Durch die Zeit

Tag: G.

21:16 / 23:40 / doch ganz anders

Nach meiner Computeruhr ist es jetzt 21:16. Nach meiner inneren bzw. meiner inneren gefühlten Uhr ist es mindestens 23:40 oder kurz nach 1, wenn nicht sogar etwas später.

Der Arbeitstag war – vollkommene Ausnahme – nicht nur etwas anspruchsvoll sondern sogar anstrengend. Dann die GT, die auch nicht schlecht Energie saugt, anschließend noch Stammtisch von Verein 1. Dort komme ich zum wiederholten Mal genau neben dem Menschen zu sitzen, den ich von den 70-80 MitgliederInnen des Vereins so überhaupt nicht ab kann (er mich aber auch nicht, wie ich das an seinen Beleidigungen mir gegenüber fest machen kann). Daneben die zwei, die auf dem vorletzten und vorvorletzten Platz stehen.

G. bringt mich dankenswerterweise mit dem Auto nach Hause und nach zwei Broten ist der Akku alle – obgleich ich heue noch Bücher schauen und runterladen / kaufen wollte, da ich ja nächste Woche eine Woche an der See sein werde und ausreichend zum lesen brauche. Morgen werde ich keine Zeit dazu haben, aber dann ist ja noch das WE.

Wie auch immer: Dass es jetzt 21:28 Uhr – also gefühlt 2:33 – ist … dafür bin ich echt noch gut dabei.

Wunder gibt es doch

Erster Dezember-Samstag. Die Innenstadt ist übervoll. Die Läden brechen vor EinkäuferInnen quasi zusammen (machen aber Kasse!) P. möchte in den Saturn, weil er für seiner Tante sich über etwas informieren will. Nach gut zehn Minuten stehen wir vor dem entsprechendem Regal und kapieren: We are oldschool – aber sowas von: denn wer hat heute noch einen MP 3-Player, geschweige, wer will denn noch sowas kaufen? Meine Idee, ein Handy als Player zu mißbrauchen wird von P. argwöhnisch beäugt, seine Tochter G. findet daran aber Gefallen. So stehen wir irgendwann ratlos vor einer Handy-Batterie mit der Preisspanne von 59 bis 999 Euro,. Und dann passierts: Wir werden angesprochen! Im Saturn! Von einem Saturn-Mitarbeiter!!! Freiwillig!!!!!

Ich falle also mal schnell vom Glauben ab und erwarte, dass wir jetzt nen Handyvertrag aufgeschwätzt bekommen. Doch der Mitarbeiter will erstmal wissen, was wir wollen. Nochmals zum mitschreiben: Der Saturn-Mitarbeiter will (!) wissen (!) was wir (!!) wollen (!!!).

P. erklärt. Daraufhin bekommen wir eine fachgerechte, ehrliche, klar verständliche, überzeugende und wohl auch fachkompetnte Beratung. Weil das Thema von P. auch meins ist, stelle ich zwischendurch Fragen. Es gibt weder Ausflüchte noch Allgemeinplätze. Am Ende sind zwei Produkte in der engeren Auswahl und er empfiehlt das, was 8 Euro teurer ist – und begründet es aufgrund der Anforderungen von P. Aus Lust ändere ich einen Parameter der Anforderungen – und der Typ springt zu was ganz anderem, weil wenn das dann das, wenn aber das, dann das.

Irre! Bei Saturn gibt es dann doch Mitarbeiter(Innen) die a) Ahung haben, b) Zeit haben, c) Kunden von sich aus ansprechen, d) auf die Kundenwünsche eingehen und e) einen nicht doof aussehen lassen.

o.T.

Meine Patentante G., die schon viel und schwer krank war, hat heute Geburtstag. Da ihre Freundin A., mit der sie zusammenlebt, Krebs hat und abends immer früh müde ist, rufe ich am späten Nachmittag an. Nach dem üblichen Geplänkel von Wünschen und Dank frage ich sie, wie es ihr geht. Sie antwortet: Nicht gut. Das hat sie noch nie getan!

WSMDEGT 10/16

Wie schon auch letzten Monat fragt Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag.

00:45 – Doch noch eine Mail an U., der ich wohl etwas hart über den Mund fuhr, als sie schon wieder mit ihrem Thema begann, was im Grunde schon seit zwei Jahren geklärt ist. Aber die Nerven lagen da schon blank.
01:30 – Doch mal ins Bett.
06:48 – Beim Aufwachen das Gefühl, es könnte Schnee liegen. Es regnet aber ’nur‘.
06:51 – Das Bad ist kalt:
06:59 – Warum steh‘  ich eigentlich nicht auf frisches Brot, wie all die anderen?
07:18 – Immerhin heute mal pünktlich an der Straßenbahn.
07:36 – Arbeitstrott – es gibt sogar etwas zu tun.
09:35 – Die Sekretärin will wissen, warum ich so „voll Scheiße“ aussehe. Ich spare mir die Erklärung.
09:37 – Die Sekretärin bittet mich in der Personalabteilung anzurufen, ich hätte mich vergessen einzustempeln.
09:39 – Mein Mann ruft an und sagt nur: „Ham wa“.
10:30 – Es ist definitiv – fertig wird heute nix, weil dauernd …
10:55 – Straßenbahn schon zurück, denn …
11:17 – …soll T. mit dem Zug ankommen.
11:33 – rollt dann der Zug mit „5 Minuten Verspätung“ ein.
11:50 – Reden, Tee trinken, Pfannekuchen machen, Pilze machen
12:15 – Kommunikatives Mittagessen
12:50 – Rückzug hinter den Computer. Eine ‚Kategorie‘ ist eine ‚Kategorie‘ die eine ‚Seite‘ ist – bei ihr. Bei WordPress gelingen ihr Sachen, die ich noch nie gesehen habe – keiner kann sie aber (er)klären. Leise Zweifel, ob sie überhaupt etwas von mir lernt.
15:50 – Zeit für ein Spaziergang, doch vorher kurz Zugzeiten checken. Der, mit dem sie fahren wollte fällt aus, entweder jetzt oder erst in drei Stunden mit unsicherer Prognose. Da die Kinder ‚warten‘ …
16:27 – Wir holen ein paar wenige Küsse nach … und jede/r denkt vermutlich so ihren / seinen Teil. Die Gemengenlage ist aber auch etwas appart.
16:37 – Der Zug ist auf die Minute püntklich und weitgehend leer.
16:45 – Kurz auf der Post. Päckchen holen. Nächste Whiskey-Lieferung die mir –  wie sollte es anders heute sein – T. geschenkt hat.
16:55 – Kurz Mails etc. checken
17:10 – Tageslektüre: 3 Seiten „Die besten deutschen Gedichte“ und 10 Seiten Jürgen Neffe: „Marx, der Unvollendete“.
18:00 – Auf die Minute Abendessen, mein Mann muss noch weg, ich später ja auch. Bis dahin schimmel ich echt ne Runde ab.
19:39 – Wieder auf der Straßenbahn
19:55 – Längere Übergabe, da ich I. lange nicht gesehen habe und wir uns, obwohl wir uns kaum kennen, sehr, sehr mögen.
20:10 – Scheint ruhig zu beginnen. Aber das schien dann nur so.
23:00 – Die Ablöse ist pünktlich. Und da G. gestern auch dabei war, will sie mir gestehen, wie schrecklich sie den Abend fand. Wir kommen in einen kleinen, für mich überraschend gleichmeinenden, Austausch und entwicklen zwei Ideen, von der die eine ich wohl morgen gleich auf den Weg bringen werde. Daher erst …
23:35 – … zu Hause. Mein Mann ist überraschend noch wach, eins kann ich noch loswerden.
23:55 – Wein und TV – ich werd‘ sicher noch eine Stunde brauchen – aber der Ersatzsohn T. kommt morgen sicher nicht vor, da reicht es dann mal für einen Mittagsschlaf.

 

D I E Erkenntnis

Wenn etwas diese Welt sicher ist, dann: g e s c h w ä t z i g!

Der Vorsitzende von Verein schafft es, die reguläre Vorstandsvorsitzung auf knapp drei Stunden auszudehnen und derweil nur die Hälfte aller Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Liegt daran, dass er meint, zu allem und jedem ein Statement geben zu müssen, auch dann, wenn K. und (! nicht oder!) U. zum dritten Mal das gleiche Argument wiederholen (was ggf. von G. noch bekräftig wird).

Im Lesekreis haben sie auch alle Babelwasser getrunken, und jede Assoziation ist recht, irgendetwas zu erzählen – mit Weiss hat das meist nicht einmal mehr am Rande was zu tun.

Jede*r wie will – # 442

P. mit seiner Tochter kommt. Zu unterschiedlichen Zeitn. So gibt es für P. und uns Steinpilzarvioli mit Petersilien-Salbei-Butter, davor den ersten Feldsalat, danach Griesschnitten mit Zimtzucker und für das Fräulein Tochter auf Wunsch Pfannenkuchen mit Birnenkomoptt.

2017-09-15 17.24.37

Die Kugel

Gestern mich wieder mit der A.-Gruppe getroffen. Etwa alle 18 Monate bekommen wir das hin. Zuerst Begrüßungen, als sei wir alle von einem sinkenden Schiff gerettet worden, dann die ersten Gläser Sekt. Irgendwann wird es M. aber zu bunt und sie scheucht uns in Wohnzimmer. Dann holt sie die Kugel hervor und los geht es mit: „Wie bin ich heute hier?“ Das erstreckt sich dann bei uns in diesem Fall auch auf die letzten Monate – und so dauert das ‚Ritual‘ in höchster Konzentration und mit gehörigem Ernst gute zweieinhalb Stunden. Erst dann gibt es was zu Essen. Da sind wir eisern.

Es ist wirklich spannend bei zwölf Menschen Mitten ins Leben zu sehen, denn bei diesem ‚Ritual‘ herrscht eine seltene Offen- und Vertrautheit auch recht intime Dinge zu sagen. G. erzählte etwas über den Tod seiner Frau und welche Vereinbarungen getroffen haben; M., ist – mal wieder – zu ihrem Ex-Mann zurück (angeblich wegen der Hunde, die sich so gut vertragen); A. hat zwar anfänglich gezickt wie immer, rückte dann mit zwei Todesfällen raus; M. geht es nach der letzten Krise ausgesprochen gut; …

Das Essen rückte wie immer wirklich in den Hintergrund und es klappte sogar wieder, dass wir auch am Tisch meist gemeinsam ein Thema hatten –  und das will, wie ich finde, bei elf Leuten wirklich was heißen.

SY-Carioca

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