Durch die Zeit

Tag: E.

Angenommen

Bei der Ablösung gerade W. getroffen. Seit gut vier Monaten nicht mehr gesehen. Aber der war auch unterwegs, 3.000 Kilometer in 120 Tagen zu Fuß. Wie bei E. damals: Respekt. Ich werd‘ so was ähnliches wohl nicht mehr machen, ich wär’s mir schon zufrieden mal 100 Kilometer in sieben Tagen zu wandern (ohne dauernd nach Hause zu fahren).

Es stellt sich heraus, dass W. ein Wochenendhaus an einem See hat, der das Ziel der vierten Etappe eines Steigs ist, den ich noch machen will. Wenn ich vorher anrufe und eine Zahnbürste mitnehme, bin ich gerne eingeladen. Sie würden mich dann wieder zurück nehmen.

Spieglein, Spieglein an der Wand

Mit E. versucht von mir über drei Spiegel ein Portrait zu fotografieren, bei dem zumindest zwei Spiegel als Spiegel zu erkennen sein sollten.

Wir waren leicht überfordert.

Fortsetzung folgt.

Besser spät, denn nie

Ohne dass E. es wusste, richtete seine Frau ihm heute zu seinem 70. Geburtstag eine kleine Party aus. Als Überraschunggast gab es den Sohn aus Amerika. Die Überraschung bestand jetzt aber nicht darin, dass der Sohn den weiten Weg von Washington D.C. auf sich genommen hatte, sondern dass es ihn überhaupt gibt.

Seit gestern gibt es auch Punkte

Seit meiner Studienzeit schreibe ich ja zu jedem gelesenen Buch ein paar Zeilen (oder Seiten). Habe ich von E. übernommen. Ist zwar manchmal echt anstrengend, aber dafür sind jetzt vier Aktenordner fast voll.

Zusätzlich gibt es seit gestern auch Punkte. Das war die Denksportaufgabe im Urlaub. Noch nicht ganz ausgereift in der Beschreibung, aber als ich gestern wieder zu den Büchern geschrieben habe, zeigte sich das als ganz brauchbar.

10 Weltliteratur, oder was ich dafür halte nicht diskutieren: sofort lesen!
9 Gerade so doch keine Weltliteratur
8 Anwärter auf „Buch des (aktuellen) Jahres“ klar lesen
7 Gehört wirklich zu den bessern
6 Hat was! lesen
5 OK
4 Soweit ganz OK, auch wenn nicht gerade die Erhellung muss echt nicht sein
3 Gut gemeint – dann aber doch nicht gekonnt
2 Es hätte viele, viele Alternativen gegeben bloß nicht lesen
1 Da haben alle versagt: Autor, Lektor, Verlag, …

 

WMDEDGT 8/18

Wie schon vorletzten Monat (im letzten war ich in Urlaub, mit ohne Internet), mache ich wieder mit bei der Frage: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

7:35 – Es ist Sonntag! Warum sollte der Wecker auch nicht mal früh klingeln?
7:37 – Ich arbeite mich aus dem Wasserbett und bin erstaunt: Musklen fühlen sich alle soweit OK an.
7:45 – In der Küche E., der Kaffee kocht, ich nehme auch einen.
7:55 – E.’s Neffe F. ist nun auch aufgetaucht, bringt mir eine Badehose mit.
8:10 – Wir sind bei bewölktem (!) Wetter im Schwimmbad. Laut Anzeige ist dass Wasser vier Grad wärmer als die Luft. Ich ziehe mich trotzdem um.
8:15 – Das Wasser ist nicht ganz so kalt wie befürchtet, das Mittelmeer war aber bedeutend wärmer.
8:40 – Im Schwimmbad gibt es Panecake und Kaffee
9:15 – Wieder bei E.’s Familie, noch nen Kaffee, dann schwinge ich mich aufs Rad.
10:24 – Die Bahn kommt pünktlich.
11:05 – Wieder zu Hause mit brüllendem Hunger. Schwimmen ist das eine, ne Steinmauer am Vortag bauen das andere.
12:10 – Mir fallen fast die Augen zu, also gibt es einen Mittagsschlaf.
14:00 – Die Muskeln meinen mich nun sehr deutlich erinnen zu müssen, dass ich gestern mit E. und T. malocht habe wie Idioten (Steinmauer und so). Die Bewegungsabläufe sind siebzigjährigmäßig.
14:15 – Tee und (Fach-)Lektüre auf dem Balkon. Ertappe mich kurz bei der Überlegung, mir zumindest ne Hose anzuziehen. Aber ich schwächel doch nicht als Vollzeitnudist bei 23 Grad!
15:35 – Weitere Arbeit am Rechner. Mein Mann hat für seine Schulung Fotos gemacht, die müssen erst ausgesucht, in Reihenfolge und beschriftet werden. Die Berarbeitungen frühestens am Dienstag oder so, mir fehlen noch zwei Idee für die Moderation am Dienstag.
17:45 – Kochen: Lammcury mit Blumenkohlsalat.
18:30 – Seehofer gucken im Ersten. Große, leere Worte, ein schlaffer Luftballon. Grauenhaft, dass sojemand macht hat und meint Trump machen zu müssen, in dem er Sachen behauptet, die nicht stimmen.
18:45 – Wir essen trotzdem! Dazu Lindenstraße, Nachrichten, Weltspiegel.
19:45 – Anruf bei Muttern. Wie schon seit 5 Wochen: Total unklar ob OP möglich oder nicht, geschweige denn wann. Dennoch scheint sie etwas entspannter zu sein als in letzter Zeit.
20:15- Wie (fast) immer: Tatort. Nachdem wir letzte Woche zum ersten Mal „Im Schmerz geboren“ gesehen haben. war die Erwartung sehr gering, dass der heute auch was zu bieten hätte. Hat er aber, wenn auch ’nur‘ formal. Eine Kamerfahrt über 90 Minuten – das ist mal was.
21:45 – etwas Fernsehen, etwas Internet, etwas Plaudern, etwas Käse, etwas Handcreme suchen, etwas … und etwas bettfertig machen. Morgen klingelt der Wecker schon um 5:45, denn meine Musklen melden jetzt schon lautstark an, dass das Mit-dem-aus-dem-Bett-steigen ’ne längere Geschichte werden könnte.

So oder so

Zum Fotografieren bin ich ja über E. gekommen. Davor habe ich auch schon immer mal wieder umgeknipst, aber bei den Kosten damals war es doch sehr bescheiden. Aber mit so einer Digitalkamera, bei der man sofort sieht, was es geworden ist (oder nicht) und bei der es erstmal überhaupt nicht darauf ankommt, ob man 40 oder 80 Bilder macht … Und ein ganz großer Grund war natürlich, dass man bei den Selfs sofort sehen konnte, ob der Bildausschnitt stimmte. Was habe ich analog für Filme in der Orkus gejagt, auf dem dann immer nur der rechte Oberschenkel zu sehen war, aber nie das, was ich eigentlich fotografieren wollte.

Mit der Zeit haben wir auch dann etwas hochgerüstet, wobei ich als Nachzügler quasi ihm alles nachgemacht habe. (Hat natürlich den Vorteil, dass man, wenn wir beide zusammen unterwegs sind, einfach Dinge tauschen können.)

Seit über einem Jahr fotografiere ich ja nur mit schlechten Hilfsobjektiven, weil mein eigentliches die Grätsche gemacht hat. E. kaufte, als hier war, sich ein neues, schickes Teil. Und statt es ihm einfach nachzumachen, habe ich eine ganzen Nachmittag vor dem Rechner verbracht und nach einem mir passenden Objeitv zu suchen. Nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung, vorallem, weil ich mich durch eine Menge von Bewertungen durchgearbeitet habe, bei denen man ja auch erstmal bewerten muss, wie gut die an sich überhaupt sind.

Schließlich hab‘ ich eins gefunden, für etwas über den Betrag, den ich mir jetzt dann doch ausgelobt habe, denn es war dann mit der Zeit so was von klar geworden, dass ich mit meinem 50 mm 1:8 einfach nicht da hinkomme, wo ich hin will.

Heute kam es. (Ich hatte es bei einem deutschen Händler bestellt – geliefert wurde es aus Großbritannieren, warum auch immer.)

Es ist das gleiche, was sich E. gekauft hat.

2018-06-07 15.56.20

Für E. – # 484+485

Felice Anno Nuovo!

Statt zu zweit bei Taubenterrine und Fernsehen, zu acht bei Raclette und Kartenspiel.

Selten so einen schönen Jahreswechsel gehabt. Lag wohl auch daran, dass es bei der Familie von E. recht unkompliziert zu geht . Ich habe es auch schon den Tag zu vor genossen mal im Kreise einer Familie zu sitzen, die jetzt nach außen hin wenigen Zwängen und Tabus fröhnen.

Um vier waren wir dann im Bett – wobei die 91-jährige Mutter von E. gerne noch weiter gemacht hätte!

Seltenheiten

  • Das zweite Mal in dieser Woche eine Einladung zum Essen. Jedesmal in ein Restaurant. Das vom Montag war definitiv hochpreisiger, das von heute definitv schmackhafter
  • R. zieht um. Die neue Wohnung ist kleiner. Was er mit seinen min. 3.000 CDs denn mache, will ich wissen. Verschenken ist seine Antwort. Ob ich Donnerstag Zeit hätte? Ich könne mir dann gerne ein, zwei Umzugskarton mitnehmen.
  • Für meinen Chef soll ich ein Excel-Formular zum Stundenverrechnungssatz basteln. Ich habe unverschämt viele Überstunden und will um kurz nach 10 gehen. Erwische gerade noch die Bahn um 12:10.
  • Bei dem Abendessen heute sind es nur sechs Gäste. Darunter auch E., deren Name und deren Funktionen ich seit Studienzeit kenne. Sie wäre, hätte es letztes Jahr geklappt, heute meine Chefin. Wir verstehen uns ausgesprochen gut und selbst ihr angeberische Mann kann das Angeben lassen.

Ich bin ein Goncourt

Romane hätte ich gestern schreiben können! Ach was – Romantrilogien! Ich hätte sowohl Marcel Proust wie die Brüder Goncourt in den Schatten gestellt. Ich schwör! Aber man gab mir keinen Stift, keinen Block, keinen Computer.

Eingeladen waren wir auf einen Geburtstag. OK, es hätte uns etwas stutzig machen können, dass wir in ein Restaurant eingeladen wurden, einem etwas besserem. Es hätte uns noch stutziger machen können, als uns Gastgeber U1. mit Fliege entgegentrat. Vor allem, als die restlichen zwölf Gäste auftraten, hätte es mir wie Schuppen von den Augen fallen müssen – aber ich war schon so gestresst!

Die vermeintliche Geburtstagsparty entpuppte sich dann als Hochzeitsparty, U1. und L. hatte sechs Stunden zuvor und zwölf Stunden nach der Ankunft aus dem 4. Urlaub in diesem Jahr ihre Partnerschaft zur Ehe upgegradet. Aber das wäre nur der Rahmen zum Roman gewesen.

Inhalt der Romane wären die Gäste gewesen … und ich weiß nach wie vor nicht wo anfangen. Psychodynamisch waren das Explosionen. U2. und I. setzten sich beispielsweise so weit wie möglich auseinandern, weil sie nicht mehr miteinander sprechen. U2 sprach lange Zeit nur mit S., was mal eine sehr, sehr gute Freundin von mir war, wir aber seit Jahren aus ungeklärten Gründen keinen Kontakt mehr haben. Ihr Mann J. dagegen musterte mich ähnlich wie U2 beständig. Mir gegenüber saß ein nicht ganz unwichtiger Pfarrer (W.), der mir von V. vorschwärmte, als sei er verliebt (dabei ist er schwul und hat V. erst letzten ihrem Mann angetraut). Daneben saß eine weitere wichtige Geistlichkeit (K), die alles tat, um nicht wichtig zu erscheinen. M. hielt sich auffallend zurück, und E. mühte sie mehr ab, als dass es ihm Spaß machte. Drohnend in der Mitte dann R., der den Altersvorsitz übernahm und keine Zweifel daran ließ, dass man zu huldigen hätte, ihm natürlich.

Die meisten kenne ich ganz gut, einzeln genommen mag ich sie sogar – aber in der Runde: als Beobachter Stress pur! Was da alles abing – herrlich.

Ich hab mich dann – nach Jahren zum esten Mal wieder – zu S. und J. gesetzt. J. motze wie die Jahre zuvor schon destruktiv vor sich hin, S. macht dann sogar auch mir dann ein freundliches Gesicht, während U2 versuchte mich zu vereinnahmen, G. dagegen sauer war, dass ich nicht mich zu ihm setzte … Also versuchte G. an E. ranzukommen, der aber lieber mit U3 im Gespräch war, so dass erstmal nur M. übrig blieben, mit dem G. aber nicht so richtig kann. K. und W. gingen dann in irgendwelche Konkurrenz, worauf I. als Therapeutin einschritt, was wiederum L. …

Es war ein Fest, ein echtest Fest

 

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