Durch die Zeit

Tag: Peter Weiss

D I E Erkenntnis

Wenn etwas diese Welt sicher ist, dann: g e s c h w ä t z i g!

Der Vorsitzende von Verein schafft es, die reguläre Vorstandsvorsitzung auf knapp drei Stunden auszudehnen und derweil nur die Hälfte aller Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Liegt daran, dass er meint, zu allem und jedem ein Statement geben zu müssen, auch dann, wenn K. und (! nicht oder!) U. zum dritten Mal das gleiche Argument wiederholen (was ggf. von G. noch bekräftig wird).

Im Lesekreis haben sie auch alle Babelwasser getrunken, und jede Assoziation ist recht, irgendetwas zu erzählen – mit Weiss hat das meist nicht einmal mehr am Rande was zu tun.

Schade eigentlich

Ich hatte es schon einmal hier, dass der Lesekreis mit der „Ästhetik des Widerstandes“ von Peter Weiss schwächelt. Die verschobenen Termine ziehen sich weiter durch die Monate (wenn wir so weiter machen, werden wir gut drei Jahre (!) brauchen, da durch zu kommen – das ist mir definitv zu lang) und so richtig anmachen tut der Text uns auch nicht. Mir ist vieles zu veraltet, vieles zu dokumentarisch, vieles zu pseudoautobiographisch – oder vereinfacht ausgedrückt: Das erzählt sich einfach nicht.

Schon schade – aber das wird sich nicht ändern, ich bin da eindeutig in der Minderheit.

Dante vs. Weiss

So schön das es mit den anderen bei der Dante-Lektüre war – bei der Weiss-Lektüre funktioniert es irgendwie nicht. Das beginnt schon an dem wenigen Umfang, der gelesen wird. Maximal 40 Seiten in zwei Wochen. OK, Weiss konsumiert man jetzt nicht gerade im Vorbeigehen, aber 60, 70, 80 Seiten sind schon machbar. Und dann wird sich halt an den wenigen Seiten festgehalten und über Kleinigkeiten diskutiert, die in meinen Augen für den Roman nicht weiter von Belang sind. Und jetzt jeden erwähnten Namen nachschlagen und die Biographie runterbeten – das verstehe ich nicht wirklich unter Literatur lesen.

Zudem das immer leidiger werdende Thema Terminierung. Kaum ein vereinbarter Termin wird gehalten, irgendjemand hat dann doch etwas anderes vor, was wichtiger …

Zum anderen liegt es auch wohl daran, dass „Die Ästhetik des Widerstandes“ wohl auch etwas veraltet sein kann, ein Diskussionslevel beschreibt, der heutzutage nicht mehr von wirklicher Relevanz ist. Denn ‚Bedingungen der sozialistischen Kultur‘ sind dann doch nicht mehr so angesagt.

Ich werde jetzt halt öfters mal einen Termin ausfallen lassen, denn die Wiederholungsrate ist in der Zwischenzeit schon so groß, dass da nicht so große Diskussionslücken entstehen werden.


 

Dank Vodafone geht das Bloggen derzeit nur über externe Möglichkeiten.

P.W.

Dann also jetzt Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstandes. Ob das ein würdiger Nachfolger von Dantes Comedia werden wird, werde ich ja noch sehen.

2017-04-11 14.27.14

Aber sollten wir es schaffen, können wir uns ein zweites Mal auf die Schultern klopfen, denn dann haben wir ein weiteres Buch gelesen, was in vieler Munde ist, aber im umgekehrten Verhältnis auch gelesen.

Mich würde es freuen, ginge es mit der Gruppe weiter – aber nach dem es so lange gedauert hat einen ersten Termin zu finden, kommen erste Zweifel leise auf. Vor allem gab es auch schon erste kleine Dispute um die 14-tägige Leseleistungen. 20 Seiten seien ausreichend heißt es da – und ich rechne vor, dass wir dann um die 60 Sitzungen bräuchten was locker mal 30 Monate also zweieinhalb Jahre wären (wenn auch nicht nur eine Sitzung ausfällt). Ich kenne vielleicht zwei, drei Bücher, die so eine lange Strecke durchhalten würden – bei der ÄdW bezweifle ich es dann doch schon.

 

Ziemlich unsicher

Ich weiß, dass ist jetzt nicht so eine tiefe Weisheit und auch überhaupt nicht neu, aber mir ist das beim ersten Lesen vor drei Tagen einfach so reingefahren.

„Das zu lebende Leben ist ein sich ständig entwickelndes, offenes Projekt, ein Zukunftsprojekt, das immer die Ergebnisse der Vergangenheit und deren Deutung zur Vorraussetzung ht. Es muss immer wieder im konkreten Jetzt für ein mögliches, aber ziemlich unsicheres Morgen entworfen werden, dessen Rahmen von äußeren, meist nicht zu beeinflussenden und manchmal noch unbekannten Faktoren bestimmt wird“.

(Aus: Werner Schmidt: Peter Weiss. Surhkamp Berlin, 1.2016, S. 11)

Wo findet man Gott?

Dante-Lesekreis. Vorletzter Abend. Nächste Woche das letzte Treffen, dann sind wir mit der Comedia durch. Zwei Wochen später noch ein „Himmels-Essen“. Danach lösen wir uns auf.

Weitere zwei Wochen später werden wir in gleicher Besetzung den Peter-Weiss-Lese-Kreis aus der Taufe heben und uns an „Die Ästhetik des Widerstandes“ machen.

Mit den (vor)letzten Kräften heute die Gesänge 27-30. Das „Paradies“ spricht keinen von uns wirklich an. Wie so oft fallen Kleinigkeiten auf. Wie ist das eigentlich, wird ‚Gott‘ denn oft als ‚Gott‘ bezeichnet? Gefühlt eher nein, da viele Umschreibungen wie ‚Allmächtiger‘,  ‚Bewegender‘ usw. usf. K. und ich haben ja die neue kommentierte Ausgabe von Köhler mit Register.

Gott findet man nicht im Personenregister.

Gott findet man im Sach- und Begriffsregister!

 

Beschlossene Sache

Wenn wir mit der Comedia von Dante durch sind, nehmen wir uns die Ästhektik des Widerstandes von Peter Weiss vor.

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