Durch die Zeit

Tag: J.

Etwas müde – # 442

Gegen 4 ins Bett gekommen, um 9 dann wieder auf, am frühen Nachmittag eine Stunde geschlafen. Ich mag diesen Zustand der Übermüdung dann schon, weil er mich fokussiert. Abendessen mit Mann, J., meiner Patentochter S. und ihrer Freundin M. Mein Gulasch – Eigenlob stimmt – gehört echt zu den besten, die ich je gemacht habe, schiebe es aber auf das fantastische Fleisch vom Metzger nebean (wobei der Kilopreis bei ihm gegenüber dem Discounter vier Euro billiger (!) war). Immer dann, wenn ich meine nächste Frage nicht anbringen konnte – war ich wegen der Übermüdung die Gelassenheit selbst, habe gewartet, bist wieder Luft war, und dann meine Frage gestellt. Und immer wieder muss ich erkennen: Ich hab’ne echt klasse Patentochter! Die ist nicht nur nicht auf den Kopf gefallen, sondern kann auch Fragen stellen!

2017-09-09 22.41.42

Wegen Dienst gestern schon „Pate I“ verpasst, jetzt zu spät für „Pate II“ gekommen – aber somit weiß mein Mann, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Jetzt sag‘ bloß einer, ich sei nicht pflegeleicht!

Nur noch wenig warten

Vorhin richtete mir die Mutter von J. aus, dass er – nach längerem Überlegen – nun doch Lust hat, dass ich ein paar Portraits von ihm schieße. Freut mich sehr, denn er ist mit seinen knapp 16 Jahren wirklich einer der schönsten ‚Knaben‘, die ich je zu Gesicht bekommen habe.

Vielleicht wird ja auch eine Reihe draus.

Nicht meine Welt

J. hat mal wieder angerufen. Nach den üblichen Klagen über die Schlechtigkeit der Welt und über die Schlechtigkeit der Auftragslage erwähnte er im Nebenbei, dass er gerade mit seiner Frau in London war, um sich jeweils einen Fahrradrahmen anpassen zu lassen.

Räder und Speichen und Bremsen und Schaltung und … kommen dann von woanderst.

Geschunden & gestunken

OK, die Überschrift ist grammatisch nicht korrekt, aber dafür hat sie Rhythmus. Aber geschunden sind die Hände schon, voll von Eiterbeulen und Pestwarzen … nee, so dramatisch jetzt auch wieder nicht, aber ein Pflaster brauche ich dann schon und nen halben Liter Handcreme, weil sonst die Haut reißt. Liegt wohl an dem offenen Feuer, vor dem ich Stund und Stund stand. Dass ich mir nicht alle Finger verbrannt habe, grenzt an ein Wunder.

Irgendwie war es ganz schön, dann aber auch zugleich anstrengend und ein bißchen komisch. Das sind meist ganz nette Typen – aber ich vermute, wenn man Mittelalter so exzessiv macht, muss man schon einen gewissen Hau haben.Und dann finde ich es schon bedenklich, auf so ein Lager zu fahren und sämtliche Essenseigenheiten mitzunehmen. Einer aß nur dann mit, wenn er den Pfeffer selber drauf machen konnte (wie ich beobachten konnte, eine ganz normale Menge, ich hätte wohl weniger genommen), seine Freundin grenzte sich komplett aus, da sie mit ihren diversen Allegien kocketierte und so ihren Part an Aufmerksamkeit einforderte. Dafür waren die beiden J. zuverlässige Esser, die nach dem zweiten Nachschlag höflich in die Runde frage, wer noch was wolle. Aufallend auch S. und N. Sind im Grunde sehr nett, er sogar der Vorsitzende des Freundeskreise, aber die sonderten sich bei jeder Gelgenheit hab. Als es Kohlrouladen gab fragte er mich, ob es noch welche gäbe. Ich verwies auf den großen Bräter an der Feuerstelle. Er stand auf, holte zwei, gab eins seiner Freundin und eins sich – aß weiter. Jede/r andere im Lager hätte gefragt, ob er wem was mitbringen könne.

M. mimte wohl wieder den Cheflogistiker. Denn man kann die ca. 50 Lager mit ihren gut 520 Menschen nicht einfach so auf die Heimreise schicken. Da benötigt es eine kontrollierte Abfahrt vom Gelände, was eh nur durch eine schmale Stichstraße zu erreichen ist. Ich habe mich dann nicht eingemischt – wunderte mich aber, das er sich so kompliziert anstellte. Zwar für alles eine Excelliste, aber das Vorgehen mit so vielen Umständen … gut, ich war dieses Jahr da nicht dabei, für nächstes Jahr hat man mich aber schon angefragt, ob ich denn auch da etwas helfen könnte (also bei der Ausfahrtunterstützung, nicht Planung).

Kochen auf offenem Feuer ist übrigens relativ anstrengend. Denn das ganze findet ja auch dem Boden statt, so dass man sich dauernd bücken muss. OK, man könnte auch Feuerschalen etwas erhöht stellen, aber dann grillt es einem die Eier noch stärker. Zudem die Holzschlepperei und die ganzen Schüsseln sind ja auch nicht aus Plastik. Dazu die Wege, denn vieles war ja im Orga-Zelt und musste auch – des Regens wegen – gleich wieder zurückgebracht werden. Dazwischen immer mal wieder etwas Holz spalten und es hinschleppen … so dass man verdammt früh anfangen muss, soll um 13 Uhr das Essen auf den Tisch stehen.

Vielleicht gibt es in ein paar Tagen ein paar Bilder von J. hier zu sehen.

Badewannen sind wohl die geilste Erfindung der Menschheit! Zumindest nach so einem Wochenende!

Jungs …

… sind dann halt meist doch oft einfach nur feige, wenn es heißt, die Hosen wirklich auzuziehen. Wie vermutet, ist er dann gar nicht gekommen.

Warum nicht jeden morgen so?

Ich bin halbschlafend am Tee machen, da tanzt ein gerade noch junger Mann in die Küche herein. Nur mit einem langen T-Shirt bekleidet ist ihm scheinbar klar, dass er sich der hiesigen Kleiderordnung angepasst hat.

Als ich später vom Markt komme, ist er gerade der Badewanne entstiegen und nun immerhin mit einer Hose bekleidet. Als er wenige Minuten später spontan ein Foto will – während ich den Rucola entstängele – meine ich, dass er doch wisse, dass ich nur Aktaufnahmen machen würde. Woraufhin er die Hose fallen lässt und fragt, ob es so OK wäre.

Nun haben wir für Sonntag einen Termin (wenn er sich daran noch erinnert, denn ein bisschen sprunghaft ist er schon).

Ansonsten eine nette Einstimmung in den Tag – wäre mir aber jeden Morgen dann doch echt zu viel.

So halt

J. hat zwar nun nachgelassen, mich mit Mails zu bombardieren – jetzt sind es nur noch zwei die Woche, früher waren es drei bis vier am Tag – aber ihre Neugierde bleibt. Das einzige, was sie noch nicht gefragt hat, sind meine sexuellen Vorlieben, alles andere war schon dran. Aus verschiedenen Gründen antworte ich äußerst selten und dann auch nie wirklich konkret. Mir geht das gegen den Strich ein Auskunftsbüro zu sein, denn, wenn wir uns – ebenfalls selten – wie heute sehen, bei einem Glas Tee in einem Café, weiß sie danach von mir genauso viel wie davor – ich dagegen bin bei ihr auf dem neusten Stand.

Vorsicht: 18plus!

Ist schon spannend zu sehen, wie sich die eigene Sexualität über die Jahre verändert, oder der Umgang damit. Nach wie vor bin ich ja einer der ganz wenigen Menschen auf dieser Welt, der auch gerne mal alleine Hand an sich legt und das auch genießen kann. Stressfreier geht Sex ja echt nicht, denn das einzige, auf was man achten muss ist man selbst. Und das bekomme ich durchaus ganz gut hin.

Als Jugendlicher und junger Mann war ja vollkommen klar, das „das“ nie jemand mitbekommen dürfte, denn das wäre peinlich hoch 27 mal 39.873 Milliarden gewesen, mindestens. Über die Zeit aber hat die Lust an sich selbst auch noch andere Aspekte aufgetan. Das mag jetzt vielleicht jetzt typisch männlich(-kindlich) zu sein, aber wenn es es sich ergibt, hole ich mir auch gern mal einen runter, wenn jemand zuschaut. (Was die- oder derjenige derweil macht interessiert mich übrigens eher wenig dann.) Das hat psychologisch bzw. anthropologisch sicher etwas von „mein Haus – mein Auto – mein Pferd“ an sich – aber das tut der Lust in dem Moment dann keinen Abbruch.

„Gelernt“ bzw. „entdeckt“ bzw. „wahrgenommen“ habe ich das vor Jahren bei einem Shooting, als ich vor der Kamera stand. Beim zweiten Shooting fragte der geniale J. eben nicht, ob das auch „ohne Klamotten“ ginge, sondern ob das „mit Ständer“ ginge. Ging nicht – jedenfalls bei diesem zweiten Shooting. Beim dritten – ich hatte in der Zwischenzeit wirklich auf eigene Art und Weise geübt – war es im ersten Moment noch aufregend, aber dann … dann klappte es auch auf Kommando.

Hin und wieder frage ich mich aber auch, ob das nun eine „Entwicklung“ ist, oder ob mit zunehmenden Alter der Reiz stärker werden muss.

Die Ex (II) – (im Grunde aber 1)

Die Ex versucht anzurfen – am Wochenende Klassentreffen nach 30 (!!!!) Jahren, und in den 30 Jahren zu ihr übrigens regelmäßigen Kontakt gehabt – um zu klären, ob wir uns schon im Zug treffen etc. pp.

Ihr Sohn, 13, am Telefon. Zweimal hat er mich bisher gesehen, beim ersten Mal hatten er und seine ältere Schwester schlichtweg Angst vor mir, weil sie aufgrund eines Photos dachten, ich sei verrückt und würde in einer psychiatrischen Anstalt leben. Wir kommen ins plaudern! D.h. ich plaudere ohne vorgehaltene Waffe und ein 13-jähriger plaudert ohne Androhung von Internetenzug auch.

Am Ende erfahre ich, dass meine Ex gar nicht da ist.

Dann rufe ich halt morgen nochmals an – denn wenn S. nicht da ist, plaudere ich halt weiter mit J. (er nach Aussagen seiner Mutter, ca. 1 Jahr nach seiner Geburt, der Überzeugung ist, dass er schwul wird und ich doch bitte frühzeitig ihm klar mache, dass das klar geht. Na, dann kann ich ja berichten, dass wir heute Abend schon mal begonnen haben, eine Vertrauensebene aufzubauen).

Alle Jahre wieder

  • Theaterfest zur Spielzeiteröffnung
  • Auch ohne offizielle Anfrage (wie in den letzten vier oder fünf oder gar vielleicht sechs Jahren) erkläre ich mich bereit, wieder zu fotografieren.
  • Und zwar kostümierte Kinder vor Hintergrund. Dieses Jahr eine Sänfte (zum reinsitzen) vor Waldhintergrund mit Plastikbaum.
  • Der Andrang gewohnt enorm.
  • Die Ausnahme in diesem Jahr: Um 13:33 Uhr gibt es für vier Minuten nichts zu tun. Zeit, um eine Kollegin meines Mannes bitten zu können, uns einen Kaffee zu holen. (Denn mein Mann hat die Aufgabe, die gemachten Bilder auszudrucken und wer weiß, wann das nächste Kind kommt. Nach vier Minuten.)
  • Gegen 14 Uhr frage ich meinen Mann, ob noch genug Geld da ist, für einen weiteren Kaffee. Seine Antwort: „Es reicht für eine Kanne – die Frage ist, wer sie holt!“ Er am ausdrucken, ich am photographieren, alle anderen am an- oder auskleiden (und mit Kindern ist das nicht ganz soo einfach).
  • „Kann ich Ihnen gerne gleich holen. Einfach nen Kaffee oder was anders?“ Eine Mutter! Zwei der drei Kinder habe ich schon abgelichtet. “ Wenn die Dritte durch ist, hole ich es Ihnen.“ Mein Mann greift zum Geldbeutel. „Lassen Sie das bloß stecken!“ Zehn Minuten steht der Kaffee da, die Spenderin schon über alle Berge.
  • Nach drei Stunden Kind einrichten, auf den Boden knien, Foto machen, hochkommen, Speicherkarte übergeben, andere Speicherkarte nehmen, Kind einrichten, auf den Boden knien … werde ich tierisch müde.
  • Offiziell dauert das Shooting vier Stunden. Wie immer werden es fünf.
  • Die Abteilungschefin duzt mich. Das gab’s noch nie.
  • Die Pressefrau, die mich sonst gefragt hat, ob ich … schaut nicht einmal vorbei.
  • Die Tageszeitung findet, wie immer, gefallen an der Aktion. Ich nenne meinen Namen und werde gebeten zwei Kinder zu fotografieren und zwar so, dass es für den Tageszeitungsfotografen gut aussieht, von meiner Position aber unmöglich wäre, auch nur eins der Kinder zur Hälfte aufzunehmen.
  • Die Thunfisch-Tramezzinis meines Mannes schmecken wie jedes Jahr zu diesem Zeitpunkt einfach nur geil.
  • Ich trinke – entgegen aller meiner Gewohnheiten – zwei Flaschen Wasser, pinkeln muss ich dennoch nicht.
  • Einige Mütter machen sich die Mühe, auf mich zuzukommen und sagen „Danke“ oder „Schöne Aktion“ oder sowas.
  • Eine Mutter kommt auf mich zu und sagt: „Danke, dass Sie sich mit der Inszenierung so viel Mühe geben. Ich hätte nie gedacht, dass ein Handhaltung soviel ausmachen kann.“
  • S., J., und V. überraschen mich mit jeweils einer Umarmung – dass ich nach Schweiß stinke, müssen sie halt in Kauf nehmen.
  • Wir haben gerade versucht zu rekonstruieren. Über 225 Bilder ausgedruckt, entspricht, da Mehrfachdruck, min. 150 Kindern, d.h. im Durchschnitt zwei Minuten pro Kind. Will ich gerade selber nicht glauben … aber wir sind das gerade nochmals die Abläufe durchgegangen … der Durchschnittswert ist realistisch. Denn es gibt Kinder, die stehen wie eine 1 und da braucht es dann 20 Sekunden um 4 gute Fotos zu machen, bei andern braucht man 3 Minuten, bis sie überhaupt die Füße auf dem Boden haben.
  • In dem Moment, als ich zu Hause war, und ich die Hose ausziehen wollte, klingelt es an der Tür. Unter die Dusche kam ich dann erst ne gute Stunde später.
  • Und nach der Dusche hieß es: in einer Stunde kommen 4 Gäste … aber geplant ist geplant: Sekt – Salat mit geräucherter Forelle – Rindergulasch mit Pilzen und Knöpfle (natürlich selbstgemacht) – Tarte Tartin / diverse Getränke.
  • Morgen nach den Abwasch … da lege ich mich in die Badewanne … oder so … oder was anderes …
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