Durch die Zeit

Tag: K.

Lesekreis

Nach Monaten mal wieder vollständig. D.h.:

H., die älteste in der Runde und seit Monaten mal wieder dabei, hat immerhin das richtige Buch dabei, aber arbeitet sich noch an den ersten 50 Seiten ab, während wir schon 100 weiter sind.

K. hat sich in den Kommentarband verliebt, liest oft daraus vor und kommentiert es jeweils mit: „Das ist doch interessant, oder?“ (Meistens: Nein.)

E. ist in seinem Element und haut all seine ägyptologischen Kenntnisse (umfangreich) raus, ob es nun so genau passt oder nicht.

I. betreibt, wie immer, assoziative Textinterpretation ohne Rücksicht auf den Ursprungstext.

Und ich werde für die anderen wohl auch nur Dinge von mir geben, die die Sache nicht wirklich trifft.

Die Gesamtschau ergibt: Ein äußerst ergiebiger Abend!

60ster …

von K.

Beim 50. von F., seinem Mann, mich ganz bald in die Küche geflüchtet, weil ich mit den Gästen – alles Lehrer – so gar nicht konnte. Wochen später übergab mir mein Buchhändlerin einen Buchgutschein in echt enormer Höhe und es hat Wochen gedauert, bis es klar war, dass das der Dank von F. war, weil ich ihm die Küche gerockt habe.

Corona-bedingt nur insgesamt zehn Leute heute, auch kleines Programm und im Gegensatz zu F. Gäste, die auch mal ein Geschirrtuch in die Hand nehmen können.

Aber ich fremdel wie verrückt.

Lesekreis

Es wird schwierig. K. ist aus Lukretz ausgestiegen. Kommt zwar, liest aber nicht mehr mit. 40 Seiten in 2, 3 oder 4 Wochen sind ihr zuviel. Andererseits liest sie brav in einem anderen Lesekreis jede Woche 15 Seiten im „Doktor Faustus“ von Thomas Mann. Da wir mit Lukretz dann doch bald durch sind – I. ist es, die gerade auf Seiten pocht – erste Überlegungen, was danach kommt. In der engeren Auswahl derzeit

  • G.W. Seebald: Die Ringe des Saturns (352 Seiten)
  • Thomas Mann: Josef und seine Brüder (1.344 Seiten)
  • Hermann Broch: Der Tod des Vergils (522 Seiten)
  • Virginia Woolf: Orlando (256 Seiten)

Mit Mann und Broch könnte ich mich anfreunden, Woolf kenne ich schon und Seebald interessiert mich nicht die Bohne. Das Problem: Den Mann können sich alle vorstellen, aber K. würde gerne das in „kleinen Happen“ lesen, also so 15 bis max. 20 Seiten von Termin zu Termin (der wegen ihr bei uns selten alle 14 Tage statt findet wie einst vereinbart). Gehe ich selbst von 25 Seiten aus, sind es immer noch 54 Termine – und das ist selbst für einen Thomas Mann in meinen Augen definitiv zu viel.

Vom Gefühl her schaut die Situation nicht gut aus. Denn 50 Seiten wird sie nicht akzeptieren (was ich bei dieser Art von Literatur innerhalb von zwei Wochen gut zu schaffen ansehe) und darunter habe ich echt keine Lust, denn so nett sie sind, aber auf richtige Textarbeit wollen sie sich dann doch nicht einlassen. Mir ist aber meine Zeit zu schade dann für  15 oder 20 Seiten zwei Stunden zu opfern, in denen dann Gemeinplätze ausgetauscht werden und man einfach frei und will assoziiert. Ich mag es einfach nicht, wenn im Text das Wort „Baum“ vorkommt und dann erzählt wird, wie toll es damals in Schweden war, weil da auch Bäume waren. Das hat mit dem Text leider nix zu tun (außer, es ist ein schwedischer Text, der das Gefühl von Bäumen im Urlaub beschreibt).

Ich bin gerade unsicher. Ein Teil von mir sagt: Alles hat seine Zeit. Und alles hat auch seine Zeit gehabt.

Ein anderer Teil sagt: Warum sich nicht bemühne, dass so gut wie möglich durchzusetzen, was ich (!) will. (Man lese hierzu mein nicht veröffentliches Tagebuch zur Therapie).

Resümee: Peter Weiss

Auf Wunsch von E. noch ein letzter Abend zur „Ästhektik des Widerstands“ von Peter Weiss. Nach 1 3/4 Jahr der Lektüre die Resümees der Teilnehmenden. Es verwundert nicht, dass die von I. und K. positiv ausfallen, auch H. hat nichts zu möppern. Von ihr hätte ich dann schon ein paar Spitzen erwartet – aber vielleicht ist es die Milde des Alters bei ihr. E. macht es letztendlich sehr diplomatisch – also wesentlich dipomatischer als ich – und benennt sehr geschickt umschrieben die Schwachstellen, scheut sich aber dann doch, diese zusammenzufassen.

Das mein Resümme dann bei I. und K. auf Protest stoßen wundert mich nicht, denn ich formuliere zusammenfassend: „Ein gescheiteter Solitär“. Darin ist in meinen Augen alles enthalten. Inhaltlich ist die Ästhetik wirklich ein Solitär, denn ich kenne kein Roman / Buch, was sich so intensiv, faktenreich und menschlich mit dem Widerstand im 3. Reich literarisch auseinandersetzt. Gescheitert, weil die über 1.000 Seiten einfach nicht funktionieren. Es gibt Seiten, die nahezu genial sind, dann Strecken, die sich wie abgeschrieben aus dem Notizbuch anmuten.

Alleine hätte ich – und ich bin hart im nehmen, was Literatur betrifft – nicht durchgehalten, definitiv nicht. Andererseits bin ich ganz froh, es mit Hilfe der Gruppe es geschafft zu haben. Denn ein weiteres Buch aus der Reihe „Weltbekannte Bücher, die kaum jemand gelesen hat“ gehört bei mir nicht mehr dazu.

Dante, fruchtbar

K., die mit zum Dante-Lesekreis gehört – der sich eigentlich jetzt Weiss-Lesekreis nennen sollte, da wir derzeit noch „Die Ästhektik des Widerstandes“ lesen und nicht mehr die „Göttliche Komödie“ – berichtete heute, dass ihre Tochter heute morgen um drei den Erstgeborenen zur Welt gebracht hat, den sie – der Leser / die Leserin ahnt es bereits – den Namen Dante gegeben hat.

Gegenläufiges Unterwasser

E. sprach früher von „Oberwasser“ haben, später hieß es dann „einen Lauf haben“. Egal wie man da Kind nennt – beides habe ich gerade nicht.

K. zum Abendessen da – the first time. Nach 2 Stunden 15 Minuten war sie wieder weg. Quasi fluchtartig. Ich nun am Grübeln, was falsch war, was vielleicht nicht passte, was … .

Wie so oft. Die Spirale muss jetzt noch soweit nach unten gehen, bis es mir einfach nur scheiß egal ist, dann werde ich wieder entspannter und sehe die Dinge auch mit einem positiven Auge.

Aber heute ist das so eine Stimmung, dass ich befürchten muss, mir beim wichsen das Handgelenk zu brechen oder sonstigen Unbill zu erleiden.

D I E Erkenntnis

Wenn etwas diese Welt sicher ist, dann: g e s c h w ä t z i g!

Der Vorsitzende von Verein schafft es, die reguläre Vorstandsvorsitzung auf knapp drei Stunden auszudehnen und derweil nur die Hälfte aller Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Liegt daran, dass er meint, zu allem und jedem ein Statement geben zu müssen, auch dann, wenn K. und (! nicht oder!) U. zum dritten Mal das gleiche Argument wiederholen (was ggf. von G. noch bekräftig wird).

Im Lesekreis haben sie auch alle Babelwasser getrunken, und jede Assoziation ist recht, irgendetwas zu erzählen – mit Weiss hat das meist nicht einmal mehr am Rande was zu tun.

in progress

Mich lässt das gestrige Gespräch nicht los. OK, es war schon richtig krass, das ist das eine – das ander ist, dass ich das Gefühl habe, dass ich für ihn als „alter Mann“ eine gewisse Rolle habe / bzw. er sie mir zuschrieb.

Auch wenn K. jetzt wirklich nicht viel jünger ist als ich (wohl fünf oder sechs Jahre, mehr defintiv nicht) kenne ich schon den Wunsch, einen älteren Mann zu haben, mit dem man(n) sich austauschen kann, der so ein bisschen auch Vater ist – aber bloß nicht Vater ist.

Der Wunsch nach dem „väterlichen Freund“, so wird es meist genannt. Einer, der Erfahrung hat, der Ruhe hat aber eben weiß, was Mann so auszustehen hat, was Mann so beschäftigt, was Mann will, was Mann …

Das ist alles komplett unausgegoren, durcheinandrig, unüberlegt, … aber es lässt mich nicht los.

Wo findet man Gott?

Dante-Lesekreis. Vorletzter Abend. Nächste Woche das letzte Treffen, dann sind wir mit der Comedia durch. Zwei Wochen später noch ein „Himmels-Essen“. Danach lösen wir uns auf.

Weitere zwei Wochen später werden wir in gleicher Besetzung den Peter-Weiss-Lese-Kreis aus der Taufe heben und uns an „Die Ästhetik des Widerstandes“ machen.

Mit den (vor)letzten Kräften heute die Gesänge 27-30. Das „Paradies“ spricht keinen von uns wirklich an. Wie so oft fallen Kleinigkeiten auf. Wie ist das eigentlich, wird ‚Gott‘ denn oft als ‚Gott‘ bezeichnet? Gefühlt eher nein, da viele Umschreibungen wie ‚Allmächtiger‘,  ‚Bewegender‘ usw. usf. K. und ich haben ja die neue kommentierte Ausgabe von Köhler mit Register.

Gott findet man nicht im Personenregister.

Gott findet man im Sach- und Begriffsregister!

 

Hey!

Gestern rief K. an. Das erste Mal das er mich überhaupt anrief. Unser letzter Kontakt ist fast ein Jahr alt. K. ist für mich in vielen Dingen ein Faszinosum – und ein so geiler Fotograf. Damit meine ich: Er ist an sich wirklich geil und er macht aber vorallem extrem geile Fotos. Anders gesagt: Er kann es wie kaum jemand! (Nehme ich Frau und Herr K. mal weg – äh, dann wird es dünn mit Nennungen.)

Und er wollte sich gar nicht mal für ein Bier mit mir verabreden, sondern hat angefragt, ob ich einen bezahlten (!!!) Fotojob übernehmen könne.

Leider bin ich da nicht da. Aber auch wenn ich ganz unten auf seiner Liste stand, die er angerufen hat (es war immerhin das erste Mal) – hey!!!

Der Tipp kam von K.

Das Rätsel ist gelöst!

M. war es!

Sein Mann hat gerade meinen Mann angerufen und u.a. nachgefragt, denn sei M. etwas irritiert, dass ich mich noch nicht gemeldet hätte.

Den hatte ich überhaupt nicht auf meiner Liste. Ich meine, wir sehen uns vielleicht alle zwei Jahre mal, ok, vielleicht jedes Jahr in der Zwischenzeit. Er wohnt am anderen Ende des Bundeslandes, wir telefonieren vielleicht zweimal im Jahr und schreiben drei kleine Mails. Wir hatten unsere Geschichte, jetzt sind wir uns freundschaftlich zugewandt, mögen uns ohne jede Frage, aber der Status, der seit Jahren besteht, der wird von keiner der beiden Seiten geändert. (OK, ich hab‘ ich schon nochmal geflüstert, falles er Lust auf mich hätte, ich hätte jedenfalls auf ihn ohne Frage.)

Ich vermute, dass das Geschenk aus dem Umstand seiner Hochzeit kommt. Denn da habe ich ja nicht nur die Fotos gemacht sondern dann auch eins auf etwas Hausdame gemacht. Und wenn ich das mitbedenke, den Geburtstag dazu, dann wird ein Schuh draus.

Und ich kann‘ es gut annehmen.

Und was eben noch so ein Krönchen ist. M. ist ein echter Schwabe!

Nachtrag

Selten bin ich so ungern losgefahren wie zu dieser Hochzeit. Ob der überaus freundlichen Begrüßung dann genauso überrascht wie über die Tatsache, dass M. bestimmten Wein für mich gekauft hatte und ihn für mich in einem Privatversteck bunkerte.

Den Rest des Nachmittags / des Abends / der Nacht / des Morgens versteckte ich mich weder hinter meiner Kamera oder sorgte mich um das Büffet, räumte Geschirr zusammen, wusch es, … trank ein bisschen von „meinem Wein“ und hörte den anderen zu. Oh Gott, was für selbstgefälliges Geschwätz. Niemand stellte Fragen sondern erzählte / berichtete / toppte … nicht im geringsten Fall meine Party.

Und dann ist mir noch eingefallen, dass ich mit M. ja mal ein heftige Affaire hatte und er sich damals überlegte, sich von K., seinem jetzigen Mann zu trennen um mit mir ‚zusammen zu kommen‘. Er hat sich dann aber dagegen entschieden, da ich ihm zu kompliziert war. Heute wissen wir wohl beide, dass er einfach zu zwanghaft ist.

Im Auto zurück musste ich mir dann auch noch die Ohren zu halten, weil mein Mann und sein Ex meinten, die Welt erklären zu müssen. Demnächst gibt es für die beiden ein Grundkurs in Demokratie.

K. – RIP

Gerade eben von einem meiner besten Freunde eine Blogeintrag gelesen. Der Titel „K. ist tot“. Ich kannte K. auch, nicht wirklich gut, einmal ne Radtour, einmal ne Hochzeit in Istanbul – aber da gab es so einen Männerabend, an dem wir unserer Scheu voreinander haben fallen lassen. Ich glaub schon, dass ich ihm als Schwuler etwas suspekt war – und er war mir etwas suspekt, weil er halt Mann war wie aus dem Bilderbuch. Ab an diesem Abend kamen wir ins Gespräch und da waren auch gemeinsame Themen und die Scheu war weg.

Denke jetzt an die Frau, die beiden Söhne. Wie hart für die.

Und all die anderen Toten ziehen gerade an mir vorbei – einzeln kann ich mich gut an sie erinnern und auch dankbar sein, aber bei so einem Zug ist es eine Demonstration des Verlustes.

K.

Wir waren heute nur deswegen auf dem Bahnhof, weil mein Mann unbedingt noch eine bestimmte Zeitschrift brauchte. Auf dem Weg dorthin versperrte eine Mutter mit dem Kinderwagen mal wieder den Weg und ich wollte schon unhöflich werden irgendwie, als ich mit dem Blick das Gesicht der Mutter streifte. Und da war mir klar: Die kennst Du. Aber woher?

Und schon rief sie unsere Namen, umarmte uns überglücklich, stellte uns ihre Tochter vor (10 Monate). Sie will sich dann bald mal wieder bei mir melden.

Es war K., die ich über meinen ersten Blog kennen gelernt habe. Sachen gibts.

Renovieren macht müde

Als Handlager, wie ich in den letzten drei Tagen erleben durfte, eigne ich mich durchaus. Wenn es nichts für mich zu tun gab, habe ich halte geputzt oder wie verzaubert zugeschaut, wie jemand ausdauernd mit dem Schwingschleifer eine Platte bearbeitet hat. Und Kaffee habe ich auch immer dazwischen ganz brav gekocht. Und – und das war die für mich spannende Erkenntnis – solange ich in der Entscheidung oder im Überlegen nicht eingebunden bin, bin ich die Langmut selbst. Aber werde ich inhaltlich mit ins Boot genommen, dann ist es mit der Geduld doch schnell hinüber und ich tendiere auch recht schnell zu der einfacheren Lösung. Muss ich mal weiter beobachten.

Und mit K. arbeite ich sofort wieder zusammen. Er ist zwar in manchen Dingen ein Macker vor dem Herrn und in manchen Dingen so ein Besserwisser, wie ich es nicht unbedingt mag – aber wenn gearbeitet wird, kann er einfach auch mal die Klappe halten und es muss nicht beständig geredet werden.

Oh Du ferne

Manchmal vermisse ich sie schon. So als kleine Belohnung, so als kleiner Genußgipfel – die Zigarette. Andererseits, wenn jemand auf der Straße vor mir raucht überhole ich ihn entweder oder gehe andere Wege, kann dieses Gestinke überhaupt nicht vertragen (und verstehe zum ersten Mal, warum Ex-Raucher zu militanten Nicht-Rauchern werden können).

Immerhin gönne ich mir ab und zu eine im Traum – und das sogar ohne schlechtes Gewissen.

Gerade war so ein Moment, nach dem ich mit K. zusammen fünf Stunden geschuftet habe. Aber jetzt gehe ich einfach dafür in die Badewanne, dreckig und verschwitzt genug bin ich ja.

Alles für Samuel

Ich mag ja K. und H. auch, wirklich. Und die haben beide echt was auf dem Kasten. Und ich freu mich, sie zu kennen, weil sie beide Persönlichkeiten sind. Aber wirklich planen, organisieren, eine Sache angehen … das können die echt nicht. Und anscheinend wissen sie es selber (wobei ich H. etwas in Schutz nehmen möchte, sie ist echt nicht mehr die jüngste und eine Krankheit behindert sie dann schon sehr). Dafür sind sie geschickt. Denn plötzlich finde ich mich auf einer Vorstandssitzung und alle Augen richten sich auf mich, als der TOP „Veranstaltungsreihe anlässlich 25. Todestag“ aufgerufen wird. (Es war der zweite von insgesamt zwei TOPs.) Mit H. hatte ich ja schon vorgearbeitet (bei Pizza) und da K., die Vorsitzende und H. die Vize, wie gesagt, von Planung echt keine Ahnung haben, durfte ich in die Lücke springen.

Jetzt sind fünf Veranstaltung sehr konkret und realistisch geplant, bei vier weiteren sind die Chancen gar nicht schlecht, das Ganze hat irgendwie Hand und Fuß und wenn wir Glück haben, überzeugt das Konzept einen Sponsor und wir hätten sogar etwas Geld dafür.

Und ich hab mich dann sogar noch durchgesetzt, dass wir uns in einer Woche wieder sehen um zu prüfen, was wer erreicht hat. Harte Hand, aber anders geht das da nicht. Und ich weiß aus Erfahrung, wenn die ersten Dinge wirklich konkret und fix sind, dann wird es zu einer Art ‚Selbstläufer‘.

Alles sehr unordentlich – der andere Lebenslauf

Wenn ich aufwache und den Kopf nach links oben drehe, dann fällt mein Blick derzeit auf wohl ein Dutzend Tagebücher.

Ich habe gerade über zwei Stunden darin gestöbert auf der Suche nach meinem ersten Sex mit einem Mann. Also den ersten richtigen. Ich weiß zwar noch ganz genau wo (in Tübingen, soviel sei verraten) und auch mit wem (M., mit wem sonst?) und dass es Herbst war (denn wir waren einmal in den Pilzen). Aber welches Jahr? Ich vermute stark 1988.

Aber ’schwul‘ war ich – für mich – erst einige Jahre später. Obwohl ich nicht nur mit M. immer in die Kiste sprang, wenn sich die Gelegenheit dazu bot (was für Frauen genauso zutraf). Und geoutet, OK, das war in der Zeit mit K., ganz klar. Aber wann begann die eigentlich genau? An einem Neujahrsmorgen in K., aber in welchem Jahr?

Ich sollte mich wohl mal hinsetzen und einen emotionalen Lebenslauf schreiben. Aber auch der wird Lücken haben, denn mein Mann und ich streiten uns heute noch, seit wann wir eigentlich zusammen sind, da wir sehr unterschiedliche Ansichten sind, wie was sich wann aus dieser 4er-Kombination herausgeschält hatte.

19 Jahre zuvor

Mit P. auf ein paar Gläsern Weißwein im ChaCha. Sollte ich je einen Biographen haben, dann wird er jetzt Herzklopfen bekommen.

Ja, mit P. ist die (!) P.  gemeint (für alle anderen: eine gute, vertraute Freundin aus den Uni-Tagen) und mit „ChaCha“ meine ich das „ChaCha“ auch wenn es seit Jahren anders heißt, aber jeder vom ChaCha spricht wenn er / sie das ChaCha meint.

Und mein lieber Biograph: Ja, es ist nachweislich der Tag heute vor 19 Jahren, dass ich mit meinem ersten Freund K. mit ebendieser P. am Zelt war zum Bier trinken und K. und ich so einen Stress miteinander hatten, dass ich P. empfahl doch lieber woanders hinzugehen, was sie dann auch tat, als R. zufällig vorbei kam und sie mit in eine Disco abschleppte, wo sie dann S. kennen lernte, mit dem sie jetzt verheiratet ist.

An den Abend kann ich mich echt noch gut erinneren, wie K. dauernd zickte und ich echt nicht mehr wußte, was ich noch tun kann. Küssen durfte ich ihn ja nicht in der Öffentlichkeitk, P. wusste, dass ich mit K. zusammen bin … da war so ein Krampf, einfach nur Krampf.

Ich war so wütend als wir nach Hause kamen, ich war so enttäuscht. Ich hab dann noch alles getan, um mit ihm Sex zu haben oder wie auch immer Nähe …  und da war nur Distanz, so ein „das-darf-nicht-sein“ oder was auch immer.

Sag ich mal so: War ’ne harte Lehre.

Und P. erzählt dann noch heute, dass sie K. in Prag darauf  angesprochen hat, dass sie wüsste, das er mit mir zusammen sei, weil ich das ihr erzählt habe (was auch der Fall war .) Er hat das vor Ort vehement geleugnet. Das hat mich nach diesen langen Jahren dann doch etwas getroffen.

Selbst K. war da

30 Leute waren bei der Lesung. Doppelt soviel, wie gedacht. Selbst K. war da. Verschwand aber sofort wieder, so dass ich gar keine Gelegenheit hatte, ihn zu sprechen. Und wenn man sich vorstellt, dass Beckett das Bild, vor dem ich gelesen habe, höchstwahrscheinlich selber gesehen hat, dann hatte das schon was an seinem 108. Geburtstag.

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