Durch die Zeit

Tag: Männer

Sag mir, wo die Männer sind

Ich glaube, demnächst werde ich hier mal einen Aufruf starten von wegen: Männer, die ihr blogt, versteckt euch nicht, sondern gebt Bescheid, also mir.

Bloggen, so will mir scheinen, ist frauendominiert. Und nix gegen Frauen, aber ich hätte einfach Lust, auch noch bei ein paar anderen Männern mitzulesen. Ein paar wenige habe ich ja – aber das ist absolut die Minderheit. Wird vielleicht auch immer bleiben … aber ein paar mehr wären echt nicht schlecht.

Männerschutz

Es sind ja nur wenige Männer, die den Blog hier mitlesen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man sich mal real trifft ist – bis auf die, die ich eh schon kenne – verschwindend gering. Und schätzungsweise ist der größte Teil der wenigen Männer, die hier mitlesen, nicht schwul – und könnte daher Angst haben (was Heten-Männer sich immer einbilden, nur weil sie einen Schwanz haben, dass Schwule uunnbbeeddiinnggtt mit ihnen Sex haben wollen) dass ich sie anbaggern werde. (Ihr lieben Heten-Männer, nur mal so gesagt: Wir Schwule gehen nur mit Typen in die Kiste, die wir irgendwie mögen, oder weil die Typen irgendetwas versprechen. Ein Schwanz zu haben reicht nicht aus. Sorry für das.)

Denen sei gesagt. Lasst euch einen Bart wachsen bzw. rasiert euch einfach drei Tage nicht. Dann könnt ihr noch so geil aussehen, noch so ne hübsche Beule haben, noch … Bart (egal ob Viertel-, Halb- oder Vollbart oder alle möglichen bzw. unästhetischen Varianten) geht einfach gar nicht.

Das ist mir klar geworden, als ich mir meinen Vollbart mal wieder auf die perfekten 4,5 mm stuzte und ich mich mal wieder wunderte, dass der Bart an manchen Stellen schneller wächst als an anderen.

Einbildung oder gibt es das wirklich?

 

David Bowie

Als ich heute morgen von seinem Tod aus dem Radio erfuhr war mein Gedanke: „Hä, der lebte noch?“

Wie man sieht: Ich bin kein Bowie-Fan und ohne die Nachhilfe aus Funk und Fernsehen könnte ich auch nicht einen einzigen Song von ihm nennen. Viele werden jetzt Kübel von Schande über mich kippen – das mag genauso gerechtfertigt sein wie auch nicht.

Spannend wurde es für mich, als ich mich begann zu erinnern, wie Bowie eigentlich aussah. Und da erinnerte ich mich sehr, sehr  gut wie viel Angst er mir immer gemacht hat. Mit seiner selbstbewußten androgynen Erscheinung hat er mir nämlich schon immer (s)einen heftigen Spiegel vor Augen gehalten.

Als ich im Studium war und regelmäßig in der Mensa essen ging, begab es sich, dass mein Stammplatz immer in der Nähe des schwulen Stammtisches war und ich, unbeleckt und noch unschwul, die immer anstarrte und mir klar war: Nein, kreischende Männer mit abgestreckten kleinen Finger sind einfach affig. Blöd war nur, als mir klar wurde, dass ich gerne Sex mit Männer habe, dass ich Angst hatte: Wer schwul wird / ist, muss sich so affig benehmen. (Unter uns: Ich konnte das dann auch mal für eine Zeit richtig gut – war mir aber absolut zu anstrengend.)

In der Zwischenzeit weiß ich, dass Bowie wie Mercury mir einfach deswegen Angst machten, weil ich irgendwo in mir wusste, dass ich ein bisschen wie sie bin (also sexuell gesehen, nicht musikalisch, da reiche ich denen nicht einmal den halben kleinen Fingernagel) und mich als guter junger Mann aus extrem guten katholischem Hause davon natürlich zu distanzieren hatte – mit aller Gewalt.

Was ich heute so von Bowie gesehen habe: Könnte sein, dass er nachträglich für mich ne Ikone wird.

 

Selbstläufer

flickr entwickelt sich langsam zum Selbstläufer. Auf meine erste Millionen habe ich drei Jahre lang warten müssen. Die nächsten 500.000 Klicks habe ich jetzt in einem einzigen Jahr gesammelt.

Ich versteh das wirklich nicht. Nackte Männer gehen – wie überall – extrem gut, wenn auch immer total verschämt. Aber das eher unscheinbare Bild mit Dildo und Kondom entwickelt sich ebenso zum Renner, wie das ein oder andere in meinen Augen nichtssagende Instagram-Foto (was mir wiederum seit Monaten auch nicht nur einen einzigen neuen Instagram-Follower beschert).

Und dann lade ich in meinen Augen Hammer-Bilder hoch und nach Wochen habe ich vielleicht 100 müde Klicks. Und dann mache ich mal ein Foto für den Massengeschmack und es wird gemieden wie der Teufel das Weihwasser oder schießt durch alle Rekorde …

Immerhin: das sich-wundern habe ich nicht verlernt – und ein gutes Foto in meinen Augen braucht keine Bestätigung durch Klicks (auch wenn ich es verdammt gerne kapieren würde, wie …)

Broch zitierend, Platon berücksichtigend

Es macht mir schon ein sehr eigenes und arg befremdliches Gefühl, als mein Mann mir am Wochenende mit einer gewissen Art von Erstaunen und Interesse erzählte, dass ich schon wieder mal schlafwandlerisch unterwegs gewesen sein soll. Diesmal sollte ich seinen Aussagen nach mich an einem seiner Schränke zu schaffen gemacht und seine dort gelagerten Aktenordner inspiziert haben. Eine kleine Anrede hätte genügt und ich hätte mich schuldbewusst wieder ins Bett begeben.

Ich mag das echt nicht glauben, denn das hieße ja, dass sowas wie ein platonischer Daimon auch Macht über mich hätte und ich nicht alleine über mich bestimmen würde.

Ich bin extra mit T-Shirt ins Bett, da ich mir irgendwie (und immer noch) den oberen Rücken ‚verzogen‘ habe – aber als ich aufwachte, war nix mehr an meinem Körper und mein Mann meinte zudem, dass er mich des nachts mehrmals hätte zudecken müssen, weil ich sehr kreativ die Decke mal auf die eine, mal auf die andere Seite entledigt hätte.

K. – RIP

Gerade eben von einem meiner besten Freunde eine Blogeintrag gelesen. Der Titel „K. ist tot“. Ich kannte K. auch, nicht wirklich gut, einmal ne Radtour, einmal ne Hochzeit in Istanbul – aber da gab es so einen Männerabend, an dem wir unserer Scheu voreinander haben fallen lassen. Ich glaub schon, dass ich ihm als Schwuler etwas suspekt war – und er war mir etwas suspekt, weil er halt Mann war wie aus dem Bilderbuch. Ab an diesem Abend kamen wir ins Gespräch und da waren auch gemeinsame Themen und die Scheu war weg.

Denke jetzt an die Frau, die beiden Söhne. Wie hart für die.

Und all die anderen Toten ziehen gerade an mir vorbei – einzeln kann ich mich gut an sie erinnern und auch dankbar sein, aber bei so einem Zug ist es eine Demonstration des Verlustes.

Feststellungen

  • Fast einen ganzen Tag in der Sonne macht müde
  • Ich bin ein Mann: Zum Kauf für die neuen Schuhe brauchte ich sieben Minuten. Bei den Schuhen, die ich dabei hatte, löste sich von einem der Absatz und die Sohle des anderen hörte auf eine Sohle zu sein.
  • Ich sollte meine sexuellen Erwartungen einem „Reality-Check“ unterziehen
  • Zwei Jungs, nun ja, so wohl Anfang 20, beim Baden gesehen, die tatsächlich enganliegende Badepants anhatten, damit auch umherliefen und nicht nur schwammen, später sogar Federball spielten. Sollten das die ersten beiden Vorboten des Anti-Schlapper-Hosen-Looks gewesen sein?
  • Und so ganz habe ich wohl noch nie verstanden, warum es Badeanzüge und -hosen gibt.

Hip

Heute Abend waren wir – richtig knorke – auf einer „Release Party“ eines jungen Fashion-Labels. Da gab es „Fingerfood“ – also totgebratenes Huhn, totgebratenes Rind, total hippe Tomaten-Mozarella-Spieße und absolut affentittengeile in Schokolade getunkte Bananen – und natürlich Musik. Im Einzelnen: „Future Lounge Music“, „Electro Swing“, „Balkan Beat“ und „Special Guests“. Bei den ersten drei kann ich mir irgendwie gerade noch etwas vorstellen, aber bei „Special Guests“? Wie soll das klingen? Für jeden Hinweis dankbar.

Das Label stellt u.a. aus alter Bettwäsche Boxershorts her. Nette Idee in meinen Augen und mein Mann war so nett und hat mir auch gleich ein Unikat gesichert. Auch wenn etwas teuer im ersten Moment. Aber wenn ich denke, was ich sonst für meine Teile ausgegeben habe sind die echt ein Schnäppchen. Wenn die erste sich bewährt, wird es nicht die letzte sein.

Netter Nebeneffekt: Ich habe noch nie so viele Männer über Boxershorts bzw. Unterwäsche diskutieren hören. Und man brauchte kein absolutes Gehör um zu kapieren, dass sie sich sonst darüber einen feuchten Dreck kehren.

2015-06-20 20.58.32

Erzählte ich früher immer mit einem besonderem Grinsen, dass ich den Altersdurchschnitt um soundsoviele Jahre gesenkt hätte – stelle ich fest, dass ich dies Grinsen nicht einstellen will, wenn man bemerkt, dass man den Altersdurchschnitt um soundsoviele Jahre gehoben hat.

Bleiben die Fragen: Warum tragen so gut wie alle Männer zwischen 20 und 30 ausschließlich Turnschuhe? Und warum tragen über 2/3 der Männer (also auf dieser knorken Release Party zumindest) Vollbärte? Ist das eine Art Talibanisierung? Oder machen die das als Schutz, weil irgendjemand ihnen verraten hat, dass ich Männer mit Vollbärten nicht nur von der Bettkante schubse, sondern sie erst gar nicht so weit kommen lasse?

P.S.: Den Luftballon habe ich spontan adoptiert. Jetzt schwebt er an die Margeriten gebunden im Wohnzimmer.

krank – kränker – homophob

Ich find es ja nach wie vor einfach nur bemerkenswert, dass ich bis 1992 automatisch als psychisch krank galt, nur weil ich Männer weitaus attraktiver und geiler finde als Frauen.

Sollte ich wohl bei den nächsten Anamnesen einfach mal angeben, um zu sehen, wie dann reagiert wird?

Ungelöste Frage (1)

Warum haben Männer, wenn sie Sex mit einer Frau hatten und aus dem Bett steigen, im Fernsehen immer eine Unterhose an?

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