Durch die Zeit

Tag: Papst

Blogeintrag mit Monsterwort

Ein Tag halt. Alles soweit im grünen Bereich. Der Höhepunkt wohl, dass ich spontan Quarbällchen gekauft habe (die ich sonst nie kaufe). | Ach so, die Ernennungsurkunde vom Regierungspräsidium lag auf dem Tisch. Jetzt bin ich also ganz offiziell stellvertretender Meisterprüfungsauschussvorsitzender. | Hilft mir aber auch nix, dass mein Mann und ich bei der Steuer irgendwas falsch machen. Wir suchen uns jetzt einen Steuerberater, da ich gestern fast einen Anfall bekommen habe. | Zwei Tage keinen Mittagsschlaf, daher gestern schon um kurz nach 10 ins Bett. Was A. sich gedacht haben mag? Dennoch plagende Träume, diesmal gab sich sogar der Papst die Ehre. | Ich darf echt nicht vergessen, dass ich Samstag Prüfungen abnehmen darf. Hätte heute schon den Dienst vergessen (der aber so ruhig ist, dass ich jetzt schnell schreiben kann). | Schaue auf Netflix Broadchurch (sehr empfehlenswert). Sie erinnert mich an meine Supervisiorin und er sieht so aus, wie ich mir meine große Liebe M. im Alter vorstellen kann. Beides lenkt ein wenig ab. | Am WE sollte ich echt mal versuchen, einen Tuck weniger zu denken oder zumindest das Zeugs aufzuschreiben (hier wohl eher nicht, was vielleicht auch gerade die Pausen hier erklärt). |

Soviel zu: „Ein Tag halt.“

Familienessen

Seit ich meinen Mann kenne bzw. seit wir zusammen sind – das werden dann bald auch schon mal 20 Jahre! – gibt es das ‚Familienessen‘: drei Paare, sechs Schwule und jeder ist mit jemanden zusammen oder ist dessen Ex. Anfänglich haben wir jeden Sonntag zusammen reihum gegessen, wobei das gemeinsame Gespräch immer höher gewertet wurde als das, was auf den Tisch kam. Heute ist es nach wie vor nicht anders, auch wenn wir uns seltener sehen, vielleicht nun nur noch alle sechs bis acht Wochen.

Heute hatten L.+U. eingeladen  – Feldsalat mit Schmanddressing (was für ein Verbrechen, aber das ist hier üblich), Kürbissuppe (überraschend gut, da mal nicht so dick, sondern quasi ‚klar‘), Rinderbraten mit Rosenkohl und Spätzle (OK, da haben sie sich übernommen), Vanilleeis mit heißen Himbeeren (nun, richtig viel falsch kann man da ja nicht machen); insgesamt dennoch ein überdurchschnittliches Essen – E.+M. brachten Weihnachtsgebäck als Geschenke mit, wir steuerten ein Stück Stollen als Geschenk bei.

Gegen Ende des Essen wurde der Papst Thema, dann die katholische  Kirche an sich – und wie das so an solchen Essen ist, ein Thema gibt das andere. Jedenfalls habe ich dann irgendwann kurz angeschnitten, wie es mit meinem „Begehren“ mir so erging und fragte dann auch die anderen, wie es bei ihnen war.

Und plötzlich haben sechs Männer einfach mal die Hosen runter gelassen und erzählt, welche Probleme oder auch nicht sie hatten auf dem Weg zu kapieren, dass sie nicht der ’sexuellen Norm‘ entsprechen. Und es war eine überaus spannende Erkundung, was wen wie beeinflusst oder auch nicht hat. Echt reichhaltiger Stoff, viele Differenzen, viele Fragen, viel Kopfschütteln.

Wir waren schon immer ein offener Kreis – da wurde zur Lasagne auch gerne mal wortreich und plastische die Erfahrungen mit Geschlechtskrankheiten ausgetauscht – aber ich fand das heute echt besonders, weil keiner eine ‚Gesprächshoheit‘ beanspruchte.

Und es tut sichtbar nicht nur mir sondern auch anderen gut, wenn man das Kind, das Thema, den Schwanz und den Orgasmus beim Namen nennt. Ansonsten hätte ich nicht letzte Woche folgende Rückmeldung bekommen, die mich einfach wohl auch heute bestärkt hat, es  mal anzuspielen: „Ich fand’s sehr toll und finde es großartig, endlich jemanden zu haben, mit dem ich über das, was wir fast so oft wie Zähneputzen betreiben auch wie über das Zähneputzen reden kann.“

 

Anton Weyrother

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