Durch die Zeit

Tag: Brot

WMDEDGT 11/18

Wie so gut wie jeden Monat mache ich bei Fau Brüllen mit.

5:59 – zuverlässig: Wecker.
6:09 – Aus dem Bad zurück, irgendwo habe ich Zeit liegen lassen.
6:18 – Mit dem Schmierenvon Broten fertig. Irgendwo habe ich noch mehr Zeit liegen lassen.
6:29 – Linie 52 kommt – mal wieder – nicht, obwohl ich lieber mit dem Bus fahre. Also um
6:30 – mit der Linie 7.
6:45 – Braves Einstempeln, Kollege M. kommt später als ich – Premiere für uns.
6:58 – Tee ist gekocht, Zimmertür ist zu, Raum und Zeit zur ausführlichen Zeitungslektüre
7:48 – Ich bearbeite einen Vorgang – es wird auch der einzige bleiben. Den Rest der Zeit lese ich die Benn-Biographie von Holger Hof fertig.
11:11 – Wieder auf der Straßenbahn.
11:30 – Wieder vor dem Rechner, diesmal meiner, Bücher runterladen.
12:15 – Es gibt Rührei und Brot
12:45 – Ein kleines Nickerchen, 5,5 Stunden Schlaf in der Nacht sind halt doch etwas wenig
13:45 – Tageslektüre 1: Gustav Schwab: Sagen des klassischen Altertums: Tageslektüre 2: Gottfried von Straßburg: Parzival. Davor, danach, dazwischen etwas Mail, etwas Bilder, etwas dies und das.
16:00 – Salat kaufen zur Gulaschsuppe, die wir gestern mitbekommen haben.
16:15 – Zwei Kapitel für das Musil-Projekt gelesen und geschrieben.
17:00 – Dies & das
17:41 – Linie 52 kommt – aber es ist ja auch die andere Richtung.
18:00 – Monatliche Laberrunde, heute Pädophilie – ich hab‘ erstaunlich viel zu sagen.
19:32 – Gerade noch die 4 bekommen
19:48 – Warten, dass die Suppe heiß wird.
20:00 – Suppe und Nachrichten
20:20 – Tatort von gestern
22:15 – Brote schmieren, damit mir nicht wie gestern wieder die Zeit am Morgen wegläuft
22:45 – schon im Bett. Aber mit Lektüre. Belletristik.

Uns geht es gut!

Da ich heute erst vom Bio-Hof gekommen bin und mein Mann gestern und heute viel um die Ohren hatte, war auswärtiges Abendessen geplant. Da ich heute aber vom Bio-Hof Brot und Käse mitgebracht habe, haben wir uns umentschlossen und mal alle Brote und allen Käse auf dem Tisch gepackt. Das Ergebnis:

  • 4 verschiedene Brote (wenn man die Pumpernickeltaler dazurechnet, sind es 5 Sorten)
  • 9 verschiedene Käsesorten

Üblicherweise habe wir eine Sorte Brot und zwar die, die mein Mann backt. Aber von einer Freundin gab es mein Lieblingsbrot und vom Bio-Hof ‚musste‘ ich auch zwei mitnehmen.

Üblicherweise haben wir so zwei, drei Käsesorten im Kühlschrank, aber da wir Sonntag vor dem Theater A. & Z. noch etwas zum Sekt anbieten wollten, hatte ich Käse gekauft und vergessen, dass wir wenige Tage zuvor schonmal … und vom Bio-Hof ‚musste‘ ich …

WSMDEGT 10/16

Wie schon auch letzten Monat fragt Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag.

00:45 – Doch noch eine Mail an U., der ich wohl etwas hart über den Mund fuhr, als sie schon wieder mit ihrem Thema begann, was im Grunde schon seit zwei Jahren geklärt ist. Aber die Nerven lagen da schon blank.
01:30 – Doch mal ins Bett.
06:48 – Beim Aufwachen das Gefühl, es könnte Schnee liegen. Es regnet aber ’nur‘.
06:51 – Das Bad ist kalt:
06:59 – Warum steh‘  ich eigentlich nicht auf frisches Brot, wie all die anderen?
07:18 – Immerhin heute mal pünktlich an der Straßenbahn.
07:36 – Arbeitstrott – es gibt sogar etwas zu tun.
09:35 – Die Sekretärin will wissen, warum ich so „voll Scheiße“ aussehe. Ich spare mir die Erklärung.
09:37 – Die Sekretärin bittet mich in der Personalabteilung anzurufen, ich hätte mich vergessen einzustempeln.
09:39 – Mein Mann ruft an und sagt nur: „Ham wa“.
10:30 – Es ist definitiv – fertig wird heute nix, weil dauernd …
10:55 – Straßenbahn schon zurück, denn …
11:17 – …soll T. mit dem Zug ankommen.
11:33 – rollt dann der Zug mit „5 Minuten Verspätung“ ein.
11:50 – Reden, Tee trinken, Pfannekuchen machen, Pilze machen
12:15 – Kommunikatives Mittagessen
12:50 – Rückzug hinter den Computer. Eine ‚Kategorie‘ ist eine ‚Kategorie‘ die eine ‚Seite‘ ist – bei ihr. Bei WordPress gelingen ihr Sachen, die ich noch nie gesehen habe – keiner kann sie aber (er)klären. Leise Zweifel, ob sie überhaupt etwas von mir lernt.
15:50 – Zeit für ein Spaziergang, doch vorher kurz Zugzeiten checken. Der, mit dem sie fahren wollte fällt aus, entweder jetzt oder erst in drei Stunden mit unsicherer Prognose. Da die Kinder ‚warten‘ …
16:27 – Wir holen ein paar wenige Küsse nach … und jede/r denkt vermutlich so ihren / seinen Teil. Die Gemengenlage ist aber auch etwas appart.
16:37 – Der Zug ist auf die Minute püntklich und weitgehend leer.
16:45 – Kurz auf der Post. Päckchen holen. Nächste Whiskey-Lieferung die mir –  wie sollte es anders heute sein – T. geschenkt hat.
16:55 – Kurz Mails etc. checken
17:10 – Tageslektüre: 3 Seiten „Die besten deutschen Gedichte“ und 10 Seiten Jürgen Neffe: „Marx, der Unvollendete“.
18:00 – Auf die Minute Abendessen, mein Mann muss noch weg, ich später ja auch. Bis dahin schimmel ich echt ne Runde ab.
19:39 – Wieder auf der Straßenbahn
19:55 – Längere Übergabe, da ich I. lange nicht gesehen habe und wir uns, obwohl wir uns kaum kennen, sehr, sehr mögen.
20:10 – Scheint ruhig zu beginnen. Aber das schien dann nur so.
23:00 – Die Ablöse ist pünktlich. Und da G. gestern auch dabei war, will sie mir gestehen, wie schrecklich sie den Abend fand. Wir kommen in einen kleinen, für mich überraschend gleichmeinenden, Austausch und entwicklen zwei Ideen, von der die eine ich wohl morgen gleich auf den Weg bringen werde. Daher erst …
23:35 – … zu Hause. Mein Mann ist überraschend noch wach, eins kann ich noch loswerden.
23:55 – Wein und TV – ich werd‘ sicher noch eine Stunde brauchen – aber der Ersatzsohn T. kommt morgen sicher nicht vor, da reicht es dann mal für einen Mittagsschlaf.

 

Fremdkochen

Es war von H. und R. eher eine Notidee, mich und meinen Mann zu fragen, ob wir heute für sie und die vier Gäste kochen könnten. Sie hätten sich sonst das Hauptgericht liefern lassen müssen und dann eben noch irgendwie eine Salat beigesteuert. Aufgrund der Wohnsituation mussten sie uns dann eben auch noch an den Tisch bitten, auch wenn ich von H. weiß, dass mehr als sechs Gäste sie aus kommunikativer Sicht doof finden (was ich meist verstehen kann).

Ausgemacht war, wir kochen, sie zahlen die Einkäufe und legen das drauf, was sie meinen. Aber um das ging es auch nicht, denn würde man wirklich für Geld fremdkochend, dann wird die Klientel extrem klein. Wer zahlt denn schon den Mindestlohn für einen Koch, der für ein viergängiges Abendessen schon mal an die zehn Stunden braucht.

Das Amuse Geul haben wir als Weihnachtsgeschenk beigesteuert (Taubenterrine mit einer Cranberrymarmelade) und für so halt zwei Brote mit Salzbutter (Maldonsalz – da lass ich mich nicht lumpen *lach*). Dann gab es Feldsalat mit Orangendressing, Pastinakensuppe mit Ouzo und Roter Beete, Lammgulasch mit Rosenkohl und Serviertenknödel und schließlich Gelato al Café mit nem Orangenplätzchen.

Zugegeben, wir haben schon gestern damit angefangen, heute habe ich alleine sechs Mal den Feldsalat gewaschen … also es war schon Aufwand ohne jede Frage, aber auch deswegen, weil ich weiß, dass die Küche bei H. extrem klein und extrem schlecht ausgerüstet ist, so dass wir im Grunde alles vorbereitet hatten und nur noch Kleinigkeiten dort machen mussten. Alles andere war in zwei großen Taschen und einem Rucksack verstaut. Das fing beim Schneidebrett an, ging über die Messer bis hin zu den Handschuhen und endete in der kleinen Box mit den Keksen.

Das schönste Kompliment war dann, dass wir es so vollkommen unhektisch gemacht haben, so im Nebenbei eben, dass den Leuten bspw. dann erst am Schluss irgendwie aufgefallen ist, dass sie das Meiste vom selben Teller gegessen hatten, den wir halt zwischen den Gängen abgespült haben. Das hat mich / uns echt gefreut – denn ich habe schon immer den ’stillen Service‘ bewundert.

Ganz klar: Finanziell lohnt sich das definitiv nicht, das ist eine reine Freundschaftssache. Und klar ist: Für jede/n mache/n ich/wir das definitiv nicht. Aber R. hat schon mal für Ostern angefragt … und der hat ne richtig schöne Küche.

 

Überfluss

Eine Freundin, die heute zum Essen da war, arbeitet bei der „Tafel“. So sehr ich mich auch für sie freue, dass sie da einen für sie adäquaten Job gefunden habe, finde ich die Tatsache, dass es in einem Erst-Welt-Land soetwas wie die „Tafel“ gibt, zutiefst beschämend.

Ich frage sie immer, was dort gerade Sache ist, wie sie bspw. mit den Flüchtlingen umgehen, was ja in anderen Städten zu enormen Problemen geführt hat.

Heute erzählte sie, dass sie derzeit Brot im kompletten Überfluss haben. Vorallem ein Discoaunter würde backen wie doof und täglich kistenweise Brot abholen lassen – und zwar soviel, dass die Tafel hier es gar nicht verteilen könnte. Bei der 14-tägige Zuteilung sei man eh schon extrem großzügig was Brot  und Gebäck anginge – aber es sei einfach zu viel. Man stellt schon Überlegungen an, täglich das Brot an die zu verteilen, die dann einfach kommen.

Was ist das für eine Wirtschaft, die sich einfach mal erlauben kann Brot weit über Bedarf zu produzieren? Was ist das für eine Wirtschaft, dass selbst Hilfsorganisationen dem Überfluss nicht mehr Herr werden? Was ist das für eine Wirtschaft, das die „Tafel“ hier glücklich ist, dass das überflüssige Brot wenigstens dann noch an Tiere verfüttert werden kann und nicht auf dem Abfall landet?

Und im Gespräch kam dann zudem noch heraus, dass der hier ansässige ultimative Öko-Gut-Mensch-Bäcker sein überflüssiges Brot ebenfalls der „Tafel“ zur Verfügung stellt. Ich war darob etwas verwundert, denn die Preise sind von denen extrem gesalzen (im Kopf habe ich nur das ’normale‘ Brötchen von denen für 55 Cent, das Rosinenbrötchen liegt dann aber schon über einem Euro und für 500 gr. Brot braucht man Minimum ein 5-Euro-Schein).

Ich muss der Freundin einfach ab jetzt nur noch Bescheid geben, ob ich ein Biot-Gut-Mensch-Brot haben will – das dunkle aber nur – und ich bekomme eins, wenn was übrig ist. Als ich dann fragend schaute, kam von ihr: „Es ist immer davon etwas übrig!“

Und in diesem Fall denke ich: Da geht Mensch vor Tier.

 

Endlichkeit

Ab morgen also wieder. Hemd und Jackett. Aber keine Krawatte! Bis auf drei habe ich alle weggegeben und ne schwarze für Beerdigungen muss ich mir noch kaufen – ansonsten bleibt der Hals frei.

Irgendwie schön, wieder etwas in Lohn und Brot zu stehen, etwas zu tun, in Kontakt mit anderen zu sein, abends stöhnen zu können, was für ein anstrengender Tag das war, schimpfen zu können, was es für doofe Menschen es doch gibt.

Aber derzeit habe ich soviele Leseprojekte im Kopf. „Mann ohne Eigenschaften“ von Musil muss ich unbedingt mir nochmal reinziehen. Höre es gerade als Hörspiel und bin fasziniert von dem Gedankengut. Parallel derzeit ja Dante und die Bibel. Proust könnte auch mal ne Auffrischung brauchen, durch Shakespeare bin ich auch noch nicht komplett durch (chronologisch wäre da meine Idee), im Hinterkopf schwebt noch der Koran rum (aber nur wenn es einen Kommentar dazu gibt!) Und den „Don Quichote“, der muss auch nochmal sein.

Und manchmal denke ich, wie muss das sein, wenn man merkt, dass die Zeit nicht mehr reichen wird?

Nivea ist nicht Niveau

Bei den Nachbarn obens zum Abendessen. Mag die beiden. Aber es ist dann doch eine verdammt anstrengende Gradwanderung a) ehrlich zu bleiben und b) niemanden zu beleidigen. Denn, so leid es mir tut, aber kochen können sie halt einfach nicht, auch nicht in Ansätzen, auch wenn sie sich heute echt bemüht haben. Die Spaghetti – er: „Oh, die sind ja heute so al dente, wie sie sein müssen“ – tendierten zur Konsistenzart Matsch, die angeblichen „Bruscetta“ waren eine Vergewaltigung von Brot und Paprika und – aber das ist jetzt ne persönliche Sache: Erdnusskekse als Beilage zu Vanilleeis gehen einfach gar nicht, weil Erdnusskekse an sich nicht gehen.

Ich find es echt toll, dass sie sich wirklich Mühe gegeben haben – aber wenn es dann echt nicht schmeckt? Ich hatte wenigstens mit meinem Hexenschuss und der heftigen Tablette dann ein Art Ausrede, dass es mir nicht so gut geht, ich keinen Appetit habe usw. – echt, ist schon doof, wenn man kochmäßig ein gewisses Niveau hat und daran gewöhnt ist.

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