Durch die Zeit

Tag: Blut

Blut ist ein ganz besonder Saft

Und der von uns Schwulen ganz besonders. Denn unser Blut darf nur dann abgezapft werden, wenn wir ein Jahr (!) enthaltsam sind. Denn nur dann ist es gut. Nach elf Monaten ist es eben noch bäh und morgen ist es einfach nur igittigitt! Unser Blut muss, im Gegensatz zu allen Heten, die ohne Kondome in der Gegend rumficken, reifen. Das der Heten ist an sich und von sich aus rein und gut und sauber und lebenserhaltend. Mein Blut ist mit Stand jetzt unrein, schlecht, verunreinigt und tötend.

Mag mir jemand mal erklären, wie weltfremd die Bundesärtzekammer ist? Wie verblendet muss man denn sein, um so eine Forderung in aller Öffentlichkeit stellen zu können? In welcher Wirklichkeit leben die denn? Das ist doch Gedankengut, was um 1890 schon seit 300 Jahren veraltet war.

Ehe für alle – aber bitte dann doch nur Hetenblut!

Edelmetall: Hilf!

Nüchtern zur Blutabnahme. Der Arzt hat das große Programm verordnet. Am Schluss liegen sieben Ampullen Blut in der Schale. Ich will wissen wie viel das ist. Gut 55 Milliliter ist die Antwort und ich will mir schon etwas darauf einbilden, da meint die Arzthelferin: „Eine Frau verliert, wenn sie die Tage hat, das Fünfache – und wenn sie Pech hat, fünf Tage lang“.

Also jammer ich noch kurz über meinen Abszess, da fragt sie, ob sie ihn sich mal anschauen dürfe. Also lasse ich die Hosen runter. Sie findet die Medikation des Arztes jetzt nicht so prickelnd, guckt in ihren Schränken und kommt dann mit Silber (!) und versorgt die Stelle, die etwas ungeschickt genau auf Gürtelhöhe liegt. Für das Wochenende packt sie mir ausreichend Silber und Verbandsmaterial ein – wenn am Montag nicht wirklich besser, dann geht es unter’s Messer.

Wenn er meint

Nein, was das Juckende da sein könne, weiß der Arzt auch nicht. Aber weil ich ja gerade vor ihm sitze macht er gleich mal ne Welle und jetzt bin ich mindestens (!!!) einen halben (!!!) Liter (!!!) Blut los zudem ist  für kommende Woche ein Gernalcheck angesagt und sobald ich das Impfbuch finde, wird er wohl auch da noch nachlegen.

Blöd – blöder – ich

Beim Rasieren mir in die Nase (!) geschnitten. Was für eine Sauerei. Über eine Stunde auf dem Sofa liegen müssen, bis die Blutung gestillt war. Ich sollte wohl mal meinen Blutgerinnungswert ermitteln lassen.

Mal so ein bisschen am Kotzen!

Die Umfrage, siehe letzte beiden Blog-Beiträge, wurde schon geändert. Ich darf nun also mitmachen. Was die Umfrage soll … ersichtlich wird es nicht.

Am Ende, was ich ja gut finde, Antworten auf die „wichtigsten“ Fragen. Und was darf ich da u.a. lesen zu der Frage, wer Blut spenden darf:

Nicht möglich ist eine Blutspende zudem bei Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern (z.B. männliche und weibliche Prostituierte), bei Gefängnisinsassen sowie bei Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigen.

Dass alle Schwule ebenso ausgeschlossen sind, wird nicht erwähnt, denn zu einer der genannten Gruppen gehört man ja anscheinend eh.

Immerhin

Auf meine böse Mail von gestern Nacht an die Heinrich-Heine-Uni gab es umgehend eine Antwort:

Wir bedauern sehr, dass unsere Frage nach medizinischen Gründen, die eine mögliche Blutspende verhindern, dieses Mißverständnis zuliess.

Natürlich ging und geht es uns dabei anders als von Ihnen befürchtet mitnichten um die sexuelle Orientierung der Umfrageteilnehmer; danach hatten wir deshalb ja auch gar nicht gefragt (und die von Ihnen geschilderte Schlussfolgerung ist auch nicht die unsere). Es scheint jedoch so zu sein, dass manche Blutspendeveranstalter danach fragen und dies zum Anlass nehmen, homosexuelle Teilnehmer von der Blutspende auszuschliessen. Das ist natürlich eine sehr fragwürdige und zu Recht kritisierte Praxis. Diese war uns jedoch gar nicht bekannt, und natürlich identifizieren wir uns mit dieser Praxis keineswegs. Wir haben deshalb die Umfrage entsprechend geändert, so dass dieses zuvor mögliche Mißverständnis jetzt nicht mehr auftreten kann. Für die dennoch entstandenen Irritationen möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen; Sie waren überhaupt nicht beabsichtigt.

Ihnen danke ich noch einmal herzlich für Ihr Feedback, durch das wir auf dieses Problem aufmerksam wurden.

Wer belogen werden will, der soll es auch

Heute kam untenstehende Mail: Ich war so frei und hab auf den Link geklickt. Und dann war ich sofort daraußen, nur weil ich angegeben habe, dass ich bei einer Blutspende schon mal abgelehnt worden bin. Begründung: schwul, geht gar nicht, da schwul = Aids. Und das übernimmt die Heinrich-Hein-Universität Düsseldorf ohne jede Hinterfragung. Und das ist freie Wissenschaft? Meine Bitte. Nehmt teil, seid alle hetero, 25, weiblich und nur die Bestwerte. Wenn eine Umfrage so billig in die Welt gesetzt wird, dann hat sie nur billige Antworten verdient.

Sie haben bei einer unserer früheren Studien angegeben, dass Sie Interesse an der Teilnahme an weiteren wissenschaftlichen Studien der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben. Wir möchten Sie deshalb heute herzlich zu einer Kurzumfrage einladen, mit deren Hilfe wir etwas über Ihre Haltung zum Thema Blutspende in Erfahrung bringen möchten. Für die Teilnahme an dieser Umfrage ist es unwichtig, ob Sie schon einmal Blut gespendet haben.

Die Befragung dauert höchstens 10 Minuten. Wir garantieren Ihnen, dass Ihre Daten vertraulich behandelt und lediglich in anonymisierter Form für die wissenschaftliche Forschung verwendet werden.

Wenn Sie an der Umfrage teilnehmen wollen, klicken Sie bitte einfach auf den folgenden Link:

http://www.unipark.de/uc/Blutspende/

Aus der Reihe: Wie blöd kann man sein?

Folge 124:

Beim Aufdrehen des Kapselsverschluss der Weinflasche an einem kleine überstehenden Teil die Fingerkuppe des linken Zeigefingers aber sowas von aufgeschnitten.

Man könne auch titeln: Wenn die Sucht sich in Blut wandelt.