Durch die Zeit

Tag: Köln

Es war einmal

Sitze im Zug nach K. am Rhein. Die Strecke kenne ich, von einem früheren Job her, im Schlaf. Es stellt sich Unwille ein, denn irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr heute da und morgen dort zu sein, so spannend und ‚weltmännisch‘ das zu Beginn auch war.

Andererseits freue ich morgen auf K. Immerhin vier Jahre dort gelebt und nie gedacht, dass ich mich in dieser Millionenstadt so wohl fühlen könnte. Wenn mein Mann nicht gewesen wäre, wäre ich sicher noch dort, aber so was von!

Egal. Morgen Rhein gucken, Schiffe zählen. Und bevor es mit dem Zug zurück geht ein Kölsch. Und in der Mittagspause schnell zumindest nach St. Kunibert rüber, vielleicht reicht es auch für St. Ursula. Was ich in keiner Stadt, in der ich lebte, bisher konnte, ist mir in K. komplett leicht gefallen: Nach einem Jahr habe ich Freunde, die mich besuchen kam, stundenlang durch die Stadt geführt und erklärt was wie warum weswegen und wie zu sehen wäre. Es war (und ist) für mich ein Faszinosum wie etwas 2000 Jahre Geschichte an einem Ort sichtbar werden können.

‚Zuhause‘

Vor drei, vier Wochen fiel einem Bekannten auf, dass ich mit „Zuhause“ wirklich noch die ‚Elternwohnung‘ meine, also nicht den Ort, an dem ich seit so und so vielen Jahren lebe. Hat mich übrigens sehr verwundert. Denn ich war dieses Wochenende ‚Zuhause‘ und bin 43 Stunden mit kaum noch ein paar Nerven wieder (zumindest planmäßig) in den Zug gestiegen.

Mein Mann konnte mich dieses Mal nicht begleiten und ich habe daher die geballte (Alt-)Familiendynamik mitbekommen. Meine Mutter beruft sich auf ihr hohes Alter und daher muss alles so laufen, wie sie es will. Meine Schwester beruft sich auf den anstrengenden Job und daher muss jeder auf sie Rücksicht nehmen. Mein Bruder beruft sich auf einen noch anstrengenderen Job und daher muss ihm zugehört und an entsprechender Stelle gehuldigt werden.

OK, es gab noch die Pflichtfragen an mich – aber es ist mal wieder erstaunlich zu sehen, mit wie wenigen Informationen die anderen zufrieden sind (ok, da unterscheidet sich die Familie eh von den Meisten nicht).

Ich fand es einfach nur eins: anstrengend. Da gibt es nichts Einfaches, nichts Freies. Alles ist Minenfeld. Und ohne besonderen Anlass hat es mich dieses Mal wirklich aggressiv werden lassen (OK, natürlich nur im absolut gemäßigten Rahmen, schließlich ist das ein durch und durch katholischer Haushalt, da gibt es ja sowas nicht …) was auch zu einer Reihe von Tadeln geführt hat, die mich wiederum ….

Irgendwie habe ich kein ‚Zuhause‘. Aber da, wo ich gerade bin, bin ich gerne. OK, Köln wäre mir nach wie vor lieber, aber wie sagt mein Mann immer: Die Ziege wollte auch nen langen Schwanz.

 

Alaaf!

Immerhin konnte ich gestern durchsetzen, dass ein bißchen Karneval aus Köln geguckt werden konnte. Ja, ja … ist Konserve und … hey! Ich hab‘ immerhin fünf Jahre lang in Köln gelebt und vier Jahre lang wie besessen Karneval gefeiert … also ich weiß, dass das im Fernsehen … aber mir war das gestern so was von egal, ich wollte einfach mal wenigstens den Abklatsch von einer Ahnung einer Stimmung bekommen. P. war überraschend für eine Nacht da – dank unsäglicher Verspätungen der DB – und als er und mein Mann sich vor Lachen auf dem Boden kugelten dachte ich: Hey! So schlecht kann das alles ja nicht gewesen sein.

Und P. war auch sichtlich erschüttert / überrascht, dass mein Mann und ich text- wenn auch nicht immer tonsicher in alle kölsche Karnevalslieder einstimmen konnten.

Ich hab‘ ihn echt gemocht den Kölner Karnveal, wenn man dann in irgendeiner Kneipe stand und mit fremden Menschen einfach nur gefeiert hat. Und wenn es nach mir gegangen wäre – dann wäre ich auch heute wieder voll dabei und morgen, wie in den vier Jahren damals, komplett heißer, aber um vier kg Kamelle reicher (die ich dann immer an die Kollegen verfüttert habe, gegessen habe ich selbst nie was davon).

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