Durch die Zeit

Tag: nackt

Die Gedanken sind frei

Irgendwie nett die Gedanke, T. wäre heute überraschend vor der Tür gestanden. Hätte etwas Stress gemacht wg. Dienst, aber vielleicht hätte ich den auch noch von der Backe bekommen? Aber ob ich dann auch jetzt nochmals der Nacktheit und der Sonne so gefrönt hätte, obwohl sie, wie sie schrieb, heute auch mal ohne schwimmen war? Aber das „Was-wäre-gewesen“ hebe ich mir für’s einschlafen auf. Da habe ich ja dann die Wahl, ob ich es so gestalte, dass ich gut einschlafe oder mich mit einem Ständer beschäftigen kann.

Vom Tag

Schönen Tag mit P. gehabt. Interessanterweise mit viel nackt. Ist eigentlich nicht so sein Ding. Dazwischen Zimmer streichen. Reden über Väter und Sex – in der Offenheit ebenfalls ungewöhnlich. Macht mit mir viel im Kopf.

Genieße gerade die Zwischenzeit mit mir im ICE, denn das Restwochenende wird einfach nur anstrengend.

Zuhause wartet der Mann mit einem Sekt, denn unserer Verpartnerungsmedaillons sind heute fertig geworden.

Und das Besondere zudem an diesem Beitrag: Aus einem pünktlich fahrenden, funktionstüchtigem ICE mit derem kostenlosen Bordangebot gesendet!

Der Sommer war nicht sehr groß.

Finde ich. Das Gefühl, kaum Sonne gehabt zu haben. Umso genussvoller heute den Nachmittag nackend in Wohnung und auf Balkon. Mich würde es nicht wundern, wenn es der letzte für dieses Jahr gewesen ist.

Der Tag

etwas länger geschlafen (sehr berechtigt) – genossen sich nix anziehen zu müssen und das tee-frühstück auf den balkon einnehmen zu können – krimilektüre beendet (absolut nicht empfehlenswert, aber es war schön die orte, in denen er spielte, fast alle zu kennen) – mal wieder im voskuil weiter gemacht – kleiner ‚workout‘ zur documenta – danach weiterhin nackt mit proust-lektüre und voskuil auf dem balkon – eine gute stunde am rechner wegen beckett u.a. – zwei stunden locker in der küche da abendgäste – a. bezeichnet mich als „nackedei“, dabei habe ich ein t-shirt an – schicklich angezogen begrüße ich den rest der gäste – bei spargel mal wieder die unterschiedlichsten themen, von griechenland bis verpatnerung – das theoretisch gemeinte „wollen wir noch abwaschen?“ (ich) wird praktisch interpretiert (mein „mann“) – jetzt wird geschimmelt …

April

Morgens mit Handschuhe und Mütze bei 0 Grad frierend auf dem Fahrrad – nachmittags mit Proust und Luther nackt in der Sonne.

Endlich mal wieder

Ach so, für die Chronik: Erstes Licht-Luft-Bad heute.

WMDEDGT 12/16

Mach‘ ich mal wieder mit. Frau Brüllen fordert wie jeden Monat auf, den 5. eines Monats zu protokollieren: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

7:11 – Ich werde wache und registriere langsam: ich bin komplett nackt; ein anderer nackter Arsch schmiegt sich an meinem; ich schlafe defintiv nicht in meinem Bett. Dann erinnere ich mich, dass ich ja bei meinem besten Freund P. in  B. bin, ich einen Tag Urlaub habe und somit alles seine Richtigkeit hat.
7:25 – Ich ziehe mich mühsam an, weil meine Klamotten, warum auch immer, über den ganzen Raum verteilt liegen.
7: 36 – Der Mitbewohner von P. ist in der Küchen verbotenerweise wach und gesprächig. Ich schnappe mir die Zeitung von gestern und tue so, als würde ich interessiert lesen – dass ich keine Lesebrille aufhabe, fällt niemanden auf. Immerhin gibt es Tee.
7:50 – Jetzt kann ich mal kurz ins Bad.
8:09 – P. und ich machen uns auf zum Bahnhof.
8:20 – Kleine Knutscherei zum Abschied.
8:25 – Stelle mich in einer Bäckerei unter, höre „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera, trinke einen lauwarmen Tee, kaue auf einer Plastikbrezel herum.
8:59 – Der Zug ist gegen alle anderen Angaben pünktlich.
9:01 – Sogar ein Sitzplatz. Lese etwas in „Das Pfingstwunder“ von Sibylle Lewitscharoff, schließe dann aber doch lieber die Augen und döse vor mich hin.
10:21 – Der Zug ist immer noch pünktlich als ich aussteige.
10:30 – Zuhause sinnloses Hin und Hergelaufe, koche Tee, werfe einen Blick in die Zeitung, fahre den Rechner hoch, lese die eine Mail, gucke schnell bei tumblr und flickr, was die nackten Männer machen (sie sind immer noch nackt), schaue auf den Kalender, was der Tag so noch für mich bereit hält.
11:03 – Ziehe die Lektüre für das Bibel-Leseprojekt vor.
11:50 – Kleines Mittagessen (Rosenkohl vom Samstag) und Zeitungslektüre.
12:37 – Dringend benötigter Mittagsschlaf.
14:09 – Korrespondenz.
14:19 – Fotos machen und bearbeiten für die Wochenaufgabe um 17 Uhr auf dem Foto-Blog.
14:52 – Tee und Verfassen des Protokolls der ordentlichen Mitgliederversammlung vom Samstag (Verein 2).
15:31 – Lektüre: J. J. Vosskuil: Das Büro I – Direktor Beerta
15:55 – Aufbruch zur Straßenbahn.
16:30 – Laberrunde für’s Geschriebene. Habe verdrängt, dass es nach den 90 Minuten noch ein „gemütliches Beisammensein“ gibt, diesmal sogar mit Alkohol in Form von Glühwein. Also bleibe ich eine Anstandszeit und mache mich, ohne aufräumen zu helfen, mit S. ab.
18:47 – Rückfahrt mit der Straßenbahn
19:04 – Abendessen kochen (Nudelsuppe) und essen und in die Glotze gucken (verschiedene Nachrichten).
20:17- Korrekturen in den Haushaltsplan Verein 1 einarbeiten.
20:50 – Chat mit U. Sehr schleppend, weil sie was auf dem Herzen hat, aber nichts erzählen will, dafür aber andauernd Anspielungen macht. Ich halte es interessanterweise diesmal aus.
22:17 – Feierabend. Bisschen doof in die Glotze gucken.
22:50 – Aufbruch ins Bad, dann mit nem Glas Rotwein und Vosskuil in die Federn. Wenn nich noch fünf Seiten schaffe, bin ich gut, zehn dürften utopisch sein.

Weg des Begehrens (3)

Teil II

Hinzukam, andere Quellen, von denen es entschieden weniger gab als heute, hatte ich nicht. Bravo gab es bei uns zu Hause nicht – und ich bewegte mich weitgehend in katholischen Kreisen – also gab es die bei meinen Freunden auch nicht. Die wussten vielleicht schon das ein oder andere mehr – aber als guter katholischer Junge, dazu noch Ministrant und in Hinsicht auf den Beichtspiegel … . Meine älteren Brüder, die weiter waren als ich, erzählten mir weitgehend auch nichts, da wir uns nicht verstanden. Im Fernsehen war das erotischste was man sehen konnte ggf. ein nackter weiblicher Rücken oder eben einen Mann in Badehose, was ich ja schon immer interessant gefunden hatte und im Otto-Katalog mir lieber die Seiten mit der Männerunterwäsche anschaute, als die mit der Frauenunterwäsche. Für mich so ein Hinweis, dass die Sexualität genetisch vorgeprägt ist und soziale Einflüsse ihr so etwas wie einen Feinschliff verpassen – aber so richtig lege ich meine Hand für diese gewagte Theorie dann doch nicht ins Feuer.

Ich kann heute es ein kleinwenig für mich nachvollziehen, dass ich ab 14-Jähriger, sicher ab 15-Jähriger regelmäßig mit jemanden wichste, dass aber nicht als Sexualität ansah. Es war ‚Triebabfuhr‘ aber nicht Sex, denn der würde dann kommen, wenn man älter wäre. Und Sex ging ja nur in Verbindung mit einem Mädchen bzw. mit einer Frauen. Aber da ich eben noch nicht alt genug war, hatte ich Raum und Zeit es eben mit einem anderen zu füllen. Zudem Zeitpunkt wusste ich definitiv nicht, dass es Homosexualitäten gibt. Es gab nur das versteifte Glied in der Vagina – alles andere, und das war das gemeinsame, teilweise sehr ausführliche (gegenseitige) wichsen – eine Art ‚parasexuelle‘ Spielwiese.

Im Nachhinein verwundert es mich schon, dass ich das recht locker sah, und es mit mehreren praktizierte. Richtige Schuldgefühle hatte ich erst mit 18, als ich mit meiner zweiten Freundin T. meinen ersten ‚richtigen‘ Sex hatte. Immerhin wusste ich ja, wie das theoretisch zu funktionieren hatte, klappte auch praktisch durchaus problemlos und war – zumindest für mich – lustvoll. Wenn sie mir heute gestehen würde, dass ich zu den schlechtesten Liebhabern gehöre, oder gar der schlechteste gewesen sei – ich würde das in aller Demut sofort akzeptieren und nicht für ein Schamhaar aufmucken. Denn bis dahin war Sexualität die Befriedigung eines Triebes, oder man hat einem anderen geholfen – aber die Vorstellung der gegenseitigen Lustverschaffung, des gemeinsamen Lusterlebens gab es nicht. Die Entdeckung der Lust beim Sex kam spät.

Und noch immer, 18-jährig, gab es keine Homosexualitäten.

Teil IV

Vertrauen

Letztens war A. – nach harter, harter Uni-Prüfungszeit – mal wieder da. Mit Computerproblemen. Ob ich nicht noch irgendwie ne Festplatte hätte, um seine Daten sichern zu können? Es fand sich zwar etwas, aber dafür inkompatibel, und so fragte er, ob er seine Daten komplett auf meinen kleinen Rechner (aus dem Hause Apfel) sichern könne. Bitte gerne, Speicherplatz ist ausreichend vorhanden.

Ich fragte mich, ob ich das auch getan hätte. Denn A. hat mit 100-prozentiger-Sicherheit jetzt nicht nur Daten bei mir gespeichert die sein Studium betreffen. Denn, wenn ich von mir ausgehe, dann sind eine Menge meiner Daten eh ‚unkritisch‘, aber da gibt es Briefe, Tagebücher, persönliche Texte und in meinem Fall natürlich noch ein Haufen von Fotos, die nicht nur andere sonder auch mich mit Ständer zeigen, teilweise in Aktion, teilweise voller Sperma und was sonst. Dinge jedenfalls, die man auch guten Freunden jetzt nicht so mir-nichts-dir-nichts aufs Auge drücken will.

Da ich den kleinen Rechner jetzt nicht wirklich häufig nutze – und die Frage sehr berechtigt ist, warum ich mir den überhaupt angeschafft habe – bin ich über seine Daten nur einmal gestolpert, als ich ein Hörbuch suchte, was dann zwischen irgendwelchen Hirn-Anatomie-Blut-Gerinsel-Fachbegriffen gelandet war.

A. heute wieder da – bei Saltimbocca – und die Nachricht, dass sich das Computerproblem zu Gau ausgeweitet hätte. Jetzt hat er gar keinen Rechner mehr. Ich würde mich tierisch ärgern, weil ich dann meine (wenigen) Mails auf dem Handy schreiben und dauernd die Brille trage müsste und auch hier es mit den Handy nicht so leicht hätte. Aber sonst?

Also hab‘ ich ihm meinen kleinen Rechner angeboten, auf dem der meiste Speicherplatz eh von ihm derzeit belegt wird. Er hat sich zwar geziert – hätte ich mich auch – aber dann doch es angenommen, denn es dauert noch etwas, bis er einen neuen hat.

Jetzt hat er auch also einen Teil meiner Daten bei sich. Und ich gebe zu, dass ich kurz überlegt habe, was denn da drauf ist. Und ich konnte es dann doch nicht unterlassen ihn zu warnen, dass, wenn er auf den Bilderordner geht, er vielleicht mit Fotos konfrontiert wird, die seiner sexuellen Ausprägung nicht entsprechen. Aber es ergab sich, weil er für mich ein Update installierte, dass der Bildschirmschoner ansprang – ich habe meine Warnung dann einfach nur noch darauf beschränkt, dass er ja ohne Frage fähig sein, den auszuschalten oder zu ändern.

By the way: A. hat mich schon ausreichend nackt gesehn. Und A. ist jetzt auch nicht so ein Kind von Traurigkeit, dass er beim Anblick eines Ständer traumatisiert werden würde. Warum musste ich das kommentieren? Davor warnen? Wo er doch weiß, dass ich Männerakte mache?

In einem früheren Blog habe ich mal geschrieben, was ich für einen Terz ich gemacht habe, als A., damals kannte wir uns noch nicht soo gut, zu Besuch war und ich einen Teufel tat, um mein Bildschirmhintergrund, der mich nackt im Bodensee zeigte mit einem recht gut druchbluteten Schwanz (aber kein Ständer!) zu eleminieren. Affig bin ich mir vorgekommen. Später habe ich das Bild einfach gelassen und ihm gesagt, dass mein Schwanz sonst ne andere Größe / Kleinheit hätte. Er grinste, glaub‘ ich nur – und es war OK.

Scham ist schon was komisches!

 

3 Buchstaben

Spannende Beobachtung meinerseits. Immer wenn ich in den lezten Tagen gefragt wurde, wo ich denn im Urlaub war, war die Antwort: „Auf einem Campingplatz an der Ostsee.“ Hin und wieder wurde noch gefragt, wo denn genau – und Dahme scheint bekannter zu sein, als ich es mir habe je vorstellen können.

Was daran so ’spannend‘ ist, dass ich die drei Buchstaben FKK vor Camping immer fortlasse. OK, meinen ‚Kolleg*innen‘ möchte ich das echt nicht auf die Nase binden, nicht in der Situation, aber der Friseurin heute? Die hätte mir dann dennoch die Haare geschnitten. Und warum nicht auch gegenüber guten Bekannten? Was ist so schlimm daran?

Was steckt da also in mir, dass nackt-sein irgendwie nach wie vor bäh ist und zwar mehr noch als schwul sein? Und woher hab‘ ich das eigentlich?

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