischen all den Büchern in meinem Buchregal steht ein Foto, welches mich zeigt. OK, eher meine nackte Mitte und die dann noch im Zustand höchster Erregung. Aus verschiedenen Gründen gefällt mir die Aufnahme wirklich gut und das Foto landete beim Einzug eher zufällig im Regal – und ist dann halt da stehen geblieben.

Immer dann, wie jetzt am Wochenende, wenn jemand mein Zimmer sehen will, vergesse ich, dass da (wohl für viele) Pornographie zu sehen ist und frage mich dann später immer, was die wohl sich gedacht haben / von mir denken.

Direkt angesprochen hat mich noch nie jemand drauf

Tagesschnipsel

  • Die Übungsmediation war extrem anstrengend, weil N. es uns beiden Mediatoren echt nicht einfach gemacht hat. Aber das war in der Hinsicht gut, dass mir mal wieder klar geworden ist, dass auf der Sachebene ich ein echter Profi bin, aber das Emotionale nicht in dem Maße im Focus habe, wie wichtig / notwendig und gut ist.
  • Wenn ich mich dann traue, auf das Emotionale zu gehen, bringt das die Mediation weiter und ich bin da weitaus standfester, als ich immer so denke.
  • Scheint gerade ne gute Kombi zu sein Therapie und Mediationsausbildung.
  • Nicht umarmen zu dürfen tut fast noch mehr weh als nicht zu sehen. Überträgt man Viren, wenn man bei der Umarumung die Luft an hält?
  • Scheinbar lassen sich mehr Menschen gerne küssen, als gedacht. War heute zwar nur ein theoretisches Thema, der Wunsch aber äußerst deutlich.
  • Ich lerne für mich zu sorgen und bin mir dankbar, dass ich mir morgen frei genommen habe.

Ich, der Rebell!

Als A. vorgestern fragte, ob mein Mann und ich nicht heute zu ihnen auf Wein und Pizza in ihren Garten kommen würden wollen, sagte ich sofort zu. Kontaktsperre hin, Strafe her.

Es hat gut getan, mal über den Dialog hinaus in einen Tetralog bzw. Quatrolog zu kommen. Nicht nur im Saft des Partners und des eigenen zu schmorren.

Die zwei Meter Abstand haben wir aber eingehalten, obwohl A. und ich kurz davor war, uns zu umarmen.

Es lässt sich aushalten gerade

  • So lässt es sich auch mit Corona leben: Spargel, Kartoffeln, zwei Sorten Schinken und die weltbeste Sauce Hollandaise meines Mannes.
  • Davor mit A. ein Distanzspaziergang durch die Sonne. Ihre Krankheit ist präsent aber (noch) nicht bestimmend. Ärgere mich, dass ich nicht schon früher auf die Idee gekommen bin, mit ihr ein paar Kilometer zu gehen.
  • A. will jetzt „Drück-Dich“- und „Kuss“-Gutscheine machen, damit sie die Anzahl nicht vergisst. Aber die Knutschorgie ist eh irgendwie geplant, da brauch es das nicht.
  • Und die Aussicht auf Sonne morgen und übermorgen, wo ich Home Office habe.
  • Und E. bringt mir noch ein 12-bändiges Lexikon von 1870 vorbei – der absolute Klassiker, auf den Arno Schmidt nichts hat kommen lassen.
  • Die Online-Bibliothek beschränkt massiv Vormerkungen und Ausleihdauer – scheinbar werden sie gerade vor Anfragen nur so überrollt. Schön das.

Küssen kann man nicht alleine

Jetzt mussten halt mal T. und A. herhalten. Aber mir war einfach danach. Verdient hatten sie es ja eh schon lange. Und war ja auch nur jeweils ein ganz unschuldiger Kuss auf die Wange.

Für A.

nacht | Kurz vor vier ist für mich die Nacht endgültig rum. Bis sechs verbringe ich sie im Bett mit einer Philippika nach der anderen gegen den Vorstandsvorsitzenden von Verein 1. Um sechs beschließe ich liegen zu bleiben und mich krank zu melden.

vormittag | Das Protokoll von gestern hat dann doch die Länge von sechs Zeilen und einen kleinen Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen. Mir egal, ob das dann rausfällt oder nicht. Telefoniere mit A. die ins Krankenhaus musste. Sie ist dennoch guter Dinge, kommt morgen wieder raus und will mich lieber dann sehen. Ansonsten Lektüre und Schubert.

nachmittag | Wärmflasche, Lektüren, Schubert.

abend | Lektüren, Badewanne, kein Schubert sondern irgendwas im Fernsehen.

Danach

Dumpfer Tag. Gestern zu viel getrunken. So schön der Abend gestern war, in mir hat er dann leider was nicht Schönes ausgelöst, dann vor dem Schlafen Tränen. Nicht viel gemacht. Für A. eine Suppe gekocht, damit sie genug Kraft für die nächste Chemo hat. Vergnügliches Abendessen dann doch.

ring-ring

Die, die mich kennen, wundern sich schon extrem, warum ich so überhaupt nicht gern telefoniere.

Aber heute am frühen Abend, als A. einfach so anrief (was allgmein Seltenheitswert hat, also, dass Menschen mich einfach so anrufen ohne etwas zu wollen) war das einfach richtig schön, auch wenn ich das erstmal raffen muss. Und ich habe sogar geplaudert.

Moderne Zeiten

Und ich kanns irgendwie auch genießen. Zu Beginn meiner Beziehung mit meinem jetzigen Mann hätte man die Jahresteebestellung möglicherweise erst frühestenes morgen abschicken können, wenn man dann die Briefmarke für die Bestellkarte gekauft hätte, falls man keine zur Hand gehabt hätte. Heute ist es ein Formular im Internet.

Genauso für ein Teil – Gott ist mir das peinlich – dass ich auf dem gleichen Weg heute für ein paar Euros bestellt habe.

Und als A. heute Abend fragte, ob ich ihm was zum Lesen empfehlen könnte … bißchen Darknet, bisschen Dropbox, bisschen Mail – und bevor er zu Hause angekommen ist (ok, da braucht er zwei Stunden dafür) hat er alles.

Ich schimpfe nicht darüber.

Anders als gedacht

Vor drei, vier Wochen mit A. telefoniert. Zwischen den Zeilen kündigte sie Neuigkeiten an. Eine Woche später der Geburtstag ihres Mannes. Ich konnte leider nicht hin, aber mein Mann war dort. Als ich ihn fragte, ob es bei A. und ihrem Mann etwas Neues gäbe, konnte er nur verneinen. Heute waren die beiden da und A. erzählte von der ‚Neuigkeit‘. Klar, dass das nicht gerade das Thema bei einer Geburtstagsfeier ist, denn:

Krebs

Mein Respekt, wie sie damit umgeht. Da ist viel Klarheit und Ehrlichkeit.

Mir echt wichtig, auch wenn ich das heute nicht gut hinbekommen habe: So eine Erkrankung betrifft auch immer den Lebenspartner und auch der (oder die) kann Unterstützung vertragen / gebrauchen.

Indesign – eine kleine Hommage an Frau M. und A.

Wohl den besten Job, den ich je in meinem Leben hatte, auch wenn er absolut mies bezahlt war, war meine Tätigkeit als Redakteur. OK, das war jetzt kein Publikation, die man kennt bzw. kennen muss (obwohl, damals schon *grins*), aber das war schon gut, was die AutorInnen und ich da jeden Monat abgeliefert haben. Es war ein lokales Kulturmagazin, immerhin 64 Seiten (plus 16-24 Seiten Kulturkalender), wovon etwa die Hälfte Monat zu Monat von mir und den AutorInnen gefüllt werden musste – wobei ich eben den Hut auf hatte, was wie in welcher Form reinkommt (oder eben auch nicht oder eben später oder eben ganz anders oder …)

Die letzten drei, vier Tage vor Drucklegung verbrachte ich die meiste Zeit im „Satz“ bei Frau M. und A. Relativ schnell hatte es sich für mich ergeben, dass es sinnvoller und zeitsparender ist, beim Setzen der Seiten dabei zu sein, denn dann konnte ich sofort entscheiden, wie ggf. die Überschrift gekürzt / verlängert werden kann und welcher Text weg oder noch hin muss, welchen Ausschnitt vom Bild nun genau genommen werden soll, wie der Infokasten … damit die Seite ‚funktioniert‘. Ansonsten hätte es einen Korrekturausdruck gegeben, den hätte ich dann korrigiert, wieder in den Satz gegeben, wieder eine Korrektur bekommen, ggf. wieder in den Satz …

Wenn man da über Jahre Monat für Monat zuschaut bekommt man ein echt gutes Gefühl für Indesign, weiß, was es kann. Oft habe ich dann selber Kleinigkeiten am Dokument geändert und konnte u.a. Text- von Bildrahmen unterscheiden, hatte eine Ahnung was ein Grundlinenraster ist, etc. pp.

Die Agentur für Arbeit hat mir, als ich arbeitslos war (ja, ja, die Frauen von Herausgebern sind manchmal sehr, sehr, sehr speziell („Ich glaube, sie hat heute wieder vergessen die Tabeletten zu nehmen“ (ich bzw. A.))), eine ‚Fortbildung‘ als Online-Redakteur spendiert, über die ich hier ausreichend berichtet habe (man suche einfach nach „Die Maßnahme„). Da gab’s auch für zwei Wochen Indesign.

Und nun sitze ich seit einer Woche vor Indesign, hab‘ ein erste Broschüre machen müssen, eine zweite nachgebaut, nächste Woche kommt wohl ein 32-Seiter auf mich zu – und weiß erst jetzt so richtig zu schätzen, mit welcher Eleganz Frau M. und A. das beherrscht haben. Hut ab!

 

Nachtrag

Zum Bild von gestern kam heute noch ein echt netter Kommentar über ein anderes Medium:

Was hast du denn für ne Matte auf’m Kopf! Nice! mach das mal wieder.

Wenn ich vermuten darf, waren seine Haare noch nie länger als 4,5 Zentimeter.

Vergessen

Eigentlich hätte ich in Verein 1 heute Dienst gehabt. Aber ich war nicht dort. Der Grund: Ich hatte es einfach überhaupt nicht auf dem Schirm. Ehrlich gesagt, habe ich das auch gerade erst entdeckt, als ich mal in den Kalnder geschaut habe. Das mache ich normalerweise mehrfach am Tag – nur heute … .

Ist doof, dass ich nicht hin bin, es ärgert mich auch etwas. Andererseits war es gut, dass ich heute frei hatte, etwas lesen, einen kleinen lustvollen Mittagsschlaf abhalten konnte. Später dann ein bisschen kochen – das Meiste hat eh mein Mann getan – und dann eben A. & T. zum Abendessen. Schön mal wieder, vorallem weil T., wie es mir scheinen will, ein kleinwenig auftaut.

Heute dann auch Rückmeldung von jener Person bekommen, mit der ich letztens so eine lustvolle Nacht hatte. Ich hatte ihr einen kleinen Text dazu geschrieben, wie ich es empfunden hätte und warum, denn es war schon besonders für mich in verschiedener Hinsicht gewesen. Für sie war es anscheinend ähnlich. Aber das besondere war, dass bei uns beiden ein gleicher Grundtenor herrschte. Jetzt liegen die Hürden natürlich hoch, sollte es zu einem „nächsten Mal“ kommen – aber anderereseits, bei dem Grundtenor?

Aufgewacht bin ich heute echt mies und wollte dem Tag noch vor dem Aufstehen dunkelblau geben. Er bekommt jetzt ’nur‘ blau, weil mich die aktuelle Arbeitssituation eben doch bis in den Schlaf beherrscht. A. & T. und mein Mann und mein Lusterlebniss der besonderen Art bekommen im Kopf ohne Diskussion dunkelgrün.

Blogeintrag mit Monsterwort

Ein Tag halt. Alles soweit im grünen Bereich. Der Höhepunkt wohl, dass ich spontan Quarbällchen gekauft habe (die ich sonst nie kaufe). | Ach so, die Ernennungsurkunde vom Regierungspräsidium lag auf dem Tisch. Jetzt bin ich also ganz offiziell stellvertretender Meisterprüfungsauschussvorsitzender. | Hilft mir aber auch nix, dass mein Mann und ich bei der Steuer irgendwas falsch machen. Wir suchen uns jetzt einen Steuerberater, da ich gestern fast einen Anfall bekommen habe. | Zwei Tage keinen Mittagsschlaf, daher gestern schon um kurz nach 10 ins Bett. Was A. sich gedacht haben mag? Dennoch plagende Träume, diesmal gab sich sogar der Papst die Ehre. | Ich darf echt nicht vergessen, dass ich Samstag Prüfungen abnehmen darf. Hätte heute schon den Dienst vergessen (der aber so ruhig ist, dass ich jetzt schnell schreiben kann). | Schaue auf Netflix Broadchurch (sehr empfehlenswert). Sie erinnert mich an meine Supervisiorin und er sieht so aus, wie ich mir meine große Liebe M. im Alter vorstellen kann. Beides lenkt ein wenig ab. | Am WE sollte ich echt mal versuchen, einen Tuck weniger zu denken oder zumindest das Zeugs aufzuschreiben (hier wohl eher nicht, was vielleicht auch gerade die Pausen hier erklärt). |

Soviel zu: „Ein Tag halt.“

B & B

Nach dem Besuch in Bochum bei A. & T. Wahl in Bayern. Keine Überraschung und die CSU doch nicht so schlecht wie erhofft. Jetzt noch zwei Wochen abwarten. Wenn sich dann nichts in der Politik bewegt, dann bekomme ich echte Ängste.

Mir ist noch nie so sehr wie heute aufgefallen, wie die Politiker gebetsmühlenartig immer das Gleiche abseiern und alles tun, um bloß nicht konkret zu werden. Absichern nach allen Seiten, bloß kein Gesicht zeigen und lieber mal in alle möglichen Ärsche kriechen, vielleicht hilfts ja.

Dennoch ist mir die Demokratie lieb und teuer.

Gestern und heute

Vor Jahren habe ich einen Terz gemacht, um einen Bildschirmhintergrund wegzubekommen, nur weil klar war, dass A. sich neben mich an den Rechner setzen würde und mir das irgendwie peinlich / schamvoll war, dass er da ein Bild von mir mit Halbständer hätte sehen können.

Gestern erzählte ich ihm in meinem neuem Zimmer, dass ich jetzt das Ständerbild doch weggemacht hätte, weil es bei manchen dann doch für Irritationen gesorgt hätte – und zeigte es ihm dann mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte ich ihm einen Kaffee angeboten.

Uns geht es gut!

Da ich heute erst vom Bio-Hof gekommen bin und mein Mann gestern und heute viel um die Ohren hatte, war auswärtiges Abendessen geplant. Da ich heute aber vom Bio-Hof Brot und Käse mitgebracht habe, haben wir uns umentschlossen und mal alle Brote und allen Käse auf dem Tisch gepackt. Das Ergebnis:

  • 4 verschiedene Brote (wenn man die Pumpernickeltaler dazurechnet, sind es 5 Sorten)
  • 9 verschiedene Käsesorten

Üblicherweise habe wir eine Sorte Brot und zwar die, die mein Mann backt. Aber von einer Freundin gab es mein Lieblingsbrot und vom Bio-Hof ‚musste‘ ich auch zwei mitnehmen.

Üblicherweise haben wir so zwei, drei Käsesorten im Kühlschrank, aber da wir Sonntag vor dem Theater A. & Z. noch etwas zum Sekt anbieten wollten, hatte ich Käse gekauft und vergessen, dass wir wenige Tage zuvor schonmal … und vom Bio-Hof ‚musste‘ ich …

Ungeteilt.

Ein bisschen böse hört sich es ja schon an, aber heute und gestern gab es so zwei Momente, wo ich es ganz OK fand, dass mein Mann nicht da war. Heute war A. da, gestern saß ich bei A. und  Z. im Garten. Mein Mann musste derweil arbeiten. Mir gab es aber die Gelegenheit, mit dem jeweiligen Gegenüber so reden zu können, was mich interessierte. Kurz gesagt, ich musste die anderen nicht teilen. Und das hat, wie ich finde, eine ganz andere Dynamik. Und ich brauche definitiv mehr davon.

o.T.

Meine Patentante G., die schon viel und schwer krank war, hat heute Geburtstag. Da ihre Freundin A., mit der sie zusammenlebt, Krebs hat und abends immer früh müde ist, rufe ich am späten Nachmittag an. Nach dem üblichen Geplänkel von Wünschen und Dank frage ich sie, wie es ihr geht. Sie antwortet: Nicht gut. Das hat sie noch nie getan!

heute

Komischer Tag. Beginnt schon damit, dass ich bei der Arbeit etwas zu tun habe – und zwar zum ersten Mal die ganze Zeit. Das muss wohl eine kosmische Fügung gewesen sein, denn alle Anfragen, die ich in den letzten drei Wochen losgeschickt habe, wurden heute beantwortet, was dann natürlich die ein oder andere Aktion nach sich zog.

Dazwischen vermeldete mein Mann, dass er nun auf dem Weg nach Griechenland sei (was jetzt aber keine Überraschung war, da schon bekannt) und in dem Moment stand seine Nichte im Raum, die mit ihren 17 Jahren meint, eins auf ‚Schwarze Furie‘ machen zu müssen.

Zuhause dann kurzes Mittagessen, Tageslektüre und Aufbau des ‚Studios‘. Dann warten auf I. und ich werde so grottenmüde, dass ich fast Angst habe, am Schreibtisch über Marx einzuschlafen und das Klingeln nicht zu hören.

I. kommt dann mit A. Was in der Hinsicht interessant ist, dass ich A. aus einem komplett anderen Zusammenhang kenne, der mit schwul aber so gar nix zu tun hat. Wie sich dann im Laufe der nächsten Stunden herausstellt, scheinen sie ein Paar zu sein.

Vor der Kamera ist I. irgendwie gehemmt, bewegt sich zwar gut, aber dennoch etwas verhalten, es fehlt das Quentchen Extra. Sonst hat I. kein Problem, auch mal einen Ständer zu produzieren, wenn es zum Foto passt – heute hat das Seltenheitswert.

Mehl ist nach wie vor aufwändig (im Aufräumen) und bringt nur wenig gute Bilder. Die ersten Versuche mit Holi-Farben schlagen fehl, da braucht man echt Mengen.

Als beide weg sind, beschleicht mich irgendwie eine tiefgründige Traurigkeit. Ich nacke dann zwar auch noch etwas vor der Kamera, aber das wird alles nicht so richtig. Also noch kurz einkaufen, damit ich was zum Essen habe und etwas fernsehen, schon mal viele Bilder bearbeitet und mich sämtlichen Kontaktversuchen verweigert. Morgen gehe ich wohl auch etwas später zur Arbeit – scheint, ich muss mich mal etwas um mich kümmern.

Etappe 1 – 25.000 – # 443

Da das linke Knie doof macht, den ‚Anlauf‚ um knapp fünf Kilometer verkürzt. Aber diese Strecke kenne ich eh schon in- und auswendig – und das kann ich immer und immer wieder gehen. Blieben für heute also nur noch 15 Kilometer, von denen die ersten zehn auch nicht neu waren – aber es ging wieder auf meinen Lieblings’berg‘ und der ist, egal welches Wetter, einfach beeindruckend. Zwar nur knapp 600 Meter hoch, aber ohne Bäume sondern nur Gras und drei aufragende Felsen, die einfach etwas Mystisches an sich haben. Eine Art ‚Hochebene‘, die man erklimmen muss, dann aber auf hügeligem Niveau über der Landschaft schwebt. Zu allem Überfluss dann noch das Geläut von Glocken und ich mit mir in heftiger Diskussion über Gott oder Nicht-Gott bzw. Möchte-gern-Gott und möglichen Schöpfergeist.

Ein Kaffee für 2,40 und auf dem nächsten Kilometer das Brötchen mit Lyoner. Ab da auch für mich dann auch neues Gelände.

Als ich das aller erste Mal mit dem Zug hier her gefahren bin als junger Mensch war mir schon klar, dass die Umgebung dieser Stadt toll ist – aber da ohne Auto lerne ich sie erst jetzt, Klammer auf, Jahrzehnte später, Klammer zu, kennen.

Kurz vor dem Endpunkt ein Parkplatz. Und wie das so ist. Mir war vollkommen klar, dass ich da schon war und das mein (damals zukünftiger) Mann vom Rande ein Buchenzögling ausgegraben hat, der heute auf dem Balkon also Bonsai ‚wächst‘. Aber warum wir da waren, wie und überhaupt … Null Ahnung. 300 Meter weiter war es klar: Vor Jahren waren hier mal mit Bekannten schwimmen (ein eher nerviges Unterfangen). Und wenn ich suchen würde, gäbe es auch Bilder von mir da im Wasser – aber wer will das schon sehen? Daher die akuelle Aufnahme mit dem Handy (weil Foto ist ja nicht, wegen Akku, siehe erste Link):

2017-09-17 11.57.04

Wer genau hinschaut, sieht gegenüber zwei Personen stehen. Die habe ich erstmal nicht weiter beachtet, bis es plumps machte. Das ca. Siebenzehnjährige hat doch tatsächlich ein Bad im See genommen und zwar – wie später zu sehen war – nackt! So kurz vor dem Ende einen Knackarsch zu sichten, derweil Tee schlürfend und die Sonne genießen … hat was.

Morgen dann die ultimative Belastungsprobe: 24 Kilometer – aber notfalls gibt es genügend Ausstiegspunkte, um mit der Bahn / Bus zurückzukommen und A. ist zufällig auch im Lande, der sich vorhin angeboten hat, Rettung zu spielen, wenn ich ihn anrufe.

Das und dies und jenes

Überraschenderweise nochmals die Sonne auf dem Balkon genießen können. Bekomme derweil von P. über Mail ein Foto in ähnlicher Situation (wenn auch in schönerer Umgebung).

Anruf von H., kurze Rückfrage bei C. und nach zwölf Minuten ist klar: Im November machen C. und ich unsere jährliche Lesung, diesmal Robert Musil.

Dann Lust das Abendessen mit A. und T. etwas zu pimpen und da uns vieles fehlt machen wir dann Griesschnitten mit Zimtzucker und gedünsteten Äpfeln … manch Einfaches ist einfach nur gut.

Frau Merkel scheint mir leicht angepisst zu sein während Herr Schulz sie viel zu oft annickt. Damit ist die Wahl definitiv gelaufen und die bleierne Zeit wird weiter gehen. Man kann nur hoffen, dass sich die SPD in der Oppsition sich aufrafft um dann endlich mal wieder zu ihren Wurzeln zurück zu kommen um dann auch Paroli bieten zu können.

Von vor ein paar Tagen – oder so

Auf dem Heimweg. Ein Radfahrerin grüßt mich. Reflexartig grüße ich zurück – wenn sie mich kennt, müsste ich sie wohl ja auch kennen. Nach wenigen Metern steigt sie in die Bremsen und fährt zu mir zurück. OK, ja, ich kenne sie – aber woher? Sie fällt mir freudig um den Hals – hallo? Waren wir mal schon soweit? Ein paar Minuten Smaltalk, den ich überraschenderweise recht gut zu führen weiß. Dann eine nette Verabschiedung mit dem Versprechen, in einer bestimmten Kneipe demnächst Ausschau nacheinander zu halten.

Auf den restlichen drei Kilometern zu Fuß komme ich jedenfalls zum Schluss, dass ich sie aus dem universitären Kontext kennen muss. Recherchen im Internet bestätigen das auch – und es dämmert nur ganz langsam, dass es ja A. war, die Assi vom schärfsten Linguisten-Prof. gewesen ist, die mir bei meiner schriflichen Prüfung dann noch was falsches (!) diktiert hatte – es war dann doch kein doppelter Akkusativ. (War aber auch egal – der Prof. hat ja nie ne 1 gegeben, da konnte ich mir auch ein paar Fehler erlauben.)

Ich bin ein ‚Indiffi‘

A. heute auf Besuch. Wir haben uns nahezu exakt 14 Jahre nicht gesehen. Im letzten halben Jahr gab es da eine Annäherung von ihr aus – ich war / bin nicht ganz so scharf drauf, weil die Freundschaft damals auseinander ging, weil sie meinte … egal. Immerhin sie hat es jetzt schon zweimal angemerkt, das ihr Verhalten damals … wie gesagt … egal.

Einerseits war es interessant von ihr zu hören, was so die letzten 14 Jahren sehr grob los war. Andererseits: Von mir weiß sie jetzt nur mehr, wie unsere Küche aussieht.

Ich bin da ‚herrlich‘ indifferent. Eigentlich habe ich gar keine Lust, von mir und über mich zu reden – andererseits möchte ich dann doch gefragt werden, denn das ist ja auch eine Art von Wahrnehmung.

Bin aber gerade wohl an sich sehr dünnhäutig und in anderen Dingen indifferent. Früher Nachmittag eine kurze, nun ja, 90-minütige Besprechung mit Verein 1 zur baldigen Jubiläumsveranstaltung. Ich gehöre da zum ‚Orga-Team‘ – aber merkte dann schon recht bald, dass von der Geschäftsführung (GF) in der Zwischenzeit schon die ein oder andere Entscheidung getroffen wurde, mit der ich nur (sehr) bedingt einverstanden bin (und dem eigentlichen Konzept auch entgegenlaufen). Hatte aber überhaupt keine Lust da jetzt in ‚den Kampf‘ zu gehen, sondern mich still (leidend) dem Schicksal ergeben. Dann wiederum denke ich mir – hey, ich helfe da nur und die GF ist für alles am Schluss verantwortlich, ich könnte ja froh sein, dass ich da nicht in die Haftung genommen werde.

Mag aber auch daran liegen, dass ich festgestellt habe, dass meine ganzen Aktivitäten in Verein 1 eben doch nicht als Ersatz dienen können und sowohl Verein 1 wie Aktivitäten an Wertigkeit verlieren (obgleich, das hier nur zu Protokoll, die eigentliche Arbeit, wie ich gestern mal wieder erfahren konnte / musste, einfach nur gut und wertvoll ist).

 

Warum nicht öfters?

Volles Wochenende. Gefühlt waren das jetzt auch vier oder fünf Tage und nicht nur zweieinhalb. Gut gegessen auf unterschiedlicher Weise. Viel gelaufen, gestern in einer mir unbekannten Stadt, heute noch drei Stunden im Wald und schon wieder einen Weg gefunden, den ich nicht kannte (und dessen Fortsetzung ich noch nicht kenne). Mal wieder etwas jünger gefühlt, auch wenn die Lautstärke der Musik in der Kneipe dann doch mehr als grenzwertig war. Dann etwas getrunken, was sich „Mexikaner“ nennt und dessen Daseinsberechtigung ich noch ergründen muss, was mir beim Schlehenschnaps dann viel einfacher gefallen ist.

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Eine Menge Fotos gemacht, von denen ich gar nicht weiß, wie und wo und wem ich sie denn eigentlich zeigen kann. Schön eben auch A. zu erleben in dieser komplett anderen Welt als in der, in der ich ihn kennen gelernt habe.

Und jetzt nur eine verkürzte Woche vor mir. Immerhin hab‘ ich schon ausreichend was gefunden, was ich morgen im Job tun kann.

Dann mal …

… auf zum ‚Deutschen‘ nach D. In erster Linie natürlich um A. zu besuchen. Den kleinen Rechner nehme ich mit, vielleicht ergibt sich ja ne Lücke.

Eigentlich ganz einfach

In letzter Zeit erfreute ich mich an den Kommentaren einer bestimmten Person. Die waren irgendwie sehr frisch, mit Witz und Verstand. Dann sind sie mir aber immer unheimlicher geworden, weil ich feststellen musste, dass diese Person etwas mehr von mir kennen muss, als dass ich im Blog preis gegeben habe. Und letztens kam dann noch ein Beitrag, der ganz deutlich so zu deuten war, dass sie sogar weiß wo ich wohne. Da bin ich dann doch ganz schön arg ins Grübeln gekommen, da mir der Nick so gar nichts sagen wollte. Erst hatte ich irgendwie A. im Verdacht, dann B. – aber das konnten beide aus verschiedenen Gründen nicht sein. Erst eine SMS dieser Person hat zumindest mein Un(ter)bewußtstein angeregt und in nicht einmal 48 Stunden – oh ja, ich war schon immer ein Schnellmerker und Blitzdenker – kam mir dann, wass der Nick zu bedeuten hat. Eigentlich ganz einfach die Lösung.

Und ja, logisch, dass sie weiß wo ich wohne, war die Person schon hier und logisch, dass sie selbst über mein Sexleben das ein oder andere weiß, schließlich war das indirekt und direkt schon Thema. Wenn ich sie das nächste mal sehe, dann werde ich mal fragen, ob ich mit einem meiner Kommentare / Beiträge ihr in der Zwischenzeit auf den Schlips getreten bin, denn ich hatte es so gar nicht auf den Schirm, dass sie mitliest – andererseits warum sollte sie nicht.

Sag ich einfach, damit die Person auch weiß, dass ich sie meine: Freu‘ mich auf das nächste Treffen bei der ‚Spanierin um’s Eck‘.

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