Durch die Zeit

Tag: C.

Ich glaub’s doch nicht

Wußte ich es doch, dass man mit C. richtig geilen, kreativen Sex haben kann. Mir was das schon immer klar, dass er da verdammt phantasievoll ist. Dass zwar die ein oder andere Stellung und Verknotung anatomisch dann gar nicht möglich waren, lag wohl einfach daran, dass in Traumwelten vieles möglich ist. Hat aber dem Ganzen überhaupt kein Abbruch getan –  hätte ruhig noch andauern können.

P.S.: Ich weiß jetzt auch, wie man ein Lagerfeuer unter Wasser anzündet!

Fahren oder nicht fahren – das ist hier die Frage

Über die letzten Tage mit zwei Leuten wieder in Kontakt bekommen, die schon seit längerem etwas weiter weg wohnen und der Kontakt zwar nicht wirklich abgebrochen ist, aber mehr als zwei Internet-Kontakte (Mail / Chat / …) in den letzten Jahren gab es keine.

O. habe ich noch zu Studienzeit auf einem schwulen Seminar kennen gelernt, hatten auch unsere Affaire, war aber immer vollkommen unproblematisch.

C. habe ich vor ein paar Jahren über die Photographie kennen gelernt und wenn wir uns dann trafen, saßen wir eigentlich immer in der Badewanne mit einer Flasche Champagner und haben heftig theologisiert. Und nein, wir hatten da keinen Sex, wir saßen wirklich nur in der Wanne mit Champagner und haben theologisiert! Sex hatten wir auch genau einmal, verunglückt würde ich das mal nennen, aber dann doch so spannend, dass ich mich gerne nochmals darauf einlassen würde.

Ich hatte jetzt die Idee ins Spiel gebracht, man könnte sich doch mal wieder sehen. Von beiden keine Ablehnung. C. schickt mir die Daten seines nächsten Urlaubes und da ich nicht gleich antworte bekomme ich zwei Tage später die Nachricht, jetzt seien schon 2/3 der Zeit belegt und ich solle doch mal in die Hufe kommen, sonst würde das nix werden. O. lässt es komplett offen, ich schlage etwas vor, da ist er verreist … Alternativen oder bevorzugte Zeiten oder was auch immer schlägt er nicht vor, seine Meldungen kommen auch so im Nebenbei.

Ich bekomm da gerade so ein paar Bedenken – ist denen mein Besuch wirklich wichtig? Freuen die beiden sich oder nehmen sie es einfach halt nur mit?

Ich erwarte ja jetzt nicht, dass sie mir das Ticket bezahlen, dass sie jetzt schon wissen, zu welchem Italiener sie mich einladen werden, dass sie das Luxusgleitgel bereitlegen und den scharfen String extra noch flicken … aber wenn mich jemand besuchen kommen will, dann kommuniziere ich schon aktiv, wann ich Zeit habe, wie man es gestalten könnte bzw. frage was angesagt ist, schlage was vor …

Klassisch gefragt: Bin ich zu dünnhäutig? Bin ich zu Diva-mäßig? Habe ich zu hohe Ansprüche? Renne ich denen hinter her für nix und wieder nix? Sollte ich es sein lassen? Sollte ich es dennoch oder trotzdem tun? Ist meine Neugierde nicht ausreichend genug?

Auch eine Art von Kompliment

Zeigte gerade meinen Mann das Bild da unten auf meinem Blog, darauf er: „Hat das ein Freund von Dir gemacht, das ist ja richtig gut!“

Und natürlich will er nicht glauben, dass es C. ist und ich es gemacht (und bearbeitet) habe.

wb110430_455

Satz mit x

Das es keinen Massenandrang geben würde, war mir schon vorher klar. Aber ich dachte dann schon, dass zumindest das Rondell als Ort ein Magnet wäre, denn oft offen ist dieser alte Wehrturm nun nicht gerade eben und in meiner Umgebung war außer mir noch niemand dort gewesen.

Aber das Interesse war nicht einmal bescheiden, es war so gut wie nicht vorhanden. Eine handvoll Pflichtbesucher, die sich aber gleich wieder verdünnisiert haben, ein paar zufällige Passanten – das war es dann auch.

Nach dreieinhalb Stunden den ganzen Krempel wieder eingepackt, die vier Spendeneuros brüderlich zwischen C. und mir geteilt. Allein für die Aufnahmen der beiden Hörstücke haben wir knapp drei Stunden gebraucht. C. saß dann nochmals fünf daran, um sie zu schneiden, Geräusche etc. einzubauen. Ich war auch nochmals gut drei Stunden damit beschäftigt, das Rondell zu erkundigen, die Anlage auszuprobieren etc.

Sitzengelassen

Um acht sollte unsere Perle kommen – sie kam nicht.

Um 11 wollte ich mich mit C. treffen – C. kam nicht.

c1 / c2

Ich mag C. ja sehr und daher war es mir eine Ehre / eine Freude, heute Abend für ihn zu seinem Geburtstag zu kochen. Wenn ich richtig rechne, sind wir knapp 20 Jahre auseinander.

Einerseits sind das lange, lange 20 Jahre, da C. nach wie vor im Kopf frisch ist, tolle Ideen hat, vieles einfach sieht, wo ich mir schon wieder einen Kopf machen – kurz, manchmal fühle ich mich verdammt alt ihm gegenüber. Er und seine Begleitung sind dann auch gegen 23 Uhr gegangen, um noch „etwas trinken zu gehen“, schließlich war es noch ‚früh‘ am Abend.

Andererseits gibt es Momente, bei denen es mir die Sprache verschlägt, denn über das Aussehen von „Eheringen“ zu diskutieren – und C. ist so schwul wie ich – und zu überlegen, was man denn an der Hochzeit denn so machen könnten (wozu   wir eingeladen sind) … das ist mir einfach so fremd und ich fühle mich da viel freier, als er, viel ‚unkonventioneller‘.

Das Schöne ist, dass wir gemeinsam am Tisch sitzen, diese Unterschiede nicht ausklammern sondern leben und leben lassen.

Und schön war einfach auch, als C.’s Begleitung ihm kurz vor dem Nachtisch zuflüsterte: „Ich hab lange nicht mehr so gut gegessen.“

Blitzlichter

  • Meine erste Linsensuppe ist besser geworden als gedacht, den Lauch sollte ich aber das nächste Mal lieber raus lassen.
  • Heute Nachmittag für gut zwei Stunden die Balkontür in der Küche offen, ich saß am Tisch, las und fror nicht. Aber so ganz trau ich dem Frühling noch nicht.
  • C. hat für Samstag die Hörstücke fertiggestellt, als wir darüber telefonieren spiele ich auf seinen morgigen Geburtstag an und nun werde ich morgen das Geburtstagsabendessen für ihn ausrichten. Freut mich echt.
  • M. schickt einfach mal zwei Links mit epubs.
  • Mein Rom-Krimi wird zwar immer durcheinandriger und unwahrscheinlicher, aber er macht richtig Spaß und ich die letzten 40 Seiten schaffe ich heute sicher noch.

C.

C. kenne ich jetzt wohl mindestens vier Jahre, wären es fünf, würde es mich auch nicht überraschen. Doch heute war ich das erste Mal bei ihm in seiner Studentenbude. Mir kam das echt wie ein Museum vor. Derart habe ich auch mal gelebt. Aber das Schönste war einfach das ganze Chaos gepaart mit einer totalen Unbekümmertheit darüber bzw. einer studentischen „Chaosblindheit“. Glaube nicht, dass ich das länger als 24 Stunden aushalten würde, aber für einen Nachmittag hat’s direkt gut getan.

Proust, Joyce, Beckett und C.

Mit C. Lesungen zu planen, macht einfach Spaß. Er ist so herrlich unkompliziert. Für den 10. Juli (Proust) kann ich mir natürlich Musik vorstellen, „das kleine Thema“. C. spielt Klavier. Also kurz hinter die Bücher, welches Stück stand Pate (Fauré: Ballade, op 16 – siehe unten), kurz die Noten im Internet gesucht – OK, bis zum ersten Doppelstrich sicher, der Rest dürfte zu lang und zu kitschig sein, also schlägt er noch Debussy vor und Franck. Wegen Joyce (16. Juni) machen wir uns erst gar keine Gedanken, am 14. und 15. wird geprobt, zwei reichen uns. Und für den 15. März (Beckett) nehmen wir die beiden Texte jetzt wohl schnell am Dienstag auf, die Weiterverabeitung, Hinzufügen von Geräuschen „och, ich mach‘ das schon, bekomme ich wieder etwas Übung.“

Und jetzt das kleine Thema bis 3:20 – danach wirds wild:

eideidei

Heute bei V. und T. zum C. angucken. Die ist gerade mal acht Wochen alt und sieht aus, wie ein Baby mit acht Wochen eben aussieht. Und im Laufe des Kind-beguckens Sachen von der Geburt erzählt bekommen, die ich nun wirklich nicht wissen wollte. Aber mit anderem hatte ich auch erst gar nicht gerechnet, denn so attraktiv V. auch immer ist, aber als ich sie kennen lernte war mir schon klar, dass es die Super-Über-Was-Weiiß-Ich-Mutter werden wird.

Gestern mich noch bei S. erkundigt, ob man zu solchen Anlässen etwas mitbringen sollte. Man sollte. Aber eine Rassel für die Kleine war mit zu doof, eine Körperlotion für die Mutter zu intim … also habe ich es gelassen. Aber im Gespräch kam dann raus, dass das Kochen bei denen gerade arg zu kurz kommt – also gibt es demnächst mal ein geliefertes Abendessen oder so.

JJ und MP mit C.

Oh! Man zeigt gerade Interesse, dass ich am 16. Juni nochmals mit C. zusammen Auszüge aus dem Ulysses von Joyce zum Bloomsday lese.

Oh! Man zeigt gerade Interesse, dass ich am 10 Juli (ggf. mit C zusammen) eine Marcel-Proust-Lesung zu dessen 144. Geburtstag mache.

Etwas überraschend dann doch

Am Abend C. Hatte ihn dieser Tage angefragt, ob er mich bei einem Projekt unterstützen kann. Er kam, wir sprachen darüber eine Zeit. Er macht mit, nächste Schritte geplant. Und gute Ideen hatte er auch – darauf hatte ich ja auch gehofft.

Da wir uns lange nicht gesehen haben, wollte ich wissen, wie es ihm geht. Und die erstaunliche Kurzzusammenfassung:

  • ist nun verheiratet
  • ist nun HIV positiv

Er tat recht cool. Ein Teil nehme ich ihm auch sofort ab – und dennoch.

Warum einfach …

Knappe zwei Stunden haben C. und ich gebraucht, um die Stelle aus „Zettel’s Traum“ zu präparieren, d.h., wer liest was, wo kommen die Glossen hin, wie liest man was, usw.

Das Ergebnis: Für die eine (!) Seite brauchen wir mindestens zwölf Minuten – und das dürfte für die nichtsahnenden Zuhörer ausreichend sein.

Probelesung …

… für Sonntag. Wie immer: Alles zuviel. Dennoch, die Auswahl geht auf. „Zettel’s Traum“ noch schwieriger als gedacht – aber es geht auf. Wir werden die Seiten wohl auseinander schneiden müssen und dann zusammenkleben und so.

C. und ich machen eins auf so, als würden wir das mindestens alle drei Monate machen. Ist einfach gut, mit ihm zu arbeiten. Keiner von uns nimmt es den anderem übel, wenn er verbessert wird. Ich bin bei englisch und französisch auf ihn angewiesen, er bei dem ein oder anderem schmidtschen Wortungeheuer.

C. meets A.S.

Letztes Jahr war das auch schon so. Ich sichere H. zu, dass C. und ich die Lesung bestreiten. Ich bereite alles vor und maile C. an, wann er denn Zeit hat. Keine Reaktion, keine Antwort, nichts. C. hat sich dann fünf Tage vor der Lesung gemeldet und wir haben dann jeden Tag zwei Stunden geübt. Denn ich hatte ne Ulysses-Lesung vorbereitet, die für uns Vorlesenden schon teilweise anspruchsvoll war, denn bei einem Teil haben wir quasi nach jedem zweiten Wort die Stimmen gewechselt usw.

Und dieses Jahr darf ich nochmals ne Lesung machen, „Arno Schmidt zum 100.“ , und wieder mit C., so zumindest geplant. Letztes Jahr grob angefragt, Zustimmung bekommen, dieser Tage die Texte ausgesucht, ihn angetickert bei Mail, per sms … keine Antwort. Bis Sonntag hab ich ihm Zeit gelassen, ab morgen werde ich mir Plan B. überlegen.

Vor einer Stunde stand C. auf einmal im Wohnzimmer, alles gut, viel Lust und wir sind richtig professionell schon mal die Texte durch, ich hab ihm meine Ideen erzählt, er hat Ergänzungen gebracht. Wochenende Textstudium, Montag erste Probe und Verifizierung, wie wir das mit Zettels‘ Traum machen, da hat er für die vierfach Rollenwechsel schon erste gute Ideen.

Und auf einmal bin ich „zu Hause“, da ist alles mein Thema, ich hab da Ideen dafür, die Texte sind alles in sich stimmig, da gibt es einen roten Faden … und C. grinst mich an und ich weiß, es wird einfach wieder Lust machen, mit ihm zu proben und den Sonntag werden wir mal wieder rocken.

 

Anton Weyrother

weyrother.net

Mijonis chaotische Welt

Leben, Lieben, Queerbeet, Gedanken, Alles in einem

AISTHESIS

Texte zur Ästhetik, Philosophie und Kunstkritik sowie vermischte Bemerkungen

Kritzelkomplex

Just another WordPress.com site

heat'n'eat

The way I cook/Wie ich koche

wirbelwind68

ich lebe intensiv und reflektiert

Musil lesen

"Der Mann ohne Eigenschaften" in weniger als 123 Wochen

Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

KenterKönig

und anderes aus der weiten Welt

Winterlicht

Worte und Bilder

herschelmann fotoblog, bestpixel-photowerkstatt-hamburg.de

einige mehr oder weniger tolle Ideen um die Fotografie und die Bildbearbeitung

Rummelschubser

Ein Rummelschubser vs. Glioblastom et alia