Durch die Zeit

Tag: Gulasch

Zeitreise

Jut, ich bin dann mal für vier Tage wieder im Mittelalter. Als Koch. Frühstück und Mittagessen für jeweils 15 Reckinnen und Recken. Abendessen hängt dann in vielfältiger Form von Wurst, Käste und Brot so in der Gegend rum.

Es gibt die bewährten Kohlrouladen, heute ne einfache Pilzpfanne (ggf. mit Pfannekuchen), Sonntag dann schon etwas die Herausforderung: Rehgulasch mit Semmelnknödel und einer Art Bigosch – das über offenem Feuer (maximal zwei Kessel nebeneinander …). Die Linsensuppe am Montag ist dann Erholungsprogramm.

Etwas müde – # 442

Gegen 4 ins Bett gekommen, um 9 dann wieder auf, am frühen Nachmittag eine Stunde geschlafen. Ich mag diesen Zustand der Übermüdung dann schon, weil er mich fokussiert. Abendessen mit Mann, J., meiner Patentochter S. und ihrer Freundin M. Mein Gulasch – Eigenlob stimmt – gehört echt zu den besten, die ich je gemacht habe, schiebe es aber auf das fantastische Fleisch vom Metzger nebean (wobei der Kilopreis bei ihm gegenüber dem Discounter vier Euro billiger (!) war). Immer dann, wenn ich meine nächste Frage nicht anbringen konnte – war ich wegen der Übermüdung die Gelassenheit selbst, habe gewartet, bist wieder Luft war, und dann meine Frage gestellt. Und immer wieder muss ich erkennen: Ich hab’ne echt klasse Patentochter! Die ist nicht nur nicht auf den Kopf gefallen, sondern kann auch Fragen stellen!

2017-09-09 22.41.42

Wegen Dienst gestern schon „Pate I“ verpasst, jetzt zu spät für „Pate II“ gekommen – aber somit weiß mein Mann, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Jetzt sag‘ bloß einer, ich sei nicht pflegeleicht!

Es hätte so einfach sein können

Ich will ja nicht hochmütig klingen, aber im Grunde gibt es in dieser Stadt nur drei Restaurants, in denen wir ernsthaft essen gehen können. Nichts gegen den ein oder anderen Italiener oder Grieche hier – aber die Pasta bekommen wir in der Zwischenzeit auch echt gut hin und danke Eva auch eine erstklassige Pizza. Das ein oder andere Griechische machen wir eh seit Jahren. Für ein Schnitzel oder Gulasch muss ich auch nicht aus dem Haus, ebensowenig für Knödel jeglicher Art. Einzig Döner bekommen wir nicht hin.

Zum Geburtstag dachte ich mit Mann und Freund essen zu gehen. Restaurant 1 (teuer) hat aber seit eineinhalb Jahren das Programm nicht geändert – und auf eine Wiederholung habe ich so nicht richtig Lust. Restaurant 2 (teuer) wäre ein Wagnis, denn die, die dort waren, waren nicht sehr überzeugt, viel Schischi und Theater halt. Restaurant 3 (sehr teuer) ist mitten in einem Pächterwechsel und hat eh zu.

Jetzt doch selber kochen? Oder zum guten Italiener? Zum halbteuren Inder?

Wer viel arbeitet …

Wir werden ja recht selten zum Essen eingeladen (mal abgesehen vom „Familienessen“). Das passiert vielleicht zwei Mal, maximal drei Mal im Jahr. Mein Mann meint, das läge darin, dass wir kochtechnisch halt schon etwas vorlegen und die anderen sich dann nicht trauen. Da helfen dann auch Beteuerungen, Nudeln mit roter Soße würden reichen, nicht viel. Aber wenn wir eingeladen werden, dann sind die Essen zumindest gut, wenn nicht sogar sehr gut wenn nicht sogar raffiniert.

Bis auf eins. Auf der Burg. Vor zwei Jahre. Kein ‚richtige‘ Einladung, aber wir wurden – mit ein paar anderen Männern und Frauen – bekocht. Ich werde es bis zu meiner Demenz nicht vergessen, wie der ‚Koch‘ – mit mords Gedöhns den ganzen Tag über – sich bei denn Essgästen entschuldigt, dass der Fisch (ich glaube es war Zander für über 70 Euro) im Topf einach zerfallen sei, das sei ihm noch nie passiert, denn er würde ihn immer so vier bis fünf Stunden kochen, das müsse also am Fisch liegen … Wir spielen ja nur Mittelalter und haben daher keine Schwerter oder Waffen die scharf sind. Das war in dem Moment sein Glück. Boa, war das ein Frass!

Für Freitag bis Sonntag bin ich – kurzfristig – ich dann dran. Der ‚Koch‘ hat das Lager abgesagt und ich hatte großmundig davon gesprochen, dass ich mitkomme, wenn ich etwas zu tun habe. Jetzt habe ich die Soße. Dreimal Mittagessen für jeweils 15 Personen auf einer einfachen Feuerstelle. OK, Gemüsesuppe geht immer, ein paar Würstchen dazu, gut ist. Aber das ist dann nur Tag eins. Für Tag zwei hat man sich Kohlrouladen gewünscht. OKeee … und an Tag drei darf es dann ein Gulasch sein. Dazu halt immer mindestens eine Beilage, an zwei Tagen noch eine Süßspeise für hinterher.

A. wird mir helfen, aber das wird schon allein mit den Mengen ne Menge Arbeit werden.

Und da ich nicht auf der Burg schlafen kann (also, ich könnte, ich meine Platz wäre schon, einmal im großen Saal (nee, ich will schlafen und nicht Schnarchern zuhören) oder bei den Burgherren (aber da bekomme ich immer Panik, weil die ganz oben wohnen und wenn da Feuer unten an der Holztreppe ausbricht …)) quartiere ich mich wieder bei R. ein und seiner geilen, fetten Badewanne.

Projekt/hindernis

Manchmal überlege ich nahezu ernsthaft, mit einem Buch zu beginnen, dass diesen ganzen Wahnsinn der Nahrungsmittelindustrie, der Nahrungsmittelpreise und der Umgang damit beinhaltet. Ich bekomme regelmäßig die Krätze, wenn ich sehe, was sich Leute in den Mund und in den Körper schieben und behaupten, es sei nicht nur gesund sondern gut. Und ich bekomme Pickel, wenn die leichenblasse Leute in ökologisch mehr als fragwürdigen SUV’s vor den Bioladen vorfahren sehe, die dann im Laden nach „veganen Schnitzeln“ zu fragen.

Und da bläst die SZ heute natürlich genau in mein Horn:

Der Deutsche lässt sich seine Küche so viel kosten wie keiner sonst in Europa (im Schnitt 6200 Euro). Darin verkocht er ein Olivenöl, das billiger ist als das Öl für den Motor seines Autos. Bei Stiftung Warentest liest er dann, wie mies das Öl gepanscht war, um sich nun am Stammtisch über Lebensmittelskandale zu ereifern. Reiches Deutschland, Arme-Leute-Essen.

Und während ich das lese, klopfe ich mir auf die Schulter. Unsere Küche hat mit den beiden Geräten (Herd, Kühlschrank) vielleicht 1.200 Euro gekostet (und außer einem Zauberstab gibt es kein weiteres elektrisches Küchengerät), das derzeitge Olivenöl haben wir aus Griechenland mitgeschleppt, gestern stand ich lange in der Küche, um eine Fleischbrühe zu machen, einen Linseneintopf und – ich lob mich ja echt selten, aber heute muss das sein – ein echt klasse Rindergulasch für heute (mit Knöpfle!).

Und dann schneide ich noch schnell eine Zwiebel für den Rindfleischsalat (den ich immer aus dem Suppenfleisch mache – denn ich will so wenig wie möglich wegwerfen) und komme ins Grübeln. Ich, der ich freitags auf den Markt in den Kaufrausch verfalle und bei Gemüsestand gerne mal 30 Euro liegen lasse und überhaupt in Sachen Nahrung im Ruf der Heiligkeit stehe, bekomme feuchte Augen, wenn ich im Supermarkt den 5-kg-Sack Zwiebeln für 1,79 Euro entdecke – und ihn ohne Wenn und Aber nach Hause schleppe. D.h., die Zwiebel für den Salat hat uns 3 Cent (!) gekostet.

Könnte der Grund sein, warum ich das Buch nie ernsthaft angehe.

Wir Langnasen

Nach einem langen Tag auf der Frühjahrsmesse – ich schnappe immer noch nach Luft, weil ich einfach nicht glauben will, welchen unnötigen Schrott dort nicht nur angeboten sondern auch gekauft wird! – mit meinem Mann, der die ganze Woche schon diesen Messestress hatte, zur Nudel-Chinesin. Ich mach das echt nur aus Liebe, denn ich bin geschmacklich halt ein Europäer. Hab mich an warmen Reis, warmen Sojasprossen und einem Rindergulasch versucht, dass anscheinend mit Lakritz angemacht war … nicht wirklich mein Ding. Meinen Mann ging dafür um so mehr die Augen über und er schwärmte und schwärmte. Ich kann das echt nicht einschätzen, aber da wir die einzigen Europäer in dem Lokal waren – alle anderen waren Chinesinnen und Chinesen – wird es wohl nicht ganz untypisch gewesen sein.

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