Durch die Zeit

Tag: B.

WMDEDGT 10/18

Wie so gut wie jeden Monat mache ich bei Fau Brüllen mit.

3:00 – Ich in also nicht alleine um die Uhrzeit wach. Aber im Gegensatz zu X. greife ich nicht zu einem Buch, sondern spiele Walzmaschine, wobei ich irgendwann dann wohl doch wieder einschlafe.
8:00 – Das Tablet klingelt und mir dämmert, dass ich ja gar nicht zu Hause bin.
8:07 – Kindergeschrei. Das kann nur H. sein. Also doch auch mal aufstehen.
8:25 – am Tisch mit B., I. und der einjährigen H. Frühstück mit Kaffee und Brötchen, dazu Themen von Suizidalität, Angsterkrankung, Urlaubszielen, Kindererinnerungen … am Schluß sitzen B. und ich noch kurz vor dem Computer und hauen uns gegenseitig eins auf die Mütze.
11:30 – B. bringt mit zum 30 km entfernten Bahnhof, wo wir früh ankommen und weiter klönen kommen.
12:30 – Die Bahn machts hin und wieder doch möglich: Pünktliche Abfahrt – aber was will das schon bedeuten?
15:01 – Diesmal erstaunlich viel, ich komme sogar pünktlich wieder an. Im Zug beim Rausschauen und Nachdenken mir dann aufgefallen, dass ich meinen Vornamen in den letzten 24 Stunden so oft gehört habe, wie sonst in einem Monat wohl nicht. Liegt einfach daran, das B. und ich den gleichen haben und seine Frau ihn immer (!) mit Namen anspricht. Hat mich zwar auch immer hochschrecken lassen, aber aus ihrem Mund klingt er auch irgendwie richtig gut.
15:15 – Brot zwischen die Lippen, die Wahlbenachrichtigung ist für mich nun auch mal gekommen, Internet, etwas Seelenheil, Mails, Wäsche aufhängen, Bier in den Kühlschrank legen, Vorräte checken, Tee kochen, kurz telefonieren und jetzt die Überlegung: Noch was hinlegen oder nicht?
16:35 – Die Enscheidung ist für die Tageslektüre gefallen. Also schlage ich Seite 726 von „Über den Prozeß der Zivilisation“ von Norbert Elias auf.
16:45 – Mir fallen einfach die Augen zu, also doch ne Runde aufs Bett.
17:15 – Noch ein paar Seiten Elias und ein paar Seiten „Parzival“ von Eschenbach.
17:45 – Youtube gucken – was ist denn mit mir heute los?
18:30 – Doch mal Küche. Eigentlich hatte ich auf Youtube nurmal schnell gucken wollen, ob es noch Geheimtipps für Rösti gibt. Nein, gab es nicht.
19:15 – Niemand will anscheinend kommen, also mach ich mir einen selber.
19:15 – Es klingelt, E. stappft die Treppen hoch!
19:35 – Rösti mit Lachs, Meerrettich aus (2 x e, 2 x r, 2 x t) dem Glas und Salat.
20:00 – Nachrichten
20:15 – Wir suchen nach einem Film und verlieren uns in Diskussionen über Hilperts Hotel (also die Frage, ob, wenn man zwei Unendlichkeiten addierte, es zwei Unendlichkeiten sind oder doch nur eine) und über das Wesen von Primzahlen. (Habe ich schon mal erwähnt, dass, wenn E. und ich zusammen sind, schon mal was Ver-Rücktes passieren kann?).
21:10 – Mein Mann kommt nach Hause. Rösti will er nicht mehr, aber Salat.
21:30 – Die Frage, ob Primzahlen endlich sein können oder doch nicht schlägt jegliches TV-Program.
23:50 – Angesichts der letzten Nacht, angesichts der Nacht davor, angesichts der Nacht vor der Nacht davor, angesichts der Nacht vor der Nacht vor der Nacht davor, angesichts …. kurz: Ich versuch mal einfach pennen zu gehen.

Arschkarte, die

  • Im Job vier lange Stunden eigene Beschäftigungstherapie ohne Sinn, Verstand und Zukunft.
  • Termin bei Verein 2. Den letzten habe ich ja ausfallen lassen, weil ich keine Lust habe, Statist bzw. Claqueur zu sein. Aber mein schlechtes Gewissen treibt mich zu dem. Wieder nur Staffage. Jetzt bin ich am überlegen, gar nicht erst bis zur nächsten Mitgliederversammlung zu warten, sondern gleich die „Mitarbeit“ weitgehend einzustellen.
  • Vor Termin bei Verein 1. Allgemeine Begrüßung. B. kommt, ich begrüße sie freudig, versuche ein Gespräch mit ihr zu beginnen. Von ihr kommt nix. Ihr Mann und sie waren schon hier beim Essen, sie waren auf der letzten Fete … aber ich habe echt nicht das Gefühl, dass ich für sie irgendwie von Interesse bin.
  • Termin bei Verein 1. Der Vorstand, zu dem ich seit Jahren gehöre, muss ich von einem als „unfähig“ bezeichnen lassen. Als ich ihn zitiere, behauptet er, das hätte er „nie“ gesagt. Ich weiß, dass er der ewige Nörgler ist – aber es gibt einfach grenzen. Eine andere wirft mir vor, ihr das „nie“ gesagt zu haben, wobei ich es ihr in den vergangenen drei Wochen mindestens vier mal erklärt habe.

Fazit: Um ein paar Leute werde ich mich jetzt einfach nicht mehr bemühen. Auch wenn mir dann noch mehr an Kontakt fehlt, aber ich habe keine Lust den Grüß-August zu machen um die Eitelkeit der anderen zu schmeicheln.

Ansonsten bleibe ich ratlos.

Aufgeschoben, nur

Für morgen hat B. jetzt gerade leider abgesagt. Schade. Sehr schade. Denn er ist einer der ganz wenigen, der auch über eine gewisse Dauer / Länge ein erotisches Knistern beibehalten kann, ohne dass es langweilig wird oder gleich ‚im Äußersten‘ endet.

Er hat auch signalisiert, dass er demnächst gerne Lust auf Fotos hätte. Soll er haben. So wie immer. Gerne doch.

Ände/rung einer Ära

Es waren wohl an die 15 Jahre, dass ich morgens runter zum Briefkasten bin, um meine geliebte SZ zu holen. Denn was ist ein morgen ohne Zeitung? Früher gehörten dazu noch ne Tasse Kaffee und zwei Zigaretten – aber Zeiten ändern sich, jetzt wird die Lektüre von einem Becher Tee begleitet. Nun aber, wenn es die Temperaturen zu lassen, komplikationslos ohne Hosen, denn seit zwei Tagen lese ich sie digital.

In der alten Wohnung habe ich mich zuletzt öfters mal ärgern müssen, dass sie einfach zu spät kam. Und als B. mir zeigte, wie einfach das auf so einem Tablet dann sein kann … und ich jetzt ja auch eins habe … und etwas sparen muss, da ich ja auch noch Netflix habe … und Rohstoffe ja wichtig sind … und ich immer fauler werde, Altpapier wegzubringen …

Und wie mir scheinen will, verändert sich das Leseverhalten etwas und – da ich sie ja jetzt überall dabei habe – lese auf alle Fälle mehr, interessanterweise viel aus dem Wirtschaftsteil, der sonst nicht gerade so im Zentrum stand.

Schaden tut das alles nicht.

Von vor 10 Jahren

happy birthday b.!

Kategorie: diverso

11/07/2007 08:50:00 AM

heute hat b. geburtstag, der einzige mensch, den ich persönlich kenne, der auch meinen vornamen trägt. ich bezeichne ihn immer als einen großcousin von mir (was es aber wohl gar nicht gibt). jedenfalls ist er der sohn eine cousine meiner mutter (oder so).

bisher haben wir uns nur dreimal gesehen, einmal als wir noch kinder waren und dann in den letzten jahren einmal bei ihm in s. und dann bei mir in k.

als er kurz nach dem tod meines vaters telefonisch kontakt mit mir aufnahm, war das extrem komisch. ich hatte irgendwie nicht mehr mit seinem anruf gerechnet.

ich meldete mich mit „b.“ und er ebenfalls mit „b.“. worauf ich hin „ja“ sagte und er nochmals „b.“ da fühlte ich mich dann doch schon leicht verarscht und meinte: „ja, so heiße ich“. darauf lachte er und meinte: „ich ja auch“.

lag dann auf dem bett und telefonierten ewig. er und christian brückner sind die menschen, dir mir auch eine telefonbuch vorlesen können und ich wäre sowas von gespannt und aufmerksam.

herzlichen glückwunsch b., und komm endlich mal wieder rüber!

Genossen!

Heute Vorstellungsgespräch bei der Wohnbaugenossenschaft. Der ehrenamtliche Vorstand wird seiner Aufgabe gerecht und fühlt den potentiellen neuen Mietern und daher auch Genossen mal kräftig auf den Zahn. Der Vorsitzende macht eins auf joval und locker, der zweite ist für das Praktisches zuständig und der dritte ist da, weil ein Zweier-Vorstand bei zwei Bewerbern blöd aussieht. Die eine von zwei Fragen, auf die wir uns vorbereitet haben kommt gleich zu Beginn: Woher kennen wir denn diese wirklich kleine Wohnbaugenossenschaft? Ich erzähle von der Ex-Kollegin B., die damals … und von Freunden, die letzte Monat … . Das von beiden Seiten bemühte aber überaus freundliche Gespräch dauert eine viertel Stunde, wir dürfen schon mal die Farbe des Bodenbelags aussuchen und kund tun, dass der Durchbruch zu gemacht werden soll und wir auf eine zusätzliche Tür für das gefangene Zimmer verzichten können – dann bittet man uns, im Nebenraum zu warten. Wenigen Minuten später: Wir bekommen die Wohnung und zwar zu unserem Wunschtermin 1.1. (weil wir sonst zwei Doppelmieten hätten zahlen müssen).

Auf dem Weg zurück kaufen wir noch im Supermarkt Bier (alkoholfrei – man kann auch ohne Alkohol feiern! (wenn man genug Wein zu Hause hat)) und treffen, klar, die B. (von oben), die wir seit gut sieben Monaten nicht mehr gesehen haben.

„I will survive“

Ich müsste einen neues Blog aufmachen, ich müsste mindestens ein Jahr Dinge posten, damit man den Witz kapiert.

Heute große Geburtstagsfeier von Verein 1. Tolle Location, Büffet war halt Büffet, Stimmung trotz Verabschiedung der langjährigen, guten und beliebten Geschäftsführerin entspannt und locker. Und irgendwann kam eben das hier:

Ich saß an einem Tisch mit ein paar anderen Leuten, beugte mich dann zu B. hinüber und meinte: „Ist schon mutig, dass bei ‚unserer‘ Geburtstagsfeier‘ zu spielen“ – woraufhin B. erst stutzte und dann fast das Weinglas hat fallen lassen vor Lachen.

Ja, sorry, das ist ein Insider, ein totaler, und ich vermute, die zwei, die das hier kapieren könnten, kapieren es auch nicht so richtig, aber mir ist es wichtig, das festzuhalten, denn wenn ich die Aufgabe von Verein 1 in einem Song zusammenfassen müsste, dann der hier. Denn genau das versuchen wir zu vermitteln.

Zudem: Ich kenne keine schwule Fete, auf der dieser Song nicht lief. Und es ist im Grunde der einzige Song, der mich auch fast immer auf die Tanzfläche jagt(e) (und das will bei mir was heißen, denn ein Song, der mich noch öfters auf die Tanzfläche gejagt hat, gibt es nicht). Bei ARTE lief vor wenigen Wochen eine richtig gute und auch für Heten sehenswerte zweiteilige Dokumentation über schwule Hymnen, die man HIER nachgucken kann.

 

Sprunghaft

Lese gerade das Tagebuch von 1954 von Alice Schmidt. Sie war die Ehefrau des Schriftstellers Arno Schmidt, den ich ja hochverehre. Und sie schildert darin u.a. eine Reise nach dem Flecken Ahlden und Berlin (der Link ist echt geil!!!!). Arno Schmidt hat daraus dann den wirklich tollen Roman „Das steinerne Herz“ gemacht (er sei jedem, der gute Literatur lesen will, auf das Wärmste empfohlen!). Und während ich das so lese, wie sie beide durch die Straßen laufe, erinnere ich mich so was von genau daran, wie ich vor ein paar Jahren mit dem Rad extra nach Ahlden gefahren bin, um mir das dort vor Ort anzuschauen.

Und dann muss ich an B. denken, der gerade mal 65 km davon entfernt lebt – und morgen wohl zum dritten Mal Vater wird.

Nicht mehr alleine

Die, die mich etwas näher kennen, wissen, dass ich bis vor drei Jahren einen unglaublichen Aufwand mit meine Unterwäsche getrieben habe (Siehe auch hier, Punkt drei). Beste Stoffe, exquisite Marken, nur das Beste vom Besten und natürlich alles irre teuer. Gott sei Dank war ich nie so blöd und habe mir ausgerechnet, was so mancher Quadratzentimeter denn umgerechnet gekostet hat, schließlich sind an manchen (dreieckigen) Dingern ja nicht wirklich viel dran.

Mit dieser Leidenschaft stand ich wirklich alleine auf der Welt. Stand! Denn jetzt habe ich immerhin einen gefunden (B.), der genauso begeistert über ein bestimmtes Teil sein kann wie ich.

Zwischen Aperol und Grappa

Die Schwester auf Besuch. Muttern gibt ihr Geld mit für ein Abendessen. Also heute beim wirklich guten Italiener.

An einem der Nachbartische zwei Männer. Ich würde sie älter als mich schätzen, daher dürften sie gerade so mein Alter haben. Der eine sitzt ähnlich verknotet am Tisch wie ich es auch gerne tue und hört dem anderen zu. Sein Gegenüber ist am Reden, als würde er Geld dafür bekommen. Mich erinnert die Szene dann sehr an P. und mich. Von der Intensität die uns verbindet, sieht der Betrachter also nichts.

Etwas später nimmt Großvater und Enkel am Nachbartisch Platz. Ein Blick reicht und ich bin in den ca. 10-jährigen Enkel verliebt, da er mich an B. erinnert, den ‚kleinen‘ Bruder meiner Patentochter. Und er ist wie B. Mit ausgesuchter Höflichkeit fragt er beim Großvater nach, ob er die Pizza „mit den Händen“ essen darf (er darf selbstverständlich) und beginnt eine Anti-Liebesgeschichte aus der Schule zu erzählen, so dass Großvater und ich danach in lautes Lachen ausbrechen. Mir ist das im ersten Moment peinlich, aber danach weicht weder er noch ich den gemeinsamen Blicken aus und ich hab‘ das Gefühl: Ist OK.

Zwei Tische weiter ein Freundinnen-Pärchen. Die eine kennt über geschätzt 17 Ecken meinen Mann und tut aber so, als ob sie dicke Freunde wären und nur durch das Unbill des Schicksals nicht am selben Tisch sitzen würden (was mich veranlasst hätte, spontan unwohl zu sein). Jedenfalls kommentiert sie übergriff was wir und was sie auf dem Teller bzw. in den Gläsern haben.

Die türkische Servicekraft (ein exellenter Meister seines Faches) macht wie immer eins auf italienisch und nennt mich permanent „Dottore“. Keine Ahnung warum erst heute, aber jetzt ist er eben der „Professore“. Ehre, wem Ehre gebührt.

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