Durch die Zeit

Tag: Griechenland

heute

Komischer Tag. Beginnt schon damit, dass ich bei der Arbeit etwas zu tun habe – und zwar zum ersten Mal die ganze Zeit. Das muss wohl eine kosmische Fügung gewesen sein, denn alle Anfragen, die ich in den letzten drei Wochen losgeschickt habe, wurden heute beantwortet, was dann natürlich die ein oder andere Aktion nach sich zog.

Dazwischen vermeldete mein Mann, dass er nun auf dem Weg nach Griechenland sei (was jetzt aber keine Überraschung war, da schon bekannt) und in dem Moment stand seine Nichte im Raum, die mit ihren 17 Jahren meint, eins auf ‚Schwarze Furie‘ machen zu müssen.

Zuhause dann kurzes Mittagessen, Tageslektüre und Aufbau des ‚Studios‘. Dann warten auf I. und ich werde so grottenmüde, dass ich fast Angst habe, am Schreibtisch über Marx einzuschlafen und das Klingeln nicht zu hören.

I. kommt dann mit A. Was in der Hinsicht interessant ist, dass ich A. aus einem komplett anderen Zusammenhang kenne, der mit schwul aber so gar nix zu tun hat. Wie sich dann im Laufe der nächsten Stunden herausstellt, scheinen sie ein Paar zu sein.

Vor der Kamera ist I. irgendwie gehemmt, bewegt sich zwar gut, aber dennoch etwas verhalten, es fehlt das Quentchen Extra. Sonst hat I. kein Problem, auch mal einen Ständer zu produzieren, wenn es zum Foto passt – heute hat das Seltenheitswert.

Mehl ist nach wie vor aufwändig (im Aufräumen) und bringt nur wenig gute Bilder. Die ersten Versuche mit Holi-Farben schlagen fehl, da braucht man echt Mengen.

Als beide weg sind, beschleicht mich irgendwie eine tiefgründige Traurigkeit. Ich nacke dann zwar auch noch etwas vor der Kamera, aber das wird alles nicht so richtig. Also noch kurz einkaufen, damit ich was zum Essen habe und etwas fernsehen, schon mal viele Bilder bearbeitet und mich sämtlichen Kontaktversuchen verweigert. Morgen gehe ich wohl auch etwas später zur Arbeit – scheint, ich muss mich mal etwas um mich kümmern.

Der Tag

etwas länger geschlafen (sehr berechtigt) – genossen sich nix anziehen zu müssen und das tee-frühstück auf den balkon einnehmen zu können – krimilektüre beendet (absolut nicht empfehlenswert, aber es war schön die orte, in denen er spielte, fast alle zu kennen) – mal wieder im voskuil weiter gemacht – kleiner ‚workout‘ zur documenta – danach weiterhin nackt mit proust-lektüre und voskuil auf dem balkon – eine gute stunde am rechner wegen beckett u.a. – zwei stunden locker in der küche da abendgäste – a. bezeichnet mich als „nackedei“, dabei habe ich ein t-shirt an – schicklich angezogen begrüße ich den rest der gäste – bei spargel mal wieder die unterschiedlichsten themen, von griechenland bis verpatnerung – das theoretisch gemeinte „wollen wir noch abwaschen?“ (ich) wird praktisch interpretiert (mein „mann“) – jetzt wird geschimmelt …

Pempel, pempel!

  • In Griechenland ist es heiß – hier nicht.
  • In Griechenland fahren sie alle wie die Irren, aber dafür rücksichtsvoll.
  • Der Grieche an sich pempelt gerne mit Wasser, komplett unabhängig davon, ob es Sinn macht oder nicht. Hauptsache er und sie kann mit Wasser rumspritzen und das am besten den ganzen Tag über.
  • In Griechenland gibt es viele, viele griechische antike Stätten – die einem aber überhaupt nichts sagen, wenn man nicht viel, viel darüber gelesen hat oder jemanden es einem erzählt.
  • Griechische Campingplätze sind entweder nicht mehr existierend oder voll oder unerträglich laut oder komplett upgefuckt – bis auf einen
  • In griechischen Kneipen bekommt man für wenig Geld gigantische Portionen. (Erklärt, warum der Grieche an sich jetzt nicht so der eher schlanke Typ ist.)
  • In griechischen Kneipen bekommt man bevor man auch nur überhaupt etwas gesagt oder geschweige denn bestellt hat, erstmal kostenlos eine Glas oder eine Karaffe Wasser hingestellt.
  • Wo in Griechenland absolutes Halteverbot draufsteht, muss es noch lange nicht damit gemeint sein.
  • Die griechischen Straßenbauer bringen die Gullydeckel auf den Straßen immer so an, dass man unweigerlich darüber fahren muss. Warum konnten wir noch nicht erruieren.
  • Die griechische Finanzkrise ist im Straßenbild eigentlich nicht sichtbar.
  • Die griechische Finanzkrise ist im Gepsräch mit Freunden mehr als spürbar, fast schon bedrohlich.
  • Der Grieche an sich spricht schnell und kann oft deutsch.
  • Der Grieche an sich ist multitaskingfähig. In der Kneipe läuft auf dem rechten Bildschirm Basketball (mit Ton), auf dem linken Fußball (mit Ton), dazu läuft Rembetiko-Musik (so laut wie die beiden Spielberichte) … und der Grieche kann alles gleichzeitg kommentieren, noch etwas nachbestellen und das Gespräch weiterführen.
  • Warum hat mir noch nie jemand etwas vom griechischen Tsipouro erzählt?

Sommerloch

Nicht nur in der Politik. Mein ‚Loch‘ wird auch immer irgendwie tiefer, so dass es die Sonnenstrahlen immer schwerer haben. Der Mailverkehr ist nahezu zum Erliegen gekommen. Bei tumblr scheinen die meisten auch im Urlaub zu sein, wie hier im Reader. Und immer noch keine zufriedenstellende Lösung für die Griechenland-Lektüre.

Gebucht! / Zu buchen / Buch

Zwei Flüge nach Kavala (Griechenland) und zurück.

Was noch fehlt: Eine Unterkunft. (Scheint wohl ein Camping-Platz zu werden.)

Was auch noch fehlt: Wie bewegen wir uns dort von Fleck zu Fleck? (Scheint ein (teurer) Mietwagen zu werden.)

Und die allergrößte Frage: Was nehme ich an Lektüre mit? Platon bietet sich an, Aristophanes, Sophokles usw., aber das kann man ja nicht nur lesen. Die Online-Bibliothek gibt auch kaum was her, kaufen ist ja nach wie vor nicht. Bleibt das eigene Bücherregal (und das Fluggepäcklimit). Das wird jetzt echt ne Herausforderung.

Solidarität – ein schwacher Versuch

Nein, einen „Grexit“ darf es für Europa einfach nicht geben. Das wäre weltweit ein extrem schlechtes Fanal und würde – und da braucht man sich echt keine Gedanken machen – früher oder später ganz Europa treffen. Man kann jetzt sicher hunderte von Stunden diskutieren, wer an was warum wie schuld oder nicht schuld ist – aber in Hinsicht auf die Zukunft Europas ist das aus der Reihe: „Wir spielen Kindergarten“.

Wenn es da bis Dienstag keine Einigung gibt, dann können wir ja alle schon mal auf unsere eigenen Konten schauen, was wir denn demnächst so spenden können, wenn in Griechenland die ersten verhungern oder Kinder nicht operiert werden können oder …

Es ist ein wirklich extrem schweres Thema und ich würde auch nicht behaupten, da wirklich durchzublicken – aber wenn die europäischen Staaten wieder beginnen, die eigene Nationalitäten über die europäische Gemeinschaft zu stellen, dann ist das klar der Weg zurück in die Kleinstaaterei mit allen negativen Konsequenzen. Jeder ist sich selbst der nächste … das ist mit Sicherheit nicht die Lösung (auch nicht in Hinsicht auf die Flüchtlinge, die übers Meer kommen).

Daher von meinem Mann und mir eine vollkommen hilflose Solidaritätsbekundung für Griechenland und Europa: Er hat Mezze gemacht, also viele verschiedene kleine ‚griechischen‘ Gerichte, die ihren Ursprung in verschiedenen europäischen Nationen haben.

Ein bisschen

Das war heute so ein echter Ein-bisschen-Tag. Von jedem etwas, aber irgendwie von nix viel. Ein bisschen gelesen, ein bisschen in der Badewanne gelegen, ein bisschen Musik gehört, ein bisschen gewixt, ein bisschen gekocht, ein bisschen fern gesehen, ein bisschen telefoniert, ein bisschen im Internet gesurft …

Aber nix Ganzes und nix Halbes letztendlich. Und das macht irgendwie zufrieden-unzufrieden, denn „man hätte doch“ und „schön es zulassen zu können“.

Morgen wird das anders werden, der to-do-Zettel ist reich an Aufgaben, meist ungeliebten, dann noch Dienst und noch ein letzter alleinig / einsamer Abend, dann ist mein Mann aus Griechenland zurück.

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