Durch die Zeit

Tag: K.

K. – RIP

Gerade eben von einem meiner besten Freunde eine Blogeintrag gelesen. Der Titel „K. ist tot“. Ich kannte K. auch, nicht wirklich gut, einmal ne Radtour, einmal ne Hochzeit in Istanbul – aber da gab es so einen Männerabend, an dem wir unserer Scheu voreinander haben fallen lassen. Ich glaub schon, dass ich ihm als Schwuler etwas suspekt war – und er war mir etwas suspekt, weil er halt Mann war wie aus dem Bilderbuch. Ab an diesem Abend kamen wir ins Gespräch und da waren auch gemeinsame Themen und die Scheu war weg.

Denke jetzt an die Frau, die beiden Söhne. Wie hart für die.

Und all die anderen Toten ziehen gerade an mir vorbei – einzeln kann ich mich gut an sie erinnern und auch dankbar sein, aber bei so einem Zug ist es eine Demonstration des Verlustes.

K.

Wir waren heute nur deswegen auf dem Bahnhof, weil mein Mann unbedingt noch eine bestimmte Zeitschrift brauchte. Auf dem Weg dorthin versperrte eine Mutter mit dem Kinderwagen mal wieder den Weg und ich wollte schon unhöflich werden irgendwie, als ich mit dem Blick das Gesicht der Mutter streifte. Und da war mir klar: Die kennst Du. Aber woher?

Und schon rief sie unsere Namen, umarmte uns überglücklich, stellte uns ihre Tochter vor (10 Monate). Sie will sich dann bald mal wieder bei mir melden.

Es war K., die ich über meinen ersten Blog kennen gelernt habe. Sachen gibts.

Renovieren macht müde

Als Handlager, wie ich in den letzten drei Tagen erleben durfte, eigne ich mich durchaus. Wenn es nichts für mich zu tun gab, habe ich halte geputzt oder wie verzaubert zugeschaut, wie jemand ausdauernd mit dem Schwingschleifer eine Platte bearbeitet hat. Und Kaffee habe ich auch immer dazwischen ganz brav gekocht. Und – und das war die für mich spannende Erkenntnis – solange ich in der Entscheidung oder im Überlegen nicht eingebunden bin, bin ich die Langmut selbst. Aber werde ich inhaltlich mit ins Boot genommen, dann ist es mit der Geduld doch schnell hinüber und ich tendiere auch recht schnell zu der einfacheren Lösung. Muss ich mal weiter beobachten.

Und mit K. arbeite ich sofort wieder zusammen. Er ist zwar in manchen Dingen ein Macker vor dem Herrn und in manchen Dingen so ein Besserwisser, wie ich es nicht unbedingt mag – aber wenn gearbeitet wird, kann er einfach auch mal die Klappe halten und es muss nicht beständig geredet werden.

Oh Du ferne

Manchmal vermisse ich sie schon. So als kleine Belohnung, so als kleiner Genußgipfel – die Zigarette. Andererseits, wenn jemand auf der Straße vor mir raucht überhole ich ihn entweder oder gehe andere Wege, kann dieses Gestinke überhaupt nicht vertragen (und verstehe zum ersten Mal, warum Ex-Raucher zu militanten Nicht-Rauchern werden können).

Immerhin gönne ich mir ab und zu eine im Traum – und das sogar ohne schlechtes Gewissen.

Gerade war so ein Moment, nach dem ich mit K. zusammen fünf Stunden geschuftet habe. Aber jetzt gehe ich einfach dafür in die Badewanne, dreckig und verschwitzt genug bin ich ja.

Alles für Samuel

Ich mag ja K. und H. auch, wirklich. Und die haben beide echt was auf dem Kasten. Und ich freu mich, sie zu kennen, weil sie beide Persönlichkeiten sind. Aber wirklich planen, organisieren, eine Sache angehen … das können die echt nicht. Und anscheinend wissen sie es selber (wobei ich H. etwas in Schutz nehmen möchte, sie ist echt nicht mehr die jüngste und eine Krankheit behindert sie dann schon sehr). Dafür sind sie geschickt. Denn plötzlich finde ich mich auf einer Vorstandssitzung und alle Augen richten sich auf mich, als der TOP „Veranstaltungsreihe anlässlich 25. Todestag“ aufgerufen wird. (Es war der zweite von insgesamt zwei TOPs.) Mit H. hatte ich ja schon vorgearbeitet (bei Pizza) und da K., die Vorsitzende und H. die Vize, wie gesagt, von Planung echt keine Ahnung haben, durfte ich in die Lücke springen.

Jetzt sind fünf Veranstaltung sehr konkret und realistisch geplant, bei vier weiteren sind die Chancen gar nicht schlecht, das Ganze hat irgendwie Hand und Fuß und wenn wir Glück haben, überzeugt das Konzept einen Sponsor und wir hätten sogar etwas Geld dafür.

Und ich hab mich dann sogar noch durchgesetzt, dass wir uns in einer Woche wieder sehen um zu prüfen, was wer erreicht hat. Harte Hand, aber anders geht das da nicht. Und ich weiß aus Erfahrung, wenn die ersten Dinge wirklich konkret und fix sind, dann wird es zu einer Art ‚Selbstläufer‘.

Alles sehr unordentlich – der andere Lebenslauf

Wenn ich aufwache und den Kopf nach links oben drehe, dann fällt mein Blick derzeit auf wohl ein Dutzend Tagebücher.

Ich habe gerade über zwei Stunden darin gestöbert auf der Suche nach meinem ersten Sex mit einem Mann. Also den ersten richtigen. Ich weiß zwar noch ganz genau wo (in Tübingen, soviel sei verraten) und auch mit wem (M., mit wem sonst?) und dass es Herbst war (denn wir waren einmal in den Pilzen). Aber welches Jahr? Ich vermute stark 1988.

Aber ’schwul‘ war ich – für mich – erst einige Jahre später. Obwohl ich nicht nur mit M. immer in die Kiste sprang, wenn sich die Gelegenheit dazu bot (was für Frauen genauso zutraf). Und geoutet, OK, das war in der Zeit mit K., ganz klar. Aber wann begann die eigentlich genau? An einem Neujahrsmorgen in K., aber in welchem Jahr?

Ich sollte mich wohl mal hinsetzen und einen emotionalen Lebenslauf schreiben. Aber auch der wird Lücken haben, denn mein Mann und ich streiten uns heute noch, seit wann wir eigentlich zusammen sind, da wir sehr unterschiedliche Ansichten sind, wie was sich wann aus dieser 4er-Kombination herausgeschält hatte.

19 Jahre zuvor

Mit P. auf ein paar Gläsern Weißwein im ChaCha. Sollte ich je einen Biographen haben, dann wird er jetzt Herzklopfen bekommen.

Ja, mit P. ist die (!) P.  gemeint (für alle anderen: eine gute, vertraute Freundin aus den Uni-Tagen) und mit „ChaCha“ meine ich das „ChaCha“ auch wenn es seit Jahren anders heißt, aber jeder vom ChaCha spricht wenn er / sie das ChaCha meint.

Und mein lieber Biograph: Ja, es ist nachweislich der Tag heute vor 19 Jahren, dass ich mit meinem ersten Freund K. mit ebendieser P. am Zelt war zum Bier trinken und K. und ich so einen Stress miteinander hatten, dass ich P. empfahl doch lieber woanders hinzugehen, was sie dann auch tat, als R. zufällig vorbei kam und sie mit in eine Disco abschleppte, wo sie dann S. kennen lernte, mit dem sie jetzt verheiratet ist.

An den Abend kann ich mich echt noch gut erinneren, wie K. dauernd zickte und ich echt nicht mehr wußte, was ich noch tun kann. Küssen durfte ich ihn ja nicht in der Öffentlichkeitk, P. wusste, dass ich mit K. zusammen bin … da war so ein Krampf, einfach nur Krampf.

Ich war so wütend als wir nach Hause kamen, ich war so enttäuscht. Ich hab dann noch alles getan, um mit ihm Sex zu haben oder wie auch immer Nähe …  und da war nur Distanz, so ein „das-darf-nicht-sein“ oder was auch immer.

Sag ich mal so: War ’ne harte Lehre.

Und P. erzählt dann noch heute, dass sie K. in Prag darauf  angesprochen hat, dass sie wüsste, das er mit mir zusammen sei, weil ich das ihr erzählt habe (was auch der Fall war .) Er hat das vor Ort vehement geleugnet. Das hat mich nach diesen langen Jahren dann doch etwas getroffen.

Selbst K. war da

30 Leute waren bei der Lesung. Doppelt soviel, wie gedacht. Selbst K. war da. Verschwand aber sofort wieder, so dass ich gar keine Gelegenheit hatte, ihn zu sprechen. Und wenn man sich vorstellt, dass Beckett das Bild, vor dem ich gelesen habe, höchstwahrscheinlich selber gesehen hat, dann hatte das schon was an seinem 108. Geburtstag.

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