Durch die Zeit

Tag: Kartoffeln

WMDEDGT 2/19

Jeden Monat fragt Fr. Brüllen, was man denn so heute gemacht hat.

4:25 – Ich werde von mir selbst unsanft geweckt. Auch erotische Träume können ganz schöner Horror sein. Den Rest der Nacht verbringe ich quasi turnend.
6:00 – Neue Weckzeit, heißt aber nicht, dass ich wacher aufwache und aufstehe. Gleich ins Bad, und wiegen (400 gr mehr als gestern. Hat die Waage noch alle?)
6:14 – Küche. Tee. Brote schmieren. Zeitung laden. Tee trinken. Zeitung lesen. Happy-Pille schlucken.
6:37 – Aufbruch.
6:47 – Die Straßenbahn fährt schon wieder nicht. Ich kapier es einfach nicht. Überall steht 6:47 – aber sie fährt entweder vier Minuten früher oder später oder gar nicht. Also den Bus (aber der ist auch ganz schön, wenn auch nicht so schön, wie der um 6:28).
7:00 – Heute Job 1, also: Bloß keine Hektik. Aber immerhin 2,5 Vorgänge – für theoretisch acht Stunden!
8:00 – Da ich heute aber bei einem Ausschuß noch Protokoll führen soll, schaue ich mir mal ein altes an und drucke ein paar Unterlagen aus. Danach, ach, ich guck mal so rum …
10:00 – Mal runter zu Job 2, dort ist ja die neue Kollegin, mit der ich die Stelle teile. Kennen tun wir uns nicht, nach 3 Minuten sind wir aber auch beim Du.
10:45 – Wieder oben. Zeit tot schlagen. Es ist schon leicht grausam.
13:00 – Vor der Ausschusssitzung gibt es Mittagessen in Form von den flachsten und trockensten Schnitzel die ich je gesehen und gegessen habe zusammen mit etwas aus Kartoffeln, was ein Gratin sein soll aber nicht ist. Den Nachtisch streife ich nur mit einem Blick, keine Lust auf gummiartiges Plastik.
13:15 – Die Sitzung beginnt 15 Minuten früher, es wollte wohl keiner eine zweite Portion – sehr nachvollziehbar. Der erste Vortrag über Vorsorgevollmacht ist richtig aufschlussreich, der zweite über die Bilanzen und Prognosen ebenfalls. Die Diskussion, bzw. was die Teilnehmenden so als Diskussion bezeichen, dagegen komplett überflüssig und redundant bis …
15:15 – Meine große Stunde. Ich darf einen Pipifaxfurz vorstellen. Die sieben Minuten gestalten sich aber sehr schwierig, weil mein Chef in der Ankündigung meines Beitrages schon alle wichtigen Inhalte dreimal aufgezählt und erläutert hat.
15:55 – Auch dieses Grauen – also diese Sitzung – hat ein Ende.
16:30 – Auf der Straßenbahn zurück. M. gesellt sich für ein paar Stationen zu mir und wir sprechen über die Statistiken, die er gerade gezeigt hat. Zum Abschied schlägt er mir freundschaftlich aufs Knie – so viel Nähe hätte ich ihm nie zugetraut.
16:45 – Einkaufen. Es gibt heute abend mal wieder unsere Variante des Nizza-Salats.
17:15 – Mein großer Computer hat ne Macke. Er verbindet sich immer nur für 30 Sekunden mit dem Internet, dann hat er keine Lust mehr – für 30 Sekunden. *nerv*
17:25 – Der große Computer hat die Lust verloren am Spielen und ist nun mit dem Internet verbunden. Mails, Flickr.
17:45 – Tageslektüre.
18:15 – Küche. Salat richten, s.o.
18:45 – Aperitif auf dem Sofa mit Fernsehn. Ich kann Proll.
19:15 – Der Mann erreicht den heimatlichen (kalten) Herd, macht sich sein Salatdressing und wir essen zusammen.
20:00 – Etwas Nachrichten
20:17 – Ich komme auf die, wie ich finde, gute Idee Sex Education zu schauen.
22:21 – Da morgen ein echt langer Tag, richte ich meine Sachen für die Schulung in K. übermorgen. Denn nach dem Job morgen gehts gleich zum Psychodoc, von dort aus gleich zum Bahnhof und von da aus dann zum Rhein.


Endlich – oder: 1G

Spargel | Sauce hollondaise | neue Kartoffeln | Wiener Schnitzel (echte!) | Wildkräutersalat

Danke!

Vor, während und nach der Sitzung von Verein 1 reicht beschenkt worden.

  • Büchergutschein für den Einsatz des Vereinsgeburtstages letztes Wochenende
  • Restaurantgutschein aus Anlass unserer Verpartnerung
  • Zwei Kilo Kartoffeln für … keine Ahnung

Be-denklich

Im Supermarkt. Keine Kartoffeln! Nicht eine! Egal ob festkochend oder nicht. Nix. Nintsch. Im ersten Moment rege ich mich auf: „Was? Keine Kartoffeln? Es ist 17 Uhr, da muss es doch noch Kartoffeln geben!“ Da kommt immer und immer wieder mein Konsumentenherz durch: Wenn ich was will, dann hat der Laden es auch vorrätig zu haben. Also doch keine Kartoffelsuppe? Umdenken müssen? So spontan? Was für eine Herausforderung.

Hey, es gibt einen weiteren Supermarkt 150 Meter weiter. Der hatte Kartoffeln. festkochend, weichkochend, vorwiegend festkochend und sogar „Spargelkartoffeln“ die weder weich- noch festkochend sind, sondern scheinbar gar nix.

Im ersten Supermarkt gab es dafür auch den Rest: Hefe, Kondensmilch, verschiedene Mehlsorten, Weißwein und Kartoffelchips. Chips in Hülle und Fülle. Mit Essiggeschmack, mit Hühnchengeschmack, mit Holzkohlengrillgeschmack und mit Honiggeschmack. Mit Paprikageschmack und Zwiegelgeschmack mit … ach was weiß ich, gefühlt mindestnes 20 verschiedene Geschmacksrichtungen.

Keine Kartoffeln aber Kartoffelchips. Vermutlich hätte beim Fehlen letzteres sich mehr Menschen beschwerd.

Qual der Wahl – wie schön!

Wir gehen heute schick essen!

Aber was soll ich nehmen? Kalbs Cordon bleu Special paniert mit getrockneten Oliven, gefüllt mit Serrano Schinken, Mozzarella, Tomaten & Basilikum, serviert an zweifarbigem Kartoffelpüree? Oder doch lieber Gnudi Hausgemachte Ricotta Gnocchi serviert unter geschmolzenen Tomaten und feinen Basilikumstreifen? Aber das hört sich auch nicht schlecht an: Rosa gebratenes Lammnüsschen mit Kartoffel-Lauch-Gratin und Baseler-Dörrbohnen

Renameing

Die Bratkartoffeln von heute Abend hätte ich auch „Schwarze Pest“, „Katastrophenkartoffeln“ oder „Unglücksscheiben“ nennen können. Ich hab die letzten Monate mit Hilfe von Herrn Mälzer so geübt und ich bin fast richtig gut geworden. Woran das heute so grandios gescheitert ist … keine Ahnung.

Für heute Abend

  • Getrüffeltes Rührei vom Zwerghuhn
  • Steinpilz-Artischocken-Terrine
  • Saltimbocca a la Romana mit geschmorten Zwiebelbohnen und abgebackenen Kartoffeln
  • Flambiertes Zwetschgen-Männle

Für Freitag

Freitag kommt (also fährt vielmehr an) Rolli-A. War schon immer klar, dass sie, obwohl extremst behindert, keine Extras bekommt, will heißen, ganz ’normal‘ behandelt wird. Auch wenn sie nicht eigenständig essen kann, sie hat das Geschirr und das Besteck wie wir, auch die gleichen Gläser. OK, einen Strohhalm bekommt sie dazu, ansonsten würde ich zu viel verschütten, wenn ich ihr was gebe. Und es gibt auch das Essen, was wir denken, was gut ist – ohne darauf zu achten, ob man es gut ‚geben‘ kann oder nicht. Und ich bin’s mir nach wie vor zufrieden, dass ich meine erste Idee von damals immer noch durchhalte: keine Extras, keine (falsche) Rücksichten, kein Betudeln, kein „eitadei“. Die Bewegungen, die sie aufgrund der Erkrankung nicht machen kann, werden von uns irgendwie ausgeglichen – das war’s dann schon.

Ich geb‘ echt zu, dass ich schon Muffensausen hatte als klar war, ich bekomme für drei Wochen eine Praktikantin von knapp einem Meter Länge bei 21 kg Lebendgewicht im Liegerollstuhl, die außer der linken Hand nichts bewegen kann – äh und das Mundwerk, dass bewegt sie auch, beständig! Sie rollte damals also rein, ich war ausnahmsweise mal so merksch und kapierte sofort, dass aus ihrer Liegeposition meine Sitzhöhe für sie extrem anstrengend ist – also saß ich immer auf dem Tisch, wenn ich mehr als drei oder vier Sätze mit ihr zu wechseln hatte. Und so unangenehm es für mich anfänglich war, oben zu sein, dämmerte dann aber mit der Zeit, dass das für sie ‚angenehm‘ ist. Und ab dem zweiten Tag hab‘ ich sie eh gemocht, sie ist so frisch, so gerade raus, mit so viel Witz, so lebendig … und ja, ich bin etwas stolz, dass sie mir vertraut.

Und da A. auch noch kommt (*freu*) – und der ist ja das, was man so ‚Mann“ nennt, daher kommen wir an Fleisch nicht rum … und es soll ja auch irgendwie besonders sein für Rolli-A … so haben wir uns heute nach längerer Diskussion geeinigt

  • Weinbergschnecken
  • Schnitzel mit gebratenem, parmesanbestäubten Salatherzen (o.ä.), Herzoginenkartoffeln, Steinpilz-Zwiebel-Reduktion
  • Cremé brulée

Und ggf. fällt uns noch ne kleine Schweinigkeit für zwischendrin ein.

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