Durch die Zeit

Tag: A.

o.T.

Meine Patentante G., die schon viel und schwer krank war, hat heute Geburtstag. Da ihre Freundin A., mit der sie zusammenlebt, Krebs hat und abends immer früh müde ist, rufe ich am späten Nachmittag an. Nach dem üblichen Geplänkel von Wünschen und Dank frage ich sie, wie es ihr geht. Sie antwortet: Nicht gut. Das hat sie noch nie getan!

heute

Komischer Tag. Beginnt schon damit, dass ich bei der Arbeit etwas zu tun habe – und zwar zum ersten Mal die ganze Zeit. Das muss wohl eine kosmische Fügung gewesen sein, denn alle Anfragen, die ich in den letzten drei Wochen losgeschickt habe, wurden heute beantwortet, was dann natürlich die ein oder andere Aktion nach sich zog.

Dazwischen vermeldete mein Mann, dass er nun auf dem Weg nach Griechenland sei (was jetzt aber keine Überraschung war, da schon bekannt) und in dem Moment stand seine Nichte im Raum, die mit ihren 17 Jahren meint, eins auf ‚Schwarze Furie‘ machen zu müssen.

Zuhause dann kurzes Mittagessen, Tageslektüre und Aufbau des ‚Studios‘. Dann warten auf I. und ich werde so grottenmüde, dass ich fast Angst habe, am Schreibtisch über Marx einzuschlafen und das Klingeln nicht zu hören.

I. kommt dann mit A. Was in der Hinsicht interessant ist, dass ich A. aus einem komplett anderen Zusammenhang kenne, der mit schwul aber so gar nix zu tun hat. Wie sich dann im Laufe der nächsten Stunden herausstellt, scheinen sie ein Paar zu sein.

Vor der Kamera ist I. irgendwie gehemmt, bewegt sich zwar gut, aber dennoch etwas verhalten, es fehlt das Quentchen Extra. Sonst hat I. kein Problem, auch mal einen Ständer zu produzieren, wenn es zum Foto passt – heute hat das Seltenheitswert.

Mehl ist nach wie vor aufwändig (im Aufräumen) und bringt nur wenig gute Bilder. Die ersten Versuche mit Holi-Farben schlagen fehl, da braucht man echt Mengen.

Als beide weg sind, beschleicht mich irgendwie eine tiefgründige Traurigkeit. Ich nacke dann zwar auch noch etwas vor der Kamera, aber das wird alles nicht so richtig. Also noch kurz einkaufen, damit ich was zum Essen habe und etwas fernsehen, schon mal viele Bilder bearbeitet und mich sämtlichen Kontaktversuchen verweigert. Morgen gehe ich wohl auch etwas später zur Arbeit – scheint, ich muss mich mal etwas um mich kümmern.

Etappe 1 – 25.000 – # 443

Da das linke Knie doof macht, den ‚Anlauf‚ um knapp fünf Kilometer verkürzt. Aber diese Strecke kenne ich eh schon in- und auswendig – und das kann ich immer und immer wieder gehen. Blieben für heute also nur noch 15 Kilometer, von denen die ersten zehn auch nicht neu waren – aber es ging wieder auf meinen Lieblings’berg‘ und der ist, egal welches Wetter, einfach beeindruckend. Zwar nur knapp 600 Meter hoch, aber ohne Bäume sondern nur Gras und drei aufragende Felsen, die einfach etwas Mystisches an sich haben. Eine Art ‚Hochebene‘, die man erklimmen muss, dann aber auf hügeligem Niveau über der Landschaft schwebt. Zu allem Überfluss dann noch das Geläut von Glocken und ich mit mir in heftiger Diskussion über Gott oder Nicht-Gott bzw. Möchte-gern-Gott und möglichen Schöpfergeist.

Ein Kaffee für 2,40 und auf dem nächsten Kilometer das Brötchen mit Lyoner. Ab da auch für mich dann auch neues Gelände.

Als ich das aller erste Mal mit dem Zug hier her gefahren bin als junger Mensch war mir schon klar, dass die Umgebung dieser Stadt toll ist – aber da ohne Auto lerne ich sie erst jetzt, Klammer auf, Jahrzehnte später, Klammer zu, kennen.

Kurz vor dem Endpunkt ein Parkplatz. Und wie das so ist. Mir war vollkommen klar, dass ich da schon war und das mein (damals zukünftiger) Mann vom Rande ein Buchenzögling ausgegraben hat, der heute auf dem Balkon also Bonsai ‚wächst‘. Aber warum wir da waren, wie und überhaupt … Null Ahnung. 300 Meter weiter war es klar: Vor Jahren waren hier mal mit Bekannten schwimmen (ein eher nerviges Unterfangen). Und wenn ich suchen würde, gäbe es auch Bilder von mir da im Wasser – aber wer will das schon sehen? Daher die akuelle Aufnahme mit dem Handy (weil Foto ist ja nicht, wegen Akku, siehe erste Link):

2017-09-17 11.57.04

Wer genau hinschaut, sieht gegenüber zwei Personen stehen. Die habe ich erstmal nicht weiter beachtet, bis es plumps machte. Das ca. Siebenzehnjährige hat doch tatsächlich ein Bad im See genommen und zwar – wie später zu sehen war – nackt! So kurz vor dem Ende einen Knackarsch zu sichten, derweil Tee schlürfend und die Sonne genießen … hat was.

Morgen dann die ultimative Belastungsprobe: 24 Kilometer – aber notfalls gibt es genügend Ausstiegspunkte, um mit der Bahn / Bus zurückzukommen und A. ist zufällig auch im Lande, der sich vorhin angeboten hat, Rettung zu spielen, wenn ich ihn anrufe.

Das und dies und jenes

Überraschenderweise nochmals die Sonne auf dem Balkon genießen können. Bekomme derweil von P. über Mail ein Foto in ähnlicher Situation (wenn auch in schönerer Umgebung).

Anruf von H., kurze Rückfrage bei C. und nach zwölf Minuten ist klar: Im November machen C. und ich unsere jährliche Lesung, diesmal Robert Musil.

Dann Lust das Abendessen mit A. und T. etwas zu pimpen und da uns vieles fehlt machen wir dann Griesschnitten mit Zimtzucker und gedünsteten Äpfeln … manch Einfaches ist einfach nur gut.

Frau Merkel scheint mir leicht angepisst zu sein während Herr Schulz sie viel zu oft annickt. Damit ist die Wahl definitiv gelaufen und die bleierne Zeit wird weiter gehen. Man kann nur hoffen, dass sich die SPD in der Oppsition sich aufrafft um dann endlich mal wieder zu ihren Wurzeln zurück zu kommen um dann auch Paroli bieten zu können.

Von vor ein paar Tagen – oder so

Auf dem Heimweg. Ein Radfahrerin grüßt mich. Reflexartig grüße ich zurück – wenn sie mich kennt, müsste ich sie wohl ja auch kennen. Nach wenigen Metern steigt sie in die Bremsen und fährt zu mir zurück. OK, ja, ich kenne sie – aber woher? Sie fällt mir freudig um den Hals – hallo? Waren wir mal schon soweit? Ein paar Minuten Smaltalk, den ich überraschenderweise recht gut zu führen weiß. Dann eine nette Verabschiedung mit dem Versprechen, in einer bestimmten Kneipe demnächst Ausschau nacheinander zu halten.

Auf den restlichen drei Kilometern zu Fuß komme ich jedenfalls zum Schluss, dass ich sie aus dem universitären Kontext kennen muss. Recherchen im Internet bestätigen das auch – und es dämmert nur ganz langsam, dass es ja A. war, die Assi vom schärfsten Linguisten-Prof. gewesen ist, die mir bei meiner schriflichen Prüfung dann noch was falsches (!) diktiert hatte – es war dann doch kein doppelter Akkusativ. (War aber auch egal – der Prof. hat ja nie ne 1 gegeben, da konnte ich mir auch ein paar Fehler erlauben.)

Ich bin ein ‚Indiffi‘

A. heute auf Besuch. Wir haben uns nahezu exakt 14 Jahre nicht gesehen. Im letzten halben Jahr gab es da eine Annäherung von ihr aus – ich war / bin nicht ganz so scharf drauf, weil die Freundschaft damals auseinander ging, weil sie meinte … egal. Immerhin sie hat es jetzt schon zweimal angemerkt, das ihr Verhalten damals … wie gesagt … egal.

Einerseits war es interessant von ihr zu hören, was so die letzten 14 Jahren sehr grob los war. Andererseits: Von mir weiß sie jetzt nur mehr, wie unsere Küche aussieht.

Ich bin da ‚herrlich‘ indifferent. Eigentlich habe ich gar keine Lust, von mir und über mich zu reden – andererseits möchte ich dann doch gefragt werden, denn das ist ja auch eine Art von Wahrnehmung.

Bin aber gerade wohl an sich sehr dünnhäutig und in anderen Dingen indifferent. Früher Nachmittag eine kurze, nun ja, 90-minütige Besprechung mit Verein 1 zur baldigen Jubiläumsveranstaltung. Ich gehöre da zum ‚Orga-Team‘ – aber merkte dann schon recht bald, dass von der Geschäftsführung (GF) in der Zwischenzeit schon die ein oder andere Entscheidung getroffen wurde, mit der ich nur (sehr) bedingt einverstanden bin (und dem eigentlichen Konzept auch entgegenlaufen). Hatte aber überhaupt keine Lust da jetzt in ‚den Kampf‘ zu gehen, sondern mich still (leidend) dem Schicksal ergeben. Dann wiederum denke ich mir – hey, ich helfe da nur und die GF ist für alles am Schluss verantwortlich, ich könnte ja froh sein, dass ich da nicht in die Haftung genommen werde.

Mag aber auch daran liegen, dass ich festgestellt habe, dass meine ganzen Aktivitäten in Verein 1 eben doch nicht als Ersatz dienen können und sowohl Verein 1 wie Aktivitäten an Wertigkeit verlieren (obgleich, das hier nur zu Protokoll, die eigentliche Arbeit, wie ich gestern mal wieder erfahren konnte / musste, einfach nur gut und wertvoll ist).

 

Warum nicht öfters?

Volles Wochenende. Gefühlt waren das jetzt auch vier oder fünf Tage und nicht nur zweieinhalb. Gut gegessen auf unterschiedlicher Weise. Viel gelaufen, gestern in einer mir unbekannten Stadt, heute noch drei Stunden im Wald und schon wieder einen Weg gefunden, den ich nicht kannte (und dessen Fortsetzung ich noch nicht kenne). Mal wieder etwas jünger gefühlt, auch wenn die Lautstärke der Musik in der Kneipe dann doch mehr als grenzwertig war. Dann etwas getrunken, was sich „Mexikaner“ nennt und dessen Daseinsberechtigung ich noch ergründen muss, was mir beim Schlehenschnaps dann viel einfacher gefallen ist.

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Eine Menge Fotos gemacht, von denen ich gar nicht weiß, wie und wo und wem ich sie denn eigentlich zeigen kann. Schön eben auch A. zu erleben in dieser komplett anderen Welt als in der, in der ich ihn kennen gelernt habe.

Und jetzt nur eine verkürzte Woche vor mir. Immerhin hab‘ ich schon ausreichend was gefunden, was ich morgen im Job tun kann.

Dann mal …

… auf zum ‚Deutschen‘ nach D. In erster Linie natürlich um A. zu besuchen. Den kleinen Rechner nehme ich mit, vielleicht ergibt sich ja ne Lücke.

Eigentlich ganz einfach

In letzter Zeit erfreute ich mich an den Kommentaren einer bestimmten Person. Die waren irgendwie sehr frisch, mit Witz und Verstand. Dann sind sie mir aber immer unheimlicher geworden, weil ich feststellen musste, dass diese Person etwas mehr von mir kennen muss, als dass ich im Blog preis gegeben habe. Und letztens kam dann noch ein Beitrag, der ganz deutlich so zu deuten war, dass sie sogar weiß wo ich wohne. Da bin ich dann doch ganz schön arg ins Grübeln gekommen, da mir der Nick so gar nichts sagen wollte. Erst hatte ich irgendwie A. im Verdacht, dann B. – aber das konnten beide aus verschiedenen Gründen nicht sein. Erst eine SMS dieser Person hat zumindest mein Un(ter)bewußtstein angeregt und in nicht einmal 48 Stunden – oh ja, ich war schon immer ein Schnellmerker und Blitzdenker – kam mir dann, wass der Nick zu bedeuten hat. Eigentlich ganz einfach die Lösung.

Und ja, logisch, dass sie weiß wo ich wohne, war die Person schon hier und logisch, dass sie selbst über mein Sexleben das ein oder andere weiß, schließlich war das indirekt und direkt schon Thema. Wenn ich sie das nächste mal sehe, dann werde ich mal fragen, ob ich mit einem meiner Kommentare / Beiträge ihr in der Zwischenzeit auf den Schlips getreten bin, denn ich hatte es so gar nicht auf den Schirm, dass sie mitliest – andererseits warum sollte sie nicht.

Sag ich einfach, damit die Person auch weiß, dass ich sie meine: Freu‘ mich auf das nächste Treffen bei der ‚Spanierin um’s Eck‘.

2 + 2

Da scheinen sich zwei „Sorgenkinder“ herauszukristallisieren. Bei P. nach wie vor alles arg unklar und damit auch leicht beängstigend und bei B. wohl so ein Beziehungsgedöhns.

Im Gegenzug ist die Exfreundin gerade sehr schreibfreudig und ausgeschlossen und plötzlich meldet sich auch noch A. aus der Vergangenheit.

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