Durch die Zeit

Tag: L.

Letzte Runde

Ein befreundeter Psychiater gibt diese Woche aus Altersgründen seine Praxis auf. Nett, wie er ist, hat er heute gefragt, ob wir noch was an Medikamenten brauchen, morgen würde er nochmals Rezepte ausstellen.

Notizen, morgen oder wann auch immer ggf. auszuarbeiten für Beitrag

  • L. 66. 1/3 war ich dabei. Beim Rückblick doch noch was Neues.
  • Ich bin der Anhang meines Mannes. Zur Überraschung der anderen funktioniere ich auch ohne ihn.
  • Entlarvend!!! E. erkundigt sich, ob ich gut sitze. Dabei will er wissen, ob ich mich verloren fühle oder nicht.
  • J. + S. suchen definitiv Kontakt zu mir. Also eher J. als S. Damit hatte ich nicht gerechnet. Entspannt ungemein.
  • J. redet, ich höre zu.
  • Die Speelns der anderen ertrage ich. Warum sollten sie also nicht meinen ertragen? Dann bin ich halt ein ‚Tätschler‘ oder was auch immer. Aber J. schreit nicht, als ich mal kurz meine Hand auf sein Knie lege.
  • Mir ist Körperkontakt (Hand geben etc.) wichtig.
  • Als einer der wenigen muss ich aus dem Kreis morgen arbeiten und gehe nach dem Pfarrer.
  • Das Konzept der Gaststätte ist ohne Frage gut. Aber warum muss die Hälfte der warmen Speisen lauwarm kommen? Hat man ihnen das im letzten Jahr nicht gesagt?
  • Spargelsuppe mit Limette ohne Limette und ohne Garnitur und mit zuviel Sahne ist ok – aber auch maximal das.
  • Die, die mich als „feinen Menschen“ bezeichnet, zieht weg.

Familienessen

Mein Mann kommt berufsbedingt über eine Stunde später. So doof das auch klingen mag, ich fand’s nicht schlecht. Denn es hat mir ermöglicht in das allgmeine Gespräch zu kommen, so dass über den ganzen Abend mal endlich eine Ausgewogenheit herrschte. Das betraf nicht nur meinen Mann sondern auch dessen Ex.

Zudem hat sich L. kochtechnisch selber übertroffen, so dass, bis auf den Salat, echt alles richtig gut zu essen war. Und eine Endjahresfreude habe ich ihm dann auch noch bereitet, als ich einen zweiten Teller Suppe wollte. Mir war nicht bewußt, dass er da auf mein Urteil so Wert legt, ich war davon ausgegangen, dass er nach wie vor seinen Ex, also meinen Mann, als das Maß der Dinge in der Hinsicht sieht. Aber gut.

Ein irgendwie allgemein-versöhnlicher Abend.

Über die Grenzen

Gestern muss ich irgendetwas an mir gehabt haben.

Der Mann meiner Schwägerin, M., ist was Berührung betrifft aber so was von scheu. Wir kennen uns jetzt auch schon an die 20 Jahre, aber die intimste Berührung seit wenigen Jahren ist, dass wir uns zur Begrüßung die Hände geben. Gestern stand ich am Herd als er kam und hatte meine Hände nicht frei. Also sagte ich nur etwas zur Begrüßung, worauf er mich von hinten umarmte!!!

Beim Abendessen kam ich neben L. sitzen, der jetzt nicht berührungsscheu ist, sondern ganz ’normal‘ in der Hinsicht. Aber gestern hat er mich mindestens ein dutzend Mal angetascht, obwohl die Zeit, als er auf mich stand, jetzt auch schon 19 Jahre vorbei sind.

Für mich: Beendet

Meine beiden Langzeitkontakte habe ich seit wenigen Tagen nun endgültig vom Hals.

Nach der letzten Supervision war klar, dass ich da kaum auf ‚Einvernehmlichkeit‘ rechnen kann, zumindest bei L. nicht. Und der hat dann auch noch in der letzten Mail gut nachgekarrt. Hat mich traurig gemacht, denn nach 1,5 Jahren Kontakt hätte ich mir irgendwie etwas anderen gewünscht / erhofft.

Bei S. bin ich mir unklar, ob das soo gut war. Aber andererseits – das wäre einfach nur immer so weitergegangen. Gut, das hat sie jetzt vielleicht über die letzten 1,5 Jahre auch etwas ’stabilisiert‘ – aber die Frage war nach wie vor, dass ‚Stabilisierung‘ jetzt nicht so richtig problemlösend gewesen ist. Ich kann nur hoffen, dass es etwas Dynamik in ihr Hilfesystem gebracht hat. Geschrieben habe ich ihr ausführlich, dass es da noch KollegInnen gibt.

Das waren jetzt Nr. 2 und 3, mit denen ich mich auf Länge eingelassen habe, obwohl das nicht vorgegeben und beabsichtigt ist. Wie L. mich hat fangen können, ist mir in der Zwischenzeit klar – und in der Nachschau hat er es auch recht geschickt gemacht, alle Achtung. (Wobei ich mich dann schon frage, was er für sich daraus zieht?) Aber als er anfing zu fragen, wie man onaniert, als Mann Ende 20, … da war der Bogen dann doch überspannt. Und dennoch habe ich mit einer gewissen Naivität weiter gemacht. Na ja, hat halt gereizt – während S. einfach nur noch anstrengend im Aushalten wurde. Aber auch sie hat mit ‚gehalten‘ – wohl dadurch, dass sie eigentlich so gut wie nie auf meine Texte eingegangen ist. Scheinen zwei unterschiedliche, aber bei mir (noch) erfolgreiche Strategien zu sein, ‚vereinnahmen‘ und ’nicht-zuhören‘.

Muss man echt nicht verstehen, ist ne Notiz an mich.

Lehrreicher Tag. Langzeitausbildung nun klar gecancelt. Ich mache es wegen mir, da muss ich nicht jede Gruppe akzeptieren (und die aus ausschließlich Erzieherinnen und Lehrerinnen – geht halt einfach gar nicht). M. kann das unter der Bedingung gut akzeptieren, dass ich mich bei einem anderen Anbieter erkundige, um dort eine andere / bessere Ausbildungsgruppe zu finden. War eh mein Plan. Tut mir gut, dass er mir dass wirklich zutraut, vielmehr mich bestätigt / bestärkt.

Die beiden Langzeitkontakte muss ich einfach beenden, egal, wie ich da manipuliert werde. Bzw.: weil ich manipuliert werde. Mit S. werde ich das kaum sauber machen können, aber ich werde sie an eine Kollegin / einen Kollegen weitergeben, bei L. ist es ja eh so was von unklar, was echt, was Fake ist. Die Tatsache, dass ich bei L. kein Vertrauen mehr habe / haben kann, rechtfertigt, auch wenn er droht wie Sau, es einem Ende zuzuführen. Das ist kein echter, kein guter, kein ehrlicher Kontakt – und für Fake bin ich nicht angetreten.

Von Dante auf AFD zu kommen … und dann ne heiße, kontroverse, konstruktive Diskussion … was will man denn mehr?

Es gibt Momente bei Dante, der hat das mal grob im Jahre 1300 geschrieben, da fragt man sich einfach nur: Lernt die Menschheit denn gar nichts?

 

2.8.16

Am Ende des Abends:

  • Schon spannend zu sehen, wie L. und U. das Abendessen als Forum sehen und mindestens die erste Stunde mit ihren Themen beherrscht. (Was mein Mann, der früher mit L. zusammen war, so „überhaupt nicht“ sehen kann.)
  • Die Morchelsoße zu den Perlhunbrüsten war echt der Hit – das Lob gehört vollumfänglich meinem Mann, überhaupt – das war gut gekocht.
  • Schon spannend, wie L. und U. immer konservativer werden und in gewisser Weise der „guten alten Zeit“ nachtrauern, während der Rest tapfer dagegen hält und die Gegenwart annimmt.
  • Ich mag E. einfach.
  • Bewundernswert, wie E. sich mit der Bibel auskennt. Das war gegen Ende mal kurz Thema, also mein Leseprojekt, und E. feuerte eine Stelle nach der anderen ab.
  • Als Hochzeitstermin wäre der 2.8.16 so schlecht nicht, denn 2 x 8 = 16
  • Und trotz Halbhexenschuss genieße ich es gerade, mal wieder ohne Hosen rumsitzen zu können. (Das T-Shirt ist aber auch wirklich lang und dick genug.) (Ähh, Anmerkung: Die Hosen sind runter seit die Gäste weg sind und nicht derweil – ich weiß, was sich gehört!)
  • Und schon ganz schön interessant, dass E. und ich jeweils auf Balken gekommen sind. Und wir haben das – Hand aufs Herz – echt nicht abgesprochen.

Nach wie vor diese bittere Erkenntnis

Für heute Abend hatte ich (nicht billige) Karten für eine Art Musik-Kabarett. Meinem Mann, mit dem ich hinwollte, fiel letzte Woche ein, dass er nicht mit kann, da er eine Sitzung leiten muss. Ersatz war schnell gefunden, die Schwester ist zu Besuch. Die hat sich aber schon seit gestern unter die Decke aufs Sofa vor den Fernseher mit Magendarm verkrochen.

OK, dann eben C. anrufen, der kann ja mit klassischer Musik – der steckte dann aber auf der Autobahn fest. Dann eben A. (der eher zufällig hier ist),  ist zwar nicht sein Thema, aber aufgeschlossen ist er – nun, andere Verabredung.

Und dann trat das ein, was niemand glauben will: Ich wußte einfach nicht, wen ich sonst hätte anrufen können. OK, M. wäre für das Thema zu gewinnen gewesen, aber dann hätte ich mich in Schale werfen müssen (d.h. Anzug und Krawatte) und die Absprachen wären kompliziert gewesen. Die Karten A. und Z. geben – dafür sind sie einfach nicht spontan genug. J. fragen – aber der wäre der Weg zu weit gewesen. L. und U.? L. wäre das zu früh gewesen, weil er noch in der Praxis ist, U. hätte es doof gefunden. Ähnlich bei E. und M.

Und die, die einfach mitgegangen wären, leben halt in Indien oder Braunschweig oder Karlsruhe oder Freiburg und noch ein paar wenige Städte mehr …

Und dann frag ich mich: Stell dir vor, dein Mann verunglückt tödlich im Straßenverkehr. Wen rufst Du an, der dann einfach zu Dir kommt und Dich in den Arm nimmt, ohne aber erst aus Indien oder Braunschweig oder Karlsruhe oder Freiburg und noch ein paar wenige Städte mehr anreisen zu müssen?

In den letzten fünf Jahren habe ich eine einzige Person gefunden, bei der ich das Gefühl habe, ich könnte damit kommen, und sie würde auch ohne Frage alles stehen und liegen lassen und zu mir zu kommen, mich in den Arm zu nehmen und einfach da sein. Aber wenn die in Urlaub ist?

„Die Einsamkeit des Menschen ist unantastbar.“ Das habe ich als Student in depressiver Phase formuliert. Scheint aber nicht falsch zu sein.

 

 

Gestern zwei, ab heute abend einen

Wir machen hier gerade mal eins auf Familie. Gestern war die Nichte (15) meines Mannes mit ihrer besten Freundin über Nacht da. Erst Abendessen (oh, sie aß diesmal echt normal, wenn auch vielleicht etwas laut), dann ein bisschen gespielt (und die beide bei Monopoly aber so was von abgezockt).

Nach dem Abendessen kommt F., der Neffe (16) von E., der dann eine Woche bei uns bleiben wird, weil er eine Woche an der Uni rumschnuppert. Auch ein leicht kapriziöser Esser … aber das werden wir schaukeln, denn F. ist nun wirklich mit etwas Vernunft gesegnet.

Und weiter geht’s

Am Abend „Familienessen“ (erklär ich demnächst) in abgespeckter Form aber mit U. als Gast, die ich etwas vom Sehen kenne. Ich mochte schon immer an ihr die roten Haare und ihren etwas ausgefallenen aber durchdachten Kleidungsstil. Wir treffen uns zufällig an der Haltestelle bei der Hinfahrt, haben einen schönen und themenreichen und lustigen und interessanten und lebendigen und wissensreichen und überraschend schmackhaften Abend  (denn L. & U. sind jetzt nicht gerade die begnadeten Köche) und als uns der Hausherr U. nach Hause fährt und ich ihr in den Mantel helfe kommt von ihr ein: „Du bist aber ein interessanter Mensch!“

Ist das wirklich so, dass ich gerade ne Menge an Anerkennung abbekomme oder ist es so, dass ich es höre / wahrnehme / annehme?

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Anne berichtet über Ihre Erfahrungen in den Büros der Schweizerischen Finanzdienstleister. Ebenso lässt sie euch an ihrem bunten Leben teilnehmen.

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