Durch die Zeit

Tag: J.

Familienbindung

Zum Abendessen war J. mit ihrer Tochter S. da.

Derweil rief meine Mutter an.

Es steht gerade 120 zu 5 Minuten. Aber auch nur deswegen, weil ich die Zeit von J. und S. nur berechene, solange sie hier waren.

Tagesschnipsel

  • Die Übungsmediation war extrem anstrengend, weil N. es uns beiden Mediatoren echt nicht einfach gemacht hat. Aber das war in der Hinsicht gut, dass mir mal wieder klar geworden ist, dass auf der Sachebene ich ein echter Profi bin, aber das Emotionale nicht in dem Maße im Focus habe, wie wichtig / notwendig und gut ist.
  • Wenn ich mich dann traue, auf das Emotionale zu gehen, bringt das die Mediation weiter und ich bin da weitaus standfester, als ich immer so denke.
  • Scheint gerade ne gute Kombi zu sein Therapie und Mediationsausbildung.
  • Nicht umarmen zu dürfen tut fast noch mehr weh als nicht zu sehen. Überträgt man Viren, wenn man bei der Umarumung die Luft an hält?
  • Scheinbar lassen sich mehr Menschen gerne küssen, als gedacht. War heute zwar nur ein theoretisches Thema, der Wunsch aber äußerst deutlich.
  • Ich lerne für mich zu sorgen und bin mir dankbar, dass ich mir morgen frei genommen habe.

Es könnt‘ ja mal ne Pandemie kommen!

J. brachte gestern so rund drei Kilo Erdbeeren und gut 13 Kilo Tomaten vorbei. Wäre sonst alles auf dem Müll gelandet.

Jetzt haben wir Erdbeermarmelade für mindesens 30 Luffen und die Grundlage für Bolo für das nächste halbe Jahr. Maximal.

WMDEDGT 4/20

7:15 klingelt der Wecker – 7:50 in Ermangelung eines Autos doch notmäßig im Bus – 8:10 nachdem ich mir einen Kaffee gemacht habe, höre ich zu bis 12:00 – heimwärts zu Fuß durch die Sonne – 12:45 mein Mann ist so nett und macht uns ein paar Spaghetti mit Öl und Käse – 13:30 liege ich wieder im Bett und nacke im Glück – 14:45 doch wieder auf, ich okkupiere den Sonnenplatz an der eine Balkontür und entblättere mich Stück für Sück – 15:45 – werfe ich einen Blick in die spiegelnde Tür, vollkommen klar, warum C. mich zur ‚älteren Generation‘ zählt und ich dachte, ich würde eine Altersschönheit werden – 16:00 kurz in die Küche, abends soll es Rouladen geben – 16:30 hinter dem Rechner, dies und das und 1,5 Folgen „Elite“ – 18:00 wieder Küche, als J. klingelt habe ich immerhin schon mal ein T-Shirt an – 18:40 Rouladen mit Soße mit Kohlröschen mit Kartoffel-Sellerie-Stampf, danach ist ein Grappa notwendig – bis 20:00 lebhafte Gespräche, dann Nachrichten und die Ernüchterung, dass so schlimm es in Deutschland es auch immer sein mag, wir keine Ahnung haben, was Großbritannien, den USA oder Spanien abgeht – 20:15 ruft überraschend P. an obwohl er weiß, dass … doch er weiß es, ich verpasse nur die Titelmeldoie

Notizen, morgen oder wann auch immer ggf. auszuarbeiten für Beitrag

  • L. 66. 1/3 war ich dabei. Beim Rückblick doch noch was Neues.
  • Ich bin der Anhang meines Mannes. Zur Überraschung der anderen funktioniere ich auch ohne ihn.
  • Entlarvend!!! E. erkundigt sich, ob ich gut sitze. Dabei will er wissen, ob ich mich verloren fühle oder nicht.
  • J. + S. suchen definitiv Kontakt zu mir. Also eher J. als S. Damit hatte ich nicht gerechnet. Entspannt ungemein.
  • J. redet, ich höre zu.
  • Die Speelns der anderen ertrage ich. Warum sollten sie also nicht meinen ertragen? Dann bin ich halt ein ‚Tätschler‘ oder was auch immer. Aber J. schreit nicht, als ich mal kurz meine Hand auf sein Knie lege.
  • Mir ist Körperkontakt (Hand geben etc.) wichtig.
  • Als einer der wenigen muss ich aus dem Kreis morgen arbeiten und gehe nach dem Pfarrer.
  • Das Konzept der Gaststätte ist ohne Frage gut. Aber warum muss die Hälfte der warmen Speisen lauwarm kommen? Hat man ihnen das im letzten Jahr nicht gesagt?
  • Spargelsuppe mit Limette ohne Limette und ohne Garnitur und mit zuviel Sahne ist ok – aber auch maximal das.
  • Die, die mich als „feinen Menschen“ bezeichnet, zieht weg.

Alles für die Kunst!

Einige Jahre lang stand ich durchaus gerne als Akt’modell‘ auch vor der Kamera. Da ich mit verschiedenen Fotografen gearbeitet habe, gab es reichlich Abwechslung, was die Location betrafen. Nicht immer war das temperaturmäßig dann für einen Nackten angemessen, aber wie J. da immer sagte: Alles für die Kunst!

Irgendwann ist es auch relativ normal für einen, nackt in Trümmerhäuse rumzukraxeln, während der Fotograf friedlich in seiner Ecke sitzen bleibt und nur noch Anweisungen gibt.

Nicht immer sind wir ungestört geblieben – denn so Ruinen und Abrisshäuser ziehen verschiedene Klientel an – aber das hatte nie irgendwelche Folgen, außer das die Betrachter mit teils großem Interesse verfolgten, wie so ein Shooting einigermaßen professionell abläuft. Mir war’s egal, ob da noch in zweiter / eine zweite schauen konnte, wie ich so ohne aussehe.

J. war schon immer der Mutigste unter den Fotografen, was streng genommen heißt, er war immer der, mit den für das ‚Modell‘ mutigsten Situationen. Dafür hat sich die Bezeichnung „Blitzakt“ bei uns eingespielt, heißt, man bespricht die genaue Position, Haltung, Blick und was sonst noch wichtig ist, springt aus den Klamotten … klick, klick, klick … und wieder rein die Klamotten. Denn Blitzakte haben wir immer dann gemacht, wenn im öffentlichen Raum, auf Aussichtsplattformen beispielsweise, doch ein paar Menschen mehr unterwegs waren.

Heute abend lasse ich dann auch mal wieder die Klamotten fallen, zusammen mit wohl 200 anderen – denn es gilt für einen Dreh das hießige Theater mit nackten Menschen zu füllen. Das wird ästhetisch jetzt nicht so der Genuß werden im Gegensatz zudem, was die sonst auf die Bühne bringen, aber, s.o., was macht man nicht alles für die Kunst.

So’n Tach halt

  • Im Job einfach mal undiplomatisch gewesen. Als Herr Q. sich ranwanzte, hat er halt das zu hören bekommen, was er über seine Kollegin Frau B. nicht hören wollte. Sie steht also morgen oder übermorgen heulend in meinem Zimmer. „Blöderweise“ werde ich jegliche Klärung nur in Anwesenheit des Abteilungsleiter vornehmen, denn ich möchte schon protokolliert haben, dass sie mich mit einem „der da“ vor einer Gruppe ganz schön in die Suppe getunkt hat.
  • Wie immer am Nachmittag viel gelesen. Dass ich Musil protokolliere tut irgendwie gut – auch wenn es keinen Anklang findet. Aber muss das, was einem gut tut, Anklang finden –  außer bei sich? (Um ehrlich zu sein: JA, es wäre schön, wenn es Anklang finden würde.)
  • In Ruhe einkaufen gewesen und vor lauter Ruhe die notwendigen Kekse vergessen. Sind sie also notwendig?
  • Altherrensport am Abend: Einer, der definitv älter ist als ich, zeigt mir, was machbar ist. Aber der wird nicht am Samstag Pflaster verlegt haben. Hoffe ich. Bin jedenfalls alle.
  • V. gibt sich die Ehre. Schön mit ihr. Da lebt jemand. Aber ich muss morgen ‚arbeiten‘, zum Arzt, die Schwester kommt … aber es wird wieder den Abend geben, der keine Grenzen hat.

Schiller + Lührs + Familie

Ich hole mal aus! Als junger Mann, also alles zwischen 16 und 29, war ich ein begeisteter Theatergänger. Es muss 1986 gewesen sein, als ich als ZDL in Mannheim die Gelegenheit hatte ein Gastspiel der Münchner Kammerspiele bei den Schillertagen zu sehen. Es war der „Don Carlos“ mit dem grossartigen Peter Lühr als Grossinquisitor. Ungestrichen dauert der so ca. fünf Stunden. Die Inszenierung von Dieter Dorn kam mit weniger als drei Stunden aus, weil nicht der Text gestrichen sondern die Sprechgeschwindigkeit  enorm erhöht wurde. In den ersten Minuten dachte man, man wird nix verstehen, doch nach wenigen Minuten … .

Grandios, als kurz vor Ende der Grossinquisitor auftritt. Lühr war da schon um die 80, kam gestützt auf die Bühne. Und im Gegensatz zum bisherigen Sprechtempo sagte er seinen ersten Satz quasi in Zeitlupe: „Steh‘ ich vor dem König?“ Und als dieser das bejahte, sprach Lühr in unnachahmlicher Diktion die fälligen Respekt, Ironie und Überlegenheit gleichermassen ausdrückte: „Ich war’s mir nicht mehr vermutend.“

Und so ging es mir heute, als ich meine alte Mutter in der Reha besuchte und am Abend nicht nur meine Schwester sondern sogar mein Bruder Zeit hatten und wir zusammen zu Abend gegessen haben.

28

Die Patentochter wird heute 28. Sie schmeisst eine Grillparty. Ihre Mutter und ich gehen daher zum Griechen. Dort rechne ich eher mühsam aus, dass ich sie nun länger als die Hälfte meines Lebens kenne. Das erst Mal hatte ich sie morgen vor 28 Jahren in den Armen.

Und dann werde ich sogar noch eingeladen.

Etwas müde – # 442

Gegen 4 ins Bett gekommen, um 9 dann wieder auf, am frühen Nachmittag eine Stunde geschlafen. Ich mag diesen Zustand der Übermüdung dann schon, weil er mich fokussiert. Abendessen mit Mann, J., meiner Patentochter S. und ihrer Freundin M. Mein Gulasch – Eigenlob stimmt – gehört echt zu den besten, die ich je gemacht habe, schiebe es aber auf das fantastische Fleisch vom Metzger nebean (wobei der Kilopreis bei ihm gegenüber dem Discounter vier Euro billiger (!) war). Immer dann, wenn ich meine nächste Frage nicht anbringen konnte – war ich wegen der Übermüdung die Gelassenheit selbst, habe gewartet, bist wieder Luft war, und dann meine Frage gestellt. Und immer wieder muss ich erkennen: Ich hab’ne echt klasse Patentochter! Die ist nicht nur nicht auf den Kopf gefallen, sondern kann auch Fragen stellen!

2017-09-09 22.41.42

Wegen Dienst gestern schon „Pate I“ verpasst, jetzt zu spät für „Pate II“ gekommen – aber somit weiß mein Mann, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Jetzt sag‘ bloß einer, ich sei nicht pflegeleicht!

Anton Weyrother

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