Durch die Zeit

Tag: P.

1:38

Am Telefon mit P.

OK, wir haben auch schon gut über 3:45 geschafft – aber da waren wir auch 30 Jahre jünger.

Tat gut. Das zählt.

WMDEDGT 4/20

7:15 klingelt der Wecker – 7:50 in Ermangelung eines Autos doch notmäßig im Bus – 8:10 nachdem ich mir einen Kaffee gemacht habe, höre ich zu bis 12:00 – heimwärts zu Fuß durch die Sonne – 12:45 mein Mann ist so nett und macht uns ein paar Spaghetti mit Öl und Käse – 13:30 liege ich wieder im Bett und nacke im Glück – 14:45 doch wieder auf, ich okkupiere den Sonnenplatz an der eine Balkontür und entblättere mich Stück für Sück – 15:45 – werfe ich einen Blick in die spiegelnde Tür, vollkommen klar, warum C. mich zur ‚älteren Generation‘ zählt und ich dachte, ich würde eine Altersschönheit werden – 16:00 kurz in die Küche, abends soll es Rouladen geben – 16:30 hinter dem Rechner, dies und das und 1,5 Folgen „Elite“ – 18:00 wieder Küche, als J. klingelt habe ich immerhin schon mal ein T-Shirt an – 18:40 Rouladen mit Soße mit Kohlröschen mit Kartoffel-Sellerie-Stampf, danach ist ein Grappa notwendig – bis 20:00 lebhafte Gespräche, dann Nachrichten und die Ernüchterung, dass so schlimm es in Deutschland es auch immer sein mag, wir keine Ahnung haben, was Großbritannien, den USA oder Spanien abgeht – 20:15 ruft überraschend P. an obwohl er weiß, dass … doch er weiß es, ich verpasse nur die Titelmeldoie

Jung(s) halt

Als P. und ich gestern vom Italiener zurück sind, war noch Zeit und Lust auf einen kleinen und kurzen Absacker. Also zum kleinen Schränckchen im Flur, der die Alkoholika beinhaltet.

Vier Stunden später saßen wir immer noch auf dem Boden im Flur vor dem Schränckchen. Wie in alten Zeiten, kein Ende finden können, Fragen stellen, antworten, den anderen mit Worten erkunden, abgleichen und jetzt, wo wir die falsche Scham auch abgelegt haben, auch über das zu reden, was gemeinhin als ‚intim‘ gilt.

Das Gute am Schlechten

Aufgrund des Virus gestern in B. mit P. bei einem recht guten Italiener ohne Probleme den besten Platz und den besten Service bekommen – war sonst nur noch drei weitere Tische besetzt und die Küche konnte mit Zeit und Liebe kochen.

Aber schon klar, dass der Virus auch in diesem Bereich Berufsexistenzen vernichten wird.

Führende Null

nacht | Alle Versuche, den Dauertraum in eine postive Richtung zu lenken, misslingen.

vormittag & nachmittag | Da es nix zu tun gibt, erarbeite ich eine idiotensichere Excelmaske für Auszahlungsanweisungen – was gar nicht so einfach ist und richtig Spaß macht. Wusstet ihr schon, dass es keine Funktion gibt, die eine Ziffernfolge in einer Zelle auf verschiedene Zellen aufteilen kann, wenn die Ziffernfolge mit 0 beginnt?

abend | Kochen erstmal, also das, was noch getan werden muss, der Mann war über Tag schon fleißig: Lachstatar – Tafelspitz – Panna Cotta. Dann P. & S. zum Abendessen.

Gipfelwende?

Heute war so ein Tag, an dem ich mal gemerkt habe, wie anstrengend gerade diese Therapie ist und was mich das an Kraft kostet.

Gestern das letzte Mal als stellvertretender Meisterprüfungsvorsitzender aktiv gewesen – ich habe einfach die Konsequenz daraus gezogen, dass es mir a) kaum Spaß macht b) mehr Zeit kostet als Geld bringt und c) der derzeitige Vorsitzende eh niemanden neben sich haben kann – egal, wie oft er es auch beteuern mag. Wichtig hierbei für mich: Bis vor einem halben Jahr hätte ich trotzdem weiter gemacht, denn ich hatte ja zugesagt.

Danach noch bei P. zum Geburtstag und dort mir auch das Wort genommen, was a) niemand störte b) mir gut tat. Auch etwas, was ich gerade lerne.

Heute dann bis um kurz vor 9 geschlafen, fast gut sogar, und dann am Nachmittag nochmals zwei Stunden kommatös. Danach einen Anflug von Entspannung gehabt.

Ich hab‘ noch etwas Resturlaub …

Big Brother

Da ich gestern bei P. in B. war – seeehr langer, intensiver, emotionaler Abend – komme ich komplett übermüdet erst gut drei Stunden nach meinem üblichen Arbeitsbeginn im Job an. Ich muss eine Person rückrufen und bei dreien habe ich gleich eine Auskunft einzuholen – alle vier begrüßen mich mit: „Na, auch mal endlich da!“

Fledermaus

Gerade viel im Kopf, ws hier nicht her passt. Mittwoch fahre ich zu P. und werde versuchen zu erzählen. Ich habe selber keine Ahnung, was da mit / in mir passieren wird. Aber die Sonne hat geschienen und für Stunden kann ich den ganzen Mist auch immer wieder vergessen. Also, alles soweit gut, wenn auch phasenweise schwer.

Ruf

Morgen kommt quasi die einzige Kollegin, die ich bei meinen derzeitigen Arbeitgeber kennen und mögen gelernt habe, mit ihren Typen zum Abendessen. Das heißt: Am Montag steht der ein und die andere bei ihr auf der Matte, um zu hören, ob ich / wir denn wirklich so gut kochen, wie es die Runde gemacht hat. Also kredenzen wir nach kurzer interner Absprache:

Amuse Gueule: Bandnudel, Schrimps, Knoblauch, Bärlauch
Antipasti: Crostini, Radiccio, Gorogonzola
Primo: Ravioli mit Ricotta, gemahlenen Steinpilzen, ggf. Pinienkernen, Petersilie und Petersilienbutter
Secundo: Petto di Polo, gebackenes Gemüse, Sugo aus Tomaten, Oliven, Pepperoni
Dolce: Panna Cotta mit Frucht

Ist jetzt nicht gerade etwas, was uns Höchstleistung abverlangen würde, aber für sie und ihn – nach dem, was ich bei ihnen gegessen habe – schon ein paar Klassen besser. Und es soll Luft  nach oben geben.

Ich merke, da geht es auch darum, etwas zu beweisen, nicht den beiden gegenüber, sondern den „KollegInnen“, die am Montag bei ihr auf der Matte stehen werden und wissen wollen, ob wir denn wirklich so gut kochen, wie man „halt so hört“ – und die ich nie einladen werde.

Einfach schön (457-459)

Zwar nicht gut geschlafen, aber der Vormittag begann dennoch irgendwie schön. Und als ich dann noch die Sonne realisierte … . Dank S., die mir ihr Auto über die nächsten Tage geliehen hat, damit ich morgen die Prüfungsunterlagen transportieren kann, kurzerhand nach D. Mit den öffentlichen hätte das eine gute halbe Stunde gedauert, mal ganz davon abgesehen, dass ich erst noch hätte auf die Abfahrt warten müssen. So nur 16 Minuten. Ein Auto ist doch was schönes.

Dann von hinten eben hoch auf den D.

Die meiste Zeit wirklich alleine. Noch kaum ein Grün zu entdecken, aber die Sonne brach sich durch die Äste. Schade, dass niemand dabei war, denn das war schon besonders heute.

Es wird zwar bald mächtig steil und bis man oben ist, ist man auch gut aus der Puste, aber es lohnt sich einfach. Ich hab’s ja nicht so mit dem irrationalen, aber der Ort da oben ist schon irgendwie magisch.

Überraschend viele Familien mit Kindern dort. Aber ich vergesse immer, dass man auch mit dem Auto hochfahren kann. Hab‘ mir dann einen Kaffee und ein Stück Kuchen gegönnt (das war aber schleunigst schnell wieder aus meinem Körper) – saß in der Sonne und … es war einfach gut so.

Letztes Jahr in meinem Adventskalender hatte ich ja die Leser*innen für März oder Mai zu dieser Wanderung eingealden – gemeldet hat sich niemand, obwohl ich da oben ja jetzt zwei Leute kenne, die uns verköstigen könnten. Nun, dann muss halt P. jetzt mal drunter leiden, angedroht habe ich es ihm ja schon längst.

Wunder gibt es doch

Erster Dezember-Samstag. Die Innenstadt ist übervoll. Die Läden brechen vor EinkäuferInnen quasi zusammen (machen aber Kasse!) P. möchte in den Saturn, weil er für seiner Tante sich über etwas informieren will. Nach gut zehn Minuten stehen wir vor dem entsprechendem Regal und kapieren: We are oldschool – aber sowas von: denn wer hat heute noch einen MP 3-Player, geschweige, wer will denn noch sowas kaufen? Meine Idee, ein Handy als Player zu mißbrauchen wird von P. argwöhnisch beäugt, seine Tochter G. findet daran aber Gefallen. So stehen wir irgendwann ratlos vor einer Handy-Batterie mit der Preisspanne von 59 bis 999 Euro,. Und dann passierts: Wir werden angesprochen! Im Saturn! Von einem Saturn-Mitarbeiter!!! Freiwillig!!!!!

Ich falle also mal schnell vom Glauben ab und erwarte, dass wir jetzt nen Handyvertrag aufgeschwätzt bekommen. Doch der Mitarbeiter will erstmal wissen, was wir wollen. Nochmals zum mitschreiben: Der Saturn-Mitarbeiter will (!) wissen (!) was wir (!!) wollen (!!!).

P. erklärt. Daraufhin bekommen wir eine fachgerechte, ehrliche, klar verständliche, überzeugende und wohl auch fachkompetnte Beratung. Weil das Thema von P. auch meins ist, stelle ich zwischendurch Fragen. Es gibt weder Ausflüchte noch Allgemeinplätze. Am Ende sind zwei Produkte in der engeren Auswahl und er empfiehlt das, was 8 Euro teurer ist – und begründet es aufgrund der Anforderungen von P. Aus Lust ändere ich einen Parameter der Anforderungen – und der Typ springt zu was ganz anderem, weil wenn das dann das, wenn aber das, dann das.

Irre! Bei Saturn gibt es dann doch Mitarbeiter(Innen) die a) Ahung haben, b) Zeit haben, c) Kunden von sich aus ansprechen, d) auf die Kundenwünsche eingehen und e) einen nicht doof aussehen lassen.

Alle Jahre

Alle Jahre schreibe ich hier, dass ich seit wohl schon fast 30 Jahren auf P.’s Geburtstag gehe. Der einzig wirklich feste Termin im Jahr. Bis auf dieses Jahr. Da hat sie die Feier verlegt, von Di auf So. Früher waren es immer so um die 30 Leute, es gab Gemüsesticks mit Dips, Zerschossenes Huhn und anderes. Man kam gegen 19 Uhr, man ging gegen 2 Uhr oder auch gerne mal etwas später. Manchmal wurde getanzt, oft genknuscht, immer viel diskutiert.

Altersentsprechend haben sich die Zeiten geändert, die Anzahl der Gäste ist über die Jahre auch immer wieder gesunken. Heute waren wir gerade noch zu viert (inkl. Gastgeberin nebst Mann), was ich etwas traurig fand, der letzte Mohikanner, die Gulaschsuppe war grandios (da komme ich mit meiner nicht einmal in die Nähe), und nach der üblichen Fremdelphase wurde es, dank Sekt, Wein, Grappa, Wodka, auch etwas lockerer (aber nicht so locker, wie ihr es mal vorschwebte, da wollte sie mit mir einen Porno drehen).

Das Event ist in die Jahre gekommen. Die Gemüsesticks mit Dips sind geblieben.

Kampfkommunikator

Manchmal reicht eine Kleinigkeit und die Gemütslage kommt in Schieflage. Heute war es einfach eine nicht gestellte Frage und ich war zu stolz, sie einzufordern. Ich hatte heute schon so viel zugehört, dass ich einfach mal gefragt werden und mir das Rederecht nicht erkämpfen wollte. Ich bin nicht so der Kampfkommunikator. Jetzt hadere ich mit der Situation, ob ich nicht doch … und ob ich recht habe, jetzt so ein bisschen sauer zu sein … und lauter solche Doofgedanken.

Aber auf dem E-Reader ist der neue Leon, den zieh‘ ich mir noch mit einem Glas Weißwein im Bett rein und lass den Tag mal Tag sein.

Jede*r wie will – # 442

P. mit seiner Tochter kommt. Zu unterschiedlichen Zeitn. So gibt es für P. und uns Steinpilzarvioli mit Petersilien-Salbei-Butter, davor den ersten Feldsalat, danach Griesschnitten mit Zimtzucker und für das Fräulein Tochter auf Wunsch Pfannenkuchen mit Birnenkomoptt.

2017-09-15 17.24.37

Vom Tag

Schönen Tag mit P. gehabt. Interessanterweise mit viel nackt. Ist eigentlich nicht so sein Ding. Dazwischen Zimmer streichen. Reden über Väter und Sex – in der Offenheit ebenfalls ungewöhnlich. Macht mit mir viel im Kopf.

Genieße gerade die Zwischenzeit mit mir im ICE, denn das Restwochenende wird einfach nur anstrengend.

Zuhause wartet der Mann mit einem Sekt, denn unserer Verpartnerungsmedaillons sind heute fertig geworden.

Und das Besondere zudem an diesem Beitrag: Aus einem pünktlich fahrenden, funktionstüchtigem ICE mit derem kostenlosen Bordangebot gesendet!

Hin und wieder: Weniger ist mehr bzw. mehr ist’s

P. sucht eine/n neue/n Mitbewohner/in. Ein Dutzend Bewerber/innen schaut er sich an, übrig bleiben fünf. Ob ich ihm bei der Entscheidung helfen könne. Aber gerne doch. Dennoch frage ich mich vorab, welche Fragen / Argumente / Überlegungen kann ich beisteuern, ihm die Entscheidung zu erleichtern? Bevor ich einen ganzen Katalog erarbeit und damit zugleich ein ausdiffernziertes Punktesystem, verlasse ich mich mal auf was ganz anderes: Auf’s reine zuhören.

Ich bitte P. also von den letzten fünf Bewerber/innen zu berichten. Ich mache mir Notizen und ’stoppe‘ per Gefühl die Zeit, die er braucht, von ihnen zu erzählen. Dann ist klar, die Mädels gewinnen vor den Jungs, das zweite Mädel vor dem ersten. Jetzt hat er eine schöne Reihenfolge, die er abtelefonieren kann (denn alle vier sind geeignet).

Spätfolgen

Gestern: Ein Abend bei P. in B. Spät ins Bett und noch später eingeschlafen. Selten danach die Gesprächsinhalte so direkt in einen auch hoch sexualisierten Traum um- und eingearbeitet, dass ich allen Freudianern jetzt die Freude nehme, sich darauf stürzen zu können.

Aus der Nacht

Heute nacht geträumt, mit meiner Ex-Freundin T.  und meinem besten Freund P. Sex zu haben. Die beiden etwas zurückhaltend, da sie sich gar nicht kennen, aber ihnen scheint es Spaß zu machen, dass ich mich abwechselnd um sie bemühe. Überraschend schnell kommt P. zu einem gewaltigen Orgasmus. Ich bin fast neidisch – hä? – ich bin neidisch wie viel und wie weit er sein Sperma auf seinem Körper im Knien verspritzen kann. Andereseits freut es mich wiederum, dass die Situation ihn so geil macht(e).

2 + 2

Da scheinen sich zwei „Sorgenkinder“ herauszukristallisieren. Bei P. nach wie vor alles arg unklar und damit auch leicht beängstigend und bei B. wohl so ein Beziehungsgedöhns.

Im Gegenzug ist die Exfreundin gerade sehr schreibfreudig und ausgeschlossen und plötzlich meldet sich auch noch A. aus der Vergangenheit.

Geheimnis vs Geheimnis bleibt Geheimnis

Vor ca. zwei Wochen fragte P., ob wir nicht mal ein Bier trinken gehen könnten, sie müsste / wollte mir was erzählen. Wir haben uns dann für gestern verabredet und ich konnte aber nur zu einer ‚komischen‘ Zeit, weil ich noch in Verein 1 tätig war. Das mit der Zeit fiel ihr auf und wollte dann das Warum wissen. Ich vertröstete sie auf gestern.

Sie kam dann gestern relativ schnell zu ihrer Sache. Übrigens nix Schönes und auch ich kann nur hoffen, dass die Ärzte eine ‚einfache‘ Erklärung dafür haben und es nichts echt Krasses ist.

Obwohl wir noch echt ne Zeit saßen – mitten unter Fussbalfans, die uns aber mal locker am Arsch vorbeigegangen sind trotz Übertragung – kam sie nicht auf ihre Frage nach der komischen Zeit zurück. Gut so.

Nachtrag

Wer wissen will, wie meine Entscheidung in diesem Fall gefallen ist: Nach ewigen Grübeleien, ob ich nicht doch vielleicht noch schnell einlade und mein Mann kocht oder wir kochen und ich lade die ein, oder doch die anderen und dann nur bei Wein und Käse oder vielleicht doch so richtig heftig kochen, dann aber nur für P. … ich denke, für mich wird’s am Freitag bei meinem Lieblings-Italiener F. geben:

  • Prosecco
  • Gamberetti, Aglio, Olio e Pepperoncino
  • Fegato alla Venezina oder vielleicht doch Costolette d’agnello alla Guglia beziehungsweise Saltimbocca alla Romana
  • Formaggio

Zudem haben die einen recht ordentlichen Rosé, den ich an sich ja eh gerne trinke, ein Grappa wird danach auch drin sein und finanziert – und das ist das Schönste daran – ist es auch, denn meine Tante G. hat vorab die Rechnung für meinen Mann, P. und mich übernommen.

WMDEDGT 12/16

Mach‘ ich mal wieder mit. Frau Brüllen fordert wie jeden Monat auf, den 5. eines Monats zu protokollieren: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

7:11 – Ich werde wache und registriere langsam: ich bin komplett nackt; ein anderer nackter Arsch schmiegt sich an meinem; ich schlafe defintiv nicht in meinem Bett. Dann erinnere ich mich, dass ich ja bei meinem besten Freund P. in  B. bin, ich einen Tag Urlaub habe und somit alles seine Richtigkeit hat.
7:25 – Ich ziehe mich mühsam an, weil meine Klamotten, warum auch immer, über den ganzen Raum verteilt liegen.
7: 36 – Der Mitbewohner von P. ist in der Küchen verbotenerweise wach und gesprächig. Ich schnappe mir die Zeitung von gestern und tue so, als würde ich interessiert lesen – dass ich keine Lesebrille aufhabe, fällt niemanden auf. Immerhin gibt es Tee.
7:50 – Jetzt kann ich mal kurz ins Bad.
8:09 – P. und ich machen uns auf zum Bahnhof.
8:20 – Kleine Knutscherei zum Abschied.
8:25 – Stelle mich in einer Bäckerei unter, höre „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera, trinke einen lauwarmen Tee, kaue auf einer Plastikbrezel herum.
8:59 – Der Zug ist gegen alle anderen Angaben pünktlich.
9:01 – Sogar ein Sitzplatz. Lese etwas in „Das Pfingstwunder“ von Sibylle Lewitscharoff, schließe dann aber doch lieber die Augen und döse vor mich hin.
10:21 – Der Zug ist immer noch pünktlich als ich aussteige.
10:30 – Zuhause sinnloses Hin und Hergelaufe, koche Tee, werfe einen Blick in die Zeitung, fahre den Rechner hoch, lese die eine Mail, gucke schnell bei tumblr und flickr, was die nackten Männer machen (sie sind immer noch nackt), schaue auf den Kalender, was der Tag so noch für mich bereit hält.
11:03 – Ziehe die Lektüre für das Bibel-Leseprojekt vor.
11:50 – Kleines Mittagessen (Rosenkohl vom Samstag) und Zeitungslektüre.
12:37 – Dringend benötigter Mittagsschlaf.
14:09 – Korrespondenz.
14:19 – Fotos machen und bearbeiten für die Wochenaufgabe um 17 Uhr auf dem Foto-Blog.
14:52 – Tee und Verfassen des Protokolls der ordentlichen Mitgliederversammlung vom Samstag (Verein 2).
15:31 – Lektüre: J. J. Vosskuil: Das Büro I – Direktor Beerta
15:55 – Aufbruch zur Straßenbahn.
16:30 – Laberrunde für’s Geschriebene. Habe verdrängt, dass es nach den 90 Minuten noch ein „gemütliches Beisammensein“ gibt, diesmal sogar mit Alkohol in Form von Glühwein. Also bleibe ich eine Anstandszeit und mache mich, ohne aufräumen zu helfen, mit S. ab.
18:47 – Rückfahrt mit der Straßenbahn
19:04 – Abendessen kochen (Nudelsuppe) und essen und in die Glotze gucken (verschiedene Nachrichten).
20:17- Korrekturen in den Haushaltsplan Verein 1 einarbeiten.
20:50 – Chat mit U. Sehr schleppend, weil sie was auf dem Herzen hat, aber nichts erzählen will, dafür aber andauernd Anspielungen macht. Ich halte es interessanterweise diesmal aus.
22:17 – Feierabend. Bisschen doof in die Glotze gucken.
22:50 – Aufbruch ins Bad, dann mit nem Glas Rotwein und Vosskuil in die Federn. Wenn nich noch fünf Seiten schaffe, bin ich gut, zehn dürften utopisch sein.

Hard work

Fünf Stunde später bin ich gerade elf Einträge weiter. Weiß auch nicht, was los ist, aber mir will für den Adventskalender kaum was einfallen. Mit kaum einen Foto bin ich auch nur annähernd zufrieden, kein Text will mir aus der Feder (sprich: aus den Fingern) springen und jetzt nur auf youtube verlinken ist auch arg mäßig.

Aber die erste Woche ist gesichert, morgen habe ich auch nochmals Zeit … der Rest wird sich schon noch finden.

Dazwischen coache ich ja noch P., der für seine Tochter auch so einen Blog-Adventskalender machen will – aber noch nie in seinem Leben sich auch nur für fünf Minuten mit Blog an sich und WordPress im Besonderen beschäftigt hat. Und da er in diesen Dingen echt wenig Nerven hat, kostet es mich Nerven ihn per Telefon zu coachen und zu erklären, wo er jetzt zu klicken hat, wenn er ein Bild …

 

Weg des Begehrens (5)

Teil IV

Was danach folgte, ist dann wirklich kaum meiner Umgebung, meiner Familie, meinen Freunden, meiner Schule, ‚meinem’ Bundesland bzw. der Gesellschaft anzulasten – denn als ich nach dem Abitur für den Zivildienst in eine andere Stadt zog, eröffneten sich neue, andere Horizonte. Und das Licht der Erkenntnis schimmerte durch die ein oder andere Gehirnwindung bzw. traf die Seele, erreichte die Gemütserfahrung und die Gefühlswelt – wenn auch chaotisch.

P. lernte ich Ende 1985 kennen, M. zwei drei Monate später im Januar 1986. Zu beiden fühlte ich mich in einer überwältigenden Art hingezogen, wie es mir noch nie zuvor geschehen war. Bei beiden gab es im Laufe von 1986 ausreichend Situationen, bei denen ich nur hoffte – mir aber nicht mehr dabei dachte – dass sie mir nun endlich an den Schwanz gehen sollten. Taten sie aber nicht – es tat nur einer. Aus unterschiedlichen Gründen. P. ist heterosexuell und hatte von sich auch überhaupt kein Verlangen mir an den Schwanz zu gehen. Und M. traute sich lange nicht, mir zu gestehen, dass er schwul sei und dann doch gerne mal bei mir … . Als es ‚raus‘ war, stand ich auf, ging zur Toilette, pisste und hoffte, dass, wenn ich zurück käme, er nackt auf dem Bett läge. Was er dann aller Hoffnungen zum Trotz nicht tat. Dennoch: Die Folge war, dass es mit M. zu einer mehr als nur sexuellen Affäre kam. Er brachte mich u.a. dazu, dass ich mit ihm in Tübingen auf meinem ersten CSD ging, wenn auch total verschämt. Dafür lernte ich in seiner Schwulen-WG, dass es auch irgendwie ganz ’normale‘ Männer gibt, die schwul sind. Dass man weder im Fummel noch im Leder auftreten muss, dass enge Jeans auch OK sind. Das man einfach mit anderen Schwulen Spaß haben kann, gute Gespräche möglich sind, dass … ja dass es Menschen sind wie die anderen eben auch. Das Besondere war nur, das der Sex mit einem ‚Gleichgesinnten‘ viel mehr Spaß machte, als einfach gemeinsam zu wichsen. Sex war plötzlich auch ein Beziehungselement. Und diese Art von Sex war etwas, was man nicht nur praktizierte, sondern ausführlich zelebrierte und erlebte, nicht unter der Decke, sondern bei Licht und mit allen Sinnen. Wenn man im anderen Zimmer etwas hörte, dann hörte man halt etwas. Man musste nicht so tun, als hätte man nichts getan, sondern ggf. wurde das auch kommentiert – und ich grinste ohne Ende mit vermeintlichem hochrotem Kopf, wenn die Kommentare nicht spitz ausfielen. Was habe ich mich mit M. in Tübingen und in der WG wohlgefühlt.

Blöderweise lebten wir ca. 150 Kilometer voneinander getrennt, Treffen fanden daher äußerst selten statt, denn als Zivildienstleistender hatten wir nicht gerade ausreichend Geld, um jedes Wochenende sich mit dem Zug befahren zu können, mal abgesehen von den unterschiedlichen Dienstplänen, familiären und sonstigen Verpflichtungen. Aber mir was das ja auch irgendwie recht, denn: Ich war ja nicht schwul! Das betonte ich in jedem Gespräch, in jedem Brief, in jedem Telefonat. Betonte, das das, was da passiert wäre, eben ein Ausrutscher gewesen sei, eine Ausnahme, eine Art Zufall. Betonte es über den Zivildienst hinaus bis zu Beginn meines Studiums. Ich versäumte aber nie hinzuzufügen, dass ich mich auf den nächsten Besuch freue, vor allem auf die Nacht … .

Teil VI

WMDEDGT 09/16

Mach‘ ich mal mit. Frau Brüllen fordert wie jeden Monat auf, den 5. eines Monats zu protokollieren: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

6:20 – M. gibt mir einen Guten-Morgen-Kuss. Ich döse weiter.
6:45 – Erstes Klingeln.
6:51 – Zweites Klingeln, aufstehen, Bad, Hemd anziehen.
7:08 – Brote machen. Während das Teewasser kocht, Kurzssprint zum Briefkasten, Zeitung holen, danach Tee und Lektüre.
7:21 – Klamotten anziehen, Sachen packen, Wohnung abschließen.
7:23 – Rad aufschließen (frisch aus der Reperatur) und die knapp vier Kilometer in Angriff genommen.
7:41 – Ankunft.
7:43 – Öffen Büro, Rechner hochfahren, Kanne Tee kochen.
7:50 – Mailprogramm öffnen: Keine Mails! D.h.: Wie fülle ich die Langeweile bis 12 Uhr aus. Daher scanne ich 15 Alt-Vorgänge und lege sie in der Datenstruktur ab, lese im Internet Zeitung, esse meine Brote, verändere weitere 200 Dateititel von „in ARCHIVnummer“ in „Archiv-Nr“ per STRG+V, schaue aus dem Fenster, kratze mich am Sack, spreche drei Sätze mit dem Abteilungsleiter, der ein eigenes Telefon verspricht, schaue aus dem Fenster, schaue auf die Uhr, … .
12:08 – Aufbruch nach Hause.
12:30 – Ankunft zu Hause. Klamotten aus, T-Shirt an. Anschließend Geschirr spülen und gleichzeitig eine Portion Bratkartoffeln machen.
12:55 – Bratkartoffeln nebst erneuter Zeitungslektüre.
14:00 – Hochfaren des Rechners, Mails checken (auch keine), Blog checken (zwei Klicks, nicht mehr), Flickr checken (Stillstand), Tumblr checken (gefühlt 200 neue Bilder von denen ich gefühlt 180 schon gesehen habe).
14:15 – Mittagsschlaf mit Autoerotik.
15:00 – Die nächste Tasse Tee wird gekocht. Anschließend Bibel-Lektüre (Blog-Projekt dazu HIER).
15:25 – Klamotten anziehen, Bernhard-Bücher schnappen, Kopien machen gehen.
15:50 – Festlegen, wer welche Stelle liest, nur kurz von M. unterbrochen.
18:10 – Während M. Brot backt, döppe ich die Bohnen, koche sie, mache Spätzleteig, presse den, lass eine große Portion Butter flüssig werden, trinke derweil einen Amaro, ne, zwei.
18:45 – Festliches Abendessen.
19:15 – Ich falle ins Fresskoma vor dem Fernsehen, bekomme aber inhaltich eigentlich nichts mit.
20:15 – Rufe P. an, um mit ihr einen Biertermin auszumachen.
20:28 – C. steht vor der Tür, etwas Geplaudere, dann erste Leseprobe.
22:40 – C. macht sich wieder auf den Heimweg, ich schimmel noch etwas vor dem Fernseher.
23:25 – Überraschend früh suche ich da Bett auf.

 

Von heute

Es gibt so Tage, da überlege ich lange, was ich denn hier schreiben könnte …

Aus dem heutigen Tag könnte ich wohl mehrere Einträge machen, aber, erstmal einen:

  • D. will von mir wissen, ob ich abgenommen (!!!) hätte. Ich verneine wahrheitsgemäß, denn das Gegenteil ist der Fall – aber sie glaubt mir nicht und bleibt bei ihrer Wahrnehmung. Was an sich nicht schlimm ist, aber die Gefahr besteht, dass sie den „starken Gewichtsverlust“ problematisieren könnte.
  • Beim Telefonat mit P. ist mir aufgefallen, dass ich wie ein was-auch-immer durch die Wohnung laufe, wenn wir telefonieren. Sitzen und telefonieren geht zu Hause überhaupt nicht. (Achtung: Das ist ein indirekter Insider.)
  • P. will sich ein neues Rad kaufen, fragt mich um Rat und Idee, irgendwann ist auch das Thema Ständer dran. Überraschend klar und offen er: „Dass das Thema Dein ist, war mir ja klar, so wie Du auf Ständer stehst.“
  • Frau B. war zusammen mit Herrn J. zu Fotos hier. Er weigerte sich allen meinen ‚Anweisungen‘ zu entsprechen, außer der einen, dass er sich auf den Stuhl setzte. Ansonsten schaute er weder in die Kamera noch an ihr vorbei noch … Ich bin ja selber Misanthrop, ab deswegen ätze ich doch die anderen nicht runter!
  • Die Nachbarn gießen Fr+Sa Blumen, also kann ich gen Bodensee in der Hoffnung auf Hetensex.
  • Heute habe ich mich beschimpfen lassen müssen mal als „Macho-Arschloch“ und dann als „Brüllaffe“.

12

Ich werde noch Liebeling aller Fetenausrichter. Für Freund P. den Freitag hingegeben,  um einzukaufen, Wohnung umzurüsten, schnell noch drei Kuchen zu backen … und eben all das tun, wenn am nächsten Tag ab 15 Uhr 60-70 Leute kommen wollen.

Und mir war klar, dass es da ohne meine Mithilfe nicht gehen würde – was mir auch ganz recht war, denn ich bin nicht so ein Feten-Fredy und fremdel derzeit auch enorm.

Kurz und gut, die ersten kamen um 14:30, was für mich dann hieß mit der ersten Kanne Kaffee das Geschehen zu betreten, der letzte ging so gegen 2, was für mich und P. bis 2:30 hieß, noch schnell die letzten Gläser zu waschen und die Reste vom Büffet in die Kühle zu bringen. 12 Stunden am Stück quasi den Dobby gemacht – mehrfach gefragt worden, ob ich eine externe fremde Kraft wäre – aber immerhin P. es ermöglicht, sein Fest zu genießen. (Das Gleiche war ja Anfang des Jahres, als ich mich auch in die Organisations stürtze, einerseits weil ich mit den Lehrern nicht reden wollte und andereseits, weil ich es nicht mit an sehen kann, wenn mies Organisiertes die Fete zu beeinträchtigen droht, weil, bspw. keine Gabel mehr da sind oder kein Idiot Bier nachlegt. Wobei, diese Fete hatte ja dann noch ein ganz besonderes Nachspiel.)

Heißt: Ladet mich ein! Zeigt mir wo alles steht! Und stellt mir ne gute Flasche Weißwein in den Kühlschrank!

N., der mich lange Zeit überhaupt nicht erkannte, fiel mir zum Abschied um den Arm, wie er es noch nie gemacht hatte, P.’s Mutter knutscht mich jetzt auch ganz gerne und wenn wir noch geblieben wäre, hätte M. uns „ein bißchen was für einen Italiener“ dagelassen.

Spannend in erster Linie aber, das R. sehr konkret und nachhaltig Kontakt zu mir suchte. Wir waren mal sehr eng befreundet, was dann aber vor ca. 20 Jahren mit einem lauten Knall auseinander ging. Erst vor drei Jahren habe ich dann wieder Kontakt aufgenommen als ich über P. erfuhr, dass er Krebs hatte. Wir hatten uns zwar vor drei Monaten nach Jahren wieder gesehen, aber außer einem „Hallo“ war da kaum etwas gewesen. So wunderte ich mich schon, als er sich sehr persönlich für die damalige ‚Seelsorge‘ bedankte. Das Eis ist jetzt jedenfalls gebrochen – aber das ‚Herrische‘ an ihm, ist noch ausgeprägter als früher.

30 Jahre und 1 Vermächtnis, oder: Mütter!

Ende dieses Jahres werde ich meinen besten Freund vor 30 Jahren das erste Mal gesehen und gesprochen haben.

Er kam mit einer ‚Lunge‘ von der „2E“ zu mir zum Röntgen, wir haben uns vorgestellt, ich habe mich als der Zivi-Krankenhaus-Sprecher zu erkennen gegeben und ihm, als er den Flur zurück auf seine Station ging, nachgeschaut und gedacht: Mit dem würde ich gerne mal frühstücken.

Danach habe ich den Kopf geschüttelt und mich zum ersten Mal „Volldepp“ geschimpft, obwohl es das erste Mal war, dass meine Intuition sich Bahn gebrochen hatte. Wir haben es zu unzähligen Frühstücken in der Zwischenzeit gebracht – nie aber, wie damals vorgestellt, auf einem Balkon in einem Hochaus mit nackten Füßen auf dem Geländer.

Er ist – bernhardsch ausgedrückt – mein Lebensfreund. Und daher ist mir, naturgemäß, so gut wie alles von ihm bekannt. Aus seiner Sicht. Aus seiner Warte. Aus seiner Erkenntnis. Aus seiner Erfahrung. Aus seiner … . Und es gehört zum Konzept einer Lebensfreundschaft, dass daran nur Zweifel / Kritik und sonstiges geübt wird, wenn ich aus der Kenntnis seiner Person, seiner Umwelt, meines Erlebens merke, dass er gerade Scheiße baut. Habe ich keine anderen Kriterien zur Hand, dann glaub ich ihm – er ist mein Freund, mein Lebensfreund.

Und da er das ist, weiß ich sehr gut über ihn Bescheid. Was haben wir uns das Herz ausgeschüttet? Was haben wir uns gestanden? Was haben wir uns überwunden, auch Tabu-Themen anzusprechen? Was haben wir Mut gehabt, ehrlich zu sein? Was haben wir Mut gehabt uns in der Öffentlichkeit zu küssen / knutschen (wobei die Info, dass er ne Hete ist, in dem Fall wichtig ist).

Wir haben uns unser Leben erzählt. Und wir erzählen es nach wie vor. Es gab Jahre, die ersten beiden, da war es stundenaktuell, dann wochenaktuell, dann eine etwas längere Zeit mehrmonatigaktuell und jetzt ist es wieder wochenaktuell.

Er muss einen Namen fallen lassen, in 80 Prozent der Fälle weiß ich Bescheid wer das ist, welche Rolle die Person spielt. In 15 Prozent brauche ich eine Zusatzinformation, die restlichen 5 sind einfach neu.

Kennen tue ich die wenigsten. Aktuell würde ich sagen, dass ich max. 30 Prozent seiner Leute mal gesehen habe. Morgen der Overkill – da feiert er seinen Geburtstag nach mit lauter Leuten, die ich alle kenne, vom Namen her. Ist jetzt meine Sache, dass ich froh sein werde, wenn der Tag rum ist.

Und ob dieser Vorbereitungen begab es sich, dass wir mit seiner Mutter und deren Lebensgefährten heute Abend beim Italiener essen waren. (Vorab der Anruf, dass wir auch alles bestellen könnten, was wir wollten, wir wären eingeladen, sollten es krachen lassen und überhaupt, es gäbe kein Limit, wo wir doch so hart gearbeitet hätten … .) Nachweislich habe ich seine Mutter heute zum vierten Mal gesehen. Das letze Mal war vor zwei Monaten, an seinem echten Geburtstag, dass Mal davor vor 28 Jahren, vielleicht 29? Und als wir uns zum Abschied umarmten war das so, wie eben seit 30 Jahren – nur das es das erste Mal war.

Was ich heute gelernt habe ist: Beste FreundInnen sollte man immer unbedingt auch im Kontakt mit der Mutter erleben. OK, es hat in den letzten Wochen mehrere Gespräche gegeben mit ihm und wir kamen so auf eine Idee, wobei ich die Rolle der Mutter nicht ganz außer acht lassen wollte … aber mit dem heutigen Abend … nicht, dass er mir in einem neuen Licht erscheint, ein anderer ist … aber bei so einer Mutter?!

Das war definitiv ein Crashkurs heute. Das Doofe: Als wir heimliefen, war er mit der Bereifung insgesamt so fertig, dass er mir kaum noch zuhören konnte. Aber: Warum wußte ich nicht, dass er eine Frühgeburt ist? Zudem ein ‚passiertes‘ Kind? Und dann kam noch ein weiterer Satz seiner Mutter, den ich mir sogar aufgeschrieben habe … denn Kinder sind in mehrfacher Hinsicht Produkt ihrer Eltern. Die geben das ein oder andere mit – manchmal eben auch Schwachsinn. Aber mit heute Abend … das erklärt einiges.

Und dann war noch der Nebensatz der Mutter zu mir: „Es wird das Beste sein, wenn ich DIR meine ganzen Kochbücher vererbe“ – sollte das so sein, habe ich definitiv ein Platzproblem.

 

Nicht mein Tag

Kein guter Tag heute. Sehr einsam. Sehr schweigsam. Sehr zurückgezogen. An der Arbeit nichts wirkliches zu tun, außer alte Vorgänge einscannen und in Ordner abzulegen – das kann auch jeder 15-jährige. Nachmittag alleine, Bibel lesen, Dante lesen, dann wieder kommatöser Mittagsschlaf. Abendessen beim Türken, der der Mann im Dauereinsatz. Dante-Lesekreis, war zwar gut, aber ich nicht wirklich dabei. Immerhin, im Dialog mit den anderen ist mir einiges aufgegangen und wenn E. sagt, das sei für ihn ein neuer Gedanke,dann ist das wie ein Ritterschlag. Am Abend vergessen die Schmerztablette zu nehmen, jetzt die Erkenntnis, dass sie zwar etwas geholfen haben, aber nicht wirklich. Versuche einen Termin bei einem Neurologen zu bekommen bisher gescheitert. U. sagt den Chat-Termin für Donnerstag ab – irgendwie hat die es echt nicht mit Terminen bzw. Terminkalendern (aber mir dann vorwerfen, ich hätte weder Interesse noch Zeit). Immerhin ist der ferne E. nicht sauer auf mich sondern hat derzeit, weil auf dem Lande weilend, nur schlechte Verbindung, deswegen ist die Kommunikation stark verkürzt. P. hat immer noch nicht gelernt, dass man auch zwei Fotos in eine Email packen kann, also habe ich das Postfach voll. Und wie erkläre ich meinem Chef, dass ich, obwohl ich nix zu tun habe wirklich, nach sechs Wochen schon vier Überstunden habe, und somit Anspruch auf einen Gleittag habe?

Gebunden

Seit einem guten Monat habe ich richtige Probleme mit meinen Händen und Armen. Anfangs dachte ich, dass die Schmerzen von der kleinen Maus kommen, die ich an der Arbeit habe. Das erklärte leider aber so gar nicht, warum ich die gleichen Schmerzen am / im linken Arm habe. Wobei, „gleiche Schmerzen“ jetzt auch ne simple Vereinfachung ist, denn das, was sich da abspielt, entzieht sich für mich derzeit jeglicher Logik. Mal zwei Stunden Bücherkartons schleppen – no problem; mal ne halbe Stunde Maus schubsen – geht gerade so gut wie gar nicht. Ich weiß schon gar nicht mehr, welche Schonhaltung ich einnehmen soll, denn der Schmerz zieht teilweise bis in die Oberarme – dann ist wieder für Stunden nix zu spüren – dann hebe ich die Kamera hoch und freue mich erneut, dass mir E. mal so einen geilen Gurt geschenkt hat, so dass ich sie einfach fallen lassen kann. Ziehe ich so Manschetten an, tut das in den ersten Minuten gut, dann aber nicht mehr. Reibe ich Voltaren daruf, entlastet dass für ein paar Minuten, dann meine ich, wirds schlimmer. Ich kann weder eine Regelmäßigkeit feststellen noch Zusammenhänge zu Uhrzeiten, Tätigkeiten (außer Maus schubsen – bloß, warum dann auch links?), innerlichen Befindlichkeiten. Das einzige, was ich denke ist, dass es mit der Haltung zu tun hat. Aber welcher Arzt hat zu sowas Kompetenzen? Meine zwei Hausärzte mit Sicherheit nicht, der eine wird ne Salbe verschreiben, der andere mit den Schulter zucken und „abwarten“ raten.

P. meinte vorhin am Telefon, dass das vielleicht ne psychosomatische Reaktion wäre, da ich ja gerade so einen Winz-Job mache und meinen Fähigkeiten die „Hände gebunden“ wären.

Ich glaub’s weniger. Denn dann hätte ich an anderen Stellen auch noch Schmerzen.

Und mal tut das Tippen weh, mal nicht. Jetzt gerade nicht.

Gerade den Eindruck, irgendwie dauernd gegen Windmühlen zu kämpfen und das Eigentliche rauscht vorbei.

 

Anton Weyrother

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