Durch die Zeit

Tag: Leopold Bloom

Fast vergessen, …

… heute ist ja Bloomsday! Wenn ich nachher, als kurz nach 23 Uhr, nach Hause komme, dann heb‘ ich noch ein Glas irischen Whiskey – d.h. jeweils eins! – auf den guten alten Leopold und seinen Schöpfer James. Verdient hätten sie ja ne ganze Flasche, jeder eine – aber die schaffe ich heute defintiv nicht mehr. Gorgonzola müsste noch da sein …

Da diese wunderbare und vor mir heiß und innig geliebte Onanie-Szene einfach zu lang ist, um sie hier abzutippen – daher auch auf die unvergessliche Cissy Caffrey und die wunderbare Gerty MacDowll ein Glas, jeweils, bekanntermaßen – hier was Stilleres von ihm auf den Abend:

Alone
The moon’s greygolden meshes make
All night a veil,
The shorelamps in the sleeping lake
Laburnum tendrils trail.

The sly reeds whisper to the night
A name– her name-
And all my soul is a delight,
A swoon of shame.

It’s Bloomsday!

Bloomsday

Aus gegebenen Anlass mal ein paar Zeilen. Und ich werde nicht müde aufzurufen: LEST den ULYSSES! Wer es in diesem Jahr schafft, der / die darf sich auf eine Essenseinladung freuen!

Also wer ist denn bloß dieser lange Lulatsch in dem Macintosh da drüben? Ich gäb was drum, wenn ich nur wüßt. Das heißt, es schert mich imgrunde ja einen Dreck. Immer taucht doch plötzlich jemand auf, an den man nicht im Traum gedacht hätte. Eigentlich könnte man ohne weiteres auch sein ganzes Leben alleine leben. Jawohl, könnte man durchaus. Müßte dann bloß jemand auftreiben, der einen unter den Rasen bringt, wenn man gestorben ist, obwohl man sich natürlich auch vorher ein eigenes Grab buddeln könnte. Tun wir sowieso alle. Bloß der Mensch begräbt. Nee, Ameisen ebenfalls. Das erste, was jedem einfällt. Die Toten begraben. Robinson Crusoe etwa, gilt doch als lebensechte Figur. Tja, und dann hat ihn ja auch Freitag begraben. Jeder Freitag begräbt einen Donnerstag, wenn mans recht überlegt.

Ach du armer Robinson Crusoe,
Wie kamst du da bloß zu so?

Armer Dignam! Sein letztes Lager auf Erden in einer Kiste. Wenn man denkt, daß das allen so geht, kommts einem doch glatt wie Holzverschwendung vor. Wird ja alles zernagt. Könnten stattdessen ne hübsche Bahre mit gleitendem Boden erfinden, eine Art Falltür mit Rutschbahn, und auf die Art dann einfach durch und runter damit. Jaja, aber dann würde gleich wieder jeder seine eigene Rutsche haben wollen. Da sind sie nun mal pingelig. Laßt mich in Heimaterde ruhn. Ein Kleckschen Lehm aus dem Heiligen Land. Nur Mutter und totgeborenesKind werden zusammen in einem Sarg beerdigt. Seh den Sinn schon ein. Ganz klar. Schutz für den Kleinen so lange wie möglich, selbst in der Erde noch. Des Irländers Haus ist sein Sarg. Einbalsamieren in Katakomben, Mumien, derselbe Gedanke. Mr. Bloom stand weit hinten, den Hut in der Hand, und zählte die baren Häupter. Zwölf. Ich bin die dreizehn. Nein. Der Kerl da im Macintosh ists. Todeszahl. Wo zum Teufel ist der plötzlich hergekommen? In der Kapelle war er noch nicht, das kann ich beschwören. Blödsinniger Aberglaube, das mit der dreizehn.

James Joyce: Ulysses

Eine 8 zum Bloomsday

Es gibt andere, die haben heute schon ausführlich zur „Ulysses“ von James Joyce geschrieben (bspw. hier und hier). Daher halte ich mal lieber meine Klappe und werde nachher noch etwas durch die Stadt streifen und versuchen eine 8 zu laufen. Denn Lepold Bloom tut es ja am 16. Juni in Dublin ebenalls. Auf die Einnahme alkoholischer Getränke werde ich aber bis heute abend verzichten, aber so ein Gorgonzola-Sandwich? Denn das Mittagessen Bloom’s besteht aus Gorgonzola-Sandwich mit Senf und einem Glas Burgunder in der Ormon-Bar.

Und ach ja: Lest‘ es, habt kein Angst! (Wer richtig mutig ist auf englisch.)

Have you a cheese sandwich?

—Yes, sir.

Like a few olives too if they had them. Italian I prefer. Good glass of burgundy take away that. Lubricate. A nice salad, cool as a cucumber, Tom Kernan can dress. Puts gusto into it. Pure olive oil. Milly served me that cutlet with a sprig of parsley. Take one Spanish onion. God made food, the devil the cooks. Devilled crab.

—Wife well?

—Quite well, thanks … A cheese sandwich, then. Gorgonzola, have you?—Yes, sir.

*

-Mustard, sir?

-Thank you.

He studded under each lifted strip yellow blobs.Their lives. I have it. It grew bigger and bigger and bigger.

Mr Bloom ate his strips of sandwich, fresh clean bread, with relish of disgust, pungent mustard, the feety savour of green cheese. Sips of his wine soothed his palate. Not logwood that. Tastes fuller this weather with the chill off.

Grotten…

Nach dem Grottenkick dann wenigsen anständig noch Bloomsday gefeiert, auch wenn das mit den Vorbereitungen heute für die morgige Fete dann doch etwas schleppender lief als gedacht. Aber jetzt müssen nur noch zwei Kuchen gebacken werden …

Und bei dem Grottenwetter brauchen wir erst gar nicht daran zu denken, die Tische und Bänke in den Hof zu stellen …

Bloomsday

Kurz habe ich ja überlegt, ob ich nicht die Ulysses-Lesung vom letzten Jahr am heutigen Bloomsday wiederhole. Aber als ich dann mitbekam, dass Deutschland spielt, war die Idee gleich wieder weg – wäre eh niemand gekommen.

Aber lieber Lepold Bloom – denk fest an Dich, wie jedes Jahr!

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