Durch die Zeit

Tag: E.

Meisterleistung

Mal wieder mit E. wandern. Das funktioniert für mich total genial und die Stimmung ist dann immer so wie in den besten Tagen zu Studienzeiten. Beim Wandern ist von unseren Lesefähigkeiten, die wir uns im Studium angeeignet haben, aber dann nichts mehr vorhanden. Er kann keine Wegweiser interpretieren und ich lese die Karte immer falsch – ein unschlagbares Dreamteam!

Heute haben wir es geschafft uns so zu verlaufen, dass wir nach ca. drei Kilometer fast genau wieder da waren, wo das Elend seinen Anfang genommen hat. Dann haben wir noch eine ganz kleine Ehrenrunde gedreht und waren daraufhin für den Rest auf dem richtigen Weg.

Schon wieder gesündigt

Nachdem ich vor gut zehn Tagen A. zum Abschied umarmt habe, habe ich heute E. zur Begrüßung und zum Abschied umarmt!

Außeneinsatz

Bei E.’s Familie auf dem Dorf. Die legen gerade ihre Terasse höher. Ich hab‘ von sowas zwar keine Ahnung, aber so mithelfen tu ich hin und wieder ganz gerne: Work-out.

Mit so nem Presslufthammer für Arme gearbeitet, bis mir die Arme abgefallen sind; rumgeflext und überrascht gewesen, dass das Funken macht; geschippt, was es so zu schippen gab und mit Beton rumgeworfen, als würde ich das schon Jahre machen, nun ja … fast jedenfalls. Ach ja, und mal wieder Steine geschleppt, bis die Arme lang wurden.

Jetzt tut mir alles weh, will gar nicht an morgen denken und hab schon mal begonnen meine blauen Flecken zu zählen. Sieht ganz nach häuslicher Gewalt aus.

Viel Fichte

Mit E. heute mal wieder durch die Natur gestapft. Er fragt dann immer, wie es mit mit meinen Themen geht, die mich seit letztem Herbst ja so fertig machen / gemacht haben.

Jedesmal ist es irre schwer darauf zu antworten. Denn die aktuellen Gedanken sind meist nicht wirklich ‚aufregend‘ oder ‚dramatisch‘ oder ‚besonders‘. Sie sind Puzzelstücke. Und für mich ist es richtig Arbeit, diese Puzzelstücke zu finden, anzunehmen, benennen zu können und sie mal vorest an einem Platz zu legen, wo sie vielleicht hingehören. Denn das endgültige Bild kenne ich nicht – hab‘ sozusagen keine Packung dazu.

Merke auch gerade, dass ich das Thema derzeit ‚externalisiere‘ – also ich spreche ganz viel darüber, aber schließe mich da vollkommen aus.

Aber auch das ist gut. Ich bin im Prozess und der macht halt irgendwelche Wege … ist halt so.

Endlich: 4. Etappe

Dank T., der für den Transfer zum Startpunkt und vom Endpunkt sorgte, und Dank E., der heldenhaft mit mir wanderte, endliche die 4. Etappe eine ‚Steiges‘ gemacht, den ich vor zwei Jahren begonnen hatte. Probelm bei der 4. Etappe war einfach das, ich wäre mit öffentlichen Verkehrsmitteln nie wieder nach Hause gekommen.

Also stapften mehr als 100 Jahre Lebensalter 22 Kilometer durchs Land – und wäre Heine hier vorbeigekommen, er wäre ausgetickt und seine Winterreise wäre um einige Seiten länger.

Viel Wandererfahrung hab ich ja nicht – aber diese insgesamt 87 Kilometer muss man erstmal woanders finden.

Ich bin jetzt gerade echt runter mit der Bereifung, denn das Streckenprofil war jetzt nicht gerade unanstrengend.

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Das Bild hier nach gut einem Drittel der Strecke. Zwischenziel war die Burg da hinten in der Mitte, von der es dann aber nochmals sechs Kilometer bis zum Schluss ging.

 

Fein, fein, fein

Zwar nur zehn Kilometer heute – aber die dafür in bester Begleitung, bei bestem Wetter und in einer Naturlandschaft, die mich nach wie vor sprachlos macht. Dann sogar oben noch einen Kaffee abbekomme, später ein Stück Kuchen, jetzt gibt es gleich Prosecco und dann Spargel … ja, das Leben kann auch schön sein.

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Es lässt sich aushalten gerade

  • So lässt es sich auch mit Corona leben: Spargel, Kartoffeln, zwei Sorten Schinken und die weltbeste Sauce Hollandaise meines Mannes.
  • Davor mit A. ein Distanzspaziergang durch die Sonne. Ihre Krankheit ist präsent aber (noch) nicht bestimmend. Ärgere mich, dass ich nicht schon früher auf die Idee gekommen bin, mit ihr ein paar Kilometer zu gehen.
  • A. will jetzt „Drück-Dich“- und „Kuss“-Gutscheine machen, damit sie die Anzahl nicht vergisst. Aber die Knutschorgie ist eh irgendwie geplant, da brauch es das nicht.
  • Und die Aussicht auf Sonne morgen und übermorgen, wo ich Home Office habe.
  • Und E. bringt mir noch ein 12-bändiges Lexikon von 1870 vorbei – der absolute Klassiker, auf den Arno Schmidt nichts hat kommen lassen.
  • Die Online-Bibliothek beschränkt massiv Vormerkungen und Ausleihdauer – scheinbar werden sie gerade vor Anfragen nur so überrollt. Schön das.

*flash*

Ich weiß echt nicht, vor wie viel Jahren mit E. seine beiden Blitze ausgeliehen hat. Also nicht so Poppeldinger, die man auf die Kamera steckt, schon ne Ecke besser, denn man braucht dafür nen Stativ. Blitzen mit 180 V – das kann also sehr hell werden, reinschauen ist so gar nicht empfehlenswert.

Statt nackte Männer müssen gerade Lilien herhalten, die ich einfach mal komplett versuche zu überblitzen, um dann noch ein bisschen in PS nachzuziehen.

Bei der dritten Reihe ist heute das passiert, worauf ich seit Jahren im Grunde schon warte. Einer Birne war es jetzt doch zu viel und sie hat ihren Geist aufgegeben. Sieht jedenfalls arg schwarz aus und so ein Draht in der Birne hängt auch kaputt nach unten. Aber blitzen tut’s noch – auch wenn das nach meinen Verständnis ummöglich ist.

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Schwarzes Schaf

Der Bruder meiner Mutter, also mein Onkel, ist vor ein paar Tagen gestorben. Er wurde 93. Ich hab‘ ihn eigentlich gemocht, auch wenn ich ihn vielleicht nur zehn oder zwölf mal in meinem Leben gesehen habe. Er war so ein bisschen das schwarze Schaf in der Familie, weil er sich hat scheiden lassen. Und seine Kinder aus dieser ersten Ehe waren daher auch etwas schwarz, wobei ich den einen, also meinen Cousin B., wirklich sehr gerne mochte und der mal sehr wichtig war, bis meine Mutter meinte da reingrätschen zu müssen …

Seite Jahren (wenn nicht Jahrzehnten) lese ich die SZ. Da nicht in München anässig, bekomme ich die Deutschlandausgabe, die von Todesanzeigen weitgehenst befreit ist. Heute aber in der E-Paper-Ausgabe was gesucht und zufällig auf eine Todesanzeige für den Onkel gestoßen. Dass er beruflich ein hohes Tier war, wußte ich, aber gleich Regierungsdirektor und zudem Bundesverdienstkreuzträger am Bande?

Das ganze noch ein weiteres Steinchen zum Mosaik, dass ich aus einer echt bescheuerten Familie dann doch stamme.

Akt – 1 Grad

Sowas geht einfach nur mit E.

Für mein Neujahrsphoto war heuer die Vorgaben: Kein Gesicht – (etwas) nacktes Fleisch. Mir war einfach danach. Dann kam die Idee verhüllter Körper vor Landschaft … aber E. war ja da und da er ja schon mal behilfich war … und fotografieren kann … und ich weiß, dass ich ihm notfalls meinen nackten Körper zumuten kann … und er kreativ ist … und wir uns da gut absprechen können … und er meine Spleens akzeptiert (und ich seine) …

Also sind wir auf dem Dorf los mit ner groben Idee – davor hab‘ ich mir ein Herz genommen und ihn in das eingeweiht, was mich seit Herbst so umtreibt und mir alles Herzklopfen mal wieder genommen hat, die man sich vorher nicht vorstellen kann – und da kam uns die Waldbühne gerdade recht …

Ich find’s einfach klasse wie selbstverständlich dann Nackheit werden kann … obwohl er schon was prüdes an sich haben kann … wie er Sorge trägt, dass mir nicht zu kalt wird bei 1 Grad Außentemperatur … wie er andererseits hinschaut, dass das Foto trotz altem Körper einigermaßen wird … magisch schöne Momente …

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Das hier nur „Bonus-Material“ und wohl eins der letzen Akte, die ich gemacht haben werde.

E., Liebster, danke!

Anton Weyrother

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