Durch die Zeit

Tag: Arno Schmidt

Ferientag 1

Schon Anfang der Woche war klar, dass ich heute mit meinem Mann in die Sauna zu gehen zu habe. Worüber man nichts entscheiden kann, darüber muss man sich ergeben – Wittgenstein oder so.

Also Jugendlicher / junger Mann bin ich richtig gerne und richtg oft in die Sauna gegangen. Irgendwie war das auch immer ein ästhetisches Erlebnis, um nicht zu sagen, ein durchaus erotisch reizvolles, gab es doch immer Männer mit schönen Schwänzen und umgekehrt. Da war oft die Lust zum Zugreifen und die Anstregung der Vermeidung der eigenen (sichtbaren) Erektion. Aber scheinbar hat absolut keine Männergeneration nach meinem Geburtsjahrgang jemals mehr etwas von einer Sauna gehört, denn in den letzten Jahren vermute ich mich im Kreise (Arno Schmidt hätte, um auf das kommende vorzubreiten entweder K/Greise geschrieben, wobei das K und das G übereinander gestanden hätten) / Greise einer gerontopsychiatrischen Station. Altern ist jedenfalls in vieler (möglicherweise sogar in aller) Hinsicht defintiv nichts Schönes.

Gut gepeelt hat es sich am Nachmittag dann wunderbar geschlafen. Nehme es schon mal als Entschädigung für die kommende Nacht.

So langsam werde ich dann doch alt

Das hat aber auch etwas Gutes, wie ich gerade feststelle. Fast Gutes. Vor zwei Wochen einen Roman zu Ende gelesen, den ich so gut nicht fand. Geade eben entdeckt, dass ich ihn vor 20 Jahren schon mal gelesen habe – mit Begeisterung.

Noch ein paar Jahre – dann brauche ich mir wohl keine Bücher mehr zu kaufen und lese das Tausend, was im Regal steht, einfach nochmals.

Bis dato war ich echt stolz auf mich, dass ich nur wenige Sätze brauche um mich zu erinneren, ob oder ob nicht. Tja, da tauchen wohl erste, dicke Lücken auf.

Aber Proust und Joyce und Dostojewskij und Schiller und Schmidt und Jahnn und Gray und … nochmals so lesen zu können, als wäre es das erste Mal. Das hat definitiv was!

Scheinbar hat die Demenz auch gute Seiten.

Sprunghaft

Lese gerade das Tagebuch von 1954 von Alice Schmidt. Sie war die Ehefrau des Schriftstellers Arno Schmidt, den ich ja hochverehre. Und sie schildert darin u.a. eine Reise nach dem Flecken Ahlden und Berlin (der Link ist echt geil!!!!). Arno Schmidt hat daraus dann den wirklich tollen Roman „Das steinerne Herz“ gemacht (er sei jedem, der gute Literatur lesen will, auf das Wärmste empfohlen!). Und während ich das so lese, wie sie beide durch die Straßen laufe, erinnere ich mich so was von genau daran, wie ich vor ein paar Jahren mit dem Rad extra nach Ahlden gefahren bin, um mir das dort vor Ort anzuschauen.

Und dann muss ich an B. denken, der gerade mal 65 km davon entfernt lebt – und morgen wohl zum dritten Mal Vater wird.

Noch 29 Tage

Schön, wenn man weiß, was man sich zum Geburtstag wünscht. Das hier. Ich denke, wenn ich allen einen Tipp gebe, sich an meinen Mann zu wenden, der dann Geld einsammelt, dann wird es reichen.

So ein Tag halt

Es gibt einen kleinen Text von Arno Schmidt, den er selber auch mal vorgelesen hat, der beginnt mit: „Es gibt seltsame Tage“. Und es gibt eben Tage wie heute. Vermutlich werde ich mich morgen nur noch schwer erinneren können, was ich heute gemacht habe, obgleich ich wirklich nicht untätig war. Aber da war nix mit wirlicher Freude oder Intensität dabei. Job ist nach wie vor todlangweilig, die Spiegeleier zum Mittagessen sind jetzt auch nicht so die Spitze, Protokoll schreiben, etwas telefonieren, etwas planen, etwas schreiben … nix, was ich gestern nicht auch schon gemacht hätte und vorgestern und vorvorgestern und vorvorvorgestern und …

Vielleicht setzt ja nur etwas verfrüht ne Endjahresdepression ein, was ich ja ganz gern mal habe.

Muss mal gucken, was ich mir heute irgendwie noch Gutes tun kann.

Lesung

Seit drei Jahren darf ich ja einmal im Jahr ein Lesung veranstalten, d.h., C. und ich lesen vor. Bisher hatten wir Joyce, Proust und Schmidt (also deN Arno Schmidt). Der Veranstalter hat uns jetzt etwas unter Druck gesetzt, weil wir Mitten des Jahres immer noch mit keinem Vorschlag gekomen sind. Also wieder Not-Sitzung halbnackt auf dem Balkon und, siehe da, die Unispiration verfliegt nach wenigen Minuten und eine Stunde später haben wir ein 10-Jahres-Programm aufgestellt. Und für das mag ich C. so ungemein.

Wir lesen übrigens: Thomas Bernhard

Alles Gute, Arno!

Aufs Dorf ziehen. Doof sein. Rammeln. Maul halten. Kirche gehen. Wenn n großer Mann in der Nähe auftaucht, in n Stall verschwinden : dahin kommt er kaum nach!

Arno Schmidt: Tina

GA AS

Die Gesamtausgabe von Arno Schmidt kostet – in Leinen, Halbleder habe ich erst gar nicht nachgeschaut – schlappe 1.431,40 Euro. (Warum suche ich mir immer die teuersten Autoren aus?)

Da ich zwei Bände schon habe, verringert sich das notwendige Kapitel für die restlichen Bände auf 985,40 Euro – was sich nicht ganz soo schlimm anhört.

Da ist es!!! – Endlich!!!

2015-07-16 19.10.49-2

Das erste Gänseblümchen in unserem Balkonkasten! Ein schwere, eine sehr schwere Geburt (und dann noch unscharf)!

Beim ersten Versuch gab es nur Rasen und Pilze (!), bei zweiten Versuch Rasen und Löwenzahn. Schon wollte ich aufgeben, da meinte mein Mann: „Abwarten!“. Er hatte – ausnahmsweise – Recht oder einfach nur Glück. Jetzt wird das „Rasenmähen“ im Balkonkasten echt eine Herausforderung – aber der stelle ich mich gerne.

Wer wissen will, warum ich gerade so jubiliere, der kann wegen der Bedeutung hier klicken, das ‚Projekt‘ findet sich (sehr kurz) hier und besondere Auswüchse dann hier.

*angeb*-‚Bekanntschaften‘

Ich kannte (da schon tot) jemanden, die jemand kannte, der ein guter Freund von Theodor von Fontane war.

Ich kannte (da schon tot) jemanden, die Milena Jesenská kannte, die mit Franz Kafka liiert war.

Ich kenne jemanden (nun gut, einmal ein geinsames Frühstück), der Arno Schmidt kannte.

Ich kenne jemanden (seit heute, ein Abendessen immerhin), die Samuel Beckett kannte.

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