Durch die Zeit

Tag: Hochzeit

Nachtrag zu gestern

Meine Vorstellung meiner Hochzeit war mal eine ganz andere. Damals bin ich aber auch noch davon ausgegangen, dass ich eine Frau ehelichen werde.

Geplant waren die Feierlichkeiten auf einem Berghaus im Schwarzwald. Das hätte für 50-60 Menschen Betten geboten, Platz für Zelte wäre auch noch ausreichend gewesen. Geplant, so stellte ich es mir immer vor, wäre die Anreise für Freitag gewesen, abends dann Wein, Gesang und geselliges Beisammensein bis ca. 1 Uhr oder so. Und dann wäre etwas eingetreten, was wohl für viele die Herausforderung geworden wäre, nämlich das: Silentium (= Stille). Will heißen: Von 1 Uhr morgens bis zur eigentlichen Trauung sollte niemand (!) auch nur ein Wort sprechen. Von Vorteil wäre es gewesen, dass die Trauung bei Sonnenaufgang hätte stattfinden sollen. Man hätte schon einen guten Tag auswählen müssen, sonst wäre das mit dem Aufstehen arg früh geworden. Also Aufstehen im Silentium, kurz Kaffee / Tee, ne Kleinigkeit in den Mund, dann eine gute halbe Stunden den Berg hoch, dort die Trauung mit Blick ins Rheintal durch einen katholischen Priester. (Der blieb übrigens auch im Programm, als klar wurde, neben mir würde ein Mann stehen. Denn ich kannte einen, der – entgegen der kirchlichen Lehre – kein Problem gehabt hätte, auch zwei Männer zu trauen.) Danach wieder Gesang, Wein, Weib und Mann und Fete bis Sonntag. Wer schließlich noch hätte bleiben wollen, hätte bleiben können.

Eine Besonderheit hätte es zudem noch gegeben. Denn zum Geschirrspülen hätte ich mich mit meinem besten Freund P. in die Küche eingeschlossen. Er vor (!) der Spüle, ich mit einer Flasche Champagner auf (!) der Spüle. Ich hätte ihm zugesehen, wie er Berge um Berge abwäscht – einfach nur als Wiedergutmachung der Berge, die ich schon für ihn abgewaschen habe. Da hat er aber jetzt Glück gehabt.

2.8.16

Am Ende des Abends:

  • Schon spannend zu sehen, wie L. und U. das Abendessen als Forum sehen und mindestens die erste Stunde mit ihren Themen beherrscht. (Was mein Mann, der früher mit L. zusammen war, so „überhaupt nicht“ sehen kann.)
  • Die Morchelsoße zu den Perlhunbrüsten war echt der Hit – das Lob gehört vollumfänglich meinem Mann, überhaupt – das war gut gekocht.
  • Schon spannend, wie L. und U. immer konservativer werden und in gewisser Weise der „guten alten Zeit“ nachtrauern, während der Rest tapfer dagegen hält und die Gegenwart annimmt.
  • Ich mag E. einfach.
  • Bewundernswert, wie E. sich mit der Bibel auskennt. Das war gegen Ende mal kurz Thema, also mein Leseprojekt, und E. feuerte eine Stelle nach der anderen ab.
  • Als Hochzeitstermin wäre der 2.8.16 so schlecht nicht, denn 2 x 8 = 16
  • Und trotz Halbhexenschuss genieße ich es gerade, mal wieder ohne Hosen rumsitzen zu können. (Das T-Shirt ist aber auch wirklich lang und dick genug.) (Ähh, Anmerkung: Die Hosen sind runter seit die Gäste weg sind und nicht derweil – ich weiß, was sich gehört!)
  • Und schon ganz schön interessant, dass E. und ich jeweils auf Balken gekommen sind. Und wir haben das – Hand aufs Herz – echt nicht abgesprochen.

T.

Ist jetzt schon wieder echt ne Ecke her, dass ich T. gesehen haben, den Bruder von F., den wir gerade eine Woche hier hatten, was heißt, dass es die Neffen von E. sind. Und über E.s Hochzeit in Istanbul bin ich mit den beiden Junges überhaupt erst richtig in Kontakt gekommen, als wir ein paar Tage in einer Art Groß-WG lebten, in der es in erster Linie drunter und drüber ging – es aber einfach nur gut war.

Und es gab so Momente mit T., wo mir die Spucke wegblieb, denn der kann richtig gute Fragen stellen und mit einfachen Antworten hat er sich bei mir jedenfalls nicht abgegeben.

Und er war für mich eine echte Herausforderung, trägt er doch den gleichen Vornamen wie mein tödlich verunglückter Bruder – den ich bis dahin quasi nie wieder in den Mund genommen habe.

Heute alles etwas schüchterner, fremdelnder, mühseliger, zäher. Aber es ergab sich, dass wir dann doch 15-20 Minuten unter vier Augen hatten und da blühte er dann doch schon um einiges mehr auf. Und gute Antworten auf meine Fragen.

Fazit: a.) Die beiden mit ihrer Mutter waren zum Abendessen hier und es hat ihnen gefallen. b.) Im März würden sie gerne wieder zum Essen kommen. c.) Beim Gehen meinte T., er würde auch gern mal ein paar Tage zu uns kommen.

Nachtrag

Selten bin ich so ungern losgefahren wie zu dieser Hochzeit. Ob der überaus freundlichen Begrüßung dann genauso überrascht wie über die Tatsache, dass M. bestimmten Wein für mich gekauft hatte und ihn für mich in einem Privatversteck bunkerte.

Den Rest des Nachmittags / des Abends / der Nacht / des Morgens versteckte ich mich weder hinter meiner Kamera oder sorgte mich um das Büffet, räumte Geschirr zusammen, wusch es, … trank ein bisschen von „meinem Wein“ und hörte den anderen zu. Oh Gott, was für selbstgefälliges Geschwätz. Niemand stellte Fragen sondern erzählte / berichtete / toppte … nicht im geringsten Fall meine Party.

Und dann ist mir noch eingefallen, dass ich mit M. ja mal ein heftige Affaire hatte und er sich damals überlegte, sich von K., seinem jetzigen Mann zu trennen um mit mir ‚zusammen zu kommen‘. Er hat sich dann aber dagegen entschieden, da ich ihm zu kompliziert war. Heute wissen wir wohl beide, dass er einfach zu zwanghaft ist.

Im Auto zurück musste ich mir dann auch noch die Ohren zu halten, weil mein Mann und sein Ex meinten, die Welt erklären zu müssen. Demnächst gibt es für die beiden ein Grundkurs in Demokratie.

Mit Krönchen

Ich bin ja echt nicht der Sylvestertyp. Mag auch dieses Geböllere nicht. Und überhaupt, ich habe schon mal zuversichtlicher auf das nächste Jahr geschaut. Kein Grund also, heute etwas besonderes zu machen.

Und was ist? Wir sind auf eine Hochzeit eingeladen (was ich eine einzige Unverschämtheit finde – und wäre es nicht der beste Freund meines Mannes, ich hätte gnadenlos abgesagt)! Und um dem noch das Krönchen aufzusetzen: Mein Mann hat dann auch noch gleich zugesagt, dass ich Fotos mache!

Das verspricht also einen richtigen Scheiß-Sylvesterabend zu geben – dann kann es nächstes Jahr wenigstens nur besser werden.

Ich will es einfach nicht wahr haben!

Ich wußte ja, dass der Bräutigam gestern aus einer anderen Ehe drei Jungs hat. Und die Tochter der Braut aus einer anderen Ehe, die kannte ich ja schon flüchtig. Also – man(n) denkt irgendwie arg direkt – ging ich davon aus, dass die Söhne in etwa das gleiche Alter haben würde wie die Tochter. Und das gab Anlass zur Hoffnung, vielleicht auf einen hübschen Jungmann zu stoßen, der für Photos aufgeschlossen wäre.

Aber:

  1. Ehepartner müssen nicht unbedingt vom Geburtsjahr recht nahe beieinander liegen.
  2. Und in Mathe war ich schon eh immer schlecht gewesen!

Fazit: Ich kann morgen in aller Ruhe meine Packtaschen packen.

# 178 – Es schickt

Das war sie also nun, meine letzte Hochzeit, die ich für umme photographiert habe. 14 Uhr ging es los mit „vor dem Standesamt“, dann wegen Verzögerung erst eine dreiviertel Stunde später „im Standesamt“, anschließend „nach dem Standesamt“. Kurze Pause, um zum Fetenort zu kommen, dort dann die „offiziellen Bilder“ anschließend 20 Minuten Pause. Dann eben „Sektempfang“, „Eröffnung Büffet“, „Büffet“ und „Hochzeitstanz“. Damit nicht genug, es gab noch drei „Acts“ und wie immer – jede/r muss ja mindestens einmal gut auf einem Photo sein, und das ist echt ne Sache bei 90 Gästen. Um drei lag ich dann im Bett.

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Und um es von den Socken zu haben: Heute Stund um Stund Bilder gesichtet, gelöscht, bearbeitet, hochgeladen …

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