Durch die Zeit

Tag: Lust

Outdoor, Sex, damals

Gute 14 Kilometer heute unterwegs. Nach ca. 10 Kilometer mache ich eine kurze Teepause an einer Bank und erinnere mich plötzlich, wie ich vor zwei, drei Jahren dort mit U. war. Sie saß auf rittlings auf meinen Schoß und ich bekam nicht nur einen Ständer sondern auch wahnsinnig Lust sie jetzt so ‚zu nehmen‘. Sie fand das dann etwas zu ‚öffentlich‘ obwohl da echt kaum jemand in der Entfernung vorbei kam und außerdem ihr Rock ja alles schön verdeckt hätte.

Keinen Kilometer weiter bleibe ich an einer leicht versteckten Lichtung stehen und bin mir sicher, dass mir M. vor Jahren genau an dieser Stelle mal einen geblasen hat. Das war in der Zeit, wo ich noch nicht schwul war aber mit M., wenn er dann da war oder ich bei ihm, jede Gelegenheit wahrnahmen, um sexuell aktiv zu sein.

Nicht, dass ich einen echten Hang zum Outdoor-Sex hätte – aber ich seh‘ und sah das meist eher pragmatisch. Daher kann ich mich auch ‚rühmen‘ mit M. in T. auf einem Stocherkahn ausgiebig der Lust gefröhnt zu haben (wobei wir, wegen zu vieler Zuschauer, das Finale dann doch in seine Bude verlegt haben). Ach, Jugend, …

Dann doch

Zugegeben, echt wenig Lust gehabt, um zu einem Treffen in Verein 1 zu fahren, um den Empfang für den kommenden runden und großen Geburtstag zu planen. Aber da sich sonst niemand gefunden hatte und mein Herz so weit … nein, es war das kleinere Übel, denn „Arbeitsgruppe Gottesdienst“ steht mir so gar nicht (gehe ich wohl auch gar nicht hin) und „Arbeitsgruppe Mitarbeiterfest“, oh nein, keine Lust auf die Hexenküche mit all den … .

Klasse war es heute. Waren nur zu dritt und es war eine echte, ehrliche kreative Runde, bei der niemand auf seiner Idee bestand, sondern man sich gemeinsam entwickelte und schaute und guckte und von jedem das Beste nahm und … und … und …

Die Idee bzw. die Lösung jetzt: Einfach nur glatt und elegant und mit Witz und mit Inhalt und machbar und ehrlich und zu uns passend …

#362 – Lust

wbh04

Weg des Begehrens (3)

Teil II

Hinzukam, andere Quellen, von denen es entschieden weniger gab als heute, hatte ich nicht. Bravo gab es bei uns zu Hause nicht – und ich bewegte mich weitgehend in katholischen Kreisen – also gab es die bei meinen Freunden auch nicht. Die wussten vielleicht schon das ein oder andere mehr – aber als guter katholischer Junge, dazu noch Ministrant und in Hinsicht auf den Beichtspiegel … . Meine älteren Brüder, die weiter waren als ich, erzählten mir weitgehend auch nichts, da wir uns nicht verstanden. Im Fernsehen war das erotischste was man sehen konnte ggf. ein nackter weiblicher Rücken oder eben einen Mann in Badehose, was ich ja schon immer interessant gefunden hatte und im Otto-Katalog mir lieber die Seiten mit der Männerunterwäsche anschaute, als die mit der Frauenunterwäsche. Für mich so ein Hinweis, dass die Sexualität genetisch vorgeprägt ist und soziale Einflüsse ihr so etwas wie einen Feinschliff verpassen – aber so richtig lege ich meine Hand für diese gewagte Theorie dann doch nicht ins Feuer.

Ich kann heute es ein kleinwenig für mich nachvollziehen, dass ich ab 14-Jähriger, sicher ab 15-Jähriger regelmäßig mit jemanden wichste, dass aber nicht als Sexualität ansah. Es war ‚Triebabfuhr‘ aber nicht Sex, denn der würde dann kommen, wenn man älter wäre. Und Sex ging ja nur in Verbindung mit einem Mädchen bzw. mit einer Frauen. Aber da ich eben noch nicht alt genug war, hatte ich Raum und Zeit es eben mit einem anderen zu füllen. Zudem Zeitpunkt wusste ich definitiv nicht, dass es Homosexualitäten gibt. Es gab nur das versteifte Glied in der Vagina – alles andere, und das war das gemeinsame, teilweise sehr ausführliche (gegenseitige) wichsen – eine Art ‚parasexuelle‘ Spielwiese.

Im Nachhinein verwundert es mich schon, dass ich das recht locker sah, und es mit mehreren praktizierte. Richtige Schuldgefühle hatte ich erst mit 18, als ich mit meiner zweiten Freundin T. meinen ersten ‚richtigen‘ Sex hatte. Immerhin wusste ich ja, wie das theoretisch zu funktionieren hatte, klappte auch praktisch durchaus problemlos und war – zumindest für mich – lustvoll. Wenn sie mir heute gestehen würde, dass ich zu den schlechtesten Liebhabern gehöre, oder gar der schlechteste gewesen sei – ich würde das in aller Demut sofort akzeptieren und nicht für ein Schamhaar aufmucken. Denn bis dahin war Sexualität die Befriedigung eines Triebes, oder man hat einem anderen geholfen – aber die Vorstellung der gegenseitigen Lustverschaffung, des gemeinsamen Lusterlebens gab es nicht. Die Entdeckung der Lust beim Sex kam spät.

Und noch immer, 18-jährig, gab es keine Homosexualitäten.

Teil IV

Vorsicht: 18plus! (2)

Als ich das erste Mal seinen Schwanz in der Hand hatte, war ich echt neidisch ob der Größe, der Steife, der Haptik, der … was weiß ich. Und als er dann kam, war es mir, als würde ein Vulkan sich entladen. (Oh, was für eine (beschissene) Metapher! Aber wenn es um Sex geht, der beschrieben sein will, dann hört selbst im Nachlauf der Verstand auf. Deswegen lasse ich das stehen.)

Beim zweiten Mal reduzierte sich dieser Eindruck schon ein bisschen, intensiv war es aber dennoch.

Beim dritten Mal gab es für mich echte Irritationen. Denn da erlaubte ich mir, mir selber an meinen Schwanz zu fassen und hatte zumindest einen haptischen Vergleich. Und meiner kam mir irgendwie dann doch größer vor, was aber optisch gar nicht sein konnte.

Und mich ärgert das nach wie vor, dass ich im ersten Moment in diesen vergleichenden Kategorien denke, die mir einfach so in den Kopf schießen. Immerhin bin ich im Kopf dann fitt genug, um daraufhin das Eigentliche zu denken – die Lust. In dem Fall seine Lust. Und da gab es innerhalb der 3 Male schon Entwicklungen. Statt das verschämte Rummachen ohne Licht, gibt es jetzt schon eine kleine Lichtquelle. Statt so schnell wie möglich, gibt es Zeit. Statt Schweigen gibt es danach ein paar Worte.

Und es ist reine Lust ihm zuzusehen, zuzuhören wie er Lust erlebt.

Gefangen.

Mit erotischen oder gar sexuellen Träumen habe ich es ja eigentlich nicht. Manchmal finde ich das sehr schade, wenn andere erzählen, was sie da nachts alles erleben und ausleben. In den letzten Jahren hat sich das ein bißchen geändert, hin und wieder streicht auch dieses Thema durch meine Träume. Ist das jetzt Küchenpsychologie wenn man diese Art von Träume mit „ungelebten Leben“ begründet? (Aber dann hätte ich ein paar Jahre lang aber sowas von … träumen müssen – wohl doch Küchenpsychologie.)

In der Nacht auf heute hatte ich wieder einen. Hat mir aber letztendlich wenig Lust gemacht, denn die Nacht war danach vorbei. Denn auch wenn der junge Kerl nicht nur richtig hübsch und begehrenswert sondern zudem auch gut bestückt war, überwog dieses Scheißgefühl von früher Lust zu verspüren. Dafür herrschte das sich selbst (katholisch-)moralische Niedermachen, dass alles nur Lähmung / Stillstand war. Dieses idiotische, lähmende Gefühl zu wollen und zugleich alle Verbote vor sich aufmarschieren zu lassen, die man je irgendwie mitbekommen hat – und untergründig einfach zu wissen, zu fühlen: Einfach tun wäre jetzt die bessere Lösung!

Das in-sich-gefangen-sein.

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