Durch die Zeit

Tag: Peter Weiss

Resümee: Peter Weiss

Auf Wunsch von E. noch ein letzter Abend zur „Ästhektik des Widerstands“ von Peter Weiss. Nach 1 3/4 Jahr der Lektüre die Resümees der Teilnehmenden. Es verwundert nicht, dass die von I. und K. positiv ausfallen, auch H. hat nichts zu möppern. Von ihr hätte ich dann schon ein paar Spitzen erwartet – aber vielleicht ist es die Milde des Alters bei ihr. E. macht es letztendlich sehr diplomatisch – also wesentlich dipomatischer als ich – und benennt sehr geschickt umschrieben die Schwachstellen, scheut sich aber dann doch, diese zusammenzufassen.

Das mein Resümme dann bei I. und K. auf Protest stoßen wundert mich nicht, denn ich formuliere zusammenfassend: „Ein gescheiteter Solitär“. Darin ist in meinen Augen alles enthalten. Inhaltlich ist die Ästhetik wirklich ein Solitär, denn ich kenne kein Roman / Buch, was sich so intensiv, faktenreich und menschlich mit dem Widerstand im 3. Reich literarisch auseinandersetzt. Gescheitert, weil die über 1.000 Seiten einfach nicht funktionieren. Es gibt Seiten, die nahezu genial sind, dann Strecken, die sich wie abgeschrieben aus dem Notizbuch anmuten.

Alleine hätte ich – und ich bin hart im nehmen, was Literatur betrifft – nicht durchgehalten, definitiv nicht. Andererseits bin ich ganz froh, es mit Hilfe der Gruppe es geschafft zu haben. Denn ein weiteres Buch aus der Reihe „Weltbekannte Bücher, die kaum jemand gelesen hat“ gehört bei mir nicht mehr dazu.

FINIS – Peter Weiss: Ästhetik des Widerstands

2018-10-16 20.35.10
Beginn Lektüre für Lesekreis: April 2017
Anzahl gelesene Seiten: 1.199
Dauer Lektüre geschätzt: 60 Stunden
Anzahl Treffen Literaturkreis: 23
Anzahl Stunden Gespräch über Lektüre im Literaturkreis geschätzt: 85
Anzahl Seiten Notizen: 17
Länge Unterstreichungen geschätzt: größer 100 Meter
Derweil getrunkenen Flaschen Weißwein (alle) geschätzt: 25
Derweil getrunkenen Flaschen Bier (alle) geschätzt: 52
Derweil getrunkenes Wasser (alle) geschätzt: mehr als 100 Liter
Derweil verspeiste Pistazien (alle) geschätzt: 5,75 Kilogramm
Derweil verspeistes Studentenfutter (alle) geschätzt: 7,8 Kilogramm
Derweil verspeiste Tomaten (alle): 4
Anzahl der von Teilnehmenden gemachten Kopien für die andren geschätzt: 670
Anzahl der gelesenen Kopien von den Teilnehmendne geschätzt: 35
Höhe des Erkenntnisgewinns: nicht darstellbar.

Dante, fruchtbar

K., die mit zum Dante-Lesekreis gehört – der sich eigentlich jetzt Weiss-Lesekreis nennen sollte, da wir derzeit noch „Die Ästhektik des Widerstandes“ lesen und nicht mehr die „Göttliche Komödie“ – berichtete heute, dass ihre Tochter heute morgen um drei den Erstgeborenen zur Welt gebracht hat, den sie – der Leser / die Leserin ahnt es bereits – den Namen Dante gegeben hat.

D I E Erkenntnis

Wenn etwas diese Welt sicher ist, dann: g e s c h w ä t z i g!

Der Vorsitzende von Verein schafft es, die reguläre Vorstandsvorsitzung auf knapp drei Stunden auszudehnen und derweil nur die Hälfte aller Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Liegt daran, dass er meint, zu allem und jedem ein Statement geben zu müssen, auch dann, wenn K. und (! nicht oder!) U. zum dritten Mal das gleiche Argument wiederholen (was ggf. von G. noch bekräftig wird).

Im Lesekreis haben sie auch alle Babelwasser getrunken, und jede Assoziation ist recht, irgendetwas zu erzählen – mit Weiss hat das meist nicht einmal mehr am Rande was zu tun.

Schade eigentlich

Ich hatte es schon einmal hier, dass der Lesekreis mit der „Ästhetik des Widerstandes“ von Peter Weiss schwächelt. Die verschobenen Termine ziehen sich weiter durch die Monate (wenn wir so weiter machen, werden wir gut drei Jahre (!) brauchen, da durch zu kommen – das ist mir definitv zu lang) und so richtig anmachen tut der Text uns auch nicht. Mir ist vieles zu veraltet, vieles zu dokumentarisch, vieles zu pseudoautobiographisch – oder vereinfacht ausgedrückt: Das erzählt sich einfach nicht.

Schon schade – aber das wird sich nicht ändern, ich bin da eindeutig in der Minderheit.

Dante vs. Weiss

So schön das es mit den anderen bei der Dante-Lektüre war – bei der Weiss-Lektüre funktioniert es irgendwie nicht. Das beginnt schon an dem wenigen Umfang, der gelesen wird. Maximal 40 Seiten in zwei Wochen. OK, Weiss konsumiert man jetzt nicht gerade im Vorbeigehen, aber 60, 70, 80 Seiten sind schon machbar. Und dann wird sich halt an den wenigen Seiten festgehalten und über Kleinigkeiten diskutiert, die in meinen Augen für den Roman nicht weiter von Belang sind. Und jetzt jeden erwähnten Namen nachschlagen und die Biographie runterbeten – das verstehe ich nicht wirklich unter Literatur lesen.

Zudem das immer leidiger werdende Thema Terminierung. Kaum ein vereinbarter Termin wird gehalten, irgendjemand hat dann doch etwas anderes vor, was wichtiger …

Zum anderen liegt es auch wohl daran, dass „Die Ästhetik des Widerstandes“ wohl auch etwas veraltet sein kann, ein Diskussionslevel beschreibt, der heutzutage nicht mehr von wirklicher Relevanz ist. Denn ‚Bedingungen der sozialistischen Kultur‘ sind dann doch nicht mehr so angesagt.

Ich werde jetzt halt öfters mal einen Termin ausfallen lassen, denn die Wiederholungsrate ist in der Zwischenzeit schon so groß, dass da nicht so große Diskussionslücken entstehen werden.


 

Dank Vodafone geht das Bloggen derzeit nur über externe Möglichkeiten.

P.W.

Dann also jetzt Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstandes. Ob das ein würdiger Nachfolger von Dantes Comedia werden wird, werde ich ja noch sehen.

2017-04-11 14.27.14

Aber sollten wir es schaffen, können wir uns ein zweites Mal auf die Schultern klopfen, denn dann haben wir ein weiteres Buch gelesen, was in vieler Munde ist, aber im umgekehrten Verhältnis auch gelesen.

Mich würde es freuen, ginge es mit der Gruppe weiter – aber nach dem es so lange gedauert hat einen ersten Termin zu finden, kommen erste Zweifel leise auf. Vor allem gab es auch schon erste kleine Dispute um die 14-tägige Leseleistungen. 20 Seiten seien ausreichend heißt es da – und ich rechne vor, dass wir dann um die 60 Sitzungen bräuchten was locker mal 30 Monate also zweieinhalb Jahre wären (wenn auch nicht nur eine Sitzung ausfällt). Ich kenne vielleicht zwei, drei Bücher, die so eine lange Strecke durchhalten würden – bei der ÄdW bezweifle ich es dann doch schon.

 

Ziemlich unsicher

Ich weiß, dass ist jetzt nicht so eine tiefe Weisheit und auch überhaupt nicht neu, aber mir ist das beim ersten Lesen vor drei Tagen einfach so reingefahren.

„Das zu lebende Leben ist ein sich ständig entwickelndes, offenes Projekt, ein Zukunftsprojekt, das immer die Ergebnisse der Vergangenheit und deren Deutung zur Vorraussetzung ht. Es muss immer wieder im konkreten Jetzt für ein mögliches, aber ziemlich unsicheres Morgen entworfen werden, dessen Rahmen von äußeren, meist nicht zu beeinflussenden und manchmal noch unbekannten Faktoren bestimmt wird“.

(Aus: Werner Schmidt: Peter Weiss. Surhkamp Berlin, 1.2016, S. 11)

Wo findet man Gott?

Dante-Lesekreis. Vorletzter Abend. Nächste Woche das letzte Treffen, dann sind wir mit der Comedia durch. Zwei Wochen später noch ein „Himmels-Essen“. Danach lösen wir uns auf.

Weitere zwei Wochen später werden wir in gleicher Besetzung den Peter-Weiss-Lese-Kreis aus der Taufe heben und uns an „Die Ästhetik des Widerstandes“ machen.

Mit den (vor)letzten Kräften heute die Gesänge 27-30. Das „Paradies“ spricht keinen von uns wirklich an. Wie so oft fallen Kleinigkeiten auf. Wie ist das eigentlich, wird ‚Gott‘ denn oft als ‚Gott‘ bezeichnet? Gefühlt eher nein, da viele Umschreibungen wie ‚Allmächtiger‘,  ‚Bewegender‘ usw. usf. K. und ich haben ja die neue kommentierte Ausgabe von Köhler mit Register.

Gott findet man nicht im Personenregister.

Gott findet man im Sach- und Begriffsregister!

 

Beschlossene Sache

Wenn wir mit der Comedia von Dante durch sind, nehmen wir uns die Ästhektik des Widerstandes von Peter Weiss vor.

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