Durch die Zeit

Tag: Foto

Konfi

Konfirmation. Im Gottesdienst 21 Strophen (ohne die ganzen Kehrverse) und eine aufdringliche Kirchenvorsitzende. Mittagessen verspätet aber überraschend gut, da nicht nur wirklich heiß sondern so gut wie keine Fertigprodukte. Hab‘ mich bemüht Konversation zu betreiben, aber so richtig funktioniert hat es dann doch nicht – mir ist das anscheinend einfach nicht gegeben und ich sehe wohl auch so aus, dass man mir (besser?) keine Fragen stellt. Aber ich war ja auch als ‚Fotograf‘ ‚angestellt‘ – und mir dürfte es mal wieder ‚gelungen‘ sein, auf nicht einem Foto zu sein. Der anwesende Unsichtbare sozusagen – und das ist in Zeiten von all den Handys fast schon eine (kleine) Leistung.

Heute, früher und vielleicht demnächst (# 384-395)

Knapp 14 Kilometer heute durch den Wald. Frühlingshaft war’s und ich hatte genug zu denken. Morgen Termin beim Hauptgeschäftsführer (HGF), um um die Entfristung meiner Stelle vorzusprechen. Von meinem Abteilungsleiter (AL) weiß ich, dass im Hintergrund schon einiges läuft, auch der Betriebsrat (BR) ist schon involviert. Tja, da dachte ich, ich geh‘ mal ne Runde und lege mir einen Gesprächsschlachtplan für den HGF zu recht. Denn mein Coming-Out habe ich – neben M. – in erster Linie einem langem Spaziergang (für manche ist das dann schon eine Wanderung) zu verdanken, als mir im Gehen aufgegangen ist, dass meine Lust und mein Begehren in erster Linie mich betrifft und ich das Lustleben so zu leben hätte, wie es mir gefällt und nicht das, was meine Eltern und mein soziales Umfeld von mir (damals) erwartet(e). Keinen Monat später war ich geoutet.

Und zwischen drin versuchte ich Fotos im Stile von Frau und Herr K. zu machen – grandios und vollumfänglich daran gescheitert – und nicht deswegen, weil die Knipse dann irgendwie nicht mehr wollte! – tapste dann aber in einer Gegend rum, die ich wirklich schön fand und auf die ich mich freue, wenn dann auch mal etwas mehr grün zu sehen ist.

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Was Revolutionäres ist mir dann heute in Hinsicht auf Job und HGF dann nicht eingefallen. Es ist ja irgendwie schon aberwitzig genug für eine Stelle zu kämpfen, die mich komplett unterfordert aber wohl so was wie die letzte Chance auf dem (ersten) Arbeitsmarkt ist. Ob es was mit einer Entfristung was wird, hängt, meiner Meinung nach, schon lange nicht mehr von mir ab, da sind im Hintergrund, wie ich vom AL weiß, schon ganz andere Prozesse im Gange, denn die die Mitarbeiterin, auf deren Schwangerschaftsvertretung ich angeblich sitze und die jetzt dann zurück kommt, will niemand im Hause haben, denn sie gilt nicht nur als – höflich ausgedrückt – langsam sondern zeichnet sich in erster Linie durch Krankheitstage aus.

Bin gespannt welche Positon der HGF einnehmen wird – danach sind wieder die Auguren dran.

Vertrauen

Letztens war A. – nach harter, harter Uni-Prüfungszeit – mal wieder da. Mit Computerproblemen. Ob ich nicht noch irgendwie ne Festplatte hätte, um seine Daten sichern zu können? Es fand sich zwar etwas, aber dafür inkompatibel, und so fragte er, ob er seine Daten komplett auf meinen kleinen Rechner (aus dem Hause Apfel) sichern könne. Bitte gerne, Speicherplatz ist ausreichend vorhanden.

Ich fragte mich, ob ich das auch getan hätte. Denn A. hat mit 100-prozentiger-Sicherheit jetzt nicht nur Daten bei mir gespeichert die sein Studium betreffen. Denn, wenn ich von mir ausgehe, dann sind eine Menge meiner Daten eh ‚unkritisch‘, aber da gibt es Briefe, Tagebücher, persönliche Texte und in meinem Fall natürlich noch ein Haufen von Fotos, die nicht nur andere sonder auch mich mit Ständer zeigen, teilweise in Aktion, teilweise voller Sperma und was sonst. Dinge jedenfalls, die man auch guten Freunden jetzt nicht so mir-nichts-dir-nichts aufs Auge drücken will.

Da ich den kleinen Rechner jetzt nicht wirklich häufig nutze – und die Frage sehr berechtigt ist, warum ich mir den überhaupt angeschafft habe – bin ich über seine Daten nur einmal gestolpert, als ich ein Hörbuch suchte, was dann zwischen irgendwelchen Hirn-Anatomie-Blut-Gerinsel-Fachbegriffen gelandet war.

A. heute wieder da – bei Saltimbocca – und die Nachricht, dass sich das Computerproblem zu Gau ausgeweitet hätte. Jetzt hat er gar keinen Rechner mehr. Ich würde mich tierisch ärgern, weil ich dann meine (wenigen) Mails auf dem Handy schreiben und dauernd die Brille trage müsste und auch hier es mit den Handy nicht so leicht hätte. Aber sonst?

Also hab‘ ich ihm meinen kleinen Rechner angeboten, auf dem der meiste Speicherplatz eh von ihm derzeit belegt wird. Er hat sich zwar geziert – hätte ich mich auch – aber dann doch es angenommen, denn es dauert noch etwas, bis er einen neuen hat.

Jetzt hat er auch also einen Teil meiner Daten bei sich. Und ich gebe zu, dass ich kurz überlegt habe, was denn da drauf ist. Und ich konnte es dann doch nicht unterlassen ihn zu warnen, dass, wenn er auf den Bilderordner geht, er vielleicht mit Fotos konfrontiert wird, die seiner sexuellen Ausprägung nicht entsprechen. Aber es ergab sich, weil er für mich ein Update installierte, dass der Bildschirmschoner ansprang – ich habe meine Warnung dann einfach nur noch darauf beschränkt, dass er ja ohne Frage fähig sein, den auszuschalten oder zu ändern.

By the way: A. hat mich schon ausreichend nackt gesehn. Und A. ist jetzt auch nicht so ein Kind von Traurigkeit, dass er beim Anblick eines Ständer traumatisiert werden würde. Warum musste ich das kommentieren? Davor warnen? Wo er doch weiß, dass ich Männerakte mache?

In einem früheren Blog habe ich mal geschrieben, was ich für einen Terz ich gemacht habe, als A., damals kannte wir uns noch nicht soo gut, zu Besuch war und ich einen Teufel tat, um mein Bildschirmhintergrund, der mich nackt im Bodensee zeigte mit einem recht gut druchbluteten Schwanz (aber kein Ständer!) zu eleminieren. Affig bin ich mir vorgekommen. Später habe ich das Bild einfach gelassen und ihm gesagt, dass mein Schwanz sonst ne andere Größe / Kleinheit hätte. Er grinste, glaub‘ ich nur – und es war OK.

Scham ist schon was komisches!

 

Von heute

Es gibt so Tage, da überlege ich lange, was ich denn hier schreiben könnte …

Aus dem heutigen Tag könnte ich wohl mehrere Einträge machen, aber, erstmal einen:

  • D. will von mir wissen, ob ich abgenommen (!!!) hätte. Ich verneine wahrheitsgemäß, denn das Gegenteil ist der Fall – aber sie glaubt mir nicht und bleibt bei ihrer Wahrnehmung. Was an sich nicht schlimm ist, aber die Gefahr besteht, dass sie den „starken Gewichtsverlust“ problematisieren könnte.
  • Beim Telefonat mit P. ist mir aufgefallen, dass ich wie ein was-auch-immer durch die Wohnung laufe, wenn wir telefonieren. Sitzen und telefonieren geht zu Hause überhaupt nicht. (Achtung: Das ist ein indirekter Insider.)
  • P. will sich ein neues Rad kaufen, fragt mich um Rat und Idee, irgendwann ist auch das Thema Ständer dran. Überraschend klar und offen er: „Dass das Thema Dein ist, war mir ja klar, so wie Du auf Ständer stehst.“
  • Frau B. war zusammen mit Herrn J. zu Fotos hier. Er weigerte sich allen meinen ‚Anweisungen‘ zu entsprechen, außer der einen, dass er sich auf den Stuhl setzte. Ansonsten schaute er weder in die Kamera noch an ihr vorbei noch … Ich bin ja selber Misanthrop, ab deswegen ätze ich doch die anderen nicht runter!
  • Die Nachbarn gießen Fr+Sa Blumen, also kann ich gen Bodensee in der Hoffnung auf Hetensex.
  • Heute habe ich mich beschimpfen lassen müssen mal als „Macho-Arschloch“ und dann als „Brüllaffe“.

Zweiter Jeburtstag

Zwei Jahre wird das Blog hier heute alt.

Die dazugehörigen Erkenntisse:

  • Ich blogge gerne
  • Es dauert hier wesentlich länger, ein paar MitlerserInnen zu gewinnen, wenn man eben ‚frei‘ bloggt und kein ‚richtiges‘ Thema hat
  • Hier wird auch nicht so oft kommentiert, wie ich das von meinen anderen beiden Blogs kannte
  • Fotos laufen hier definitiv nicht – was mich doch etwas verwundert
  • Die Schar der stillen MitleserInnen ist anscheinend größer als gedacht
  • Der Entschluss, nur wenige einzuladen, hat sich (bisher) ausgezahlt
  • Und ich mache erstmal einfach weiter, auch wenn ich mich manchmal beim Überlegen entdecke, was ich schreiben könnte, um mehr Klicks / Kommentare … zu bekommen. Nee, das Blog ist für mich, wer mitlesen / kommentieren mag – bitte gerne, aber meinen ‚Erfolg‘, meine ‚Zufriedeneheit‘ davon ableiten zu wollen – nee, das ist mir zu tönernd

Hey! Und einfach mal Danke an all die, die mitlesen, kommentieren, ‚liken‘ oder auch mal in Kontakt treten.

H. is calling

H. bekommt von mir jährlich die Sylvesterkarte, dafür bekomme ich unter dem Jahr mal eine Urlaubskarte von ihm – und das ist unser Kontakt. Seit Jahren schon. So richtig lebendig war er ach nur am Anfang, als er bei mir vor der Kamera stand und wir dann – aber Stunden später – in der Kiste gelandet sind. Ich hab nach Sex selten so einen glücklichen Menschen gesehen wie ihn, denn für ihn war es der erste ‚richtige‘ Sex mit einem Mann, d.h., ich hatte ihn von vornherein als schwul angesehen (gut, das er verheiratet war und zwei Kinder hat — was solls?) und ihn auch klar wissen lassen, dass er ein verdammt attraktiver Mann ist. Er hat sich das erste Mal erobern lassen und nicht irgendwie Rubbelaktionen mit Leuten hinter Büschen gehabt, die er nicht wirklich mochte. Er ist das einzige Modell, mit dem mir das passiert ist – sonst trenne ich Foto und Sex dann doch absolut. Bei ihm bereue ich es auch nciht, denn wir konnten und können das sehen was angesagt ist und mischen es auch nicht.

Etwas später stand ich ihm Modell und hatten nach getaner künstlerischen Arbeit noch Zeit für ein hübsches Schäferstündchen auf einer 80-cm-Matratze. Wieder etwas später hatten wir ein sehr ertragreiches 3er-Shooting, dessen Fotos ich hüte wie ein Augapfel.

beaIMG_2887

Das ist eins der Fotos, die damals entstanden. Ich lasse jetzt mal komplett offen, wer wer ist und wer wo stand oder lag. Ist ja auch nicht so wichtig.

Nun über flickr seit Tagen Mails. Krise, privat wie beruflich. Mir noch unklar, worin es genau besteht. Aber da ich gelernt habe, Fragen zu stellen … Und, dann doch etwas überraschend hat er durchblicken lassen, wir sollten mal wieder zu den Apparaten greifen. Da er jünger als ich bin, wird es sich bei ihm noch lohnen – ich bleib als Modell für die nächsten 20 Jahren außen vor.

Annus horribilis

Also das vor 20 Jahren war für mich eins, ohne jede Frage.

Gerade gesucht, ob es noch Tagebuchaufzeichnungen gibt. Ein paar wenige habe ich gefunden, ca. 50 Seiten. Aber sehr ungleich verteilt. Bin noch am überlegen, ob ich aus ihnen zitieren werde. Habe das mal in einem früheren Blog  gemacht und fand das irre spannend.

Interessanterweise gibt es aus dem Jahr auch eine Menge von Fotos, die ich teilweise zeitlich aber gar nicht zuordnen kann. Hab ich damals wirklich ne Geburtstagsfete gemacht in der neuen Wohnung, obwohl ich mich gerade komplett tragisch von meinem ersten Freund getrennt hatte und hochdepressiv war?

Dass ich in dem Jahr mit meiner Ex noch Sex hatte, wundert mich etwas, dachte es sei früher gewesen. Und mit M., dem geliebte M., hatte ich anfangs des Jahres noch Kontakt. Die Bilder aus dem Sommer gehören aber in ein anderes Jahr, denn den Sommer verbrachte ich im Kern am Sterbebett meines Vaters. Einen Job suchte ich auch. Die Therapie war anfänglich extrem anstrengend und schwierig.

Ein paar Akte gibt es aus der Zeit, so gar ein paar versaute, dachte, damit hätte ich auch später angefangen.

Viel schwarz war in dem Jahr. Viele düstere Gedanken. Viel Angst, viel Trauer, viel Verzweiflung, viel Hoffnungslosigkeit.

Das scheint es wohl gewesen zu sein

Ich war jetzt wirklich lange bei der Fotocommunity (FC), um die zehn Jahre sicher. Eine Plattform, ähnlich wie flickr, auf der man Fotos zeigen kann. Als ich vor Jahre dort anfing, war das richtig aufregend. Meine ersten Akte, meine ersten Selfs hochgeladen und dann das Warten auf Klicks und vor allem auf Kommentare. Die waren zwar nicht immer so, wie ich es mir gewünscht hätte, aber sie waren neben aller Kritik immer konstruktiv.

Tja. Vor zwei Tagen habe ich mir mal wieder Zeit genommen und ein paar Kommentare unter ein paar Männerakte in der FC gesetzt. Hätte ich lieber bleiben lassen sollen. Ein kleiner Shit-Storm ist über mich hereingebrochen, von einigen werden ich jetzt ignoriert (tut mir nicht wirkich weh).

Schon schade, dass das so unkritisch geworden ist. Da werden bspw. männliche Genitalien in die Kamera gehalten und im Begleittext steht dann irgendwie ein Geschwafel von „Männerakte seien immer eine Gradwanderung“. Mokiert man schiefe Bilder, ist die Freiheit der Kunst natürlich sofort in Gefahr. Macht man jemand auf eine nicht ganz so verklemmte Pose aufmerksam (ohne das einem gleich der Schwanz ins Auge springt), ist man ein unwissender Besserwisser. Schlägt man eine andere Perspektive vor, wird einem geraten, sich doch mal von einem Profi fotografieren zu lassen, weil man es selber ja nicht hinbekommt (innerer Zusammenhang fehlt zwar – aber das ist eben die FC heute).

Hat mich irgendwie ganz schön traurig gemacht, denn die FC hat mich von Beginn an irgendwie begleitet und ich habe viel auch lernen können.

Noch kann ich mich nicht entschließen, den Account zu löschen, das Geld ggf. dann in einen Bilder-Blog hier zu verwenden, aber große Hoffnung, dass ich Hoffnung haben darf, habe ich nicht wirklich.

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