Durch die Zeit

Tag: Arsch

Nur all zu männlich

Auf dem Weg zur Arbeit. Der 30 Jahre jüngere Radfahrer überholt mich nicht nur, sondern braust auch davon. Nun gut, dass muss ich mir in diesem Alter einfach langsam gefallen lassen. Ca. zwei Kilometer später überhole ich ihn wieder – während er ganz gemütlich einer Radfahrerin hinterherfährt. Was so ein hübscher Arsch nicht alles bewirkt …

Nasser Arsch ade

Ich habe geklebt. Und nicht nur einmal. Und mit allem, was man so zum Kleben hat, aber nein, es half nichts. Mein superschmaler Fahrradsattel mit integrierter Hodenbelüftung und Ablaufschweißrinne, mit einem sich den Arschbacken anschmiegenden From (was die für anschmiegend halt so halten bei diesem schmalen Renndingern) hat ein Loch. Ein kleines. Eigentlich ein winziges. Aber es reicht, um nach zwei Kilometern immer einen nassen Fleck auf dem rechten Hosenboden zu haben. Und dass wird mit der Zeit immer unangenehmer.

Heute also einen neuen gekauft, schätzugnsweise 7,34 Millimeter noch schmaler, dafür 3,23 Millimeter länger, ohne Hodenbelüftung, dafür am Sack etwas ergonomischer geformt, zudem mit eine Weltneuheit der Arschbackenhaltung und sicherlich ein durch die Raumfahrt getestetes Material …

#285

heute04

Definitv für Grundeinkommen!

Monatliche Laberrunde, in die ich ja seit der neuen Supervisorin gerne gehe. In der Eingangsrunde eine Kleinigkeit erwähnt und eigentlich gar kein Interesse daran gehabt, es in der Runde zu besprechen. Und überhaupt, die Welt kann mich gerad mal kreutzweise, aber sowas von!

Die Supervisorin lässt aber nicht locker, will unbedingt wissen, wie ich mit der Situation umgehe, wie belastend es sei, wie ich das aushalte. Und weil das so eine Art Sondergebiet ist muss ich ein paar Fakten vorab aufzeigen. Die Gruppe ist plötzlich wie paralysiert: acht Augenpaar hängen an meinen Lippen und statt das in Kürze abzutun, weil ich der Welt gerade echt kein Wort gönnen will, werde ich eine Stunde lang mit Fragen und Nachragen und Überlegungen überschüttet – eine total überwältigende Aufmerksamkeit. Und erst mit Hilfe der Supervisorin dämmert mir langsam, dass aus all den Fragen, auch den kritischen, nicht nur Respekt und Achtung, sondern wirklichs Anerkennung für die Arbeit auf diesem Sondergebiet spricht. Und als wir zum ‚gemütlichen‘ weihnachtlichen Teil übergehen – bei alkoholfreiem (!) Sekt, drei Fischcremes, einem mehr als mißratenem Zwiebelkuchen und meinen Pizzaschnecken, die ruhig auch besser hätten sein können – sprechen mich zwei noch extra darauf an.

Die Gruppe findet meine Arbeit toll. Der Vorstand vom Verein lässt auch immer durchblicken, wie froh er sei, dass ich mitarbeiten würde. Der Projektleiter weiß ob des Lobes keine Worte mehr. Ein Abteilungsleiter stürmte heute in die Tür, um mit einem „Klasse gemacht die Seite, da sieht man, wer was kann“ sofort wieder rauszustürmen. Das Lehrling meines Mannes war ganz glücklich, als mit ihr ihre Bewerbung durch bin und das ein oder andere sagen konnte , und und und …

Das Doofe daran – und deswegen kann mich die Welt gerade kreutzweise, am und im Arsch lecken, aber sowas von: Diese ganzen Lobs und Anerkennungs und Respektes und Achtungs sind ja schön und gut – aber warum finde ich, wo ich anscheind so doof und unpraktisch dann doch nicht bin, keinen Job? Und warum haben dort, wo ich jetzt noch zwei Wochen arbeite, Typinnen und Typen , die mehr als sich das Schild „Ich-bin-wichtig-ach-was-sehr-wichtig“ umhängen nicht können, einen guten, wenn nicht gar richtig gut bezahlten Job? Ich kenne jetzt mindestens drei dort, die aufgrund ihrer totalen Unfähigkeit – „Äh können Sie mir mal sagen, wie ich das Internet wieder aufbekomme, dass ist plötzlich weg, das war aber noch nie so und gemacht habe ich auch nix“ so der Anruf in der Technikabteilung, als die werte Kollegin ihren Browser geschlossen hatte) – in der freien Wirtschaft nicht einen einzigen Monat überleben würden.

Und zu allem Überfluss hat mir heute Nacht mit meine Exfreundin noch so gekonnt einen runtergeholt, dass ich total abgegangen bin und das Sperma nur so klatschte. Aber: Ich hab dem ganzen total entfremdet zugeschaut und nichts gefühlt, nichts gespürt, nichts erlebt derweil. Selbst auf die seltenen erotischen Träume ist kein Verlaß mehr!

Verlegen

Vorhin mal kurz zum Entspannen aufs Bett gelegt.

Ein bisschen eingeschlafen.

Wenn ich jetzt die rechte Schulter hoch ziehe, zieht es quer den Rücken durch in der linken Arschbacke.

… und grüß mir die Sonne …

Nein, damit hätte ich dieses Jahr nicht mehr gerechnet, der Sonne meinen Arsch und meinen Schwanz zeigen zu können.

Na endlich

Mein Arsch – und sonstiges – hat endlich mal wieder die Sonne gesehen. Und die hat das auch gefreut.

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Anmerkung aus gegebenem Anlaß

Ja, ich bin ein politscher Mensch. Und ich lese täglich eine Papierzeitung. Und ich lese täglich in mehreren Onlinezeitungen. Und ich schaue Nachrichten. Und ich höre Nachrichten. Und ich diskutiere darüber. Und ich versuche eine eigene Meinung zu haben. Und ich kann auch mal deswegen laut werden. Und ich schaue auch mal was nach. Und ich recherchiere auch mal was nach. Und ich frage auch mal was nach.

Mein Mann und ich haben uns vorhin nach den 19-Uhr-Nachrichten nur noch angeschaut und gefragt, ob wir jetzt die Volldeppen sind und ob da manche Kräfte uns gegen unseren Willen in den Arsch ficken wollen.

Aber das hier, das Blog hier, ist meins. Das ist ein Teil von mir. Hin und wieder auch mal ein politsches Teilchen, aber eben nicht überwiegend. Mir ist wichtig zu sagen: Ich nehm‘ die Welt da darußen wahr, nur hier, hier ist sie kein Thema, das findet wo anderst statt.

Nachtrag zu: Die Maßnahme (33)

Den dort erwähnten „netten Arsch“ kenne ich schon seit zwei, drei Jahren, wie mir gerade überfallsmäßig einfällt. Im Winter, wenn ich dann Straßenbahn fahren musste, stand er nämlich immer auch am gleichen Bahnsteig. Und mich hat immer schon gewundert, wie jemand so hübsch, wenn nicht gar schön sein kann, aber zugleich so was von langweilig wirkt. Er ist mir auch nur deswegen aufgefallen, weil er heute Morgen wirklich meinte mir die Vorfahrt nehmen zu können – worauf ich mich ja nie einlasse – und er, wohl leicht in seiner Männlichkeit frustriert, einen halben Kilometer später beweisen musste, dass er (scheinbar) mehr in den Beinen hat – und mich überholte. OK, ich war sicherlich schon mal fitter, aber noch bin ich Herr meiner geistigen Kräfte und der Erfahrung. Also guckte er dann schon etwas blöd – und ich hab‘ das gesehen – als ich an ihm 400 Meter später locker vorbeizog, weil er so brav war und wegen eines hirnamputierten Autofahrers bremste, während ich links vorbei bin und dem Deppen in der Blechkiste noch ein herzliches „Arschloch“ in die Fensterschreibe brüllte. Patt-Situation dann an der Ampel, kurzer Blickkontakt – unklar, ob man grinsen sollte oder cool tun – und ich geb’s einfach zu: Ich hab dann genau den Moment gezögert, dass er vor mir in den Pedalen war. Also die anderen drei Standradfahrer überholt und ich schön eine etwas längere Strecke hinter ihm her, also mein Vorder- an seinem Hinterrad – und immer schön gedrängelt, mal gehustet und so, damit ihm klar war, dass er noch ’nen Zacken zulegen muss, wenn er die Blamage nicht erleben will, dass ich ihn wieder überhole. Und er hat sein bestes gegeben.

Beim Radfahren bin ich echt so was von hetero – überholen darf man mich nur, wenn ich das will (oder einsehen muss, dass ich gegen ein 3.000-Euro-Rennrad mit einem Typen drauf, der jede Woche 1.000 km fährt, keine Schnitte habe). Noch kriege ich jeden, der es wagt – und dieses ’noch‘ möchte ich bis zum nächsten Geburtstag aufrechterhalten. Dann, ja dann werde ich das ein oder andere einsehen müssen – und es wird schwer, richtig schwer werden.

 

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