Durch die Zeit

Tag: C.

Hose runter

Über den Blog hier bin ich vor mehreren Tagen mit mit einen Mann in Kontakt gekommen, der mal so überhaupt kein Problem hat über (seine) Sexualität offen zu reden / schreiben. Ist für mich gerade nicht nur interessant sondern sogar hilfreich, weil er Bereiche der Sexualität auslebt, von denen die meisten schon mal was gehört / gelesen haben, aber es dann als „nicht mein Ding“ betrachten. So wie er es lebt / gelebt hat ist sicher auch nicht mein Ding, aber neben meiner Neugierde, warum jemand das macht und wie genau und wo genau und wann genau und mit welcher Einstellung und unter welchen Bedingungen, zeigt unsere Unterhaltung eben auch auf, dass ich da auch so Seiten habe, die ich so genau noch nie angeschaut habe. Ideen, woher das kommt, habe ich. Ein weiteres Thema für die Reha zum Überdenken – Zeit werde ich da ja haben.

o.o.o.

Wer heute nacht zugehört hätte, hätte sich gefragt, ob ein Mann meines Alters wirklich soviele Orgasmen haben kann. Und das über Stunden. Aber es waren keine Orgasmen, es war Schmerzstöhnen. So schön und gut die Wanderung gestern war, für den Rücken war es genau das Falsche – das Ziehen der letzten Tage hat sich nun in einen veritablen Hexenschuss gewandelt.

Also bin ich nach dem Aufstehen auf die Wärmflasche aufs Sofa – und eingepennt. Zum Mittag war ich dann eine halbe Stunde auf die Beinen, bis ich mich um 1 wieder hingelegt habe, vom Mann liebevoll-martialisch eingecremt. Und wäre C. um 4 nicht gekommen, ich würde immer noch schlafen.

Wie ich es morgen aufs Rad schaffe, ist noch eine offene Frage, krank melden geht gerade schlecht, weil ich die halbe Abteilung vertreten soll.

WMDEDGT 4/20

7:15 klingelt der Wecker – 7:50 in Ermangelung eines Autos doch notmäßig im Bus – 8:10 nachdem ich mir einen Kaffee gemacht habe, höre ich zu bis 12:00 – heimwärts zu Fuß durch die Sonne – 12:45 mein Mann ist so nett und macht uns ein paar Spaghetti mit Öl und Käse – 13:30 liege ich wieder im Bett und nacke im Glück – 14:45 doch wieder auf, ich okkupiere den Sonnenplatz an der eine Balkontür und entblättere mich Stück für Sück – 15:45 – werfe ich einen Blick in die spiegelnde Tür, vollkommen klar, warum C. mich zur ‚älteren Generation‘ zählt und ich dachte, ich würde eine Altersschönheit werden – 16:00 kurz in die Küche, abends soll es Rouladen geben – 16:30 hinter dem Rechner, dies und das und 1,5 Folgen „Elite“ – 18:00 wieder Küche, als J. klingelt habe ich immerhin schon mal ein T-Shirt an – 18:40 Rouladen mit Soße mit Kohlröschen mit Kartoffel-Sellerie-Stampf, danach ist ein Grappa notwendig – bis 20:00 lebhafte Gespräche, dann Nachrichten und die Ernüchterung, dass so schlimm es in Deutschland es auch immer sein mag, wir keine Ahnung haben, was Großbritannien, den USA oder Spanien abgeht – 20:15 ruft überraschend P. an obwohl er weiß, dass … doch er weiß es, ich verpasse nur die Titelmeldoie

eins – zwei – drei

  • Als der Wecker um 7:15 klingelt ist mein erster Gedanke: „Selber daran Schuld, wenn Du Deinen Wecker am Sonntag nicht abstellen kannst!“
  • Als der Wecker um 7:15 klingelt ist mein zweiter Gedanke: „Scheiße, Du musst aufstehen, Du hast gleich Dienst!“
  • Am Nachmittag, ich sitze nackt in der Balkontür in der Sonne, ruft C. an. Er wolle nur wissen, wie es uns geht, ob wir  noch gesund seien, ob wir etwas bräuchten. Einerseits freue ich ich über seinen Anruf, andererseits verrät er, dass ich zumindest für ihn zur ‚älteren Generation‘ gehöre. Ist ja auch nicht ganz von der Hand zu weisen, aber wer mag es gerne realisieren?

# 464

bea_MG_4960

OITNB

Bin nun durch. Fünf Staffeln. Täglich eine Folge (fast). Das war jetzt wirklich eine nette, unterhaltsame, schöne, spannende, anrührende, lustige, ironische, … Begleitung. Klar, man erkennt die Stellen, an denen es schnell gehen musste, an denen denen den SchreiberInnen nix eingefallen ist. Aber es gibt eben auch wirklich herrlich komische oder ironische Stellen, spannende Momente, rührende Szenen, …

Ich steh‘ jetzt echt nicht so auf Frauengefängnis und Frauensex ist nun auch nicht gerade das, was mich in Wallung bringt, aber es gab für mich zwei interessante Beobachtungen:

  • In der Serie lieben in erster Linie Frauen Frauen. Aber auch Frauen Männer und umgekehrt so wie Männer Männer. Mir war das selten so egal. Üblicherweise geht von manchen Konstellationen ein gewisser Reiz aus – aber die Serie schafft es wirklich, sämtliche Spielarten als das hinzustellen, was sie sind: Liebe oder Sex oder beides. Zudem gibt es herrliche ‚Zwischentöne‘. Und es bewahrheitet sich einfach mal wieder: Zwischen weiß und schwarz gibt es eine Menge Grautöne.
  • Was mich aber am meisten ‚irritiert‘ hat war, dass ich in allen Hauptdarstellerinnen (und das sind über fünf Folgen nicht gerade wenige) Frauen wieder erkannt habe, die ich aus meinem realen Leben kenne – leider halt nur nicht Poussey. Das jetzt nicht überwiegend im Aussehen (auch wenn es da immer ausreichend Ähnlichkeiten gab), sondern viel mehr in der Art und Weise das Leben oder Probleme anzugehen. Das hat mich bei der ein oder anderen Folge dann doch leicht irritiert, denn es war manchmal so einer Art ‚Vorschau‘, was da noch kommen könnte.

Auch wenn er es nicht liest: Besten Dank an C.!

13 x 9 / 2

Oh Wunder! Seit schon fünf Jahren lese ich mit C. einmal im Jahr einen ‚großen‘ Autor. Dieses Jahr eben Robert Musil. Wie immer mit verteilten Rollen, wie immer teilen wir uns nicht nur Abschnitte, sondern auch einzelne Sätze. Und auch wenn heute nur dreizehn ZuhörerInnen da waren – es macht einfach Spaß. Und Spaß macht auch die Vorbereitung, das Lesen in der Küche, das Chaos, wenn man sich die Sätze falsch notiert hat und beide anfangen zu lesen oder eben keiner. Und gut tut es eben, wenn als Rückmeldung kommt, dass man es genießen konnte, dass man die Angst vor dem „Mann ohne Eigenschaften“ etwas verloren hat, dass man Lust auf die Lektüre bekommen hat, dass … .

Was mich besonders freut ist, dass meine Auswahl funktioniert hat.

Und in der Hutkasse lag dann übrigens genauso viel wie letztes Jahr, als gut 30 Leute da waren. (Und wir waren letztes Jahr definitiv nicht schlechter, aber H., der Organisator, hat dieses Jahr den Spendendruck etwas erhöht – und somit habe ich zwei Bücher wieder finanziert.)

Angefixt

So ein kleinwenig versuche ich ja ‚mit der Zeit‘ zu gehen. Will heißen, ich möchte schon gern soweit im Bilde sein, was in der Welt grob passiert und was grob angesagt ist. OK, da gibt es Ausnahmen. Mode und und Jugendmusik geht mir am Arsch vorbei und bei Computerspielen bin ich (leider) auch schon seit Jahren komplett abgehängt. Aber wie geschrieben: Ich ‚versuche‘. Es gelingt von Jahr zu Jahr weniger.

In letzter Zeit begann es mich zu nerven, dass ich immer mehr über Serien las, die eben nicht bei ARD, ZDF oder ARTE laufen – sondern irgendwo im Netz. Andererseits, wenn ich dann genauer hinschaute, schwirrte mir der Kopf von den verschiedenen Serien – und mir war klar, alleine werde ich mich nie da zurecht finden.

Letzte Woche mal C. gefragt, ob er mir – rein theoretisch (!) – eine Serie empfehlen könne, also eine für mich altersgerechte ohne Horror und Fantasy. Wie aus der Pistole geschossen kam von ihm: „Orange is the new Black“  – eine Frauenknastserie?!?!

Gestern am späten Nachmittag, bei dem miesen Wetter, dann mal den Probemonat einesr wohl maktführenden Streamingdienstes begonnen.

Die ersten fünf Folgen habe ich hinter mir, die sechste kommt heute noch mit Sicherheit.

Musil – Musik – Sex

Nächsten Monat lese ich mit C. zusammen Musil. Solangsam sollten wir ja mal anfangen zu planen. Aber ganz langsam. Erstmal Gedanken machen über die Musik, die C. spielen könnte. Ich erinnere mich, dass Clarisse und ihr Mann im Roman Klavier spielen – aber was? Wagner, wie ich dann im Roman finde. Und was finde ich noch? Ein Aktbild von mir, ein ganz frühes aber. Und wenn ich das jetzt richtig kombiniere, ist das von 1990, als ich den Roman das zweite Mal gelesen habe (aber anscheinend nicht fertig geworden bin), auf dem Berghaus, wo ich eine herrliche Woche mit M. verbracht habe – mehr Sex in einer Woche geht jedenfalls kaum (was nun wiederum nachvollziehbar erklären würde, warum ich nicht durchgekommen bin).

Das und dies und jenes

Überraschenderweise nochmals die Sonne auf dem Balkon genießen können. Bekomme derweil von P. über Mail ein Foto in ähnlicher Situation (wenn auch in schönerer Umgebung).

Anruf von H., kurze Rückfrage bei C. und nach zwölf Minuten ist klar: Im November machen C. und ich unsere jährliche Lesung, diesmal Robert Musil.

Dann Lust das Abendessen mit A. und T. etwas zu pimpen und da uns vieles fehlt machen wir dann Griesschnitten mit Zimtzucker und gedünsteten Äpfeln … manch Einfaches ist einfach nur gut.

Frau Merkel scheint mir leicht angepisst zu sein während Herr Schulz sie viel zu oft annickt. Damit ist die Wahl definitiv gelaufen und die bleierne Zeit wird weiter gehen. Man kann nur hoffen, dass sich die SPD in der Oppsition sich aufrafft um dann endlich mal wieder zu ihren Wurzeln zurück zu kommen um dann auch Paroli bieten zu können.

M. oder #381

Überraschenderweise fand ich heute eine Mail von M. in meinem Postfach. Ich war eigentlich davon ausgegangen, von ihm nichts mehr zu hören, brach der Kontak doch schon vor vier Jahren ab, von jetzt auf nachher.

Ist schon einige Jahr her, dass ich M. irgendwo im Netz ‚aufgetan‘ habe, wir uns dann recht bald trafen und recht bald stand er vor der Kamera. Mit C. zusammen mein liebstes Modell. Er hatte damals einen quasi ‚unschuldigen‘ Körper, der aber nur so von sexueller Leidenschaft ’sprach‘ – wenn er nackt vor der Kamera stand (was man hier ja nicht zeigen kann). Mich hat das damals sehr gereizt – dass er mich auch gerzeit hat, muss nicht extra hinzugefügt werden.

akt02_21

[Das Foto ist noch aus dem allerersten Shooting, als er noch seine Männlichkeit versteckte.]

Später hatte er auch Lust mit mir zusammen vor der Kamera zu stehen – und da sind ein paar Reihen / Serien enstanden, die wirklich zu den besseren Fotos von mir gehören.

Aber auch so hatten wir einiges miteinader zu tun. Er gerade mit der Schule fertig in einer Findungsphase in vielerlei Hinsicht und ich hatte halt offene Ohren, die ein oder andere Frage, das ein odere andere schiefe Grinsen, wenn er meinte, mir mal wieder ein U für ein X vormachen zu können oder vielmehr sich … war wirklich sehr lebendig das.

Und dann ist er zu seinem (ersten) Freund ab nach H. und ward nicht mehr gesehen, gehört, gelesen. Das hatte mir schon weh getan, denn ich hatte wirlich gedacht, dass da etwas mehr ist, dass es da bei einem ‚etwas‘ bleibt.

Die Mail muss ihm, wie er schreibt, echt Überwindung gekostet haben, denn da scheint viel Scham zu sein. Gut geht es ihm derzeit wohl auch nicht und was ich da zwischen den Zeilen zu lesen meine, lässt jetzt nicht gerade Himmel-hoch-jauchzend erahnen.

Geantwortet habe ich noch nicht.

Sicher mal zwei

Vor Jahren lernte ich einen Typen kennen, C., der sicher an sich etwas eigen war und ist und dem, obwohl nicht auf dem Kopf gefallen, eine Therapie wirklich mal richtig gut täte. Man muss keine Experte sein um sehen zu können, dass da einiges etwas schief gelaufen war in seinem Leben und dass das zu ein paar Haltungen führte, die wiederum für Probleme sorg(t)en … .

Andereseits war er damals echtein verdammt hübscher Mann, genau mein Beuteraster, denn er war etwa so groß wie ich, hatte wirklich einen sehr schönen Schwanz mit fast noch schöneren Eiern und hatte damals ebenfalls maximal 60 kg auf den Rippen. Ich mag’s halt durchaus etwas schlanker. Ich hab damals einiges getan / tun müssen, um ihn zumindest einmal so halb ins Bett zu bekommen. Das versprach durchaus verdammt interessanten Sex mit ihm, wenn es denn mal richtig dazu kommen würde – aber wie das Schicksal so wollte, wenige Wochen zog er weg und dann nochmals weiter weg und wir haben uns so gut wie aus den Augen verloren.

Gestern erfuhr ich über Facebook – wo ich alle 5 Wochen mal reinschaue, um die Hände über den Kopf zusammenschlagen zu können – dass C. die 120-kg-Marke geknackt hätte und nun beschließen würde, „etwas“ auf sein Gewicht zu achten.

Thomas Bernhard, oder: Gar nicht so schlecht!

Die Lesung sollte um 19:30 beginnen. Da nicht nur der Veranstalter sondern auch C. und ich nun nicht wirklich berühmt bzw. bekannt sind (wir machen nur einmal im Jahr so eine Lesung) haben wir, wie jedes Jahr bisher mit 20 Leuten gerechnet. Bestuhlt wird immer für 30.

Um 19:20 waren schon die ersten drei Stühle besetzt, um 19:25 schon derer fünf. Um 19:32 musste H. dann in den Keller, um weitere 10 Stühle zu besorgen. Was mich echt gefreut hat, denn entweder zog Thomas Bernhard oder manche mögen es, wie C. und ich lesen. Wir teilen uns die Texte teilweise nicht nur nach Absätzen oder Sätzen auf, sondern bishin zu einzelnen Wörtern – wenn es passt. Im Grunde ist das – neben der Auswahl – die eigentlich Arbeit, herauszuarbeiten, wie wir die Stimmen verteilen.

Diesmal saß C. noch am Klavier, brachte noch einen weiteren C. mit der bei einem Stück das Cello beinahe zersägte – auf dem Programm standen Bartók, Janácek, Mozart und Skoryk – was sich als eine überraschend runde Sache erwies. (Und C. zu beobachten, wie er auswendig das Klavier an seine absoluten Grenzen bringt – klasse einfach!)

Kurz: Es hat – wie jedes Jahr – richtig Spaß gemacht!

Und: Der Aufwand hat sich wieder gelohnt.

Und: Ich wußte es schon immer – bei Bernhard kann man richtig gut lachen (was das Publikum – an den richtigen Stellen übrigens – auch tat).

Und: Der freiwillige Obolus am Ausgang, vermutlich war es der Musik geschuldet – aber für C. und mich wurde es zum ersten Mal dreistellig. (C. Nr. 2 hatte von sich aus sofort auf ein Beteiligung verzichtet, weil er sich bei seinem Job auch locker leisten kann – fand ich echt hochanständig.)

Wieder unter den Lebenden

Kopf zwar noch etwas dicke, Nase und Ohren auch noch etwas zu, die Stimme nun noch leicht belegt aber das Fieber hat sich immerhin verflüchtigt und heute war ich schon mal den halben Tag auf.

Meine Herrn! Drei Tage am Stück im Bett gelegen. Das hat es echt noch nie gegeben. Hin und wieder bekomme ich schon mal eine Erkältung, aber dass sind immer so Turbo-Sachen, nach 24 Stunden oder so ist es durch. Aber das hier?

Am Montag war ich ja irgendwie noch zuversichtlich, am Dienstag habe ich dann glücklicherweise bis auf drei Termine alles komplett abgesagt, ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste.

Der eine Termin war dann heute morgen noch beim Neurologen, auf den ich jetzt an die vier Monate gewartet habe wegen den Händen. Immerhin, ich muss zugeben, Herr Dr. K. hat sich wirklich Mühe gemacht, mich nicht nur der Apparatemedzin unterworfen – ist das eklig, wenn auf einmal die Finger zucken, weil die Arzthelferin etwas Strom an den Arm legt – sondern sich nach allen Regeln der Kunst den Händen gewidmet. Dass die nicht die kräftigsten sind ist ja eh bekannt – was will man von einem schwulen Querflötenspieler schon in der Hinsicht anderes erwarten – aber dass man meine gespreizten Finger mit so wenig Druck schließen kann … jedenfalls ein paar unwichtige Nebenbefunde, was die Schmerzen betrifft … bekanntes Schulterzucken.

Mich dann noch für die Generalprobe für Samstag zu C. geschleppt – das war’s dann für heute aber sicher. Morgen darf ich noch zu Hause bleiben und bis auf Markt keine weiteren Aktionen.

Hey, ist das schon das Alter???

WMDEDGT 09/16

Mach‘ ich mal mit. Frau Brüllen fordert wie jeden Monat auf, den 5. eines Monats zu protokollieren: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

6:20 – M. gibt mir einen Guten-Morgen-Kuss. Ich döse weiter.
6:45 – Erstes Klingeln.
6:51 – Zweites Klingeln, aufstehen, Bad, Hemd anziehen.
7:08 – Brote machen. Während das Teewasser kocht, Kurzssprint zum Briefkasten, Zeitung holen, danach Tee und Lektüre.
7:21 – Klamotten anziehen, Sachen packen, Wohnung abschließen.
7:23 – Rad aufschließen (frisch aus der Reperatur) und die knapp vier Kilometer in Angriff genommen.
7:41 – Ankunft.
7:43 – Öffen Büro, Rechner hochfahren, Kanne Tee kochen.
7:50 – Mailprogramm öffnen: Keine Mails! D.h.: Wie fülle ich die Langeweile bis 12 Uhr aus. Daher scanne ich 15 Alt-Vorgänge und lege sie in der Datenstruktur ab, lese im Internet Zeitung, esse meine Brote, verändere weitere 200 Dateititel von „in ARCHIVnummer“ in „Archiv-Nr“ per STRG+V, schaue aus dem Fenster, kratze mich am Sack, spreche drei Sätze mit dem Abteilungsleiter, der ein eigenes Telefon verspricht, schaue aus dem Fenster, schaue auf die Uhr, … .
12:08 – Aufbruch nach Hause.
12:30 – Ankunft zu Hause. Klamotten aus, T-Shirt an. Anschließend Geschirr spülen und gleichzeitig eine Portion Bratkartoffeln machen.
12:55 – Bratkartoffeln nebst erneuter Zeitungslektüre.
14:00 – Hochfaren des Rechners, Mails checken (auch keine), Blog checken (zwei Klicks, nicht mehr), Flickr checken (Stillstand), Tumblr checken (gefühlt 200 neue Bilder von denen ich gefühlt 180 schon gesehen habe).
14:15 – Mittagsschlaf mit Autoerotik.
15:00 – Die nächste Tasse Tee wird gekocht. Anschließend Bibel-Lektüre (Blog-Projekt dazu HIER).
15:25 – Klamotten anziehen, Bernhard-Bücher schnappen, Kopien machen gehen.
15:50 – Festlegen, wer welche Stelle liest, nur kurz von M. unterbrochen.
18:10 – Während M. Brot backt, döppe ich die Bohnen, koche sie, mache Spätzleteig, presse den, lass eine große Portion Butter flüssig werden, trinke derweil einen Amaro, ne, zwei.
18:45 – Festliches Abendessen.
19:15 – Ich falle ins Fresskoma vor dem Fernsehen, bekomme aber inhaltich eigentlich nichts mit.
20:15 – Rufe P. an, um mit ihr einen Biertermin auszumachen.
20:28 – C. steht vor der Tür, etwas Geplaudere, dann erste Leseprobe.
22:40 – C. macht sich wieder auf den Heimweg, ich schimmel noch etwas vor dem Fernseher.
23:25 – Überraschend früh suche ich da Bett auf.

 

Anforderung an die Realität!

Ich möchte mehr Menschen um  mich haben wie C.!

Sofort!

Oder ab nächster Woche!

Spätestens!

Egal, aber ich will mehr von denen haben. Komplex aber nicht unnötig kompliziert. Kritisch aber nicht engstrinig. Kreativ, aber nicht dominierend.

Ich weiß nicht, aber mit C. läuft es. Wenn er nicht mit meinen Ideen einverstanden ist, dann sagt er es auf eine Art und Weise, die mich nicht verletzt. Wenn er meine Idee nicht schlecht findet, dann hat er immer noch Vorschläge, wie man es optimieren könnte. Wenn er meine Idee gut findet, dann findet er sie gut.

Und umgekehrt funktioniert das auch.

Alleine heute die Terminabsprache für die nächsten zwei Proben. Ich respektiere seinen Montagtermin, er meinen Dienstagtermin, beiden passt der Sonntag irgendwie gar nicht – also treffen wir uns für die große Probe am Sonntag.

T.B.

Demnächst darf ich, wie in den letzten Jahren, wieder zusammen mit C. vorlesen. Begonnen hatten wir mit Joyce, dann kam Proust, dann Schmidt. Jetzt muss Thomas Bernhard daran glauben.

Als ich dem Veranstalter mailte, aus welchen Texten ich mir vorstellen könnte zu lesen – „Der Keller“, „Der Untergeher“, „Die Auslöschung“ – hatte der nix besseres zu tun, als das als Programm gleich mal als fix anzukündigen.

Das Wochenende jetzt reserviert, um aus den drei Texten passende, lesbare Stellen zu finden … und … ich blätterte also so durch die Texte, bei allen dreien hatte ich wenigsten ein paar Stellen noch im Hinterkopf die mich damals toll fand, fand sie dann zügig auch.

Ich fand’s dann schon erstaunlich, dass ich nach keinen zwei Stunden die drei Hauptstellen identifiziert hatte, dazu noch ein kleines ‚Rahmenprogramm‘ mit Gedichen von ihm und bei „Die Auschlöschung“ natürlich den ‚Witz‘, den ersten und letzten Satz als Rahmen zu lesen.

Mich erstaunt echt, dass ich bei Texten, die ich bspw. das letzte Mal 2001 gelesen habe, zwar nicht mehr die Seitenzahl weiß, wo die Stellen genau sind, aber wenn ich reinlese, weiß ich sofort, ob davor oder danach.

Und C. hat auf meine Mail sogar innerhalb 24 Stunden geantwortet, Montag um 20:30 erste Probe, die sehr lange dauern wird, da wir nicht nur die Rollen verteilen müssen – ok, da setz ich morgen schon mal dran – sondern auch abschätzen müssen, wie lange wir für welche Text brauchen und wo wir dann kürzen müssen / sollen / können.

Lesung

Seit drei Jahren darf ich ja einmal im Jahr ein Lesung veranstalten, d.h., C. und ich lesen vor. Bisher hatten wir Joyce, Proust und Schmidt (also deN Arno Schmidt). Der Veranstalter hat uns jetzt etwas unter Druck gesetzt, weil wir Mitten des Jahres immer noch mit keinem Vorschlag gekomen sind. Also wieder Not-Sitzung halbnackt auf dem Balkon und, siehe da, die Unispiration verfliegt nach wenigen Minuten und eine Stunde später haben wir ein 10-Jahres-Programm aufgestellt. Und für das mag ich C. so ungemein.

Wir lesen übrigens: Thomas Bernhard

Nach wie vor diese bittere Erkenntnis

Für heute Abend hatte ich (nicht billige) Karten für eine Art Musik-Kabarett. Meinem Mann, mit dem ich hinwollte, fiel letzte Woche ein, dass er nicht mit kann, da er eine Sitzung leiten muss. Ersatz war schnell gefunden, die Schwester ist zu Besuch. Die hat sich aber schon seit gestern unter die Decke aufs Sofa vor den Fernseher mit Magendarm verkrochen.

OK, dann eben C. anrufen, der kann ja mit klassischer Musik – der steckte dann aber auf der Autobahn fest. Dann eben A. (der eher zufällig hier ist),  ist zwar nicht sein Thema, aber aufgeschlossen ist er – nun, andere Verabredung.

Und dann trat das ein, was niemand glauben will: Ich wußte einfach nicht, wen ich sonst hätte anrufen können. OK, M. wäre für das Thema zu gewinnen gewesen, aber dann hätte ich mich in Schale werfen müssen (d.h. Anzug und Krawatte) und die Absprachen wären kompliziert gewesen. Die Karten A. und Z. geben – dafür sind sie einfach nicht spontan genug. J. fragen – aber der wäre der Weg zu weit gewesen. L. und U.? L. wäre das zu früh gewesen, weil er noch in der Praxis ist, U. hätte es doof gefunden. Ähnlich bei E. und M.

Und die, die einfach mitgegangen wären, leben halt in Indien oder Braunschweig oder Karlsruhe oder Freiburg und noch ein paar wenige Städte mehr …

Und dann frag ich mich: Stell dir vor, dein Mann verunglückt tödlich im Straßenverkehr. Wen rufst Du an, der dann einfach zu Dir kommt und Dich in den Arm nimmt, ohne aber erst aus Indien oder Braunschweig oder Karlsruhe oder Freiburg und noch ein paar wenige Städte mehr anreisen zu müssen?

In den letzten fünf Jahren habe ich eine einzige Person gefunden, bei der ich das Gefühl habe, ich könnte damit kommen, und sie würde auch ohne Frage alles stehen und liegen lassen und zu mir zu kommen, mich in den Arm zu nehmen und einfach da sein. Aber wenn die in Urlaub ist?

„Die Einsamkeit des Menschen ist unantastbar.“ Das habe ich als Student in depressiver Phase formuliert. Scheint aber nicht falsch zu sein.

 

 

Was ist denn los?

Heute Abend kurz C. getroffen wg. Fotoprojekt. Er wollte noch kurz eine rauchen, ich fragte: „Und? Wie geht’s Dir so?“ Wumm hatte ich den nächsten Redeschwall vor den Füßen.

Ich kenn ihn ja nur wenig – sieht man mal davon ab, dass er meist nackt ist, wenn wir uns sehen – aber bei seinem Thema habe ich das gute Gefühl, keine Lösung zu haben, aber dafür paar gute Fragen.

Mein Angebot ist raus – es ist seine Entscheidung, ob er es annimmt oder nicht.

(3 x 4) + (2 x 2)

Nach der monatlichen Laberrunde – die ich bald umbenennen muss, denn die neue Supervisorin ist echt klasse und diese 90 Minuten beginnen richtig wertvoll zu werden – M., C., und M. zu einem einfachen Abendessen. Aus Zeitgründen und Einfallslosigkeit gab es halt Chili con carne, nen Salat und als Nachtisch ne Himbeercreme. Erst als ich mir dann so richtig bewußt wurde, dass die drei ja Frauen sind und Chili ja eher doch ein Männeressen ist, bekam ich so meine Bedenken.

Aber den Rest einfrieren lohnt nicht, das reicht gerade morgen noch für ein kleines Häppchen. Einen Nachschlag kennt man ja noch, zwei kommen schon vor. Aber das drei Frauen vier mal sich nachgeben lassen (und zwar Männerportionen, nicht Schi-schi-Portionen) das kommt schon eher selten vor, will heißen: das war einmalig.

Der Verdienst geht an den allgemeinen Hunger bzw. an meinen Mann, denn der hat gekocht.

I. und die gewisse Enge

Wie gestern schon geschrieben, stand ich in den letzten Jahren hin und wieder mal vor der ein oder anderen Kamera. Überwiegend bei J., hin und wieder, wenn auch oft spontan – aber warum nicht -, bei Fr. und Hr. K., und einmal bei einem Fotografen aus H., dessen Modebilder man in allen wichtigen Zeitungen und Zeitschriften findet.

Wie gestern nicht geschrieben, steht der ein oder andere Mann bei mir vor der Kamera – und wer die Kategorie „Durch die Linse“ verflogt haben mag, wird durchaus das Gefühl haben, dass diese Aussage durchaus richtig ist. Und da ich mich für Mode so gar nicht interessiere haben die Männer bald eben nix mehr an. Und da passiert es schon, dass der ein oder andere auch mal einen Ständer bekommt bzw. bekommen will. Sei’s drum – da ist eh vorher abgesprochen, ob ich dann weiter fotografieren kann / soll oder eben nicht.

Und es wäre total gelogen, würde ich jetzt behaupten, dass in diesen Momenten bei mir gar nix passiert. Ja, ich bekomme in solchen Fällen meist auch einen Ständer – für die Dauer von 2-3 Fotos. Denn, bis auf eine längst vergangene Ausnahme, ist mir an den Bildern gelegen und ich habe genug zu tun um zu schauen, ob die Haltung stimmt, das Modell im richtigen Licht steht, das die Blickachse stimmt, das … fotografieren ist genauso viel Arbeit wie fotografiert werden. Und da hat Lust bei mir, wenn ich fotografiere, nur für einen Moment Platz. (Als Modell, wenn es um Lust geht, ist die Arbeit die, sich abzukapseln und so zu tun, als wäre man alleine, als gäbe es den Fotograf gar nicht und als wären die Anweisungen des Fotografen eigene Gedanken.)

Heute war I. das zweite Mal da. Hat mich eh überrascht, dass er sich nochmals gemeldet hat. Das erste Shooting war extrem hölzern, wir fanden nicht wirklich einen Draht zueinander. Damals hat mich gestört, dass er mit seinem Körper einfach nicht kann. Es gibt echt Männer um die 30, die haben Probleme in den Schneidersitz zu kommen. I. ist einer davon. Und er ist ein Typ von Mann, den ich nicht sehe. So überhaupt nicht mein Beuteraster. Einer, den man mir auf den Bauch schnalln muss – und dann passiert meinerseits doch nix. Überraschenderweise hatte er beim ersten Shooting auch gleich nen Ständer – was eher ungewöhnlich ist, denn die Situation so alleine vor einem (fremdem) Fotografen ist anfänglich wenig erregend. Warm geworden sind wir bei dem ersten Shooting wirklich nicht – das sind zwei fremde Welten.

Heute war er – überraschenderweise – wieder vor der Kamera. Und es war ein anderer Mensch. Der hat sich bewegt, hatte Ideen, hat Vorschläge gemacht. Wenn ich sagte, das wäre jetzt mit Ständer gut, dann gab es den auch, meinte ich, geht das auch ohne, dann war der sofort weg.

Das war einfach richtig kreativ und locker und offen – dass kenne ich eigentlich nur von C. (der aber noch nie mit einem Ständer aufwartete).

Was mich heute irritierte – ab einen gewissen Punkt hatte ich einen Dauerständer, denn das was I. da bot, war jetzt nicht Porno, das war einfach ‚Lust vor der Kamera‘.

Und ja, wenn ich die Freigaben habe, zeige ich hier das, was ich hier zeigen kann.

Na dann, auf!

So, ich mach‘ mich dann mal auf und geh‘ ne Runde mit C. Proust lesen.

Die Probe

C. kommt pünktlich. Ich mache wieder Tee. Wir streichen noch drei Seiten weg. Wir schenken Tee in die Tassen. Wir überlegen, wo man eine Schachuhr herbekommen könnte. Wir denken, wir sollten mal beginnen zu lesen. Wir beginnen. Nach 40 Sekunden brechen C. und ich über dem Text zusammen.

Jetzt trinken wir halt einfach Tee und unterhalten uns noch ein bisschen.

Kontrast – bzw.: unfair

Eigentlich waren C. und ich um 11 Uhr zum Proust-lesen-üben verabredet. Kurz davor kam eine SMS von ihm, es würde dann doch 13 Uhr werden, früher würde er es einfach nicht packen.

Als er dann kam, hatte er 1,5 Stunden im Gepäck, die wir konzentriert auf dem Balkon lesend, Tee trinkend und streichend verbrachten.

Was er denn sonst noch so heute vorhätte, wolle ich dann noch wissen. Oooch, er müsse jetzt nur noch mal kurz in die Uni wegen irgendeiner Sache, dann hätte er Gesangsprüfung und anschließend stände ja nochmals das Konzert auf dem Programm.

Meine Programmpunkte waren zu diesem Zeitpunkt noch: 100 Gramm gekochten Schinken kaufen, Blumen gießen und Wäsche aufhängen.

Heißer Nachmittag

Die Hitze treibt mich doch tatsächlich auf mein Bett und ich penne innerhalb einer Minute komplett weg. Mir träumt dann, dass ich New York besuchen würde und deswegen einen langen, schmalen Kahn besteige. Ab geht die Post – es hat etwas von einer Achterbahn an sich, denn die meiste Zeit geht es in großen Bögeen nach unten oder nach oben. Der Kahnführer entpuppt sich dann bald als ein äußerst hübscher junger Mann – eine Mischung aus P. und C. – der sich ungefragt lustvoll an meinem Körper zu schaffen macht. Mir ist das im ersten Moment etwas peinlich, ’schwimmen‘ doch rechts und links andere Kähne. Daraufhin deckt er den gesamten Kahn mit einer dunklen Plane ab (was aber an der Tageshelligkeit unter der Plane nichts ändert) und zeigt sich nicht nur geschickt sondern kreativ. Er will mich zum Schluss oral befriedigen und nimmt eine Stellung ein, die mich nahezu explodieren lässt. Und genau in dem Moment … klar, wache ich auf, komplett feucht, aber das vom Schweiß.

Respekt, Respekt!

Gestern saß C. noch bei mir auf dem Balkon und wir übten Proust lesen, heute sitzt er hinter dem Flügel und ich höre ihm im Publikum zu, wie er das 1. Klavierkonzert von Beethoven mal eben so raushaut. Ich hatte ja eh vermutet, dass er nicht schlecht ist, aber dass er so gut ist … Respekt, Respekt.

Der Rest des Konzertes recht unterhaltend, vielleicht etwas zu viel forte insgesamt – aber die Jugend darf und soll ja mal die Grenzen testen (*grins*).

Und wer Lust hat, hier mal reinhören – könnte an etwas erinnern.

C., Beethoven und die fehlende Hose

C. spielt morgen das 1. Klavierkonzert von Beethoven mit dem hiesigen Uni-Orchester. Heue hat er einer Bekannten geholfen, die Wohnung zu renovieren, war davor in der Uni und schlug um halb zehn Uhr abends dann bei auf, dankbar für ein Bier und Toast. Aber dennoch voller Elan die von mir ausgesuchten Proust-Texte zu lesen.

OK, wie immer: ein Tuck zu lang.

Andererseits: So schlecht war die Auswahl nicht, denn C. muss öfters mal lachen.

Und es erinnert mich an eine Probe von vor zwei Jahren. Da hatten wir uns Joyce vorgenommen und bei der zweiten oder dritten Probe – es war ähnlich heiß wie heute – kam ich in totalen Stress als er klingelte und ich nur ein T-Shirt an hatte. Damals machte es echt TILLT mir mir und ich hab halt dann ohne Hose die Tür geöffnet. C. hat das dann erst weit aus später realisiert, einmal gegrinst, und weitergelesen.

Heute kam ich aus einer Laberrunde mit Verabschiedung des Laberrundenvorsitzenden, zog mir, als ich endlich wieder zu Hause war die Hosen aus und hatte kein Problem, C. die Tür so zu öffnen. Ich vermute, er hatte es eh schon erwartet.

Und das mag ich an ihm: Er kann einfach geschehen lassen. Und es gab oft genug schon Momente, wo er nackt war, ich ihn photographierte und es genauso OK war wie andersrum. Manchmal kann es einfach so einfach sein.

23:50

Kurz vor Mitternacht. Eigentlich will ich über C. bloggen, da klopft es an der Wohnungstür. S. steht vor der Tür, die weder mein Mann noch ich kennen. Man hätte gehört, dass wir auf dem Balkon bis gerade eben noch aktiv gewesen sei, sie würde jetzt dann Geburtstag haben, ob wir nicht runter in den Hof kommen wollten auf ein Glas Sekt?

Mein Mann bleibt unschlüssig – ist auch echt spät für ihn. Ich appelliere: „Hey, ein Glas Sekt für umme! Und mal Nachbarn gucken?“ Mein Mann, praktisch wie er ist, nimmt zwei Gläser aus dem Schrank und wir gehen runter. Ich, praktisch wie ich bin, ziehe mir ne Short an.

Aus den geplanten zehn Minuten werden 40 – aus dem einen Glas drei, also: Alles gut – und da alle im Haus eine unverschämte Mieterhöhung bekommen haben, war da gerade die Keimzelle der Gegenwehr. Am Dienstag gibt es dann ein offizielles Mietertreffen.

Marcel Proust lesen

Gestern rief noch H. an. Ob ich von C. und mir ein Foto hätte, dass man der Presse schicken könnte. Nein hatte ich nicht, aber das erinnerte mich dann doch daran, dass ich da zugesagt hatte, eine Proust-Lesung zu machen. Und H. schickte mir dann auch gleich noch die Pressemitteilung, aus der ich dann entnehmen konnte: Die Lesung ist nächste Woche!

Um Aktivität zu zeigen, habe ich die Mail von H. einfach an C. weitergeleitet, kommentarlos. Der rief dann eine Stunde später leicht hektisch an, ob der Termin denn fest seit, den er da gelesen hätte. Konnte ich nur bejahen, denn das hatten wir Ende Dezember / Anfang Januar zu dritt diskutiert. Schicksalsergeben drängte C. dann auf einen ersten Termin am Mittwoch, später Abend. Das drängte nun mich wiederum heute, zu schauen, was wir denn aus „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ lesen könnten.

Ohne Diskussion die ersten beiden Seiten. Darauf, zwingend sozusagen, die Madleine-Szene (und den letzten, geilen Satz, den habe ich mir zugeteilt). Dann, auch recht klar, der „kleine Kreis“ mit Swann und mit dem Zielthema der „kleinen Melodie“, die C. dann ggf. noch auf dem Klavier zu besten geben wird. Und dann wurde es plötzlich extrem schwierig. Denn je weiter ich nach hinten ging, desto mehr hätte ich vorab erklären müssen. Gerne hätte ich ja aus Guermants gelesen, aber da hätte ich eine zu lange Vorrede halten müssen. Der Sodom-Band ist zwar echt ein Highlight, aber auch zu erklärungsbedürftig, um die Feinheiten, die Proust da streut, kapieren zu können.

Letztendlich habe ich mich – schwitzend und nackt auf dem Balkon in der Sonne sitzend – für eine längere Szene aus „Im Schatten junger Mädchenblüten“ entschieden und zwar, als der Ich-Erzähler mit Monsieur Charlus in Kontakt kommt. Da kommt Swann nochmals vor, Saint-Loup ist dabei, die Großmutter – das kann man vorab ganz gut noch einführen. Und es endet mit dieser schönen und super zweideutigen Strandszene, als Charlus den jungen Ich-Erzähler im Badeanzug mal kurz abkanzelt.

Die Aufteilung der Sätze habe ich auch schon mal vorgenommen, so dass wir recht gut einzeln erst üben können und dann im Grunde nur noch auf die Zeiten schauen müssen. Und damit kopiere ich das, was ich drei Jahre lang in Köln hören konnte, als ich Dienstag für Dienstag in die Lengfeld’sche Buchhandlung pilgerte – nach telefonische Anmeldung – um Bernt Hahn und Peter Lieck zu hören, die die „Recherche“ mit verdammt geschickt ‚verteilten‘ Rollen vorlasen – was aufgenommen wurde.

Hatte ich nicht mal so ein Proust-Lese-Blog-Projekt vor? Denn die „Recherche“ gibt es ja als Hör-CD, schlappe 135 CD’s mit jeweils drei Tracks von jeweils meist einer Länge um 30 Minuten (die ich mir über Jahre zum Geburtstag und zu Weihnachten habe schenken lassen). Wenn ich jetzt jede Woche einen Track höre, den Inhalt stichwortartig notiere und dann ggf. noch etwas kommentiere oder geile Sätze zitiere – dann bräuchte ich für dieses Projekt gute acht (!) Jahre. Soll ich?

brigwords

Leben berührt - Gedichte und Geschichten

Kaleidoskop eines Alltags

Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.

Anton Weyrother

weyrother.net

Mijonis chaotische Welt

Leben, Lieben, Queerbeet, Gedanken, Alles in einem

AISTHESIS

Texte zur Ästhetik, Philosophie und Kunstkritik sowie vermischte Bemerkungen

Kritzelkomplex

Just another WordPress.com site

heat'n'eat

The way I cook/Wie ich koche

wirbelwind68

ich lebe intensiv und reflektiert

Musil lesen

"Der Mann ohne Eigenschaften" in weniger als 123 Wochen

Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

KenterKönig

und anderes aus der weiten Welt

winterlichtblog.wordpress.com/

Jedes Bild ein Selbstbildnis

herschelmann fotoblog, bestpixel-photowerkstatt-hamburg.de

einige mehr oder weniger tolle Ideen um die Fotografie und die Bildbearbeitung

Rummelschubser

Ein Rummelschubser vs. Glioblastom et alia