Durch die Zeit

Tag: Familie

Tschaka – 2 – nicht gut

Die Schwester ruft an. Um die 120 Minuten. Sie hat gerade echt ne Menge an der Backe, ohne jede Frage. Aber an Lösungen, Auswegen oder auch nur die Idee davon, ist sie definitv nicht interessiert.

Ich bin ja echt nicht unerfahren in dieser Art von Gesprächen und kenne in der Zwischenzeit schon einige Tricks und Hintertüren, um Leute, die so mauern, aus dem Gleichgewicht zu bekommen. Bei Fort Knox komme ich definitiv schneller zu so einem Ergebnis.

Es ist ein echtes Dilemma. Da jammert jemand, dass ihr niemand hilft / unterstützt – aber in dem Moment, wo eine Hilfe / Unterstützung auch nur angekündigt wird, wird alles getan, dass diese Hilfe / Unterstützung nichts bringt, nicht funktionieren kann.

Man kann niemanden helfen, der sich nicht helfen lassen will. Das ist bitter – aber manche brauchen eben ihre Zeit, bis sie etwas annehmen können.

Noch ne gescheiterte Annäherung

„Heimat“-„Urlaub“. Also ein Wochenede in meiner Geburtsstadt. „Heimat“ ist das schon lange nicht mehr, aber eine andere hat es danach auch nie gegeben . (Köln hätte es werden können, wenn wir da nicht nach vier Jahren wieder weggezogen wären.) Muttern „feierte“ Geburtstag, d.h. die Restfamilie war heute essen. Aber zu sagen, zu erzählen hatte man sich so gut wie nichts. Ein paar Belanglosigkeiten eben, mehr nicht, nichts darüberhinaus. Ich find’s echt irgendwie traurig.

Wenn ich mir dann die Familie von E. bzw. T. anschaue, klar, da ist auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, echt nicht, aber dennoch, die interagieren, reden, sind sich irgendwie auch nah bzw. nehmen sich wahr … . Ich weiß in der Zwischenzeit auch nicht mehr, ob ich wirklich dahinter kommen will, warum das so ist, so geworden ist. Schräg ist das allemal und hat, vereinfacht gesprochen, einfach damit zu tun, dass es eine Menge von Tabus gibt.

Egal für heute, ich komm‘ eh nicht so richtig ran.

Es war halt einfach nur anstrengend und wenn man wo ankommt und gleich wieder weg will, dann ist es kein gutes Zeichen.

Nicht der bewegte, sondern der defizitäre Mann

Monatliche Laberrunde. Wie immer der Einstieg: „Wie bin ich heute hier?“ Da wir uns nur jeden Monat treffen ist die eigentlich Frage: „Was war in den letzten vier Wochen los?“ Da so gut wieder jeder nur jeden zweiten Termin wahrhnimmt … haben alle viel zu erzählen. Ich auch: Verpartnerung, Familiengedöhns, Augengedöhns.

Die Supervisiorin, die ich wirklich sehr hoch schätze, lässt (mal wieder) keinen Zweifel daran, dass das Thema Familie auf den Tisch gehört. Also räumt sie mir eine gute halbe Stunde ein mit den Worten: „Ich glaube Sie sind in der Lage, mit den Impulsen dann eigenständig weiter zu arbeiten – denn im Grunde bräuchten wir länger“.

Ich schildere die Situation. S. in ihrer analytischen Art ‚respondiert‘. Ich weiß nicht, wie man das besser ausdrücken soll, denn einerseits ist es ein „Du machst es doch auch“ und ein „Tu doch nicht so abgeklärt-cool“ wie aber auch „Kapier doch, dass Du ein Gefangener der Familie bist und Dein Aktionsrahmen jetzt nicht gerade so groß wie ein Fußballfeld ist“. In dem Rahmen kann ich mir das jedenfalls alles gut anhören (und auch zugeben: Wo sie recht hat sie recht!). Andere schildern ebenfalls ihre Eindrücke, ihre Impressionen, haben Ideen oder fragen mit leichtem Unglauben das ein oder andere nach. Die Supervisorin lässt laufen, lässt Dynamik zu und greift nur zusammenfassend ein (habe ich schon erwähnt, dass sie einfach toll ist?).

Abschließend klären können wir nix (was ich ja auch nicht erwartet habe), aber diese halbe Stunde ‚Schwarmintelligenz‘ hat mehr gebracht als all mein Denken in der letzten Woche. Und so lautet die Zusammenfassung für mich: „Der defizitäre Mann und die Widersprüche der Familie“. Das klingt jetzt vielleicht etwas negativ und abwertend – es ist aber nur eine multiperspektivische Beschreibung der Ist-Zustandes was mir ganz schön hilft. Menschen, die sich wohlgesonnen sind können ja sowas von hilfreich sein!

Ich hab‘ mit dem Thema echt zu kämpfen – aber in der Gruppe mit der Supervisorin bekommt man das Gefühl, es packen zu können. Und am Ende haben wir einfach alle auch herzhaft gelacht, denn so ernst das alles ist, so ist es zugleich auch komisch bzw. skurill. Und es einfach eine tolle Leistung von ihr, beide Aspekte zur Geltung zu bringen.

Es gärt

Ich bin nach wie vor immer noch erschüttert. Träume so wild wie selten, fast immer stürzt etwas zusammen oder explodiert – jedenfalls durchgängig gewalttätig. Wenn ich aufwache geht der erste Gedanke als Frage an die Familienkonstellation. Sobald ich nicht abgelenkt bin, muss ich daran denken – auch wenn mir nix neues einfällt, sich alles im Kreis dreht. Überhaupt: Da sind recht wenige Erinnerungen und auch immer nur ganz kleine Ausschnitte (normal in meinem Alter?).

Könnte im Grunde Stoff für eine Familienaufstellung sein – aber ich finde, ich bräuchte da vielleicht noch etwas mehr ‚Stoff‘. Am Überlegen, meine Supervisorin anzufragen, ob sie gegen Geld auch privat ein paar Stunden für mich hätte – ich finde die übermäßig gut, vor allem weil sie einen sehr klaren Blick hat und kein Blatt vor den Mund nimmt. Oder doch ’nen fähigen bzw. spezialisierten Therapeuten, denn die ‚eine Geschichte‘ scheine ich vielleicht doch etwas auf die zu leichte Schulter zu nehmen?

Träume sind …

Derzeit bin ich wirklich froh, dass ich mich an meine Träume nur sehr, sehr wenig erinnere. Die Traumreste der letzten Tage lassen mal locker darauf schließen, dass irgendetwas in mir gerade heftig abgeht. Heute Nacht bin ich bspw. irgendwann aufgewacht und brauchte etwas, um mir bewußt zu werden, dass die Traumtränen eben heftige Tränen aus dem Traum waren und der heftige Todesfall nicht real war. Und wenn ich das richtig beobachtet habe, beschäftigen sich viele Trauminhalte mit der Ursprungsfamilie. Keine Ahnung, was da der Auslöser sein könnte.

Interessanterweise kann ich das derzeit irgendwie gut ‚wegpacken‘, will heißen, beim Aufwachen ’stelle‘ ich mich den wenigen Resten und erinnere mich auch gut den heftigen Traumemotionen, aber es greift mich gerade emotional über den Tag nicht an.

T. kommt

Zwar erst Ende Juli – aber immerhin ein Termin ist gefunden. Sein Bruder F. hat ihn schon vorgewarnt, dass das mit dem Kaffee kochen hier ne echte Herausforderung ist. Keine Pads sondern ein Becher und so ein Porzellanding mit Papier was man reinlegen muss und dann Pulver und dann kochendes Wasser und man muss aufpassen dass nicht zu viel oder zu wenig Wasser und überhaut wieviel Pulver …

T. ist auf der einen Seite ein ganz normaler 15-jähriger (Computer, Musik, Bier, keine Lust auf Familie, …), auf der anderen Seite irgendwie ‚feinsinnig‘ und ‚denkend‘. Nichts gegen seinen Bruder, der herrlich über eine bestimmte Automarke schwadronieren kann und mit seinen 17 Jahren in einem Zwischenreich lebt, in dem man halt roten Ohren bekommt, wenn ein hübsches Mädchen einen anspricht. Aber im Gegensatz zu F. stellt T. Fragen. Gute Fragen. Und er kann zuhören. Kritisch zuhören.

Und er isst gerne Nudeln. Ha – wenn das nicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ist?

Begriff der Woche

Könnte auch Begriff des Monats werden:

Familie als Schicksalsgemeinschaft. Man muss sich nicht lieben.

Hat ganz schön erleichtert.

Auf einem Bein steht sich’s schlecht

Die Familie meines Mannes zum Mittagessen zu Gast. Das nächste Mal machen wir einfach nur viel und geben uns erst gar keine Mühe, fünf Gänge auf den Tisch zu bringen, denn entweder wird geschaufelt, als gäbe es ab Morgen nichts mehr oder irgendjemand isst es eh nicht.

Noch vor dem Nachtisch muss der Schnaps auf den Tisch – und ab da wird die ganze Veranstaltung doch mit jedem Schluck erträglicher, denn diesmal fehlten zwei, so dass es nun wirklich möglich war, dass jeder mit jedem sprechen konnte – gleichzeitig wohlgemerkt! Macht mich jedesmal total fertig, aber mit so einem Marillenschnaps …

Das Abwaschen danach ging auch etwas einfacher von der Hand – und mir sind auch nur die Blechschüsseln auf den Boden gefallen, sonst nix.

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