Durch die Zeit

Tag: Istanbul

Vorfreude

Ich hoffe E. nimmt es mir nicht übermäßig übel, den ich schon längst in I. hätte besucht haben wollte, aber im März geht es jetzt erstmal für vier Tage nach Neapel mit der Ex. Lese gerade von Roberto Saviano „Die Lebenshungrigen“ und hab‘ davor mit Begeisterung auch „Der Clan der Kinder gelesen“. Und die Ferrante (nur 1. Band gut, dann nimmt es kontinuierlich ab) spielt ja auch dort. Dann gibt es noch Pompei, wo ich als Kind schon immer hin wollte und überhaupt … es ist a) Italien und b) am Meer und c) muss ich nicht alleine fliegen und d) ist es echt ein Versuch, was da dann die Angst mit mir macht und e) sind meinte Ex und ich derzeit auch nicht gerade Kinder der Traurigkeit und f) … ich glaube es ist einfach gerade dran, Neues zu entdecken.

Lieber E., im Januar und Februar hätte ich noch ein paar Tage Urlaub und wenn das mit dem Krieg nicht weiter eskaliert und vielleicht T. auch Zeit hat …

caj

Ich / Wir sind ja echt nicht oft beim Steh-Türken um die Ecke. Obwohl der ne Pizza macht, die man sonst hier in der Umgebung echt lange suchen muss. Und wenn „scharf“ dransteht, dann ist die es auch.

Da ich heute ja von einem Termin zum anderen renne, reichte es beim Umsteigen von der einen Straßenbahn in die andere eben dort vorbeizugehen, um mir – Großverdiener, der ich ja jetzt bin – nen kompletten Döner-Teller reinzuziehen. Mit nem Glas Tee, den ich bei E. in Istanbul lieben gelernt habe – denn ohne jede Diskussion: Mit nem Schiff über den Bosporus, nen Tee in der Hand, die Kulisse von Istanbul vor oder hinter sich … g e i l!

Beim Bezahlen kommt der Chef angerannt um dem Neuen hinter dem Tresen zu verklickern: Der Tee geht bei dem selbstverständlich aufs Haus.

Keine Ahnung wie ich zu dieser Ehre komme – aber es hat mich gefreut.

Grave

Irgendwie ist gerade alles schwer. Irgendwie macht mir meine allgemeine Situation zu schaffen. Mal abgesehen von so ‚Kleinigkeiten‘, dass ich mehrmals auf dem Flughafen Istanbul-Atatürk gewesen bin und gar keine Bilder brauche um mir vorstellen zu können, wo die Bomben hoch sind.

Ich habe die finanziellen Mittel zur Verfügung wie als Student, habe einen ‚Job‘, der über die Bezeichnung ‚einfache Hilfstätigkeiten Büroorganisation‘ nicht hinauskommt (wenn er das überhaupt erst erreicht?), bin die meiste Zeit alleine und wenn es zur Kommunikation kommt, dann ist meine Rolle bei der überwiegenden Mehrheit deutlichst definiert: „Ha, der kann ja richtig gut zuhören – also kann ich reden!“

Es saugt irgendwie alles.

Und einiges, was früher als Ausgleich diente fällt gerade weg. Dieses Jahr war ich noch nicht ein einziges Mal in der Schweinebucht. Lag einerseits klar am Wetter, andererseits … mit den 9 kg mehr sehe ich aus wie … nee, das lass ich dann doch lieber im kleinen Kreis. Und seit dem jetzt wohl drei Jahre währenden Ausgabestopp kommen auch keine Eitelkeiten irgendwie rein …

Wie auch immer. Ich durchdringe es derzeit nicht und fühle es eben nur schwer und anstrengend.

T.

Ist jetzt schon wieder echt ne Ecke her, dass ich T. gesehen haben, den Bruder von F., den wir gerade eine Woche hier hatten, was heißt, dass es die Neffen von E. sind. Und über E.s Hochzeit in Istanbul bin ich mit den beiden Junges überhaupt erst richtig in Kontakt gekommen, als wir ein paar Tage in einer Art Groß-WG lebten, in der es in erster Linie drunter und drüber ging – es aber einfach nur gut war.

Und es gab so Momente mit T., wo mir die Spucke wegblieb, denn der kann richtig gute Fragen stellen und mit einfachen Antworten hat er sich bei mir jedenfalls nicht abgegeben.

Und er war für mich eine echte Herausforderung, trägt er doch den gleichen Vornamen wie mein tödlich verunglückter Bruder – den ich bis dahin quasi nie wieder in den Mund genommen habe.

Heute alles etwas schüchterner, fremdelnder, mühseliger, zäher. Aber es ergab sich, dass wir dann doch 15-20 Minuten unter vier Augen hatten und da blühte er dann doch schon um einiges mehr auf. Und gute Antworten auf meine Fragen.

Fazit: a.) Die beiden mit ihrer Mutter waren zum Abendessen hier und es hat ihnen gefallen. b.) Im März würden sie gerne wieder zum Essen kommen. c.) Beim Gehen meinte T., er würde auch gern mal ein paar Tage zu uns kommen.

K. – RIP

Gerade eben von einem meiner besten Freunde eine Blogeintrag gelesen. Der Titel „K. ist tot“. Ich kannte K. auch, nicht wirklich gut, einmal ne Radtour, einmal ne Hochzeit in Istanbul – aber da gab es so einen Männerabend, an dem wir unserer Scheu voreinander haben fallen lassen. Ich glaub schon, dass ich ihm als Schwuler etwas suspekt war – und er war mir etwas suspekt, weil er halt Mann war wie aus dem Bilderbuch. Ab an diesem Abend kamen wir ins Gespräch und da waren auch gemeinsame Themen und die Scheu war weg.

Denke jetzt an die Frau, die beiden Söhne. Wie hart für die.

Und all die anderen Toten ziehen gerade an mir vorbei – einzeln kann ich mich gut an sie erinnern und auch dankbar sein, aber bei so einem Zug ist es eine Demonstration des Verlustes.

+ 4

E. hat zwar erst morgen Geburtstag, aber ich habe ihm schon mal per Mail gerade eben gratuliert und die Mail wird dennoch am richtigen Tag ankommen – der Zeitunterschied macht es möglich. Denn er sitzt derzeit in Indien und ist mir vier Stunden voraus.

Irgendwann werde ich über E. mal so was wie einen Roman schreiben. Oder eine Sammlung von Erlebnisse. Denn mit ihm hab‘ ich schon ne Menge mitgemacht, richtig Schönes wie auch richtig Beschissenes. Und oft war er für mich so ein Art Vorreiter. Und in manchen Dingen denke ich, dass man soviel Mut einfach gar nicht haben kann. Und dann denke ich wieder, dass man so blöd doch eigentlich auch nicht sein kann. Und immer wieder überrascht er mich. Da meint man jemanden zu kennen, ihn einigermaßen einschätzten zu können und was ist … nix. E. und ich kennen uns wohl so seit ca. 25 Jahren (irgendwas in der Größenordnung jedenfalls) wir haben uns schon duelliert, er war (eher unfreiwillig) der erste, der Aktaufnahmen von mir gemacht hat, er hat mir zwei Weltstädte gezeigt wir haben hunderte von Stunden diskutiert und da gab es verdammt viele Momente, wo er einfach so was von genial im Denken war, wir haben ein Buch zusammen herausgegeben, wir haben einen Literatur- und Musikgeschmack, der sehr, sehr unterschiedlich ist und wir können einfach auch vor einer Tasse Kaffee sitzen und einfach mal die Klappe halten.

Also nochmals hier, falls Du über die Seite hier stolperst: *umarm* *schulterklopf* *bauchstups*

Anton Weyrother

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